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Ve^Ionens Positionen
Popen ist umgefallen! Herriot hat gesiegt!
Wenn wir diese Sätze voranstellen, so geben wir damit nicht irgendeinem Oppositionsbedürfnis nach, sondern lassen uns von folgenden Überlegungen leiten.
Der Doungplan, angenommen von der Deut- jchen Volkspartei bis zur SPD., hätte in ganz kurzer Zeit die deutsche Volkswirtschaft und da- »lit auch die europäischen Wirtschaftsbeziehungen zerstört. Unmittelbar vor der Katastrophe griff Hoovcr ein, der für die amerikanischen Kredite und Absatzmärkte in Europa fürchtete. Damit war die Unmöglichkeit der Durchführung des Tributsystems in aller Weltöffentlichkeit erwiesen. Der Joungplan feiert in diesen Tagen sein einjähriges Todesjubiläum.
Von diesem Grundgedanken mußte sich die deutsche Delegation in Lausanne leiten lassen. Es war richtig, daß v. Papen die selbstverständlichen politischen Forderungen anmeldete, uns erfolgte diese Anmeldung zu spät, so daß sie von vornherein als Kompensationsobjekt gegenüber Frankreich gewertet wurden. Es war richtig, daß man sich auf die Errichtung einer Wiederaufbaukasse einigte, nur dürste nicht von Zahlungen Deutschlands, sondern der Sicgerstaaten die Rede sein.
An diesen beiden Grundfehlern ist der deutsche > Erfolg in Lausanne gescheitert. Es ist ein Trugschluß, anzunehmen, daß schon die Liquidierung des Youngplanes ein positives Ergebnis darstellt, den dieser Plan war, wie bereits gesagt feit einem Jahr außer Kraft. '
Was war die geschichtliche Aufgabe -er Lau- sanner Konferenz?
Auf ihr hätte gegen den Willen Frankreichs, des Räuberstaates unter den Nationen, der Grundstein für den Wiederaufbau der europäischen Völker gelegt werden müssen. Dazu gehört als erste Voraussetzung die Gleichberechti- gung aller Nationen auf politischem Gebiet. Die Wirtschaftler irren, wenn sie meinen daß ohne diese Voraussetzung mit Erfolg Handel getrieben werden kann. "
Ehre und Freiheit sind die wichtigsten
und realsten Aktivposten jeder Handelsbilanz.
Wer das nach dem Zusammenbruch des libera- listischen Wirtschaftssystemes noch immer nicht begriffen hat, steht der Entwicklung der geistigen
vsulseklsmls künftige 2sklungs- venpflieklungsn
Lausanne, 8. Juli. Das Vertragswert von Lausanne sieht folgende fünf Teile vor:
1'. Das Tributabkommen der Gläubigermächte mit Deutschland,
2. Uebergangsbestimmungen für die Regelung in der Zeit zwischen dem Abschluß der Lausanner Konferenz und der Ratifi- zierung des Abkommens,
3. die Regelung der osteuropäischen Reparationen,
4. oft- und mitteleuropäische Wirtschaftsfragen,
5. Entschließung des Wirtschaftsausschusses der Lausanner Konferenz über die Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz.
Dem Vertrag ist eine Erklärung der Konferenz mit allgemeinem politischem Charakter über die weitere Zusammenarbeit der Mächte beigefügt. Das Tributabkommen zwischen den Gläubigermächten und Deutschland beginnt mit einer Präambel und schließt mit einer kurzen Schlußerklärung.
Das Tributabkommen mit Deutschland erklärt den vollständigen Abschluß des bisherigen Reparationssystems. Die bisherigen Abmachungen und Verträge über die Reparationszahlungen Deutschlands kommen damit in Fortfall. Aus diesem Grunde wird das Golddepot der Reichsbank bei der B. I. Z. in Höhe von 65 Millionen RM. sowie die von der Reichsbahn bei der B.J.Z. hinterlegten Obligationen in Höhe von 460 Millionen RM. frei.
Die zukünftigen Verpflichtungen Deutschlands betragen damit für die Endregelung der Tribute die Verzinsung und Tilgung
der Schuldverschreibungen des Deutschen Reiches in Höhe von 3 Milliarden RM. und würden damit theoretisch 180 Millionen RM. jährlich ausmachen. Da jedoch die Schuldverschreibungen nach dem dreijährigen Vollmoratorium von 1935 an nur in Abschnitten auf den internationalen Markt kommen und die ganze Frage der Aufnahme dieser Schuldverschreibungen auf dem internationalen Kapitalmarkt vollständig unübersichtlich ist, kann die tatsächlich 1935 eintretende finanzielle Belastung Deutschlands gegenwärtig noch gar nicht bestimmt werden. Die gesamten Schuldverschreibungen des Reiches in Höhe von 3 Milliarden werden im Falle der normalen Tilgung nach 37 Jahren getilgt. Die nach zwölf Jahren noch nicht ausgegebenen Schuldverschreibungen werden gelöscht. Weiter bestehen bleiben dagegen diejenigen Verpflichtungen, die auch von dem Hoover-Morato- rium nicht berührt waren, also die Verzinsung und Tilgung der Dawes- und Aoung-Anleihen in Höhe von insgesamt 150 Millionen RM., die jährlichen Besatzungskosten in Höhe von 21 Millionen RM., das belgische Markabkommen mit 22 Millionen RM. und das sogenannte Mixed Claim« in Höhe von 41 Mill. RM. jährlich. Diese Belastungen in einer Gesamthöhe von 234 Millionen RM. jährlich werden somit von dem Lausanner Reparationsabkommen nicht berührt; zuzüglich der rechnungsmäßig vorgesehenen 180 Millionen würde sich künftig eine rechnerische Belastung von 450 Millionen RM. jährlich ergeben.
Auseinandersetzung der Gegenwart fremd gegenüber. Genau so, wie zu den Zeiten des „königlichen Kaufmanns", Ansehen und Achtung der Firma Voraussetzung für deren geschäftliche Er
den: Wiederaufbau seiner Wirtschaft rechnen, das geachtet und angesehen im Kreise der Nationen seine völkischen Lrbensbelange vertritt.
So gesehen, bedeutet Lausanne einen schweren
folge waren, genau so kann nur das Volk mit I Mißerfolg und wir können Herrn von Papen
heute bereits sagen, daß wir ihm für die Durchs führung seiner Aufgabe keine Entlastung erteilen können.
Nach diesen grundsätzlichen Bemerkungen ses noch auf einige Einzelheiten eingegangen.
Der letzte Tag scheint in Lausanne in einem allgemeinen Trubel ausgegangen zu sein. Wenn beim Tauziehen die eine Mannschaft das Tau über den toten Punkt bekommt, fällt die anders Mannschaft durcheinander und der Sieger läuft mit dem Tauende davon. So ähnlich scheint es in Lausanne gegangen zu sein. Als Herriot ant Donnerstag gegenüber den deutschen Forderungen erklärte: „Ich will nicht", war der tote Punkt
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Lausanne, 9. Juli. Der Vertrag von Lau-: sänne ist Sonnabend vormittag von sämt^ lichen beteiligten Mächten in einer feiers lichen Schlußsitzung unterzeichnet wordene
überschritten und die deutsche Delegation geriet endgültig ins Rutschen. MacDonald legte sich beruhigt und erschöpft ins Bett und im Lager der französischen und englischen Delegation brach ein derartiger Siegestaumel aus, daß Chamberlain angesichts der vielen geleerten Weinflaschen fragte: „Ist hier denn die Hochzeit von Kanaan?"
Wir wollen dieses Bild aufgreifen und ergänzen. Aus den Tränen verzweifelter deutscher Mütter, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder nähren sollen, entsteht der Wein für Frankreichs Schlemmergelüste.
Wir werden auch die neueingegangenen Ver«. pflichtungen nicht erfüllen können, denn wir müssen sowieso jährlich noch 300 Millionen Mark neben einer Milliarden-Zinsenlast an das Aus-! land abführen und wir sehen in den neu getroffenen Abmachungen keine Sicherheit für die Schaffung einer Lebensgrundlage unseres Volkes.
Die ganze Unwahrhaftigkeit dieser Abmachung kommt in der Tatsache zum Ausdruck, daß allein Deutschland, an dessen Zusammenbruch die ganzs europäische Wirtschaft leidet, neue Milliarden „zum wirtschaftlichen Wiederaufbau der Welt"
TsnnIsA, LZSS1 10. »lull, 11.20 OKI*
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