Ausgabe 
(11.9.1933) Nr. 244
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Jahrgang

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irr. 244 Jahrgang 1S33

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Bremen» Montag, den 11. September 1933 Einzelpreis 15 Wg.

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oreMrllMonalioMWkelie Zeiluna

D<rsAmMoke Oraan des Senat» der Treten Lanfektadt Brernerr ^

Schwere UngimlSsälle am Sonntag

Neun SA.-Männer bei einem Autounfall getötet. Riefeuleuer vernichtet eine

bübische Ortschaft vollständig

Wuppertal, 10. September.

Ein mit etwa 45 SA.-Mäimern aus Bochum besetzter Lastkraftwagen stürzte auf der abschüssigen Solinger Straße bei Kohlscheid einen steilen Abhang hinunter. Nenn SA.-Männer wurden getötet, 28 schwer und drei leicht verletzt.

Der ausBochum stammende Lastkraftwagen war mit etwa 45 SA.-Männern der Standarte III/17 Bochum besetzt, die er zur Besichtigung der großen Eisenbahnbrücke bei Müngsten bringen sollte. In Kohlscheid, das um kill Uhr erreicht wurde, mußte die abschüssige Solinger Straße befahren werden. Vermutlich hatte dabei der Fahrer die Krümmung der 8- Kurve und ihre Gefahren unterschätzt. Mitten in der Kurve gelang es ihm nicht mehr, den Wagen herumzureißen. Dieser sauste über den Straßenrand den st eilen Abhang hinunter, sich dabei mehrfach überschlagend. Die Insassen wur­den aus dem Wagen herausgeschleudert. Neun SA.--Männer konnten nur als Leichen geborgen werden, 31 mußten in die Krankenhäuser geschafft werden. Die sofort alarmierte Feuerwehr und die Sanitätsmannschaft leisteten die erste Hilfe. Eine Untersuchungskommission wurde zur Anglücksstelle entsandt. Die Schuldfrage konnte bisher noch nicht geklärt werden.

Französische Habgesönge

Paris, 10. September.

In Longwy, Nancy und Meaux wurde am Sonntag in Anwesenheit des Oberkommandieren­den der französischen Armee, General Weygand, des Marschalls Pötain und des Pensionsministers Miellet, der 19. Jahrestag der Marne-Schlacht ge­feiert.

In Meaux hielt Miellet eine von Unver­ständnis und Unversöhnlichkeit sowie hysterischen Ausfällen strotzende Rede. Miellet erklärte, man habe den Ereignissen des Weltkrieges niemals näher gestanden als heute. Der Geist von 1914 scheine wieder geboren zu werden. Unter dem Na­menDas Erwachen des Volkes" wohne man der Explosion eines übertriebenen Nationalismus bei, der, den Ueberlieferungen getreu, beweise, daß sich an der Marne nicht nur zwei feindliche Ar­meen gegenübergestanden hätten, sondern zwei Zi­vilisationen, zwei Eeistesrichtungen und zwei Phi­losophien des Wesens und des Lebens. Es sei klar, daß sich heute wie gestern derselbe Wille der Hege­monie, der Annektion und des Imperialismus kundtue. Frankreich habe deshalb gegen sich selbst die Pflicht, stark zu bleiben,um den Angreifern den Weg zu versperren und den ehrgeizigen und abenteuerlichen Völkern den Mut zu nehmen."

In Nancy erklärte MarschallPötain,datz das französische Volk vor seinen gefallenen Solda­ten in sich gehen und sich fragen müsse, ob es ange­sichts der höchsten Interessen des Landes bereit sei, den persönlichen Egoismus zu unterdrücken, und sich noch einmal, wenn es sein müßte, zu erheben, um den eigenen Boden zu verteidigen.

Der Abgeordnete Ferry erging sich in heftigen direkten Angriffen gegen Deutschland.

Seine Ausführungen ließen an den üblichen bös­willigen Unterstellungen nichts zu wünschen übrig. Das Reich habe, so behauptete er, aus der blinden Schwäche Frankreichs den Nutzen gezogen, um sich den Vertragsklauseln zu entziehen. Heute seien Heer und Front wieder aufgebaut, und Deutschland gehe in seiner Kühnheit so weit, die Abrüstung der anderen zu fordern. Es habe das pangermanistische Programm der Vorkriegsjahre wieder aufgenom­men und versuche jetzt, die territorialen Klauseln des Vertrages anzugreifen. Alle diese Pläne könn­ten aber nur nach der Vernichtung Frankreichs ver­wirklicht werden, die Hitler in seinem BuchMein Kampf" angekündigt habe. Es sei wirklich nicht der Augenblick, auf dem Gebiete der Abrüstung auch nur einen Schritt nachzugeben, denn, um frei zu bleiben, müsse Frankreich stark bleiben.

In der gleichen Richtung bewegten sich die Aus­führungen des Generals Weygand in Longwy.

Tagung -er Deutschen Arbeitsfront

Köln, 10. September.

Die Arbeitstagung der Deutschen Arbeitsfront erhielt am Sonntag dadurch eine besondere Note, daß an ihr der frühere italienische Korporations­minister Exzellenz Bottai als Ehrengast teil­nahm und einen erschöpfenden lleberblick über die sozialen Verhältnisse in Italien gab. Er sei über­zeugt, so führte er u. a. aus, daß ebenso wie der Faschismus auch der Nationalsozialismus als ein­ziger dazu. berufen sei, Arbeitgeber und Arbeit­nehmer in einer großen Arbeitsfront zusammen zu fassen zum Wähle des gesamten Volkes.

D«r Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, dankte Exzellenz Bottai für seinen Ver­trag und erklärte, den Arbeitsfrieden und das Blühen der Wirtschaft jenseits des Brenners auch in Deutschland zu erreichen, das sei sein heißestes Verlangen. Die deutsche Arbeiterschaft sei glücklich, wieder zu wissen, wohin sie gehöre. Eines müsse er aber mit aller Klarheit aussprechen: hüten wir uns vor Konstruktionen, und mögen sie noch so be­stechend und schön sein. Es müsse heißen: nicht alles organisieren, was zu organisieren ist, sondern nur das, was organisiert werden muß!

Zum Schluß führte Dr. Ley aus, daß er seine zu­künftige besondere Aufgabe darin sehe, dem Volke eine neue Gesellschaftsordnung zu geben. Er habe deshalb beschlossen, der Arbeitsfront einen Fest­anzug zu geben, das heiße, er wolle den Feier­abend der Arbeiter der Stirn und Faust organisie­ren, wolle Lichtspieltheater und Freilichtbühnen, Lesezirkel usw. schaffen, um so auch die geistige Er­holung der.Volksgenossen zu fördern.

Polnisches Militärflugzeug in Deutschland gelandet

Militsch, den 10. September.

Bei Greblino (Kreis Mitisch) landete am Sonntagabend, 18.30 Uhr, wegen Brennstofs- nangels ein polnisches Militärflugzeug. Die beiden Insassen, ein Offizier und sein Be­ileiter, wurden bis zur Klärung der Ange­legenheit in Schutzhaft genommen.

Die Namen der toten und verletzten Kameraden

Die Standarte Bochum berichtigt die Namen der tödlich Verunglückten:

Boehm jun., 14 Jahre, Hitlerjunge; Gebrüder Adolf und Hugo Sorck; Georg Arzheimer; August Starr; Karl Schulz; Julius Wohlfahrt; Gustav Schatta; Ferdinand Robert. Also bisher neun Tote.

Ferner schweben zwei SA.-Leute in Lebens­gefahr und zwar der Truppführer Wilhelm Krü­ger und Fahrer Hermann Boehm. Schwer ver­letzt sind die SA.-Leute Johann Wolinski, Friedrich Eleim, Hermann Böte, Wilhelm Gerth, Paul Bolz, Franz Huncke, Hermann Mußmann, Paul Lockowandt, August Ziegler, Georg Däsenroth,

Pforzheim» 10. September.

In dem etwa 1500 Einwohner zählenden Dorfe Oeschelbronn wütet seit Sonntag vor­mittag ein furchtbarer Brand. Er nahm seinen Ausgang in einer Scheune im oberen Teil der Ortschaft und verbreitete sich bei dem starben Ostwind mit ungeheuerer Schnellig­keit. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine

gewaltige Panik, das Vieh wurde aus die Felder getrieben. Sämtliche Feuerwehren der Umgebung, auch die von Stuttgart und Karlsruhe, sind zur Hilfeleistung herbeigeeilt. SA., SS. und Polizei sorgen für Absperrung. Der tiefer gelegene Ortsteil liegt vollständig in Schutt und Asche. Der Brand wütet mit unver­minderter Heftigkeit fort. Um 165 Uhr wurde im Ostteil des Ortes ein neuer Brand­herd gemeldet. Es stand ein bisher vom Feuer verschontes Anwesen in Brand, so dah die umliegenden Häuser sofort geräumt wer­den mutzten. Der Brand hat bisher zahlreiche Rauchvergiftungen und einige Verletzungen gefordert. Die Brandursache ist noch un­bekannt.

Die Gefahr einer weiteren Ausdehnung gebannt

Oeschelbronn (Amt Pforzheim), 10. Sept.

Um 1 Uhr nachts ist die Gefahr einer Ausbrei­tung des Brandes nunmehr gebannt

Insgesamt sind 283 Baulichkeiten, darunter 83 Wohnhäuser, durch Feuer zerstört worden.

Der Gebäudeschaden beziffert sich aus rund eine Million Mark. Obdachlos sind etwa 188 Familien mit 337 Köpfen, die für Sonntag nacht notdürftig zumeist im Dorfe untergebracht find.

Als Brandursache wird fahrlässige Brand­stiftung vermutet. Die Witwe Breitenstein, in deren Scheune der Brand zum Ausbruch kam, sowie ihr Sohn, wurden vorläufig festgenommen. Eine Pionierkompagnie von Ulm ist unterwegs und wird noch diese Nacht hier eintreffen, um die Auf­räumungsarbeiten und vielleicht notwendig wer­dende Sprengarbeiten durchzuführen.

Ei« Augenzeuge berichtet

Der nach der Unglücksstätte in Oeschelbronn ent­sandte Sonderberichterstatter der Telegraphen- Union gibt folgende Schilderung:

Das badisch« Land ist am heutigen Sonntag von einem Brandunglllck heimgesucht worden, wie es, soweit man zurückzudenken vermag, noch nicht er­lebt wurde. Erschreckend groß war die Brand­katastrophe, die am 5. August 1908 in Donau- eschingen ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche legte, doch ist das Riesenfeuer, das am Sonn­tag seit den Vormittagsstunden über Oeschelbronn wütet, in seiner Ungehemmtheit ungeheuerlich. Die Naturkraft eines starken Ostwindes, unterstützt von

Brand, Bernhard Schäfer, Fritz Kann, Josef Neu­mann. 15 Personen wurden leicht verletzt, außer­dem erlitten weitere drei Personen Verletzungen . ganz leichter Natur. Von den 15 Leichtverletzten bleiben vier in Solingen, während die übrigen elf in das Krankenhaus nach Bochum transportiert werden.

Das SA.-Sportfest der Standarte 53 in Solingen- Wald wurde auf die Nachricht von dem Unglück hin gegen drei Uhr abgebrochen. Standartenführer Schänhoff hielt dabei eine Traueransprache, nach der die einzelnen Stürme in ihre Heimat entlassen wurden. Die aus Anlaß des Sportfestes reich ge­hißten Fahnen wurden von der Bevölkerung allge­mein auf Halbmast gesetzt.

einer wochenlangen Trockenheit, die alle Wasser aufsaugte, machte jede Hilfsmaßnahme der vielen Hilfsbereiten unmöglich. Das Feuer setzte seinen verheerenden Weg über aufgerichtete Dämme weiter und fraß sich von Gehöft zu Gehöft. Wurde auch fieberhaft an diesem Schreckenstage daran ge­arbeitet, von der fast vollständig eingebrachten Ernte noch etwas zu retten, so wird das Elend doch groß sein, denn der zirka 1500 Einwohner zählende rein protestantische Ort Oeschelbronn ist vor­wiegend auf Landwirtschaft eingestellt.

Sofort auf den Erohalarm in Karlsruhe begab sich der Reichsstatthalter Robert Wagner mit dem Pressechef Moraller an den llnglllcksort, wo er sich an den Rettungsarbeiten beteiligte. Auch der wllrttembergische Reichsstatthalter Murr traf am Nachmitag in Oeschelbronn ein. Großfeueralarm holte aus Pforzheim, Karlsruhe, Stuttgart, Leon- berg, Vaihingen und anderen Orten die Feuer­wehren heran. Auf Lastkraftwagen wurden Polizei, SA., SS., Stahlhelm und Arbeitsdienst in großer Zahl herangeführt.

Das Feuer nahm in der Scheune einer allein­stehenden Witwe, während diese in der Kirche weilte, aus bis jetzt noch nicht geklärter Ursache seinen Anfang. Durch den starken Ostwind, der über das Tal hinwegfegte, griff das Feuer unge­heuer rasch auf die anliegenden Anwesen über. Die Einwohnerschaft eilte sofort zür Hilfe herbei und versuchte, durch Reichen der Wassereinmer das Feuer zu bekämpfen, was bei der Ausdehnung des Brandes gleich zu Beginn ohne Wirkung blieb. Fieberhaft wurde gearbeitet, um das Vieh in Sicherheit zu bringen und von der vollständig ein­gebrachten Ernte nach Möglichkeit noch etwas zu retten. Mit der rasenden Ausbreitung des Feuers wurde die Bewohnerschaft kopflos und jetzt griff die SA. und SS. in das Rettungswerk ein. Alles Holz wurde weggeräumt, die Dächer abgedeckt, Schuppen ausgeräumt, das aus den Scheunen her­ausgeworfene Heu und Getreide fortgeschafft, um dem Feuer Einhalt zu gebieten, doch alles half nichts. Das Element griff weiter um sich. Um 3 Uhr versuchte man,

durch Sprengung eines Hauses die fort­laufende Feuerlini« zu unterbrechen. Tannen und Fichten wurden gefällt, um sie nicht zum Träger weiterer Feuerherde werden zu lassen. Doch alles war umsonst. Der ungeheure Funken- regen setzte den Ort an den verschiedensten Stellen in Flammen. Außerdem verurteilte

vollkommener Wassermangel

die Feuerwehren zur Machtlosigkeit. Aus der Um­gebung schaffte man auf Fuhrwerken Wasser in allen möglichen Behältern herbei. Auf der Straße nach Oeschelbronn arbeiteten sechs Feuerpumpen, um das Wasser aus der ungefähr 4 Kilometer ent­fernt liegenden Enz heraufzupumpen, doch durch den ungeheuren Druck platzten die Schlauch­leitungen, so daß auch von dieser Seite her keine Hilfe mehr zu erwarten'ist.

Es ist ein Bild des Jammers, wie völlig macht-

Vier Wochen Trauersloe für weMäiische SA

Dortmund, 10. September.

Nach Bekanntwerden des schweren Autounglücks der SA. bei Solingen fuhren sofort der SA.-Grup- penführer von Westfalen, Polizeipräsident Sch sp­ul a n n, der Gauleiter von Westfalen-Süd, Staats­rat Wag ener, der Kreisleiter von Bochum, Reichstagsabgeordneter Riemenschneider, und Gauwirtschaftsberater Pleiger zur Un­glücksstätte und zu den verletzten SA.-Männern. Der SA.-Eruppenfllhrer hat angeordnet, daß sämt­liche Standarten und Sturmbanne der SA., Gruppe Westfalen, für die Dauer von vier Wochen Trauerflor zu tragen haben.

293 Gebäude vernichtet.

los die Menschen diesem Flammenmeer gegenüber­stehen. Die einzige Eindämmungsmöglichkeit sah man darin, in die Häuserfronten durch weitere Sprengungen Breschen zu schlagen. Das Feuer war aber nicht aufzuhalten. Gegen 8 Uhr abends waren bereits über 80 Anwesen zerstört und noch immer war kein Ende abzusehen. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde durch Lautsprecher der Befehl gegeben, daß alle nicht ortsansässigen Personen Oeschelbronn sofort zu verlassen haben. Die Kinder waren schon im Laufe des Nachmittags gesammelt und nach den umliegenden Ortschaften gebracht worden. Kirche und Pfarrhaus sind angestaut mit Möbelstücken.

Ueber die

Brandursache

ist man völlig im unklaren. In dem Anwesen, in dem das Feuer seinen Ausgang genommen hat, liegt keine elektrische Leitung, so daß also Kurz­schluß nicht vorliegt. Auch soll Selbstentzündung nicht in Frage kommen. So liegt der Verdacht der Brandstiftung ziemlich nahe und die anwesende Geheime Staatspolizei nahm bereits Verhaftungen vor.

Mit dem Ladischen und Württembergischen Reichsstatthalter weilten auch Kultusminister Dr. Wacker und der Kommandeur der badischen Polizei und Gendarmerie, Vaterodt, im Branddorf. Das Elend ist äußerst groß, da nur ein Teil der Brand- geschädigten versichert ist. Einige Feuerwehrleute trugen Rauchvergiftungen und leichtere Ver­letzungen davon. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Sprengungsarbeiten erheblicher verletzt.

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Ausruf des Reichsstatthalters in Baden an das deutsche Volk

Pforzheim, den 10. September.

Der Reichsstatthalter in Baden, Dr. Robert Wagner, hat von der Brandstätte in Oeschel­bronn aus folgenden Ausruf erlassen:

An alle deutschen Volksgenossen!

Die Gemeinde Oeschelbronn ist von einer furcht­baren Vrandkatastrophe betroffen worden. Es ist jetzt 8 Uhr abends. Seit heute vormittag II Uhr wütet das Feuer. Die Hälfte des Dorfes liegt be­reits in Trümmern und noch ist kein Ende der Feuersbrunst abzusehen, denn wenn auch glücklicher­weise Menschenleben nicht zu beklagen sind, so ist doch die Not und das Elend der betroffenen Be­völkerung entsetzlich.

In dieser Stunde rufe ich, tief erschüttert von dem entsetzlichen Unglück, welches die kindische Grenzmark betroffen hat, alle deut'chen Volks­genossen auf zur schnellen Hilfe für die unglück­lichen Einwohner der Gemeinde Oei^elbronn. Geldspenden sind zu richten an die Städtische Spar­kasse Karlsruhe unter dem VermerkBrand- katastrovhe Oeschelbronn".

Der Reichsstatthalter bat aus einem ihm zur Verfügung stehenden Fonds einen Ve''ea von !

Verstänckßunß mit volltub?

Lia kkuncikunkvorlrsg llsbicbts

München, den 10. September.

Der Landesinspekteur der NSDAP. für Oesterreich, Habicht, hielt am Sonntag- abend im bayerischen Rundfunk einen Vor­trug, in dem er sich über die Maßnahmen der Regierung Dollfutz und die Forderungen der NSDAP. in Oesterreich aussprach.

Am 19. Juni d. I., als das Verbot der NSDAP. Oesterreichs ausgesprochen wurde, habe man in zahllosen österreichischen Mini­sterreden erklärt, dem Nationalsozialismus in Oesterreich müsse endgültig und unwiderruf­lich ein Ende bereitet werden, das Verbot sei nicht etwa vorübergehend, sondern endgültig. Nachdem drei Monate ins Land gegangen seien, zeigten viele Aeußerungen von Lon­doner, Pariser, schweizerischen und rumäni­schen Blättern immer wieder, daß auch das bisher dollfußfreundliche Ausland nunmehr jede Hoffnung verloren und damit den Bun­deskanzler und seine Regierung preisgegeben habe. Nichts sei bezeichnender, als daß der gleiche Kanzler, der sich vor drei Monaten noch stolz seiner Freundschaft mit England und des ihm dort bereiteten warmen Emp­fangs gerühmt habe, vor einigen Tagen die größte englische Zeitung, dieDaily Mail", im ganzen Bundesgebiet habe beschlagnahmen lassen, um zu verhindern, daß sein Volk er­fahre, wie England über ihn und seine Zu­kunftsaussichten denke. Diesen Hintergrund müsse man kennen und sich vor Augen halten. Wenn man nun erfahre, daß der Bundes­kanzler vor wenigen Tagen einem französi­schen Journalisten erklärt habe, er halte eine Verständigung mit den Nationalsozialisten Oesterreichs für möglich, und daß er diese Er­klärung kurz darauf auch in einer öffentlichen Versammlung wiederholt habe.

Der Mann also, dersich noch vor kurzer Zeit vermessen habe, den Nationalsozialismus mit Stumpf und Stiel auszurotten, sei also heute bereit, sichmit ihmzuver- ständigen. Er gebe damit zu, daß er in dem von ihm begonnenen Kampfe unterlegen sei. möchte aber dennoch die Bedingungen diktieren, unter denen der Kampf beendet werden könne, wie das ebenfalls aus seinen jüngsten Aeußerungen hervorgehe.

Dazu sei namens der nationalsozialistischen Bewegung folgendes zu sagen: Bis zum Früh­jahr dieses Jahres sei die nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich in stetiger Entwick­lung zu einer Macht herangewachsen, die aus dem öffentlichen und politischen Leben wie der Bundeskanzler dem Vortragenden persön­lich zugegeben habe überhaupt nicht mehr weggedacht werden könne, und die daher rechtlich und moralisch einen Anspruch darauf habe, entsprechend ihrer Stärke an der Macht beteiligt zu werden. Angesichts dieser Lage habe es für die Regierung Dollfutz die Mög­lichkeit einer friedlichen oder die einer ge­waltsamen Lösung gegeben. Die national­sozialistische Bewegung sei zu einer Verstän­digung durchaus bereit gewesen. Ich habe, erklärte Habicht, dem Kanzler persönlich die Bedingungen mitgeteilt, unter denen ein Zu­sammengehen der NSDAP. mit seiner Partei und seiner Person möglich sei. Diese Bedin­gungen forderten nicht mehr, sondern weit weniger, als die NSDAP. berechtigterweise hätte fordern können. Ohne daß die Verhand­lungen formell abgeschlossen worden wären, setzte dann plötzlich die verschärfte Ver­folgung der nationalsozialistischen Be­wegung ein, die schließlich in dem Verbot der Partei gipfelte und in dem beispiellosen Terror, der sich diesem anschloß. Man hatte den Weg der Gewalt verfucht.

Wenn die Herren in Wien nun heute, nach­dem mittlerweile ihnen selbst, aber auch der ganzen Welt klar geworden ist, das; sie mit dem Mittel der Gewalt nicht mehr weiter­kommen, glauben, sie könnten nun einfach wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, als ob gar nichts vorgefallen wäre, nun den Weg der Verständigung beschielten und dazu ihre Bedingungen stellen, so täuschen sie sich. Sie haben aus freien Stücken an die Gewalt appelliert und sind dabei unterlegen. Nach dem uralten Gesetz des Kampfes be­stimmt nunmehr nickt der Besiegte, sondern der Sieger die Fried-nsbedinaunaen. Dazu stellt aher die nationalsoffalfftisch- B-weg"Ng Oesterreichs klar kind eindeutig fest. duß'eme Verständigung zwischen ibr und der Regie­rung Tolffuß nur zum Te-"-n'tond haben

kann die Frage, wie und auf w-lch-e Weffe

10 000-Mark zur Linderung der größten Po.t über- Volk ihre unheilvolle Tätigkeit, bal^mönli^fft

liquidieren kann. Niemals aber kann di-

Entsetzliche Feuersbrunft in Buben

Das Dorf Oeschelbronn bis aus einige Gehöfte eingeäschert.

Vanik unter der Bevölkerung