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Kerlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Sie BNZ erscheint jeden Werktag «. kostet RM 1.90 frei Haus. Anzeigenderechuung: hiesige die 10gespaltene mm°Zeile RM 0.10
Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen- durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Lextteil RM 0.50, auswärts RM 0.70
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Schon in den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags brannte die Sonne unbarmherzig auf die Stadt. Verwundert sehen die Bremer das bunte Treiben in den Straßen. Was ist denn das? Kraftwagen kommen aus allen Richtungen, beladen mit singenden Männern im Braunhemd, am Arm das Hakenkreuz.
Lustig flattern die Fahnen im Winde. Hier und da tönt ein Lied auf, das von der begeisterten Menge mitgesungen wird. Meldefahrer des Bremer Kraftfahrkorps eilen auf Motorrädern und Wagen herbei, um die auswärtige SA. in die Stadt zu leiten. Ihrer werden immer mehr. Oft stehen zehn und noch mehr Wagen beieinander, umringt von Schaulustigen, unter denen sich besonders die Jugend in „Heilrufen" nicht genug tun kann. Allmählich rückt der Zeitpunkt des An- tretens heran. Wagen auf Wagen rollt in die innere Stadt. Hier und da begrüßen sich die auswärtigen Gäste, die alle gekommen find, den SA.- Aufmarsch mitzumachen.
Die Park-Allee, von wo aus der Marsch ausgehen soll, ist dicht umsäumt von einer riesigen Menschenmenge. Polizei und SA. regeln den Verkehr. In einer langen Reihe, von der Holler- Allee bis weit über den Schwachhauser Ring hinaus, beginnen sich die ersten Stürme zu sammeln. Die Bremer Standarte hat keine Mühe und Arbeit gescheut. An mehreren Straßenzügen hängt ein mustergültig ausgearbeiteter Aufmarschplan mit genauen Einzeichnungen, so daß sich auch die auswärtige SA. an Hand der Tafeln genau informieren kann.
Während Sturm auf Sturm anrückt, die Neu- städter (Sturmbann 3) treffen geschloffen am Ausgangspunkt an, beginnt der Frauenorden, der in mehreren Straßen gleichzeitig Verpflegungsstellen eingerichtet hat, mit der Versorgung der Aufmarschteile. Tee, Kaffee, Zitronen-, Himbeer- wasser, was man sich nur denken kann, wird ausgeschenkt. Dazu verzehrt man die Mitgebrachten
Brote. „Mutter Schmidt", die Regimentsmutter der Bremer SA., schaltet und waltet hier und trägt Sorge, daß jeder zu seinem Recht kommt.
Inzwischen rückt der Zeiger der Uhr immer weiter. Dichter und dichter formieren sich die Kolonnen. Die Reihen der parkenden Wagen und Krafträder werden länger und länger. Von weither sind Trupps und einzelne SA.-Männer auf Fahrrädern eingetroffen. Gegen 11 Uhr nimmt die Spannung zu. Zu Tausenden und Abertausenden ist die Bevölkerung im Anmarsch. Polizei und Ordner haben alle Hände voll zu tun. Die Spannung steigt weiter, die Führer treffen ein.
An der Spitze seines Zuges erscheint der Oberführer Herzog, mit ihm der Stab des Olden- burger Gaues. Sofort wird mit der Aufstellung begonnen. Ordonnanzen flitzen hin und her, erstatten Meldungen. Die Bevölkerung verfolgt unterdessen mit regen Interessen die Vorbereitungen. Pünktlich um 11.30 Uhr klingt die erste Marschmusik auf. Der Zug setzt sich in Bewegung.
Vvi» d/Isnsok beginnt
Sieghaft und freudig schmettert die Musik hell Über die langen braunen Kolonnen dahin. Die Hitze, das lange Warten, die rumpelnde Lastwagenfahrt, alles ist vergessen. Das Kommando zum Abmarsch kommt scharf und durchdringend;
der erste große Marsch der SA. durch Bremen beginnt.
Die Bremer Parteigenossen haben sich zu Tausenden in der Park-Allee, am Stern und in der
Kassee-Flora-Versammlung vom Senat verboten!
Dafür Mitgliederversammlung am 12. Juli, 20.3V Uhr, im „Casino", Pg. Stephan Ehn spricht.
Holler-Allee eingesunken. Jubelnd werden die Kämpfer im Braunhemd begrüßt, und Blumen über Blumen werden ihnen zugeworfen.
Zuerst kommen die Standarten 78 und 62 (Os- rin^ück Bentheim), dann die Stürme aus Osthannover von der Standarte 26, Niedersachsen imt harten, kantigen Bauerngesichtern. Jetzt ist
Erntezeit und gut hätten sie auch den Sonntag gebrauchen können, aber die Pflicht, für den Führer wieder zu marschieren und zu trommeln, ruft, und keiner von ihnen will dann fehlen. Nach ihnen marschiert die Hitler-Jugend, vom 18jähri- gen, der bald in die SA. übertreten darf, bis zu den 12jährigen im Jungvolk, blond und braun frisch, und das Vorbild für sie alle ist die SA. heute. Sie wollen genau so gut marschieren wie die, wollen ebenso wie sie durch gute Haltung und feste Disziplin für den Führer werben.
Nun folgen die Ostfriesen, Standarte 2, in ragender Länge. Prächtige Stürme mit tadellosem Menschenmaterial. Aber die ihnen folgenden Standarten 19 und 91 aus dem eigentlichen Oldenburg können sich'ncben den Ostfriesen sehen lassen. Dann wird der Jubel der Massen an den Straßenrändern zu Heller Begeisterung.
Die Bremer, die Standarte 75 kommt
Ihnen allen, vom ein' .chen SA.-Mann bis zum Standartenführer ist es eine große Freude, endlich einmal Bremen in einem großen Aufmarsch ein Bild der Wucht und der Geschlossenheit der braunen Armee Adolf Hitlers geben zu können. Seit zwei Jahren war er immer wieder angesetzt. 1930 glaubte ein Hoher Senat unseren Aufmarsch am 16, November verbieten zu müssen, 1931 kam
in Bremen das Demonstrationsverbot.
Gössel und Decker fielen durch marxistischen Meuchelmord,
nicht zuletzt deshalb, weil das Demonstrationsverbot bestand. Dann schien der 14. April 1932, der das SA.-Verbot brachte, endgültig alle Pläne zu zerschlagen. Und nun marschieren wir doch!
Die Bremer bilden den Schluß. Tadellose Haltung, wunderbare Ordnung, ein eindrucksvoller Abschluß.
Jetzt geht es durch die Holler-Allee. An den Straßenrändern wird es licht. Doch im Findorff erwarten schon wieder Tausende die endlose braune Kolonne. Die mustergültige Disziplin, die eiserne Ruhe der Stürme, die auf kein Schimpfwort antworten, die durch nichts aus der Ruhe zu bringen waren, sie machen einen tiefen und nachhaltigen Eindruck auf die Bremer Arbeiterschaft im Westen. Fahnen sind hier seltener zu sehen. Aber die Straßen sind dicht umsäumt. Mancher Gegner steht dort. Und wenn er sich auch vielleicht dem Eindruck dieser endlosen braunen Reihen verschließen will, wir sind gewiß, daß er den Vergleich zwischen der SA. und der „Eisernen Front" oder gar den wüsten Horden der Kommune bestimmt ziehen wird. Und wir wissen, zu wessen Gunsten diese Prüfung ausfallen wird.
Die SA. marschiert ernst und schweigend, bewußt ihrer Aufgabe.
Doch dann wird es ihr doch schwer, ihren Ernst zu bewahren. In der Grenzstraße und am Steffensweg hat sich das Untermenschentum, das sich auch am 1. Juli in Gröpelingen betätigte, in Gestalt von vielleicht hundert Schreiern versammelt, die in „revolutionärem" Gebrüll machen. Was dieses ganze lachhafte Theater wert war, zeigte sich blitzartig, als
plötzlich ein Sturm auf eine handgreifliche Provokation hin, anfing, ein wenig Luft zu machen. Da stob, ,,spritzte" das Gesinde! plötzlich mit einer Geschwindigkeit auseinander, die man diesen „Revolutionären" denn doch wirklich nicht zugetraut hätte.
Ganz impulsiv bringt ein einzelner Arbeiter ein Sieg-Heil auf die SA. aus. Die rote Meute droht. Aber der Anblick der SA. hält sie von „Taten" zurück.
Wir wollen noch einige
Einzelheiten aus dem Westen
bringen, um gleich den zu erwartenden Lügen der Bremer marxistischen Presse entgegenzutreten.
Im Westen hatte schon während des Vormittags reger Betrieb geherrscht. Die kommunistischen Funktionäre liefen höchstpersönlich von Haus zu Haus, ihre Leute zu einer kleinen Protestaktion zusammenzusuchen. Aber der Laden wollte nicht klappen. Man hatte in Gröpelingen üble Erfahrungen gemacht und die meisten hatten keine Lust, sich von ihren „Führern" abermals auf die Straße hetzen zu lassen. Lediglich einige Unentwegte, ohne die es anscheinend nicht geht, lauerten bereits Stunden, bevor der Zug erscheinen konnte, an den Ecken herum. Aber auch diese waren sich über das völlige Mißlingen etwaiger Störungsversuche schon vorher klar. Es herrschte deshalb allgemein schlechte Laune, die sich ^Fortsetzung auf Seite 2)
Wo stbM Sr^omon?
Während die Ewig-Gestrigen noch immer nicht begriffen haben, was Nationalsozialismus, was völkischer Sozialismus ist, —- Geheimrat Hugenberg bewies das erst wieder in seiner Bremer Rede am Sonnabend — marschierte am gestrigen Sonntag das junge, sozialistische Deutschland durch die Straßen Bremens. Von „bewunderungswürdiger Disziplin" und „mutigem Man- neswillen" spricht die „Weserzeitung", wenn sie es sich auch nicht verkneifen kann, statt der tatsächlich aufmarschierten zehntausend Mann von nur sechstausend zu sprechen.
Aber auf die Zahl kommt es nicht an, sondern auf den Geist, der in unseren Reihen lebendig ist. Von dem hat gestern Bremen einen Eindruck bekommen, der stär°! ker sein wird als alle Wahlversammlungen,
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Bremen, 11. Juli.
Eine Gruppe von sieben Kommunisten, die sich in der Grambker Heerstraße bei der Unterführung der Hafenbahn verdächtig machte, wurde von Polizeibeamten auf Waffen durchsucht. Hierbei wurde festgestellt, daß die Kommunisten mit geladenen Pistolen ausgerüstet waren und selbst angefertigte Sprengkörper bei sich führten. Sie hatten die Absicht, diese Sprengkörper auf die Lastkraftwagen, die die SA.-Leute aus Bremen zurück- beförderten, zu werfen. Bei der Durchsuchung der Kommunisten explodierte Plötzlich ein Sprengkörper und tötete den Polizeiwachtmeister Talke, der buchstäblich zerrissen wurde. Ein anderer Beamter wurde durch Sprengteile schwer verletzt Sämtliche Personen sind festgenommen worden.
stärker als alle Lügen und Verleumdungen, die, von der bürgerlichen Presse geduldet, über Deutschlands Freiheitsbewegung verbreitet werden.
Bremen ist konservativ. Darauf ist sein Bürgertum stolz, wenn auch zur Zeit dank der Taktik der bremischen Volkspartei davon ausschließlich der Marxismus seinen Nutzen hat. Bremen soll sich nur hüten, daß es nicht an der politischen Entwicklung in Deutschland vorbeisteuert. Das junge Deutschland, die Volkwerdung der Nation wird sich nicht vom Widerstand Bremens aufhalten lassen und man sollte eigentlich meinen, daß der Hanseatengeist, hinter dem sich jetzt der Marxismus versteckt, sich
etwas weitsichtiger zu dem Aufbruch oe^ Nation stellen würde als er es bisher getan hat. Doch das ist seine und nicht unsere Sache, und das wird uns keinen Schritt von dem Wege abhalten, den wir gestern im Marschschritt der Zehntausend manifestiert haben.
Das junge Bremen war gestern zur
Stelle. N/Ht auf das Alter sondern auf die Gesinnung kommt es an. Und wir sahen manchen 80jährigen, der jünger unh lebendiger empfindet, als eine gewisse ver-