Ausgabe 
(11.2.1934) Nr. 41
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Nr. 41 / 1 . Vierteljahr

Sonntag, den ii. Februar

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Volksverbrecher

R. M. Bremen, 11. Februar.

Pirma-fens, im Februar 1924. Vor dem Bezirksamt drängen sich die Menschen, zu Tausenden mit Aexten, Knüppeln und Eisen­stangen bewasssnet. Die Eingänge zu dem großen, breiten Gebäude sind verriegelt,- die erregte Menge rüttelt heftig an den Toren. Aus mehreren Fenstern fallen Schüsse, man erwidert das Feuer, rasende Wut packt die Einlaß begehrenden Massen. Da, Fensterschei­ben klir«r>i, ein paar Männer werfen meh­rere Bündel Stroh in die unteren Räume des Bezirksamtes, Petroleum wird nachgegossen, und schon prasseln Flammen im Gebälk. In wenigen Augenblicken hat das Feuer die Männer drinnen nach oben getrieben, die Schüsse aus Luken und Fenstern ebben ab, alle verzweifelten Anstrengungen zur Lö­schung des Brandes bleiben ohne Erfolg, und man bittet schließlich um freien Abzug. Wach­sende Empörung die abwehrende Antwort der Menge. Einige der Männer des Amtes wagen einen Ausbruch, — sie werden totge­trampelt, mit Aexten erschlagen oder in das Brandmeer zurückgestoßen Keiner der Se­paratisten, der gemeinsten aller Volksver­brecher, kommt mit dem Leben davon,- auch der verhaßte Polizeikommissar Schwaab muß seine verruchten Taten mit dem Leben büßen.

Das war der morgen sich zum zehnten Male jährende dramatische Abschluß der Separa- tisten-Schreckenszeit in Pirmasens. Mit Ge­nugtuung und Begeisterung wurden in den folgenden Tagen auch die aus anderen Orten einlaufenden Meldungen über die Befreiung der Pfalz von den Landesverrätern aufge­nommen, nachdem der Schuft Heinz Orbis schon im Januar von deutschen Kugeln nieder­gestreckt worden war. Wer sich heute in jene Tage deutscher Leidensgeschichte zurückversetzt, dem'mag sich von neuem die Faust ballen in unbändigem Zorn. Nur unter dem Schutz der französischen Besatzungstruppen hatten jene Verbrecher ihr Unwesen im linksrheinischen Gebiet treiben und die reichstreue deutsche Bevölkerung peinigen können. Die Zügel freilich haben sie, wie es General Gorard in Landau schon Jahre-zuvor, kurz nach der Ueberreichung der Pariser „Friedens"-Bedin- gungen gewünscht hatte, nie in den Händen gehabt. Dazu war auch der Pfälzer zu deutsch. Lieber ließ er sich ausweisen oder ins Ge­fängnis schleppen,- lieber litt er mit Frau und Kind bittere Not, als daß er Landesverrat und Volksverbrechen nicht bei ihrem richtigen Namen nannte.

Der französische Truppenkommandeur, Ge­neral de Metz, war es, der im Kreistag zu Speper die „Autonomie der Psalz" hatte ver­künden lassen, wobei er allerdings die Rech­nung ohne das deutsche Nationälgefühl ge­macht hatte. So war deutscher Boden denn doch nicht zu erobern. Was dem französischen General Melac 1689 trotz der grauenvollen Verwüstung der Pfalz nicht gelungen war, die Absplitterung deutschen Heimatbodens vom Mutterland, das mußte auch dem General de Metz und seinen Methoden versagt bleiben. Aber die Erkenntnis kam reichlich spät.

Die Geister, die er gerufen hatte, wurde er auch dann nicht wieder los, als in Paris auf englische Vorstellungen hin plötzlich die Ein­sicht dämmerte. Doch der Pfälzer schilt-

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telte das mit französischem Geld und franzö­sischen Waffen protzende Gesinde! ab, und zwar auf die geschilderte radikale Art. Das wollen wir den Brüdern jenseits des Rheins nie vergessen!

Die Pariser Politik, das im Versailler Vertrag Frankreich nicht zugesprochene Gebiet auf dem Umweg über die Autonomie wenigstens unter ihren bestimmenden Ein­fluß zu bringen, hatte also kläglich Schisfbruch erlitten. Was sich in der Psalz abspielen mutzte, geht nicht nur auf Clemenceau, es geht Jahrhunderte weit zu­rück und ist verknüpft mit den vier Worten: Kampf um den Rhein. Hat Frankreich -- damit springen wir wieder mitten in die Gegenwart hinein — nun aber aus dem in­haltsreichen Buch der Geschichte gelernt? Ist es gewillt, feststehenden Tatsachen ein - für allemal Rechnung zu tragen? Hat es das eiserne Nein der deutschen Nation bis in seinen innersten Sinn verstanden? Wir können, mit dem Blick auf das Saar- land und die dort von den Franzosen be­schützten Separatisten, jene Fragen leider nicht mit einem Ja beantworten.

Dem Treiben der Landesverräter ist in Saarbrücken, wie es sich immer wieder zeigt, freiester Spielraum gelassen, während der vaterlandsbewußte Teil der Bevölkerung, nicht anders als einn in der Psalz. mundtot gemocht werden soll. Nur die Methoden haben sich ein wenig geändert. -Was vor Jahren die Bajonette der Besatzungstrnppen zu erfüllen hatten, das ist jetzt in die Hände

Prag ändert die Währung

Line Ankündigung des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten

ünli. Prag, 16. Februar.

Ministerpräsident Malipetr sprach heute im Rundfunk über die Wirtschasts- und Geld­fragen in der tschechoslowakischen Republik. „Es muß erwogen werden", so sagte er, „ob es nicht notwendig ist, in unseren Währungsverhältnissen das schwere Hindernis sür unsere Exportfähig­keit gegenüber der fremden Konkurrenz zu be­seitigen."

Der Ministerpräsident erklärte hierbei ent­schieden, daß es in der Tschechoslowakei keine In­flation geben werde. In allen Staaten, die Währungsänderungen durchgeführt haben, sei unstreitig erwiesen, daß im inneren Wirtschafts­

leben keine Aenderungen eintraten. Dort, wo sie doch eintraten, seien sie entweder ganz vor­übergehend oder sehr geringsiigig gewesen.

„Wir haben nichts zu verbergen," so fuhr er fort, „weder vor der eigenen Bevölkerung noch vor dem Auslande und werden nichts tun, was nicht bereits andere getan haben. Wir werden niemanden weder bei uns noch im Auslande schädigen. Wir erwägen nur, wie wir uns der Schäden erwehren, die uns dadurch verursacht wurden, dah die Währungsverhältnisse anderer Staaten eine wesentliche Herabsetzung unserer Konkurrenzfähigkeit im internationalen Handel herbeigeführt haben. Wir dürfen nicht ruhig

auf die Tatsache blicken, datz mehr als /I dieses internationalen Handels von diesen geänderten Währungen beherrscht werden.

Aber um eines werden wir uns sorgsam küm­mern, daß nämlich unsere Währung nicht ein Spielzeug in der Hand einer Finanzspekulation werden kann. Deshalb können wir diese Ange­legenheit nur durch die gesetzgebenden Körper­schaften regeln und so die Stabilität unserer Währung sichern, auch wenn die Geldmenge, die unserer Papierkrone gleichkommt, um etwas her­abgesetzt würde. Unsere Währung bleibt deshalb eine Goldwährung und in ihrem Verhältnis zum Gold wird sie nur durch das Gesetz geregelt.

Dr. Goebbels an die Filmschaffenden

Wir brauchen Weder em wirklich deutsches Werk!

Berlin, 1g. Februar.

Reichsmimster Dr. Goebbels hielt am Freitag­abend in der Kroll-Oper vor den Filmschaffenden eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:

Es ist jetzt nahezu ein Jahr her, daß ich das erste Mal in amtlicher Eigenschaft vor den deut­schen Filmschaffenden sprach. Ich konnte damals noch .nicht viel..an Leistungen ausweisen, denn die primärste Arbeit, die uns bevorstand, beruhte vor­erst im Negativen, das heißt, wir mußten vorerst alle die Schäden abstellen, die sich im öffentlichen Leben in den vergangenen 14 Jahren gezeigt hatten. Der deutsche Film ist heute allmählich wieder auf der aufsteigenden Linie. Wir sind der Ueberzeugung, daß der Film eines der modernsten und weitreichendsten Mittel zur Be­einflussung der Massen ist, die es überhaupt gibt. Eine Regierung darf deshalb den Film sich nicht selbst überlassen.

Lassen Sie mich einen kurzen Rückblick auf das werfen, was wir im Jahre 1933 auf dem Gebiete des Films übernommen haben. Die Produktion befand sich in einer heillasen Verfahrenheit. Dazu kam eine heillose Desorganisation und eine Fehl­leitung von Kapital, die einem die Haare zu Berge trieb. Die Folge davon war Mutlosigkeit allenthalben.

Underdes zeigte sich auch allgemach, daß ein wirklich führender Kopf auf dem Gebiete des deutschen Films nicht zu verzeichnen war. Das Geschäft war die Hauptsache. Die Kassen mutzten voll werde». Die Geldgeber mußten bei Laune gehalten werden.

Unterdes aber hatte das Publikum nach vier Jahren Krieg in der Zeit von zwölf Jahren noch so viel Charakter besessen, ein System geistig zu überrennen und sich zu einer Bewegung zu be­kennen, die weder Geld noch öffentliche Geltung besaß, sondern nur Idealismus.

Diese verzweifelte Situation auf dem Produk­tionsmarkt wirkte sich naturgemäß auf die Fi­nanzen des Films aus. Geld wurde nur für Kitsch gegeben, weil man meinte, Kitsch würde sich am besten rentieren. Man war im Begriff, den Film überhaupt als Kunstgattung zu ver­nichten, und ihn zu einem bloßen Amüsement herabzuwürdigen. Je mehr nun diese akute Ge­fahr heraufzog, um so schleuniger zog sich das Kapital zurück. Man suchte die Gefahr zu über­winden durch grotesk übersteigerte Monstre-Filme die sich gar nicht rentieren konnten.

Darauf ließ man überhaupt vom Experiment ab. Man wollte nur Filme, die an sich-ganz sicher und stabil waren, Militärfilme und Unter­haltungsfilme und kitschige Operetten.

der französischen Bergwerksbeamten gelegt. Wo früher Ausweisungen ihre Wirkung tun sollten, da gibt es heute das Mittel der Ar­beitsentziehung durch die Erubenverwaltung. Und wie einst ein General de Metz den Volks­verbrecher Heinz Orbis „den wahren Freund Frankreichs" nannte, so konnte vor mehre­ren Wochen der berüchtigte Separatist Waltz von einem französischen Außenminister in Paris persönlich als „Saaroertreter" begrüßt werden. In diesen Tagen erst wurde in Er­fahrung gebracht, daß sich auf französischem Boden, unweit der Saargrenze, marxistische Separatisten mit leitenden Saargruben- angestellten treffen, um über das so­ziale Schicksal deutscher Arbei­ter Beschluß zu fassen.

Ueber den negativen Erfolg aller dieser Anstrengungen gehen allerdings die Meinun­gen nur bei dem winzigen Häuflein der letz­ten Separatisten auseinander. Es ist gar nichts anderes denkbar: das Saarland wird ahne Gewalt, mit den Stimmzetteln, be­freit werden, auf keinen Fall aber wird die Befreiung dieser kerndeutschen Wsstmark weniger radikal als das Ereignis vor 10 Jah­ren in der Psalz sein.

Von dieser Art Kunst hatte sich das zuständige deutsche Publikum längst zurückgezogen. Es flüch­tete in die Versammlungen, wo man seine Not verstand. Dort gab es Erfüllung seiner Sehn­sucht. Dort hatte es Ziele, Ideale. Als wir die Macht übernahmen, saßen die Regisseure in den leeren Filmateliers. Sie hatten kein Geld mehr. Sie hatten kein Publikum mehr. Die ganze künst­lerische Welt war im Begriff, vor diesem Zu­sammenbrach zu kapitulieren. Diese Erbschaft übernahmen wir.

Das Wichtigste, was vorab gelöst werden mußte, war die Frage der Organisation. Aus diesem Grunde haben wir alle an der Filmwirtschaft Beteiligten in einer großen Gesamtorganisation zusammengefaßt.

Die zweite Folgerung, die wir ziehen mußten, war die Ausschaltung der Juden. Das mag hier und da zu einer menschlichen Tragödie führen. Das kann uns aber so leicht nicht berühren, da in den vergangenen 14 Jahren auch manche menschliche Tragödie zu verzeichnen war, die in dem Falle aber nicht die Juden, sondern uns betraf. Damit war schon jungen deutschen Talen­ten wenigstens der Weg freigemacht, sich zu be­wegen. Die Ateliers füllten sich nun wieder mit Leben. Da wir nicht annehmen konnten, daß der private Kapitalmarkt sofort einspringen würde, haben wir einen staatlich subventionierten und beaufsichtigten Kapitalmarkt geschaffen, immer in der geheimen Hoffnung, die uns nicht betrogen hat. Wenn das einmal im Gange ist und der

private Kapitalmarkt irgendeine Verdienstmög- lichkeit wittert, dann kommt er wieder. Aus­schlaggebend ist, daß wir die Sicherheit der An­lagen garantieren.

Wir haben allmählich auch wieder das künst­lerische Vertrauen der Welt in den deutschen Film zurückgebracht, vor allem weil wir immer von vornherein künstlerische Gesichtspunkte vertreten haben. Heilte wird jeder ehrliche Künstler von Rang und Namen wieder bereit sein, von der Bühne auf die Leinwand zurückzukommen.

Ich habe hier und da schon den Versuch unter­nommen, auch auf die Kritik einen günstigen Einfluß ,:-:/zuüben. Ein Kritiker allerdings, der auf dem Gebiete irgendeiner Kunstgattung gar nichts geleistet hat, hat nicht das Recht, so von oben herab jede künstlerische Leistung herunter­zureißen.

Aus der anderen Seite wünschen wir aber eine redliche und positive Kritik vor allem auf dem Gebiete des künstlerischen Lebens.

Was die Stoffe selbst anlangt, so weiß ich sehr wohl, daß es hier noch sehr im argen liegt. Ich gebe zu, daß kurz nach unserer Machtüber­nahme viele Firmen die- redliche Absicht gehabt haben, im Geiste der Zeit Filme zu schaffen. Daß diese Absicht mißlang, lag nicht an uns, son­dern an den Verfertigern des Films. Es wurde meistens nur ein ganz äußerliches Abschreiben von Symbolen und Gebräuchen.

(Fortsetzung auf Seite 2s

Nur eine Parole!

Rudolf Heß zum Kamps um die Saar

<knk. Berlin, lll. Februar.

Die NSK. meldet: Der Stellvertreter des Führers, Rudolf H-ß, gibt über die Frage der Zugehörigkeit von Saardeutschen nach der Ab­stimmung zur NSDAP. des Reiches folgendes bekannt:

Eine ganze Anzahl von Anfragen aus dem Saargebiet, die die spatere Zugehörigkeit zur N S D A P. des Reiches und die not­wendigen Voraussetzungen für eine solche spätere Mitgliedschaft betreffen, haben mich veranlaßt, den Führer Adolf Hitler um eine Entscheidung zu bitten. Nach Rücksprache mit dem Führer bin ich durch ihn ermächtigt worden, bekanntzugeben, daß die Mitgliedschaft zur NSDAP. des Saar­gebietes au sich noch leinen Anspruch darstellt auf eine spätere Uebernahme als Mitglied in die Reichspartei. Schon deshalb nicht, weil die NSDAP. des Saargebietes völlig selbständig ist.

Nach der Abstimmung kann jeder Deutsche, der sich um die deutsche Sache bei der Ab­stimmung besonders verdient ge­macht hat, ohne Rücksicht auf seine bisherige Zugehörigkeit Mitglied der Reichspartei werden. Hingegen bleibt bedingungslos all denen der Zu­gang zur NSDAP. gesperrt, dst in der Zeit des Abstimmungskampfes partei- oder weltanschau­liche Fragen in einer Form erörterten, durch die der Zusammenhalt der Deutschen irgendwie ge­fährdet werden könnte. Denn an der Saar gibt es für alle wahren Deutschen jeder Konfession, jeder Partei und jedes Standes nur eine Parole: „Zurück zu unserem Deutschland!" Diese Parole hat alle zusammengeführt, die zusammenstehen wolle» für das große gemeinsame deutsche Vater­land. Wer die/e Parole sabotiert, hat in aller s Zukunft kein Recht sich Nationalsozialist zu nen- ! ncn, und der wird deswegen auch niemals in die Partei aufgenommen werden. Nach der Wieder­vereinigung des Saargebietes mit dc-m Reiche wird derjenige von der Aufnahme in die NS­DAP. ausgeschlossen, der irgendwelche Drohungen

gegen Dritte ausspricht, die Zwangsmaßnahmen nach der Abstimmung ankündigen. Mit diesen Bekanntgaben ist die nötige Klarheit geschaffen, in der der Sieg erfochten wird: deutsch die Saar!

München, den 10. Februar 1934.

Gaargebiet und Beamlengesetz

Berlin, 1g. Februar.

Auf wiederholte Anfragen von Beamtenorgani­sationen und Einzelpersonen aus dem Saar­gebiet, in denen Befürchtungen über die spätere Stellung von Beamten, Angestellten und Arbei­tern auf Grund des Gesetzes zur Wiederher­stellung des Berufsbeamtentums zum Ausdruck gebracht werden, wird durch den Saarbevollmäch­tigten der Reichsregierung amtlich mitgeteilt:

Nach den maßgeblichen Bestimmungen des Verufsbeamtengesetzes müssen Entlassungsverfü­gungen bis spätestens 31. März 1934 zugestellt sein. Schon daraus geht hervor, daß dieses Gesetz keine Anwendung für eine spätere Zeit finden kann. Die Reichsregierung beabsichtigt auch nicht ein ähnliches Gesetz nach der Rückkehr des Saar­gebietes zum Mutterlande zu erlassen.

Arbeitsdienst legt Vineta frei

Berlin, 10. Februar

Rahmen der Arbeitsbeschasfungsmahnah- nien soll, wie das Vdz.-Vüro meldet, auch der Wissenschaft ein besonderer Dienst geleistet wer­den. Es ist nämlich der Plan aufgestellt worden, die in einer Januarnacht des Jahres 1362 bei einer Sturmflut ins Meer gesunkene friesiiche Stadt Nungholt, die'von Sand und Schlick be- oeckt ist, freizulegen. Vor fast 13 Jah'en wurde» die ersten Spuren der Ruinen dieser Stadt ge funden. Mit Nungholt sind seinerzeit 1300 Häu­ser eines ganzen Kirchspiels und 22 Kirchen m den Fluten der Nordsee versunken.

Tatsachen überzeugen

kß K. Bremen, 11. Februar

Wird das deutsche Volk in seiner Gesamt­heit es wirklich zu würdigen wissen, wie glücklich es heute ist? Werden die heimlichen Gegner, die Ewig-Gestrigen, sich endlich an die Brust schlagen und offen bekennen, daß die Führung unter Hitler tausendmal mehr geleistet hat als alle Regierungen der letzten zwanzig Jahre? Werden jene Kreise die große Wendung erkennen, ine dem deutschen Volke im nationalsozialistischen Geiste in der Weli bestimmt ist, oder werden sie immer wieder gegen den Strom zu schwimmen ver­suchen? Wird ihnen der Blick ins Ausland nicht die Augen öffnen? Wollte Gott, man Könnte alle diese Fragen mit einem glatten „Ja" beantworten. Aber bei allem gesunden Optimismus ist es leider nötig, hier Frage­zeichen zu setzen. Nun, wir haben Zeit, viel Zeit sogar, um in aller Ruhe abzuwar­ten, bis aus einem Saulus ein Paulus geworden ist. Wir wollen nicht Men­schen mit krummen Rücken zu uns kommen sehen, die dem Natio­nalsozialismus schmeicheln und ihn doch innerlich verwünschen. Wer den Weg nicht aus innerer Ueberzeugung zu uns findet, mag sehen, wie er allein fertig wird. Darüber muh er sich allerdings klar sein, dah der Nationalsozialismus kein Kompromiß mit seiner gestrigen Weltanschauung abschließt. Im Nationalsozialismus verkörpert sich die Kraft eines jungen Volkes, das mitleidig lächelnd die Bindungen mit einer verkalkten und vergreisten Anschauung aufhebt.

Ich sprach kürzlich einmal mit einem ehe­maligen SPD.-Führer, allerdings nicht einem von jener Sorte, die sich jahre­lang im Klubsessel wohlgefllhlt haben. Ein Mensch, der 1918 in die Irre gegangen war und der aus innerer Ueberzeugung Marxist geworden ist, der auch dafür gehungert hat und sieben Jahre das Brot des Wohlfahrts­amtes gegessen hatte. Als ich ihn traf, hatte der Mann wieder Arbeit. Was sein System ihm genommen hatte, gab ihm Hitler wie­der. Derselbe Mann, mit dem ich manchen politischen Strauß ausgesuchten hatte, der tausendmal seinen Genossen gepredigt hatte, wenn Hitler ans Ruder käme, würde der Untergang Deutschlands da sein, war wie umgewandelt. Mit leuchtenden Augen schil­derte er die neue Zeit und unterstrich beson­ders. wie mit Hitler auch die Sehnsucht und die Träume der denkenden deutschen Arbei­terschaft in Erfüllung gehen. „Und", so fügte er hinzu, „wahrscheinlich hätten uns (die Bertretcr des alten Systems) die eigenen Genossen gesteinigt, wenn wir auch nur eine der heutigen vernünftigen Maßnahmen hät­ten durchsührc-n wollen." Darauf konnte ich ihm nur eines sagen: „Zugegeben, lieber

Freund, daß euch die Macht fehlte. Leider fehlte euch auch die schwere Kunst, überhaupt gesunde und vernünftige Gedanken herauszubringen. Und wenn ihr ein Zipfelchen eines vernünftigen Gedan­kens tatsächlich einmal erfaßt hattet, dann fiel euch das Herz in die Hosen, weil ihr Angst vor der Masse hattet, weil ihr lieber mit der Masse irrte, als ein einziges Mal wirklich Führer zu sein."

Es ist eine dankbare Aufgabe für einen Nationalsozialisten, heute mit unserer Arbeiterschaft und auch mit jenen, die früher im anderen Lager standen, über politische Dinge zu sprechen und Vergleiche zwischen früher und heute anzustellen. Wo noch ein Rest alter Anschauungen übriggeblieben ist, wird auch dieser verschwinden, denn gerade der organisierte deutsche Arbeiter ist früher politisch reif — wenn auch in der verkehr­ten Richtung — geworden als der größte Teil unseres ehemaligen Bürgertums. In diesen Arbeiterseelen den nationalsozialistischen Funken zur Entzündung zu bringen, ist nicht allzu schwer, denn der Arbeiter hat ein gar feines Gesühl dafür, wer es aufrichtig und gut mit ihm meint, oder wer ihn nur einzunebeln trachtet.

Möchten aber doch auch alle, die heute noch abseits stehen, erkennen, wie verantwor­tungslos im alten System mit den elemen­tarsten Interessen des Volkes Schindluder getrieben worden ist! Weiß man in jenen Kreisen, daß im Jahre 1931/32 die damali­gen Regierungen mit einer neuen In­flation als gegebene Tatsache rechneten 2 Em hinterlassener Brief des früheren olden- burgischen deutschnationalen Landtagsabqe- ordneten Dannemann, der inzwischen

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Durcheinander im Dollfug-Reich Vene deutsch- Eisheckey-Niederlage in

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Gastspiel Dolly Haas in Vremen Kampf um den Ausbau der Wirtschaft