Ausgabe 
(6.7.1932) Nr. 144
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

^inLvIpnsis 1S ^ksnnig

WWLll. k. M M2 * WIMM W

Unsers Parole:

Iscler wirbt sinen ttsusn Serisksr kür ciis S. dl. 2.

ViLEMKMMMUWeßckÄMD

kßerlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen- straße 15. Redattion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis lS Uhr. — Fernspr.Domsh.S58 78.

Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, durch die Post zuzügl. 30 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Voraus Zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot. Aussperrung usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr.

Anzeigenberechnung: hiesige die 10 gespaltene mm-Zeile RM0.1K auswärts RM0.12, im Textteil RM0.S0, auswärts RM. 0.70 Stellengesuche RM 0.06. Sonstige kleine Anzeigen RM. 0.08 Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.

§

,,^s wai* vonkei* sokon alles ilx unrl ientlg "

Llvllt üiv sorislrlsmoknatiselisn I-ügnsi»!

Kölü» 5. Juli. Auf einer Zentrumskund--, gebung hat der Reichskanzler a. D. Heinrich l vrüning, den das Volk einst „Hungerkanz­ler" taufte, eine Rede gehalten. Der Rechen­schaftsbericht, den Brüning vom Stapel ließ, war eine einzige Bankrotterklärung. Herr Brüning kam nicht dazu, wirklich positive Gedanken zu entwickeln, die als Entschul­digung für feine Elendspolitik hätten gelten können. Im Gegenteil, auf seine alten Ver­sprechungen, die sich stets ins Gegenteil ge­kehrt haben, ging er nicht ein. Dazu hatte er allen Grund. Er hielt es lieber mit einer leeren Redensart: „Ich war dicht davor, es besser zu machen, als es alle meine Partei­genossen in den 12 Jahren vor mir leider gemacht haben" . . .

Worte sind billig. Er fand es notwendiger, nach der Ankündigung, daß es ihm fernliege, gegen die heutige Neichsregierung zu pole­misieren, billige Agitationsmätzchen imStile eines dörflichen Nersammlungsredners gegen diese Regierung weniger Wochen aufzufah­ren. Einer Regierung, die von einem Manne geführt wird

der vor zwei Monaten noch Landtags- abgcordnetcr der Partei des Herrn Brüning war!

Es verdient jedoch festgehalten zu werden, wie der Kanzler a. D. sich dieser Aufgabe entledigte. Das Zentrum wäre stets bereit gewesen, mit der Rechten zu regieren, so­wohl 1930 im Reich, wie 1932 in Preußen! Diese ungeheuerliche Verdrehung der Wahr­heit, wagt der Mann zu sagen, der es 1930 war,

der systematisch den überwiegenden natio­nalen Volksteil in die Opposition trieb, vor der er die Sozialdemokratie, wie er ausführte, bewahren wollte! Dessen Par­tei mit den marxistischen Volksfeinden noch »n der letzten Sitzung des alten Landtags jsncn verbrecherischen Kuhhandel vollzog, der die Wahl eines nationalsozialistischen Ministerpräsidenten im neuen Landtag un­möglich machte. Jene. Zentrums-Partci, die sich noch vor Wochen ausdrücklich wei­gerte, der NSDAP als überragend stärk­ste Partei die Rcgierungsposten zuzuge­stehen, die sie all die Jahre hindurch der viel kleineren Sozialdemokratie einräumte!

Zum Schluß aber sind wir Herrn Brüning für sein Kölner Gastspiel aufrichtig dankbar. Herr Brüning bezeichnete die Notverordnung der neuen Reichsregierung mit all ihren Härten und neuen Abzügen bei den Aermsten unserer Volksgenossen als sein Werk und strafte damit all seine Parteifreunde Lügen, die da jeden Tag behaupten, die bisherige schwarz-rote Herrschaft habe mit ihr nichts zu tun. Herr Brüning erklärte:

„Die neue Reichsregierung hatte es furcht­bar leicht, ihre Notverordnung so schnell und schlagartig herauszubringen, nachdem w,r vorher schon alles fix und fertig ge­macht hatten!"

Das ist ein Eingeständnis, das uns im Wahlkampf gute Dienste leisten wird. Reichs­kanzler a. D. Brüning, den die Sozialdemo- kraten jahrelang tolerierten, obgleich durch ihn erst der Lohn- und Unterstützungsraub eingeleitet wurde, rückt von den Lügen der sozialdemokratischen Presse ab und hat sich

als Urheber der Papen-Notverordnung be­kannt_

Was wird jetzt die „Volkszeitung" dazu sagen? Sozialdemokratische Arbeiter! Glaubt nicht mehr an die Lügen gegen den Natio­nalsozialismus! Wir wollen nicht Brüning, wir wollen nicht Papen undBraun-Severing — wir wollen Adolf Hitler!

Einigung in Susanns?

Neue Besprechung v. Papen mit MacDonald

Lausanne, 5. Juli. Reichskanzler v. Papen, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath' und Reichssinanzminister Graf Schwerin- Krosigk wurden Dienstag nachmittag, kurz vor 16 Uhr, zu MacDonald gebeten.

Es verdichtet sich der Eindruck, daß jetzt aus englischer und französischer Seite der deutschen Abordnung Zugeständnisse auf dem Gebiete der Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung in der Abrüstungsfrage und eine allgemeine Beseitigung der Kriegs- schuldbestimmungen des Versailler Vertra­ges sowie Wiederherstellung der Autonomie der Reichsbahn und der Neichsbank durch Beseitigung der einschränkenden Bestimmun­gen des Uoung-Planes gemacht werden, um gewisse Zugeständnisse von deutscher Seite in der Höhe der deutschen Abschlußzahlungen zu erreichen.

In den Besprechungen zwischen den deut­schen und englischen Ministern ist eine grund­sätzliche Einigung über eine Regelung der Tributfrage bei der Grundlage des Layton- Berichts zustandegekommen. Diese Ueber­

einstimmung sieht in se.nem finanziellen Teil nunmehr folgendermaßen aus:

Die Abschlußzahlung Deutschlands beträgt 2,6 Milliarden. Die ursprünglich vorgesehene dreijährige Moratoriumsfrist fällt weg. Deutschland übergibt der Baseler BJZ als Treuhänder sogleich einen ersten Teil der Gesamtsumme in Höhe von 1,6 Milliarden, die in 5o/gigen Bonds zu einem Ausgabekurs von 90 v. H. ausgegeben werden. Die rest­liche eine Milliarde wird zu einem Kurs von 95 v. H. ausgegeben und soll nur dann aus dem iitternationalen Kapitalmarkt un­tergebracht werden, wenn der erste Teil der Bonds in Höhe von 1,6 Milliarden vollstän­dig untergebracht ist. Sollte innerhalb einer Frist von zehn Jahren die vollständige Unterbringung der gesamten Bonds in Höhe von 2,6 Milliarden nicht möglich sein, so wird der verbliebene Rest gestrichen.

Die Verhandlungen zwischen MacDonald und Herriot erfolgten auf einer Grundlage dieses gemeinsamen deutsch-englischen Ueber- einkommens.

^in 8^.-I^snn in vpmonrisl

Frankfurt a. M., 5 .Juli. Nach einem Pro- pagandamarsch der Frankfurter SA. kam es an verschiedenen Stadtteilen zu roten Mord- überfällen.

Auf der Langestraße wurden die SA.- Kameraden Friedrich und Hans Handwerk aus dem Hinterhalt angeschossen und schwer verletzt. Sie wurden in das Heiligkreuz- Krankenhaus eingeliefert. Der eine hatte einen Kopsschuß erhalten. Die Kopfver­letzung ist sehr bedenklich und es ist fraglich, ob der Schwerverletzte am Leben bleiben kann.

der im 20. Lebensjahr steht, im Kranken­haus verstorben.

Wir werden auch für seinen Tod Rechen­schaft fordern, an dein Tage, wo Freiheits­fahnen über Deutschland wehen.

Viertes Todesopfer in Essen Essen, 5. Juli. Der Arbeiter Heinrich Stein­weg aus Dortmund-Brakel, der bei den Angriffen auf die Polizei am Sonntag durch einen Hals- steckschuß verletzt wurde, ist Dienstag früh im Eli­sabeth-Krankenhaus seiner Verletzung erlegen.

Dazu erfahren wir von Augenzeugen, daß tue Polrzer sehr Wohl in der Lage gewesen wäre, sich des Täters zu bemächtigen. Sie zog es aber vor, unsere verwundeten Kamo- raden aufWaffen zu durchsuchen.Inzwischen war der Mörder natürlich geflüchtet.

Inzwischen ist.unser Kamerab Handwerk

Xommunistiseksi' UedsnfsII in kueiwigsAsIsn

Ludwigshasen, 5. Juli. Am Dienstag abend veranstalteten die Nationalsozialisten einen Auf­marsch durch die Straßen der Stadt. Dabei kam es im Stadtteil Nord zwischen Kommunisten und Zugteilnehmern zu einer Sckläaerei. bei der es

mehrere Verletzte gab. Die Nationalsozialistei, rissen von Gartenumzäunungen Latten ab, um sich damit zu wehren. Aus einem Hause wurden Schüsse abgegeben. An einer anderen Stelle wur, den die Zugteilnehmer von politischen Gegnern mit Steinen beworfen.

Kommune sokiokt aus « ^olixoi

Göttingen, 5. Juli. Bon dem Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbund, vom Reichsbanner und der KPD. wurde hier mit polizeilicher Ge­nehmigung ein gemeinsamer geschlossener Umzug durch die Stadt veranstaltet. Dabei kam es zu Schlägereien, wobei, wie die Polizei berichte^ Studenten, Angehörige der NSDAP., und Po­lizeibeamte von den Kommunisten angegriffen unH verletzt wurden. Als Polizeibeamte einigen dort Kommunisten überfallenen Nationalsozialisten zur Hilfe eilten, wurden auch sie angegriffen und ge­schlagen, so daß sie durch andere Beamte aus ihrest gefährlichen Lage befreit werden mußten. Von! den Kommunisten wurden mehrere Schüsse auf bis Beamten abgegeben. Drei Polizeibeamte trugeH erhebliche Verletzungen davon.

2msssnkung Lüp üoutsokS Kr'sMto

London, 5. Juli. Nach dem Abschluß ders Lv./->::cr Stillhalteverhandlungen amj Dienstag nachmittag wurde eine Verlaut^ barung ausgegeben in der es u. a. heißtl

Angesichts der allgemcinenGeldverbilligungs und um sie der deutschen Wirtschaft zugnti kommen zu lassen, wie auch um sichcrzustell ken, daß alle Gläubiger hinsichtlich der Zim sen gleichmäßig behandelt werden, würd« beschlossen, daß die Delegierten ihren Barn kenausschüssen die Anwendung einer niedrft geren Zinsskala für deutsche Kredite vovi schlagen sotten.

Die Berichte über Umwandlungen kurz», fristiger Schulden in langfristige Anlägest gemäß den Bestimmungen des Abkommens ergaben, daß in dieser Richtung befriedigend^ Fortschritte zu verzeichnen sind.

Huk «lei» Suviis nseK einem „Kleinen Lngsbnis"

Genf, 5. Juli. Das Büro der Abrüstung^ konferenz trat am Dienstag nachmittag zu einer ausgedehnten Sitzung zusammen. Dig Aufgabe war, einen Beschluß über die Zr» kunft der Konferenz zu fassen. Die wichtig-, sie Frage der Tagesordnung war die Fest-, setzung eines Programms für die nächste! Sitzung des Hauptausschusses. Nach drei-, stündiger Aussprache beschloß das Büro> einen Vorschlag Hendersons anzunehmen^ und den Hauptausschuß zur Aussprache dep kleineren Mächte über die Hoover-Vorschlägej auf Donnerstag einzuberufen. Auf eng-, lischen Vorschlag wurde ferner beschlossen^ daß Sir John Simon nach vorheriger Füh*, lunguahme mit anderen Abordnungen einen! Entschließungsantrag ausarbeiten soll, der; alle Punkte enthalten wird, über die bisher! Uebereinstimmung erzielt wurde. Dieses Entschließnngsantrag soll noch vor denSorn-, merferie» im Hauptausschuß beraten wer-, den, da man wenigstens mit einem kleinen! „Ergebnis" in die Ferien gehen will. Aus Einwendungen des deutschen und des rufst-, scheu Vertreters gegen den englischen Vor-, schlag wies Henderson darauf hin, daß Ab-, Ordnungen, die mit dem Text der Entschlie­ßungen nicht einverstanden seien, ja auch später im Hauptausschuß Gelegenheit hät­ten, Kritik und Aenderungsvorschläae vorzu-, bringVi-