Ausgabe 
(9.9.1933) Nr. 242
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«- Privatbank, Deutsche Antioquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. - Die BNZ. erschein» täglich morgens nur am Montag mittag«, und kostet monatl. RM. 2.30 einschließt. Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 Rpf. Zustellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.

Vremen. Sonnabend» den 9. September 1S3S Einzelpreis 15 Wg.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; ,m Textteil RM. 0.75, auswärts RM. 1-; Stellengesuche RM. 0.0g; Familienanzeigen, Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 0 08; sonstige kleine private Anzeigen bis zu 20 mm bei Vorauszahlung (ohne Rabatt) RM. 0-08. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit. Anzeigen­schluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf die Rückzahlung des Bezugspreises.

vreMrllMonEoriaWMe Zeitung

Das Amtüoke Oracur des Senats der Treierr BssraerT

Reuauf-a« -er -rutschen Schiffahrt

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Bremen rüstet für den kommenden Sonntag tzumFest der Deutschen Schule", das, Veranstaltet vom Volksbund für das Deutsch­tum im Ausland", zu einemTag des deut­schen Dolkstums" ausgestaltet werden soll. mach dem Sieg der nationalsozialistischen Idee yuch auf kulturpolitischem Gebiet gewinnt der Kämpf unserer Volksgenossen jenseits der meichsgrenzen um ihre Sprache und Sitte eine besondere national- und rassepolitische Bedeu­tung. Der Grundpfeiler des Deutschtums in der Welt ist und bleibt, wie es der Reichs- Ninister des Innern treffend formulierte, die auslandsdeutsche Schule. Hier wächst, fern dem Vaterland, das kommende Geschlecht un­serer Kulturpioniere heran, hier wird dem im nationalsozialistischen Staat neu erstandenen Dolkstum Blut und Kraft zur Selbstbehaup­tung im Kampf gegen fremde Kultur zuge­führt- Die Ströme dieser Kraft können ihre Nie versiegenden Quellen nur in der Heimat haben, und wenn morgen im Weser-Stadion die noch unter dem Eindruck des Hitlerjugend­treffens stehende Bremer Bevölkerung begei­sterter Zeuge des von keinerlei Klassengeist ge­hemmten Zukunftswillens unserer Schulju­gend sein wird, so wird damit nichts anderes als das Bekenntnis verbunden sein:Wir wollen Euch da draußen im Ausland helfen, Eure Not ist unsere Not, das nationalsozia­listische Deutschland kennt in der Vertiefung seines Volkstums keinen Unterschied zwischen Auslands- und Jnlandsdeutschtum."

Mit Lord Grey öf Fallodon, der gestern in seiner Residenz Fallodon-Hall in Nonhum- berland verstorben ist, ist ein Mann dahin­gegangen, den einmal die Geschichte als einen der Mitschuldigen am Ausbruch des Krieges bezeichnen wird. Obwohl er selbst von mütterlicher Seite aus deutsches Blut in den Adern hatte, war er gerade einer derjenigen, die Deutschland mit unverhohlenem Miß­trauen betrachteten. Er war es, oer auch die deutschen Hoffnungen, die sich an den engli­schen Thronwechsel im Mai des Jahres 19 »0 knüpften, zuschanden werden ließ. Mit Greys Amtsantritt begann die englische Außenpoli­tik eine immer stärkere Anfreundn»,i an Frankreich zu betreiben, alle politiscken Zwischenfälle" wurden emsig ausgenützt um den Riß in der deutsch-englischen Freund schüft zu vertiefen. Ihm ist es auch zu ver­danken, daß England in den beiden Mnrckko- Krisen in nicht mißzuverstehender D»ailich- keit auf die Seite Frankreichs trat. Von da an trieb die Entwicklung unaufhaltsam zum Kriege. Dann kam der August 1914. Greys Haltung schien zunächst völlig undurchsichtig. Heute aber weiß man aus den später ver­öffentlichten englischen Weißbüchern, daß Grey bereits lange vor der deutschen Note an Belgien dem französischen Botschafter bin­dende Zusicherungen über den Eintritt Eng­lands in den Krieg gemacht hatte. Und wenn kurz vor Ausbruch des Krieges weit- Kreise in England gegen einen WaH'engang mit Deutschland waren, so hatten Greys Zu­sicherungen den Gang der Ereignisse bereits festgelegt.

Fast 4 MWonen NSDAV- Mitglieder

München, 8 . September.

ImVölkischen Beobachter" veröffentlicht Joseph Stolzing-Cerny eine Unterredung mit dem Retchsschatzmeister der NSDAP. Schwarz, worin der Reichsschatzmeiiter inte- reff ante Einzelheiten über daS schnelle An­wachsen der Partei in den letzten Jahren mit­teilt. Zurzeit liegen nicht weniger als zwei Millionen Neuanmeldungen vor, die jedoch erst in einigen Monaten erledigt werden können. Die Mitgliedersperre kann daher nicht vor dem 1. April 1934 aufgehoben wer­den. Nach ihrer Aufhebung würden übri­gens für die Neuaufnahmen in die Partei neue Bestimmungen erlassen werden. Wenn man die noch nicht erledigten Neuanmeldun­gen hinzu rechne, habe die Partei heute -inen Mitgliederbestand von S 900 00V.

Vmrwels verteidigt van der Lubbe

Amsterdam, 17. September.

Der Amsterdamer Strafverteidiger Francois Pauwels, der bekanntlich erst vor wenigen Ta­gen die von ihm übernommene Verteidigung des holländischen Reichstagsbrandstifters van der Lubbe niederlegte, gibt nunmehr bekannt, daß er von Fa- milienangehörigen van der LubbeS erneut ersucht worden sei, die Verteidigung zu übernehmen. Er habe sich entschlossen, die Verteidigung zu über­nehmen.

Aeorgmlifation -es Nordamerika-DienSteS

Die Hamburg-Amerika Linie und der Nord­deutsche Lloyd haben beschlossen, die gemeinsame Führung ihrer Nordamerika-Dienste in einer in­ternen Organisation zusammenzufassen.

DaS Gebiet erstreckt sich auf den Personen- und Frachtverkehr nach und von Canada und nach und von den vereinigten Staaten, Ostküste, einschließlich Golf. ES soll dadurch eine straffere Rationalisierung der Nordamerikadienste beider Reedereien hier und in den Bereinigten Staaten und Canada erreicht werden

Für den Sitz der Leitung ist ein zweijähriger Wechsel zwischen Bremen und Hamburg in AuS- stcht genommen. Für die ersten zwei Jahre ist der Sitz in Bremen.

Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Herrn Heinz Schüngel rIS Direktor, dem Herr Waldemar Klosein Bremen als stellver­tretender Direktor für den Personen-Verkehr, und Herr FriÄrich Leopthien in Hamburg als stellvertretender Direktor für den Frachtver­kehr beigeordnet sind. Für die Bereinigten Staa­ten und Canada haben die Leitung für beide Reedereien Herr Christian B eck für das Fracht-, Herr Johann Schroeder für das Passage- Geschäft.

Die erforderlichen organisatorischen Maß­nahme» werden unverzüglich eingeleitet.

Herr Heinz S ch ü n g e l, der leitende Direktor des intern organisierten Nordamerika- und - Kanada­dienstes de» Norddeutschen Lloyd und der Hamburg- Amerika-Linie, wird in den nächsten Wochen nach den Vereinigten Staaten von Amerika zurückkehren, um dort zunächst einmal die Geschäfte der von ihm bisher geleiteten Newyorker Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd zu übergeben. Ferner wird Herr Direktor Schlingel im besonderen aber auch die durch di« Reorganisation des deutschen Nordamerika- und Kanada-Dienste- neu geschaffene Lage prüfen und die erforderlichen Vorbereitungen persönlich treffen.

Schlagartig erfolgen unter der verantwort­lichen Führung der nationalsozialistischen Be­wegung die Maßnahmen, die die allgemeine Wirtschaftsnot überwinden sollen.

Kaum sind die festlichen Tage von Nürnberg verrauscht, da meldet aus allen Teilen des Rei­ches der Draht, daß die verantwortlichen Führer des neuen Deutschland mit alter Energie die Lösung der ihnen gestellten Aufgabe, Wieder- gesundung der Wirtschaft, erneut in Angriff ge­nommen haben.

So bildet auch die neue Organisation des Nordamerika-DiensteS, die durch die Initiative der beiden regierenden Bürgermeister von Bre­men und Hamburg, Pg. Dr. Markert und Pg. Kroogmann in Zusammenarbeit mit den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden des Nord­deutschen Lloyd und der Hapag zustandegekom- men ist, einen Teil des Reorganisationsplanes der deutschen Schiffahrt, der damit beginnt, Wirklichkeit zu werden.

Wieder einmal ist durch diese zum Nutzen der deutschen Schiffahrt getroffene Maßnahme das alte Märchen von der Schisfahrts- und damit Außenhandelsfeindlichkeit des Nationalsozialis­mus widerlegt. Während man aber früher immer

nur in schönen Redensarten darauf hinwies, daß der Schiffahrt geholfen werden müsse, wird heute energisch und zielbewußt gehandelt und geholfen. Mit dem Zustandekommen dieser neuenIn­ternen Organisation" ist die Entwicklung in die Wege geleitet, die zusammen mit einer Reihe anderer geplanter Maßnahmen, über die zu sprechen heute noch verfrüht wäre, den deutschen Reedereien den Weg aus der Krise, den Weg zu neuem Aufstieg und zu neuer Blüte weisen wird.

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Direktor Heinz Schüngel, der sich außer­ordentliche Verdienste insbesondere um das Passage- geschäft in der für die Bremer Reederei wichtigsten Fahrt nach Nordamerika erworben hat, ist ein her­vorragender Kenner des internationalen Passagier- mrd Frachtgeschäftes und erfreut sich gerade in 11. S. A. und Kanada besonders großer Beliebtheit. Die Führung des reorganisierten Nordamerika­dienstes der beiden deutschen Großreedereien ist somit in die Hände eines Mannes gelegt worden, der füe di« Erfüllung dieser schwierigen Aufgabe nicht nur die erforderliche persönliche Eignung, sondern auch wichtige Kenntnisse und vielseitige Erfahrungen mit sich bringt.

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Herr Direktor Heinz Schüngel würd« 1884 zu Bremen geboren. Nach/Abschluß des Besuches des Realgymnasiums trat er bei der Firma L. Goe 1 te L C o. in die Lehre. Nach Beendigung seiner Lehr­zeit genügte er seiner Militärpflicht ° als Einjährig- Freiwilliger in Hildesheim. Ende 1904 trat Schüngel in die Dienste der bekannten Ostäsienfirma Arnold Otto Meyer bezw. Behn, Meyer L Co. in Singo- pore, wo er bis Ende 1910 verblieb. Schüngel war in dieser Stellung vorzugsweise für den Norddeut­schen Lloyd tätig, dessen Vertretung die genannte Firma.innehat. Nach einem freundschaftlichen Neber- einkommen mit der Firma Arnold Otto Meyer trat Schüngel 1911 ganz in die Dienste des Norddeutschen Lloyd, der ihn zu seinem Vertreter in Bangkok be­stellte. Während des Krieges wurde er 1917 in Bang­kok interniert und später nach einem Deportations- lager in Indien geschickt. Nach Kriegsende wieder in die Heimat zurückgekehrt, trat Schüngel im Juni 1910 in die Dienste der Mercator Handelsgesellschaft in Bremen als Leiter der Jmportabteilung ein. Von März 1921 bis Februar 1922 hatte Schüngel die kaufmännische Leitung der Lloydagentur in Bremer- haven inne. 1922 bei Wiederaufnahme des Nord- amerikadienstes der Bremer Reederei ging Schüngel nach Newyork, wo er zunächst als stellvertretender Leiter der Generalvertretung für U. S. A. und Ka­nada tätig war und 1923 die Gesamtleitung des Norddeutschen Lloyd für die N. S. A. und Kanada übernahm.

Herr Waldemar Klose wurde 1882 zu Hemelin- gen bei Bremen geboren. Nach beendigter Schulzeit in Hamburg trat er als Lehrling in die Norddeutsche Jutespinnerei und Weberei ein./ Hieran schloß sich die erste Auslandstätigkeit Kloses in der schottischen Jute-Metropole Dundee. 1900 kehrte er nach Deutsch­land zurück und war zunächst in Bautzen und dann in Nürnberg kaufmännisch tätig. Von 1901 bis Ende 1904 weilt« Klose beruflich in den Vereinigten Staa­ten von Amerika. Anfang 1905 trat er in die Dienste des Norddeutschen Lloyd in Bremen ein. Klose unter­nahm mehrfach große Auslandsreisen, u. a. nach dem Nahen und Fernen Orient, U. S. A. und Mittel­amerika. Während des Krieges stand er in Reichs­diensten. Nach Kriegsende kehrte er zum Norddeut­schen Lloyd zurück, wo er dann u. a. vom Jahre 1927 ab als Handelsbevollmächtigter in der Abteilung Agenten-Organisation tätig war. 1932 wurde er zum Prokuristen ernannt und in die Leitung der Abteilung Personen-Verkehr berufen. Diese Stellung hat Klose bis jetzt bekleidet und im Rahmen seines vielseitigen Aufgabengebietes große Umsicht und Tat- kraft bewiesen, Eigenschaften, die durch seine vor­züglichen Kenntnisse und durch seine weitgehenden praktischen Erfahrungen im überseeischen Passagier­verkehr wirksam gefördert worden sind und die ihm stets daS volle Vertrauen seiner Reederei zuführten.

Sefterreichisihe -Miere lehnen Dienst unter

Dollsutz ab

mit / In »oller Uniform

Sie machen die Fcanzosenseeundlichkeil nicht mehr

die Grenze überschritten

München, 8 . September.

Die Landdspressestelle der NSDAP. Oester­reichs meldet: In der Landesleitung der NSDAP. erschienen heute die Offiziere des österreichischen Bundesheeres in voller Uni­form mit umgeschnalltem Säbel. Oberleut- nant Fuschelberger vom Alpenjägerbataillon 3 in Salzburg und Oberleutnant Theodor Schwarzaeugel von der Dragonerfchwadron 6 in Salzburg. Die beiden Offiziere sind heute morgen bei Salzburg über die Grenze n»- gangen, weil sie, wie sie erklärten, mcht mehr in den Diensten des franzosensreundl'chen Systems Dollfutz stehen wollten.

Österreich ein MnWches Gebilde...

London, 8. September. In einem Leitartikel über Oesterreich betont die Morning Post" dir Auffassung, daß dieses Land zwangsläufig in den Schoß Deutsch­lands fallen müsse, wenn nicht noch im letzten Augenblick energisch« wirtschaftliche Hilfs­

maßnahmen seitens der anderen Großmächte er­griffen würden, wozu aber wenig Aussicht be­stände. Bisher seien die diplomatischen Proteste und Verhandlungen der Großmächte nur halben Herzens gewesen. Die grundlegenden Tatsachen ließen sich nicht verdunkeln. Die Unabhängigkeit Oesterreichs sei ein künstliches Gebilde, das nicht etwa um Oesterreichs willen geschaffen worden sei. sondern nur weil es den anderen Mächten in Versailles so am besten gepaßt habe. Ein jeder hätte gewußt, daß dieser Zustand nur dann ge­halten werden konnte, wenn man ganz besondere wirtschaftliche Vorkehrungen zur Erhaltung Oesterreichs schuf. Aber in diesem Punktechatte die Politik der Alliierten völlig versagt. Unter diesen Umständen sei die Neigung zu Deutschland die na­türliche und unvermeidliche Entwicklung gewesen.

Die Manische Regierung zum Rücktritt bereit?

Große kommunistische Kundgebungen London, 8 . September.

Nach Meldungen aus Kuba hat di« Re

gierung verlauten lassen, daß sie möglicher­weise zum Rücktritt bereit sei, falls dies das Interesse Kubas erfordere.

Trotz des Verbots der Regierung haben in Kuba große kommunistische Kundgebungen stattgefunden, bei denen die Bevölkerung auf­gefordert wurde, sich demamerikanischen Imperialismus" zu widersetzen und die Lan­dung von amerikanischen Seesoldaten und Truppen mit Gewalt zu verhindern. Die Junta hat erklärt, daß sie keinerlei Ruhe­störungen dulden werde. In Havanna griff Kavallerie ein und sprengte eine kommu­nistische Versammlung. Im Lande haben sich kommunistische Arbeitor einer Anzahl von Fabriken bemächtigt.

Die spanische Regierung zurückgetreten.

Madrid, 8 . Sept.

Das Kabinett Azana hat am Freitag seinen Rücktritt erklärt.

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Ein Appell an den Friedenswillen der Ver­einigten Staaten Europas

Die Vereinigten Staaten Amerikas dürfen sich rühmen, als erste der am Welkrieg be­teiligten Mächte die allgemeine Abrüstung gefordert zu haben. Der vierte der vierzehn Punkte Wilsons sieht den Austausch ange­messener Garantien dafür vor,daß die na­tionalen Rüstungen auf den niedrigsten Grad herabgesetzt werden, der mit der in­neren Sicherheit vereinbar ist". Mit dem Wilsonprogramm ist diese Bedingung ein in­tegrierender Bestandteil des Vorfriedensver- trages vom November 1918 geworden. Dem­entsprechend wurde Deutschland durch den Machtspruch von Versailles zuerst entwaffnet, um, wie es in den Entwaffnungsbestimmun­gen heißt,die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Nationen zu er­möglichen".

Seit dem Abschluß des gigantischen Völker- ringens aber mutzte die Welt immer wieder erfahren, daß sich die Siegerstaaten dieser Verpflichtung, die sie freiwillig über­nommen hatten, unter den nichtigsten Vor- wänden zu entziehen versuchten. Es war in erster Linie Frankreich, daß stets neue Gründe vorzubringen wußte, um die öffent­liche Meinung, die ungeduldig auf die Ein­lösung des verpfändeten Wortes harrte, da­von zu überzeugen, daß die Erfüllung der fei­erlichen Zusage durch das Verhalten Deutsch­lands unmöglich gemacht würde. Die Be­fürchtungen der französischen Diplomatie haben sich aber noch iMmerals gegenstandslos erwie­sen

Warum willigte Präsident Wilson mit innerem Widerstreben in jene Bedingungen ein, die alles verleugneten, was er als uner­läßliche Voraussetzung für die deutsche Ab­rüstung bezeichnet hatte? Weil ihm von Cle- menceau die Meinung beigebracht worden war, die Siegerstaaten dürften trotz der Ent­waffnung Deutschlands und feiner Verbün­deten nicht eher abrüsten, als bis Deutschland durch Taten seine wirkliche Friedensliebe bewiesen habe. Deutschland hat die­sen Beweis erbracht. Im Locarno- Vertrag verzichtete es auf Elsaß-Lothringen. Nachdem es in die Entmilitarisierung des linken Rheinufers eingewilligt hatte, gab es wiederholt zu verstehen, daß es eine Revision der unhaltbaren Ostgrenze nur mit friedli­chen Mitteln anstrebe. Selbst den schüchter­nen Versuch, eine Zollunion zwischen Reich und Oesterreich zu begründen, gab die demo­kratische Republik beim ersten Stirnrunzeln der Ententestaaten wieder auf. Die national­sozialistische Regierung aber lehnt die kolo­niale Ausbeutungspolitik des liberalen Zeit­alters grundsätzlich ab. Trotzdem wollen Frankreich und seine Verbündeten nicht ab­rüsten. Die Welt kennt ja, wie die franzö­sischen Staatsmänner behaupten, die deutsche Psyche nicht.

Was würde nämlich geschehen, so fragten die Pariser Diplomaten weiter, wenn Deutschland die ihm aufgezwungenen Be­dingungen nicht erfüllte? Wieder ließen sich die Vereinigten Staaten Amerikas von die­sem Hinweis beirren und sahen ruhig zu, wie sich die Welt in ein wassenstarrendes Heer­lager verwandelte, während Deutschland wehrlos und gefesselt am Boden lag und die letzten Anstrengungen machte, um den un­möglichen Fordeyungen der Siegerstaaten gerecht zu werden. Der Zeitpunkt für die all­gemeine Abrüstung war also gekommen. Doch Frankreich litt bereits unter einem neuen deutschen Alpdruck.

Das Reich hatte jaReparationen zu zahlen. Muhte da nicht die französische Rü­stung immer weiter ausgebaut werden, um gegebenenfalls die deutschen Schulden mit Kanonen und Bajonetten eintreiben zu kön­nen? Auch dieses Argument verfehlte seinen Eindruck auf die Gläubigerstaaten nicht, ob­wohl der Ruhreinbruch alle Welt davon überzeugte, daß Generäle die schlechtesten Gerichtsvollzieher sind. Als dann das ver­armte Deutschland trotzdem seine Schulden zwar nicht aus eigenen Mitteln, sondern aus amerikanischen Anleihen beglich und seine Zahlungsbereitschaft bis zum Weißblu­ten bekundete, hätte endlich die Stunde der allgemeinen Abrüstung schlagen müssen. Mit Händen und Füßen aber sträubte sich Frank- jetzt noch gegen dieses Ansinnen.

reich au Sah es bedroht.

och nunmehr seine Sicherheit

Hatte nicht Deutschland in Napollo mit dem bolschewistischen Rußland ein Bündnis ge­schlossen und dieses trotz aller gegenteiligen Beteuerungen nach Abschluß des Locarno- vertrages durch den Beriiner Pakt erneuert? Erwuchs daraus dem hochgerusteten Frank­reich nicht die Pflicht, die Welt vor der bol­schewistischen Barbarei zu bewahren? An­gesichts dieser Sachlage hielten es die Der-