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(25.9.1933) Nr. 258
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Nr. 258 gadesaa, 1933

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Für Arbeit und Friede«

Eine bedeutungsvoUe Rebe -es Reichsminiffers Goebbels

Nüdesheim, 24. September.

Za der Rieseukuudgebung „Arbeit und Friede" am Niederwald-Deukmal, dessen Svjähriges Ba«. jubiliium die Stadt Nüdesheim heute feiert» waren Hunderttausende von Volksgenossen herbeigeströmt, um den Reich-ministe- Dr. Goebbels zu begrüßen. Auf dem Denkmal-platz hatten u. a. auch 5666 Hit- lerjungen Aufstellung genommen. Zu den zahl­reichen Ehrengästen gehörten «. a. auch Neichs- eruährnngsminister Darrt und Reichssportführer von Tschammer und Osten.

Nach einer Ansprache von Reichsstatthalter Gau­leiter Sprenger, die daran erinnerte, daß vor 56 Jahren hier ein Wahrzeichen der Einigung der deutschen Staaten eingeweiht und dem deutschen Volk übergeben worden sei, das uns allezeit Sym­bol der Einigung des deutschen Volkes sein werde, und auf die große Friedensrede des Reichskanzlers hinwies, daß wir es nicht nötig hätten, die Ehre unseres Volkes auf dem Schlachtfelde zu rehabili­tieren, nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort, sich zunächst an die Jugend wendend:

Ich möchte sagen, daß der Nationalsozialismus nichts anderes ist als das politische Bekenntnis der deutschen Jugend zur Zukunft der Nation. Deshalb ist es auch kein Zufall, daß über alle Klassenschran- ken hinweg gerade die deutsche Jugend sich unter unsere Fahnen gestellt hat. Der Nationalsozialis­mus sieht seine erste Aufgabe darin, die deutschen Stämme, Stände und Klaffen in einer einheit­lichen Willensfront zusammenzufassen, und der Garant dieser nationalen Einigung ist die deutsche Jugend. Ich glaube schon, daß die Welt diesem inneren Umschmelzungsprozeß mit Mißtrauen zu­schaut. Die Welt ist immer mißtrauisch, wenn Deutschland erstarkt.

Denn die Kraft der Völker liegt nicht in den Waffe«, die Kraft der Völker liegt im Le­benswillen, und wenn die deutsche Nation Waffen und Kanonen und Maschinengewehre besäße, aber nicht den Willen zum Leben, so wäre sie schwächer als heute, da sie zwar keine Waffen, Kanonen und Maschinengewehre hat, aber den Willen zu ihrer Existenz besitzt.

(Beifall.)

Völker, die dem Pazifismus huldigen, bereiten immer den nächsten Krieg vor. Parlamentsparteien sehen in den Völkern immer nur Objekte, aber nicht Subjekte ihrer Politik. Sie stehen den Völ­kern gegenüber wie die Rechtsanwälte ihren Klien­ten. Im System des Parlamentarismus liegt auch der Keim kommender Kriege. Denn wie der Rechts­anwalt viel eher geneigt ist, einen Prozeß zu ge­winnen, als der Klient, so ist auch die Parlaments­partei viel eher geneigt, einen Krieg zu machen als ein Volk. (Sehr richtig.) Für den Rechtsan­walt ist es gleichgültig, ob er den Prozeß verliert oder gewinnt. Er erhält sein Honorar. Für die Parteipäpste ist es ebenso gleichgültig, ob ein Krieg gut oder schlecht ausgeht. Sie brauchen ihn ja nicht mitzumachen. Sie sind eben unentbehrlich in der Heimat.

Unsere Gegner sagen, wir hätten das Volk ent­rechtet. Aber ich glaube, das Volk war niemals innerlich so mit seiner Regierung einverstan­den wie mit der unsrige». Das Volk ist der souveräne Herr seines Schicksals und wir sind seine Willensvollstrecker.

Zwei große Ausgaben waren uns nach der Ueber­nahme der Macht gestellt, Aufgaben, an denen die Novemberrepublik sich vergeblich versucht hatte, Aufgaben, die gelöst werden müssen. Und wenn wir sie nicht lösen, dann hätten wir auch unsere geschichtliche Mission verspielt. Wir mußten dem Volke im Innern Arbeit und nach außen Frieden geben. Daß diese Aufgabe nicht leicht ist, wußten wir von vornherein. Aber wäre sie leicht, dann hätte sie uns nicht gereizt. (Beifall.)

Wir haben nicht die Absicht, auf den Minister­sesseln ein bequemes Leben zu führen, w,r haben die Absicht, unsere Namen in das Buch der Geschichte einzutragen. Ein halbes Jahr lang habe» wir uns nun mit den großen Aus­gaben, die uns das Schicksal ausgegeben hat, abgegeben. Ich glaube, wir brauchen uns die­ser Arbeit nicht zu schämen, denn was men­schenmöglich war, das haben wir getan. Wir haben dem Volk wieder Glauben und Selbst­vertrauen zurückgegeben und sind dann an die großen Pflichten herangetreten.

Gestern haben wir in Frankfurt a. M. das erste sichtbare Zeichen unserer Aufbauarbeit und unsres Aufbauwillens der ganzen Welt dokumentiert. Es wurde dabei der Wille kundgetan, daß wir nicht ruhen und rasten wollen, bis das Gespenst der Ar­beitslosigkeit aus unserem Lande vertrieben ist. Allerdings muß man dazu Mut besitzen.

Unsere Gegner sagen: Na, wartet bis der Wm- >r kommt, dann wird euer Konzunkturersolg dahin ;in. Wir weiden uns ja bei Philipp! wieder »rechen Es wird sich auf die Dauer nicht verherm- ichen lassen, wer Recht hat. unsere Gegner oder ür. Jedenfalls stehen wir dafür gerade, daß d.e lrbeitslosenzifser in diesem Winter nicht um emen Nann steigen wird. Und ich glaube, wir brauchen

nicht zu beweisen, daß wir ba» Versprechen halten, denn was wir bisher versprochen, da» haben wir immer gehalten. Unsere Gegner haben 14 Jahre lang über uns gelächelt, sie hätten aber besser ge- kämpft als gelächelt. Sie lächeln noch heute, wenn wir sagen, daß wir die Arbeitslosigkeit zu Boden werfen werden. Aber auch diesmal wird ihnen das Lächeln vergehen.

Wenn wir bei beginnendem Herbst ein Projekt gesetzmäßig stabilisiert haben, in dessen Vollzug während dieses Winters zwei Milliarden ins Ro­tieren kommen, dann, glaube ich, können wir dafür garantieren, daß die Arbeitslosigkeit nicht steigen wird. Dabei bleiben wir nicht etwa stehen. Wir werden immer neue Methoden erfinden. Dann werfen wir die Arbeitslosigkeit.

Arbeit wird die große Tugend des kommenden Staates sein. DieArbeitisteinRechtdes Bürgers, nichtnureinePflicht. Und die­ses Recht werden wir wieder garantieren. Das können wir allerdings nur, wenn wir mit der Welt in Frieden bleiben. Daß die Welt uns nicht ver­steht, dafür kennen wir alle Gründe. Die meisten Gründe liegen in der Vergangenheit. Die Regie­rungen, die uns voausgegangen sind, hatten alles Interesse daran, die nationalsozialistische Bewe­gung in der Weltöffentlichkeit zu diskreditieren. Das wirkt selbstverständlich nach. Es ist doch ganz klar, daß die Machtinhaberschaft des Nationalso­zialismus in Deutschland eine Erschütterung des gesamten liberalen Weltgefüges bedeutet.

Wir find viel zu stolz, um in der Welt für Deutschland betteln zu gehen. Wir sagen je­dem, der es höre» will: Wir helfen »ns selbst. Der Welt aber werden wir nicht müde, zu er­klären, daß Deutschland den FAeden will» ja daß Deutschland den Frieden wollen muß, daß kein Volk, weder das deutsche noch irgend ein anderes, in einem kommenden Krieg gewin­nen, sondern daß jedes Voll verlieren müßte

nick, daß es «in Wahnsinn ist, die Böller In ei» neues Unglück zu süirzen, während sie sich kaum von dem alten erholt haben.

Ich halte es fast für symbolisch, daß heute auf dem Denkmal auf dem Niederwald die Worte Ar­beit und Friede stehen. Ich halte es fast für sym­bolisch, daß auf den Fabriken die Fahne des Na­tionalismus und daß auf den nationalen Denk­mälern die Fahne des Sozialismus aufgeht.

Damit wird aber der Welt kundgetan, daß diese Zusammenfügung von Ideen, die wir im National­sozialismus vollzogen haben, nichts Willkürliches darstellt, sondern einen inneren Sinn besitzt. Man braucht nicht nationale Ehre mit Füßen zu treten, um dem Arbeiter das Brot zu garantieren, man braucht nicht dem Arbeiter das Brot zu nehmen, um national zu sein.

Nationale Gesinnung und sozialistisches Ver­antwortungsgefühl gehören zusammen und die Menschen von rechts werden sozialistisches Verantwortungsgefühl in ihre» Jdeenkreis mit übernehmen müssen, damit die Menschen von links dafür nationale Ueberzeugtheiten in sich aufnehmen. Erst wenn dieser Zusammen­schluß der Ideen stattgefunden hat, wird auch ein Zusammenschweißen der Bollsklassen statt­finden könne«.

Schauen Sie nun in dieses wunderbare Land, ein Edelstein in Deutschlands Schmuck. Unter uns aus­gebreitet der Rhein, der nach unserem Willen nicht die deutsche Grenze, sondern Deutschlands Strom bleiben soll. Unter uns liegen die Städte und die Dörfer, die Weinberge in Braun und Rot des be­ginnenden Herbstes gekleidet. Die Menschen aus dieser wunderbaren Provinz sind zusammenge­strömt, um ihrem Willen nach Recht und Freiheit, Arbeit und Frieden demonstrativ Ausdruck zu geben.

In einer Stunde schon werde ich das Flugzeug besteigen, umdieRechtedieserNationin

Genf zu vertreten (Stürmisch anhaltende Heilrufe.) Daran schon kann man sehen, daß sich in Deutschland manches geändert hat, denn an der Stelle, an der ehemals ein Stresemann stand, wird jetzt zum ersten Male ein Nationalsozialist stehen, und die Rechte des deutschen Volkes, die ehedem von Jnteressenparteien vertreten wurden, werden jetzt von der großen deutschen Volkserhebung der nationalsozialistischen Bewegung vertreten.

Dr. Goebbels schloß: Widmen wir unsere leiden­schaftliche Liebe dem Volk, gerade dem einsten Volksbruder, bleiben wir jung in unserem Herzen, dann wird die Jugend auch immer verstehen, blei­ben wir immer im Volk, dann werden wir uns nie­mals vor dem Volk zu schämen brauchen, stehen wir dem Volke Tag für Tag Angesicht zu Angesicht gegenüber und fühlen wir uns als die Willensvoll­strecker der deutschen Nation, dann kann uns nichts geschehen, dann wird das Volk in Not und Glück bei uns stehen, dann wird es unsere Sache zu sei­ner Sache machen, wie wir seine Sache zu unserer Sache machen.

Dann wird in Deutschland die erste moderne De­mokratie Wirklichkeit werden, daß Führung und Volk eins sind, daß über allem ein Mann steht, der im Reich die höchste Autorität verkörpert und daß alle zusammengeschlossen sind in einer einheitlichen Idee.

Ein zweitausendjähriger Traum der deutschen Nation wird verwirklicht;

Volk wird eins und findet sich zusammen in der Stärke des Reiches; Volk will Frieden; Volk will Arbeit und erhebt sich in Stolz und Selbstbewußt­sein. Wir werden zusammen bis zum letzten Atem­züge kämpfen für des Reiches Stärke und für des Volkes Einheit. Wir stehen geschlossen in einer Be­wegung hinter einem Führer und bringen dies auch in dieser feierlichen Stunde zum Ausdruck, in­dem wir rufen: Die Bewegung und die Führung Sieg Heil. Auf die brausenden Heil-Rufe folgten das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied.

Der Abschluß des LtaMelmappellS

Ansprachen -es Bundessübrees und -es Slabchess der SA. — Vorbeimarsch an selbte und Röhrn

Hannover, 24. September.

Nach dem großen Erlebnis des Besuches des Kanzlers und seiner wegweisenden Ansprache an den Stahlhelm brach verheißungsvoll ein schöner Sonntagmorgen auf, so recht geschaffen für den ge­waltigen Aufmarsch der Stahlhelmkolonnen zu dem Führerappell, der sich zu einer der eindrucksvollsten Kundgebungen für. den nationalen Zusammen­schluß gestaltete. Die Zuschauertribiinen waren schon früh bis auf den letzten Platz gefüllt. Den freudig Anteil nehmenden Zuschauern zeigte sich in der ganzen Länge des Feldes der Stahlhelm­aufmarsch, 27 Landesverbände in tiefer Staffelung. Vor der Front erhob sich ein mit der Bundesfahne gekrönter Rednerturm, von dem aus die Führer sprachen.

Brausende Heilrufe ertönten. Unter den Klän­gen des Präsentiermarsches betrat der Vundesfüh- rer Seldte den Kommandoturm. Der Vertreter des Führers, Stabschef Röhm, wurde mit einem drei­fachen Sieg-Heil begrüßt. Kurz nach 9 Uhr erfolgte der Einmarsch der Fahnenabordnungen der Lan­desverbände unter den Klängen des alten Mar­sches „Preußens Gloria". Den Zug eröffneten die Stahlhelm-Traditionsfahnen und die Fahnenkom- pagnie der Ehrenstandarte der SA., denen 11666 Fahnen folgten. Dann nahm der Bundesfllhrer Seldte das Wort.

Nach Dankesworten führte er u. a. aus, diejeni­gen, die das Glück gehabt hätten, gestern die An­sprache des Führers zu hören und zu erleben, wie er Vergangenheit und Gegenwart geschildert und aus beiden heraus die Zukunft neu aufgebaut habe, könnten sich glücklich schätzen. Pflicht der Ueberlebenden des Weltkrieges sei es, derer zu ge­denken, die draußen mitgekämpft hätten und für Deutschland gefallen seien, gefallen für Deutsch­lands Ehre, Bestand und seine Hoheitsrechte. Wir wollen, so sagte der Bundesführer, dabei auch ein­schließen die Kameraden von der SA. und SS., die in den letzten 15 Jahren im Freiheitskampf für Deutschland ihr Leben gelassen haben, und deren Seelen heute unter uns weilen. Während die Mu­sik die erste Strophe des Liedes vöm guten Kame­raden spielte, verharrten alle in ehrfürchtigem Schweigen.

Hirauf fuhr der Bundesführer fort: Der Reichs­kanzler, unser Führer Adolf Hitler, hat uns das siegreiche Symbol, das Hakenkreuz und das Ho­heitsabzeichen, verliehen.

Wir danken ihm dafür von Herzen. Wir wollen mit seiner Genehmigung allen Fahnen des Stahl­helms als Fahnenbänder das Hakenkreuzband geben. Ich gebe diesen Fahnen hiermit noch ein­mal die Weihs, gleichzeitig auch den neuen Fah­nen, die sich hier mit den alten Fahnen, vereinigt

haben. Ich gebe ihnen den Fahnenspruch: Einig­keit macht stark!

Bundesführer Seldte erinnerte dann an die Worte des Führers, daß am Anfang die Tat stehe und daß alles, was im Staate in Ordnung sein wolle, ein festes Fundament haben müsse. Dieses Fundament sei für freie Männer und für den Staat die Freiheit.

Unser Denken und Fühlen stamme aus dem Kriegserlebnis, dem wir die Kraft verdankten, für die deutschen Hoheitsrecht« uns voll und ganz ein­zusetzen. Die erste Stufe des Freiheitskampfes, das Erringen der inneren Freiheit, hätten wir erreicht, weil die nationalen Menschen in Deutschland sich zusammengetan und nicht, wie so oft in früheren Zeiten deutscher Geschichte, sich im Vruderkampf gegenübergestanden hätten.

Das Ziel sei erreicht worden, weil es gelungen

fand am Sonntag eine Legitimistenfeier statt, der besondere Bedeutung zukommt.

Drei Gemeinden der Umgebung St. Pöltens hat­ten vor einiger Zeit Otto von Habsburg dasEhrenbürgerrecht verliehen. Am Sonn­tag wurden dann die Dankschreiben Ottos an die drei Bürgermeister im Rahmen einer von den Le- gitimistenverbänden veranstalteten Feier in Hain überreicht. Nach einer Feldmesse marschierten die Verbände anMaxHerzogvonHohenberg, dem Sohn des in Serajewo ermordeten Thronfol­gers Franz Ferdinand, vorüber.

Herzog Max überreichte den Bürgermeistern die Schreiben, in denen Otto von Habsburg von der Ungerechtigkeit der Revolutionsgesetze spricht, die dir Habsburger aus Oesterreich verbannten. Otto von Habsburg bezeichnet sich dann als Erben der Kaiser der Vergangenheit.

In den Ehrenbiirgererklärungen erblicke er, Otto von Habsburg, ein ehrendes Denkmal für seinen Vater, den „Märtyrer-Kaiser", (!) der auf Ma­deira an gebrochenem Herzen gestorben sei. Er er­

st!, die starken nationalen Kräfte unter die Füh­rung Adolf Hitlers zu stelle». Unter seiner Füh­rung würden wir auch die zweite große Stufe, die äußere Freiheit, wiedergewinnen. Die Leide« Be­dingungen, die man dafür brauche, seien Hingabe und Begeisterung.

Ehe ich dem Vertreter des Kanzlers das Wort erteile, so sagte der Bundesführer Seldte, wollen wir daran denken, daß es immer nur um das Eine geht, wie unser Führer Adolf Hitler gestern gesagt hat: Um das Deutschland der Vergangenheit, um das Deutschland von heute und immer nur um das Deutschland in der Zukunft.

Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Deutschland und auf Deutschlands Zukunft schloß die Rede des Bundesführers des Stahlhelms. Gewaltig klang das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied auf.

Fortsetzung auf Seite 2

Gleichzeitig nimmt Otto dann aber auch gegen die nationalsozialistische Bewegung in scharfen Worten Stellung und hebt dabei hervor, daß Oesterreich durch die Jahrhunderte unter Führung seines Hauses der Träger des Gedankens des Hei­ligen römischen Reiches deutscher Nation gewesen sei.

Otto von Habsburg gibt ferner seiner Sehnsucht Ausdruck, sobald wie möglich in seine Heimat zu­rückkehren zu können, und sagt weiter, er vertraue darauf, daß die gegenwärtige österreichische Füh­rung den letzten Ruf nach Recht wahrnehme, der aus diesen Eemeindebeschlüsscn ertöne und der die Oesterreich entehrenden Gesetze au/hebe.

Alle drei Briefe find nicht aus einem bestimmten Orte, sondern „Im Exil" datiert. Es darf dabei erinnert werden, daß gerade in der gegenwärtigen Regierung das legitimistische Element besonders stark vertreten ist.

HabSburgS

ReftaurationStrüume

Stw v. Habsburg erhofft von der Regierung Dollsuff Erfüllung

seiner Wünsche

Wien, 24. September.

In der Nähe von St. Pölten (Niederösterreich)

hebe Protest gegen die Eigenmächtigkeit der Ilm- sturzpolitiker, die das Grundgesetz der von ihnen angeblich so hoch gehaltenen Demokratie durch diese Verbannung verletzt hätten.

Die von Hsnnovei

Von Aoinr-Rago lkrisek»

In die Geschichte der nationalsozialistischen Revolution wird der Reichsführer- appell des Stahlhelms als historischer Tag erster Ordnung eingehen. In dex Ge­schichte der deutschen Nation wird er sogar noch mehr bedeuten, hat doch hier zum ersten Male ein Führer unter Zurückstellung seiner eig7.,,n Person und unter bewußter Opferung der Selbständigkeit seiner von ihm geschaf­fenen, machtvollen Organisation, in voller Erkenntnis der historischen Notwendigkeiten, der Nation ein Beispiel gegeben, wie sich die deutsche Geschichte hätte gestalten können, wenn in Deutschland bei seinen Führern alle zeit der Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" gegolten Hätte.

Franz Seldte, der Gründer und Füh­rer des „Stahlhelm", Bund der Frontsolda­ten, hat in Hannover bewiesen, daß er nicht nur Frontsoldat, nein, daß er dazu auck Staatsmann ist.

Denn die geschlossene und freu­dige Einreihung des Stahl- Helms in die nationalsozia­listische Bewegung in der Form, in der iie in H annover erfolgte, wird einmal als staatsmän- nif'che Leistung bewertet wer­den müssen.

Wir wissen, daß weite Kreise des Stahlhelms, besonders innerhalb seiner Führerschicht, der nationalsozialistisch Bewegung als solcher, auch nach dein historischen 30. Januar und nach dem überwältigenden Sieg am 5. März mit einem gewissen Mißtrauen und viel küh­ler Reserve gegenüberstanden.

Wir wissen, Laß sogar aus der Fahrt nach Hannover, noch in vielen Herzen der Stahl- helmer Bitterkeit und Hadern mit dem Schick­sal ihres Bundes zu Hause war, in Han­nover ist uns aber die Gewißheit geworden, daß dank der'menschlichen Größe AdolfHitlers Und Franz Seldtes, Bitterkeit und Hader aus den Herzen vertrieben worden sind, und freu­digem Bekenntnis und soldatischer Treue zum nationalsozialistischen Staat Platz gemacht Haben.

Wir überschätzen nicht den Wert her Be­geisterung einer mitreißenden Stunde, glau­ben aber, daß viele alte Stahlhelmer, die in Hannover vielleicht zum ersten Mal den Führer und Frontsoldaten Adolf Hitler von Angesicht zu Angesicht sprechen Hörten, Weg ihres Führers Franz Seldte und den Weg, den der Stahlhelm' gegangen ist und gehen mußte, zum ersten Male auch voll verstanden haben.

Das war keine feige Kapitulation vor einem siegreichen und übermächtigen Gegner, wie es viele befürchtet und erwartet hatten, son­dern das Sichfiuden zweier, aus dem' ge­meinsamen Erlebnis der Front entstandenen Bewegungen. Verschieden waren die Aus­gaben und die Wege, die gegangen wurden, wer aber die tieferen Zusammenhänge er­kennen konnte, wußte, daß zwar der Steg der politischen Bewegung Adolf Hitler zufallen mußte, daß aber die soldatische Be­wegung Franz SeldteS an diesem po­litischen Sieg nicht zerbrechen durste, wenn die Geschichte der Nachkriegszeit, wenn die Erlebnisse des Frontsoldatentums nicht ihren Sinn verlieren sollten.

Das Wort Franz Seldtes, wir Unterwerfzn uns L. l Gesetz, das wir uns selbst geschaffen Haben, indem wir uns dem endlich erstandenen Führer der Nation, nachdem wir unS lange gesehnt haben, unterstellen, beweist., daß Franz S-lbte mit seltener Klarheit, Pflicht und Aufgabe des Soldatentums, das er im Stahlhelm sammeln konnte, erkannt hat. .Es beweist, daß es Franz Seldte, Wenn er in vergangenen Zeiten immer betonte, der Stahl­helm wollte nicht die Macht im Staate, sondern den machtvollen Staat, mit dieser These, die den Verzicht auf die Füh­rung im Staat in sich schloß, ernst war.

Wäre Franz Seldte, wie es mancher seiner Anhänger forderte, den anderen Weg ge­gangen, hätte er versucht, das unter ihm organisierte Frontsold atentum, zur politischen Partei zu machen, und sich in die Macht­kämpfe der Weimarer Republik selbstverständ­lich einznsrlmlten, der Stahlhelm' wäre da­mit seiner Aufgabe, das Erlebnis der Front wachzuhalten, untreu geworden, er wäre heute k:i. „Garant der nationalsozialistischen Re­volution", sondern eine der Geschichte ange­hörende, durch die nationalsozialistische Revo­lution besiegte und verjagte Partei der Republik von Weimar.

Ti.s:r Gefahr, die besonders in den End­kämpfer des Jahres 1932 für den Stahl-