Ausgabe 
(4.7.1932) Nr. 142
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

LinLvIpnvis 1S

MM. I. «ISN » «mmem

Unsers Parole:

Iecler wirdt einen neuen Serieller für ciis S. !>l. 2.

öiLMLMLtMMMMcksHMmß

-w Mamtütdes t>rgM öer breMr llationalsosialMM

Verlaasort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Die BNZ erscheint jeden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Haus, Anzeigenberechnung; hiesige die 10 gespaltene mnr-Zeile RM 0.10 Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen» durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im . auswärts RM 0.12, im Textteil RM 0.50, auswärts RM. 0.70 straße 15. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Vorauszahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung Stellengesuche RM 0.04. Sonstige kleine Anzeigen RM.0.08

Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 25878. usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr. Plahvorschristen ohne Verbindlichkeit.

Wisüsi* ein SH.-IVIsnn si'moi'äsl

Viis Isngs wollvn Sis noek russkon, »oni* von 6s^i?

Nächtlicher Ueberfall auf Nationalsozialisten

Essen, 3. Juli. In der Nacht zum Sonn­tag haben sich an verschiedenen Stellen der Stadt, wie von Polizeilicher Seite mitge­teilt wird, blutige Ueberfälle ereignet. So wurde gegen 22 Uhr in der Stoppenberger Straße ein Trupp von 25 Nationalsozialisten von etwa 8V Personen überfallen, wobei zahlreiche Schüsse fielen. Der Nationalso­zialist Fritz Karpinski aus Stoppenberg wurde durch zwei Schüsse tödlich verletzt. Nach den Ermittlungen der Kriminalpoli­zei handelt es sich um einen vorbereiteten -kommunistischen Uebersall auf die National­sozialisten.

Ein weiterer kommunistischer Feuerüber-- ssall auf Straßenpassanten ereignete sich jedenfalls nach polizeilichen Mitteilungen hegen 2 Uhr früh in der Schederhofstraße. Straßenpassanten, die den kommunistischen IGruß nicht erwiderten, wurden von einem ITrupp Kommunisten beschossen, wobei zwei Arbeiter schwer verletzt wurden.

Kurz nach Mitternacht fielen in der Union-- istraße mehrere Schüsse. Als ein Ueberfall- stommando eintraf, wurde es aus den Hau­siern beschossen und mit Blumentöpfen be- worfen. Die Beamten erwiderten die Schüsse. st9 Personen wurden verhaftet.

Bisher 24 Verletzte bei den Zusammenstößen in Essen

Essen, 4.' Juli. Bei den Angriffen kommu­nistischer Sportler auf Polizeiabteilungen an Essen-Bergerhausen, wobei wie gemeldet, lein Polizeibeamter tödlich verletzt wurde, Machte die Polizei mehrmals von der Schuß­waffe Gebrauch. Hierbei sind eine ganze Anzahl von Personen verletzt worden. Wie wir auf Anfrage erfahren, wurden vierund- Awanzig Verletzte in das Elisabeth-Kranken­haus eingeliefert. Von diesen konnten zwei wach Anlegung von Verbänden entlassen werden. Von den übrigen 22 sind eine An­zahl schwer verletzt, darunter einige sehr schwer. Ob es sich bei den Verletzten aus­schließlich um kommunistische Sportler han­delt, ist noch nicht genau festgestellt worden.

Sotmonil im gsnrsn Ssiek

8 SA-Leute verletzt Kommune Polizei

, Berlin, 3. Juli. Während der Sonntag tin Berlin bisher verhältnismäßig ruhig verlaufen ist und auch die kommunistische Lustgartenkundgebung zu keinen besonderen Zwischenfällen geführt hat, werden aus den verschiedenen Teilen des Reichs blutige Zu­sammenstöße gemeldet.

So wurden in Essen nach einer Mitteilung hes dortigen Polizeipräsidiums gelegentlich seines roten Sportfestes einige Polizeiabtei» Lungen von kommunistischen Sportlern mit Dteinen beworfen und beschossen. Dabei wurde der Polizeiwachtmeister Josef Hom- wer durch einen Kops- und Bauchschuß ge- Itötet. Dem Täter gelang es, zu entkommen. Bei der Abwehr der kommunistischen An­griffe wurden von der Polizei einige iPer- avnen verletzt. Die Veranstaltungen der ro­ten Sportler wurden sofort verboten und ver Sportplatz polizeilich abgeriegelt.

! Ebenfalls zu Angriffen von Kommunisten lauf Polizeibeamte kam es bei einem natio- »EöLitMiiMü UrMaMndsmarjch in Eick-

wege. Als ein Kommunist auf einen Polizei­beamten einschlug, gab dieser in der Not­wehr einen Schuß ab, der den Kommunisten in die Brust traf und seinen sofortigen Tod herbeiführte. Außerdem wurden- zwei Na­tionalsozialisten von Kommunisten verletzt,

während 'an einer anderen Stelle ein Rad­fahrer von Reichsbannerlcuten niedergeschla­gen wurde, weil man ihn für einen Na­tionalsozialisten gehalten Hatte.

In Neu-Ruppin schössen Reichsbanneran­gehörige aus SA.-Leute, wobei fünf SA.- Männer.verletzt wurden. Gleichzeitig wurde die Polizei, als sie eingreifen wollte, mit Pflastersteinen beworfen. Nachdem die Be­amten scharfe Schreckschüsse abgegeben hat­ten, floh das. Reichsbanner.

vis sesliseks rlss Volks»

wol

Der hürgerliche Rationalismus darf nicht Sieger sein"

gegen

München, 4. Juli. 5 Stunden marschierten 12000 Münchener SA- und SS-Leute durch die Straßen der Stadt, von der Bevölkerung immer wieder stürmisch begrüßt.Schonnach- mittags um 3 Uhr war das 30000 Men­schen fassende Riesenzelt in der Dachauer Straße bereits dicht gefüllt. Hitler wurde bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt, während die Musik das Deutschlandlied in­tonierte, das die Versammlung stehend sang.

Gauleitner Wagner eröffnete die Kund­gebung. Er erklärte u. a.< der heutige Tag gelte nicht nur propagandistischen Zwecken, sondern auch der Bekundung,daß in Bayerns Hauptstadt eine Kraft stehe, die imstande

t

sei, allen Versuchen, die Einheit des Reiches zu zerstören, zu trotzen.

Der Führer spricht

Darauf ergriff Hitler das Wort. Seit 1914, >o sagte er, sei keine ähnliche Bewegung durch das deutsche Volk gegangen, wie die nationalsoziali­stische. Diese Bewegung sei weniger aus der materiellen Not, als vielmehr aus der seelischen Not des Volkes erwachsen. Die bürgerliche Welt sei zu schwach gewesen, den Kampf zwischen Na­tionalismus und Sozialismus zum Austrag zu bringen. Der Nationalsozialismus habe die beiden Begriff zu einem vereint. Der bürgerliche Nationalismus dürfe nicht Sieger sein, wenn nicht

Millionen von Arbeitern aus der deutschen Vollst gemeinschast ausgeschlossen werden sollte, ebenso, wenig aber auch der Marxismus, der weder Na, tion noch Volk kenne. Sie mühten beide beseitigt werden. Ueber Bürgertum und Proletariat hint weg muffe die Einigung des Volkes erfolgen. Mit der derzeitigen Reichsregierung habe die National, sozialistische Bewegung nichts zu tun, umso mehr aber mit den Parteien, die Deutschland ins Un, glück gestürzt hätten. Die Nationalsozialistey seien Bayern treuer geblieben als die Bayerische Bolkspartei. Die Bayerische Volkspartei wollq nicht Bayern, sondern nur ihre eigene Partei, existcnz retten. Die nationalsozialistische Bewe, gung habe heute schon die Mehrheit des deutschen Volkes erobert. Sie werde auch in Bayern zunt Siege gelangen.

Die Partei reihe sich nicht um Koalitionen mit anderen Parteien, weil sie überzeugt sei, dah ihr doch der baldige Sieg gehöre. Der 31. Juli werdg ein Tag der Abrechnung sein, wenn er vielleicht auch noch nicht die letzte Entscheidung bringe. Die braunen Bataillone hielten jedem die offene Hand entgegen. Für sie gebe es nur eine Provokation: Wenn aus -einer deutschen Strotze Moskaus Gar­den marschierten. Der Terror werde genau so gebrochen werden wie das willkürliche Regiment der Verfassungsverletzungen in Bayern gebrochen worden sei. Die Bewegung werde ihren Kampf weiter führen bis das letzte Ziel erreicht sei, bis das ganze Volk einer solchen Weltauffassung huldige.

Wie die Polizei mitteilt, sind'die Umzüge der Nationalsozialisten ruhig verlaufen. Abgesehen von einigen Provokationen durch Kommunisten, die die Polizei unter Anwendung des Gummi­knüppels zerstreute. Einige Ruhestörer wurden festgenommen,

I-ügenieiciiug äsn

Vvn i-ügenkslärug LUN SvieksisgswskI snilsnvt

Wir find heute in der Lage, den von der so­zialdemokratischen Partei für den Reichstagswahl­kampf geplanten Lügenfeldzug bekannt zu geben. Der Kampfplan ist folgender: Die allgemeine Pa­role lautet: Eiserne Front gegen Hitler-Barone.

Für die 4 Juliwochen wird außerdem je eine besondere Wochenparole herausgegeben, der fol­gende Tendenz zugrunde liegt:

1. Woche:

Im Anschluß an allgemeine Parole Kompro- mittierung der Nazis durch Barons-Regierung. Also negativ gehalten,

2. Woche:

Kampf dem Abbau der Sozialpolitik. In posi­tive Form gekleidet. Jawohl, wir wollen den Wohlfahrtsstaat.

3. Woche:

Kapitalistisches System versagt. Mißwirtschaft, Entartung. Nazis kompromittieren durch Ka­pitalismus. Also wieder negativ.

4. Woche:

Schlußfolgerung: Nur Sozialismus. Wirtschafts- programmverkündung. Aufstellung nächster For­derungen. Positiv zu halten.

Die Parole für die 1. Woche lautet:

Freiheit oder Freiherrn!

Je mehr Nazis im Reichstag,- desto mehr Barone in der Regierung!

Volk hab Acht!

Die Parole für die 2. Woche lautet:

Für den Wohlfahrtsstaat der Millionen! Gegen den Wohlfahrtsstaat der Millionäre! Die Formulierung der Parolen für die L und 4, Noch« lokal.

Osulsoks Volksgenossen!

Mit verlogenen Phrasen versuchen die Sozial- demokraten von ihrer 14jährigen korruptiösen Lotterwirtschaft abzulenken.

Eiserne Front gegen Hitler-Barone" Kompromittierung der Nazi durch Baron-Regierung"

Das könnt' Euch so Passen, Ihr roten Schwind­ler. Mit Lügen und Schlagworten möchtet Ihr Euch um die Abrechnung, über Eure 14jährige Bankrott-Politik herumdrücken.

Frech und arrogant möchtet Ihr die Rolle des Anklägers spielen, als wenn sich in den letzten 14 Jahren in Deutschland garnichts ereignet hat.

14 Jahre habt Ihr Deutschland in Grund und Boden regiert. Habt erreicht, daß 6 Millionen ohne Arbeit und Brot sind, daß Tausende von Fabriken leer stehen, daß Millionen Existenzen vernichtet sind und dann habt Ihr die Stirn, die Nationalsozialisten, die noch in keiner einzigen Reichsregierung irgendwie beteiligt waren,kom­promittieren" zu wollen.

Es ist eine freche und erbärmliche Lüge

wenn Eure bezahlten Kreaturen behaupten wol­len, die NSDAP. sei an der Bildung des Kabi­netts von Papen beteiligt und toleriere die neue Regierung. Ein durchsichtiges Manöver, mit dem Eure berufsmäßigen Verleumder von Eurer zwei­jährigen Tolerierungspolitik gegenüber dem Ka­binett Brüning abzulenken versuchen.

Die Nationalsozialisten haben weder das neue LabMst gebildet, noch auch nur mit einem ein­

zigen Worttoleriert". Ernannt wurde das neue Kabinett von dem Reichspräsidenten von Hinden- burg, der erst vor wenigen Wochen mit Hilfe Eu­rer sozialdemokratischen Stimmen neu gewählt wurde. Die NSDAP. verbittet es sich ganz ener­gisch, von sozialdemokratischen Bankrottpolitikern mit der neuen Regierung in irgend einen Zusam­menhang gebracht zu werden.

Die NSDAP. wird nur ein nationalsozialisti­sches Kabinett tolerieren, ein Kabinett, das aus Nationalsozialisten besteht, und das nationalsozia­listische Politik betreibt. Es ist ein freches Ab­lenkungsmanöver, wen» Eure roten Bonzen heute versuchen, die Nationalsozialisten für die Notver­ordnung der neuen Regierung verantwortlich zu machen.

Diewirtschaftliche" Notverorduenig der Regierung von Papen

wird von der NSDAP. genau so wie die frühe­ren Notverordnungen Brünings aus das Schärfste abgelehnt. Der Nationalsozialismus hat bisher jede derartige Notverordnungspolitik in konsequenter Geradlinigkeit auf das Schärfste be­kämpft.

Es ist ein freches Ablenkungsmanöver, wenn Ihr heute mit scheinheiliger Biedermannsmiene die neue Notverordnung bekämpft.

Ihr Heuchler! Ihr habt kein Recht, Euch heute als Vorkämpfer gegen Notverordnungspolitik aus­zuspielen!

Ihr habt bisher noch jede Brüningsche Notver­ordnung toleriert, die den breiten Maßen die ichweriten Latten, auferlegte. .Auch die neue Nota

i-