Ausgabe 
(2.12.1933) Nr. 326
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-u. nssgeieuschaftm.b.H.. Eeeren 8 bis 8.-Kernruf: Sammelnnmmer Roland 62S.

Nr. 326 / 4. Vierteljahr

Sonnabend, den 2. Dezember

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der Freien Hansestadt vremen

Anzeiaeri'Teil: Hiesige je mia-Zeile 13 Rps., auswärtige 17 Rpsi; im Textteil hiesige 75 Rpf., auswärtige

100 Rpf. Klein-Anzeigen bis 20 mm, Familien-Anzeigen und Wohnungsmarkt bei Vorauszahlung 8 Rpf., Stellengesuche 6 Rpf. Platzvorschriften ohne jede Verbindlichkeit. Alle sonstigen Bedingungen nach Tarif. Sprechzeit des Verlages und der Schristleitung 18 bis 17 Uhr. / Schlug der Anzeigen-Annahme 16 Uhr.

EmzeSprers 15 Rps

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Setz und NSHm Reichsmimster

Einheit von Staat und Partei

Berlin, 1. Dezember.

Das Neichskabinett genehmigte heute ein Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat. Räch diesem Gesetz wird die NSDAP. eine Körperschaft -es öf­fentlichen Rechtes. ^ ^ ' '

Der Reichspräsident hat aNf Vorschlag des Reichskanzlers den Stellvertreter -es Führers der NSDAP., Rudolf Heß, sowie den Stabschef der SA., Ernst Nöhm,

als Nerchsminister ohne Geschäftsbereich zu Mitgliedern der Reichsregierung er­nannt.

Zur Gewährleistung -er Zusammenarbeit der Dienststellen der Partei und der SA. mit den öffentlichen Be­hörden werden der Stellvertreter des Führers und der Chef des Stabes der SA. Mitglieder der Reichsregierung. Für die Mitglieder der NSDAP. und der SA. einschließlich der ihr unterstellten Gliederungen wird eine Partei- und SA. -Gerichtsbarkeit eingeführt, nach der außer den sonst üblichen Dienststrafen auch Haft und Arrest verhängt werden können, wenn Pflichtverletzungen gegen die Organisation und Verstöße gegen Zucht und Ordnung vorkommen« Die öffentlichen Behörden, insbesondere also die Polizei- und Gerichtsbehörden, haben den mit der Ausführung der Partei- und SA.-Gerichtsbarkeit betrauten Dienststellen der Partei und SA. Amts- und Rechtshilfe zu leisten.

Damit wird festgestellt, daß die Mitglieder der Partei und der SA. sowie der ihr unterstellten Gliederungen erhöhte Pflichten gegenüber Führer, Volk und Staat haben.

Ferner genehmigte das Neichskabinett ein Gesetz über die Vereidigung der Beamten und der Soldaten der Wehrmacht, wonach der Diensteid eine dem heutigen Staat angepaßte Formulierung erhält.

Geheime Staatspolizei neu organisiert

Ministerpräsident Göring übernimmt die Führung

Berlin, 1. Dezember

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit­teilt, hat das preußische Staatsministerium ein Essetz über die Geheime Staatspolizei beschlossen, durch das folgendes bestimmt wird:

Die Geheime Staatspolizei bildet einen selb­ständigen Zweig der inneren Verwaltung. Ihr Chef ist der Ministerpräsident. Mit der lau­fenden Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt der Ministerpräsident den Inspekteur der Ge­heimen Staatspolizei. Im Falle der Behin­derung wird der Ministerpräsident als Thef der Geheimen Staatspolizei durch den Staatssekretär im Staatsministerium vertreten. Der Inspek­teur der Geheimen Staatspolizei ist zugleich Leiter des Geheimen Staatspolizeiamtes.

Zum Aufgabengebiet der Geheimen Staats­polizei gehören die von den Behörden der all­gemeinen und der inneren Verwaltung vorzu­nehmenden Geschäfte der politischen Polizei. Welche Geschäfte im einzelnen auf die Geheime Staatspolizei übergehen, wird durch den Mini­

sterpräsidenten als Chef der Geheimen Staats­polizei bestimmt.

Die bisher von dem Ministerium des Innern wahrgenommenen Geschäfte der politischen Poli­zei gehen mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes auf das Geheime Staatspolizeiamt über. Die Landes-, Kreis- und Ortspolizeibehörden haben in den Angelegenheiten der Geheimen Staats­polizei den Weisungen des Geheimen Staats­polizeiamtes Folge zu leisten. Das Gesetz tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Gleichzeitig hat der preußische Ministerpräsident Göring an alle Beamten, Hilfsbeamten und Angestellten des Geh. Staatspolizeiamtes und der sämtlichen Polizei­stellen ein Rundschreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt:

Mit den Wahlen vom 12. November 1833 hat für die Geheime Staatspolizei eine Epoche ihrer Arbeit einen vorläufigen Abschluß gefunden. Das Ergebnis der Wahlen war der sichtbare Ausdruck dafür, daß es eine erhebliche Zahl von Staatsfeinden und Gegnern der national­sozialistischen Regierung nicht mehr gibt. Ein

erheblicher Anteil an diesem großen geschicht­lichen Erfolg ist der Arbeit der Geheimen Staatspolizei zu verdanken. Die Arbeit der Geheimen Staatspolizei hat mich nicht ent­täuscht. Zusammen mit der SA und SS hat sich jeder Beamte, Hilfsbeamte und Angestellte unter Einsatz seiner ganzen Kraft unb in altpreußi­schem Pflichtbewußtsein der Durchführungen meiner Weisungen gewidmet. Ich spreche Euch hierfür auch namens des Führers meinen Dank aus.

Wenn auch die sichtbare» Organisationen der Staatsfeinde zerschlagen sind, so wird Euch doch das Ergebnis der Reichstagswahl nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß die rechtsbreche- rische und staatsfeindliche Tätigkeit noch nicht aufgehört hat. Die Umstellung der unter­irdischen Arbeit der Polizeigegner bedingt auch

eine Umstellung in den Methoden der Verfolgung.

Ich habe daher von heute ab die Führung der Ge­heimen Staatspolizei selbst übernommen. Den

bisherigen Leiter des Geheimen Staatspolizei- amtes, Mmisterialrat Dtels, habe ich zum In­spekteur der Geheimen Staatspolizei ernannt. Ich habe ihn beauftragt, diese UmorgamisatiM durch­zuführen.

Ich erwart«, daß sich alle Beamten und Ange­stellten der politischen Polizei auch für die Zu­kunft der ehrenvollen Ausgabe, vor die ich sie ge­stellt habe, bewußt sind und weiter im Dienst des Vaterlandes ihre Pflicht tun."

Der Ministerpräsident hat den Polizeipräsiden­

ten Hinkler von seiner vorübergehenden Tätigkeit im Geheimen Staatspolizeiamt entbun­den, und ihm seinen Dank für die vom ihm ge­leisteten Dienste ausgesprochen. Polizeipräsident Hinkler hat sein Amt als Polizeipräsident in Altona wieder übernommen. Ministerialdirigent Fischer scheidet infolge der llmorganisation der Geheimen Staatspolizei aus seiner bisherigen Tätigkeit in der Polizeiabteilung des preußischen Ministeriums des Innern und wird dienstlich anderweitig verwendet.

pariser Schwierigkeiten

Das französische Kabinett berät das Finanzprogramm

Paris, 1. Dezember.

Die Mitglieder der französischen Regierung traten heute zu einer Kabinettssitzung zusammen, der am Sonnabend morgen ein Ministerrat unter Vorsitz des Staatspräsidenten erfolgen wird. Gegenstand der Aussprache bildet in bei­den Sitzungen die Regierungserklärung und die endgültige Aufstellung des Finanzprogrammes, das bekanntlich am Sonabend gelegentlich der Vorstellung der Regierung vor den Kammern eingebracht werden soll. Die Regierungs­erklärung macht dem Kabinett weniger Sorge; sie wird, wie auch vom Ministerpräsi­denten von Beginn an betäub wurde, nur kurz sein und kaum drei Maschinenseiten umfassen. Der letzte Teil dieser Erklärung wird der außen­politischen Lage gewidmet sein. Größere'Schwie­rigkeiten bereitet dagegen das Finanzpro- gramnt^ das in allen Einzelheiten noch nicht feststeht.

Die bisher beschlossenen Maßnahmen, die sich z. T. an die von der Kammer verabschiedeten Ar­tikel der vergangenen Programme anlehnen wer­den, und die zum anderen Teil den Wünschen

Rechnung tragen sollen, die von der Mehrheit der Kammer gelegentlich der vergangenen Beratungen zum Ausdruck kamen, belaufen sich theoretisch an Einnahmen und Einsparungen auf 4,6 bis 4,8 Milliarden Franken, für die restlichen 1.2 Milliarden, die zur Deckung des 6 Milliarden Franken betragenden Fehlbetrages notwendig sind, werden verschiedene Lösungen besprochen, von denen die Einführung einer allge­meinen Steuer auf sämtliche Zah­lungen die meisten Ausfichten aus Annahme hat. Es würde sich in diesem Falle um eins Art Stempelsteuer handeln, die je nach der Höhe der zu zahlenden Rechnungen schwankt.

Die Regierung beabsichtigt, am Sonnabend in der Kammer den Antrag zu stellen, sämtliche In­terpellationen vorläufig zurückzustellen; mit diesem Antrag soll die Vertrauensfrage verbunden wer­den. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die Regierung trotz der ablehnenden Haltung der Sozialisten eine Mehrheit er­hält. Ob diese erste Mehrheit aber auch bei den eigentlichen Beratungen über das Finanzpro­gramm erhalten bleibt, ist noch dahingestellt.

Frei erfunden!

Das Außenpolitische Amt der NSDAP. zu den Verleumdungen desPetit Parisien"

Das Außenpolitische Amt der NSDAP. teilt mit: Nachdem derPetit Parisien" seine früheren verleumderischen Behauptungen über geheime Zersetzungsanweisungen des Reichs­ministeriums für Volksanskliirnng und Pro­paganda selbst hat als Lügen preisgeben müssen, wird nunmehr verbreitet, diese an­geblichen Anweisungen seien zwar nicht von Dr. Goebbels, sondern von Alfred Rosenberg bzw. dem ihm unterstellten außenpolitischen Amt der NSDAP. herausgegeben worden. Auch diese, den Stempel der Unwahrheit tra­

gende nachträgliche Behauptung ist eine glatte Verleumdung. Die ganze Hilflosigkeit dieser neuen Lüge kommt auch dadurch zum Aus­druck, daß von derPropagandastelle der Na­zipartei, die in den Händen des Herrn Alfred Rosenberg liegt", gesprochen wird. Diese Stelle für eine Propaganda besteht überhaupt nicht. Das Außenpolitische Amt der NSDAP. hat ferner mit Zeitungswesen, Agenturen im In- und Ausland usw. überhaupt nichts zu tun, so daß auch die Behauptungen über eineBe­stechung" der Auslandspresse und die Unter­haltung von Agenturen in Brest, Lyon, Lille, Straßburg usw. eine weitere unverschämte Verleumdung darstellt.

Wir stellen also fest, daß alle Behauptungen vom Ansang bis zum Ende frei erfunden sind.

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Neue Forschungsergebnisse über die Beziehungen zwischen Landschaft, Rasse und Volk

Der geistige Amschwung, den die na­tionale Revolution mit sich gebracht hat, läßt uns die Beziehungen zwischen dem deutschen Menschen und seinem Boden, der Landschaft, aus der er erwuchs, in ganz anderem Lichte erscheinen, als es die letzten vierzehn Jahre hindurch der Fall war. Das deutsche Volk hat sich zurückge­funden zu den ewigen nationalen Kräf­ten, die in ihm schlummerten, damit aber auch zu einer ganz neuen Einschätzung der BegriffeBlut" undBoden". Allzu­lange waren diese natürlichen schicksals- haften Grundlagen unseres Volkstums vergessen oder wenigstens stark unter­schätzt worden, heute bricht wieder überall die Erkenntnis durch, daß die unlösbare Verkettung jedes Volkes mit seinem Lei- matboden gerade für unsere Nation ganz besonders wesentliche und einschneidende Wirkungen ausweist.

Daß schon rein äußerliche Faktoren, wie Deutschlands geographische Lage und seine geo­logische Gliederung, die Geschicke der deutschen Stämme seit Jahrtausenden mitbestimmen und gestalten, ist unseren Geschichtswissenschaftlern bereits längst bekannt. Darüber hinaus haben aber die modernsten wissenschaftlichen Unter­suchungen bewiesen, daß die Landschaft den Cha­rakter des Menschen viel entscheidender formt und beeinflußt, als man bisher annehmen konnte. Nicht nur die Erwerbs- und Wirtschafts­form eines Volksstammes, nicht nur die Art der Siedlung und des Städtebaues, sondern was viel wichtiger ist die gesamte seelische und

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körperliche Struktur des Menschen steht stark unter der Einwirkung landschaftlicher und klimatischer Bedingungen. Es gilt heute als sicher, daß die Art des Bodens und der Land­schaft bei der Entstehung der Rassen eine große Rolle gespielt hat; schon die Bezeichnung der einzelnen Raffen als nordische, alpine, dina- rische, mittelländische usw. deutet ja auf derartige Zusammenhänge hin.

Die Landschaft formt den Körper des Menschen!

Im Laufe der letzten Generationen sind viele Tausende deutscher Volksgenossen nach Nord­amerika ausgewandert. Es ist leicht zu verstehen, daß sich die Auswanderer unter den gänzlich neuen örtlichen Verhältnissen und Lebensbedin­gungen allmählich in ihren seelischen und gei­stigen Eigenschaften der neuen Umgebung an­paßten, und daß bei dieserAmerikanifierung" viele typische deutsche Merkmale auf die Dauer verloren gingen. Auf Grund neuer Forschungs­ergebnisse ist nun festgestellt worden, daß auch rein körperlich der Rassentypus der Einwan­derer sich im Verlaufe weniger Generationen stark verändert hat. Besonders interessant sind die Untersuchungen von Pros. Boas. Er machte seine Beobachtungen an mehreren Generationen nordamerikanischer Einwanderer, die sich teils aus langschädeligen, teils aus kurzköpfigen Eu­ropäern zusammensetzten. Je länger sie sich nun in Amerika aufhielten, desto stärker änderte sich ihre Schädelform und näherte sich schließlich ei­nem annähernd gleichen Mittelmaß! Die Ein­wanderer verschiedenster Herkunft wurden so all­mählich zu neuenAmerikanern" umgestaltet. Die gleiche Raffenumwandlung beobachteten an­dere Forscher an den ehemals spanischen Bewoh­nern Portorico (Mittelamerika).

Die Untersuchungen der amerikanischen Fär­bet. Der leichtlebige Südfranzose und der ernste.

scher, aus denen zum ersten Male einwandfrei hervorging, daß dauernder Ortswechsel den kör­perlichen Volks- und Rassentypus ändert, stehen heute keineswegs mehr allein da. Gerade über. den Einfluß der vielgestaltigen deutschen Landschaft auf die seelische Eigenart und den Körperbau der deutschen Menschen haben unsere Raffenforscher eine ganze Reihe interessanter und wichtiger Tatsachen festgestellt. So weiß man, daß zwar in den nordeuropäischen Küstengegen- den dieLangköpfe" häufiger, im Binnenlands dagegen die kurzköpfigen Menschen in der Mehr­zahl sind. Wie deutsche Wissenschaftler jetzt an einem großen Menschenmaterial festgestellt ha­ben, entwickeln sich aber Kinder von Eltern, die z. B. aus demkurzköpfigen" Sachsen stammen, zu Langköpsen, wenn sie in demlangköpfigen" Nordwesten geboren und erzogen werden! Aehn- liche Untersuchungen wurden von dem bekannten Berliner Raffenforscher Pros. Eugen Fischer ausgeführt. Er stellte fest, daß die Bevölkerung jener Teile des mittleren Europas, die haupt­sächlich von der alpinen Raffe bewohnt werden, zum Unterschiede vom Norden und Süden vor­wiegend Rundköpfe ausweist; Angehörige ande­rer Raffen, besonders Menschen, die sonst typisch nordische Züge besitzen, gleichen sich dort nach einigen Generationen der alpinen Kopfform an' Die umfangreichen Messungen der amerikanischen Gelehrten haben ferner gezeigt, daß sich durch ständiges Leben auf gemeinsamem Boden nicht nur die Kopfform, sondern auch die Körper­größe der verschiedenen Rasientypen allmählich ausgleichen kann. Besonders interessante Beob­achtungen wurden auch hier wieder an unseren Deutsch-Amerikanern gemacht; es konnte ein­wandfrei festgestellt werden, daß die deutsche» Einwanderer nach zwei bis drei Generationen durchschnittlich etwa 3 Zentimeter größer waren als ihre europäischen Volksgenossen! Aber auch alle anderen Einwanderer sind im Laufe der Generationen wesentlichgewachsen" und näher­

ten sich so dem hochwüchsigen, etwa den Skan­dinaviern vergleichbaren Nordamerikanischen Menschentypus.

Volksseele und Landschaft

eine unzertrennliche Einheit'.

Schon Ernst Moritz Arndt hat sich in einer sehr gründlichen Untersuchung mit den Einflüssen der Landschaft auf die deutsche Volksseele beschäftigt. Seine Erkenntnisse, die er aus ei­ner großen persönlichen Erfahrung, aus einem tiefen Wissen um die Verschiedenheiten der deut­schen Stämme und Landschaften schöpfte, haben sich seitdem immer wieder bestätigt. Besonders fiel ihm auf, daß sich die Unterschiede der Stamm­eigenarten durch die landschaftlichen Verschieden­heiten von Nord und Süd, von Meeresküste und norddeutscher Ebene auf der einen, von süd­deutscher Landschaft und Gebirgsgegend auf der anderen Seite erklären lassen. Die rauhen Wäl­der des Nordens, sein unfreundliches Klima, in dem oft Wind und Nebel herrschen, erschaffen einen Menschentypus, der nicht so heiteren und spielendes Sinnes, wie der Süd- und West­deutsche, das Leben leicht nimmt, in dessen grüb­lerischer und äußerlich kalter Verschlossenheit sich der dunkle Ernst seiner Wälder und der Nebel seiner Ebenen widerspiegelt. Er ist strenge Ar­beit gewöhnt, wie sie die strenge Natur von ihm fordert. Auch in seiner viel härteren Sprache kommt die nordische Sprödigkeit, die das wahre Gemüt oft in eine rauh und grob erscheinende Hülle kleidet, zum Ausdruck.

Die Beobachtungen und Erkenntnisse eines Ernst Moritz Arndt haben jetzt eine naturwissenschaft­liche Grundlage und damit eine Bestätigung er­halten. So konnte man beispielsweise die inter­essante Tatsache feststellen, daß sich der oben er­wähnte Nord-Süd-Eegensatz ganz ähnlich, wenn auch in schwächerer Form als in Deutschland, bei den Franzosen, Engländern und Italienern fin- nüchterne Nordfranzose, der großzügig denkende

Engländer und im Gegensatz dazu der pedantisch genaue Schotte sind Volkstypen, die durchaus dem Charakter ihrer Landschaft entsprechen. Ueber die rassenmäßigen Unterschiede von Nord und Süd teilt der bekannte deutsche Gelehrte Pros. W. Kruse eine Reihe neu entdeckter in­teressanter Tatsachen mit. Pros. Kruse stellt z. V. fest, daß die Augenfarbe im Norden Eu­ropas am hellsten ist und sich in den südlichen Gegenden immer mehr vertieft. Ganz ähnlich verhält es sich mit Haar- und Hautfarbe. Worauf diese Tatsachen zurückzuführen sind, ist allerdings noch ungeklärt. Der verschieden starke Farbstoffreichtum von Haut, Haar und Augen (die sogenanntePigmentierung") hängt wahr­scheinlich von der Tätigkeit besonderer Hor­mondrüsen ab, die ihrerseits unter dem Ein­fluß des Klimas und der Bodenbeschaffenheit stehen. Dadurch erklären sich auch eine Reihe anderer Rassenunterschiede: bekanntlich ist die Anpassungsfähigkeit der einzelnen Raffen an neue klimatische und landschaftliche Verhältnisse sehr verschieden, die nordische blonde" Rasse ist gegen das südliche heiße Klima viel empfindlicher und hält es dort noch viel schwerer aus, als der Südländer oder der Neger in kälteren Gegenden. Wahrscheinlich spielt da­bei die besondere Empfindlichkeit der Haut des blonden (pigmentarmen> Menschen gegen die Sonne eine sehr große Rolle.

Die wissenschaftliche Erkenntnis der Zusam­menhänge zwischen Boden und Volk ist noch ein sehr junges Forschungsgebiet, und alle bis­herigen Ergebnisse stellen deshalb natürlich nur einen Anfang dar. Auf diesen Grundlagen aber beginnt sich jetzt gefördert und vorwärts getrieben durch die nationale Revolution ein stolzes wissenschaftliches Gebäude zu erheben, das uns einen tiefen Einblick in die schicksalshaften Urgründe unseres Volkstums, in die unlösbaren Bindungen von Blut und Boden verschaffen soll.

Dr. D. IVoltsreolc.