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Nr. 238 Jahrgang 1SSS
Verlag, Echrlftleituna und SeschöftSstelle: Leeren 8—8. Sprechstunden der Echrtjlleilung: Montag bis Freilag 12 blS 13 Uhr. Fernsprecher: Roland Nr. 62ö—628- Bankkonten: Die Sparkasse in Bremen, Commerz, u Privatbank, Deutsche Anttoquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. — Die VNZ erscheint täglich morgens nur am Montag mittags, und kostet monatl. RM. 2.30 etnschliehl. Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich rer Preis um 42 Rps. Zusteügeld. Der Bezugspreis ist tm voraus zu entrichten.
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Vremen. Dienstag, den 5. September 1833 Einzelpreis LS Vis.
Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; im Textteü RM. 0.7b, auswärts RM. 1.—; Stellengesuche RM. 0.06; Familienanzeigen, Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 008; stnstige kleine private Anzeigen bis zu 20 mir, bei Vorauszahlung söhne Rabatt) RM. 0.08. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Anzeigenschluß 16 Ubr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf die Rückzahlung des Bezugspreises.
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Von der Regierung Dollsuß, die anscheinend sich immer n-och dem Trugschlüsse hingibt, die Interessen des österreichischen Volkes wahrnehmen zu dürfen, sind wir schon allerhand gewöhnt. Wir sind uns darüber klar, daß die von Herrn Dollsuß, dem man auf der WeltwirtschaftSkonserenz den Spitznamen ,Mcstentasche»-Napoleon" zulegte, getroffenen Maßnahmen gegen die Nationalsozialisten die letzten Zuckungen eines zum Sterben verurteilten Systems sind. Genau so wie die nationalsozialistischen Kämpfer in Deutschland die Unterdrückungen und Verfolgungen haben über sich ergehen lassen müssen, so nehmen unser« deutschen Brüder in Oesterreich die Knechtung hin.
Wenn aber Herr Dollsuß und mit ihm der Landeshauptmann von Niederösterreich, Rei- ther, iu einer Kundgebung, die am Sonntag in Wien stattfand, behauptet, daß die nationalsozialistische Partei in Oesterreich für immer aufgehört habe zu bestehen, so können wir uns über den Optimismus dieser Herren ein Lächeln nicht verkneifen. Genau so, wie in Deutschland nach 14 Jahre langem Kampf die Herrschaft der Minderwertigen beseitigt werden konnte, so wird auch in Oesterreich in nicht mehr allzu ferner Zeit die Regierung Dollsuß von der Bildfläche verschwunden sein und an ihre Stelle eine dem wahren Volkswillen entsprechende Staatsfüh- rung treten. Auch die Drohung des Landeshauptmanns Reicher, der den Nationalsozia- listen einen Kampf bis aufs Messer ansagt und mit der Todesstrafe droht, wird an dieser Tatsache ebenso wenig rütteln wie die Großmäuligkeit des früheren preußischen Innenministers Severing, der noch wenige Stunden vor seiner Absetzung verkündete, er weiche nur der Gewalt.
Und daß die heute noch in Oesterreich regierenden Männer, an ihrer Spitze Herr Dollsuß, bereits ihr Schicksal voraussehen, Khk daraus hervor, daß der heutige Bundeskanzler sich bereits im AuAand ein Gut gekauft hat, um im gegebenen Moment sich
NSVO.--Mlmn von Marxisten erstochen
C 0 sel <O.-S.), 4. September.
In Mahkirch wurde heute früh der 30ISH- rigr Tischlcrgcsclle Pyrkocz, der der NSBO. angehört, von dem als Marxisten bekannten Strzullik im Verlaufe einer Auseinandersetzung durch einen Messerstich in die Brust getötet. Der Messerstecher wurde verhaftet.
in Sicherheit bringen zu können. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste", das ist das Motto des Herrn Dollsuß. Wir möchten ihm noch empfehlen, bereits heute seine Koffer zu packen, damit er wirklich einmal genußreiche Stunden auf seinem neuen Besitztum verleben kann.
Der Führer
dankt der Stadt Nürnberg
Nürnberg, 4. September.
Wie das „Nürnberger Acht-Uhr-Blatt" auf Grund einer Unterredung mit dem Frankenführer Gauleiter Streicher meldet, hat Reichskanzler Adolf Hitler versichert, daß er sich über den Verlauf des Reichsparteitages ungeheuer gefreut habe, ebenso darüber, daß Nürnberg endgültig die Stadt der Reichsparteitage ist. Er ersucht den Frankenführer, der Nürnberger Bevölkerung seine besondere Anerkennung auszusprechen. „Nürnberg als alte Stadt mit seinem wunderbaren Rahmen, den es für große Festlichkeiten bieten kann und dazu das Nürnberger Bolk — das alles ist einzig. Sagen Sie dem Frankenvolk meine besten Grüße."
Rudolf Deß
besucht Gauleiter Hofer
Nürnberg, 4. September.
Der „Völkische Beobachter" meldet aus Nürnberg: Am Sonnabend abend zu später Stunde besuchte der Stellvertreter des Führers, Pg. Rudolf Heß, den aus Vozen einge- troffcnen Gauleiter Franz Hofer. Pg. Heß verweilte längere Zeit im Zimmer des verwundeten Gauleiters und ließ sich von ihm ausführlich über seine Flucht aus dem Jnns- brucker Gefängnis berichten. Zum Schluß wünschte der Stellvertreter des Führers Pg Hofer alles Gutes zur baldigen Wiederge- nesung.
Gauleiter Hofer ließ eS sich nicht nehmen, obwohl er noch nicht in der Lage war, auch nur einen Schritt zu gehen, sich zum großen SA.-Appell im Luitpoldhain und zum Vorbeimarsch vor dem Führer am Adols-Hitler- Platz in Nürnberg transportieren zu lassen. Er nahm, in einem tiefen Stuhl gebettet am «ranzen Verlauf des TageS lebhaften Anteil.
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London, 4. September.
Die Londoner Presse ist gefüllt mit svalten- langen Artikeln über den letzten Tag des Reichsparteitages, auf dem, wie die „Morning Post" sagt, die vielen eindrucksvollen Feiern ihren Höhepunkt in der Begeisterung der Jugend fanden. Wenn es auch an eigenen Kommentaren der Londoner Presse noch fehlt, so läßt sich doch erkennen, daß die friedliebenden Erklärungen des deutschen Reichskanzlers einen star- ken Eindruck gemacht haben. Selbst die liberale „News Chronicle", die sonst voller Befürchtungen über die angeblichen Kriegsgelüste des neuen Deutschland war, gibt fettgedruckt die Auffassung wieder, daß Hitler jeden kriegerischen Ehrgeiz ablehne und keinerlei neuen Lorbeer in einem Kriege gewinnen wolle. Im „Daily Ex« Preß" wird besondere Anerkennung den nationalsozialistischen Sturmabteilungen gezollt. Obwohl sie schon sechs Stunden lang auf dem Marsch gewesen seien, seien sie stramm, einheitlich rhythmisch marschiert. Ihre Ausrüstung habe sich wesentlich verbessert und ihre Uniformen seien tadellos sauber. Ihr Paradeschritt hätte sich mit den Leistungen der besten Garderegimenter messen können. Die „Times" bringt die Erklärungen des Reichskanzlers, in denen er den Gedanken an einen neuen Krieg ablehnt, wörtlich, und unterstreicht besonders auch seine Ausführungen über die europäische Aufgabe, die Deutsch, land durch die Niederschlagung des Bolschewismus erfüllt habe.
Nur der sozialistische „Daily Herald" muß natürlich auch bei dieser Gelegenheit einen Grund zum Angriff gegen die Nationalsozialisten finden. Mangels anderen Materials behauptet er nun, daß nach Ansicht einiger englischer Kreise Deutschland eine Propaganda gegen die Juden in England ins Werk setzen werde!
Paris, 4. September.
Am Montag morgen bringt die Pariser Presse spaltenlange Berichte über den Abschluß der Nürnberger Parteitagung und die letzte Rede des Führers. Aber auch heute fehlt es fast gänzlich an eigenen Stellungnahmen.
Das Journal" schreibt, man hätte erwartet, daß Hitler angesichts der Beunruhigung (?), die die riesenhafte Kundgebung im Ausland ausgelöst habe, einige beruhigende Erklärungen abgeben und sich vielleicht direkt an das Ausland wenden würde. Man hätte auch erwartet, daß er mit einigen Worten die österreichische Frage streifen würde. Doch nichts derartiges habe sich ereignet. Der Führer sei nicht der Auffassung gewesen, daß eine Erörterung der Außenpolitik notwendig sei.
Im übrigen ergeht sich der Sonderberichterstatter des Blattes in langen Lobreden über die vorzügliche Disziplin und die Begeisterung der Nationalsozialisten. Er könne, so betont er, noch 10,0 Jah.e leben, ohne jemals die Einzelheiten dieser Massenkundgebung zu vergessen. Das Menschenmaterial, das an der Nürnberger Versammlung beteiligt gewesen sei, habe von Kraft, Disziplin und Lebensfreude gestrotzt, der Berichterstatter selbst wäre unbedingt begeistert gewesen, wenn eine derartige Kundgebung unter einem anderen Himmel und unter anderen Umständen abgehalten worden wäre. Gegenüber den Ausländern seien alle Teilnehmer von einer absoluten Korrektheit gewesen.
In der Hauptsache beschränken sich die Blätter auf die Wiedergabe der Einzelheiten des Nürnberger Schlußtages und heben immer wieder die straffe und strenge Disziplin der Massen hervor.
„Hitlers größter Steg-
Paris, 4. September.
Zum Abschluß des Nürnberger Parteitages schreibt der Sonderberichterstatter des Zntran- figeant, das erwachte junge Deutschland marschiere
jetzt Hand in Hand mit dem alten Deutschland. Diese herrliche Feier habe Hitlers Triumph bestätigt; man müsse erklären, daß viele noch zögernde Elemente jetzt überzeugt seien und sich dem Kanzler angeschlossen haben. Hitler habe in Nürnberg seinen größten Sieg davongetragen.
Unnötige Angstpsychose in Vetgien
Brüssel, 4. September.
Die gesamte belgische Presse widmet drei Tage lang den Telegrammen aus Nürnberg den ersten Platz. Die „Jndependence Belge" gibt zu, daß keinerlei Ausfalle gegen andere Länder vorgekommen sind. In den meisten Blättern wird der Satz aus des Kanzlers Rede: „Deutschland hat es nicht nötig, neue Lorbeeren aus Schlachtfeldern zu suchen" als beruhigende Versicherung hervorgehoben, denn im allgemeinen ist die Angst vor einem angeblichen kriegerischen Unternehmen Deutschlands groß. Das verspürt man auch in den Kommentaren zu Nürnberg. Der „Stan- daard" widmet dieser Angstpsychose einen großen Artikel, in dem es zum Schluß heißt, es sei wahr, daß eine Angstpsychose vor Deutschland und auch etwas vor Italien bestehe. Selbstbe- herrschung, sorgfältige Vermeidung dessen, was zur Panik führen konnte, zusammen mit einer bestimmten klaren Führung der Außenpolitik des unabhängigen Belgiens könne in diesen Tagen für Belgien nicht genug empfohlen werden.
Amerika.
Ncwhork, 8. September.
Die amerikanischen Presse verfolgt den Nürnberger Reichsparteitag weiterhin mit großem Interesse. Die „New Dort-Times" nennt die NSDAP eine Meisterin der Massenpsychologie. Den Zuschauern werde ein Eindruck vermittelt, wie er sogar in Amerika, dem Lande riesiger volkstümlicher Kundgebungen, selten sei. Die übrige Presse bringt keine weiteren Kommentare, tare.
k"1smmutverkekr in 2sklen:
Das grade VerkehrStechnWe Problem der Reichsbahn glänzend gelöst
Ein Interview mit der Rsichsbahndirettion Nürnberg
Nürnberg, 4. September.
(Eigene Meldung)
Nicht ohne Sorgen sahen die beteiligten Stellen dem Riesenaufmarsch zum 5. Reichsparteitog in Nürnberg entgegen, zumal nur wenige Wochen für die Vorbereitungen zur Verfügung standen. Aber diese größte verkehrStechnische Aufgabe, die jemals der Reichsbahn bisher gestellt wurde, ist, das kann man schon am Morgen nach dem Abschlußtage sagen, glänzend gelöst worden.
Der Presieches der Reichsbahndirektion Nürnberg, Reichsbahnoberrat Dr. Geyer, gab uns bereitwilligst über die gigantische Leistung Auskunft. Der Antransport der Sonderzugteilnehmer war am Sonnabendmittag vollkommen beendet. Die rund 340 Züge liefen fast auf die Minute pünktlich ein. Aus dem Hauptbahnhof und den Vorortbahnhöfen wurden rund 350 000 Personen ausgeladen. Die Züge waren zum Teil gewaltig überfüllt, besonders die Sonderzüge aus Thüringen und Sachsen wiesen weit mehr Teilnehmer auf, als ursprünglich angemeldet waren.
Daß der Aufmarschplan in so glänzender Welse abgewickelt werden konnte, ist in erster Linie auf die
hervorragende Disziplin der Teilnehmer
zurückzuführen. Die Sonderzüge, mit einer Mindest- besetzung von 1000 bis 1500 Personen, waren jeweils in fünf bis sieben Minuten entleert. In gleicher Weise vollzog sich auch der Abmarsch vollkommen reibungslos. Bis 10 Uhr vormittags waren bereits 200 Züge, also rund aller, von Nürnberg wieder abgerollt.
Don den 350 000 Teilnehmern fuhren 307 000 bereits wieder ihrer Heimat zu. Vor allem in der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in der Stunde auf den einzelnen Nürnberger Bahnhöfen zehn bis zwölf Züge abgefertigt.
Zu dem bewunderungswürdigen Gelingen der Eisenbahntransporte hat das ausgezeichnete Verhalten der Bahnpolizei und der zur Hilssbahnpolizei herangezogenen SA-Mannschaften wesentlich beigetragen. Sie hatten den Ansturm der Abfahrenden auszuhalten, der neben den Sonderziigcn auch zu den fahrplanmäßigen Zügen einsetzte. Aber auch den Schlachtenbummlern muß bescheinigt werden, daß sie ihrerseits tadellose Disziplin hielten und auch darin mit den Braunhemden zu wetteifern versuchten.
Es muß berücksichtigt werden, daß der gesamte übrige öffentliche Verkehr, der natürlich auch um ein Vielfaches stärker als in normalen Zeiten war, ebenso mitbewältigt werden müßte und daß, wie sich am Montagfrüh herausstellte, auch im Gütcrzugverkehr keinerlei Rückstände oder Verspätungen eingetreten
waren. Der öffentliche Personenverkehr belief sich bis Montag srüh auf 115300 Personen, wovon allein aus den Hauptbahnhof Nürnberg 90 000 entfallen. Insgesamt darf man sagen, daß über eine halbe Million Menschen nur mit der Reichsbahn befördert wurden.
Unschwer kann man sich nach diesen Ziffern vorstellen, welche Arbeitsleistung von dem Personal zu bewältigen war, das natürlich. verdoppelt und verdreifacht werden mußte und für das aus Sicherheitsgründen ausreichende Reserven zur Verfügung zu
stehen hatten. Die schwerste Ausgabe fiel dem Betriebsleiter, Oberbahnrat Maußer, der Reichs- bahndirektion Nürnberg zu, der in voller Selbstaufopferung seit vier Wochen die Vorarbeiten geleitet hat, deren volle Verantwortung auf ihm ruhte. Ein Stab erfahrener Mitarbeiter, vor allem des mittleren und unteren Betriebsdienstes, stand ihm dabei zur Seite. Das gesamte beteiligte Personal setzte seinen ganzen Stolz darein, zum Gelingen des Reichsparteitages beizutragen.
M Stürme und Unruhen ant Cuba
Havanna, 4. September.
Seit Wochen kommt Kuba, die „Perle der Antillen", nicht'zur Ruche. Kaum ist nach der Flucht des Präsidenten Machado eine gewisse Ruhe eingekehrt, die von der neuen Regierung zur Festigung und zum Ausbau ihrer Position benutzt werden sollte, da wird die Insel, vor allem an der Nordküste, von verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht. Und schon sind die Straßen der Hauptstadt Havanna, in denen zerstörte Läden noch von den letzten Unruhen zeugen, Schauplatz erneuter ' Tumulte. Wie zu Beginn der Kämpfe gegen die Regierung Machado, scheinen auch diesmal die Arbeiter der B«r4«Hr»Unternehmungen eine führende Rolle bei diesen Vorgängen zu spielen. In mehreren Vororten Havannas wurden Bahnhöfe, Gleisanlagen und Depots der Eisenbahn zerstört.
Während so die Regierung Tefpedes sich gegen revolutionäre Umtriebe wenden muh, ist sie andererseits damit beschäftigt, die Vergangenheit zu liquidieren. All« Offiziers der Ar««« sind vor ein Kriegsgericht gestellt worden, weil sie die Regierung Machado unterstützt und dabei weder Blutvergießen noch Martern gescheut hätten.. 17 Offiziere, darunter drei Oberste und zwei Kommandeur«, dürsten verurteilt «erden.
Auch andere Inseln der Antillen sind von den Naturkatastrophen heimgesucht worden. Besonders gilt dies von den Bahamainseln, deren' Hauptstadt Nassau aus New Providence nicht, wie man ursprünglich annahm, von d«m Wirbelsturm verschont geblieben ist. Der Sturm, der mit 120 Meilen Stunde «geschwind igkeit über die meist sehr .flächen und schutzlosen Fnseln dahinbräufte, hat auch aus Eleuthera sowie Groß- und Kletn-ALaco schwere Verheerungen angerichtet.
80 Tote und 4Sü Verwundete
Havanna, 4. September.
Aus dem Sturmgebiet werden bis jetzt 80 Todesopfer und 450 Verletzte angemeldet. Die Zuckerfelder haben außerordentlich schwel gelitten. Im Hafen von Sagua la Grande sind acht Schiffe gesunken. Aus Puerta de Lalbarien wird berichtet, daß ein deutscher Dampfer und 14 Küstenfahrzeuge, meist mit Zucker beladen, im Hafen gesunken seien. Viel« kleinere Boote seien vollständig zertrümmert worden.
de Vakers WN keine Republik
Dublin, 4. September de Valera hat in einer Unterredung erklärt, daß er weder jetzt noch in, der nahen Zukunft Wahlen ausschreiben wolle. Auf keinen Fall werde er den Gedanken verfolgen, eine irische Republik zn schaffen, wenn ihm nicht dazu ein besonderes Mandat gegeben werde. Er gibt sich der Hoffnung hin, daß er in allen wichtigen Fragen die Unterstützung der acht Arbeitervertreter im Landtag finden werde, die wegen einiger seiner Pläne letzthin gedroht haben, ihm die Gefolgschaft zu kündigen. In diesem Falle würde die Mehrheit de Valeras auf eine Stimme sinken, wodurch seine Stellung im Landtag, unhaltbar würde. Wie er sich den Blauhemden ODussys nach deren Verschmelzung mit der Neuen Nationalen Partei gegenüber verhalten will, hat ,de Valera nicht ganz klar beantworten können. Er beschränkte sich darauf, zu sagen, daß er keinesfalls ungesetzliche Vorgänge dulden werde. ODusfh teilte mit, daß er die Jugendorganisation der Blauhemden unbedingt aufrechterhalten werde.
Der in IWrnberß
Nürnberg, 3. September
Noch einmal sind Millionen Lichter aufgeflammt und der deutsche Gruß ,^>eil Hitler" leuchtet von den Häusersronten. In den Straßen ist ein unaufhörliches Aus und Ab, das Heer der Kongreßbesucher, daS nun nach dem letzten, unendlich desceligenden, Schlußtage «in paar Stunden der Erholung sucht. Viele von ihnen haben schon znr Heimreise gerüstet, und als die Besucher der Abschlußtagung in der Kongreßhalle in die Stadt zurückkehren, sind die Hitlerjungen schon abgereist. Auch die Amtswalter und, ein Teil der SA-Formationen haben die Heimreise angetreten. Vor allen Bahnhöfen bietet sich ein ähnliches Bild wie bet der Ankunft. Mit klingendem Spiel rücken die blumengei- schmückten Soldaten der Friedensarrnce Adolf Hitlers wieder ab, begleitet von dem Ab- schiedswinken der Nürnberger. Zug auf Zug rollt aus der Halle/ Winke, HeArufe und Tücherschwenken begleiten die Gäste, bis sie den Blicken entschwunden sind.
In den Lokalen der Stadt herrscht noch Betrieb. Wie es möglich war, alle die hunge rigen Münder und durstigen Kehlen zufriedenzustellen, wird wohl ungeklärt bleiben. Festzustellen war jedenfalls, daß alles auch hier, auf das beste klappte dank der Selbstgenügsamkeit und der gewohnten Disziplin, die sich auch außerhalb des Dienstes bei den Freiheitskämpfern bewährte. Es gab eine Unmenge von reizvollen Szenen und lustigen Bildern, es gab aber auch ergreifende Momente, wenn sich alte Freiheitskämpfer, die das Schicksal in die verschiedensten Landesteile verschlagen hatte, plötzlich wiedersahen und alte Erinnerungen aus den Anfängen der Bewegung austauschten.
In allen Teilnehmern aber klingen die erhebenden Stunden, die sie in den Nürnberger Tagen erlebt haben, wieder. Die unvergeßlichen Eindrücke erstanden in den Unterhaltungen aufs. neue.. AnS aller Augen leuchtet die Dankbarkeit, Augen- und Ohrenzeugen dieser Herrlichen Stunden gewesen zu sein.
Es waren nicht nur Stunden der Freude, es waren auch Stunden der Erhebung und der Weihe, durchdrungen von einem tiefen, heiligen Ernst und dem Bewußtsein, daß die erste Schlacht zwar gewonnen, große Aufgaben aber noch zu bewältigen sind.
Daß sie unter der Führung Adolf Hitlers bewältigt werden, war in allen cchS Gewißheit verankert. Gewiß waren die Tage nicht ohne Mühen. Das alles aber nahmen sie freudigen Herzens in Kauf, als sie vor ihwN Führer vorbeimarschierten, als sie ihn sahen und hörten, waren alle Mühen und alle Strapazen vergessen, wurden alle Opfer reichlich belohnt. Die Tage von Nürnberg' geben ihnen neuen Mut und neue Kraft. Längst hat sich die Nacht über die alle Freie Reichsstadt niedergesenkt. Immer aber noch klingen aus der Ferne die Kampflieder des Nationalsozialismus, die in aller Herzen ein freudiges und dankbares Echo hervorrufen.
Der Reichsparteitag 1933 ist zu Ende.
Konimimistersrazria in Duisburg
87 Verhaftungen.
Duisburg, 4. September.
Die zuständigen Stellen stellten fest, daß unter Führung bekannter Funktionäre kommunistischer Unterorganisationen die KPD. Duisburg-Hamborn wieder neu errichtet werden sollten. Am Sonntag vormittag gegen 5 30 Uhr setzte eine bestens durchorganisierte Aktion von Polizei .SA. und Amtswaltern im gesamten Stadtgebiet Duisburg-Harn- born ein. Festgenommen und ins Polizeipräsidium eingeliefert wurden insgesamt 76 Personen, unter ihnen einige berüchtigte Sexualverbrecher. Beschlagnahmt wurden weiterhin eine Anzahl gefährlicher Schriften und Bücher sowie Hieb- und Stichwaffen, Radioapparate und Fahrräder. Auch das Listenmaterial über den Mitgliedsbcstand, Belege und Bücher der „Geschäftsführung" wurden vorgefunden.
Am Sonnabend abend War es der SA bereits gelungen, in Saar elf Kommunisten festzunehmen, die illegale Schriften und Flugblätter hochverräterischen Inhalts verteilten.
ES gebt auswärts!
Wieder ein Kreis arbeitsloscnfrei!
Olpe (Westfalen)', 4. September.
Auch der Kreis Olpe ist jetzt frei von Wohlfahrtserwerbslosen geworden. Diese Tatsache verdient besondere Beachtung, da in diesem Kreis die Industriearbeiter-schaft stark überwiegt.
Lindbergh in Kopenhagen gestartet.
Kopenhagen, 4. September.
Lindbergh ist um 11.14 Uhr (MEA ) gestartet. Ueber das Ziel werdet keine Mitteilungen gemacht, doch soll er angeblich nach Schweden geflogen sein.
Ob das Gerücht über einen Schweden-Flug zutrifft, läßt sich nicht ermitteln, da die Flughafen-Behörde ebenfalls Stillschweigen bewahrt.