Ausgabe 
(29.9.1933) Nr. 262
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

1 k. 262 Jahrgang 1933

6^8- Sprechstunden

Roland Nr. 62L328. Bankkonten^ ^ lchr. Fernsprecher:

n- Privatbank, Deutsche Antioauiabank^Nn»?^!?^ in Bremen, Commerz. Die BNA erscheint 'S lich mor ens mkr ^H°>"burg 747 38. ^ monatl- RM. 2.30 einschließt. Botenkobn und kostet

d«Preisum42Rpf.Zustellqeld. erhö.ht^ch

Bremen. Freitag, den 29 . September 1933 ELnzelpeeiS 15 Vts.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013. auswärts RM. 0.17,- im Textteil RM. 0.75, auswärts RM. 1.,- Stellengesuche RM 0 08- Familienanzeigen, Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 008- sonstige kleine prwate Anzeigen bis zu 20 wio bei Vorauszahlung lohne Rabatt, RM. 0.08. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit. Anzeigen- schlutz 13 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. ha, der Bezieher keinen Anspruch aus die Rückzahlung des Bezugspreises.

Goebbels appe Mert an das Weltaewisfen

Die Völkerbundsstaöt unter dem Eindruck der ersten Rede eines nationalsozialistischen Ministers

Wens, 28 . September.

Der Presseempfang, den heute nachmittag der Reichspropagandaminister Dr. Goebbelsfür die internationale Presse in Genf veranstaltete, war das große Ereignis im Verlauf der d.esiährigen Völkerbundsversammlung. Selten hat in Genf ein Staatsmann so das In! t-r-sse der internationalen Welt gefesselt, wie die Gestalt des deutschen PropagandamiNlsters, der heute Persönlichen Kontakt mit den Vertretern der öffentlichen Mei- Landern genommen hat. Für den Nachmittag war auch eine öffentliche Sitzung des Volkerbundsrates angesetzt worden. Die Journalisten, die zu der Völkerbundversammlung aus allen Teilen der Welt gekommen sind, wollten sich aber die Gelegenheit nicht entgehen lassen, eme der markantesten Persönlichkeiten des neuen Deutschland kennenzulernen.

Gewaltiger Andrang der Weltpresse

Der Andrang im Hotel Carltou, dem Sitz der deutschen Delegation, war schon eine halbe Stunde vor der für den Empfang festgesetzten Stunde Lberrascheudgrotz. Ungefähr 300 Journalisten wohnte» dem Empfang bei. Außerdem waren die Mitglieder der deutsche» Dele­gation mit Freiherr« von Neurath ander Spitze sowie zahlreiche Beamte des Völkerbunds­sekretariates und des Internationalen Arbeitsamtes erschienen. Geheimrat Asch mann von der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes begrüßte im Namen der deutschen Delegation die Erschienenen.

Sodann ergriff

Reichsminister Dr. Goebbels

hatte. Der Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung zur Macht war während ihrer Oppo­sition eine einzige fortdauernde Auseinander­setzung mit den Problemen des Marxismus,

bezw. des Bolschewismus. Wem die Methoden, mit denen wir dem bolschewistischen Ansturm begegneten, zu hart erscheinen, der möge sich vor Augen halten, was geschehen wäre, wenn es um­gekehrt gekommen, wovor der Nationalsozia­lismus Deutschland und Europa bewahrt hat, um ein gerechtes Urteil auch über diese Frage fällen zu können. Es steht jedem Ausländer frei, deutsche Konzentrationslager zu besuchen, um sich ein Bild zu machen, daß hier alles andere als Grausamkeit und Brutalität obwalten.

Die disziplinierteste Revolution der Welt

Was der Welt am unverständlichsten erscheint, das ist die Tatsache, daß dieser Prozeß rei - bungs- und Wider st andslos vor sich ging und daß er nicht etwa zu einer Entfrem­dung zwischen Regierung und Volk führte, sondern nur zu ihrer tieferen Verständigung.

Es kann nicht Sinn und Zweck der Demokratie sein, Probleme nur zu diskutieren, aber nicht zu lösen. Sie würde das größte Unglück für die Völker bedeuten, wenn sie sich darauf beschränkte,

Krisen lediglich festzustellen, ohne den Versuch zu unternehmen, sie zu überwinden. Das gilt sowohl innen- als auch weltpolitisch. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß, wäre in den vergangenen 14 Jahren die Demokratie dahin verstanden worden, den Auftrag der Völker autoritär zum Segen und zum Glück der Völker durchzuführen, es um Europa wahrscheinlich besser bestellt sein würde, als es tatsächlich der Fall ist.

Kann denn jemand im Ernst glauben, daß über 60 Millionen Menschen, daß ein ganzes Volk, das immerhin nicht zu den schlechtesten der Welt gehört, vom Taumel des Wahnsinns be­fallen sei, und meint man, daß eine Regierung, die die Macht besitzt, sich auch die Liebe und An­hänglichkeit des Volkes durch Gewalt und Terror erzwingen könnte?

Der Ausbau, den wir zielbewußt und mit ju­gendlicher Kraft begonnen haben, ist auf weite

Sicht eingestellt.

Die Welt aber hat allen Grund, sich ehrlich und unvoreingenommen mit dieser neuartigen Er­scheinungsform der Staatsgestaltung ausein­anderzusetzen, die keine andere Absicht verfolgt, als Deutschland mit eigenen Mitteln aus der Krise zu lösen und damit aus den Sorgen der Welt zu entlassen.

Unser Ausbau aus weite Gicht eingestellt

das Wort zu feiner Rede über das nationalsozia- lisüsche Deutschland und seine Aufgaben für den Frieden der Völker. Einleitend dankte der Mi­nistet der Schweiz und der Stadt Genf für die gewährte Gastfreundschaft. Er führte u. a. aus: Es ist die stets bewährte Gastlichkeit der Schweiz und der Stadt Genf, die mir die will­kommene Möglichkeit gibt, zu Ihnen zu sprechen. So kurz mein erster Aufenthalt in der Völker- bundsstadt an sich auch bemessen sein muß, so hatte ich doch schon Gelegenheit, mit dem Leiter der schweizerischen Außenpolitik, Bundesrat Motta, in.persönlichen Gedankenaustausch zu treten. Die Stunden des Zusammenseins mit diesem hervorragenden Staatsmann werden mit zu den wertvollsten Erinnerungen an meinen ersten Genfer Aufenthalt zählen.

Mit Schmerz und Enttäuschung hat das deutsche Volk in den vergangenen Monaten die Beobachtung gemacht, daß das Werden'des nati­onalsozialistischen Staates und seine positiven Rückwirkungen auf die wirtschaftliche und poli­tische Gestaltung der deutschen Nation in der Welt vielfach Verständnislosigkeit, Mißtrauen oder gar Ablehnung gefunden haben.

Das deutsche Volk ist sich aber im klaren darüber, daß das nicht nur auf Mangel an gutem Willen seitens der öffentlichen Meinung der Welt zurückgeführt werden kann.

Ich erachte es deshalb für meine wichtigste Aufgabe, das Werden des nationalsozialistischen Staates zu erläutern, seine Auswirkungen für die praktische Innen- und Außenpolitik in kurzen Zügen darzulegen und damit wenigstens ein ge­wisses Verständnis zu wecken für das, was sich in Deutschland zugetragen hat.

Die Welt lebt heute vielfach in der Auffassung, als habe die nationalsozialistische Bewegung mit Gewalt und unter Anwendung von rücksichts­losem Terror die Macht an sich gerissen, um sie brutal gegen ihre innenpolitischen Gegner aus­zunutzen/ Diese Auffassung wider­spricht dem tatsächlichen Verlauf der Dinge.

Schon vor ihrer Machtübernahme war die nationalsozialistische Bewegung die weitaus größte und in ihrem Massenan- hang die einflußreichste Partei des parlamentarischen Deutschland. Sie wurde legal in die Verantwortung berufen und sie hat legal ihre Machtpositionen ausgebaut Volk und Regierung in Deutschland sind eins.

Der Wisse des Volkes ist der Wisse der Regierung und umgekehrt

Der moderne Staatsaufbau in Deutschland ist eine veredelte Art von Demokratie, in der kraft Mandats das Volk autoritär regiert wird, ohne daß. die Möglichkeit gegeben ist, durch parlamen­tarische stwisckenschaltungen den Willen des Volkes nacki oben hin zu verwischen oder un­fruchtbar zu machen.

Wir übernahmen die Macht in einem Zeit­punkt, in dem die Arbeitslosigkeit in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht hatte, in dem der Bolsch wismus drohend vor den Toren des Reiches stand und die welt­anschauliche Krise des deutschen Volkes schon zur Zerreißung jeder nationalen Bindung geführt

Ein Vorwurf, der am häufigsten gegen das nationalsozialistische Deutschland erhoben wurde, ist der, daß seine Behandlung der Judensrage den Gesetzen der Humanität zuwiderlaufe und deshalb in der ganzen Welt auf Verständnis­losigkeit gestoßen sei. Auch darüber sei mir ein offenes Wort gestattet, vor allem im Hinblick darauf, daß die Judenfrage ja an sich die ganze Weltöffentlichkeit auf das tiefste bewegt und in ihrer parteiischen Darstellung vielfach von vorn­herein die Möglichkeit für das Verständnis des jungen Deutschland verbaut. Ich stehe nicht an, offen zuzugeben, daß im Verlaufe der nationalen Revolution in Deutschland gelegentliche Hebel­griffe seitens unkontrollierbarer Elemente ge­schehen sind, dasaberistnichtdasAus- schlaggebende.

Wenn die Deutsche Regierung die Auseinandersetzung mit der Ju­den frage auf gesetzmäßigem Wege vornahm, so hlte sie damit die humanste und loyalste Methode. Unverständlich aber scheint es uns einerseits, gegen diese Abwehr- aktioninDeutschlandzuprote st Le­ren, andererseits aber sich zu wei­gern, den von Deutschland abwan­dernden jüdischenUeberschuß auf­zunehmen.

Nichts liegt dem Nationalsozia­lismus ferner, als eine billige Rache zu üben.

Er hätte dazu die Macht und die Möglichkeit gehabt. Wenn er es.nicht tat, so aus dem ehr­lichen Willen heraus, eine tatsächliche und prak­tische Lösung der Judenfrage zu finden, die zweifellos zu einer endgültigen Klärung auch in dieser Beziehung führen könnte.

Unerträglich aber scheint es uns, daß die Greuelmärchen, die seitens jüdischer Emi­granten im Auslande verbreitet werden und gar zu der allen bisherigen Gepflogenheiten der öffentlichen Meinung hohnsprechenden Unterstellung führten, Mitglieder der deutschen Regierung selbst hätten aus Parteigründen den Reichstag in Brand gesetzt, unbesehen von einem Teil der Weltpresse mit übernommen wurden. Es würde nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Welt zum Segen gereichen, wenn die Kritik an den Vorgängen in Deutschland sich auf das wirklich Tatsächliche beschränkte und von vornherein jede gesinnungsmäßige Antipathie ausschaltete. Wir haben in keiner Beziehung die Wahrheit zu scheuen.

Wir möchten aber wünschen und hoffen, daß der ehrliche Kampf um die Wahrheit nicht von vorn­herein vergiftet wird durch fast grotesk anmu­tende Behauptungen, die einer objektiven Prü­fung nicht im mindesten standzuhalten vermögen. In dieses Gebiet gehört auch der Vorwurf, das heutige Deutschland betreibe eine geistige Ex­pansionspolitik, die nur die Vorbereitung für eine spätere machtmäßige Expansionspolitik dar­stellen solle. Nichts liegt uns ferner, als aus dem Nationalsozialismus einen gängigen.Weltartilel

zu machen. Er ist, wie ich schon des öfteren be­tonte, eine typisch deutsche Erschei­nung, die auch deshalb nur aus deutscher Um­welt, deutschen Charakter und deutscher Not er­klärt werden kann.

Was das junge Deutschland mit der Welt aus zumachen hat, das ist einzig undallein dieFrage seines nationalen Bestandes. Es erstrebt dabei eine Lösung von Dauer, die nicht an den Problemen vorbeigeht. Die Not, die über Europa hereingebrochen ist, ist zu groß, als daß sie uns noch gestattet, ihre Ursachen zu überschauen und weiterhin Unklarheiten zuläßt über ihre zwangs­läufigen Auswirkungen. Das hat nichts mit Re­vanche oder Krieg zu tun. Es wäre gut, wenn diese Begriffe aus der Unterhaltung der Völker vollends verschwänden, Wir wollen dem deutschen Volke Arbeit geben. Wir sind zur Lösung unserer wirtschaftlichen Krise des Friedens bedürftig, mehr als jedes andere Land. Es gibt nicht eine einzige Handlung des Kanzlers oder seiner Re­gierung, die auch nur den leisesten Verdacht rechtfertigt, daß sie sich mit kriegerischen Gelüsten trügen, ihr ganzes Ausbauwerk ist von dem Geiste des Friedens getragen. Sie will mithelfen, daß Europa die von den Völkern so heiß ersehnte Ruhe wiederfindet, daß der traditionelle Krisen- stosf verschwindet und dieser so schwer geprüfte Erdteil endlich mit dem Werk des Wiederauf­baues beginnen kann.

Es liegt nicht im Interesse irgend eines Volkes, daß dieses Deutschland weiterhin als Nation zweiten Ranges behandelt wird und der Mög­lichkeit seiner Verteidigung benommen bleibt, die es zur Aufrechterhaltung seiner nationalen Si­cherheit nötig hat.

Daraus den Willen zum Kriege schließen zu Wollen, angesichts der Tatsache, daß überall sonst­wo nicht abgerüstet, sondern aufgerüstet wird, ist ebenso kurzsichtig wie entmutigend.

Ungerecht und verletzend aber wirkt es, die Be­gleitumstände der innerdeutschen Umwälzung als Argument auszumünzen gegen die For­derung deutscher Sicherheit, die von einer Re­gierung des Reiches, sie möge zusammengesetzt . sein wie auch immer, nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern im Interesse der ganzen Welt erhoben werden muß.

Die neuen Männer, d:e in Deutschland in so jungen Jahren schon an die Macht, gekom­men sind, leben der Ueberzeugung, daß nur eine offene Sprache die wirklichen Probleme Europas .in den Blickkreis der Verantwortung hineinzuziehen, vermag. Wir haben nicht mehr allzu bange die Möglichkeit, uns hinter-tradit-ionellen Vorur­teilen, z.n verschanzen. Die Probleme sind zu stark, als daß. sie. ein Hinausschieben auf die länge Bank auf. die Dauer duldeten. Die Völker. verlangen mit Recht, daß ihre ! verantwortlichen Staatsmänner wieder den i Weg finden, um der schweren Nöte unseres .gequälten Erdteiles Herr zu werden.

Europa muß an die Arbeit gehen, wenn anders es nicht sein Schicksal als ältestes Kulturland der Welt beendet sehen und über sich das Chaos. hereinbrechen lassen Will.-

Was hat das jung« Deutschland der Welt zu bieten? Eine Garantie des stabilen Zustandes im Innern mit einer festen Zentralgewalt, die verhandlungSbereit und verhandlungsfähig ist. Es hat die bolsche­wistischen Zündstoffe, die ganz Europa ge­fährdeten, aus sich ausgeschieden und sich zu einer einheitlichen und geschlossenen Willens­entfaltung zusammengetan. Es hat im Zu- sammenprall zwischen nationaler und kommu­nistischer Auffassung sich eindeutig zur welt­anschaulichen Festigkeit und inneren Klarheit durchgerungen. Der Wall, den wir gegen die Anarchie aufbauten, ist unzerstörbar.

Dieses Deutschland kann keine Verträge unterschreiben, die un­erfüllbarsind. Vertr age ab er, die es unterschreibt, weil sie erfüll­bar sind, ist es zu halten ent­schlossen.

Dieses Deutschland ist ein ehrlicher Kon­trahent in der Behauptung der Interessen der Welt, wenn man ihm das Recht auf seine Ehre und das Recht auf sein tägliches Brot gibt und erhält.

Dieses Deutschland ist nicht mehr ein Zentrum ewiger Unruhe oder ein Ex- perimentierfeld für Völkerzerstövende Ideolo­gien oder kulturelle Auflösungsversuche. Die­ses Deutschland ist ein Zentrum der Ord­nung und der Autorität. Der Nationalsozia­lismus als neue und moderne Art der Staatsgestaltung in Deutschland ist ein Phänomen, mit dem sich abzugeben verlohnt.

Hinter der für Laien manchmal verwirren­den Erscheinung einer Idee und eines Sy­stems verbirgt sich die nüchterne Klar­heit über den Ernst der Situation, in der Deutschland und Europa sich befinden, verbunden mit der festen Entschlossenheit, nicht vor der Krise zu kapitulieren, sondern sie anzufassen, um sie am Ende auch zu meistern.

Mögen alle, die guten Willens sind, sich Vereinigen in der edlen Absicht, die Sorgen der Völker zu mildern und dem allgemeinen Wohl zu dienen. Was Deutschland betrifft, so ist es aus ehrlichstem Herzen bereit, am Frieden Europas mitzuarbeiten.

Die MrkLmg der Rede

. Die Rede des Reichsministers Dr. Goeb­bels wurde von den versammelten Ver­tretern der Weltpresse mit größter Auf­merksamkeit angehört und am Schluß von einem großen Teil mit Händeklat-. scheu aufgenommen. Dr. Goebbels bildete noch über eine Stunde lang den Mit­telpunkt eines sehr angeregten, sachlichen Meinungsaustausches, da eine große Anzahl von Pressevertretern weitere Fragen zu stellen wünschte. In knappen, markanten Worten ant­wortete Dr. Goebbels schlagfertig und über­zeugend auf die verschiedenen Argumente, die in den Fragen zum Ausdruck kamen.

Zu dem Problem der Pressefreiheit wies er tzarcmf hin, daß eine Regierung unter den gegenwärtigen Umständen ihre Arbeit nicht durch fortdauernde Quertreibereien in der Presse sabotieren lassen kann. Er warnte da­vor, den Begriff der Pressefreiheit zu über­spitzen, wo es sich in Wirklichkeit doch um Fortsetzung aus Seite 2

Der LIireulaZ des deulsclieii Lauern

Von ss. V/sItker Dürre

Reichsuttnister für Ernährung und Landwirtschaft.

ALL. Ernte-danktage hat es in Deutschland immer gegeben, seitdem es dort ein Germanen­tum gibt, denn Germanentum heißt Bauerntum, und dessen wichtigster Höhe­punkt im Auf und Ab der Zeit beißt Ernte. Und wie das Bauerntum jenseits von Preisbe­rechnung und persönlicher Bereicherung steht, so ist auch der Erntetag jener Zeitpunkt, an dem sich die inneren, seelischen Gehalte dieses einzigartigen Standes und seine tausendfältige Verbundenheit zum Boden offenbaren. Nir­gendwo sonst auf dieser Welt decken sich Rasse und Stand so wie im deutschen Bauerntum, denn nur bei der nordischen Raffe hat sich das unbedingte Verflochtensein des Menschen mit der Natur herausgebildet. So konnte es dazu kommen, daß der Ackerbau beim Germanentum zu einem Kult wurde, wie denn auch nur ein bäuerlich denkender Mensch wahrhaft religiös sein kann und die not­wendige Ehrfurcht für das Göttliche aufbringt. DaheristeinErntedankfestgru n d- sätzlich nicht eine Angelegenheit des Landwirts, sonderndes Bau­ern. Es ist der Tag, an dem sich unbesehen von Menge und Zahl die urgermanische Ein­heit von Bauer, Boden und Schöpfer kundtut als heiligstes Symbol für das Verhältnis des germanischen Menschen zur Scholle.

Es ist selbstverständlich, daß auch der Landwirt sich genau Rechenschaft gibt über die finanziellen Ergebnisse seines Betriebs­jahres. Dies ist aber nicht das Entscheidende in Hinsicht aus die Volksgemeinschaft. Wenn irgendein Unternehmer seinen Gewinn oder Verlust rechnerisch feststellt, so ist das kein Anlaß, der vom ganzen Volk festlich be­gangen werden soll. Es hat noch ni« eine Generalversammlung ge- geben.,diedasganze Volk d.i rxkk anging. Gerade hier sehen wir den unge­heuren Unterschied zwischen Unterneys mer und Bauer.

Deshalb kann auch nicht jedermann einen wirklichen Erntedanktag abhalten. Ein guter Rechner kann Voranschläge aufstellen, er kann ein Projekt rationell durchführen und Bilanzen ziehen. Das alles ist Sachs eines guten Unternehmens und eines guten Landwirts. Erntetage aber als Ausdruck der unbedingten Verwurzelung des Menschen mit der Scholle und des Dankes für deren Früchte kann nur ein bäuerlich den- kender Mensch begehen. Deshalb hatte

Der' I-ebensHueU Natron

Denk tiarorr am Lrntec/anktaA /

stark in «ton Ltäckton «las Absinken cksr LevökksrunSS2i//sr siok ansivirkk,'FS man sieb an ckem Lsis/iiek von Lsrkin osr- ASssnroärkiKen. l^on vier äkilkionen Lintvob- nsrn 6roü-Lsrkins roürcken bei AbreäknK von cker 2urvanckernnK vom I-anck in /ün/ Cene- rakionsn, ckas rinck 150 /a/rre, noeä knax-xi 100 000 kVaeäkommen übriZ «ein.

^ks llMKekeärkes Lsis/iisk sei au/ ckis scäiväbiseksn Lauern im Lanat vsrivisssn, ckis im /aäre 1800 runck 70 000 ivarsn, im laürs 1900 claKSKen 800 000.

Im Lauerntum iieFt l/nv6rKän§/ic/i/cek<

der liberalistische Staat und eine dazu ge­hörige liberalistische Bevölkerung für solche Tage kein Verständnis. Jetzt aber feiert das gesamte Volk, und der StaatselbsthatdieDurchführung des Erntedanktages in die Hand genommen. Dies zeigt den unge­heuren Wandel, der eingetreten ist, und be­weist den Gleichklang von Bauerntum und organisierter Volksgemeinschaft. Es beweist ferner, daß dieser Staat ein Bauernstaat ist und dem Bauern gibt, was ihm gebührt: Den ersten Platz.

In der Tat ist durch den Nationalsozia­lismus zum ersten Male in der Geschichte Deutchlands der unbedingte Gleich, schritt von Staat und Bauern­tum hergestellt worden. Auch der letzte weiß den Wert des Landstandes zu wür­digen. Das gesamte Volk sieht in ihm die Sicherung der Ernährungsgrundlage und, biologisch, die Sicherung der Rasse. Daß aber der Erntedanktag auchinden Städten gefeiert wird, zeigt, daß auch dort sich die liberalistischen Nebel verflüchtigt haben und man sich anschickt, wieder bäuerlich zu den­ken. Ein Zeichen, daß der bäuerliche, also germanische Geist mit der nationalsoziali- stischen Revolution die Städte erobert hat.

Die kurze Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft hat bereits vermocht, die Bauern­höfe aus der kapitalistischen Verstrickung herauszureißen. Der Bauer weiß, daß sein«