Ausgabe 
(8.9.1933) Nr. 241
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Verlag, Echriftleituna und Geschäftsstelle: Geeren SS. Sprechstunden der Schristleilung: Montag bis Freitag 12 bis 13 Uhr. Fernsprecher: Roland Nr. W!> 628. Bankkonten: Dte Sparkasse tn Bremen, Commerz» u- Privatbank, Deutschr Antioquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. Die BNZ erscheint täglich morgens nur am Montag mittags, und kostet monalt. RM. 2.30 einschlief;!. Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich -er Preis um 42 Rpf. Zustellgeld. Der Bezugspreis tst tm voraus zu entrichten.

Vremerr, Freitag, den 8. Gehtember 1933 Einzelpreis 1S V?g.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; im Textteil RM. 0.75. auswärts RM. 1.; Stellengesuche RM 0.06; Fainitienanzeigen. Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 008; ' ' kleine private Anzeigen bis zu 20 -um bet Vorauszahlung söhne

^aha'tt) RM. 0.08. Platzoorlchristen ohne Verbindlichkeit. 'Anzeigen­schluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streck, Verbot u- s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf die Rückzahlung des Bezugspreises.

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Im Rahmen des planvoll in die Wege ge­leiteten Wiederaufbaus der deutschen Wirt­schaft bildet die Re- und Umorganisation der deutschen Banken einen Komplex, der nun­mehr durch den Beginn der Arbeiten der Bank-Enquete tn Angriff genommen worden ist.

Der Untersuchungsausschuß wird dabei ein Kapitel nationalsozialistischen Wirtschafts­denkens zu bearbeiten haben, das zu einem Kernstück des nationalsozialistischen Pro­gramms gehört und, von dessen Verwirk­lichung unendlich viel für die gesamte Wirt­schaft abhängt. Nach den Auslegungen, die der nationalsozialistische Wirtschaftstheoretiker Pg. Feder bereits seit Jahren dem national­sozialistischen Programmpunkt:Wir fordern die Verstaatlichung der Banken und Börsen", gegeben, und die er in großen Zügen, ergänzt durch die Ausführungen des Beautragten des, Führers, Dr. Keppler, auch bei der Er­öffnungssitzung des Untersuchungsausschusses vorgetragen hat, wird es sich bei dieser Ver­staatlichung nicht um eine schematiche Ueber­nahme der Banken durch den Staat handeln.

Bei der bewußten Einschaltung des Führer­prinzips in den Wirtschaftsprozeß, bei der ständigen Betonung der persönlichen Initia­tive, dürfte die Ablehnung einer die Verant­wortlichkeit sabotierenden, schematichen Ver­staatlichung selbstverständlich sein. Deswegen bieten die zwei nebeneinander verlaufenden Bestrebungen, die bereits bei der ersten Sitzung festgestellt werden konnten, keine lleberraschung. Während auf der einen Seite die Notwendigkeit einer Verstaatlichung oder zumindestens einer straffen staatlichen Be­aufsichtigung des gesamten Kreditwesens voll erkannt wird, geht das Bestreben auf der andern Seite darauf aus, die anonymen Bank- konzerne, die keine persönliche Verantwortung mehr kannten, abzulösen durch Bankinstitute, die in ihrer Größe und in ihrem Aufgaben- kreis vom verantwortlichen Führer überblickt und geleitet werden können. Die Schaffung und Heranbildung eines sich verantwortlich fühlenden, verantwortlich handelnden Ban- nersstandes ist dabei eine Aufgabe, die durch die Entwicklung der Banken feit Kriegsende, mit ihrer Heranzüchtung von reinen Maschi- nenmenschen unendlich erschwert wurde, des­wegen aber doch nicht aufgegeben werden darf. Wie weit sich die beiden festzustellenden Ziele, deren Berechtigung außer allem Zwei­fel steht, zu einer neuen harmonischen Bank- organisation und Bankengesetzgebung ver­einigen lasten, das festzustellen, ist im wesent­lichen die Aufgabe des nunmehr zusammen­getretenen Untersuchungsausschusses. Die Re­den, die am Mittwoch gehalten wurden, lassen erkennen, daß der feste Wille vorhanden ist, ohne Vorurteile und ohne Befangenheit einen Bau zu errichten, der den Erfordernissen und den Erkenntnissen nationalsozialistischer Wirt- schaftsauffassung entspricht. Einen Bau, der das Kapital und seine Organisationen, die sich in der verflossenen liberalistischen Dekadenz­periode zu Herrschern über die Wirtschaft und über den Menschen aufgeschwungen hatten, auf ihren Platz als Diener der Wirtschaft, Diener der Gesamtheit und Diener des Volkes zurück­zuführen.

Weihe des

Langemarrk-Ehrennrals

Naumburg, 6. September.

Die Weihe des Eefallenen-Ehrenmals des Stu­dentenringes Langemarck gestaltete sich zu einer überaus eindrucksvollen Feierstunde. Sternen- übersäter Nachthimmel wölbt sich über dem in Helles Scheinwerferlicht getauchten, von zwei hohen Holzkrenzen flankierten Bunker, der als einzige Inschrift das schicksalsschwere WortLan­gemarck" trägt. Unter andächtigem Schweigen der Menge spricht ein Vertreter des Stahlhelm- Studentenringes Langemarck von den Kämpfen in Flandern.

Den Weiheakt vollzog Reichsarbeitsminister Seldte. Sodann nahm Naumburgs Oberbür­germeister das Ehrenmal in Obhut der Stadt.

Mit einem Fackelzug ist der Weiheakt beendet. Eine. längst fällige Dankesschuld an unsere aus dem Felde der Ehre gefallenen Bruder draußen ist damit eingelöst worden.

Grotzfeuer in einer oldenburgsichen Stadt

Vechta lOldenburg), 7. September.

In der Nacht zum Donnerstag, zwischen 1 und 2 Uhr, sind durch ein Eroßfeuer im südlichen Stadtteil elf Scheunen vollkommen vernichtet worden. In den Scheunen lagerten die Getreide- vorräte mehrerer Landwirte und zwar insgesamt etwa 356 Fuder Getreide, weiter eine Zahl land­wirtschaftlicher Maschinen und Kraftwagen, die sämtlich mitverbrannt sind. Der große Schaden ist uur zum Teil durch Versicherung gedeckt.

Nationalsozialisten von Kommunisten im Saar- gebiet überfallen.

Saarbrücken, 7. September.

In einem Walde bei Herrensohr wurden meh­rere Kommunisten festgenommen. Sie stehen im Verdacht, sich in der Nacht zum Mittwoch an einem Feuerüberfall aus drei Nationalsozialisten beteiligt zu haben.

Ungeheuerliche Pläne her AegierungskommiW« -e§ SaargebieiS

Man will einen politischen Ueberwachungsdienst innnerbalb der rein denMe« Vevöllerung einführen

Saarbrücke«, 7. September.

Zu den im Saargebiet umlaufenden Gerüchten, daß die Regierungskommission beabsichtige, eine wesentliche Umstellung im saarländischen Polizei­wesen'vorzunehmen und den saarländischen Poli­zeikörper mit Ausländern zu durchdringen, er­fahren wir, daß die Regierungskommission jetzt auch die Luxemburger Regierung gebeten hat, einen Kommissar und fünf Brigadiers zu be­nennen, die als Kriminalbeamte in Saarbrücken eingestellt werden sollen. Dafür hat die Regie­rungskommission bereits einen Betrag von 600000 Franken zur Verfügung gestellt.

Die Regierungskommission beabsichtigt dem­nach. einen sogenannten politischen lleberwa- chungsdienst innerhalb der rein deutschen Bevöl­kerung einzurichten. Das wäre geradezu eine un­geheuerliche Maßnahme, und die Regierungs­kommission wird sich darüber klar sein müssen, daß trotz der anerkannten Disziplin der Bevölkerung sich zwischen den neuen Beamten und den Bewoh­nern des Saarlandes Reibungen nicht vermeiden lasten werden.

Sie wird weiter einsehen müssen, daß sie gerade das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen möchte. Wie wenig Grund zu der neuen Maß­nahme besteht, geht daraus hervor, daß die saar­ländischen Landjägerei- und Polizeibeamten ihren bisher nicht leichten Dienst stets in muster­gültiger Form geleistet haben und die Ruhe und Ordnung im Saargebiet bisher nirgends ernstlich gestört worden ist. Sogar französische Zeitungen haben lobend anerkannt, daß im Saargebiet eine Ruhe herrsche, die man sonst in anderen Abstim­mungsgebieten nicht gewohnt sei. Die luxembur­gische Regierung aber eine andere Regierung soll das Ansinnen bereits abgelehnt haben ^ wird gut daran tun, sich genauestens über die Aufgabe

zu unterrichten, die ihren Poltzeiorganen hier zugemutet wird.

Frankreich will Kontrolle ohne Abrüstung

« Paris, 7. Sept.

Obgleich über die Unterredung zwischen Nor- man Daois und Sir John Simon nur wenig in die Oefsentlichkeit gedrungen ist, zeigt man sich in der Pariser Presse auf Grund der Sander- meldungen ihrer Londoner Berichterstatter ziem­lich enttäuscht, da sich bereits die ersten grundsätzlichen Meinungsverschiedenhei- ten zwischen der französischen und der amerika­nischen These in der Kontroll- und Sicherheits« frage bemerkbar machen. Auf französischer Seite hatte man mit besonderem Nachdruck darauf hin­gewiesen, daß Norman Davis von Roosevelt den Auftrag erhalten habe, den von Frankreich ge­forderten Kontrollmaßnahmen zuzustimmen. Man hatte dabei an eine Versuchsperiode von mehr oder weniger langer Dauer gedacht, die einer ersten französischen Abrüstung vorausgehen sollte. Heute wirft man in der Pariser Presse Norman Davis vor, Verwirrung zwischen die Grundsätze der Kontrolle Und der Sicherheit zu tragen. Aus seinen Besprechungen mit Sir Johnson scheine hervorzugehen, daß Amerika dem französischen Kontrollvorschlag nur bedingt zustimme und als Gegenleistung sofortige ins einzelne gehende Zu­geständnisse auf dem Gebiete der Abrüstung for­dere. Amerika vertrete mit anderen Worten die Ansicht, daß die Durchführung der Kontrolle ohne weiteres die Sicherheit darstelle. Wenn man sich jedoch die Schwierigkeiten vorstelle, unter denen der interalliierte Kontrollausschuß seinerzeit in Deutschland zu arbeiten gehabt hab«, so könne

man d-n Standpunkt Frankreichs verstehen, wo­nach l : Kontrolle zunächst einmal ihre nutz­bringende Anwendung erweisen müsse, ehe man die Sicherheit als gegeben betrachten und Zu­geständnisse aus dem Wege der Abrüstung machen könne.

Die halbamtliche Havas-Agentur teilt außer­dem mit, daß Norman Davis im Besitz von zwei Botschaften des amerikanischen Staatspräsidenten sei, von denen die eine für den englischen und die andere für den französischen Ministerpräsiden­ten bestimmt sei.

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Berlin, 7. September.

Die im Oktober zusammentretende Abrüstungs­konferenz wirft ihre Schatten voraus. Es ist ins­besondere der Tardieusche Plan einer Rüstungs­kontrolle, der jetzt von der französischen Presse in den Vordergrund gestellt wird, in der offenkun­digen Absicht, die Augen der Welt von dem eigent­lichen Zweck der Abrüstungskonferenz, nämlich der Herabminderung der Rüstungen, abzuziehen. Deutschland hat, wie von unterrichteter Stelle er­klärt wird, es niemals abgelehnt, eine Kontrolle anzunehmen. Aber es wird sie nur unter der Vor­aussetzung annehmen, daß sie sich gleichmäßig gegen alle auswirkt. Eine solche Gleichmäßigkeit besteht aber nicht, solange nicht auf der Gegenseite effektiv abgerüstet worden ist. Eine Kontrolle, die den gegenwärtigen Rüstungsstand zum Gegen­stand hat, ist völlig sinnlos. Eine Kontrolle, die auf der einen Seite nur die hochgerüsteten Staaten mit allen Rechten steht und auf der anderen Seite die abgerüsteten Staaten nur . mit Verpflich­tungen, würde ein Hohn auf das Ziel der Abrü­stungskonferenz sein.

Eine Warnung sür alle VEemde

Die Landbude eines marxistischen Setzers verbrannt

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Bremen, 7. September.

Heute vormittag wurde in der Waller Vorstadt ein Exempel statuiert, das sür alle Volksseinde und Sa­boteure des nationalsozialistischen Staates eine War­nung sein mag. In der Laubenkolonie desPar - zellenvereins Nürnberg" am Waller Ring war in einer Parzelle des kommunistischen Funk­tionärs Fasche illegales politisches Material gesun­den worden. F. hatte aus seinem Gelände eine große Menge von Beitragsmarken der Noten Hilse einge- graben.

Seit Wochen schon sind die Besitzer von Kleingärten wiederholt und nachdrücklichst darauf hingewiesen worden, daß die Polizei in schärfster Weise und mit Entfernung der Landbuden und Entziehung der Kleingärten gegen diejenigen vorgehen würde, die in ihrem Gartengelände marxistisches Material jeder Art ausbcwahrcn.

Gestern nun ist man gegen F., der sich in Schutzhast befindet, in der angedrohten Weise vorgegangen. Ge­gen läll Uhr suhr ein Auto der Geheimen Staats-

I Polizei zum Gelände des Parzellenvcreins Nürnberg, gefolgt von einer Motorspritze der Feuerwehr. Der Frau des verhafteten F. wurde noch Gelegenheit ge­geben, die Gartengeräte und den in der Bude befind­lichen Hausrat auszuräumen. Dann wurde mit Ben­zin Feuer angelegt, , und binnen weniger Sekunden stand die Landbudc in lichten Flammen. Eine dicke Rauchwolke, aus der die Flammen züngelten, stieg zum Himmel und lockte zahlreiche Anlieger des Lau- bengeländes herbei. Nach wenigen Minuten stürzte die Laube in sich zusammen, übrig blieb ein schwelen­der Schutthaufen.

Diese Strasexpeditiqn wurde aus Anordnung un­seres Polizeiherrn Pg. Laue durchgeführt. Er läßt hierzu durch die Geheime.Staatspolizei mitteilen, daß in jedem zukünftigen Fall in gleicher Weise verfahren wird. Die Langmut des nationalsozialistischen Staa­tes ist sehr groß'gewesen, jetzt aber sollen die. Volks­feinde wissen, daß gegen jeden mit unerbittlicher Strenge vorgegangen wird, der den Versuch macht» den Ausbau unseres Staates zu stören.

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Berlin, 7. September.

Der Herr Reichspräsident hat ernannt: den Vor­tragenden Legationsrat von Heeren zum Ge­sandten in Belgrad, den Gesandten in Oslo, Frci- herrn von Weizsäcker, zum Gesandten in Bern, den Generalkonsul in Schanghai, Freiherrn Rlldt von Eoll enb e r g-Bödigheim zum Gesandten in Mexiko, den Botschafter in Moskau, von Dierksen, zum Botschafter in Tokio, den Bot­schafter in Ankara, Nadolny, zum Botschafter in Moskau.

Der Herr Reichspräsident hat zur Disposi­tion gestellt: den Gesandten in Budapest, von Schön, den Gesandten in Kabul, Schwörbel, den Generalkonsul in Neuyork, Kiep, den Generalkon­sul in Thicago, Simon.

Infolge Erreichung der Altersgrenze ist der Gesandte in Belgrad, Freiherr Dufour von Feronce, in den dauernden Ruhestand getreten. Wie wir ferner hören, ist für den Gesandtenposten in Budapest der Botschaftsrat an der Botschaft in Madrid, von Mackensen, und sür den Ee- sandtenposten in Kabul Konsul Ziemke in Bei­rut ausersehen. Konsul Borchers in Eleveland mit der Verwaltung des Generalkonsulats in Neuyork beauftragt worden.

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Düsseldorf. 7. Sept.

Im Mordprozetz Hilmer wurde am Donnerstag vormittag das Urteil verkündet. Es wurden ver­urteilt: Der Dreher Emil Schmidt wegen An­stiftung zum Mord und Mordversuchs zum Tode und zu 12 Jahren Zuchthaus; der Arbeiter Kurt Urnstedt, der Arbeiter Paul Masgai, der Schrei­ner Paul Tibulski, der Arbeiter Peter Rohles, der Schleifer Hermann Eggert, der Dreher Hein­rich Rieband, der Arbeiter Josef Herr und der Dreher Peter Hupertz wegen Mordes und Mord­versuchs zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus. Der Maurer Otto Lukat wurde wegen Beihilse zum Mord zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Die Arbeiter Adolf Mauz und Josef Esser wurden freigesprochen.

Die Verurteilten haben am 20. Juni in Er- kraht einen Ueberfall auf Nationalsozialisten ver­übt, bei dem der SS-Mann Hilmer erschossen und der SS-Mann Groß verletzt wurde.

Königsberg, 7. Sept.

In dem Vlumenauer Mordprozeß wegen der Ermordung des SA-Mannes Hölger wurden die Angeklagten Siedelmann und Lange zum Tode verurteilt.

Lord Ereq gestorben.

London, 7. Sept.

Lord Grey of Fallodon ist in seiner Residenz Fallodon Hall im Northumberland am Donnerstag um 6,05 Uhr früh gestorben.

Die Konsumvereine im neuen Ztsst

Von Dr. Robert I -05

Der Führer der Deutschen Arbeitsfront vcr öffentlichst folgende grundsätzliche Ausfüh­rungen:

Mehrere Vorgänge in den letzten Tagen geben mir Veranlassung, noch einmal ganz klar unser Verhältnis zu den Konsum-Verei­nen darzutun.

Die Konsum-Vereine entstanden seinerzeit aus rein genossenschaftlichem Denken her­aus. Sie hatten mit der sozialdemokratischen Partei nicht das geringste zu tun und waren in den landwirtschaftlichen Genossenschaften in einem Verband vereinigt. Die sozialoemo- kratische Partei hat die Konsum-Vereine in der ersten Zeit mit allen Mitteln bekämpft. Als sie jedoch erkannte, daß der beste Teil der Arbeiterschaft immer mehr und mehr zu Mitgliedern der Konsum-Vereine wurde, gab sie mit einem Schlag den Kampf dagegen aus und versuchte nun, sich Machtpositionen in- inerhalb der Konsum-Vereine zu sichern. Dies ist ihr denn auch gelungen und schließlich waren die Konsum-Vereine nichts anderes als marxistische Propagandazellen. Der Na« tionalsozialismus nahm gegen die Konsum- Vereine den Kamps auf, einmal um dem nie- derbrechenden Mittelstand zu helfen, zum an­deren, um dem Marxismus dieses Machtmit­tel aus der Hand zu schlagen. Als wir zur Macht gekommen waren, war sür uns die Frage, was wir mit den Konsum-Vereinen anfangen sollten. Tatsache ist, daß auch heute noch ein großer Teil der besten deutschen Ar­beiterschaft in den Konsum-Vereinen orga­nisiert ist, und Tatsache ist, daß die Konsum- Vereine zu einem großen wirtschaftlichen Faktor geworden sind. Hätten wir sie rück­sichtslos zerschlagen, so hätten wir nicht nur einen großen Teil der deutschen Arbeiter­schaft verärgert und verbittert und uns zu unerbittlichen Feinden gemacht, sondern wir hätten auch große Werte vernichtet und Hun­derttausende arbeitslos gemacht. Von diesem

Gesichtspunkt ausgehend, beauftragte mich der Führer, das Problem der Konsum-Ver­eine anzufassen und zu lösen.

Meine Aufgabe war es nun, dem wilden Kampf gegen die Konsum-Vereine aus den Kreisen des Mittelstandes entgegenzutreten, damit ein vorzeitiger Zusammenbrach aller Konsum-Vereine verhütet wurde und ich Zeit gewann, die Abwicklung oder Ueberleitung der Konsum-Vereine in neue Formen in An­griff nehmen zu können. Diese Aufgabe war sehr schwer end hart! und hat mir und mei­nen Mitarbeitern manchen unberechtigten Vorwarf eingetragen. Unverständnis gepaart mit krämerischem Eigennutz versuchten mir die Aufgabe nahezu unmöglich zu machen. Nach vielen Mühen gelang es uns dann end­lich, Ruhe hineinzubringen.

Als Nationalsozialist ist mir sebstverständ- lich bekannt, daß alle Befehle nichts nützen, wenn es nicht gelingt, die Befehle durch Ue­berzeugung und Beweiskraft klar und ver­ständlich zu machen. Deshalb war mein Sin­nen und Trachten darauf gelenkt, eine neue Form für die Konsum-Vereine zu finden, um einmal dem Konsum-Vereins-Mitglied, d. h. dem Arbeiter, seine Anteile zu erhalten, da­mit er keinen Schaden erleidet, und zum an­dern, um eine Verbindung mit dem Hand­werk und dem Mittelstand zu finden, die es ermöglicht, auch diesen Kreisen gerecht zu werden. Ich glaube nun heute dieses an sich schwierige Problem der Lösung entgegenzu­bringen. In der letzten Sitzung des Kleinen Arbeits-Konvents wurde mit den Vertretern der nationalsozialistischen HAGO. und der EHT., sowie den Vertretern der Arbeiter- Verbände und der Konsum-Vereine eine völ­lige Einigung erzielt. Beide Teile erkannten meinen Plan als richtig an, und es wurde so­fort ein Arbiits-Ausschuß bestimmt, der mir in kürzester Zeit einen Plan vorzulegen hat, wie meine Gedanken über den Umbau der Konsum-Vereine vom kaufmännischen und technischen Standpunkt aus durchgeführt werden können.

Der Handel leitet an sich die Waren vom Produzenten zum Konsumenten. Je kürzer und einfacher dieser Weg wird, um so billiger wird die Ware sein. Der Verbraucher hat ein einziges Interesse, gute und billige Ware zu erhalten. So muß denn bei einer planvollen und gut geleiteten Wirtschaft Produktion und Konsum der Einzelpersönlichkeit, ihrer Initiative und ihrem Bedürfnis zur Vielheit überlassen bleiben. Je mehr hier die Fähig­keiten des einzelnen und die Eigenart des einzelnen eingreifen können und berücksich­tigt werden, u mso besser wird die Wirtschaft sein. Auch der Staat hat an diesem Weg ein Interesse, besonders, wenn der Staat von der Nation die höchste KrastansirengunHen ver­langen muß; z, B. wie im Weltkrieg 1914/18 unser Volk gezwungen war, seine Grenzen zu verteidigen. Es ist nachgewiesen, daß bereits 1915 diese große Einheits-Derteiler-Organi- sation der Konsum-Vereine herangezogen werden mußte, um die Warenverteilung zu sichern.

So habe ich denn folgenden Plan gefaßt, die 1200 Einzel-Konsumvereine zu einer Reichsverbraucher ° Genossen­schaft" zusammenzufassen, in der die bis­herigen Rechte und Ansprüche der Mitglieder