Ausgabe 
(21.1.1934) Nr. 20
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Bremer Zeitung, Verlagsgesellschaft m. b. H., Geere» 6 bis 8 / Fernruf: Sammelnummer Roland K25.

Nr. 20 / i. Vierteljahr

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Sprechzeit des Verlages werktäglich

Sonntag, den 21. Januar

Einzelpreis 15 Rpf.

Saar-Einigung im Völkerbundsrat

Ein Kompromiß zwischen der französischen und englisch-italienischen Auffassung

Vaul-Voncour „erläutert" den Ratsbericht

äub. Genf, 20. Januar.

In den Wandelgängen des Völkerbundshauses wurde kurz vor 16 Ühr bekannt, daß der Rat sitz auf eine gemeinsame Erklärung über die Be­handlung des Saarproblems geeinigt habe. Der Rat trat dann noch einmal zu einer kurzen Ee- heimfitzung zusammen und begab sich darauf in die Glasveranda zur öffentlichen Tagung, auf deren Tagesordnung als dritter Punkt stand: „Vorbe­reitende Maßnahmen im Hinblick auf die Volks­abstimmung im Saargebiet". Dabei nahm der Präsident der Regierungskommission des Saar­gebietes am Ratstisch Platz.

Der italienische Berichterstatter verlas nach der Eröffnung der Sitzung den als Kompromiß zwi­schen der französischen «nd der englisch-italieni­schen Auffassung zustandegekommenen Bericht, in -em folgende Erklärung des Rates enthalten ist: „Der Völkerbund billigt die Schlußfolgerung des Berichtes. Er druckt seinen Willen aus, alle Pflichten zu erfüllen, die ihm im Hinblick auf die Vorbereitung der Durchführung der Volks­abstimmung im Saargebiet im Jahre 1835 ob­liegen mit dem Ziele, die freie, geheime und ehr­liche Wahl zu sichern. Er fordert besonders fei­nen Ausschuß auf, im Hinblick auf den Bericht» den der Ausschuß ihr vorlegen soll,

a) Maßnahme» zu suchen, durch die unter An­wendung aller geeigneten Mittel die Ordnungs- mäßigkeit des Wahlganges gesichert werden kann;

b) das Studium solcher Mittel ganz beson­ders in Betracht zu ziehen, durch die die Bevöl­kerung vor jedem Druck und vor der Ausführung seTer Drohung geschützt werden, die die Ehrlich­keit der Abstimmung beeinflussen könnten;

e) Anregungen zu prüfen, die ihm die Regie­rungskommission des Saargebietes unterbreiten könnten, soweit sie die Aufrechterhaltung der Ordnung während der Periode der Volksabstim­mung betreffen.

Der Rat beschließt, die 20 000 Schweizer Fran­ken für die ersten Ausgaben, die durch die Be­fragen von Sachverständigen entstehen könnten, zur Verfügung zu stellen. In dem von Aloifi verlesenen Bericht selbst wird zunächst der Para­graph 34 des Kapitels 3 des Versailler Vertrages wörtlich zitiert, der die Bedingungen der Saar­abstimmung enthält.

Der Bericht weist dann auf die Verantwortung hin. die dem Rat durch diese Bestimmungen zuge­fallen sei. Die Abstimmung müßte im Einklang mit dem zitierten Text des Friedensvertrages nn kommenden Jahre stattfinden. Es wird also ver­mieden, irgendein bestimmtes Datum anzugeben oder auch nur hervorzuheben, daß die Abstimmung unter allen Umständen schon in der ersten Hälfte des Januar 1835 stattfinden muß. Immerhin hebt der Bericht hervor, daß es not­wendig sei, schon jetzt vorbereitende Maßnahmen zu treffen.

Nach Verlesen des Berichtes schlug Aloisi das argentinische Ratsmitglied Eantilo und das spa­nische Ratsmitglied Madariaga als die beiden anderen Mitglieder des Dreierausschusses vor.

Der französische Außenminister Paul- V 0 nc 0 ur ließ es sich nicht nehmen, daraufhin in längeren Ausführungen den Ratsbericht und die Erklärungen des Rates vorn französischen Standpunkt aus zu erläutern und auf die Punkte besonders hinzuweisen, auf die Frankreich Wert legt. Die Abstimmung würde illusorisch sein, wenn zu dieser Zeit die Ordnung nicht aufrecht­erhalten werden könnte. Nach seiner Auffassung

Aufgaben der Komischen Polizei

6nb. München, 20. Januar.

Der Reichssührer der SS. und Kommandeur der Politischen Polizei, Himmler, gewährte einem Vertreter des „Völkischen Beobachters" eine Un­terredung über die Aufgaben der Politischen Poli­zei. Nach wie vor richte sich die Haupttätigkeit der Politischen Polizei, so erklärte Kommandeur Himmler, gegen die marxistischen Verbände, die auch unter der Decke den Nationalsozialismus weiter bekämpften. Die Kommunisten hätten ahne Zweifel eine neue illegale Führerschicht auf­gestellt, die sehr vorsichtig arbeite. Viel schwieri­ger aber sei die Tätigkeit, die sich damit besäße, alle Verstöße gegen das Konkordat zurückzuwei­sen und diese, wenn notwendig, der gerichtlichen Bestrafung zuzuführen. Die Politische Polizei habe die Aufgabe, einen klaren lleberblick zu gewinnen, um jeden versuchten Vorstoß gegen den nationalsozialistischen Staat mit ebenso großer Genauigkeit mit ganzer Wucht begegnen zu können.

habe der nun ernannte Ausschuß alle Vollmachten, um dem Rat später alle hierfür notwendigen Maßnahmen, auch, wie er betonen wollte, außer­ordentlich schwerwiegend vorzuschlagen. Er wies darauf hin, , daß. der . Rat, auch schon früher für den Schutz der Beamten gesorgt hat. In gleicher Weise müsse auch die Bevölkerung geschützt werden.

Deutlich spiegeln sich in diesen Worten die irreführenden und alarmierenden Darstellungen wieder, die durch den Präsi­denten der-Saarkommission, Knox, selbst und durch die hier anwesenden Vertreter der saarlän- dischen Landesverräter gemacht worden sind. Im übrigen billigte Paul-Boncour den von Aloisi ver­lesenen Bericht.

Lab. Berlin, 20. Januar.

Das Schicksal des Saargebietes, das in knapp Jahresfrist durch die Volksabstimmung entschieden werden muß, beherrscht die Öffentlichkeit Deutschlands und der Welt, obgleich über den Ausgang der Abstimmung kein Zweifel bestehen

- ' änb. Genf, 20. Januar.

Das „Kleine Präsidium" der Abrüstungs­konferenz hat sich Sonnabend mittag nach ergebnislosen Verhandlungen auf den 13. Febr. vertagt. Im übrigen hat man sich über keinen weiteren Termin endgültig einigen können. Ins­besondere nicht für den Wisderzusammentritt der Konferenz selbst. Die Einberufung des „Kleinen Präsidiums" am 13. Februar soll voraussichtlich nach London erfolgen. Gleichzeitig hat man die Einberufung des Präsidiums selbst für die sich daran schließende Woche ins Auge gefaßt.

Ueber die Gründe für die überraschende Ab­reise des englischen Außenministers Sir John Simon nach London werden verschiedene Vermu­tungen geäußert. In französisch orientierten Kreisen läßt man durchblicken, daß der englische Außenminister etwas verärgert abgereist sei, weil er weder in der Saarfrage, noch in der Ab­

kaun. Das Saargebiet ist ein nach Sprache, Sitte, Kultur, Geschichte und Recht rein deutsches Gebiet.

Mit größter Deutlichkeit gaben die vom Ver­trauen der deutschen Bevölkerung an der Saar getragenen Führer der Deutschen Front dieser Ansicht Ausdruck in einer Kundgebung, die am Sonnabend in Berlin auf Veranlassung des Reichsverbandes der Lehrer an gewerblichen Be­rufs- und Fachschulen stattfand. Der Kundgebung wohnten Vertreter verschiedener Reichs- und Staatsministerien bei. Der Gesang ves Saar- Liedes leitete die Kundgebung ein. Reichsver­bandsführer Gert bezeichnete als Zweck der Kundgebung den Willen, den Kämpfern an der Saar zu zeigen, daß das deutsche Volk hinter ihnen stehe. In einem einleitenden Vortrag wurden die geschichtlichen Grundlagen des Saar­problems behandelt. Der Führer der deutschen Gewerkschaftsbewegung im Saargebiet, Kiefer, sprach über das Arbeitertum, als dem größten Teil der Saarbevölkerung. In der Zeit der Ee-

rüstungsfrage seinen Standpunkt habe durchsetzen können.

Ueber die Sitzung des Kleinen Abrüstungsprä­sidiums ist ein Bericht veröffentlicht worden, der besagt, daß die Genfer Abrüstungsausschüsse vor­läufig nicht zusammentreten werden. Es ist be­schlossen worden, daß in Anbetracht der beste­henden Meinungsverschiedenheiten über einige wichtige Fragen auf diplomatischem Wege durch die verschiedenen Staaten Anstren­gungen unternommen werden sollen, um die Mei­nungsverschiedenheiten zu vermindern.

Das Datum für die Wiederaufnahme der Sitzungen der Abrüstungsausschüsse soll vom Kleinen Abrllstungspräsidium festgesetzt werden. Das Kleine Präsidium ist der Auffassung, daß angesichts der Fortschritte, die ihm mitgeteilt worden sind, es nicht empfehlenswert sei, die Aktion durch eine sofortige Wiederaufnahme der Konferenzarbeiten zu unterbrechen. Die beteilig-

gsworden ist, von welchem wunderbar« Segens­ströme auf alle Gebiete ausstrahlen.

Der Kanzler hat es oft ausgesprochen, daß die kulturelle Mission des deutschen Volles nur eine friedliche sein kann. And er hat dem französischen Volke gesagt, daß noch niemals ein so ehrliches, von der Gesamtheit einer großen Nation ge­tragenes Angebot an dieses Nachbarland gerichtet wurde, unter die vielhundertjährigen Kämpie einen endgültigen Strich zu machen.

Wir wünsche», das Dritte Reich der Deutschen zu einem Garanten des europäischen Friedens zu machen, weil wir wissen, daß die ungeheuren sozialen Spannungen, die aus allen Ländern

300 000 Mann, auf französischer, in Anleh­nung an den MacDonald-Plan, 200000Mann genannt; in der Frage des Kriegsmaterials ist gleichfalls die quantitative und qualitative Verbesserung der Verteidigungswaffen grund­sätzlich „zugestanden", und was den Zeit­punkt der Rüstungsumstellung betrifft, so sieht der französische Plan wieder eine Ueber- gangsregelung vor, die Deutschland bei der Ausrüstung seines Heeres nicht sofort den Normalstand erreichen läßt.

Man sieht sogleich, wo sich die Schwierig­keiten am höchsten türmen: die Uebergangs- zeit ist, auch wenn der Ausdruck im französi­schen Memorandum bewußt nicht gebraucht ist, nichts anderes als eine entehrende Probe­zeit, die dem Sinn grundsätzlich zugestande­ner Gleichberechtigung widerspricht. Deutsch­land wird, auch wenn der Ton seiner Ant­wort nach übereinstimmenden französischem und englischem Urteil „außerordentlich höf­lich" ist, einer Bewährungsfrist unter keinen Umständen zustimmen. Die nationale Ehre verbietet hier ein Kompromiß, daneben aber auch die praktische Erwägung, daß die Um­stellung der Reichswehr auf ein Milizheer ohne sofortige wehrpolitische Gleichstellung eine Zurückverfügung Deutschlands sogar noch unter seinen jetzigen unvollkommenen Rüstungsstand bedeuten würde.

fahr, führte er aus, sei die Stimme des Blutes in jedem einzelnen Volksangehörigen wach geworden. Der Unternehmer habe sich neben den Arbeiter, der Bauer neben den Akademiker, der Katholik neben den Protestanten gestellt.

Das Kulturleben an der Saar behandelte Dr. Schweig. Matt^ mühte erst seinen Anmut überwinden, meinte er, wenn man als Saarländer gezwungen sei, sein deutsches Volkstum und seine nationale Zugehörigkeit vor der Welt ver­teidigen zu müssen. Das Saargebiet sei ein alter Bestandteil des Deutschen Reiches, und es gebe dort überhaupt nichts anderes als deutsches Kulturleben und deutsches Volksleben. Die Sprachgrenze laufe 40 bis SO Kilometer westlich der französtsch-saarländischen Grenze. Die fran­zösische Propaganda habe seit der Besatzung in besonderer Weise zunächst bei der Kirche und der Schule ihr Glück versucht. Das sei ihr sowohl bei der evangelischen wie bei der katholischen Kirche mißglückt. Auch in der Schulsrage hätten die Franzosen die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Das Deutsche Reich habe eine Propaganda im Saargebret überhaupt nicht nötig. Für das Ab­stimmungsjahr sei man im Saargebiet geistig, seelisch und wirtschaftlich gerüstet. Die entscheidende Kraftprobe bestehe darin, äußerste Disziplin zu halten, im Bewußtsein des Rechtes, der engen Kulturverbundenheit und der politischen Zuge­hörigkeit zum Reich. So erwarte das Saaroolk den Tag, da es zur Wahlurne gerufen werde.

ten Regierungen sollen eingeladen werden, den Präsidenten der Abrüstungskonferenz bis zum 10. Februar über die Lage auf dem laufenden zu halten, damit das Kleine Abrüstungspräsi­dium am 13. Februar zusammentreten kann, um die Einberufung des Abrüstungsbüros entweder sofort fortzusetzen, oder die Frage einer Ver­tagung ins Auge zu fassen, oder um die Vorbe­reitung der Tagesordnung des Hauptausschusses zu ermöglichen.

änb. London, 20. Januar.

Außenminister Sir John Simon ist am Sonn­abend von Genf wieder in London eingetroffen. Von Paris aus benutzte der Minister ein Flug­zeug. Sir John Simon begab sich sogleich nach Downingstreet, wo er eine Unterredung mit dem Premierminister hatte. Man erwartet; daß das Kabinett am Dienstag zu einer Sitzung zusam­mentreten wird.

lasten, nur in friedlicher Aufbauarbeit über­wunden werden könne».

Wir wollen am Ende dieses ersten Jahres in aller Schlichtheit eine Bilanz des Begonnenen und des schon Erreichten ziehen und wollen diese Bilanz den anderen Völkern vorlegen, damit sie daraus sich ihr Urteil formen können. Wir wünschen weder Lob noch Anerkennung. Wir wünschen nur, daß auf Grund dieser Bilanz die Umwelt sich ein Urteil darüber bildet, ab man Deutschland als geistigen und wirtschaftlichen Faktor des Weltgeschehens übersehen oder aus­schalten kann. Wir sind der Ueberzeugung, daß beides unmöglich ist.

Bevor nicht eine ausführliche amtliche Ver­öffentlichung beider Dokumente erfolgt ist verbietet es sich, auf Einzelheiten der Ver­handlungsmaterie einzugehen. Nur ein „Zugeständnis" Frankreichs sei hier schon herausgegriffen: die Bereitwilligkeit die Zahl seiner Flugzeuge um die Hälfte zu ver­ringern. Das erscheint auf den ersten Blick sehr entgegenkommend, büßt aber sofort seine propagandistische Wirkung ein, wenn man er­fährt, daß Deutschland nach wie vor keine militärischen Flugzeuge „zugebilligt" werden sollen. Die französische Luftflotte ist so außer­ordentlich stark — sogar England fühlt sich von ihr bedroht — daß Deutschlands Sicher­heit auch bei ihrer Halbierung nur auf dem Papier stehen würde. Es gewinnt von neuem der Eindruck die Oberhand, daß Frankreich nachdem es den Gedanken der wirklichen Ab­rüstung für sein eigenes Heer erst wieder durch den Mund des Ministerpräsidenten Lhautemps von sich gewiesen hat, Deutsch­land bei der Erfüllung seiner Sicherheits­forderung nicht das gleiche Recht zukommen lassen will. In der dem französischen Bot­schafter überreichten Antwort, davon sind wir überzeugt, wird dem gegenüber trotz des höf­lichen Tones deutsch gesprochen worden sein.

„Garant -es europäischen Friedens"

Vizekanzler von Vapen über Sie Ausgaben des Dritten Reiches

ckvd. Kottbus, 20.' Januar.

Auf einer von der NSDAP. und der Bezirks­gruppe Kottbus des Stahlhelm veranstalteten Reichsgründungsfeier sprach am Sonnabendnach­mittag Vizekanzler von Papen. Vor unser Auge tritt, so führte er aus, neben den 18. Januar der 30. Januar und neben das Jahr 1871 das glück- hafte Jahr 1833. Wir schätzen uns glücklich, daß in letzter Stunde dem Volke eine Führer- persönlichkeit entstand, die uns mit harter Hand von dem nahen Abgrund zurückriß. Mit Stolz dürfen wir schon heute sagen, daß die deutsche Nation unter der Hand ihres jungen Führers wieder ein geistiges Kraftzentrum

Deutsche Antwort

IM. Die deutsch-französische Aussprache ist durch Ueberreichung der deutschen Antwort-auf das Pariser Memorandum in ein neues Sta­dium getreten. Im Gegensatz zu den französi­schen Stellen hält sich die deutsche Regierung an die Abmachung, den Wortlaut sowohl des sicke memone wie der deutschen Antwort streng vertraulich zu behandeln. Obfchon so im- wesentlichen nur Veröffentlichungen des französischen Nachrichtenbüros und des mit dem Pariser Außenministerium in enger Fühlung stehenden „Petit Puristen" vorlie­gen, zeichnen sich doch auf der Schattenwand des Meinungsaustausches die einzelnen Ver­handlungsgegenstände und die mehr und mehr hervortretenden Schwierigkeiten be­reits scharf ab.

Es geht in der Hauptsache — was wir hier zunächst nur zum Zwecke der Information registrieren wollen — um drei Punkte: um die Ziffernmäßige Erhöhung des deutschen Heeres, die Erfüllung der deutschen Ansprüche aus Verteidigungswaffen und die Festsetzung des Zeitpunktes für diese „Rüstungs- angleichung". Hinsichtlich der Stärke des deutschen Heeres, das in ein Milizheer um­zuwandeln sei, werden auf deutscher Seite

Neues Abrüstungs Fiasko

Das Kleine Vräfibium vertagt sich / Nie Meinungsverschiedenheiten sollen

aus diplomatischem Wege beseitigt werben

Neuer Seist im Bauerntum

Soeben findet in Weimar der erste Reichs­bauerntag des nationalsozialistischen Deutsch­lands statt. Der 1. Oktober 1933 mit seiner gewaltigen Feier auf dem Bückeberg stellte ein geschlossenes, eindrucksvolles Bekenntnis des gesamten deutschen Bauerntums zu dem Führer Adolf Hitler und seinem politischen Werk dar. Demgegenüber ist der Reichs­bauerntag in erster Linie eine Arbeits­tagung der Bauernführer, die aber nicht weniger eindrucksvoll und zukunft- weisend sein wird.

Der Nationalsozialismus hat die Erkennt­nis wieder wachgerufen, daß das Bauern­tum die Grundlage der Nation, die Grundlage jeden völkischen Lebens über­haupt ist. Wohl an keinem Stand hat sich das vergangene System derart versündigt, wie ge­rade am deutschen Bauern. Deshalb zeigt auch nichts so deutlich wie gerade die Bauerngesetz­gebung des Dritten Reiches die Tatsache, daß der Nationalsozialismus erst wieder unser Volk zu seinen eigentlichen Grundlagen zu­rückführen mußte.

Marxismus und Liberalismus hatten Hand in Hand fast systematisch die Ernährungs­grundlage unseres Volkes zerstört. Durch ihre Preispolitik und ihre agrarseindliche Propa­ganda war zwischen Bauer und Ar hei­ter,zwischenStadtundLand eine Kluft aufgerissen, die nur noch mit dem von den gleichen Kräften hochgezüchteten Klassen­gegensatz zwischen Arbeiter und Bürger zu vergleichen war. Die Verständnislosigkeit, mit der man den Notwendigkeiten, ja den Nöten der Landwirtschaft gegenüberstand, war nicht mehr zu überbieten.

beiters in die Nation symbolisch vl zogen und die Bedeutung des Arbeitertu: für die Volksgesamtheit zum Ausdruck > bracht wurde, dem entsprach für das Baue: tum der 1. Oktober, durch den jene Kluft zi scheu Stadt und Land beseitigt und in d Volk die Erkenntnis hineingetragen wur daß die Gesamtheit ohne einen gesunden, Boden verwurzelten Bauernstand ni lebensfähig ist. Der Reichsbauerntag aber s die Auswertung der bisher erreichten für i weitere Arbeit der bäuerlichen Selbstverw tung bringen.

Die Leistungen im ersten Jahr nation sozialistischer Agrarpolitik sind gewaltig, ist gelungen, das Bauerntum vor d Vernichtung zu bewahren und Voraussetzungen für eine allmähliche wi schaftliche Gesundung zu schaffen. Wie die s beit nicht mehr als Ware behandelt wer) darf, so ist auch jene liberale Gesinnung üb wunden worden, die im Boden nur ein ! jekt des Handels sah.

Aber das Ziel nationalsozialistischer Agr polrtik ist nicht allein Erhaltung des Vest> des, sondern darüber hinaus Neuschö fung. Die große Ausgabe der Verbrk terung der E r n ä h r u ng s g r u n läge unseres Volkes, der Neubildung de schen Bauerntums birgt außerordentliche ' kunftsausgaben in sich. Deutsche Mensü sollen wieder den Weg zur eigenen Schi geführt werden Auch dies ist nicht eine w: schaftliche Angelegenheit, sondern letztes - ist hier die biologische und rassische G fund ung unseres V 0 lkes. Wir wisj daß das nur geschehen kann mit Hilfe des funden bäuerlichen Menschen.

Es ist ein neuer Geist, der diesen ers Reichsbauerntag im nationalsozialistisö Staate beherrscht, eine neue Auffassung v Wesen eines Volkes, seines Bauerntums > seiner Wirtschaft, die nichts mehr zu tun mit den Anschauungen der vergangenen Z Das Bauerntum ist zum T r ä g e r d e r v c kischen Gesundung der Nation worden.

L—.

Austakt zum Bauerntag

änb. Weimar, 20. Januar.

In der festlich geschmückten, 3000 Personen fassen­den Weimar-Halle, sie bis auf den letzten Platz besetzt war, wurde am Sonnabendvormittag der deutsche Reichsbauerntag feierlich eröffnet. Staats­sekretär Willikens begrüßte im Namen des Reichsbauernführers die Teilnehmer Er betonte daß am heutigen Tage das, gesamte deutsche Bauerntum diesseits und jenseits der deutschen Reichsgrenzen nach Weimar blicke, wo der Reichs­nährstand zum ersten Male im neuen Reich seine Ziele und seine agrarpolitische Ecsamtrichtung be­kannt geben wolle.

Im Namen der thüringischen Staatsrcgierung sprach für den erkrankten Ministerpräsidenten Marschier Staatssekretär Wächter. Er hieß die deutschen Bauern und ihre Führerschaft in Wei­mar und Thüringen herzlich willkommen.

Im Anschluß sprach der thüringische Landes- baucrnführer Peuckert, dessen Worte vor allem ein klares und vom Herzen rammendes Bekennt­nis zum Reichsbauernführer Darre waren Nach­dem sodann Hauptabteilungsleiter Motz mit kur­zen Worten die Bedeutung des Films „Blut und