Ausgabe 
(30.1.1934) Nr. 29
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-er Freien Hansestadt vremen

Nr. 2y / i. Vierteljahr

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Dienstag, den Zv. Januar

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/^in Jahr ist heute seit dem Tag ver- gangen, an dem der greise General- feldmarschall den Führer der nation also- zialistischen Kampfbewegung, Adolf Hit- ler, in die Macht berief. Ein Rückblick auf die gewaltigen Erfolge dieser einjähri­gen nationalsozialistischen Staatsführnng könnte uns die Berechtigung geben, den heutigen Tag zu einem Fest der Freude und des Jubels über das Errungene zu gestalten, den Tag des Wendepunktes in der deutschen Geschichte festlich zu begehen. Doch jeder echte Nationalsozialist, der heute mit reinem Gewissen von sich sagen kann, daß er Tag für Tag an dem großen Werk des Neubaues mitgearbeitet hat, fühlt instinktiv, daß es nicht zu dem Ernst dieses Tages und zu dem Sinn unserer Be- wegung paffen würde, eine Siegesfeier mit allen Aeußerlichkeiten zu veranstalten. Wir verzichten auf rauschende Feste und bilden einen eisernen Ring der Gefolgschaft um den Führer, dem wir den großen Sieg «nd das neue Reich verdanken.

Wir treten heute am Jahrestage der deutschen Revolution vor unser Volk hin und legen ihm Rechenschaft ab über unsere Arbeit. Stelz und glücklich über das Er­reichte, aber noch mehr erfüllt von dem un­gebrochenen Willen zum Ziel —, mit diesen Gefühlen verlassen wir das erste Jahr na­tionalsozialistischer Staatsführung. Wir richten den Blick stets nach vorn. Wir treten an zu neuem Kampf, zu unablässi­gem Weiterringen für das, was noch ge­schaffen, was noch erreicht werden muß.

Der 30. Januar 1933! Was Jahre um Jahre hindurch der Sinn des Kampfes und die Sehnsucht taufender, unbekannter Män­ner war, die sich wegen ihrer Idee ver­spotten lassen mußten, die den Terror der Straße, den Boykott der Anderen und den Gummiknüppel der Polizei zähnknirschend ertrugen, das wurde an diesem Tage Wirk- lichkeit. Der Reichspräsident ernannte Adolf Hitler zum Reichskanzler. Von diesemTageanhatdiedeutsche Geschichte wieder einen Sinn bekommen. Ein deutscher Mensch, der seinem Lebensschicksal wie in seinem

Heil Eitlen!

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ganzen Wesen das ist, was jeder anstän dige Deutsche in seinem tiefsten Innern als sein eigenes Schicksal und seine eigene Sehnsucht empfand, ist Führer des Volkes geworden.

Ein Sturm der Begeisterung, ein Auf- atmen ging durch das deutsche Land. Aber in den Freudentaumel des 30. Januar fiel ein bitterer Tropfen: Zur selben Stunde, als die brennenden Fackeln das Dunkel der siegreichen Nacht durchbrachen, fiel in Berlin noch einer der Unseren, Sturm­führer Hans Maikowsky, den Bolsche- wistenkugeln zum Opfer. Heute, wo wir

zurückblicken auf das erste Jahr im neuen Staat, gedenken wir in Ehrfurcht all der Kameraden, durch deren Opfertod der Weg zur Machtübernahme bereitet wurde, die ihr Höchstes, ihrLebenfürihrVolk hergaben damit dieses Volk einer besseren Zukunft entgegengeführt werde.

Zwölf Monate find seit jenem Tage vergangen, an dem ein einiger Deutschland dem unbekannten Gefreiten des Weltkrieges zujubelte. In die Geschichte wird der 30. Januar 1933 für ewig als der Tag der deut- s ch e n Schicksalswende eingehen. Das junge und das alte Deutsch land wurden eins. Im Leben des Reichspräsidenten von Hindenburg stehr dieser Taa au dem er den wahren Willen des deutschen Volkes erkannte als arößtes Ruhmesblatt geschrieben. Die letzten Jahre erweckten de, Eindruck als sollte der Lebensabend dieses Repräsentanten einer ruhm­vollen deutschen Geschichte von einem tragischen Geschick verdunkelt sein, als sollte in unserem Zeitalter die altdeutsch« Sage von Hüdebraud und

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Hadubrand wieder aufleben und ein lachender Dritter der Sieger bleiben. Durch den ewigen Bund des 3 0. Ianuar ist dem deutschen Volk dieses Unheil erspart geblieben.

Das erste Jahr nationalsozialistischer Staatsführung ist das Jahr einer inneren, geistigen und politischen Wandlung unseres Volkes, es ist das Jahr der deutschen Revolution. Die Auffassungen von Volk und Politik, von Kultur und Wirtschaft, vom Leben überhaupt haben sich grundlegend gewandelt. Parlament und Parteien wurden vernichtet, aus den sich bekämpfenden Gewerkschaften wurde eine geschlossene Einheit, die Gegensätze zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer überbrückte die Deutsch: Arbeitsfront; Bauern, Gutsbesitzer und Landarbeiter vereinigt heute dei Reichsnährstand; die Einheit der deutschen Berufsstände wurde geschaffen

Systematisch wurde vom Staat der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geführt mit dem Erfolg, daß wir heute zwei Millionen Erwerbslose

weniger zählen. Die Fülle der einzelnen Maßnahmen, die wir in dem ersten Jahr des Umbaues der Nation erlebten, könnte den Blick für das Gigantische des Gesamt- geschehens trüben. Welch Uebermaß an Ar- beit mußte geleistet werden, um so schnell vorwärts z« kommen!

Es gibt keine Bayern, Württemberger, Preußen, Thüringer, Sachsen und Schwa­ben mehr — es gibt nur noch Deutsche, die im Nationalsozialismus ihr staatspolitisches Bekenntnis sehen. Der Traum ging in Erfüllung: Deutschland wurde eine Einheit.

Die innerliche Wandlung und Festig­keit des deutschen Volkes konnte nicht ohne ' Einfluß auf das Verhältnis zu den an­deren Nationen bleiben. Ein heroischer Kampf wurde um unsere Ehre und Gleich­berechtigung geführt. Dem gewaltigen Volksbekenntnis vom 12. November konnte sich das Ausland nicht mehr entziehen. Der am Freitag vergangener Woche zwischen Deutschland und Polen auf zehn Jahre ab­geschlossene Verständigungspakt hat der Welt aufs neue klar und eindeutig gezeigt, daß die nationalsozialistische Regierung es mit ihrem Friedenswillen ernst meint. — Am Ende des ersten Abschnittes des Vierjahresplans können wir feststellen, daß Deutschland langsam wieder im Be­griff ist, sich den internationalen Respekt zu verschaffen, auf den es Anspruch hat.

Die praktische Verbindung mit der Welt stellt ein geregelter Außenhandel dar, der nicht nur mit dem Ausland erfolgreiche Beziehungen herstellt, sondern auch die un­mittelbaren und mittelbaren Rückwirkun­gen auf Handel und Wirtschtft des In­landes hat, die notwendig sind. Es gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben, an deren Durchführung die Regierung Adolf Hitler sofort nach der Machtübernahme ging, diese Beziehungen, die nur mit größ­ter Mühe aus den Kreisen von Handel und Schiffahrt vor dem gänzlichen Ver­sanden bewahrt wurden, wieder in ge­ordnete und gesunde Bahnen zu lenken. Mit Hilfe der Regierung konnten die Schiffahrtsgesellschaften ihre aufliegenden Schiffsparks revidieren, konnte auf Grund von Verträgen ein Austauschverkehr von Gütern neu angebahnt werden, konnten die brachliegenden Anlagen unserer Häfen, die ergänzt und erneuert wurden, wieder in Betrieb genommen werden. Aus unzähli- gen Anschlußgewerben kommt das freudige Aufatmen: Es geht wieder auf- wärts!

Gewaltiges also hat die Regierung Hit­ler in diesem ersten Jahr ihres Wirkens ge­schaffen. And wenn wir auch erst inmitten des Gesundungsprozesses stehen, den unser Volk durchmacht, so wissen wir doch, daß es das entscheidende Jahr gewesen ist, das nun hinter uns liegt. Nun heißt es, auf den neuen Fundamenten aufzubauen und nicht auf ihnen auszuruhen. Der Nationalsozialist sieht nicht nur die zwei Millionen deutscher Arbeiter, die wieder Arbeit und Brot gefunden haben, er sieht vor allem die vier Millionen Arbeitslosen, die es noch in den Prozeß der Arbeit einzugliedern gilt. Für diese noch notleidenden Volksgenossen wurde das Winterhilfswerk geschaffen, eine grandiose Demonstration so- zialer Hilfsbereitschaft eines ganzen Volkes, das sich auf seine Zusammen­gehörigkeit besonnen hat.

Das erste Jahr des nationalsozialistischen ^Staates war das Jahr der Lende, das zweite soll daher das Jahr des Aufbaues heißen: Im schaffen allein liegt das Glück und die Zukunft unseres Volkes. And was in Kampf und Tat begonnen, wird nun im Kampf und Tat sich vollenden. Leege.

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