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Nr. 40 / i. Vierteljahr
Sonnabend, den 10 . Febmar
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Doumergue im Sattel
Die endgültige französische Ministerliste / Barthou Außenminister
Der Balkanpakt endgültig abgeschlossen
ckni>. Athen, 8. Februar.
Der Valkanpakt ist am Freitag hier von den Außenministern Rumäniens, Griechenlands, der Tiirkei und Siidslawiens unterzeichnet worden. Er zerfällt in eine Präambel und drei Artikel. Sein Inhalt läßt sich dahin zusammensassen, daß die vier unterzeichneten Länder sich gegenseitig ihre Balkangrenzen garantieren. Sie verpflichten sich, ohne vorherige gegenseitige Mitteilung, keinerlei Aktionen gegen joden anderen Valkanstaat, der das Abkommen nicht unterzeichnet hat, zu unternehmen: desgleichen ohne Zustimmung der anderen vertragschließenden Parteien keinerlei politische Verpflichtung einem anderen Balkanstaat gegenüber zu übernehmen. Das Abkommen tritt mit der Unterzeichnung in Kraft. Jeder andere Balkanstaat kann ihm beitreten, nachdem sein Antrag auf Beitritt durch die vertragschliehenden Parteien einer wohlwollenden Prüfung unterzogen worden ist.
In der Präambel heißt es u. a., daß der Pakt abgeschlossen sei, um zur Festigung des Friedens auf dem Balkan beizutragen. Die vertragschließenden Parteien seien fest entschlossen, die Achtung der bereits bestehenden vertraglichen Verpflichtungen und die Aufrechterhaltung der gegenwärtig auf dem Balkan herrschenden territorialen Ordnung zu sichern.
Der Pakt trägt deutlich die Spuren eines Kompromisses, mit dem die Schwierigkeiten notdürftig beseitigt wurden, die noch kurz vor der endgültigen Unterzeichnung auftauchten und eine Vertagung des Schlußaktes um 24 Stunden zur Folge hatten. Aber auch in seiner jetzigen Form läuft das Abkommen auf eine Umkreisung Bulgariens hinaus. Die Versicherung, daß man ohne gegenseitiges Einvernehmen keine Schritte gegen die nicht am Ea- rantiepakt beteiligten Balkanstaaten unternehmen werde, kann seine gegen Bulgarien gerichtete Tendenz nicht abschwächen. Andererseits ist das Abkommen, was wir bereits NNsführlich darlegten, ohne Sofia nur als ejn. Versuch mit untauglichen Mitteln zu werten, da die berechtigten Erenzrevisions- ansprllche Bulgariens mit dem Pakt nicht aus der Welt geschasst sind. Erst eine vernünftige, gewaltlose Revision der Bestimmungen des Vertrages von Neuilly würde den „Frieden auf dem Balkan" festigen.
Gaarausschuh tritt zusammen
Am 15. Februar in Genf
üiib. Gens, 9. Februar.
Wie das Völkerbundssekretariat bekannt gibt, wird der Dreier-Ausschuh des Völkerbundsrates für die Vorarbeiten der Saarabstimmung endgültig am 15. Februar in Genf zu seiner zweiten Sitzung zusammentreten.
Der Ausschuß steht bekanntlich unter dem Vorsitz des Italieners Baron Aloisi. Ferner gehören ihm der Argentinier Cantilo und der Spanier Madariago an. Es handelt sich diesmal um die erste Arbeitstagung, für die als Unterlagen der angekündigte Fragebogen des Völkerbundssekretariats und ein Bericht des Präsidenten der Saarregierung, Knox, vorliegen. Im Völker- bundssekrctariot sind die Punkte zusammengestellt worden, die der Dreier-Ausschuß in der nächsten Zeit klären soll, um dann dem Völkerbundsrat Vorschläge zu machen. Die Einzelheiten sind noch nicht bekannt gegeben. Eine Reihe von Punkten aber ergibt sich schon zwangsläufig aus dem Wortlaut der Verträge.
Treuhänder sichern den Lohn
Berlin, 9. Februar.
Das Gesetz zur Fortführung der nationalen Arbeit bestimmt, daß am 30. April 1934 die lau- ifenden Tarifverträge und Mindestentgelt-Fest- setzungen der Fachausschüsse für Hausarbeit außer Kraft treten, soweit nicht der Treuhänder der Arbeit oder der Reichsarbeitsminister ihre Wei- terdauer als Tarifordnung anordnen. Einige Treuhänder haben, wie das vckr-Bllro meldet, in den letzten Tagen kund werden lassen, wie sie sich die Lösung dieser Aufgaben denken. So beabsichtigt der Treuhänder für Ostpreußen, Schreiber, die bestehenden Tarife als Mindestlohnordnun- gen jeweils für den gesamten Berufszweig verbindlich zu machen. Ausführlich hat auch der Vezirksleiier der Deutschen Arbeitsfront in Bayern, Kurt Frey, dargelegt, daß die Treuhänder wahrscheinlich ihre Tarifordnungen im wesentlichen an die bisher gültigen Tarifverträge anlehnen werden. Demnach entfällt, wie „Indie" hervorhebt, jedwede Befürchtung, der einzelne Unternehmer könne nunmehr, sofern er böswillig sei, die wirtschaftlich Schwächeren übervorteilen
Darre zu den StudentenMrern
Auf dem Reichsschulungslager, das der nationalsozialistische Deutsche Studentenbund und die Deutsche Studentenschaft zurzeit in Döberitz abhalten, wird heute, Sonnabend, nachmittags, der Reichsernährungsminister und Reichsbanern- führer R. Walther Darrs zu den Studentenführern über „Blut und Boden als Grundlage des Deutschen Volkstumes" sprechen.
änb. Paris, 9. Februar.
Wie Hcwas meldet, ist das französische Kabinett nunmehr gebildet.
Die Ministerliste setzt sich wie folgt zusammen:
Ministerpräsident: Gaston Doumergue
Staatsminister: Tardieu und Herriot
Auswärtige Angelegenheiten: Barthou,
Senator der demokratischen und radikalen Vereinigung
Justiz: Chöron, Senator, parteilos
Krieg: Petain
Kriegsmarine: Pietri, Abgeordneter der demokratischen Linken
Lust: General Denain
Finanzen: Germain-Martin, Abgeordneter, Radikalsozialist
Inneres: Albert Sarraut, Senator, Radikalsozialist
Unterricht: Berthod, Abgeordneter, Radikalsozialist
Handel: Lamoureux, ehemaliger Haushaltsminister
Landwirtschaft: Queuille
Oeffentliche Arbeiten: Flandin, Abgeordneter, demokratische Mitte
Arbeit: Marquet, Abgeordneter, Neusozialist
Handelsmarine: William Bertrand
Kolonien: Laval, Senator, parteilos
Volkswohlfahrt: Louis Marin. Abgeordneter der demokratischen Vereinigung
Pensionen: Rivollet, ehemaliger Frontkämpfer und Nichtparlamentarier
Postministerium: Mallarme.
Mit der Ministerliste, die durch das französische Nachrichtenbüro verbreitet wird, zeichnen sich die Umrisse des Burgfriedenskabi- netts Doumergue auch in personeller Hinsicht scharf ab. Das politische Schwergewicht hat sich, wie man es nach den Vorfällen um Da- ladier und den Ankündigungen des Ministerpräsidenten nicht anders erwarten konnte, wesentlich nach rechts verlagert. Altsozialisten sind in dem Kabinett nicht vertreten, nachdem ihr Führer Lson Vlum einer ohnehin nur aus formellen Gründen erfolgten Einladung zur Regierungsbeteiligung nicht Folge geleistet hat. Zwar haben eine Reihe führender Radikalsozialisten im Kabinett Aufnahme gefunden, doch fällt demgegenüber die Besetzung der „Verteidigungsministerien" mit militärischen Fachleuten, des wichtigen Ministeriums am Quai d'Orsay mit dem früheren Justizminister Poincarös, Barthou, und die Heranziehung der beiden parteilosen Senatoren Laval und Cheron ins Gewicht.
civb. Berlin, 9. Februar
Der Reichsmiuister der Justiz Dr. Eürtner hat am 6. Febmar an die Landesjustizverwaltungen folgenden Erlaß gerichtet:
Mit den Hoheitsrechten der Länder ist auch die Justizhoheit auf das Reich übergegangen. Seit dem 39. Januar d. Js. gibt es nur noch eine Iustiz im deutschen Reich. Hiermit stehen wir auch im Rechtsleben der Nation an einer Wende von geschichtlicher Bedeutung; für die Landesjustizverwaltungen hat der letzte Abschnitt ihrer Jahrhunderts langen Entwicklung und Arbeit begonnen. Blicken wir zurück auf ihr Wirken, so erkennen wir die Größe dessen, was sie für das Vaterland geleistet haben. Wenn die deutsche Justiz — von trüben Zeiten abgesehen — das Vertrauen genoß, unbestechlich und mit Gerechtigkeitssinn zu walten, wenn die deutsche Justiz auch im Auslande in hohem Ansehen und in dem ehrenden Rufe unerschütterlicher Zuverlässigkeit stand, so ist dies überwiegend das V e r- dienst der Rechtspflege in den Ländern. Dies in der jetzigen Stunde vor aller Welt anzuerkennen, ist der Reichsregiernng eine ehrenvolle Pflicht.
Damit, daß mit dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 30. Januar d. Js. das Reich Träger der Justizhohcit geworden ist, ist eine einheitliche Reichsjustiz noch nicht geschaffen. Ihr das Haus
Falls die Ministerliste Doumergues keine wesentlichen Veränderungen mehr erfährt, dürfte die Kammerauflösung vermieden sein. Eine Mehrheit ist dem früheren Staatspräsidenten jedenfalls auch in der Kammer sicher. Man darf von einer Entspannung der innenpolitischen LageFrank- reichs sprechen, um so mehr, da Doumergue den Wünschen der Rechten auch hinsichtlich einer Säuberung der Verwaltung von allen in den Staoisky - Strudel hineingeratenen Elementen weitgehend Rechnung tragen will. Allerdings arbeiten die Gewerkschaften fieberhaft an der Vorbereitung des für übermorgen angesagten Generalstreiks, doch schon springen einzelne Gruppen, wie die Arbeiter der Autobusgesellschaften und der Elektrizitätswerke, aus der Reihe.
Im übrigen drängt sich dem Chronisten eine historische Parallele auf, die das französische Krisenjahr 1926 bietet. Damals war Doumergue Staatspräsident im Elysee. Die Regierung der Radikalsozialisten und der Marxisten, das „Kartell", hatte Frankreich finanzpolitisch an den Abgrund gebracht, der
ävk. Revnl, 9. Februar
Anläßlich der Parade der Roten Armee zu Ehren des 17. Parteikongresjes erläßt, wie aus Moskau gemeldet wird, der Kriegs- und Revo- lutionsrnt einen Armrcbescbl, in dem es u. a. heißt: Angesichts des 17. Parteikongresses bekundet die Rote Armee ihre unbedingte Treue zur Sache des Sozialismus, ihre Kampfbereitschaft und ihre Bereitschaft, in jedem Augenblick und gegen jeden Feind auszuziehen, um die sozialistische Heimat siegreich zu schützen.
Die Rote Armee ist die einzige Armee in der Welt, die nicht für den Imperalismus bestimmt ist, nicht für die Eroberung fremden Bodens. Zusammen mit dem ganzen Lande, zusammen mll der Partei ist die Rote Armee bestrebt, den Frieden zu schützen. Aber unser Schwert.ist geschärtt und bereit, jeden zu treffen, der die friedliche Arbeit des sozialistischen Landes zu bedrohen versucht. Derjenige, der es wagen sollte, unsere Grenzen zu überschreiten, wird vernichtet werden.
Auf dem kommunistischen Parteitag in Moskau sprach der Oberstkommandierende der Roten Armee im Fernen Osten, Blücher. Er legte ein Bekenntnis für Stalin und die Politik der Partei ab und betonte, daß die gesamte russische Armee nur auf den Befehl warte, und fertig sei für den Fall, daß Rußland angegriffen würde.
zu bauen, indem sie hinfort heimisch sein soll, ist Ausgabe der nächsten Zeit. Die Schwierigkeiten, die die Vereinheitlichung der Justizverwaltung bietet, dürfen nicht unterschätzt werden; leitender Gesichtspunkt wird und muß bleiben, die Justiz vor jeder Erschütterung zu bewahren. Erst wenn das Reichsjustizministerium das einheitliche Justizverwaltungsrecht geschaffen und, soweit notwendig, eine weitere Vereinheitlichung des materiellen Rechts vorgenommen haben wird, kann das neue Haus bezogen werden. Bis dahin führen die Landesjustizverwaltungen die Geschäfte als Auftragsverwaltungen nach dem Gesetz vom 30. Januar d. Js. und den Durchführungsvor- schristen weiter.
Das Ziel bleibt das alte: Dem deutschen Volke ein deutsches Recht und eine volksnahe Rechtsprechung!
Verhaftungen in Memel
civb. Memel, 9. Februar.
Von ver litauischen Staatssicherheitspolizei wurde Freitag früh in Memel eine große Aktion gegen die sozialistische Volksgemeinschaft des Memeler Gebiets (Führer Dr Neumann> unternommen Fast zu gleicher Zeit haben Polizeibeamte bei der Memeler Geschäftsstelle der Sovog und bei einer Reihe von führenden Mitgliedern
Unmut des Volkes nahm fast so drastische Formen wie bei den letzten Kraipaften vor der Kammer an, und Doumergue beauftragte schließlich Poincarö, das „Ministerium der nationalen Einheit" ins Leben zu rufen. Der jetzige „Retter Frankreichs" hat also auf dem Hauptgebiet seiner Mission eine gewisse Praxis hinter sich, die auf eine nahe bevorstehende Stabilisierung der Pariser Politik schließen läßt.
Welchen Kurs die Regierung außenpolitisch, insbesondere in der Frage der deutsch-französischen Verständigung, einschlagen wird, darüber kann ein endgültiges Urteil erst nach Verlesung der Pariser Regierungserklärung abgegeben werden. Immerhin sind die Reden, die Doumergue als Staatspräsident hielt und in denen er sich scharf gegen die Abrüstung und für die Sicherheit ausgesprochen hat, recht aufschlußreich. Barthon hat sich einst an der Spitze der Reparationskommission als unerbittlicher Verfechter französischer Forderungen erwiesen. illü.
bl. U. London, 9. Februar.
Nach einer Meldung des „Daily Expreß" hat Japan seine Vorbereitungen sür die Einberufung eines Panasiatischen Kongresses beendet. Ein Vor- bereitungs-Ausschuß werde bereits am kommenden Sonnabend in Dairen zusammentreten. Dieser Ausschuß dürfte allen asiatischen Völkern die Einladung zugehen lassen und außerdem einen großangelegten Plan für die Durchführung des Selbst- lestimmungsrechts für alle asiatischen Länder ausarbeiten. Das Endziel dieser Bewegung ist die Schaffung eines asiatischen Völkerbundes unter Japans Führung. Der Korrespondent des „Daily Expreß" in Tokio fügt seiner Meldung hinzu, daß verschiedene Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung den javanischen Plänen großes Interesse entgegenbrächten, daß aber andererseits diese Projekte zu einem Konflikt führen müßten zwischen Japan und den anderen Ländern, die im Mittleren und Fernen Osten Interessen hätten.
^.OO. Mulden, 9. Februar.
Die mandschurische Regierung hat mit einer Osakaer Flugzeugfabrik einen Vertrag über die Lieferung von 35 Bombenflugzeugen an die mandschurische Armee abgeschlossen, die noch im Laufe dieses Jahres fertiggestellt werden sollen. Eine besondere Gruppe japanischer Flieger soll in Mukden eintreffen, um die Ausbildung mandschurischer Staatsbürger als Piloten zu übernehmen. Die japanische Regierung hat für diese Flugzeugbestellung die Zahlungsgarantie übernommen.
der sozialistischen Volksgemeinschaft Haussuchungen vorgenommen.
Der Führer der Partei Dr. Neumann sowie die Mitglieder Erich Läpp in, Heinz Klin- ger und Horst Lemm sind verhaftet worden. Ob der Stadtverordnete Walter Pries, der ebenfalls Mitglied der Sovog ist, sich noch in Haft befindet, läßt sich zurzeit nicht feststellen. Tatsache ist, daß er Freitag früh nach der Haussuchung von Polizeibeamten abgeführt worden ist. Ebenfalls hat eine Haussuchung in den Räumen des Memelländischen Kulturbundes stattgefunden. Auch aus Heydekrug werden Haussuchungen bei bekannten Sovog-Mitgliedern gemeldet.
Deutsche Lehrer gesucht
Berlin, 9. Februar.
Das Auswärtige Amt hat. wie das vckn-Vüro meldet, dem preußischen Kultusminister mitgeteilt, daß für den Auslandsschuldienst nach wie vor großer Mangel an Volks- und Mittelschul- lehrern, vor allem evangelischer Konfession, besteht, die die zweite Prüfung abgelegt und Erfahrung in technischem Unterricht haben.
Nationaler Vormarsch in Schweben
(Von unserem nordischen 0. V.-Korrespondenten)
Stockholm, 9. Februar.
In der Zeit unmittelbar nach dem Weltkriege erreichte die demokratische Weltanschauung und Politik ihren Höhepunkt. Die demokratischen Staaten hatten „gesiegt", jetzt sollten die demokratischen Ideen in aller Welt durchgeführt werden, wenn nötig mit Gewalt. Die Demokratie strotzte von einer Machtsülle, die ihren sogenannten Führern den letzten Rest von Besinnung nahm. Ein demokratischer Sankt Veitstanz wurde auch in den neutralen Ländern ausgeführt, der kaum besessener sein konnte. Alles, was national hieß und dachte wurde in die Defensive gedrängt. „International" war das große Losungswort.
Daß auf diesen demokratischen Taumel einmal eine Reaktion kommen würde, war nur zu natürlich. Die erste Warnung, den Sieg des Faschismus in Italien, übersah man im Norden. Die zweite, den Durchbruch des Nationalsozialismus in Deutschland, konnte man aber nicht übersehen. Jetzt sind die Blätter der Geschichte und der politischen Entwicklung auch im Norden im Begriffe, sich wieder einmal zu wenden. „Hitler ante Portas" rufen die hiesigen Demokraten aller Schattierungen, und dort, wo die demokratische Demokratie sich ihrer Macht sicher glaubt, greift sie zu den kopflosesten aller Verteidigungsmittel, dem Verbot. Die dänischen Marxisten scheinen nicht genug Verbote erhalten zu können. Aber von so etwas wie Selbstbesinnung, Umkehr von den einmal eingeschlagenen Irrwegen keine Spur.
In S ch w e d e n ist die marxistische Macht nicht so fest verankert. Vielleicht ist dies der Grund dafür, daß man sich anscheinend anzupassen versucht. Die schwedischen Sozial- demokraten geben sich jetzt viel Mühe, national zu erscheinen. Sie haben zwar Verbote gegen das Tragen von politischen Uniformen erlassen und Personen, die bei Aufmärschen Armbinden in den nationalen Farben getragen haben, polizeilich verfolgen lassen, gleichzeitig aber haben sie bei ihren Versammlungen die nationale Fahne neben ihrem roten Fähnchen gehißt. Sie sind aber noch weiter auf den nationalen Weg zurückgekehrt. In dem letzten Reichsetat haben sie das Verteidigungsbudget, das sie früher selbst so stark beschnitten haben, überraschenderweise beträchtlich erhöht.
Natürlich sind diese kleinen Anzeichen,für eine Umkehr zu einer nationalen Politik eine Folge der starken nationalen Strömung, die gegenwärtig durch das Land geht und die man auf diese Weise beschwichtigen will. Die nationale Partei, die der Konservativen, läßt sich aber nicht mit solchen Brocken abspeisen. Sie hat jetzt großen Zustrom, nicht zuletzt von der Jugend, und fühlt sich deshalb stark genug, von der bisherigen Defensive in die Offensive überzugehen. Zu der in diesen Tagen stattfindenden Remißdebatte im Reichstag über die diesjährigen Regierungsvorlagen hat sie ein umfassendes und groß angelegtes Reformprogramm vorgelegt.
Sie fordern zuerst und zuletzt eine nationale staatserhaltende Politik und folglich Verbot und Auflösung der bolschewistischen Parteien, Kampf gegen die Schmutzliteratur und antichrist- liche Propaganda, die von den Kommunisten eifrig betrieben wird. Sie fordern Achtung für die nationalen Farben und das Recht, Armbinden und Abzeichen in diesen Farben zu tragen. Die Armee soll reorganisiert werden. Die Mittel für Material, Löhne und Uebungen sollen bedeutend erhöht werden Sofortiger Beschluß über Verteidigungsmaßnahmen auf der Insel Gotland wird gefordert, weiter ein neuer Plan für Bombenflug- Zeuge, erhöhe Unterstützung der freiwilligen Schutzenvereine, Bau von Panzerschiffen Die sogenannte Pazifierungsgesetzgebung soll abgeschafft werden.
Auch gegen den in Schweden stark überhandnehmenden Gewerkschaftsterror soll eingeschritten werden. Rache- und
Deutsche in Moskau verhaftet Königin-Luise-Vund löst sich auf
Griindungssperre für Zeitungen verlängert
Dollfuß will Rcichsstatthalter einsetzen Amt für Sozialversicherung
Göring bei den deutschen Slimeister- schaften
Kür volksnahe Rechtsprechung
Ein Erlab des Reichsjustizministers an die Landesverwaltungen
Die Gegensätze im Kernen Osten
„Unser Schwert ist geschärft", sagt der Moskauer Kriegsrat Japan WM einen asiatischen Völkerbund gründen
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