Ausgabe 
(8.7.1932) Nr. 146
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Verkrgsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nat »nalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen- «18. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: itag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 258 78.

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München, .7. Juli.

Bei Gewitter und Sturm, wie es das bayrische Borgebirge seit langem nicht mehr erlebte sprach gestern abend der Führer Adolf Hitler vor 10000 Menschen in dem malerischen Gebirgs- städtchen Bad Toelz. Unbekümmert um Regen und Wind war die Masse der wartenden Volks­genossen nicht zu bewegen, sich in schützende Säle zu verteilen. So zieht die SA. in triefender Nässe im Braunhemd und Lederhosen mit Musik im Freien auf. Von einem hohen Rednerturm herab spricht der Führer zu den Seinen, wäh­rend hinter ihm der Himmel in flackerndem Licht aufleuchtet.

Noch einmal schildert der Führer die gewaltige Entwicklung der Bewegung. 10 Jahre find vergangen, daß er zum letztenmal an diesem Ort vor einigen Hundert gesprochen, und heute find es Millionen, die hinter ihm stehen im Kampf für die Götze des Vaterlandes, für die Größe der Nation, für Freiheit und Brot, für unser Volk.

Ausbauend aus der eigenen Kraft hat die Be­wegung begonnen. Und aus der Kraft, die allerdings einiger Voraussetzungen für das Wirk­samwerden bedurfte und bedarf: An sich selbst zu glauben und sich zu erlösen im Kampf von Klasse

gegen Klaffe, von Städtern gegen Bauern, von Arbeitern gegen Intellektuelle.

Wir müssen uns in erster Linie wieder als Deutsche fühlen, nicht als Bauern, Arbeiter, Katholiken, Protestanten, Preußen oder Bayern. Unser gemeinsames Schicksal hält uns zusammen. Entweder wir lernen, dieses gemeinsam zu mei­stern, oder es wird uns meistern. Es ist der Kampf um die Seele des deutschen Volkes, den wir führen.

Wir glauben nicht an ein Paradies, aber wir glauben an einen Staat und ein Reich, das dem fleißigen deutschen Menschen ein Vaterland sein wird.

Sorgen Sie dafür, so schloß der Führer, daß der 31. Juli vielleicht zum Wendepunkt -er deut­schen Geschichte wird, daß dieser Tag vielleicht der Tag wird, da die Fahne des Dritten Reiches emporsteigt, für ein Reich der Grütze, der Frei­heit und der Herrlichkeit.

Mit dem Gelöbnis zu Deutschland und mit dem Deutschlandlied schlotz diese nächtliche Kund­gebung, während der Führer, vom Regen durch­näßt, mit seinem Wagen in die Dunkelheit hin- einbrauste, den ruhigen und als so schwarz be­kannten Jsarwinkel in einem Sturm der Begei­sterung zurücklassend.

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Wuppertal, 6. Juli. Erst heute erfahren wir von einem weiteren viehischen Mord an dem 18jährigen Herbert Howahrde.

Durch die Verkettung unglückseliger Umstände können wir erst heute über diese gemeine Mord­tat der Moskauer Mordbanden berichten.

Der Hitlerjunge Herbert Howahrde

kam am Sonnabend, 18. Juni, mit Verletzungen im Gesicht nach Hanse. Seiner Mutter, die ihn zur Rede stellte, sagte er, datz er eine kleine Balgerei gehabt hätte. Nichts erwähnte er von seinen Schmerzen, erst als die Mutter feststellte, datz sein Zustand schlimm sein müsse, wurde ein Arzt gerufen, der seine sofortige Ueberführung in das Krankenhaus anordnete.

Aber alle ärztliche Kunst war vergeblich, bereits am Monu-g starb Herbert Howahrde an den Fol­ge» eines Bauchstiches, den er erhalten hatte.

Zu dem Borfall erfahren wir, -atz Herbert Howahrde ohne jeden Grund in der Paradestratze durch eine Horde kommunistischer Mordgesellen Übersoll«» und zu Boden geschlagen wurde. In bestialischer Weise traten dann diese Mörder auf den am Bode» liegenden Hitlerjungen ein. An

den Folgen dieser Tritte mutzte er sein Leben lassen. '

Prärie Kriegerwitwe verlor ihren einzigen lyahrigen Sohn und die deutsche Freiheitsbe- «rgung einen ihrer Besten, dessen Name auf ewig m die Lifte derer eingemeißelt ist, die ihr Leben str Deutschland und im Glauben an seine Auf­erstehung opserte».

Sokvvoi'vsnIstLlsn 8^,-IVIsnn in Li-kunt

Erfurt, 7. Juli. In der Nacht zu» Donnerstag wurden drei Nationalsozialist«: aus dem Heimwege von einem noch nich ermittelten Motorradfahrer angeschossen der in rasendem Tempo davonfuhr. Eine der Uebcrfallenen wurde schwer verletze Zwei der Nationalsozialisten waren in Uni form.

Kommune sokioM ^oiiListvn nivösn

Schwerin, 7. Juli. Donnerstag vormitta kam es vor dem Arbeitsamt Schwerin z Zusammenrottungen von Kommunisten. Al die städtische Polizei versuchte, die Meng anseinanderzubringen, schlugen die Kommn nisten auf einen Beamten ein und schösse einen zweiten Beamten nieder. Der Be amte wurde lebensgefährlich verletzt.

Mo poio IVSonllpssi nssl lldvn Köln

Reichsbanner und Rotsront Schulter an Schulte

Köln, 7. Juli. In der vergangenen Nach kam es an mehreren Stellen der Stadt wieder holt zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten I Reichsbanner und Nationalsozialisten. Die über all in starken Gruppen auftretenden vereinte, Marxisten überfielen kleinere Trupps und einzel, gehende SA.- und SS.-Leute und richteten sie mi <Kieü- und Stichwaffen -um Teil jurchtbar zu

In Köln-Nippes wurde ein nationalsozialistisches Lokal von Kommunisten demoliert, wobei einige Parteigenossen durch Revolverschüsse verletzt wur­den. Die Polizei erschien, als die rote Mord­bande bereits das Feld geräumt hatte und Werte 13 Nationalsozialisten. (!)

Auch auf dem Ehrenfeld-Gürtel tobte die Kom­mune wieder einmal ihre Mordlust aus. Aus einem kommunistischen Agitationslokal wurde ein vorübergehender Trupp von Nationalsozialisten beschossen, und bevor sich diese zur Wehr setzen konnten, wälzten sich sechs Parteigenossen in ihrem Blute. Auch hier waren, als die Polizei erschien, die Kommunisten verschwunden unter Zurücklassung zahlreicher Schlagwerkzeuge, Messer und Revolver.

Den ganzen Abend über durchzogen Rotmord­trupps die Straßen Kölns und provozierten das Publikum, wobei jeder als Nationalsozialist Ver­dächtige in brutalster Weise zusammengeschlagen wurde. Die Polizei war in den meisten Fällen machtlos und als sie mit einem stärkeren Auf­gebot gegen eine starke Zusammenrottung von Marxisten und Reichsbanner im Zentrum der Stadt einschreiten wollte, wurde sie mit einem Stcinbombardemcnt empfangen. Der Führer des Polizeikommandos ließ einige Schreckschüsse ab­feuern, woraufhin das feige Gesinde! die Flucht ergriff. Dennoch gelang es der Polizei, etwa 30 Marxisten festzunehmen, die ebenfalls zum Teil noch im Besitz von Massen aller Art waren.

L.snöki'ioösnsdpseksp soll öss System nsllsn!

Darmstadt, 7. Juli.

Die hessische schwarz-rote Leuschnerregierung, die schon seit einem halben Jahr nur noch geschästs- sührcnd im Amte ist und deren Minderheit im Landtag nach den neuen Hessenwahlen noch mehr zusammengeschmolzen ist, hat den Kommunisten Hainmann für die Dauer der heute beginnenden Landtagssitzung aus der Strafhast beurlaubt, ob- 1

wohl er wegen Landfriedensbruchs und ösfenk lichen Aufruhrs zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Der Zweck der Beurlau­bung ist, eine Rechtsmehrheit und damit die Bil­dung einer verfassungsmäßigen Regierung in Hessen zu verhindern.

Im hessischen Landtag haben NationalsoziaN-! sten, Deutschnationale und Nationale Einheits­liste bekanntlich 35 von 70 Mandaten inne (da­von allein 32 Nationalsozialisten). Beim Fehlen des kommunistischen Abgeordneten Hammann könnte ihnen die Linke also nur 34 Mandate entgegenstellen und die Regierungsbildung wäre damit gesichert.

Wir haben also das bezeichnende Bild, daß Zentrum und Sozialdemokratie sich aus einen kommunistischen Sträsling stützen, um ihre ver­fassungswidrige Minderheitsregierung fortsetzen zu können.

Die Einheitsfront der schwarzen Separatisten mit den bolschewistischen Mordbuben und Gottes» leugnern ist damit wieder einmal offenkundig!

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Steuerzahlung in Naturalien

Oldenburg. Das Oldenburgische Staats­ministerium hat für den Landesteil Oldenburg eine Verordnung herausgegeben, durch die ein«! Bestimmung getroffen wird, datz der am 1. Okto­ber 1932 fällig werdende Anteil der staatliche» Hauszinssteuer teilweise erlassen wird, wenn der Hausbesitzer nachweist, datz er in der Zeit vom 10. Juli bis 14. September Repara­turen oder Verbesserungen an seinem Hause vor­genommen hat. Die Verordnung trifft die weitere Bestimmung, daß rückständige Steuer- beträge der Grund- und Gebäudesteucr, soweit sie vor dein 1. Oktober 1931 fällig geworden waren, in Naturalien bezahlt werden können. Die Be­träge, die in Naturalien einlaufen, sollen zu« Förderung des Arbeitsdienstes Verwendung sin« den oder aber für die Unterstützung von Wohl« > sahrtserwerbslosen verwandt werden.

IVisnxIslIseks Sksnrislv in Si-sunsokwvig

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Hochschulrektor alsVertrauet

Berlin, 7. Juli. Die von dem national­sozialistischen Innenminister des Landes Braunschweig, Pg. Klagges, seinerzeit verfügte fristlose Amtsenthebung des Rek­tors der Braunschweigcr Technischen Hoch­schule Professor Schmiß hat bekanntlich in der gesamten Linkspresse zu. einer wüsten Hetze gegen den braunschweigischen Innen­minister geführt. In einer Kundgebung der NSDAP in Varsfelde gab Pg. Klagges einige höchst interessante Erläuterungen über die Beweggründe, die ihn zu seinem energi­schen Vorgehen gegen den sauberen Leiter der Technischen Hochschule veranlaßten. Da­nach hat Professor Schmitz einer Reichsstelle gegenüber erklärt, daß er

sich als Vertrauensmann der russischen Regierung fühle

und als solcher sich für verpflichtet gehalten habe, der russischen Regierung davon Mit­teilung zu machen, daß eine deutsche Firma, an der die deutsche Regierung finanziell interessiert sei, gegenüber Rußland sich einer Bertragswidrigkeit schuldig gemacht habe, für die eine Konventionalstrafe von 3,8 Mil­lionen Mark fällig sei« Professor Schmitz habe auf diese Mitteilung verzichten wollen, wenn ein Freund von ihm, der bei dieser Firma als Direktor entlassen worden war.

Smann der Sowjet-Regierung"

wieder eingestellt würde oder eine GeldenS schädigung erhielte. Ferner habe Professor Schmitz einem Winkelschriststeller in Berliw Abschriften von amtlichen Schriftstücken zur? Kenntnis gebracht, um die Personalpolitil des braunschweigischen Volksbildungsmir i-t sters, besonders eine beabsichtigte Ernennung des bekannten Gelehrten Professor Kriech (Frankfurt) zu hintertreiben.

Im weiteren Verlauf der Versammlung kam Pg. Klagges auf den zweiten Skandal in der braunschweigischen Verwaltung, näm-, lich das unglaubliche Verhalten des aus dep Marxistenzeit stammenden Staatsbankpräsh« deuten Dr. Stybben zu sprechen und bo» merkte dazu, daß Stybben nach der einfacher« MethodeGeringe Zinsen geben und höh«! Zinsen nehmen" gewirtschaftet habe. Deij Staatsbankpräsideü habe es verstanden, im Laufe der Jahre sein Einkommen von 20000 RM. aus 100 008 RM. jähr­lich zu erhöhen.

Dr. Stybben sei von der nationalen braun-i schweigischen Regierung zur Rechenschaft gö4 zogen worden, und außerdem sei gegen ihch eine Schadenersatzklage eingeleitet. Es bs-i stehe Aussicht, daß der braunschweigische! Staat wenigstens wieder zu einem Teil seines .Geldes kommen werde.