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Im Rahmen des planvoll in die Wege geleiteten Wiederaufbaus der deutschen Wirtschaft bildet die Re- und Umorganisation der deutschen Banken einen Komplex, der nunmehr durch den Beginn der Arbeiten der Bank-Enquete tn Angriff genommen worden ist.
Der Untersuchungsausschuß wird dabei ein Kapitel nationalsozialistischen Wirtschaftsdenkens zu bearbeiten haben, das zu einem Kernstück des nationalsozialistischen Programms gehört und, von dessen Verwirklichung unendlich viel für die gesamte Wirtschaft abhängt. Nach den Auslegungen, die der nationalsozialistische Wirtschaftstheoretiker Pg. Feder bereits seit Jahren dem nationalsozialistischen Programmpunkt: „Wir fordern die Verstaatlichung der Banken und Börsen", gegeben, und die er in großen Zügen, ergänzt durch die Ausführungen des Beautragten des, Führers, Dr. Keppler, auch bei der Eröffnungssitzung des Untersuchungsausschusses vorgetragen hat, wird es sich bei dieser Verstaatlichung nicht um eine schematiche Uebernahme der Banken durch den Staat handeln.
Bei der bewußten Einschaltung des Führerprinzips in den Wirtschaftsprozeß, bei der ständigen Betonung der persönlichen Initiative, dürfte die Ablehnung einer die Verantwortlichkeit sabotierenden, schematichen Verstaatlichung selbstverständlich sein. Deswegen bieten die zwei nebeneinander verlaufenden Bestrebungen, die bereits bei der ersten Sitzung festgestellt werden konnten, keine lleberraschung. Während auf der einen Seite die Notwendigkeit einer Verstaatlichung oder zumindestens einer straffen staatlichen Beaufsichtigung des gesamten Kreditwesens voll erkannt wird, geht das Bestreben auf der andern Seite darauf aus, die anonymen Bank- konzerne, die keine persönliche Verantwortung mehr kannten, abzulösen durch Bankinstitute, die in ihrer Größe und in ihrem Aufgaben- kreis vom verantwortlichen Führer überblickt und geleitet werden können. Die Schaffung und Heranbildung eines sich verantwortlich fühlenden, verantwortlich handelnden Ban- nersstandes ist dabei eine Aufgabe, die durch die Entwicklung der Banken feit Kriegsende, mit ihrer Heranzüchtung von reinen Maschi- nenmenschen unendlich erschwert wurde, deswegen aber doch nicht aufgegeben werden darf. Wie weit sich die beiden festzustellenden Ziele, deren Berechtigung außer allem Zweifel steht, zu einer neuen harmonischen Bank- organisation und Bankengesetzgebung vereinigen lasten, das festzustellen, ist im wesentlichen die Aufgabe des nunmehr zusammengetretenen Untersuchungsausschusses. Die Reden, die am Mittwoch gehalten wurden, lassen erkennen, daß der feste Wille vorhanden ist, ohne Vorurteile und ohne Befangenheit einen Bau zu errichten, der den Erfordernissen und den Erkenntnissen nationalsozialistischer Wirt- schaftsauffassung entspricht. Einen Bau, der das Kapital und seine Organisationen, die sich in der verflossenen liberalistischen Dekadenzperiode zu Herrschern über die Wirtschaft und über den Menschen aufgeschwungen hatten, auf ihren Platz als Diener der Wirtschaft, Diener der Gesamtheit und Diener des Volkes zurückzuführen.
Weihe des
Langemarrk-Ehrennrals
Naumburg, 6. September.
Die Weihe des Eefallenen-Ehrenmals des Studentenringes Langemarck gestaltete sich zu einer überaus eindrucksvollen Feierstunde. Sternen- übersäter Nachthimmel wölbt sich über dem in Helles Scheinwerferlicht getauchten, von zwei hohen Holzkrenzen flankierten Bunker, der als einzige Inschrift das schicksalsschwere Wort „Langemarck" trägt. Unter andächtigem Schweigen der Menge spricht ein Vertreter des Stahlhelm- Studentenringes Langemarck von den Kämpfen in Flandern.
Den Weiheakt vollzog Reichsarbeitsminister Seldte. Sodann nahm Naumburgs Oberbürgermeister das Ehrenmal in Obhut der Stadt.
Mit einem Fackelzug ist der Weiheakt beendet. Eine. längst fällige Dankesschuld an unsere aus dem Felde der Ehre gefallenen Bruder draußen ist damit eingelöst worden.
Grotzfeuer in einer oldenburgsichen Stadt
Vechta lOldenburg), 7. September.
In der Nacht zum Donnerstag, zwischen 1 und 2 Uhr, sind durch ein Eroßfeuer im südlichen Stadtteil elf Scheunen vollkommen vernichtet worden. In den Scheunen lagerten die Getreide- vorräte mehrerer Landwirte und zwar insgesamt etwa 356 Fuder Getreide, weiter eine Zahl landwirtschaftlicher Maschinen und Kraftwagen, die sämtlich mitverbrannt sind. Der große Schaden ist uur zum Teil durch Versicherung gedeckt.
Nationalsozialisten von Kommunisten im Saar- gebiet überfallen.
Saarbrücken, 7. September.
In einem Walde bei Herrensohr wurden mehrere Kommunisten festgenommen. Sie stehen im Verdacht, sich in der Nacht zum Mittwoch an einem Feuerüberfall aus drei Nationalsozialisten beteiligt zu haben.
Ungeheuerliche Pläne her AegierungskommiW« -e§ SaargebieiS
Man will einen politischen Ueberwachungsdienst innnerbalb der rein denMe« Vevöllerung einführen
Saarbrücke«, 7. September.
Zu den im Saargebiet umlaufenden Gerüchten, daß die Regierungskommission beabsichtige, eine wesentliche Umstellung im saarländischen Polizeiwesen'vorzunehmen und den saarländischen Polizeikörper mit Ausländern zu durchdringen, erfahren wir, daß die Regierungskommission jetzt auch die Luxemburger Regierung gebeten hat, einen Kommissar und fünf Brigadiers zu benennen, die als Kriminalbeamte in Saarbrücken eingestellt werden sollen. Dafür hat die Regierungskommission bereits einen Betrag von 600000 Franken zur Verfügung gestellt.
Die Regierungskommission beabsichtigt demnach. einen sogenannten politischen lleberwa- chungsdienst innerhalb der rein deutschen Bevölkerung einzurichten. Das wäre geradezu eine ungeheuerliche Maßnahme, und die Regierungskommission wird sich darüber klar sein müssen, daß trotz der anerkannten Disziplin der Bevölkerung sich zwischen den neuen Beamten und den Bewohnern des Saarlandes Reibungen nicht vermeiden lasten werden.
Sie wird weiter einsehen müssen, daß sie gerade das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen möchte. Wie wenig Grund zu der neuen Maßnahme besteht, geht daraus hervor, daß die saarländischen Landjägerei- und Polizeibeamten ihren bisher nicht leichten Dienst stets in mustergültiger Form geleistet haben und die Ruhe und Ordnung im Saargebiet bisher nirgends ernstlich gestört worden ist. Sogar französische Zeitungen haben lobend anerkannt, daß im Saargebiet eine Ruhe herrsche, die man sonst in anderen Abstimmungsgebieten nicht gewohnt sei. Die luxemburgische Regierung aber — eine andere Regierung soll das Ansinnen bereits abgelehnt haben ^ wird gut daran tun, sich genauestens über die Aufgabe
zu unterrichten, die ihren Poltzeiorganen hier zugemutet wird.
Frankreich will Kontrolle ohne Abrüstung
« Paris, 7. Sept.
Obgleich über die Unterredung zwischen Nor- man Daois und Sir John Simon nur wenig in die Oefsentlichkeit gedrungen ist, zeigt man sich in der Pariser Presse auf Grund der Sander- meldungen ihrer Londoner Berichterstatter ziemlich enttäuscht, da sich bereits die ersten grundsätzlichen Meinungsverschiedenhei- ten zwischen der französischen und der amerikanischen These in der Kontroll- und Sicherheits« frage bemerkbar machen. Auf französischer Seite hatte man mit besonderem Nachdruck darauf hingewiesen, daß Norman Davis von Roosevelt den Auftrag erhalten habe, den von Frankreich geforderten Kontrollmaßnahmen zuzustimmen. Man hatte dabei an eine Versuchsperiode von mehr oder weniger langer Dauer gedacht, die einer ersten französischen Abrüstung vorausgehen sollte. Heute wirft man in der Pariser Presse Norman Davis vor, Verwirrung zwischen die Grundsätze der Kontrolle Und der Sicherheit zu tragen. Aus seinen Besprechungen mit Sir Johnson scheine hervorzugehen, daß Amerika dem französischen Kontrollvorschlag nur bedingt zustimme und als Gegenleistung sofortige ins einzelne gehende Zugeständnisse auf dem Gebiete der Abrüstung fordere. Amerika vertrete mit anderen Worten die Ansicht, daß die Durchführung der Kontrolle ohne weiteres die Sicherheit darstelle. Wenn man sich jedoch die Schwierigkeiten vorstelle, unter denen der interalliierte Kontrollausschuß seinerzeit in Deutschland zu arbeiten gehabt hab«, so könne
man d-n Standpunkt Frankreichs verstehen, wonach l : Kontrolle zunächst einmal ihre nutzbringende Anwendung erweisen müsse, ehe man die Sicherheit als gegeben betrachten und Zugeständnisse aus dem Wege der Abrüstung machen könne.
Die halbamtliche Havas-Agentur teilt außerdem mit, daß Norman Davis im Besitz von zwei Botschaften des amerikanischen Staatspräsidenten sei, von denen die eine für den englischen und die andere für den französischen Ministerpräsidenten bestimmt sei.
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Berlin, 7. September.
Die im Oktober zusammentretende Abrüstungskonferenz wirft ihre Schatten voraus. Es ist insbesondere der Tardieusche Plan einer Rüstungskontrolle, der jetzt von der französischen Presse in den Vordergrund gestellt wird, in der offenkundigen Absicht, die Augen der Welt von dem eigentlichen Zweck der Abrüstungskonferenz, nämlich der Herabminderung der Rüstungen, abzuziehen. Deutschland hat, wie von unterrichteter Stelle erklärt wird, es niemals abgelehnt, eine Kontrolle anzunehmen. Aber es wird sie nur unter der Voraussetzung annehmen, daß sie sich gleichmäßig gegen alle auswirkt. Eine solche Gleichmäßigkeit besteht aber nicht, solange nicht auf der Gegenseite effektiv abgerüstet worden ist. Eine Kontrolle, die den gegenwärtigen Rüstungsstand zum Gegenstand hat, ist völlig sinnlos. Eine Kontrolle, die auf der einen Seite nur die hochgerüsteten Staaten mit allen Rechten steht und auf der anderen Seite die abgerüsteten Staaten nur . mit Verpflichtungen, würde ein Hohn auf das Ziel der Abrüstungskonferenz sein.
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Die Landbude eines marxistischen Setzers verbrannt
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Bremen, 7. September.
Heute vormittag wurde in der Waller Vorstadt ein Exempel statuiert, das sür alle Volksseinde und Saboteure des nationalsozialistischen Staates eine Warnung sein mag. In der Laubenkolonie des „Par - zellenvereins Nürnberg" am Waller Ring war in einer Parzelle des kommunistischen Funktionärs Fasche illegales politisches Material gesunden worden. F. hatte aus seinem Gelände eine große Menge von Beitragsmarken der Noten Hilse einge- graben.
Seit Wochen schon sind die Besitzer von Kleingärten wiederholt und nachdrücklichst darauf hingewiesen worden, daß die Polizei in schärfster Weise und mit Entfernung der Landbuden und Entziehung der Kleingärten gegen diejenigen vorgehen würde, die in ihrem Gartengelände marxistisches Material jeder Art ausbcwahrcn.
Gestern nun ist man gegen F., der sich in Schutzhast befindet, in der angedrohten Weise vorgegangen. Gegen läll Uhr suhr ein Auto der Geheimen Staats-
I Polizei zum Gelände des Parzellenvcreins Nürnberg, gefolgt von einer Motorspritze der Feuerwehr. Der Frau des verhafteten F. wurde noch Gelegenheit gegeben, die Gartengeräte und den in der Bude befindlichen Hausrat auszuräumen. Dann wurde mit Benzin Feuer angelegt, , und binnen weniger Sekunden stand die Landbudc in lichten Flammen. Eine dicke Rauchwolke, aus der die Flammen züngelten, stieg zum Himmel und lockte zahlreiche Anlieger des Lau- bengeländes herbei. Nach wenigen Minuten stürzte die Laube in sich zusammen, übrig blieb ein schwelender Schutthaufen.
Diese Strasexpeditiqn wurde aus Anordnung unseres Polizeiherrn Pg. Laue durchgeführt. Er läßt hierzu durch die Geheime.Staatspolizei mitteilen, daß in jedem zukünftigen Fall in gleicher Weise verfahren wird. Die Langmut des nationalsozialistischen Staates ist sehr groß'gewesen, jetzt aber sollen die. Volksfeinde wissen, daß gegen jeden mit unerbittlicher Strenge vorgegangen wird, der den Versuch macht» den Ausbau unseres Staates zu stören.
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Berlin, 7. September.
Der Herr Reichspräsident hat ernannt: den Vortragenden Legationsrat von Heeren zum Gesandten in Belgrad, den Gesandten in Oslo, Frci- herrn von Weizsäcker, zum Gesandten in Bern, den Generalkonsul in Schanghai, Freiherrn Rlldt von Eoll enb e r g-Bödigheim zum Gesandten in Mexiko, den Botschafter in Moskau, von Dierksen, zum Botschafter in Tokio, den Botschafter in Ankara, Nadolny, zum Botschafter in Moskau.
Der Herr Reichspräsident hat zur Disposition gestellt: den Gesandten in Budapest, von Schön, den Gesandten in Kabul, Schwörbel, den Generalkonsul in Neuyork, Kiep, den Generalkonsul in Thicago, Simon.
Infolge Erreichung der Altersgrenze ist der Gesandte in Belgrad, Freiherr Dufour von Feronce, in den dauernden Ruhestand getreten. Wie wir ferner hören, ist für den Gesandtenposten in Budapest der Botschaftsrat an der Botschaft in Madrid, von Mackensen, und sür den Ee- sandtenposten in Kabul Konsul Ziemke in Beirut ausersehen. Konsul Borchers in Eleveland mit der Verwaltung des Generalkonsulats in Neuyork beauftragt worden.
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Düsseldorf. 7. Sept.
Im Mordprozetz Hilmer wurde am Donnerstag vormittag das Urteil verkündet. Es wurden verurteilt: Der Dreher Emil Schmidt wegen Anstiftung zum Mord und Mordversuchs zum Tode und zu 12 Jahren Zuchthaus; der Arbeiter Kurt Urnstedt, der Arbeiter Paul Masgai, der Schreiner Paul Tibulski, der Arbeiter Peter Rohles, der Schleifer Hermann Eggert, der Dreher Heinrich Rieband, der Arbeiter Josef Herr und der Dreher Peter Hupertz wegen Mordes und Mordversuchs zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus. Der Maurer Otto Lukat wurde wegen Beihilse zum Mord zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Die Arbeiter Adolf Mauz und Josef Esser wurden freigesprochen.
Die Verurteilten haben am 20. Juni in Er- kraht einen Ueberfall auf Nationalsozialisten verübt, bei dem der SS-Mann Hilmer erschossen und der SS-Mann Groß verletzt wurde.
Königsberg, 7. Sept.
In dem Vlumenauer Mordprozeß wegen der Ermordung des SA-Mannes Hölger wurden die Angeklagten Siedelmann und Lange zum Tode verurteilt.
Lord Ereq gestorben.
London, 7. Sept.
Lord Grey of Fallodon ist in seiner Residenz Fallodon Hall im Northumberland am Donnerstag um 6,05 Uhr früh gestorben.
Die Konsumvereine im neuen Ztsst
Von Dr. Robert I -05
Der Führer der Deutschen Arbeitsfront vcr öffentlichst folgende grundsätzliche Ausführungen:
Mehrere Vorgänge in den letzten Tagen geben mir Veranlassung, noch einmal ganz klar unser Verhältnis zu den Konsum-Vereinen darzutun.
Die Konsum-Vereine entstanden seinerzeit aus rein genossenschaftlichem Denken heraus. Sie hatten mit der sozialdemokratischen Partei nicht das geringste zu tun und waren in den landwirtschaftlichen Genossenschaften in einem Verband vereinigt. Die sozialoemo- kratische Partei hat die Konsum-Vereine in der ersten Zeit mit allen Mitteln bekämpft. Als sie jedoch erkannte, daß der beste Teil der Arbeiterschaft immer mehr und mehr zu Mitgliedern der Konsum-Vereine wurde, gab sie mit einem Schlag den Kampf dagegen aus und versuchte nun, sich Machtpositionen in- inerhalb der Konsum-Vereine zu sichern. Dies ist ihr denn auch gelungen und schließlich waren die Konsum-Vereine nichts anderes als marxistische Propagandazellen. Der Na« tionalsozialismus nahm gegen die Konsum- Vereine den Kamps auf, einmal um dem nie- derbrechenden Mittelstand zu helfen, zum anderen, um dem Marxismus dieses Machtmittel aus der Hand zu schlagen. Als wir zur Macht gekommen waren, war sür uns die Frage, was wir mit den Konsum-Vereinen anfangen sollten. Tatsache ist, daß auch heute noch ein großer Teil der besten deutschen Arbeiterschaft in den Konsum-Vereinen organisiert ist, und Tatsache ist, daß die Konsum- Vereine zu einem großen wirtschaftlichen Faktor geworden sind. Hätten wir sie rücksichtslos zerschlagen, so hätten wir nicht nur einen großen Teil der deutschen Arbeiterschaft verärgert und verbittert und uns zu unerbittlichen Feinden gemacht, sondern wir hätten auch große Werte vernichtet und Hunderttausende arbeitslos gemacht. Von diesem
Gesichtspunkt ausgehend, beauftragte mich der Führer, das Problem der Konsum-Vereine anzufassen und zu lösen.
Meine Aufgabe war es nun, dem wilden Kampf gegen die Konsum-Vereine aus den Kreisen des Mittelstandes entgegenzutreten, damit ein vorzeitiger Zusammenbrach aller Konsum-Vereine verhütet wurde und ich Zeit gewann, die Abwicklung oder Ueberleitung der Konsum-Vereine in neue Formen in Angriff nehmen zu können. Diese Aufgabe war sehr schwer end hart! und hat mir und meinen Mitarbeitern manchen unberechtigten Vorwarf eingetragen. Unverständnis gepaart mit krämerischem Eigennutz versuchten mir die Aufgabe nahezu unmöglich zu machen. Nach vielen Mühen gelang es uns dann endlich, Ruhe hineinzubringen.
Als Nationalsozialist ist mir sebstverständ- lich bekannt, daß alle Befehle nichts nützen, wenn es nicht gelingt, die Befehle durch Ueberzeugung und Beweiskraft klar und verständlich zu machen. Deshalb war mein Sinnen und Trachten darauf gelenkt, eine neue Form für die Konsum-Vereine zu finden, um einmal dem Konsum-Vereins-Mitglied, d. h. dem Arbeiter, seine Anteile zu erhalten, damit er keinen Schaden erleidet, und zum andern, um eine Verbindung mit dem Handwerk und dem Mittelstand zu finden, die es ermöglicht, auch diesen Kreisen gerecht zu werden. Ich glaube nun heute dieses an sich schwierige Problem der Lösung entgegenzubringen. In der letzten Sitzung des Kleinen Arbeits-Konvents wurde mit den Vertretern der nationalsozialistischen HAGO. und der EHT., sowie den Vertretern der Arbeiter- Verbände und der Konsum-Vereine eine völlige Einigung erzielt. Beide Teile erkannten meinen Plan als richtig an, und es wurde sofort ein Arbiits-Ausschuß bestimmt, der mir in kürzester Zeit einen Plan vorzulegen hat, wie meine Gedanken über den Umbau der Konsum-Vereine vom kaufmännischen und technischen Standpunkt aus durchgeführt werden können.
Der Handel leitet an sich die Waren vom Produzenten zum Konsumenten. Je kürzer und einfacher dieser Weg wird, um so billiger wird die Ware sein. Der Verbraucher hat ein einziges Interesse, gute und billige Ware zu erhalten. So muß denn bei einer planvollen und gut geleiteten Wirtschaft Produktion und Konsum der Einzelpersönlichkeit, ihrer Initiative und ihrem Bedürfnis zur Vielheit überlassen bleiben. Je mehr hier die Fähigkeiten des einzelnen und die Eigenart des einzelnen eingreifen können und berücksichtigt werden, u mso besser wird die Wirtschaft sein. Auch der Staat hat an diesem Weg ein Interesse, besonders, wenn der Staat von der Nation die höchste KrastansirengunHen verlangen muß; z, B. wie im Weltkrieg 1914/18 unser Volk gezwungen war, seine Grenzen zu verteidigen. Es ist nachgewiesen, daß bereits 1915 diese große Einheits-Derteiler-Organi- sation der Konsum-Vereine herangezogen werden mußte, um die Warenverteilung zu sichern.
So habe ich denn folgenden Plan gefaßt, die 1200 Einzel-Konsumvereine zu einer „Reichsverbraucher ° Genossenschaft" zusammenzufassen, in der die bisherigen Rechte und Ansprüche der Mitglieder