Ausgabe 
(6.1.1934) Nr. 5
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das amtliche Vrgan lies Senats

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Nr. s / i. Vierteljahr

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Sonnabend, den 6 . Januar

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Der Bayonner Skandal greift um sich

Gefahr für das Kabinett Chautemps

Die französischen Sparer sollten um weitere 200 Milk. Franken betrogen werben

An erster Stelle

Bericht des Internationalen Arbeitsamtes cknb. Eeuf, 5. Januar.

Aus der am Freitag veröffentlichten Arbeits­losenstatistik des Internationalen Arbeitsamtes für das letzte Vierteljahr 1933 geht hervor, daß sich die Lage auf dem internationalen Arbeits­markt weiter gebessert hat. Verglichen mit der gleichen Zeit des Vorjahres ist in zwanzig Staa­ten ein Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen. An erster Stelle steht dabei Deutschland. Zuge­nommen hat die Arbeitslosigkeit in Norwegen, Bulgarien, Neuseeland, Palästina, Polen und der Tschechoslowakei. Auch in der Schweiz ist die Arbeitslosenziffer von 109 817 im Dezember 1932 auf 137157 im Dezember 1933 gestiegen.

Doppelt so hoch als angekündigt

Die Frage der französischen Kontingente dnb. Berlin, 5. Januar.

Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist der deutsche Botschafter in Paris angewiesen wor­den, sich über die Neufestsetzung der französischen Einfuhrkontingente zu unterrichten. Inzwischen sind über die Auswirkung der neuen Festsetzung der französischen Kontingente statistische Feststellungen getroffen worden. Es er­gab sich, daß die Abstriche, die bei dieser Neu­regelung von französischer Seite an der deutschen Einfuhr nach Frankreich gemacht worden sind, un­gefähr die doppelte Höhe dessen erreichen, was ur­sprünglich angekündigt worden war. Es werden nämlich nicht etwa 300 Millionen Franken von der deutschen Ausfuhr nach Frankreich abge­strichen, sondern nach vorläufigen Berechnungen ergäbe sich ein Betrag, der sich auf etwa 600 Mil­lionen Franken belaufen dürfte.

Es ergibt sich nun für uns die Frage, welche Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden können, damit die deutsche Wirtschaft nicht zu schwer ge­schädigt wird, denn es ist ganz augenfällig, datz die hohen französischen Abstriche die handelspoli­tische Lage außerordentlich beeinflußt haben.

Neuer Bestechungsskandal

clnb. Brüssel, 5. Januar.

Unter dem Verdacht, sich der Veamtenbestechung schuldig gemacht zu haben, sind heute der Direktor und ein Beamter des Justizministeriums, ein Se­kretär der Eeneralstaatsanwaltschaft, ein Geist­licher und eine Frau verhaftet worden. Durch die Bestechungen sollte erreicht werden, daß mehrere Gefangene begnadigt und Ausweisungsbefehle gegen mehrere fremde Staatsangehörige zurück­gezogen würden. Der verhaftete Geistliche war bereits wegen unerlaubter syndikalistischer Be- tätigung aus Frankreich ausgewiesen worden.

Gegen die ungarische „Pfeilkreuz"-Vewegung. Der ungarische Innenminister hat, wie aus Buda­pest gemeldet wird, eine nach Tapolca einberufene Massenversammlung der „Pfeilkreuz"-Bewegung mit der Begründung verboten, daß die Abhaltung der Versammlung zu Ruhestörungen führen könne.

Wie aus Paris verlautet, sollen beim Wieder- zusammentritt der französischen Kammer am kom­menden Dienstag von mehreren Abgeordneten der Rechts- und Linksparteien Interpellationen in der Stravisky-Afsäre eingebracht werden, die möglicherweise den Sturz des Chautemps-Kabi- netts herbeiführen können, da kaum mit einer ausreichenden Antwort des Ministerpräsidenten gerechnet werden kann.

clnb. Paris, 5. Januar.

Ministerpräsident Chautemps hatte heute eine längere Unterredung mit Kolonialminister Dali- mier, dessen Name im Zusammenhang mit der Be- trugsaffäre von Bayonne genannt worden war. Ministerpräsident Chautemps erklärte, Dalimier habe ihm die formelle Versicherung gegeben, daß er niemals mit dem internationalen Betrüger Stravisky zusammengekommen sei und daß er von

dessen Existenz überhaupt erst an dem Tage er­fahren habe, an dem der Krach von Bayonne be­kanntgeworden sei.

Die Untersuchung gegen den Millionenbetrüger des Vayonner Credit Municipal Stavisky, nimmt ihren Fortgang Aus den am Pariser Sitz der von Stavisky gegründeten Unternehmen beschlag­nahmten Papieren geht hervor, datz der Betrüger einen neuen großen Coup gegen das französische Sparerpublikum vorbereitet hatte, der ihm einen Betrag von 500 Millionen Franken einbringen sollte. Aus den vorgefundenen Büchern ist zu ersehen, daß so gut wie keine Aktiven bei den Unternehmen vorhanden sind.

Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht zahl­reiche Bilder, die erkennen lassen, welch un­geheuren Aufwand und Luxus der Schwindler Stavisky und seine elegante Frau in den fran­zösischen Modebädern und Spielkasinos getrieben haben. Von Stavisky fehlt noch immer jede

reformsrage zeigte Mussolini die Kriterien auf, nach denen die Reform durchgeführt werden sollte, um dem Völkerbund ein besseres Arbeiten zu sichern und es ihm zu ermöglichen, seinen Zwecken besser zu entsprechen,

Der englische Außenminister Simon hat Rom heute mittag planmäßig um 12.15 Uhr mit der Eisenbahn verlassen. Er wird sich in Paris nicht aufhalten.

Am Vormittag empfing Simon die Presse, um einen Bericht über die Lage zu geben. Aus ihm geht hervor, daß England die Frage der Völ­ker b u n d s r e f o r m als eine Frage zweiter Ordnung betrachtet. Das Ab­rüstungsproblem sei so wichtig und schwierig, daß man es nicht noch durch Hinzuziehung eines ande­ren Problems belasten dürfe. Nur wenn in der Abrüstung ein befriedigendes Ergebnis zustande gekommen sei, könne man an die anderen Fra­gen der Reform des Völkerbundes herangehen, die sich dann leichter lösen ließen. Im übrigen gebe es zwei Möglichkeiten von Reformen. Die eine gehe darauf aus, den bestehenden Zustand

„Figaro" glaubt zu wissen, daß in der Rüstungs­frage zwischen Rom und London eine wesentliche Annäherung erfolgt !ei Man habe sich bereits dahin geeinigt, Deutschland die „Aufrüstung" in einem gewissen Grade zuzugestehen, wobei die aufgerüsteten Mächte ihre Rüstungen wesentlich einschränken müßten.

Der „Excelsior" glaubt, die Forderungen Mussolinis in folgenden fünf Punkten zu­sammenfassen zu können: 1. Der deutschen For­derung nach Gleichberechtigung müsse Rechnung getragen werden. 2. Da diese Gleichberechtigung

Spur, indessen liegt eine Meldung aus Gens vor, derzufolge der Betrüger am letzten Sonntag bei einem Genfer Fußballspiel gesehen worden sein soll. Die Genfer Polizei geht dieser Andeutung nach. Inzwischen hat der französische Rundfunk alle auf dem Ozean befindlichen Schiffe auf den Schwindler aufmerksam gemacht und sie gebeten, ihre Passagierlisten auf das Vorhandensein des Betrügers nachzuprüfen, da man immer mehr zu der Annahme neigt, daß sich Stavisky auf der Flucht nach einem überseeischen Land befindet.

Ein Abendblatt erörtert die Möglichkeit, daß Stravisky im Spionagedienst einer fremden Macht gestanden haben könnte, wodurch sich sein ungeheurer Einfluß auf diplomatische und poli­tische Kreise erklären würde. Sollte dies zutreffen, dann allerdings, so meint das Blatt, werde man wohl jede Hoffnung, seiner habhaft zu werden, aufgeben müssen.

Erst /Abrüstung", bann Genfer Reform

Das MschlußcommumtM über öZe Besprechungen MussoSmS - Simon

clnb. Rom, 5. Januar.

Die „Agenzia Stefani" meldet: In zwei langen herzlichen Unterredungen, die gestern und heute zwischen Mussolini und Sir John Simon im Pa- lazzo Venezia stattfanden, wurden die wichtigsten Fragen der allgemeinen Politik erörtert, insbe­sondere die Frage der Herabsetzung und Be­schränkung der Rüstungen und die Frage der Völkerbundsresorm. Hinsichtlich der erster­wähnten Frage stellten Mussolini und Simon in voller Uebereinstimmung fest, datz es unumgäng­lich notwendig ist, datz die Erörterungen sobald wie möglich zu einem Abschluß gelangen, indem man auf jeden Gedanken oder jeden Vorschlag ver­zichtet, der nicht in sich selbst Elemente einer prak­tischen und schnellen Verwirklichung enthält und in dem man diejenigen Punkte zum Ziele nimmt, welche in der internationalen öffentlichen Mei­nung als bereits geklärt betrachtet werden müssen und welche die Zustimmung der beteiligten Staa­ten finden können. In der Völkerbunds-

Was Baris zu wissen glaubt

vnb. Paris, 5. Januar.

Die Pariser Morgenpresse nimmt sehr ausführ­lich zu den römischen Besprechungen Stellung. Das Ergebnis der Besprechungen wird in einem kür Frankreich möglichst günstigen Sinne dargestellt. Der Vertreter des französischen Nachrichtenbüros will den Eindruck gewonnen haben, daß die Wünsche des italienischen Ministerpräsidenten im Rahmen der augenblicklichen Völkerbunds­satzungen verwirklicht werden könnten. Der

zu stärken, die andere ihn zu schwächen. Selbst­verständlich komme für England nur die erste Art in Frage.

Was Simon nach diesen Ausführungen weiter über die Abrüstung zu sagen hatte, ging nicht über den bekannten Rahmen des englischen Standpunktes hinaus: Vermittlung zwischen der französischen und der deutschen Auffassung.

clnb. London, 5. Januar.

In den englischen Pressemeldungen zum Ab­schluß der Besprechungen in Rom wird besonders die Entscheidung Mussolinis und Sir John Simons hervorgehoben, daß in erster Linie eine Abrllstungsvereinbarung zustande kommen müsse und daß die Frage der Völkerbundsreform an zweiter Stelle stehe.

Im Rahmen des Meinungsaustausches seien die englischen Botschafter in Berlin und Paris zur Rücksprache über die Ansichten Deutschlands und Frankreichs nach London berufen worden.

gegenwärtig nicht durch Abrüstung zu erreichen die stark gerüsteten Mächte befürchte. 1. Aus rein verständlichen Prestigegründen könne Deutsch­sei, müsse man eine beschränkte Aufrüstung des Reiches hinnehmen. 3. Deutschlands Standpunkt regele sich daraus, daß es eine Einkreisung durch land. das im Innern geeint sei, keine Unterlegen- heit auf internationalem Gebiet ertragen. 5. Der neue deutsche Staat brauche eine Militärmacht oder andere Macht, um die politische Reform und den Kampf gegen den Kommunismus durch­führen zu können.

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Der Sieg des mähren Sozialismirs

Don -Tudroig Druck ner, stelln. Führer des Defarntverbandes der deutschen Arbeiter

Die deutsche Arbeiterschaft, die rückschauend zur Jahreswende das Ergebnis nationalsozialistischer Sozialpolitik wertet, wird versucht sein, in alter Uebung vergangener Jahre, sich ihr Werturteil aus der Summe der einzelnen sozialpolitischen Ereignisse zu bilden. Auch ein auf solcher Wer­tung beruhender Rückblick würde sehr günstig von den Bilanzen abstechen, die zum Jahreswechsel in früheren Zeiten gezogen werden mußten.

Und doch würde eine Rückschau dieser Art an der Oberfläche des ungeheuren sozialen Geschehens der letzten Monate hängen bleiben, wäre ein Rückfall in die hoffentlich bald restlos überwun­dene materielle Denkweise, wäre nicht national­sozialistisch! Denn es handelt sich nicht mehr um eine möglichst gute und heilsame, vielleicht auch mit anderen Mitteln betriebene Fortsetzung der früheren Sozialpolitik, sondern in erster Linie um die Neuordnung des gesamten so­zialen Lebens schlechthin. Es handelt sich um eine Neuordnung, die endgültig mit den alten marxistisch-liberalistischen Grundlagen bricht und auf den Erkenntnissen der nationalsozialistischen Weltanschauung aufbaut.

Der Sieg des Nationalsozialismus bedeutet den Sieg des wahren deutschen Sozialismus über den Scheinsozialismus der Juden und Mar­xisten. Es ist unerläßlich, in dieser Rückschau scharf und unverwischbar den Vergleich zu früheren Zeiten zu ziehen. Man erzählte der deutschen Arbeiterichaft von Sozialismus und nie war ihre soziale Not größer als unter der Herr­schaft dieser „Sozialisten". Sie gaben vor, das materielle Glück der Arbeiter durch ihren So­

zialismus verwirklichen zu können und ließen zu, daß das Millionenheer der Existenzlosen von Jahr zu Jahr immer größer wurde. Immer deutlicher wurde aber auch die Unfähigkeit dieser Sozia­listen, einen Weg aus dieser Not zu weisen.

Der Nationalsozialismus hat sofort — denn jeder Tag war kostbar — mit allen Mitteln den Kampf gegen die Volksnot Arbeitslosigkeit auf­genommen. Auch das ist in weiterem Sinn so­ziale Politik. Der äußere Erfolg dieses Kampfes ist überwältigend. Erstmals in der ganzen Welt gelang es einem großen Industriestaat, die Ar­beitslosigkeit entscheidend um über 2V- Millionen zurückzudrängen. Selbst die Herbst­und Wintermonate brachten nicht das sonst regel­mäßige Geschehen eines riesenhaften Anschwellen^ der Zahl der arbeitslosen Volksgenossen. Mit diesem erstaunlichen Erfolg stieg wieder die Hoff­nung in den Herzen der Arbeitermassen, die Hoffnung und das gläubige Bewußtsein, daß das große Ziel der völligen Beseitigung der Arbeits­losigkeit mit Sicherheit erreicht werden wird. Für jene Volksgenossen aber, die bisher noch nicht an einen Arbeitsplatz gestellt werden konnten, setzte eine in ihrem Ausmaße und in ihrer Wir­kung noch nie gekannte Nothilfe ein, denn das ist der soziale Wille des Führers: Keiner soll in diesem Winter hungern und frieren! — Das ist der wahre Sozialismus!

Der Sieg der nationalen Revolution ist die Vernichtung des marxistischen Klassenkampfes, ist das Werden einer deutschen Volksgemeinschaft. Die Arbeiterschaft ist eingezogen ins deutsche Volk und lebt nun in ihm als völlig gleichberechtigter wertvoller Teil: aus dem Weltproletariat wurde

das deutsche Arbeitertum! Gewiß wird noch ein langer Weg zurückzulegen sein, bis in allen deutschen Herzen das Volksgemeinschaftsbe­wußtsein unverwischbar lebendig ist, denn die ge­genwärtige Generation wurde ja durch Jahr­zehnte marxistisch-materialistisch erzogen. Aber wer wollte leugnen, daß wir schon herrliche Be­weise des unaufhaltsamen Wachsens einer echten Volksgemeinschaft in dem abgeschlossenen Jahre erlebten? Das Wahlergebnis vom 12. November ist das überwältigend deutliche Kennzeichen einer neuen Gemeinschaftsgesinnung. Jene, die einst im erbitterten Klassenkampfe gegeneinander stan­den, sich einerseits als Arbeiter parteipolitisch „links" anderseits als Arbeitgeber „rechts" stell­ten — sie alle haben sich zu einer Weltanschauung bekannt, aus der nun eine soziale Gesinnung wächst.

Der 1. Mai, einst ein Tag der Zwietracht, sichtbarer Beweis der Klassentrennung, wurde zum „Tag der nationalen Arbeit", zum Zeichen der Einigkeit und Einmütigkeit. Ein soziales Erlebnis von allergrößter Bedeutung! Die jahr- hundertalte Zerrissenheit des deutschen Volkes ist beseitigt. Einig ist das Volk und in ihm der deutsche Arbeiter als mitverantwortlicher, stärk­ster Träger des Dritten Reiches.

Am 10. Mai erlebten wir den ersten Kongreß der Deutschen Arbeitsfront, deren Schirmherr­schaft der Führer an diesem Tage übernahm. Auch das ist wieder ein sozialer Fortschritt von größtem Ausmaß. Einst waren die Eewerk- schafts- und Arbeiterkongresse auch nur der Aus­druck der Klassenzerrissenheit, machten die Feindschaft und Uneinigkeit innerhalb der deut­schen Arbeiterschaft deutlich. Am 10. Mai sind diese Trennungen verschwunden! Das ganze deutsche Volk bekannte sich zum deutschen Arbei­ter und an seiner Spitze unser Führer Adolf

Hitler, der am 10. Mai versicherte: „Ich werde keinen größeren Stolz in meinem Leben besitzen als den, am Ende meiner Tage sagen zu können: Ich habe dem Deutschen Reich den deutschen Ar­beiter erkämpft!"

In dieser Rückschau auf das Jahr 1933 erscheint angesichts der eben geschilderten sozialen Ereig­nisse das Ableben der Gewerkschaften in ihrer früheren Form fast nebensächlich, und wir wollen das hier auch ausdrücklich betonen. Die Einheits­gewerkschaft, der Jahrzehnte alte Traum der deutschen Arbeiter, wurde nun Wirklichkeit in den Verbänden der Deutschen Arbeitsfront. Es gelang, die durch Zusammenbruch gefährdeten Anrechte der Arbeiter restlos zu sichern. Millio- nenwerte sind damit der deutschen Arbeiterschaft erhalten worden.

Als die Nationalsozialisten die alten Gewerk­schaften übernahmen, da gab es keine Gegenwehr und nicht die geringste Verteidigung. Da gingen die ehemaligen „Führer", ohne den geringsten Schritt zur Verteidigung der immer als so muster­gültig gepriesenen Gewerkschaften zu tun. Sie gingen, da der Marxismus in den langen Kamps­jahren vom Nationalsozialismus bereits er­schlagen war, weil er am 2. Mai bereits toi und überlebt war. So stellt sich uns heute das „A b- leben" der Gewerkschaften nicht mehr als ein besonderes Ereignis von sozialpolitischer Bedeutung, sondern als eine selbstverständ­lich« Folge des größeren Geschehens des nationalsozialistischen Sieges dar.

Mit dem 'Verschwinden der Gewerkschaften in ihrer alten Form und der Selbstauslösung der Ardeitgeberverbände sind zugleich die Träger des Lohnkampses oerichwunden, der die wesentliche Grundlage des Klassenkampfes war. Und trotz

Der Ginn der SA.

«lnb.Sofia, 5. Januar. Die bulgarische Tageszeitung „Nesawissimost" veröffentlicht folgende Unterredung, die der Reichs­minister und Stabschef der SA. Ernst Röhm, dem Berliner Vertreter des Blat­tes, Dr. Christoph, gewährt hat. Der Stabs­chef führte u. a. aus:

„Der Nationalsozialismus ist eine neue Weltanschauung, er wird künftig in einer durch Blut und Boden, durch Art und Natio- nalcharakter der verschiedenen Völker be­dingten Form die politische Welt­anschauung schlechthin auf der gan­zen Erde sein. Durch den Nationalsozialismus ist Deutschland aus dem Brückenkopf eines tödlichen Angriffs auf die Welt in einem festen Bollwerk gegen den Bolschewismus geworden. Seit der Neuordnung Deutschlands aus dem Geist des Nationalsozialismus be­findet sich auf dem ganzen Erdball der ge­samte Marxismus endgültig in rückläufiger Bewegung.

In den letzten Monaten erleben wir jedoch eine neue Welle des Hasses gegen das junge Deutschland Adolf Hitlers. In ver- antwortungs-, gewissen- und vaterlandslosen Pamphleten kehrt eine Lüge immer wieder: Unsere politischen Kampforganisa­tionen trügen militärischen Charakter und könnten dadurch zu einer Bedrohung des Friedens der Welt werden. Als verantwort­licher Stabschef der SA. wende ich mich im Hinblick auf die Tatsache, daß wir nichts zu verheimlichen haben, an die Weltöffentlich­keit, um darzulegen, was es mit diesen Ein­heiten auf sich hat. D i e S A. l ä ß t s i ch m i t Keinem Heer, mit keiner Miliz vergleichen, denn sie ist keines von ihnen. Allen genannten Heeren ist der Be­griff der bewaffneten Macht eigen. Das aber ist nach dem ausgesprochenen Willen Adolf Hitlers die SA. nicht. Im Gegenteil hat er in allen Proklamationen, die sich auf das Ver­hältnis zwischen Reichswehr und SA. be­ziehen. ganz scharf und eindeutig die Tren- M'ngslinie gezogen.

Der SA. ist zur Ausgabe gesetzt, den neuen deutschen Staat zu formen, und den deut­schen M.e nschenzu einem lebendigen Glied dieses nationalsozialistischen Staates zu er­ziehen. Zwischen der Reichswehr und der SA. bestehen keinerlei Bindungen. So war auch das Reichsheer bei der nationalsoziali­stischen Revolution gänzlich unbeteiligt — ein Vorgang, der in der Geschichte der Revolution wohl beispiellos dasteht. Im übrigen habe ich bisher nicht gehört, daß irgend jemand an der Uniformierung der zahlreichen Verbände un­serer Nachbarstaaten Anstoß genommen hätte. Dabei ist fast die gesamte Jugend in England. Frankreich, Italien, in den Vereinigten Staa­ten. in Polen und in Rußland nicht nur mit Uniform bekleidet, die denen der entsprechen­den Armee ähneln, sondern sie wird sogar von Heeresangehörigen ganz offen mit der Waffe für Kriegsdienst ausgebildet.

Deutschland ist sich der Ungunst seiner militär-geographischen Lage bewußt und hat deshalb das größte Interesse an der Auf­rechterhaltung eines ehrlichen Friedens. Die deutschen Jndustriereviere liegen fast sämtlich in der Reichweite der Ge­schütze unserer Nachbarn. Den Tausenden und aberTausendenKriegsflugzeugen hatDeutsch- land nicht ein einziges entgegenzusetzen. Der nationalsozialistische Staat ist endgültig.

des Fehlens der Lohnkämpfe und jener Menschen, die sie geführt hatten und für den Verlauf und das Ergebnis die Verantwortung tragen sollten, sind die Löhne der Arbeiter nicht gesunken. Die Regierung unterband mit Hilfe der Treuhänder der Arbeit jede Verschlechterung der sozialen Lage der Arbeiter und wir müssen als Erfahrung mit Nachdruck feststellen: Die Regierung ist ein

stärkerer Garant für die Erhaltung erträglicher Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterschaft, als es bisher jede Gewerkschaft gewesen ist. Auch das hat das Jahr 1938 unter Beweis gestellt

Unter den sozialen Neuschöpfungen des ver­gangenen Jahres steht an erster Stelle die Or­ganisation „Kraft durch Freude". Es gilt, das beste Kulturgut des deutschen Volkes allen Volks­genossen. auch jenen zuteil werden zu lassen, die kein Bankkonto besitzen. Nicht mit „Freikarten", nicht mit Verbilligung der Theaterkarten, nicht mit minderwertigen „proletarischen" Festlichkeiten, sondern in großzügiger Weise wird nun auch der Arbeiter in die deutsche Kultur eingefügt. Er wird so fest eingefügt, daß ihm auch sein Feier­abend die Gewißheit tagtäglich bringt, daß er nun wirklich vollwertiges Mi'tglied unseres Volkes geworden ist. — Die Zeit zieht schnell dahin. Ein knappes Jahr, wenig Meilen des Weges der deutschen Arbeiterschaft im Dritten Reich sind zurückgelegt. Noch nie hat die deutsche Arbeiter­schaft in Wertung besten, was ein abgelaufenes Jahr gebracht hat, mit soviel Hoffnung in das neue Jahr geblickt wie an dieser Jahreswende. — Und nie mit größerer Berechtigung! Denn diese Hoffnung ist getragen vom felsenfesten Glauben an den Führer, den Volkskanzler Adolf Hitler. Millionen deutscher Arbeiterherzen schlagen für ihn in Dankbarkeit und Treue.

(Arbeitertum.)

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