Ausgabe 
(7.7.1932) Nr. 145
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

klnrvlpnsls 1S I^fsnnig

Sonntag marscnisren:

10000 SK.-l.euts clurck Sremen!

Sremer flaggt u.marsckiert mit!

Berlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung; hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile RM0.1O

Nationalsozialistische Zeitung. Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen- durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im auswärts RM 0.12, im Textteil RM 0.50, auswärts RM. 0.70

straße 15. Redaktion Langenstr.48. Sprechstunden der Redaktion: Vorauszahlbar.BeiBetriebsstörung.Streik,Verbot. Aussperrung Stellengesuche RM0.06. Sonstige kleine Anzeigen RM. 0.08

Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 258 78. usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit.

l- _Z

^spvn um?

ktiokl «,1p, «onüspn ^psnkpslak MÜM« in liio liVivlion-

suidsukssss rsklon

Die Lausanner Konferenz ist seit Tagen er seinem Freunde Herriot solange auf der

auf ein totes Gleis geraten, und wenn doch noch ein Ergebnis herauskommen sollte, so steht zu befürchten, daß es aus Kosten Deutschlands erzielt wird. Die Regierung Papen ist mit der klaren und eindeutigen Forderung nach Lausanne gegangen: Deutschland zahlt unter keine« Umständen einen Pfennig Tribute mehr!

In der mit vielem Geschick aufgezogenen internationalen Verhandlungstaktik und in der bei solchen Verharrdlungen üblichen At­mosphäre' scheint diese deutsche Forderung eingenebelt zu sein und es ist an der Zeit, wieder darauf hinzuweisen, daß jede Re­gierung vom deutschen Volk hinweggefegt wird, die aus Lausanne einen irgendwie gearteten und umschleierten neuen Tribut­plan mit nach Hause bringt. Wir haben 6 Millionen Arbeitslose und das übrige Volk ringt um sein Existenzminimum und wir müssen bereits jährlich 875 Millionen Gold­mark nur für die Zinsen derjenigen Beträge bezahlen, dix wir geborgt haben, um den Dawes- und Aoungplan bezahlen zu kön­nen. Es steht in Deutschland also keine einzige Mark -zur Verfügung, um Frank­reich seine ungeheuren Rüstungskosten ge­gen Deutschland zu bezahlen.

Man hat in Lausanne, wie immer bei sol­chen Gelegenheiten, eine neue Kasse erfun­den, benannt: Wiederaufbaukasse Europas, in die Deutschland einige Milliarden ein­zahlen soll. Unverständlicherweise scheint sich die deutsche Regierung bereiterklärt zu ha­ben, derartige Zahlungen zu leisten, ohne daß sich die übrigen Staaten gleichfalls ver­pflichten, solche Beträge auszubringen und ohne daß die Verwaltung dieser Kasse wirk­lich unabhängig und paritätisch sicherge­stellt ist.

Der Wiederaufbau Europas durch eine solche Kasse kann nur so erfolgen, daß samtlrche Oelder Deutschland zur Verfügung gestellt werden, nicht aber, daß Deutsch­land, d. h. das hungernde Volk mit 6 Mil­lionen Arbeitslosen, weitere Beträge in In diesem Sinne ist Deutschland Europa, denn ohne ein ge­sundes und kauskrästiges Deutschland kann Europa nicht gesunden.

Es heißt also die Tatsache auf den Kopf stellen, wenn man von einer Wiedergesun- dung Europas spricht und damit eine wei­tere Knebelung Deutschlands meint. Wir erwarten auf das bestimmteste von der Re­gierung Papen, daß sie mit aller Klarheit diese weltwirtschaftlichen, ganz Europa an­gehenden Tatsachen zum Ausdruck bringt und sich nicht auf einen Schwindel einläßt, der neues Elend und neuen Hunger über Deutschland bringt. Von diesem Stand­punkt aus gesehen, können wir abwarten und die Lausanner Konferenz scheitern las­sen, wenn Frankreich nicht gesonnen ist, nachzugeben. Taktisch sind wir in der gün- strgen Situation, daß sowohl der englische Premierminister MacDonald wie auch Gran- di srch so für einen erfolgreichen Verlauf der Lausanner Konferenz exponiert haben, ^ern Scheitern ihre Position, besonders die MacDonalds, auf das schwerste erschüt­tern würde. England ist mitschuldig an dem Elend in Deutschland und so können wir von MacDonald durchaus verlangen, daß

Seele kniet, bis dieser Marxist sich dazu bereit erklärt, der deutschen Arbeiterschaft wieder die Voraussetzungen für Arbeit und Brot freizugeben..

Wir betonen also noch einmal mit aller Entschiedenheit, daß für uns keinerlei Tri­butzahlungen in noch so versteckter Form in Frage kommen. Wir haben Verständnis dafür, daß man gemeinsam an den Wie­deraufbau Europas geht und wir könnten uns auch vorstellen, daß eine Wiederaufbau- kasse hierbei gute Dienste leisten könnte. Zahlungen in diese Wiederanfbaukassc müs­sen aber die Staaten leisten, die die euro­päische Wirtschaft zerschlagen haben. Also nicht wir, sondern in erster Linie Frank­reich.

Die letzten Nachrichten aus Lausanne scheinen allerdings das Gegenteil dieser selbstverständlichen Forderung zu bedeuten. Wenn auch eine gewisse Uebereinstimmung der übrigen Mächte gegen Frankreich zu verzeichnen ist, so liegt dieser Uebereinstim­mung doch ein Angebot Papens zugrunde, dem wir mit schärfstem Mißtrauen gegen­überstehen. Wir haben bereits gestern das Zahlenmaterial hierüber veröffentlicht und wir müssen heute Herrn von Papen sagen, daß es ein Trugschluß ist, zu glauben, die unser Volk in der Welt ächtende Kriegs­schuldlüge für einige hundert Millionen von Frankreich abkaufen zu können.

Ehre und Freiheit einer Nation sind Begriffe, die keinen Börsenwert haben, sondern die den Lebenswillen der Nation und ihre absolute Ent­schlossenheit gegenüber allen Angriffen auf die Lebensgrundlage des .Volkes zur .Voraussetzung

haben. Neberdles hat gestern Herriot dieses deut­sche Angebot abgelehnt, das auch eine Gleichbe­rechtigung Deutschlands in der Abrüstungsfrage fordert. Damit find die Verhandlungen in Lau­sanne auf einem toten Punkt angekommen und Herr von Papen wird sich darüber klar sein müssen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamt­heit nicht gewillt ist, ihm auf seinen außenpoliti­schen Wegen zu folgen, wenn auch Herr von Pa­pen trotz allerNeins" neue Lasten mit nach Hause bringt.

Herriot hat zu seinem gestrigen 60. Geburts­tage von unbekannter Seite einen 5-Milliarden- Schein aus der Inflationszeit erhalten. Das ist ein Scherz, aber ein Scherz, hinter dem die bit­tere Wahrheit steht, daß in Deutschland kein Pfennig mehr zur Verfügung steht, um Tribut­experimente damit zu bezahlen. Auf diesen 5-Milliarden-Schein sollte Herr von Papen Bezug nehmen und wenn nichts anderes hilft, seine Kof­fer packen. Nur für eine solche Handlung wird das deutsche Volk Verständnis haben. 'art.

Lisgsn vnsuns Vspisumkiungsn

Berlin, 6. Juli. Der Geschäftsordnungsaus­schutz des Preußischen Landtages beschäftigte sich am Mittwoch mit einer Reihe von Anträgen auf Aufhebung der Immunität von Abgeordneten. Dem Ausschuß lag ein Antrag des Rechtsanwalts Frank 2, München vor, auf Genehmigung zur Durchführung einer Privatklage und zur Straf­verfolgung des Abg. Dr. h. c. Braun wegen übler Nachrede und Beleidigung Adolf Hitlers. Es handelt sich hierbei um Vorwürfe, die von Braun anläßlich der Lauenburger Ausführungen des Führers erhoben worden sind. Mit den Stim­men der Nationalsozialisten, des Zentrums und der Deutschnationaleu beschloß der Ausschuß, dem Landtag die Aufhebung der Immunität des Mini­sterpräsidenten Braun vorzuschlagen.

Außerdem beschloß der Ausschuß entsprechend einem nationalsozialistischen Antrag, die Einset­zung eines Saar-Ausschusses und eines Aus- schusses für die Forstwirtschaft.

der hemmungslose Bolksdemagoge der Bremer SPD. wiegelte im Castno die von ihm betrogenj Arbeiterschaft gegen uns auf, um sich sür die nächsten 4 Jahre als M. d. R. eine sichere Rente zu verschaffen. SeinenGeist" bezieht er auf Flaschen, die er sür besondereVerdienste" von einem Bremer Großindustriellen alljährlich bekommt.

Lnllspvlss

^oktsuseksnlum

Gauleiter Josef Grohö, MdL.

In der sicheren Vorahnung seiner bevorstehen-, den Vernichtung greift der Marxismus zu den letzten, verzweifelten Kampfmethoden! Mehr denn je wird in diesem Wahlkampf die Lüge seine einzige Waffe. Täglich werden seine Presseorgans im ganzen Reich neue riesige Schlammflu­ten der Lüge und Verleumdung über den Nationalsozialismus ausspeien.

Aber wir sind gerüstet. Dreizehn Jahre hat die SPD. den Massenbetrug zum Herrschaftsprinzip gemacht. Jetzt ist Schluß! Die Entlarvung der roten Lügenfronde ist in vollem Gange, die innere Unwahrhastigkeit ihrerOpposition" wird mehr und mehr erkannt! Unser großer Auf- klärungsfeldzug gegen das gefährliche rote Roßtäuschertum ist auf der ganzen Linie ent­brannt! Hier einige Anregungen und Hinweise:

Täglich brüllt die rote Judenpresse ins LanK hinaus:

Nieder mit der Papen-Regierung!"

Vor rund zwei Jahren schrie dieselbe SPD.;

Nieder mit dem Briining-Kabinett!"

Damals war der Reichstag aufgelöst und Neu­wahl ausgeschrieben.

Die Sozialdemokraten sagten der 14. Septem­ber müsse den Sturz des Kabinetts Brüning bringen, weil diese Regierung diereaktionärste sei, die jemals existiert habe." Als die Wahl be­endet war unterschlug die SPD. ihre Wahlpa­role und bekannte sich offen zu Brüning und! seiner Regierung. Die Wahl am 14. September l930 brachte Brüning nicht zu Fall, weil die SPD. sich schützend vor ihn stellte. Und als Brü­ning Notverordnungen erließ, die alles Dage­wesene an sozialer Ungerechtigkeit und politischer Entrechtung in den Schatten stellten, als er die 50-Pfennig-Krankenscheins eingeführt hatte, den Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebcnen die Renten kürzte, die Gehälter und Löhne gesenkl und die Arbeitslosigkeit ins Uferlose trieb, da war die SPD. damit einverstanden und verhin­derte immer wieder die Aushebung dieser skan­dalösen Notverordnungen durch den Reichstag.

Die jetzige Papen-Regierung hat die Politische Notverordnungs-Maschinerie zum Teil wieder auf­gehoben. Die wirtschaftliche Notver­ordnung des Papen-Kabinetts entstammte der Vorarbeit und dem Gedankengut der verflosse­nen Brüning-Regierung, und die SPD. war die Hauptstütze des Brüning-Kabinetts-

Die Opposition der SPD. treibt also ein un­ehrliches, verlogenes Spiel.

Es ist damit zu rechnen, daß die SPD. nach dem 31. Juli, also nach der Neuwahl zmq Reichstag, genau wieder so Verfahren wird, wie nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930,

Aus diesem Gedankengang ergibt sich mit zwin, gender Logik das Folgende:

Die endgültige Befreiung von der Notverord­nungspolitik, die große Umwälzung der Dinge, den Sturz Papens, kann nur der Machtwille deg Nationalsozialismus bringen.

Die SPD. wird also jetzt genau so schwin­deln wie vor zwei Jahren, und sie wird demnächst genau so bereit sein, Papen zu tolerieren, wie sie zwei Jahre lang Brüning tolerierte.

Dieses niederträchtige Spiel werden wir dies« mal zn hintertreiben wissen!

Auch die Kommunistische Partei b« geht diesen Volksbetrug. Seit Jahren beschimpft sie das Braun-Severing-Regime, um jetzt im neu« gewählten Preußen-Landtag den Sturz dieses Ne4 gimes zu verhindern. SckilieLIüü bat die '