WWW W 8 8 8 U^ W M^xKs 8 8^ 8 8 88 8888
V 11 l WLMchßtUUI^
^lls amUiche Organ Ses FenaisFreien LanfestM vremen
Ser Freien LanfestM vremen
Monats-Bezug: Bei RM. ^ ' ten.
B-e«--Zeitung. Verlag^sellschaftm . b. «LsVLnrn^^
-^«n-rren d o,s 8 / Fernruf : Sammelnummer Roland 828.
Nr. 2 / i. Vierteljahr
19 3 4
Mittwoch, den 3. Januar
Anzeigen-Grundpreift: Je nun-Zeile im Anzeigenteil (18 Spalten) 12 Rpf., im Textteil (5 Spalten) 75,Rpf. Ermäßigte Grundpreise (für Stellengesuche, Familienanzeigen, kleine Anzeigen, Bereinsmitteilungen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 18 Uhr.
Sprechzeit des Verlages werktäglich vo n 12—13 Uhr, der Schriftleitung werktäglich von 18—17 Uhr.
Einzelpreis is Rps.
Simon in Nom
^ocd der Ueberreichung der französischen Denkschrift / Varifer Stimmer über Hren Inhalt / Weshalb man nicht aus England wartete
Rom, 2. Januar.
Außenminister Simon ist von Ostia ans mit dem Kraftwagen in Rom eingetroffen und hat in der englische» Botschaft Wohnung genommen. Nach den neuesten Informationen soll Simon zwei Unterredungen mit Mussolini haben und zwar Mittwoch nachmittag und Donnerstag vormittag.
Berlin, 2. Januar.
Der französische Botschafter Francois - Poncet hat, wie bereits gemeldet, bei seinen mündlichen Erklärungen auch ein aide memoire überreicht, bei dem es sich um eine sehr ausführliche Auszeichnung handelt. Diese aide memoire wird gegenwärtig von den zuständige« Stellen der Regierung geprüft. Sein Ton ist entgegenkommend. Die Aufzeichnung bringt aber keinerlei Sensationen. Infolge der Kürze der Zeit konnte bisher von deutscher Seite «och nicht dazu Stellung genommen werden. Die Prüfung des Schriftstückes wird noch einige Tage dauern. Eine Beantwortung ist in den nächsten Tagen schon aus dem Grunde noch nicht zu erwarten, da erst inzwischen eine große Führertagung stattfindet.
Paris, 2. Januar.
Nach der Ueberreichung der französischen Note in Berlin verhält sich die Pariser Presse noch stark abwartend. Von den großen Informationsblättern nimmt lediglich der „Petit Parisien" Stellung. Die Reichsregierung, so sagt das Blatt, werde bei der Feststellung der endgültigen Haltung nicht sagen dürfen, daß Frankreich nur ein taktisches Manöver verfolge. Die französische Regierung habe greifbare Vorschläge unterbreitet, die einen von der bisherigen deutschen Auffassung abweichenden Grundsatz aufrechterhielten. Frankreich sei nämlich der Ansicht, daß die Abrüstungsbestrebungen nicht zum Scheitern verurteilt seien.
Die europäischen Großmächte, denen die Denkschrift zur Kenntnisnahme überreicht worden sei, hätten nun die Pflicht, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen. Deutschland stehe nicht vor einer gemeinsamen Front, die ihm eine Lö-
, Ein peinlicher Lwischensall
Bromberg, 2. Januar.
Zg einem peinlichen Auftritt kam es Dienstagvormittag in der Danziger Straße. In der Nähe eines Hotels hielt ein reichsdeutscher Kraft- wagen, der aus Schneidemühl gekommen war und dessen Insassen den Wagen verlassen hatten. An dem Wagen be'^nd sich ein Hakenkreuzwimpel. Verschiedene Leute sammelten sich um den Kraftwagen und rissen schließlich den Wimpel herunter. Die Polizei war sofort zur Stelle und gewährte den inzwischen erschienenen Insassen Schutz.
sung aufzwingen wolle, sondern befinde sich inmitten von internationalen Verhandlungen. — Der „Figaro" schreibt, daß die französische Regierung keine negative Haltung einnehme, sondern mit ihrer Note einergewissenErhöhung der deutschen Streitkräfte zustimme, während Frankreich bereit sei, in gewissem Rahmen abzurüsten. Der sozialistische „Populaire" fordert sofortige Veröffentlichung der Denkschrift, denn man dürfe keine Geheimdiplomatie betreiben, sondern die Öffentlichkeit wolle wissen, wie der Wille des Volkes befolgt und durchgeführt werde.
Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" bringt die Auffassung zum Ausdruck, daß ein Aufschub des für den 21. d. M. vorgesehenen Zusammentritts des Abrüstungsbüros wahrscheinlich sei, es sei denn, daß jetzt in Berlin oder bei der Zusammenkunft des Völkerbundsrates am 18. in Genf ein wesentlicher Fortschritt erreicht werde.
Zu einer französischen Information, daß die britische Regierung am Sonnabend den Ouai d'Orsay gebeten habe, die Ueberreichung der Denkschrift in Berlin um einige Tage zu verzögern und daß dieses Ersuchen abge-
wertiges, Niederdrückendes sei und Bekenntnis zu der Auffassung, daß jede pflichtgetreue Arbeit ehrt und adelt. Arbeitsdienst als Dienst am Volke ist Verwirklichung des Grundsatzes „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Die gleiche Arbeitsdienstpflicht für alle arbeitsfähigen jungen Deutschen ist praktisches Beispiel deutscher Arbeitsgemeinschaft, ist vorbildlicher deutscher Sozia-. lismus.
Die Staatspolitik der Regierung hat in diesem Jahre den Zeitpunkt zur Einführung der Arbeitsdienstpflicht noch nicht für gekommen erachtet. Als Ziel bleibt die allgemeine gleiche Arbeitsdienstpslicht unverrückbar bestehen und alle unsere Arbeit im Freiwilligen Arbeitsdienst während des verflossenen Jahres war mit dem Blick auf dieses Ziel gerichtet. Mit diesem Blick- ziel treten wir Arbeitsdienstler in das neue Jahr, fest entschlossen, alle Vorurteile und Hemmnisse niederzuringen in dem heißen Bestreben, den Arbeitsdienst zu einer Herzenssache unserer Jugend und unseres ganzen Volkes zu machen und erfüllt
Am Sarge wurden etwa 20 Reden gehalten. Nach einem Schlußwort des Patriarchen wurde der Sarg von führenden Mitgliedern der liberalen Partei auf eine Lafette gesetzt. Dann bildete sich der Trauerzug, der von einer starken Abteilung Gendarmerie in Paradeuniform eröffnet wurde. Dahinter folgten die Abordnungen der liberalen Partei aus dem ganzen Lande, die von sechs Pferden gezogene Lafette mit dem Sarg, sodann die Familie und die gesamte Regierung, das Diplomatische Korps, die Generalität, die Sonderabordnungen Südslawiens und der Tschechoslowakei und eine unübersehbare Menge
, lehnt worden sei, bemerkt der Mitarbeiter: Der f Grund der Anregung war, daß der britische Bot- , schafter in Berlin Gelegenheit erhalten sollte, j durch vorherige Besprechungen mit der deutschen Regierung den Weg für den französischen Schritt zu ebnen und es zugleich Sir John Simon zu ermöglichen, mit Mussolini den wesentlichen Inhalt des Schriftstücks zu besprechen, bevor es in Berlin überreicht werde.
Die ablehnende Haltung des Quai d'Orsay ist wahrscheinlich folgendermaßen begründet: Die französische Regierung hatte vorige Woche erwogen, das Dokument vor seiner Absenkung nach Berlin Großbritannien, Italien, Belgien und den osteuropäischen Verbündeten Frankreichs zur Zustimmung zu unterbreiten. Dieser Gedanke fand aber in London und Rom keine Billigung, da möglicherweise Berlin darin ein Zeichen für das Vorhandensein einer englisch-französisch-italienischen Einheitsfront gegen Deutschland hätte erblicken können.
Was sagt
Herr Dollfuß dazu?
Die Zahl derer, die gegen das System in Oesterreich Stellung nehmen, schwillt immer mehr an. Was da aus der deutschösterreichischen Bevölkerung heraus dem Bundeskanzler Dr. Dollfuß über den „Erfolg" seiner Regierungsmethoden gesagt wird, sind nicht Stimmen einzelner. Hinter diesen Stimmen steht heute die überwältigende Mehrheit aller Deutschösterreicher. Hier ein paar Beispiels :
In der Sitzung des Kuf st einer Gemeinderates vom 20. Dezember erklärte Bürgermeister Pirmoser u. a.: „Schon das Jahr 1932 hat mit großen wirtschaftlichen Nöten begonnen. Wir glaubten aber, den Tiefpunkt der wirtschaftlichen Krise erreicht zu haben und hofften auf eine Besserung. Die Entwicklung hat aber gezeigt, daß es noch schlechter werden konnte. . . . Der Fremdenverkehr, der Wochenend- und Tagesausflugsverkehr aus dem Deutschen Reich wurde vollständig unterbunden. Der daurch der Wirtschaft unserer Stadt zugefügte Schaden kann nur halbwegs an den Zusammenbrächen und Ausgleichen ermessen werden. Die volle Auswirkung ist noch nicht absehbar. Unfaßbar und tief bedauerlich ist es, daß es so weit kommen konnte."
Der Kärntner Abgeordnete Kliman hatte bereits in der Bundesratssitzung vom 17. November gegen das dermalige österreichische Regierungssystem sehr scharfe Worte gefunden. Die Veröffentlichung seiner Rede wurde der österreichischen Presse untersagt. Wir bringen an dieser Stelle nur den Schlußsatz nach dem amtlichen stenographischen Sitzungsprotokoll. Und dieser Schlußsatz lautet: „Wir wollen heute der Regierung sagen: Wenn die Herren verneinen, daß sie den Kampf einiger weniger gegen alle zu führen imstande sind, dann werden sie sich täuschen, und über den Ausgang dieses Kampfes einiger weniger gegen alle braucht man sich heute nicht mehr den Kopf zu zerbrechen!"
Am 8. Dezember ergriff Bundesrat Kli - mann neuerdings das Wort. Das amtliche stenographische Protokoll enthält folgende Sätze: „Ich habe in der letzten Sitzung an die Regierung eine Warnung ergehen lassen, sie soll es sich wohl überlegen, die Dinge auf die Spitze zu treiben. Ich möchte heute diese Warnung eindringlich wiederholen. Denn so wie andere sind auch wir Kärntner ein gutmütiges und duldsames Volk, aber es könnte bei Fortführung dieser Willkürakte und Drangsa« lierungen denn doch eines schönen Tages der Fall eintreten, daß uns diese Gutmütigkeit und Duldsamkeit jähe gerissen sein wird."
In seiner Dezember-Folge schreibt „Der Kriegsteilnehmer", das in Eraz erscheinende Organ des alpenländischen Kriegsteilnehmer- Verbandes an leitender Stelle: „Sollen wirklich alle unsere Opfer umsonst gewesen sein, haben wir wirklich dazu jahrelang gekämpft, gelitten und geblutet, um dann untätig zuzusehen, daß unsere Kinder einer hoffnungslosen Zukunft entgegensteuern, jahrelang arbeiten, studieren, um am Ende vor dem Nichts zu stehen und als Handlanger derer enden, die sich in unserem Heimatland breit gemacht haben, während wir draußen an der Front standen? Nein,
„Erziehung zum Arbeiierium"
Staatssekretär Hieri über den Arbeitsdienst
Berlin, 2. Januar.
Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! richtete im Rundfunk zum Jahreswechsel eine Ansprache an die deutsche Jugend, in der er sich mit Nachdruck gegen die Anschauung des alten Systems wandte, das im Arbeitsdienst nur einen Notbehelf zur Beschäftigung der arbeitslosen Jugend gesehen habe. Der Arbeitsdienst sei etwas viel größeres als nur eine vorübergehende Aushilfe im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit. Auch wenn wir die Arbeitslosigkeit schon völlig überwunden hätten, müßten wir an der Forderung der Arbeitsdienstpflicht festhalten, weil wir den Arbeitsdienst als die große Schule der politischen Erziehung zum deutschen Arbeitertum, zum deutschen Sozialismus nicht entbehren wollen und nicht entbehren können.
Arbeitsdienst der Jugend als Ehrendienst am Volke bedeutet, betonte der Staatssekretär, Abkehr von der Auffassung, daß Arbeit nur ein Mittel zum Gelderwerb sei, ebenso wie von der Auffassung, daß Arbeit nichts anderes als eine käufliche Ware sei. Arbeitsdienst als Ehrendienst bedeutet weiter Absage an das Vorurteil, daß grobe Handarbeit etwas Minder-
Die Beisetzung Ducaö
Bukarest. 2. Januar.
Im Athenaeum von Bukarest fand am Dienstag die Trauerfeier für den ermordeten Ministerpräsidenten Duca statt. Die religiöse Feier leitete der Patriarch von Rumänien, Miron Ehristea, persönlich, wobei ihm die Bischöfe von Siebenbürgen, der Bukowina und Bessarabien unterstützten. An Stelle des Königs, der durch eine Erkältung verhindert war, erschien der Hofmarschall, der einen Kranz mit der Inschrift „Meinem Freunde" am Sarg niederlegte.
von dem lauteren Willen, unserem Volke selbstlos zu dienen im Sinne unseres Führers.
Auch der Inspekteur der Führerschulen des deutschen Arbeitsdienstes, Dr. Decker, hielt zum Jahreswechsel eine Rundfunkansprache, in der er u. a. betonte, daß die Grundlage für die Arbeit im neuen Fahre 1934 einzig und allein die Weltanschauung des Nationalsozialismus sein könne. Wenn Arbeitsdienst und Nationalsozialismus nicht zu trennen seien, so ergebe sich aus ihrer inneren Verbindung die Marschrichtung des neuen Jahres. 1933 habe es viele Menschen gegeben, die den Arbeitsdienst immer noch gesehen hätten in dem Zerrbild vergangener Fahre. Der deutsche Arbeitsdienst sei keine Angelegenheit für die Enterbten unseres Volkes. Er sei der größte und umfassendste Ausdruck des nationalen Sozialismus, der die jungen Menschen ohne Ansehen der Person und des Standes wieder zusammenführe zu dem heiligen Dienst an Volk und Vaterland. Der deutsche Arbeitsdienst solle die junge Gemeinschaft ansetzen für die großen Aufgaben, die dem gemeinsamen Nutzen eines ganzen Volkes dienen und nicht dem bloßen Vortei leines einzelnen.
bon Abordnungen aller Art. Vor dem Klubhaus der liberalen Partei hielt der Sarg fünf Min. Ein Mitglied der Partei richtete vom Balkon Abschiedsworte an den toten Parteiführer. Die Anteilnahme der Bevölkerung war außerordentlich groß und äußerte sich stellenweise in spontanen Trauerkundgebungen.
Botschafter Nadolny in Moskau. Botschafter Nadolny traf am Dienstag früh in Begleitung seiner Gattin und seiner beiden Töchter von seiner Dienstreise, aus Berlin kommend, in Moskau ein.
Deutsche Dauern in der Fremde
Von Or. Franz Druckner
> gewaltige Flut der großen deutschen Ost- zung vom zwölften bis vierzehnten -oahr- -rt trieb zwei Wellen weitab — die Balten dem Nordosten, die rheinfränkischen Siedler dem Südosten, in das an anmutigen und schen Landschaftsbildern überreiche Sieben- !N. Dem Ruf ungarischer Könige folgend, r die deutschen Kolonisten nach Sieben- m. Sie sollten das Königtum schützen und i. Deutsche Siedler zum Schutz der ungari- Königskrone!
äsende folgten dem Ruf. Von der Mosel Saar, vom Hundsrück und aus den luxem- schen Wäldern kamen sie, stark gewachsene ner brachten Frauen. Kinder und ihre ganze iliche Habe mit, drangen nicht mit Feuer Schwert in das Land, sondern nahmen die und mühselige Arbeit der Kolonisten auf )ier offenbarte sich zum ersten Male in eine- illigen Kundgebung riesenhaften Umfw-ges ler Welt die Wahrheit, daß bäuerliche
eit die stärkste Grundlage des
kstums. der völkischen Kraft und Machr Station überhaupt bedeutet. ->nmMen »rassiger Umwelt, unter der Hemmas ^rassiger Fürsten, hat die zähe und ^1^1- i des Pfluges weite Gebiete erngedeuticht. Geschichte der Siebenbürger Sachsen ist die Kolonistenvolkes. Nicht prunkvolle Hangen Eroberungskriege oder diplomattpye sstücke sind die glänzenden Punkte in ihrer rngenheit. Ihre ganze Kraft geht um dw altung der Scholle, des deutschen -s und der deutschen Famil I e. Von mgarischen Königen mit reichen Priml-gien -stattet, durch hervorragende Führer gelei
und nicht zuletzt auch vom Schicksal begünstigt, haben sie 800 Jahre hindurch ihr Volkstum zu erhalten vermocht. Innenpolitische Konflikte, Kriege nach außen, Hunger, Seuchen und Verfolgungen aller Art haben die Reihen des Sachsenvolkes oft gelichtet, seine Widerstandskraft aber niemals gebrochen. Auch die allmähliche Ansammlung fremder Volkselemente in Städten und Dörfern, Bestrebungen, das Deutschtum als Kulturdünger aufzureiben, Rechtsverletzungen aller Art haben die deutsche Einheit nicht zu sprengen vermocht.
Nach dem unglücklichen Ausgang des Weltkrieges besetzte die rumänische Armee Siebenbürgen Kurz darauf sprach das sächsische Volk, indem es sich auf den Boden des Selbstbestimmungsrechts der Völker stellte, seinen Anschluß an das Königreich Rumänien aus, wählte seine Vertreter in den Senat und das Parlament und trat im November 1919 damit in die gemeinsame Arbeit für den neuen Staat ein.
Nach dem Weltkrieg findet man die Siebenbürgen-Sachsen auf eine kulturelle Entwicklungshöhe aufgerückt, die in keiner Weise der der westeuropäischen Völker nachsteht. Kurz skizziert, zeigt sie etwa folgendes Bild: Die deutschstämmige Bevölkerungszahl betragt rund 240 000 die Zahl der Gemeinden 256. Die be- deutendsten Städte sind Hermannstadt, Kronstadt und Schäßburg. Glaubensbekenntnis ,st der Vrotestantismus. Die organisatorische Zu s a m - menfassung des Kirchen- und Schul- lebens findet ihren Ausdruck in der evangilisch- säMschen Landeskirche. Ihr Leiter ist eine der markantesten Persönlichkeiten im gesamten Protestantismus, der hochangesehene Bischof Dr. Dr.
Friedrich Teutsch. Die Landeskirche erhält das gesamte deutsche Volks-, Bürger-, Mittel-, Fach- und höhere Schulwesen, das sich eng an die reichsdeutsche Gliederung anlehnt und nach den modernsten pädagogischen Grundsätzen geleitet wird. Die Bevölkerung gliedert sich in ein intelligentes Großbürgertum, Handwerker und Bauern in gleichmäßiger gesellschaftlicher Schichtung. Die Produktionseinrichtung ist zum weitaus größten Teil agrarisch, die Kultur hochentwickelt und das Schrifttum bedeutend.
Die Hochburg des Deutschtums in Siebenbürgen ist von jeher die Landeskirche gewesen. Sie war es, die das Deutschtum in Siebenbürgen zu einer starken Einheit zusammenschloß und ihm ein ausdrucksvolles Gepräge verlieh. Reichliche Mittel standen ihr vor dem Kriege zur Ver
fügung, überall vermochte sie helfend und lindernd einzugreifen. Heute sind ihre Quellen zum großen Teil versiegt und Frau Sorge schreitet durch die einst blühenden und reichen Gemeinden und klopft mit harten Fingern an die Türen der Bauern. Agrarreform, Agrarkrise und Inflation sind die Gespenster, die nicht allein durch Siebenbürgen, sondern über den ganzen Balkan wandern und unheilvolle Spuren hinterlassen.
Trotz dieser Notlage halten die siebenbürger Bauern treu an ihrem Volkstum fest. Es ist gewiß, daß sie aus ihrer bäuerlichen Verwurzelung aus dem Boden die Kraft ziehen werden, um dieses Stück Jahrhunderte alter deutscher Kultur vor dem Untergang zu bewahren und darüber hinaus zu neuer Blüte zu führen.
Familienangehörigen zufällt. Ein wenig anders liegen die Dinge beim Stellmacher, der nicht so stark beschäftigt ist wie der Schmied. Auf zwei Schmiede im Dorf dürfte ein Stellmacher kommen, der volle Arbeit finden könnte.
berufe wie Schuhmacher, Schneider, Sattler und Fleischer, die nach der Art ihrer Betätigung innerlich der Landwirtschaft fremd sind, haben mit 8—15 Morgen durchaus genügend Land um den eigenen Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten zu decken. Auch hier müssen Frau und Familie die Landwirtschaft besorgen. Für den Mann ist das Handwerk unbedingt der Haupt- betrieb. Aehnlich liegt die Sache bei Kaufleuten wo eine Landzulage von 10 Morgen die Regel bilden dürfte.
Aus der SiedlurigspvaXis:
Wie groß ist die Handwerkerstetle?
Die neue Auffassung der Dorfbildung im Rahmen des Siedlungswerks macht es erforderlich, daß man auch den Handwerkerstellen größere Bedeutung beimißt als bisher. Während man früher im wesentlichen nur den Schmied und den Stellmacher für erforderlich hielt, beginnt man heute auch solche Handwerker anzusetzen, bei denen das Handwerk den Hauptbetrieb darstellt, wie Sattler, Schuhmacher, Fleischer und Schneider, schließlich auch Gastwirte und Kaufleute, also Berufe, die an und für sich mit der Landwirtschaft nichts zu tun haben.
Die Verschiedenartigkeit dieser Berufe, die auch eine geringere »der stärkere Beanspruchung durch den nicht landwirtschaftlichen Beruf bedingt, ist entscheidend für die Größe der Stelle, der Umfang des Siedlungsoorhabens, also des zu schaffenden Dorfes begrenzt die Zahl der Handwerker, die
man ansetzen kann. Die Ansiedlung von Gastwirten wird man grundsätzlich schon deshalb zulassen, weil die Wirtschaft und der darin zu schaffende Saal der Entwicklung des Gemeinde- lebens dienen kann. Gastwirtschaften werden im allgemeinen schon, weil Fuhrwerk und Pferdehaltung in Betracht kommen, eine größere Stelle bei brauchbarer Bodenqualität 30-40 Morgen,' erhalten. Dazu kommt, daß den Gastwirt seine Schankwirtschaft nur in den Abendstunden beschäftigt, so daß er fast wie ein Bauer wirtschaften kann.
Anders der Schmied, der mit seinem Handwerk den ganzen Tag über beschäftigt ist. Hier ist das Handwerk Hauptberuf Eine zu große Landzulage würde ihn nur belasten. Eine Stellengröße von 15—20 Morgen bildet um so mehr die obere Grenze, als ihre Bearbeitung der Frau und den
wiw man bei einem Siedlungsvorhaben voi höchstens 30 Stellen sich mit der Ansiedlunq vor Schmied und Stellmacher begnügen. Hierzi lEmt in den meisten Fällen noch die Gast wirtschaft. Bei Siedlungen bis zu 50 Steiler
^ zwei weitere Handwerke: berücksichtigen und bei Dörfern, die mehr al- S0 Neusiedler umfassen, wird man sogar un können^ ^ ^ Zahl von 6 Handwerkern gehet
Auswahl geeigneter Siedlungsbewerbei Regel keinerlei Schwierigkeiten Vielfach sitzen in den Nachbardörfern Handwerker ünd^n^ Ar Miete gewohnt haben und bereit sind neugeschaffene Handwerkerstellen sofort zu besetzen. Naturgemäß ist auch bei der Auswahl
w°seEi»'° Und ^ ^wirtschaftliche Eignung bei d!n^ ^ dabei, besonders
bei den kleineren Handwerkerstellen, auf die Eignung der Frau an. " oi«