Ausgabe 
(16.9.1933) Nr. 249
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m. 249 Jahrgang 1S3S

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Veemerr. Sonnabend. Sen 16. Seprembee 1933 Einzelpreis 15 Via.

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Das Amtlreke Orcrcu» des Serrals der ^rererr LraAfMjröt BrerneiT

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Attsece ^esicktr

Der EindruckDaily News" nennen die

der deutschen Veröffentlichungen Deutsch.

Enthüllungen lands über den kommuni­

stischen Umsturzplan hochbe­deutend. Gegen die mitveröffentlichten Doku­mente ließen sich schwer Gegenbeweise führen. Daily Telegraph" erinnert an Lloyd Georges Worte bei der Uebernahme der Macht in Ruß­land durch die Bolschewisten im Herbst 1917, daß eine Rotte Verbrecher sich der Regierungsgewalt in Rußland bemächtigt hätte. Diese Auffassung habe sich als richtig erwiesen, denn wenn man die deutschen Veröffentlichungen und die dokumen­tierten Unterlagen Prüfe, komme man zu der­selben Auffassung, daß Verbrecher Rußland zu­grunde gerichtet hätten und die übrige Welt in gleiches Elend zu bringen entschlossen seien. Die LondonerMorningpoft" schreibt, die deutschen Veröffentlichungen Über die kommunistischen Re- - volutionsvorbereitungen seien eine Tat. Die Times meinen, man müsse eine derartige Skru- pellosigkeit der russischen Methoden der Welt ein­hämmern.

- Jedenfalls haben uns die Enthüllungen über die kommunistischen Umsturzpläne in Deutsch­land wieder einen Schritt weiter gebracht: man ficht im Ausland die nationalsozialistische Bewe­gung in einem neuen Licht. Die Welt war dem roten Umsturz näher als viele glaubten. Nie zeigte sich übrigens die enge Verbundenheit zwi­schen Sozialdemokratie und Bolschewismus deut­licher als in diesem Fall, denn von allen Lon­doner Zeitungen schweigt nur der sozialistische Daily Herold" die deutschen Veröffentlichungen völlig tot.

Die ArbeitsbeschaMmD masrhierl

Berlin, 15. September.

Vom Kreditausschuß und Vorstand der Oeffa wurden in der letzten Woche, wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt, im Rah­men des neuen Arbeitsbeschafsungspro- gramms der Reichsregierung wertere Dar­lehen im Gesamtbetrage von rund 5V Millio­nen RM. bewilligt.

Ein wesentlicher Teil hiervon entfällt auf Maßnahmen der Reichswasserstraßenverw:!- tung. So wurden für den Weiterbau des Mittellandkanalsl 0,3 Millionen RM., für die Elbstromregulierung 2,9 Millionen RM., für den Ausbau des Dortmund-Enis- Kanals auf der Strecke Heine - Datteln 6 Millionen RM. und für den Ausbau des Jhle-Kanals 270 000 RM. bereitgestellt.

Durch Gewährung eines Darlehens von 9,3 Millionen RM. an die Harzwasserwerke der Provinz Hannover wurde der Bau der 250 Kilometer langen Wasserleitung von der Söse-Talsperre nach Bremen ermöglicht. Ferner wurden namhafte Mittel für die Ost­mark bereitgestellt. So erhielt die Smdt Breslau Darlehen im Betrage von rund 1,9 Millionen RM., die zum Teil für die Herstellung von Entwässerungsanlagen, zum Teil für Jnstandsetzungs- und Erweiternngs- arbeiten an öffentlichen Gebäuden, insbeson dere Krankenhäusern und an Brücken be­stimmt sind.

Weiler wurden für eine Reihe arbeits- marktpolitisch und wirtschaftlich bedeutsame» Arbeiten in der Provinz Brandenburg rund 3 Millionen RM., in der Rheinprovinz 2,5 Millionen RM., in Bayern rund 2,2 Millio­nen RM., in Sachsen rund 1,4 Millionen RM. und in Anhalt rund 0,5 Millionen Reichsmark bewilligt.

Staatsbegräbnis für Muchow und MSHting

Berlin, 1S. September

Auf Veranlassung des Staatsrats Dr. Ley wird dem Herausgeber desArbeitertum", Muchow, und dem Neuköllner Stadtrat Mähling ein Staatsbegräbnis zuteil werden. Die Leichen, die am Donnerstag g Uhr in Berlin eintrafen, sind im Sitzungssaal der Arbeiterbank aufgebahrt. Je drei SA.-Männer und drei NSVO.-Angehörige halten an jedem Sarge die Totenwache.

Sich selbst gerichtet

Direktor Knöpfke hat sich erschaffen Berlin, 1S. Sept.

Im Sanatorium Waldsrieden in Zehlendors er­schoß sich, dem Achtuhrabendblatt zufolge, gestern nachmittag der frühere Direktor der Berliner Funk- stunde, Friedrich Georg Knöpfte.

Er war gemeinsam mit anderen Leitern des Rundfunks vor etwa 6 Wochen verhaftet worden. Er und seine Kollegen wurden beschuldigt, mit den Geldern des Berliner Rundfunks zum Schaden der Allgemeinheit gowirtschajtet zu haben.

Weichen als Bahnbrecher anf dem Wege zur Vollendung

des Drillen Reiches

Berlin, 15. Sept.

In Berlin prangten am frühen Morgen bereits sämtliche öffentlichen Gebäude des Reiches, des Staates und der Stadt im Schmuck der Fahuen. Am preußischen Innenministerium Unter den Lin­den fand um 8 Uhr eine Flaggenparade der Schutz­polizei statt, auch die Privathäuser hatten in allen Teilen der Stadt Flaggenschmuck angelegt, wie man ihn in solcher Fülle nur an den ganz großen Feier­tagen nach dem 30. Januar gesehen hat. Neben der schwarz-weiß-roten und der Hakenkreuzfahne, den Symbolen des Reiches, kam heute die schwarz­weiße Preußenfahne zur besonderen Geltung. In der Wilhelmstraße waren auf den Dächern aller Re- gierungsgebäude die Fahnen an hohen Masten auf» gezogen, die ganze lilometerlange Straßenfront ent­lang, die Straßen, durch die der feierliche Zug des Ministerpräsidenten und der preußischen Minister seinen Weg nimmt, wiesen außer einem unüberseh­baren Fahnenwald auch viel Blumen- und Grün- schmuck auf. Das Brandenburger Tor war beson­ders festlich geschmückt. In mittleren Bogen hingen zwei große Hakenkreuzfahnen, die nach der Tier­gartenseite und den Linden zu grüßten, in den an­deren vier Bogen abwechselnd zwei schwarz-wsiß- rote und zwei schwarz-weiße Fahnen, außerdem war das Brandenburger Tor mit Kränzen und Guir­landen reich geschmückt. Die Prunkstraße Berlins, die Straße Unter den Linden, zeigte ebenfalls ein überaus festliches Gewand. Außer den Fahnen hat­ten hier besonders viel Blumen und Grüngewinde Verwendung gefunden. Die Linden waren von 3 Uhr früh ab für jeden Fahrzeugverkehr gesperrt.

Bereits in den ersten Vormittagsstunden sam­melte sich eine erwartungsvolle, freudig erregte Menschenmenge in den Straßen an, die der Zug . der Minister berühren mutzte, um Zeuge des histori- scheu Schauspieles zu sein. Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht stand heute morgen wieder die Sonne am Himmel. Besonders dicht ballten sich die Menschenmassen in der Wilhelmstraße und Un- ter den Linden, sowie auf dem Platz zwischen der Neuen Aula und der Staatsoper, wo die Anfahrt der Minister und der Staatsräte erfolgt.

Die ^uliskrt 6er Minister

Um 10 Uhr vormittags versammelten sich im Gebäude des Staatsmimistermms, Wil­helm-straße 63, Ministerpräsident Wring, Fi- nanzminister Popitz, Kultusminister Dr. Ruft,

Während die Staätsminister und die Staats­sekretäre nach Verlassen ihrer Autos sich zu den übrigen Staatsräten begäben, schritt Minister­präsident Goering mit dem Stabschef Röhm und dem Reichsführer der SS, Himmler, Staats­sekretär Körner, dem Polizeigeneral Daluege und anderen hohen Polizei- und Reichswehr-Offizie­ren unter den Klängen des Präsentiermarsches die Front der aufgestellten Formationen der Schutzpolizei ab. Sodann begab sich der Minister­präsident Göring mit dem Stabschef Röhm und Redner-Pult aufgestellten Fahnen. Die Fahnen senkten sich und der Ministerpräsident nagelte sie unter dem Wahrspruch, der weithin über den Platz schallte:Der Mann kann fallen,, d i e Fa h n e nie!"

Die 56ims6i ist gelöscht!

Dann hielt Ministerpräsident Göring vom Rednerpult aus eine Ansprache an die aufmar- schierenoen Schutzpolizeiabteilungen. Er wies einleitend auf die hohe Bedeutung der Eröffnung, des Staatsrates hin. und fuhr dann fort: Um die Wichtigkeit dieses Aktes besonders hervorzu­heben, habe ich befohlen, daß die neuen Anwärter der preußischen^ Schutzpolizei hier vereidigt, und daß in erster Linie auch die neuen Fahnen, die ich der Schutzpolizei verliehen habe, heute ge­weiht werden. Als der Krieg zu Ende war, brach in Deutschland alles zusammen, was uns einst heilig und wert war. Die Schlammflut der Re­volte und Disziplinlosigkeit überdeckte auch die heiligen Zeichen unserer Soldaten. Ein gütiges

Schicksal rollte damals die ruhmreichen Fahnen Schutzpolizei eingereiht worden seid. Das rmch und Farben ein und ein neues Symbol stieg aus auch eurem Eide die besondere Bedeutung bei­

der Schlammflut empor. Danken wir es dem Schicksal, daß über dem Deutschland der Schmach und der Schande auch das eigene Symbol der Schande wehte, und daß es ihm versagt blieb, die ruhmreichen Fahnen zu beschmutzen. Die Fahnen und Feldzeichen des Ruhmes wurden damals in verstaubte Räume gestellt, und das war gut so. Sie waren nicht zuhause in dem da­maligen Deutschland. Sie waren nicht die Feld­zeichen jener Revolte der Schande, es waren die ruhmreichen Feldzeichen eines großen Deutschland.

Wenn unser einziger Führer in Nürnberg auf dem Parteitag sagen konnte:Die Schmach ist gelöscht!" dann wiederhole ich in seinem Auf­trage heute auch für euch in der Preußischen SchutzpolizeiDie Schmach ist gelöscht!", und zum äußeren Zeichen, daß ein neuer Geist ent­standen ist, verleihe ich euch jetzt wieder Feld­zeichen, und-Fahnen in. euren Farben, im Grün der Schutzpolizei, im Symbol aber der alten ruhmgekrönten preußischen Standarte.

Mitten hinein pflanzen wir zwei Symbole, den siegreichen preußischen Adler, der immer zur Ehre emporgestiegen war, den Adler des ein­zigen Königs, und das Zeichen der siegreichen Fahne der deutschen Revolution, der Ehre, das Hakenkreuz. Seid immer eingedenk, daß ihr in einer großen Zeit an einem großen Tage preußisch-deutscher Geschichte in die Front der

legen. Ihr seid glücklich, daß ihr auf solchem Platz und angesichts dieser Zelten vereidigt werdet.

Ich werde die Fahnen jetzt weihen mit dem Zeichen, das einstmals vor 10 Jähren den Kämpfern um die deutsche Ehre vo-ranwehtex eine Fahne, ein Feldzeichen, das mit dieser Blutsahne geweiht ist, hat dadurch oi«! feierlichste Verpflichtung übernommen. Der Ministerpräsident schloß mit einem: ,^Vor­wärts und Gott befohlen!"

Die Fahnen senkten sich wieder, und Mini­sterpräsident Göring weihte die neuen Fahnen oer Schutzpolizei, indem er sie mit dem Tuch der Blutfahne berührte.

' Nachdem die Fahnen unter den Klängen des Präsentiermarsches zu ihren Bereitschaften zu­rückgebracht waren, begaben sich die Staats­räte in geschlossenem Zuge unter Anfüh­rung von Ministerpräsident Göring in das Anla-Gebäude.

Punkt 11 Uhr betrat der Ministerpräsident mit den Staatsräten den Saal in feierlichem Aug» Die Ehrengäste erhoben sich von den Plätzen Fanfaren ertönten. An der Spitze schritt Mini sterpräsident Göring in der braunen SA.-Unü form.. Zur Einleitung der Feier spielte das Staatsopernorchester unter Leitung des Staats- kapellmeisters Professor Heger die Ouvertüre aus der Orchestersntte in D.-Dur von Johann Seba­stian Bach.

Die grobe StaatSrede -es Minister-eSsi-enten

die Staatssekretäre Körner, Dr. Clanssein, Dr. Fveisler, Trauert, Landfried, Dr. Stnckart und Willikens, sowie der Stabschef der SA. Ernst Röhm und der Reichsführer der SS, Himmler.

Um 10.15 Uhr verließen die Staatsräte Röhm, Himmler, und die Staatssekretäre daS Staatsministerinm und nahmen in den vor­fahrenden Kraftwagen Platz. Im ersten Wa­gen saß Ministerpräsident Goering mit dem Stabschef der SA-, Staatsrat Röhm, im zwei­ten Wagen der Staatssekretär im Preußischen Staatsministerinm, Staatsrat Körner, mit dem Reichsfühver der SS., Staatsrat Himrn- ler. An die Spitze der beiden ersten Wagen setzte sich berittene Schutzpolizei; hinter dem Wagen folgte eine Abteilung berittener SA. In den weiteren fünf Wagen folgten die Staatsminister nach dem Dienstalter mit ihren Staatssekretären. In feierlichem Zuge ging die Fahrt durch ein ununterbrochenes zwei­gliederiges Spalier der SA., die den ganzen Weg entlang in Tüchfühlnng stand. Mehr als 10 000 SA.-Männer waren mit ihren Fahnen znr Spalierbildung- angetreten. 6 SA.-Kapellen waren anf den ganzen Weg verteilt. Hinter dem Spalier staute sich in tiefen Gliederungen die Zusch auerin enge, die den Ministerpräsidenten mit ununterbrochenen Heilrufen grüßte.

Ankunft des Zuges vor der neuen Aula

Gegen 10 Uhr versammelten sich die Staats- räte vor dem Aula-Gebäude, unter ihnen viele in ihren braunen und schwarzen Uniformen. Be­sonders bemerkt wurden Generalfeldmarschall von Mackensen und Admiral von Trotha in ihren Uniformen, der in Zivil erschienene Ge­neral Litzmann, Bischof Berning in seinem roten Bischofsmantel und der Preußische Landesbischof Müller. In der Nähe des vor dem Portal des Aula-Gebäudes befindlichen Redner-Pultes hatte die von SS-Männern geführte.Münchener Blut­fahne Aufstellung genommen/ die von den sieben zu weihenden neuen Fahnen der Schutzpolizei flankiert wurde, die auf hellgrünem Grunde ein sich über das ganze Fahnentuch erstreckendes weißes Hakenkreuz mit dem Preußischen Adler -eigen.

Kurz vor 10 Uhr, als der Zug der Regierung nahte, erschollen Kommandos über den Platz. Unter dem Jubel der Menge erreichte gleich darauf die Stütze -des Zuges mit dem Auto, in dem neben sein Ministerpräsidenten -Göring Stabschef Röhm saß, den Platz. Ministerpräsi- . dent Göring trug braune Uniform.

Dann hielt der Preußische Ministerpräsident Hermann Göring folgende Rede:

Exzellenzen! Meine Herren!

Ich begrüß« zunächst alle die, die der Einladung Preußens heute hier gefolgt sind. Ich danke Ihnen, daß sie gekommen sind, diesem wichtigen Staatsakt mit beizuwohnen und durch Ihr Er­scheinen auch an der Weihe mitbeteiligt zu sein, Ich danke in erster Linie den Herren Reichsmini­stern, ist danke den Herren Ministern der ver­schiedenen Länder, die trotz reicher Arbeitsfülle am heutigen Tage hierher geeilt sind. Ich danke auch in Sauberkeit den Vertretern der Mächte, die heute hier erschienen sind.

Meine Herren! Sie haben vorhin erleben kön­nen, wie Berlin im reichen Flaggenschmuck An­teil nimmt am heutigen Tag. Es ist nicht nur ein Tag für wenig«, nicht nur ein Tag für den Staatsrat, es ist ein Tag der Anteilnahme für das ganze preußische Volk. Ueber ein Jahrzehnt waren Not und Schande, Schmach und Erbitte­rung im ganzen deutschen Volk vorhanden. Und wer regierte in Deutschland? Nicht Männer der Tat, sondern Parteien und Parlament«. Es herrschte und regierte die Feigheit der Zahl. So dürfen wir heute diesen Tag als einen Wende­punkt in unserem Staatsleben be­trachten. Denn auch äußerlich wird nun vor aller Welt sichtbar gezeigt, daß im größten Lande des Deutschen Reiches die Form der Staatsverfassung grundsätzlich geändert wurde, in einem Sinne, der genau dem entgegensteht, der in dem letzten Jahr­zehnt Deutschland langsam aber sicher vernichtet hat.

Es geht nicht an, daß man eine Auslese unter der Feigheit, unter der Dummheit trifft, daß die Mehrheit ein Volk entscheidend regieren und führen soll, denn in der Weltgeschichte ist es im­mer so gewesen, daß nur Männer oder entschei­dende oder energische Minoritäten die Geschicke ihres Volkes gestaltet haben. Hätte es nur Par­lamente in deutschen Landen gegeben, so wäre das deutsche Volk heute nicht mehr da. Dadurch daß Männer es geführt haben und in den ent­scheidenden Stunden Gott dem deutschen Volke Männer beschert hat, dadurch konnte das deut­sche Volk zu diesem Ausstieg kommen. Wir sind heute an diesem Wendepunkt des Staatslebens.

Die nationalsozialistische Staatsverfassung ist es, die in diesem Staatsrat zum Aus­druck kommt. Sie gilt heute nicht nur für Preußen; sie wird Hinausstrahlen iu das ganze Reich.

Es ist der erste Versuch, zu beweisen und zu zeigen, daß dieses System der Arbeit das richtige ist und deshalb dürfen wir vom Wendepunkt des Staatslebens sprechen, dürfen davon reden, daß hier der Grundstein der nationalso­zialistischen Staatsversassung in Preußen und damit auch im Reiche gelegt wird.

Wir scheu in der heutigen Feier ein Geschehen, das einen gewaltigen Schritt voran bedeutet aus dem von uuserem Führer uns glückhast eröffneten Wege zu der Größe «vd der Macht des Dritte» Reiches-

Meine Herren Staatsräte!

Gerade heute sind 71 Jahre verflossen, seitdem das erste Mal im alten Preußen der Parlamen­tarismus in gefährlichster Weise sein Haupt erhob: das Abgeordnetenhaus lehnte den Militäretat mit überwiegender Mehrheit ab. Am 16. September 1862 wurde der damalige Gesandte Otto von Vis- marck zum König berufen. Vor dem Genius des Altmeisters deutscher Staatskunst mußte sich alles beugen, aber wir wissen, daß es auch einem Bis- marck nicht gelang, das Uebel des Parlamen­tarismus und des demokratischen Geistes von der Wurzel her zu beseitigen. So konnte vor zwanzig Jahren wiederum

ein Parlament der Feigheit bei der Einbringung einer Militärvorlage dem deutschen Volke in den Arm fallen, und so mußte der schwere Weg zu Ende gegangen werden, durch den das deutsche Volk um die Früchte seines jahre­langen Ringens gegen die gesamte Welt betrogen wurde, aus dem das Unheil des Friedensdiktates entstand und aus dem schließlich Deutschland in den vollendeten Niedergang gebracht wurde. Das Chaos stand vor uns, und wie ein Fanal leuch­tete mitten in der Nacht dieses Zusammenbruches

6er 8rrm6 6e5 Deutschen keickstsßes

hinein, aber es war zu spät, die Bataillone der deutschen Freiheit hatten zum siegreichen letzten Sturm angetreten und rissen das alte morsche System nieder und legten es in Trümmer. Nun in dieser letzten Stunde gab die Vorsehung dem deutschen Volke einen Mann und gab diesem Manne den Sieg und gab diesem Manne die Macht, Deutschland vom Abgrund loszureißen und noch einmal emporzusllhren, so Gott will, zu einer besseren Zeit.

Die Weltgeschichte wird einmal feststellen,

daß von diesem Tage ab der Wiederauf­stieg Deutschlands beginnt.

Sie wird aber auch feststellen müssen, daß es einzig und allein der Geist dieser Bewegung war und ruhmreichen Feldzeichen, die Deutschland die Rettung gebracht haben. Denken Sie zurück, wo wären wir heute, wenn diese Bewegung nicht ge­wesen wäre? Was wäre aus Deutschland, was wäre aus Preußen geworden, was wäre aus die­ser Not geworden?

Wir verknüpfen nun die alte Tradition mit dem neuen Geist der siegreichen Revolution. Sie wurde jetzt nicht zu unseren Gunsten, sondern zum Heil des deutschen Volkes beendet und siegreich beendet. Was ist geschehen in den Parlamenten? Eigen­nutz stand als erstes auf dem Schild der Par­teien. Gemeinnutz war etwas, was man ebenso wenig kannte, wie all die anderen Tugenden die einst Deutschland so groß gemacht hatten.

Nicht wurde uns der Sieg entrissen durch die anderen, der Sieg wurde gestohlen durch das, was ei» deutsches Parlament versäumt hatte i» wichti­ge« Augenblicken zu tun. Dort draußen konnte der preußische Grenadier, konnte der deutsche Sol­dat ermessen und erfühlen, als ihm die Munition fehlt«, als die Hilsstruppen nicht kamen, was eln feiges Parlament dem deutschen Volke angetan hatte, und wenn sich jemals erwiesen hat, daß ein Parlament unfähig ist, ein Voll zur Größe zu führen. daß es noch unfähiger tst, die Größe

eines Volkes zu behaupten, daß es überhaupt nicht fähig ist, die Existenz eines Volkes zu sichern, dann glaube ich, hat das die Geschichte des Parla­ments vor dem Kriege erbracht. Was die Ge­schichte des Parlaments nach dem Kriege zeigte, das wird immer

die schwärzeste Zeit unseres Volke,

gewesen sein, und darum sind wir so glücklich, als die siegreiche Revolution unserer Bewegung dieser fruchtbaren Zeit ein Ende setzte.

Schwere Verantwortung wurde damals uns Füh­rern auferlegt; gewaltige Aufgaben harrten ihrer Lösung, und im Dränge dieser Zeit und alle der unentwegten Arbeit, der fortgesetzten Suche nach Lösung dieser Probleme mußten wir einer erkennen, daß, so sehr die Verantwortung des einzelnen fest­steht, doch niemals der einzelne glauben kann und glauben darf, er könne die Mitarbeit des Volkes bei- seiteschieben. Und wenn man uns immer wieder ge­sagt hat und uns vom Auslande vorgeworfen wurde, wir wollten daS Volk knechten, das Volk sollte nichts zu sagen haben, so beweist der heutige Tag das Ge­genteil. Nicht in derselben Form, nicht tm geschwätzi­gen Eigennutz des Parlaments, nein, in einer neuen Form: Der Staatsrat, so wie er heute ist, darf ich sagen, ist mein eigenes Werk. Im Dränge dieser Arbeit erkannte ich, daß trotz einer Führung, trotz größter Entschlossenheit, die Gefahr bestand, daß man im Dränge dieser Geschäfte und der Arbeit allzu leicht den Zusammenhangmitdem Volke verlieren könnte. Da war es zunächst einmal not­wendig, auch äußerlich sichtbar den alten preu­ßischen Staatsrat, der ebenso minderwertig war, wie die anderen Parlamente, zu beseitigen und ihn nun zu ersetzen durch einen Staatsrat, so, wie ich ihn im Sinne des Wortes sah.

Der neue Staatsrat, der hiermit geschaffen ist, ist ein Gremium von Männer«, die selbst mitten im Volle als Führer stehen, sei es auf poli­tischem, sei es auf organisatorischem Gebiete, sei es auf wissenschaftlichem, kulturellem oder auf wirtschaftlichem Gebiet, wie ich auch damit be­tonen will, daß es nicht so ist, als ob wir keine Fühlung mit dem Volke haben, denn auch ich und meine Minister werden immer wieder ins Volk hineingehen und inS Volk hineinhören, denn aus diesem Volle sind wir ja gekommen, bmrd das Vertrauen dieses Volkes hat uns be­rufen. Deshalb dürfen wir niemals den Zu­sammenhang mit dem Volle verlieren.

Ein wichtiges Bindeglied hierfür ist dieser StaatS/ rat.

Dieser Staatsrat trägt in allem das Merkmal unserer Staatsausfassung und darum will ich Ihnen, meine Herren Staatsräte, als allerwichtigste Aufgabe das eine voranstellen, Sie müssen Bannerträger unserer Bewegung in Preußen sein, und zwar als Staatsorgan muß sich Ihre Arbeit Ihr Tun auf das gesamte Staatsleben auswirken, auf die Pro­vinzen, auf die Gemeinden. Ueberall müssen Sie eisern gegen den alten Parlamentarismus arbeiten, überall müssen Sie Verständnis erwecken, -daß nur

das Prinzip der Auslese,

daß nur der Führergedanke an sich ein Voll retten, ein Volk führen kann und so ist der Fühvergrundsatz

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