Ausgabe 
(10.9.1933) Nr. 243
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irr. 24S Jahrgang 1933

Verlag, Schrifilertung und Geschäftsstelle: Teeren 68. Sprechstunden der Schristleitung: Montag bis Freilag 12 bis 13 Uhr. Fernsprecher: Roland Nr- 326 328. Bankkoiiien: Die Sparkasse in Bremen. Commcrz- u Privatbank, Deutsche Anlioquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. Die BNZ erscheint täglich morgens, nur am Montag mittags, und kostet monalt. RM. 2.30 einlchließi, Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich >erPreisum42Rps.Zustellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.

Vremen. Sonntag, den 16. September 1933 Einzelpreis 15 Via.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; im Textteil RM. 0.75, auswärts RM. 1.; Stellengesuche RM 0.06; Familienanzeigen. Stellenangebote und Wohnungsmark! RM. 008; sonstige kleine private Anzeigen bis zu 20 mm bei Vorauszahlung (ohne Rabatt) RM. 0 08 Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Anzeigen­schluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. hat der Bezieher kernen Anspruch aus die Rückzahlung des Bezugspreises.

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Wie unsere Vrü-er an der Saar unter-rLüt werden

Einseifte der französischen Grnbenverwastnns in die Freche« der ireliaionsiibnng

Wenn geflaggt wird, Man muh durch Vre- bitte richtig! mens Strahen gehen, wenn Häuser Fahnen­schmuck zeigen, um überzeugt zu werden, daß es noch sehr, sehr viele Bürger dieser Stadt gibt, die den Sinn des neuen Deutschlands noch immer nicht voll begriffen zu haben scheinen. Es muh einen alten National­sozialisten, der 16 Jahre unter dem siegreichen roten Hakenkreuzbanner jedes Opfer freudig er­trug, bitter berühren, wenn heute nach 7 Monaten Hitler-Regierung ein« ganze Anzahl Häuser große schwarz-weih-rote Fahnen zeigen, an deren Spitze mit dem Fernglas ein schamhaft kleiner Hakenkreuzwimpel zu erkennen ist. Das ist entweder Jnstinktlostgkeit oder bewußte Zurücksetzung desjenigen Symbols, unter dem Deutschland vor der bolschewistischen Weltgefahr in letzter Stunde bewahrt worden ist und unter dem über 300 Nationalsozialisten ihr Leben ge­lassen haben. Denn nicht unter der schwarz-weiß- roten Fahne wurde das rote Tier in die Knie ge­zwungen, sondern nur unter der Sturmfahne des S. November 1923. Wenn die alte schwarz-weih- rote Fahne allein oder mit einem Liliputwimpel gezeigt wird, dann muh angenommen werden, daß der Flaggende die Fahne der Vergangenheit, die am 9. November 1918 kampflos gestrichen wurde, höher wertet als das Symbol, hinter dem heute Voll und Regierung stehen. Aus alledem ergibt sich: Wenn ihr flaggt, dann zu allererst groß und ausfällig das Hakenkreuzbanner. Wer keins hat, flagg« besser überhaupt nicht. Wer in anderen Fahnen als mit dem Hakenkreuzbanner sein Haus schmückt oder das Hakenkreuz nur auf einem kleinen Wimpel zeigt, während die Fahne der Vergangen­heit zehnmal größer ist, ist kein Freund des neuen Deutschlands, er isteinEleichgeschalteter ohneUeberzeugung, nur aus geschäft­licher Rücksichtnahme.

Erfreulicherweise hat der bremische Senat vor einigen Tagen eine Erklärung abge­geben, die sich voll und ganz mit dem Inhalt dieser Zeilen deckt, die es jedem zur Pflicht macht, sti erster Linie das Hakenkreuzbanner, nicht klein und unsichtbar, sondern groß und ausfällig zu zeigen.

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Es rollen Köpfe! Tag um Tag kann

man jetzt in den Zei­tungen lesen, daß deutsche Gerichte To­desurteile fällen über Untermenschen, die einmal als Rotmord die Straßen in Dör­fern und Städten Deutschlands unsicher mach­ten. Damals konnten sie es, weil Regierun­gen an der Spitze standen, die ihre Lebens­aufgabe darin sahen, die deutsche Freiheits­bewegung zu unterdrücken. Und wenn wirk­lich einmal einer dieser Rotmordbanditen vor Gericht gestellt wurde, dann konnte er sicher sein, entweder freigesprochen zu wer­den oder mit einer nur geringen Gefängnis­strafe davonzukommen. Heute ist es aber anders, das Wort, das unser Führer in L ei p- zigvordemReichsgericht gesprochen hat:Einst werden Köpfe rollen" wird in die Tat umgesetzt. Wer heute auf die Freiheits­kämpfer, die in der SA. oder in der SS. mar­schieren, ein Attentat verübt, wer heute in irgendeiner Form den Aufbau des Dritten Reiches zu stören wagt, der weiß. daß er mit seinem Kopfe wagt. Denn heute gilt vor den Schranken des Gerichts wieder die Rechtsauf­fassung unserer germanischen Ahnen, die kein größeres Unrecht kannte, als den Verrat an ver Volksgemeinschaft.

Die Wcltsendung Die NSDAP.

des neuen Deutschlands. zählt heute rund

3,9 Millionen Mitglieder, das heißt, sie ist aus einer Gruppe von sieben Männern zu einer Volksbewegung gewachsen, wie sie in der Welt einzig dasteht. Dazu hat sie etwas mehr als ein Jahrzehnt gebraucht nur gebraucht, denn was in dieser Zeit an organisatorischer Vor­arbeit geleistet wurde, ist richtunggebend nicht nur für ein Menschenalter, sondern für alle Zukunft. Wer es bis heute noch nicht einsehen wollte, muß es jetzt erkennen: Die national­sozialistische Bewegung ist der Beginn einer weltpolitischen Umstellung, auf die sich früher oder später jedes Volk besinnen wird. das noch einigen Selbsterhaltungstrieb in sich hat. Die Cchwarzbemden Englands, die Blauhemden in Irland, Finnlands Eriinhem- den und alle die anderen bunten Farben der nationalen Bewegungen, die in jedem Lande von Tag zu Tag mehr Zulauf erhalten ihnen allen ist eine Richtung gemeinsam: Be­kämpfung des Parlamentarismus, das Beken­nen zu verantwortlicher Staatsführung, der Wunsch MM Durchbruch junger nationaler Kräfte, das Herausstellen einer überragenden Staatsidee. Deutichland ist auch hier, wie schon so oft in der Weltgeschickite, Pionier einer großen weltanschaulich-politischen Revolution. Heute steht ein unerschütterlicher Block von 4 Millionen in Deutschland bereit, nach dem äußeren Sieg um den geistigen zu ringen.

Reichsbairerutag am 21. und 22. Oktober in Weimar.

Berlin, 9. September.

Reichsbanernführer Darrs hat angeordnet, daß der erste Reichsbauerntag, die Zusammenkunft aller im Reichslandstande zusammengefaßten Vertreter der deutschen Bauern, am 21. und 22. Oktober in Weimar stattfindet.

Saarbrücken, g. September.

Die Unterdrückung der Saardeutschen nimmt immer schärfere Formen an. So hat jetzt die Generaldirektion der französischen Erubenver- waltung dem Pfarrer der katholischen Kirche von Maybach mitgeteilt, dah ihm die Ver­fügung über die Kirche entzogen wird und ihn ersucht, bis zum g. September, 12 Uhr, das Allerheiligste und die Kultgegenstände abzu­holen. Um zu vermeiden, dah die Gegenstände religiöser Verehrung womöglich mit Gewalt durch die Franzosen entfernt würden, kam der Pfarrer dieser Aufforderung nach.

Anlaß zu dem in seiner Art wohl einzig dastehenden Ultimatum der Grubendirektion ist folgender Tatbestand: Entsprechend den be­kannten Methoden der Unterdrückung der

deutschgesinnten Bevölkerung wird den auf der Grube Maybach angestellten Deutschen nahegelegt, das berüchtigte Separatistenorgan Generalanzeiger" zu abonnieren. Im Falle der Weigerung werden von der Erubenver- waltung Maßregelungen angedroht. Gegen diesen juristisch unzulässigen und mora­lisch verwerflichen Gewissenszwang ist der katholische Pfarrer in einer Predigt aufgetre­ten, in der er eine derartige Ausnutzung der abhängigen Stellung und wirtschaftlichen Not­lage eines Menschenhimmelschreiende Sünde" bezeichnete. Obwohl diese Predigt vor deut­schen Katholiken gehalten wurde und obwohl die Kirche in Maybach schon seit Jahren nur noch von deutschen Katholiken besucht wird, glaubte die französische Erubenverwaltung sich berechtigt, dem Pfarrer jede künftige Kult­

handlung in der Kirche zu untersagen, wobei sie sich darauf berief, daß die Kirche im Jahre 1925 für die damals in größerer Anzahl be­schäftigten französischen Katholiken erbaut worden sei. Auf die Antwort des Pfarrers, er werde auch fernerhin pflichtgemäß die Got­tesdienste abhalten, ist dann die eingangs er­wähnte Aufforderung zur Entfernung der Kultgegenstände erfolgt.

Wenn eine solche rohe Verletzung der religiö­sen Empfinden des deutschen Saarvolkes um ihrer selbst willen auch schmerzlich berührt, so darf man der französischen Erubenverwaltung doch dankbar dasür sein, dah sie vor aller Welt wieder einmal den wahren Charakter der französischen Fremdherrschaft an der Saar enthüllt hat.

in erfreulicher Stärke ein. Namentlich ist dabei die erhebende Beobacktung zu machen, daß die kleinen Gaben aus allen Kreisen des Volkes den größeren Teil der gespendeten Be­träge ausmachen. Der Gesamtbetrag der ein­gelaufenen Spenden "rt nahezu die Grenze von 6 Millionen Mark erreicht. Unter den größeren in der letzten Zeit eingegangenen Be­trägen ist insbesondere die aus dem Wettspiel um den Adolf-Hitler-Pokal aufgekommene Eesamtspende des Deutschen Fußball-Bundes in Höhe von 87 000 Mark und der von der Berliner NSBO. bei der Veranstaltung im Lunapark erzielt« Reingewinn von rund 10 009 Mark zu erwähnen. Außerdem ist zu berichten, daß Reichspräsident von Hindenburg einen Betrag von 1 000 Mark gestiftet hat, den gleichen Betrag hat auch Reichsminister Dr. Eöbbels. gestiftet.

Die spanische Repubiiü in -er Krise

Berlin, 9. September.

Der lange erwartete Rücktritt des Kabinetts Azana ist der Ausdruck einer schleichenden Krise des republikanischen Regimes in Spanien. Die Republik des 14. April 1931 stützte sich in den beiden ersten Jahren ihres Bestehens auf eine Koalition d»e von den Sozialisten über die repu­blikanische Aktion und die Sozialistisch-Radikalen bis zu den stark antisozialistisch Gesinnten, von dem alten republikanischen Vorkämpfer Lerroux geführten bürgerlichen Radikalen reichte. Die anarchistischen und kommunistischen Umtriebe, die zu Beginn des Jahres 1933 sich in einer Häufung terroristischer Ausschreitungen äußerten, riefen bei den bürgerlichen Gruppen eine beträchtliche Mißstimmung gegen den beherrschenden Einfluß der Sozialisten hervor und führten im Februar zum Austritr der Radikalen aus der Koalition. Seitdem kämpfen Lerroux und die rechts von ihm stehenden katholische-konservativen Gruppen ge­meinsam gegen das Kabinett Azana, das nur mit Hilfe der Katalanen und anderer Regionalisten eine schwache Mehrheit in der Kammer aufbringen kann.

Im Juni dieses Jahres wollte der Staatsprä­sident Alkala Zamora die latente Krise durch eine spontane Kabinettsumbildung beenden. Die an­gestrebte Erweiterung der republikanischen Koa­lition nach rechts schlug aber fehl und es kam zu einem dritten Kabinett Azana. das ungefähr die gleiche Zusammensetzung wie das vorhergehende hatte. Es umfaßte drei Vertreter der Sozialisten, zwei der republikanischen Aktion, der der Mi­nisterpräsident selbst angehört, drei Sozialistisch- Radikale und drei Vertreter kleinerer Gruppen. Die oppositionellen Blätter schrieben damals, Spanien habe wieder eine Regierung, aber die Krise dauert an.

Formal dreht sich der Streit zwischen den Re­gierungsparteren und der Opposition um Sie Dauer des Mandates der verfassunggebenden Na­tionalversammlung, der sogenannten konstitu­ierenden Cortes, die die republikanische Ver­fassung bekanntlich längst verabschiedet haben, aber nach Ansicht der Regierung noch eine Anzahl von Ausfllhrungsgesetzen, die für das republika­nische Regime grundlegende Bedeutung haben, ausarbeiten mug. Die Regierung ist sich dabei bewußt, daß die von der Opposition geforderten Neuwahlen eine starke Verengerung der re­publikanischen Basis bringen und geradezu eine Gefährdung der gegenwärtigen Staatsforiv bedeuten könnten, eine Befürch­tung, die sich durch die in der vergangenen Woche abgehaltenen Wahlen zum Verfassungsgerichtshof einigermaßen bestätigt hat.

Die spanischen Republikaner brauchen sich nur daran zu erinnern, daß im April 1931 ihr Erfolg bei den Kommunalwahlen das Signal züm Sturz der Monarchie war. Dazu kommt, daß die spanische Republik arm an überragenden Per­sönlichkeiten ist und Azana allgemein als der Ein­zige gilt, der unter den gegenwärtigen Schwierig­keiten über das erforderliche Prestige verfügt. Die Entscheidung über die so umstrittene und wich­tige Frage bei Neuwahlen liegt diesmal in erster Linie beim Staatspräsidenten, der eigentlich nur die Wahl zwischen einem vierten Kabinett Azana und einem Kabinett des Ueberganges in eine un­gewiße Zukunft besitzt.

Hitler unä die Intellektuellen

von Lcftvüsrr vsn Lerft

Es gibt Menschen, die heute schon das Be­dürfnis verspüren, ihre plötzliche Gleichschal­tung mit schöngeistigen Redensarten zu über­tünchen. Sie deuten Hitler. Es ist sehr be­lustigend, ihnen zuzusehen.

Da hat Hitler in Nürnberg eine kulturpoli­tische Rede gehalten. Mitten zwischen Aus­märschen, Zelten, Strohlagern und Paraden spricht der Kanzler über das Parthenon, über Kunst, Rasse und Weltanschauung. Das ist zweifeios ein interessanter Fall.

Man hat zwar auch Stresemann über Goe­the reden und über den Wertunterschied von Blücher und Eneisenau schreiben gesehen, aber den Nazis traute man ja nie mehr an Geist zu als in ein Paar Langschäfter hinein­geht, und ihren Führer nannte man in den iiterarischen Klubs einen verunglückten Ta­pezierer.

Nun sprach er in Nürnberg über die Ein­heit von Politik, Rasse und Kunst. Ein typi­sches Berliner Blatt von gleichgeschalteten Intellektuellen fand darin eineNuancie- rung und Detailierung einer neuen und ori­ginellen Idee". Und dies nennt man eine Deutung Hitlers.

Wir Nationalsozialisten haben in den Jah­ren des Kampfes keine Zeit gehabt, Hitler zu deuten, wir sind für ihn gegen Bürger, Po­lizei und Mob angelaufen und haben an ihn geglaubt. Es ist uns gelungen, nebenbei ein paar wenige Universitätsprofessoren für ihn zu überzeugen, und ein paar Dichter haben von sich aus den Weg zu ihm gefunden, weil sie spürten, daß, wo gedämpft wird, auch Leben sein muß. Aber die große Masse der Intellektuellen saß abseits und deutete in der Tiefe bequemer Sessel alsZeichen der Zeit". Sie ging gehirnlich auf Touren, aber ihr Blut blieb lau und müde.

Jetzt spricht Hitler von Blut und Kunst da finden sie dies eine originelle Idee mit Nuancen. Und sie tasten mit ihren spindel­dürren Fingern an seinen Worten herum» strecken seine Sätze auf dem Operationstisch und durchstochern sie mit den spitzen Messern ihres angewandten Geistes. Sie lassen sich von Hitler in dieser selben Rede bescheinigen, daß sie als Intellektuelle kümmerlich versagt ha­ben und sind doch so große Tröpfe, dah sie die Lächerlichkeit nicht spüren, selbst darüber noch geistreiche Betrachtungen anzustellen.

Hitler hat zur Kunst gesprochen. Gründ­lich hat er die Banausen und Stümper zurecht gewiesen, die meinen, sie könnten heute origi- nellund großsein,wennsiemög- lichst viel Braunhemden malen oder Hitlerbüsten kneten oder Horst-Wessel-Stücke schreiben. Ebenso hat er die Betriebsamen verwarnt, die nun meinen, es käme darauf an, möglichst schnell und möglichst viel für die Kunst oder für die Bühne zu organisieren.

Damit hat sich Hitler an den schöpferischen Punkt gestellt, an dem der Künstler selbst seine Eingebung erhält. Es kommt heute gar nickt daraus an, daß möglichst viel Denkmäler errichtet werden und daß aus jeder Kulisse drei Gestalten mit Tendenz hervorspringen, sondern es heißt, das Volk in seiner Tiefe bereit zu machen aus das neue Wort, das nur den Größten gelingt, aber von ihnen dann so ausgesprochen wird, daß es wirkt wie ein Satz aus der Lutherbibel, wie ein Spruch Ulrichs von Hütten.

Daran glaubt unser Führer. Aber gerade darum will er nicht, daß die Literaten von gestern ihre Hände für das Dritte Reich rüh­ren. Ihnen hat er empfohlen, entweder ins Narren- oder ins Zuchthaus zu gehen. Hit­lers Glaube an unsere geistige Sendung geht mitten durch die Bataillonehindurch.dieaus den Zeltlagern von Nürnberg aus­standen und ihn grüßten.

Der wahrhaft schöpferische Mensch sieht die Urgründe der Kultur aus deutschem Boden nicht in dem geistreichen Kreuzfeuer von be­rufsmäßigen Schreibern, sondern in den Au­gen einer Schar von jungen Soldaten, im Antlitz einer Mutter, in der Haltung eines Bauern, der über seinen Hof schreitet. Dies alles ist junger, jungfräulicher Boden für eine Kultur, oie nicht mehr aus Problemen erwächst, sondern aus dem ungebrochenen Leben selbst. Genau so wie Hitler seine poli­tische Bewegung aus keinerlei Anlehnung bei anderen Parteien aufgebaut hat, genau so hofft er auf eine deutsche Kultur, die voraus- setzuntzslos, anlehnungsfrei erwächst. Es hat vor einigen Jahren noch einen Sturm der Entrüstung gegeben, als der Dichter Hanns Iohst schrieb, daß ihm der Schädel eines pom- merschen Bauernjungen wertvoller wäre als das Gehirn von Thomas Mann. Aber der Dichter hat gesagt, was auch der Führer meint. Der größte Dramatiker des Nordens, Heinrich von Kleist, ist aus der preußischen Armee gekommen und hat aus der politischen Wirklichkeit seine Werke geschaffen, nicht aber aus schönen Gesprächen mit Aestheten.

Die Intellektuellen von gestern mögen keine Versuche mehr anstellen, sich mit Re­densarten weiter gleichzuschalten. Sie sind endgültig ausgeschaltet.

..Mit dem Geist der deutsche« Soidatenehre uiÄt mehr vereinbar"

Die Gründe des Grenrüberirittes österreichischer Sssizieee nach

Deutschland

München, 9. Sopt.

DerVölkische Beobachter" veröffentlicht eine Unterredung mit den beiden am Freitag nach Deutschland übergetretenen Offizieren des öster­reichischen Vundesheeres. Sie hätten erklärt, daß die Gründe für ihren Schritt im wesentlichen die seien, daß sie Oesterreich und das Bundesheer verlassen hätten, weil die österreichische Regierung in allen ihren Handlungen verfassungswidrig und volksverräterisch gegen das deutsche Volk handele,

Wir können es mit dem Geist unseres deutschen Soldatentums und mit unserem Gewissen vor unserem Volk nicht mehr ver­antworten, in einer Armee und einer Re­gierung zu dienen, deren Handlungen mit dem Geist der deutschen Soldatenehre nicht mehr vereinbar find."

Ein weiterer Grund für das Verlassen österrei­chischen Bundesgebiets und der Armee besteht für die beiden Offiziere darin, daß sie nach Errichtung des verstärkten Grenzschutzes und der Zusammen- Ziehung von Truppenteilen an der österreichischen Grenze täglich in Gefahr stehen, gegen die deut­schen Volksgenossen eingesetzt zu werden.Diese Eventualitäten auf unser Gewissen zu nehmen, kann kein Eid von uns verlangen. Die Gütig- keit unseres Eides betrachten wir als abgelaufen, wenn man das österreichische Heer gegen deutsche Volksgenossen mobilisiert. Wir werden nicht die letzten sein, die im jungen österreichischen Osfizier- korps die Folgerungen aus der Deutschseindlich- keit des gegenwärtigen österreichischen Systems

Vergebliche Ableugrnmgs- verluche Einsteins

Berlin, 9. Sept.

Professor Einstein hat jetzt, nachdem sein erster Versuch, sich der Verantwortung für dasBraun­buch gegen den Hitler-Terror" zu entziehen, miß­glückt ist, einen neuen derartigen Versuch unter­nommen. In einer Erklärung einem holländi­schen Pressebüro gegenüber bezeichnet er sich als dasOpfer einer bewußten Irreführung". Man habe mit seinem Namen bei der Herausgabe des sogenanten Braunbuches, dessen wirklicher Her­ausgeber der bekannte kommunistische Agitator Münzenberg sei. Mißbrauch getrieben. Er, Einstein, habe sich in letzter Zeit ausschließlich mit wissenschaftlichen Arbeiten befaßt.

Diese Erklärung ist in verschiedener Hinsicht äußerst wertvoll. Vor allem nennt er zum ersten Male authentisch den wirklichen Herausgeber des genannten Braunbuches, über dessen Urheberschaft man bisher nur Vermutungen anstellen konnte. Die wissenschaftliche Tätigkeit des Herrn Einstein scheint im übrigen darin zu bestehen, daß er in Briefen in der übelsten Weise zum Kriege gegen Deutschland hetzt. In einem Briefe Einsteins an seinen Gesinnungsfreund Alfred Nahon in Brüssel, den dieLa Patrie humaine" veröffentlicht, schreibt Herr Einstein,inmitten Europa befinde sich eine Macht, Deutschland, die offen zum Kriege rüstet. Die lateinischen Länder, vor allem Frank­reich und Belgien, befinden sich in einer sehr gefährlichen Lage und können nur aus eins ver­trauen, aus ihre Wehrhaftigkeit. Unter dielen Umständen würde ich, wenn ich Belgier wäre, in der vollen Ueberzeugung meiner militärischen Dienstpflicht genügen, daß ich dadurch zur Rettung Europas beitrage."

Der Kampf gegen Hunger und Hatte

Berlin, 9. Sept.

Wie Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Ansprache anläßlich der Ostlandtreue-Kundgebung in Königsberg bereits mitgeteilt hat, wird in

ziehen. Wir kommen deshalb herüber ins Deut­sche Reich, weil wir uns eine gesunde und reine Auffassung vom deutschen Soldatentum bewahrt haben.«

Leutnant Schwarzäuge wurde unter der unfaß­baren Begründung mit dem 30. September pen­sioniert, obwohl er erst 31 Jahre alt ist, daß er mit Angehörigen der NSDAP verkehrt habe. Ebenso wurde Oberleutnant Fuschlberger von Salzburg versetzt, weil er auf einem Spaziergang in Zivil bei der deutschen Grenze gesehen wurde.

DerVölkische Beobachter" bemerkt dazu, die beiden Offiziere, die sicherlich für den gesunden und mannhaften Teil 'der österreichischen Armee Signal Und Beispiel gegeben haben, hätten sich in Deutschland den österreichischen Volksgenossen, die den Kerkern des Herrn Dollfuß entronnen seien, zur Verfügung gestellt. Sie würden hier mitarbeiten an der Aufklärung des österreichischen Volkes und der Welt über das gegenwärtige re­gierende System in Oesterreich.

Weitere Erenzschutzverstärkungen in Oesterreich.

Wien, 9. September.

Wie bereits berichtet wurde, sind die Gendar­merieposten an der Grenze verstärkt und in eine Reihe von Orten kleine Reserveabteilungen ver­legt worden. Nunmehr wird bekannt, daß auch größere Abteilungen des freiwilligen Schutzkorps aufgeboten worden sind, von den nach Klagenfurt 250 Mann und nach Willack, 100 Mann verlegt wurden.

diesem Winter unter verantwortlicher Leitung des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda der Kampf gegen Hunger und Kälte auf breitester Basis und unter Einsatz aller Volks- kräfte geführt, um die noch hilfsbedürftigen deut­schen Volksgenossen vor der : größten Nüt zu schützen. Den Auftakt zu diesem gigantischen Hilfs- werk bildet eine Kundgebung am 13. September mittags 12 Uhr im grüßen Stake des Propagan­daministeriums, auf der Reichsminister Dr. Goeb­bels den Kampf gegen Hunger und Kälte mit einer Ansprache vor geladenen Persönlichkeiten, vor allem den Gauleitern der NSDAP und an­deren hervorragenden Vertretern aus Kreisen der Politik, der Presse, Wirtschaft und Kultur er­öffnen wird.

Umgettattimg des KtMäusec- Vundes vollzogen

Auf dem Kqfshiiuser, 9, September.

Am 21. Mai ds. Js. hatte auf dem Kyffhäusei die Vertreter-Versammlung des Kyffhäuser-Bun- des im Namen von 30 000 Kriegervereinen frei­willig und einmütig den Beschluß gefaßt, sich in allen Aufgaben dem Neuschöpfer des Reiches, Adolf Hitler, zu unterstellen. Mit der Umgestal­tung war sofort begonnen worden. Von der ersten Landesfllhrerversammlung des neugestalteten Kysfhäuser-Bundes hat nunmehr der Vundespräst- dent dem Ehrenpräsidenten des Bundes, Feldmar­schall von Hindenburg, und dem Kanzler des Deut­schen Volkes, Adolf Hitler, telegraphisch gemeldet, daß der Bund in seiner Gesamtheit fest gegliedert mit neuer Tatkraft bereitstehe für die Aufgaben, die ihm von der Staatsführung gegeben werden. Im Geiste von 1914/18 stehen Kysshäuser-Kame- raden in Reih und Glied für das neue Deutsch­land, das ihrem Ringen und Bluten im Welt­kriege wieder einen Sinn gegeben hat."

6 Millionen Maet für die Opfer der Arbett

Berlin, 9, September.

Wie wir erfahren, gehen die Spenden für die StifungOpfer der Arbeit" nach wie vor