Jahrgangs
September lgzz
L5S kür
Re. 242 Jahrgang 1SSS
. ckk Zwei-.
Isrt.
16»
>64
^.336
3g-t,
ZlL
ldörse
l^mtl. Lckluy
>(k>- 1 o.) ^
»»
eevlu,
> onae) ercis«
er«
blsecke) 20Ounc) rrc.i k- Sinbeit)
ILnrI » rönne) l'lp.l'o)
O Ookes
>k!08Ibs) pbst Tonne) reselseo kMOOIes- b p To)
>ce per Ounce)
L Ounce cl penee Ounce)
blotker.
7^ 17—, 7 ^ 2A-N,
N-Z
>S>,„
lN,»
ISI
aper Ooläprsi,
ins vllre H ,7873, kür ei, k-euLs Kleici
o»
>ts
urcks 6ol<k K, u einem?rsi>, ksm Xontiosii
^llienst
vkne OevSdr) lieute Vor,kk«t
3 -/,
4,60 4,60 4,88 4,85 4,91
16.25
12.25 0,68
,82 2,02 stetii 1,52 c >.61 1,63 ,68/1,SS 1,73/14- 1,78 4657 41-/.
927,
98 /,
535!,
6,40 6,70 1,3—2 4-,-S
i4-
4,SI
-teil- 1,51, S I,« 1,61, N 1,61 1,72,» 1,77,» 41 4R
vllliz
837» 36-/.—-/, 20'/-—91 tvilliA
4N/,
51-/.
57-/,
villlL
' 35)7 3»V- 4IV. villjA
71
77
48-76 unrexm 5,45 0 5,55 0 ,8Sket>. 6.25 ö
4.25
4.50
3,35
3,80
70000
>88000
villks
70)2
71-,.
78-/,
37V- 37 V- 39-/-
51V. 53-,» 587,
437°
45-/.
<v.-s
Stetiz
84-V
6SV.-5
92V.-1
Ltetkx
58-5 k. stech
36-1
3S-L
42- , b. stech
ei
73V, 7S-,. 48-1« k. stech
5 , « 5,515 5,SO
6, M
4,L
4,S>
3,«
L
22 M
viW
'N
77
31 -z
3S!t
M,
52-z
54/,
SS-/,
41)1
43- j 46Ü
o
—
6
10
186
I«
0
0
78
0
74
5
7452
0
47 H
I.»
77
0
30
0
47V-
415
o
149
IM
0
4
61
S
0
372
0
8
85V.
Ä
0
>5
0
48
163 V.
87
SS»
«- Privatbank, Deutsche Antioquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. - Die BNZ. erschein» täglich morgens nur am Montag mittag«, und kostet monatl. RM. 2.30 einschließt. Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 Rpf. Zustellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.
Vremen. Sonnabend» den 9. September 1S3S Einzelpreis 15 Wg.
Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; ,m Textteil RM. 0.75, auswärts RM. 1-—; Stellengesuche RM. 0.0g; Familienanzeigen, Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 0 08; sonstige kleine private Anzeigen bis zu 20 mm bei Vorauszahlung (ohne Rabatt) RM. 0-08. Platzvorschristen ohne Verbindlichkeit. Anzeigenschluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf die Rückzahlung des Bezugspreises.
vreMrllMonEoriaWMe Zeitung
Das Amtüoke Oracur des Senats der Treierr BssraerT
Reuauf-a« -er -rutschen Schiffahrt
0 SS-/. 0 36
^r«Lkk.-
Bremen rüstet für den kommenden Sonntag tzum „Fest der Deutschen Schule", das, Veranstaltet vom Volksbund für das Deutschtum im Ausland", zu einem „Tag des deutschen Dolkstums" ausgestaltet werden soll. mach dem Sieg der nationalsozialistischen Idee yuch auf kulturpolitischem Gebiet gewinnt der Kämpf unserer Volksgenossen jenseits der meichsgrenzen um ihre Sprache und Sitte eine besondere national- und rassepolitische Bedeutung. Der Grundpfeiler des Deutschtums in der Welt ist und bleibt, wie es der Reichs- Ninister des Innern treffend formulierte, die auslandsdeutsche Schule. Hier wächst, fern dem Vaterland, das kommende Geschlecht unserer Kulturpioniere heran, hier wird dem im nationalsozialistischen Staat neu erstandenen Dolkstum Blut und Kraft zur Selbstbehauptung im Kampf gegen fremde Kultur zugeführt- Die Ströme dieser Kraft können ihre Nie versiegenden Quellen nur in der Heimat haben, und wenn morgen im Weser-Stadion die noch unter dem Eindruck des Hitlerjugendtreffens stehende Bremer Bevölkerung begeisterter Zeuge des von keinerlei Klassengeist gehemmten Zukunftswillens unserer Schuljugend sein wird, so wird damit nichts anderes als das Bekenntnis verbunden sein: „Wir wollen Euch da draußen im Ausland helfen, Eure Not ist unsere Not, das nationalsozialistische Deutschland kennt in der Vertiefung seines Volkstums keinen Unterschied zwischen Auslands- und Jnlandsdeutschtum."
Mit Lord Grey öf Fallodon, der gestern in seiner Residenz Fallodon-Hall in Nonhum- berland verstorben ist, ist ein Mann dahingegangen, den einmal die Geschichte als einen der Mitschuldigen am Ausbruch des Krieges bezeichnen wird. Obwohl er selbst von mütterlicher Seite aus deutsches Blut in den Adern hatte, war er gerade einer derjenigen, die Deutschland mit unverhohlenem Mißtrauen betrachteten. Er war es, oer auch die deutschen Hoffnungen, die sich an den englischen Thronwechsel im Mai des Jahres 19 »0 knüpften, zuschanden werden ließ. Mit Greys Amtsantritt begann die englische Außenpolitik eine immer stärkere Anfreundn»,i an Frankreich zu betreiben, alle politiscken „Zwischenfälle" wurden emsig ausgenützt um den Riß in der deutsch-englischen Freund schüft zu vertiefen. Ihm ist es auch zu verdanken, daß England in den beiden Mnrckko- Krisen in nicht mißzuverstehender D»ailich- keit auf die Seite Frankreichs trat. Von da an trieb die Entwicklung unaufhaltsam zum Kriege. Dann kam der August 1914. Greys Haltung schien zunächst völlig undurchsichtig. Heute aber weiß man aus den später veröffentlichten englischen Weißbüchern, daß Grey bereits lange vor der deutschen Note an Belgien dem französischen Botschafter bindende Zusicherungen über den Eintritt Englands in den Krieg gemacht hatte. Und wenn kurz vor Ausbruch des Krieges weit- Kreise in England gegen einen WaH'engang mit Deutschland waren, so hatten Greys Zusicherungen den Gang der Ereignisse bereits festgelegt.
Fast 4 MWonen NSDAV- Mitglieder
München, 8 . September.
Im „Völkischen Beobachter" veröffentlicht Joseph Stolzing-Cerny eine Unterredung mit dem Retchsschatzmeister der NSDAP. Schwarz, worin der Reichsschatzmeiiter inte- reff ante Einzelheiten über daS schnelle Anwachsen der Partei in den letzten Jahren mitteilt. Zurzeit liegen nicht weniger als zwei Millionen Neuanmeldungen vor, die jedoch erst in einigen Monaten erledigt werden können. Die Mitgliedersperre kann daher nicht vor dem 1. April 1934 aufgehoben werden. Nach ihrer Aufhebung würden übrigens für die Neuaufnahmen in die Partei neue Bestimmungen erlassen werden. Wenn man die noch nicht erledigten Neuanmeldungen hinzu rechne, habe die Partei heute -inen Mitgliederbestand von S 900 00V.
Vmrwels verteidigt van der Lubbe
Amsterdam, 17. September.
Der Amsterdamer Strafverteidiger Francois Pauwels, der bekanntlich erst vor wenigen Tagen die von ihm übernommene Verteidigung des holländischen Reichstagsbrandstifters van der Lubbe niederlegte, gibt nunmehr bekannt, daß er von Fa- milienangehörigen van der LubbeS erneut ersucht worden sei, die Verteidigung zu übernehmen. Er habe sich entschlossen, die Verteidigung zu übernehmen.
Aeorgmlifation -es Nordamerika-DienSteS
Die Hamburg-Amerika Linie und der Norddeutsche Lloyd haben beschlossen, die gemeinsame Führung ihrer Nordamerika-Dienste in einer internen Organisation zusammenzufassen.
DaS Gebiet erstreckt sich auf den Personen- und Frachtverkehr nach und von Canada und nach und von den vereinigten Staaten, Ostküste, einschließlich Golf. ES soll dadurch eine straffere Rationalisierung der Nordamerikadienste beider Reedereien hier und in den Bereinigten Staaten und Canada erreicht werden
Für den Sitz der Leitung ist ein zweijähriger Wechsel zwischen Bremen und Hamburg in AuS- stcht genommen. Für die ersten zwei Jahre ist der Sitz in Bremen.
Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Herrn Heinz Schüngel rIS Direktor, dem Herr Waldemar Klosein Bremen als stellvertretender Direktor für den Personen-Verkehr, und Herr FriÄrich Leopthien in Hamburg als stellvertretender Direktor für den Frachtverkehr beigeordnet sind. Für die Bereinigten Staaten und Canada haben die Leitung für beide Reedereien Herr Christian B eck für das Fracht-, Herr Johann Schroeder für das Passage- Geschäft.
Die erforderlichen organisatorischen Maßnahme» werden unverzüglich eingeleitet.
Herr Heinz S ch ü n g e l, der leitende Direktor des intern organisierten Nordamerika- und - Kanadadienstes de» Norddeutschen Lloyd und der Hamburg- Amerika-Linie, wird in den nächsten Wochen nach den Vereinigten Staaten von Amerika zurückkehren, um dort zunächst einmal die Geschäfte der von ihm bisher geleiteten Newyorker Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd zu übergeben. Ferner wird Herr Direktor Schlingel im besonderen aber auch die durch di« Reorganisation des deutschen Nordamerika- und Kanada-Dienste- neu geschaffene Lage prüfen und die erforderlichen Vorbereitungen persönlich treffen.
Schlagartig erfolgen unter der verantwortlichen Führung der nationalsozialistischen Bewegung die Maßnahmen, die die allgemeine Wirtschaftsnot überwinden sollen.
Kaum sind die festlichen Tage von Nürnberg verrauscht, da meldet aus allen Teilen des Reiches der Draht, daß die verantwortlichen Führer des neuen Deutschland mit alter Energie die Lösung der ihnen gestellten Aufgabe, Wieder- gesundung der Wirtschaft, erneut in Angriff genommen haben.
So bildet auch die neue Organisation des Nordamerika-DiensteS, die durch die Initiative der beiden regierenden Bürgermeister von Bremen und Hamburg, Pg. Dr. Markert und Pg. Kroogmann in Zusammenarbeit mit den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden des Norddeutschen Lloyd und der Hapag zustandegekom- men ist, einen Teil des Reorganisationsplanes der deutschen Schiffahrt, der damit beginnt, Wirklichkeit zu werden.
Wieder einmal ist durch diese zum Nutzen der deutschen Schiffahrt getroffene Maßnahme das alte Märchen von der Schisfahrts- und damit Außenhandelsfeindlichkeit des Nationalsozialismus widerlegt. Während man aber früher immer
nur in schönen Redensarten darauf hinwies, daß der Schiffahrt geholfen werden müsse, wird heute energisch und zielbewußt gehandelt und geholfen. Mit dem Zustandekommen dieser neuen „Internen Organisation" ist die Entwicklung in die Wege geleitet, die zusammen mit einer Reihe anderer geplanter Maßnahmen, über die zu sprechen heute noch verfrüht wäre, den deutschen Reedereien den Weg aus der Krise, den Weg zu neuem Aufstieg und zu neuer Blüte weisen wird.
Krt
,-V' Ä >
Direktor Heinz Schüngel, der sich außerordentliche Verdienste insbesondere um das Passage- geschäft in der für die Bremer Reederei wichtigsten Fahrt nach Nordamerika erworben hat, ist ein hervorragender Kenner des internationalen Passagier- mrd Frachtgeschäftes und erfreut sich gerade in 11. S. A. und Kanada besonders großer Beliebtheit. Die Führung des reorganisierten Nordamerikadienstes der beiden deutschen Großreedereien ist somit in die Hände eines Mannes gelegt worden, der füe di« Erfüllung dieser schwierigen Aufgabe nicht nur die erforderliche persönliche Eignung, sondern auch wichtige Kenntnisse und vielseitige Erfahrungen mit sich bringt.
8
Herr Direktor Heinz Schüngel würd« 1884 zu Bremen geboren. Nach/Abschluß des Besuches des Realgymnasiums trat er bei der Firma L. Goe 1 te L C o. in die Lehre. Nach Beendigung seiner Lehrzeit genügte er seiner Militärpflicht ° als Einjährig- Freiwilliger in Hildesheim. Ende 1904 trat Schüngel in die Dienste der bekannten Ostäsienfirma Arnold Otto Meyer bezw. Behn, Meyer L Co. in Singo- pore, wo er bis Ende 1910 verblieb. Schüngel war in dieser Stellung vorzugsweise für den Norddeutschen Lloyd tätig, dessen Vertretung die genannte Firma.innehat. Nach einem freundschaftlichen Neber- einkommen mit der Firma Arnold Otto Meyer trat Schüngel 1911 ganz in die Dienste des Norddeutschen Lloyd, der ihn zu seinem Vertreter in Bangkok bestellte. Während des Krieges wurde er 1917 in Bangkok interniert und später nach einem Deportations- lager in Indien geschickt. Nach Kriegsende wieder in die Heimat zurückgekehrt, trat Schüngel im Juni 1910 in die Dienste der Mercator Handelsgesellschaft in Bremen als Leiter der Jmportabteilung ein. Von März 1921 bis Februar 1922 hatte Schüngel die kaufmännische Leitung der Lloydagentur in Bremer- haven inne. 1922 bei Wiederaufnahme des Nord- amerikadienstes der Bremer Reederei ging Schüngel nach Newyork, wo er zunächst als stellvertretender Leiter der Generalvertretung für U. S. A. und Kanada tätig war und 1923 die Gesamtleitung des Norddeutschen Lloyd für die N. S. A. und Kanada übernahm.
Herr Waldemar Klose wurde 1882 zu Hemelin- gen bei Bremen geboren. Nach beendigter Schulzeit in Hamburg trat er als Lehrling in die Norddeutsche Jutespinnerei und Weberei ein./ Hieran schloß sich die erste Auslandstätigkeit Kloses in der schottischen Jute-Metropole Dundee. 1900 kehrte er nach Deutschland zurück und war zunächst in Bautzen und dann in Nürnberg kaufmännisch tätig. Von 1901 bis Ende 1904 weilt« Klose beruflich in den Vereinigten Staaten von Amerika. Anfang 1905 trat er in die Dienste des Norddeutschen Lloyd in Bremen ein. Klose unternahm mehrfach große Auslandsreisen, u. a. nach dem Nahen und Fernen Orient, U. S. A. und Mittelamerika. Während des Krieges stand er in Reichsdiensten. Nach Kriegsende kehrte er zum Norddeutschen Lloyd zurück, wo er dann u. a. vom Jahre 1927 ab als Handelsbevollmächtigter in der Abteilung Agenten-Organisation tätig war. 1932 wurde er zum Prokuristen ernannt und in die Leitung der Abteilung Personen-Verkehr berufen. Diese Stellung hat Klose bis jetzt bekleidet und im Rahmen seines vielseitigen Aufgabengebietes große Umsicht und Tat- kraft bewiesen, Eigenschaften, die durch seine vorzüglichen Kenntnisse und durch seine weitgehenden praktischen Erfahrungen im überseeischen Passagierverkehr wirksam gefördert worden sind und die ihm stets daS volle Vertrauen seiner Reederei zuführten.
Sefterreichisihe -Miere lehnen Dienst unter
Dollsutz ab
mit / In »oller Uniform
Sie machen die Fcanzosenseeundlichkeil nicht mehr
die Grenze überschritten
München, 8 . September.
Die Landdspressestelle der NSDAP. Oesterreichs meldet: In der Landesleitung der NSDAP. erschienen heute die Offiziere des österreichischen Bundesheeres in voller Uniform mit umgeschnalltem Säbel. Oberleut- nant Fuschelberger vom Alpenjägerbataillon 3 in Salzburg und Oberleutnant Theodor Schwarzaeugel von der Dragonerfchwadron 6 in Salzburg. Die beiden Offiziere sind heute morgen bei Salzburg über die Grenze n»- gangen, weil sie, wie sie erklärten, mcht mehr in den Diensten des franzosensreundl'chen Systems Dollfutz stehen wollten.
Österreich ein MnWches Gebilde...
London, 8. September. In einem Leitartikel über Oesterreich betont die „Morning Post" dir Auffassung, daß dieses Land zwangsläufig in den Schoß Deutschlands fallen müsse, wenn nicht noch im letzten Augenblick energisch« wirtschaftliche Hilfs
maßnahmen seitens der anderen Großmächte ergriffen würden, wozu aber wenig Aussicht bestände. Bisher seien die diplomatischen Proteste und Verhandlungen der Großmächte nur halben Herzens gewesen. Die grundlegenden Tatsachen ließen sich nicht verdunkeln. Die Unabhängigkeit Oesterreichs sei ein künstliches Gebilde, das nicht etwa um Oesterreichs willen geschaffen worden sei. sondern nur weil es den anderen Mächten in Versailles so am besten gepaßt habe. Ein jeder hätte gewußt, daß dieser Zustand nur dann gehalten werden konnte, wenn man ganz besondere wirtschaftliche Vorkehrungen zur Erhaltung Oesterreichs schuf. Aber in diesem Punktechatte die Politik der Alliierten völlig versagt. Unter diesen Umständen sei die Neigung zu Deutschland die natürliche und unvermeidliche Entwicklung gewesen.
Die Manische Regierung zum Rücktritt bereit?
Große kommunistische Kundgebungen London, 8 . September.
Nach Meldungen aus Kuba hat di« Re
gierung verlauten lassen, daß sie möglicherweise zum Rücktritt bereit sei, falls dies das Interesse Kubas erfordere.
Trotz des Verbots der Regierung haben in Kuba große kommunistische Kundgebungen stattgefunden, bei denen die Bevölkerung aufgefordert wurde, sich dem „amerikanischen Imperialismus" zu widersetzen und die Landung von amerikanischen Seesoldaten und Truppen mit Gewalt zu verhindern. Die Junta hat erklärt, daß sie keinerlei Ruhestörungen dulden werde. In Havanna griff Kavallerie ein und sprengte eine kommunistische Versammlung. Im Lande haben sich kommunistische Arbeitor einer Anzahl von Fabriken bemächtigt.
Die spanische Regierung zurückgetreten.
Madrid, 8 . Sept.
Das Kabinett Azana hat am Freitag seinen Rücktritt erklärt.
I^icktiße
Ein Appell an den Friedenswillen der Vereinigten Staaten Europas
Die Vereinigten Staaten Amerikas dürfen sich rühmen, als erste der am Welkrieg beteiligten Mächte die allgemeine Abrüstung gefordert zu haben. Der vierte der vierzehn Punkte Wilsons sieht den Austausch angemessener Garantien dafür vor, „daß die nationalen Rüstungen auf den niedrigsten Grad herabgesetzt werden, der mit der inneren Sicherheit vereinbar ist". Mit dem Wilsonprogramm ist diese Bedingung ein integrierender Bestandteil des Vorfriedensver- trages vom November 1918 geworden. Dementsprechend wurde Deutschland durch den Machtspruch von Versailles zuerst entwaffnet, um, wie es in den Entwaffnungsbestimmungen heißt, „die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Nationen zu ermöglichen".
Seit dem Abschluß des gigantischen Völker- ringens aber mutzte die Welt immer wieder erfahren, daß sich die Siegerstaaten dieser Verpflichtung, die sie freiwillig übernommen hatten, unter den nichtigsten Vor- wänden zu entziehen versuchten. Es war in erster Linie Frankreich, daß stets neue Gründe vorzubringen wußte, um die öffentliche Meinung, die ungeduldig auf die Einlösung des verpfändeten Wortes harrte, davon zu überzeugen, daß die Erfüllung der feierlichen Zusage durch das Verhalten Deutschlands unmöglich gemacht würde. Die Befürchtungen der französischen Diplomatie haben sich aber noch iMmerals gegenstandslos erwiesen
Warum willigte Präsident Wilson mit innerem Widerstreben in jene Bedingungen ein, die alles verleugneten, was er als unerläßliche Voraussetzung für die deutsche Abrüstung bezeichnet hatte? Weil ihm von Cle- menceau die Meinung beigebracht worden war, die Siegerstaaten dürften trotz der Entwaffnung Deutschlands und feiner Verbündeten nicht eher abrüsten, als bis Deutschland durch Taten seine wirkliche Friedensliebe bewiesen habe. Deutschland hat diesen Beweis erbracht. Im Locarno- Vertrag verzichtete es auf Elsaß-Lothringen. Nachdem es in die Entmilitarisierung des linken Rheinufers eingewilligt hatte, gab es wiederholt zu verstehen, daß es eine Revision der unhaltbaren Ostgrenze nur mit friedlichen Mitteln anstrebe. Selbst den schüchternen Versuch, eine Zollunion zwischen Reich und Oesterreich zu begründen, gab die demokratische Republik beim ersten Stirnrunzeln der Ententestaaten wieder auf. Die nationalsozialistische Regierung aber lehnt die koloniale Ausbeutungspolitik des liberalen Zeitalters grundsätzlich ab. Trotzdem wollen Frankreich und seine Verbündeten nicht abrüsten. Die Welt kennt ja, wie die französischen Staatsmänner behaupten, die deutsche Psyche nicht.
Was würde nämlich geschehen, so fragten die Pariser Diplomaten weiter, wenn Deutschland die ihm aufgezwungenen Bedingungen nicht erfüllte? Wieder ließen sich die Vereinigten Staaten Amerikas von diesem Hinweis beirren und sahen ruhig zu, wie sich die Welt in ein wassenstarrendes Heerlager verwandelte, während Deutschland wehrlos und gefesselt am Boden lag und die letzten Anstrengungen machte, um den unmöglichen Fordeyungen der Siegerstaaten gerecht zu werden. Der Zeitpunkt für die allgemeine Abrüstung war also gekommen. Doch Frankreich litt bereits unter einem neuen deutschen Alpdruck.
Das Reich hatte jaReparationen zu zahlen. Muhte da nicht die französische Rüstung immer weiter ausgebaut werden, um gegebenenfalls die deutschen Schulden mit Kanonen und Bajonetten eintreiben zu können? Auch dieses Argument verfehlte seinen Eindruck auf die Gläubigerstaaten nicht, obwohl der Ruhreinbruch alle Welt davon überzeugte, daß Generäle die schlechtesten Gerichtsvollzieher sind. Als dann das verarmte Deutschland trotzdem seine Schulden — zwar nicht aus eigenen Mitteln, sondern aus amerikanischen Anleihen — beglich und seine Zahlungsbereitschaft bis zum Weißbluten bekundete, hätte endlich die Stunde der allgemeinen Abrüstung schlagen müssen. Mit Händen und Füßen aber sträubte sich Frank- jetzt noch gegen dieses Ansinnen.
reich au Sah es bedroht.
och nunmehr seine Sicherheit
Hatte nicht Deutschland in Napollo mit dem bolschewistischen Rußland ein Bündnis geschlossen und dieses trotz aller gegenteiligen Beteuerungen nach Abschluß des Locarno- vertrages durch den Beriiner Pakt erneuert? Erwuchs daraus dem hochgerusteten Frankreich nicht die Pflicht, die Welt vor der bolschewistischen Barbarei zu bewahren? Angesichts dieser Sachlage hielten es die Der-