Ausgabe 
(5.9.1933) Nr. 238
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Nr. 238 Jahrgang 1SSS

Verlag, Echrlftleituna und SeschöftSstelle: Leeren 88. Sprechstunden der Echrtjlleilung: Montag bis Freilag 12 blS 13 Uhr. Fernsprecher: Roland Nr. 62ö628- Bankkonten: Die Sparkasse in Bremen, Commerz, u Privatbank, Deutsche Anttoquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. Die VNZ erscheint täglich morgens nur am Montag mittags, und kostet monatl. RM. 2.30 etnschliehl. Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich rer Preis um 42 Rps. Zusteügeld. Der Bezugspreis ist tm voraus zu entrichten.

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Vremen. Dienstag, den 5. September 1833 Einzelpreis LS Vis.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; im Textteü RM. 0.7b, auswärts RM. 1.; Stellengesuche RM. 0.06; Familienanzeigen, Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 008; stnstige kleine private Anzeigen bis zu 20 mir, bei Vorauszahlung söhne Rabatt) RM. 0.08. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Anzeigen­schluß 16 Ubr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf die Rückzahlung des Bezugspreises.

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Von der Regierung Dollsuß, die anscheinend sich immer n-och dem Trugschlüsse hingibt, die Interessen des österreichischen Volkes wahr­nehmen zu dürfen, sind wir schon allerhand gewöhnt. Wir sind uns darüber klar, daß die von Herrn Dollsuß, dem man auf der WeltwirtschaftSkonserenz den Spitznamen ,Mcstentasche»-Napoleon" zulegte, getroffenen Maßnahmen gegen die Nationalsozialisten die letzten Zuckungen eines zum Sterben verurteil­ten Systems sind. Genau so wie die national­sozialistischen Kämpfer in Deutschland die Unterdrückungen und Verfolgungen haben über sich ergehen lassen müssen, so nehmen unser« deutschen Brüder in Oesterreich die Knechtung hin.

Wenn aber Herr Dollsuß und mit ihm der Landeshauptmann von Niederösterreich, Rei- ther, iu einer Kundgebung, die am Sonntag in Wien stattfand, behauptet, daß die natio­nalsozialistische Partei in Oesterreich für immer aufgehört habe zu bestehen, so können wir uns über den Optimismus dieser Herren ein Lächeln nicht verkneifen. Genau so, wie in Deutschland nach 14 Jahre langem Kampf die Herrschaft der Minderwertigen be­seitigt werden konnte, so wird auch in Oester­reich in nicht mehr allzu ferner Zeit die Regierung Dollsuß von der Bildfläche ver­schwunden sein und an ihre Stelle eine dem wahren Volkswillen entsprechende Staatsfüh- rung treten. Auch die Drohung des Landes­hauptmanns Reicher, der den Nationalsozia- listen einen Kampf bis aufs Messer ansagt und mit der Todesstrafe droht, wird an dieser Tatsache ebenso wenig rütteln wie die Großmäuligkeit des früheren preu­ßischen Innenministers Severing, der noch wenige Stunden vor seiner Absetzung ver­kündete, er weiche nur der Gewalt.

Und daß die heute noch in Oesterreich regierenden Männer, an ihrer Spitze Herr Dollsuß, bereits ihr Schicksal voraussehen, Khk daraus hervor, daß der heutige Bundes­kanzler sich bereits im AuAand ein Gut gekauft hat, um im gegebenen Moment sich

NSVO.--Mlmn von Marxisten erstochen

C 0 sel <O.-S.), 4. September.

In Mahkirch wurde heute früh der 30ISH- rigr Tischlcrgcsclle Pyrkocz, der der NSBO. angehört, von dem als Marxisten bekannten Strzullik im Verlaufe einer Auseinander­setzung durch einen Messerstich in die Brust getötet. Der Messerstecher wurde verhaftet.

in Sicherheit bringen zu können. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste", das ist das Motto des Herrn Dollsuß. Wir möchten ihm noch empfehlen, bereits heute seine Koffer zu packen, damit er wirklich einmal genuß­reiche Stunden auf seinem neuen Besitztum verleben kann.

Der Führer

dankt der Stadt Nürnberg

Nürnberg, 4. September.

Wie dasNürnberger Acht-Uhr-Blatt" auf Grund einer Unterredung mit dem Frankenführer Gauleiter Streicher meldet, hat Reichskanzler Adolf Hitler versichert, daß er sich über den Ver­lauf des Reichsparteitages ungeheuer gefreut habe, ebenso darüber, daß Nürnberg endgültig die Stadt der Reichsparteitage ist. Er ersucht den Frankenführer, der Nürnberger Bevölkerung seine besondere Anerkennung auszusprechen.Nürnberg als alte Stadt mit seinem wunderbaren Rahmen, den es für große Festlichkeiten bieten kann und dazu das Nürnberger Bolk das alles ist einzig. Sagen Sie dem Frankenvolk meine besten Grüße."

Rudolf Deß

besucht Gauleiter Hofer

Nürnberg, 4. September.

DerVölkische Beobachter" meldet aus Nürnberg: Am Sonnabend abend zu später Stunde besuchte der Stellvertreter des Füh­rers, Pg. Rudolf Heß, den aus Vozen einge- troffcnen Gauleiter Franz Hofer. Pg. Heß verweilte längere Zeit im Zimmer des ver­wundeten Gauleiters und ließ sich von ihm ausführlich über seine Flucht aus dem Jnns- brucker Gefängnis berichten. Zum Schluß wünschte der Stellvertreter des Führers Pg Hofer alles Gutes zur baldigen Wiederge- nesung.

Gauleiter Hofer ließ eS sich nicht nehmen, obwohl er noch nicht in der Lage war, auch nur einen Schritt zu gehen, sich zum großen SA.-Appell im Luitpoldhain und zum Vor­beimarsch vor dem Führer am Adols-Hitler- Platz in Nürnberg transportieren zu lassen. Er nahm, in einem tiefen Stuhl gebettet am «ranzen Verlauf des TageS lebhaften Anteil.

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London, 4. September.

Die Londoner Presse ist gefüllt mit svalten- langen Artikeln über den letzten Tag des Reichs­parteitages, auf dem, wie dieMorning Post" sagt, die vielen eindrucksvollen Feiern ihren Hö­hepunkt in der Begeisterung der Ju­gend fanden. Wenn es auch an eigenen Kom­mentaren der Londoner Presse noch fehlt, so läßt sich doch erkennen, daß die friedliebenden Erklä­rungen des deutschen Reichskanzlers einen star- ken Eindruck gemacht haben. Selbst die libe­raleNews Chronicle", die sonst voller Befürch­tungen über die angeblichen Kriegsgelüste des neuen Deutschland war, gibt fettgedruckt die Auf­fassung wieder, daß Hitler jeden kriegerischen Ehrgeiz ablehne und keinerlei neuen Lorbeer in einem Kriege gewinnen wolle. ImDaily Ex« Preß" wird besondere Anerkennung den national­sozialistischen Sturmabteilungen gezollt. Obwohl sie schon sechs Stunden lang auf dem Marsch gewesen seien, seien sie stramm, einheitlich rhyth­misch marschiert. Ihre Ausrüstung habe sich we­sentlich verbessert und ihre Uniformen seien ta­dellos sauber. Ihr Paradeschritt hätte sich mit den Leistungen der besten Garderegimenter messen können. DieTimes" bringt die Erklä­rungen des Reichskanzlers, in denen er den Ge­danken an einen neuen Krieg ablehnt, wörtlich, und unterstreicht besonders auch seine Ausfüh­rungen über die europäische Aufgabe, die Deutsch, land durch die Niederschlagung des Bolschewis­mus erfüllt habe.

Nur der sozialistischeDaily Herald" muß na­türlich auch bei dieser Gelegenheit einen Grund zum Angriff gegen die Nationalsozialisten finden. Mangels anderen Materials behauptet er nun, daß nach Ansicht einiger englischer Kreise Deutsch­land eine Propaganda gegen die Juden in Eng­land ins Werk setzen werde!

Paris, 4. September.

Am Montag morgen bringt die Pariser Presse spaltenlange Berichte über den Abschluß der Nürnberger Parteitagung und die letzte Rede des Führers. Aber auch heute fehlt es fast gänzlich an eigenen Stellungnahmen.

Das Journal" schreibt, man hätte erwartet, daß Hitler angesichts der Beunruhigung (?), die die riesenhafte Kundgebung im Ausland ausge­löst habe, einige beruhigende Erklärungen ab­geben und sich vielleicht direkt an das Ausland wenden würde. Man hätte auch erwartet, daß er mit einigen Worten die österreichische Frage streifen würde. Doch nichts derartiges habe sich ereignet. Der Führer sei nicht der Auffassung gewesen, daß eine Erörterung der Außenpolitik notwendig sei.

Im übrigen ergeht sich der Sonderberichter­statter des Blattes in langen Lobreden über die vorzügliche Disziplin und die Begeisterung der Nationalsozialisten. Er könne, so betont er, noch 10,0 Jah.e leben, ohne jemals die Einzelheiten dieser Massenkundgebung zu vergessen. Das Menschenmaterial, das an der Nürnberger Ver­sammlung beteiligt gewesen sei, habe von Kraft, Disziplin und Lebensfreude gestrotzt, der Bericht­erstatter selbst wäre unbedingt begeistert gewesen, wenn eine derartige Kundgebung unter einem anderen Himmel und unter anderen Umständen abgehalten worden wäre. Gegenüber den Aus­ländern seien alle Teilnehmer von einer abso­luten Korrektheit gewesen.

In der Hauptsache beschränken sich die Blätter auf die Wiedergabe der Einzelheiten des Nürn­berger Schlußtages und heben immer wieder die straffe und strenge Disziplin der Massen hervor.

Hitlers größter Steg-

Paris, 4. September.

Zum Abschluß des Nürnberger Parteitages schreibt der Sonderberichterstatter des Zntran- figeant, das erwachte junge Deutschland marschiere

jetzt Hand in Hand mit dem alten Deutschland. Diese herrliche Feier habe Hitlers Triumph be­stätigt; man müsse erklären, daß viele noch zö­gernde Elemente jetzt überzeugt seien und sich dem Kanzler angeschlossen haben. Hitler habe in Nürn­berg seinen größten Sieg davongetragen.

Unnötige Angstpsychose in Vetgien

Brüssel, 4. September.

Die gesamte belgische Presse widmet drei Tage lang den Telegrammen aus Nürnberg den ersten Platz. DieJndependence Belge" gibt zu, daß keinerlei Ausfalle gegen andere Länder vorge­kommen sind. In den meisten Blättern wird der Satz aus des Kanzlers Rede:Deutschland hat es nicht nötig, neue Lorbeeren aus Schlacht­feldern zu suchen" als beruhigende Versicherung hervorgehoben, denn im allgemeinen ist die Angst vor einem angeblichen kriegerischen Unternehmen Deutschlands groß. Das verspürt man auch in den Kommentaren zu Nürnberg. DerStan- daard" widmet dieser Angstpsychose einen großen Artikel, in dem es zum Schluß heißt, es sei wahr, daß eine Angstpsychose vor Deutschland und auch etwas vor Italien bestehe. Selbstbe- herrschung, sorgfältige Vermeidung dessen, was zur Panik führen konnte, zusammen mit einer bestimmten klaren Führung der Außenpolitik des unabhängigen Belgiens könne in diesen Tagen für Belgien nicht genug empfohlen werden.

Amerika.

Ncwhork, 8. September.

Die amerikanischen Presse verfolgt den Nürn­berger Reichsparteitag weiterhin mit großem Interesse. DieNew Dort-Times" nennt die NSDAP eine Meisterin der Massenpsychologie. Den Zuschauern werde ein Eindruck vermittelt, wie er sogar in Amerika, dem Lande riesiger volkstümlicher Kundgebungen, selten sei. Die übrige Presse bringt keine weiteren Kommentare, tare.

k"1smmutverkekr in 2sklen:

Das grade VerkehrStechnWe Problem der Reichsbahn glänzend gelöst

Ein Interview mit der Rsichsbahndirettion Nürnberg

Nürnberg, 4. September.

(Eigene Meldung)

Nicht ohne Sorgen sahen die beteiligten Stellen dem Riesenaufmarsch zum 5. Reichsparteitog in Nürnberg entgegen, zumal nur wenige Wochen für die Vorbereitungen zur Verfügung standen. Aber diese größte verkehrStechnische Aufgabe, die jemals der Reichsbahn bisher gestellt wurde, ist, das kann man schon am Morgen nach dem Abschlußtage sagen, glänzend gelöst worden.

Der Presieches der Reichsbahndirektion Nürnberg, Reichsbahnoberrat Dr. Geyer, gab uns bereit­willigst über die gigantische Leistung Auskunft. Der Antransport der Sonderzugteilnehmer war am Sonnabendmittag vollkommen beendet. Die rund 340 Züge liefen fast auf die Minute pünktlich ein. Aus dem Hauptbahnhof und den Vorortbahnhöfen wurden rund 350 000 Personen ausgeladen. Die Züge waren zum Teil gewaltig überfüllt, besonders die Sonderzüge aus Thüringen und Sachsen wiesen weit mehr Teilnehmer auf, als ursprünglich angemeldet waren.

Daß der Aufmarschplan in so glänzender Welse abgewickelt werden konnte, ist in erster Linie auf die

hervorragende Disziplin der Teilnehmer

zurückzuführen. Die Sonderzüge, mit einer Mindest- besetzung von 1000 bis 1500 Personen, waren jeweils in fünf bis sieben Minuten entleert. In gleicher Weise vollzog sich auch der Abmarsch vollkommen rei­bungslos. Bis 10 Uhr vormittags waren bereits 200 Züge, also rund aller, von Nürnberg wieder ab­gerollt.

Don den 350 000 Teilnehmern fuhren 307 000 bereits wieder ihrer Heimat zu. Vor allem in der Nacht von Sonntag auf Montag wurden in der Stunde auf den einzelnen Nürnberger Bahnhöfen zehn bis zwölf Züge abgefertigt.

Zu dem bewunderungswürdigen Gelingen der Eisenbahntransporte hat das ausgezeichnete Ver­halten der Bahnpolizei und der zur Hilssbahnpolizei herangezogenen SA-Mannschaften wesentlich bei­getragen. Sie hatten den Ansturm der Abfahrenden auszuhalten, der neben den Sonderziigcn auch zu den fahrplanmäßigen Zügen einsetzte. Aber auch den Schlachtenbummlern muß bescheinigt werden, daß sie ihrerseits tadellose Disziplin hielten und auch darin mit den Braunhemden zu wetteifern ver­suchten.

Es muß berücksichtigt werden, daß der gesamte übrige öffentliche Verkehr, der natürlich auch um ein Vielfaches stärker als in normalen Zeiten war, eben­so mitbewältigt werden müßte und daß, wie sich am Montagfrüh herausstellte, auch im Gütcrzugverkehr keinerlei Rückstände oder Verspätungen eingetreten

waren. Der öffentliche Personenverkehr belief sich bis Montag srüh auf 115300 Personen, wovon allein aus den Hauptbahnhof Nürnberg 90 000 entfallen. Ins­gesamt darf man sagen, daß über eine halbe Million Menschen nur mit der Reichsbahn befördert wurden.

Unschwer kann man sich nach diesen Ziffern vor­stellen, welche Arbeitsleistung von dem Personal zu bewältigen war, das natürlich. verdoppelt und ver­dreifacht werden mußte und für das aus Sicherheits­gründen ausreichende Reserven zur Verfügung zu

stehen hatten. Die schwerste Ausgabe fiel dem Be­triebsleiter, Oberbahnrat Maußer, der Reichs- bahndirektion Nürnberg zu, der in voller Selbstauf­opferung seit vier Wochen die Vorarbeiten geleitet hat, deren volle Verantwortung auf ihm ruhte. Ein Stab erfahrener Mitarbeiter, vor allem des mitt­leren und unteren Betriebsdienstes, stand ihm dabei zur Seite. Das gesamte beteiligte Personal setzte seinen ganzen Stolz darein, zum Gelingen des Reichsparteitages beizutragen.

M Stürme und Unruhen ant Cuba

Havanna, 4. September.

Seit Wochen kommt Kuba, diePerle der An­tillen", nicht'zur Ruche. Kaum ist nach der Flucht des Präsidenten Machado eine gewisse Ruhe ein­gekehrt, die von der neuen Regierung zur Festi­gung und zum Ausbau ihrer Position benutzt wer­den sollte, da wird die Insel, vor allem an der Nordküste, von verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht. Und schon sind die Straßen der Haupt­stadt Havanna, in denen zerstörte Läden noch von den letzten Unruhen zeugen, Schauplatz erneuter ' Tumulte. Wie zu Beginn der Kämpfe gegen die Regierung Machado, scheinen auch diesmal die Arbeiter der B«r4«Hr»Unternehmungen eine füh­rende Rolle bei diesen Vorgängen zu spielen. In mehreren Vororten Havannas wurden Bahnhöfe, Gleisanlagen und Depots der Eisenbahn zerstört.

Während so die Regierung Tefpedes sich gegen revolutionäre Umtriebe wenden muh, ist sie an­dererseits damit beschäftigt, die Vergangenheit zu liquidieren. All« Offiziers der Ar««« sind vor ein Kriegsgericht gestellt worden, weil sie die Regie­rung Machado unterstützt und dabei weder Blut­vergießen noch Martern gescheut hätten.. 17 Offi­ziere, darunter drei Oberste und zwei Komman­deur«, dürsten verurteilt «erden.

Auch andere Inseln der Antillen sind von den Naturkatastrophen heimgesucht worden. Besonders gilt dies von den Bahamainseln, deren' Haupt­stadt Nassau aus New Providence nicht, wie man ursprünglich annahm, von d«m Wirbelsturm ver­schont geblieben ist. Der Sturm, der mit 120 Mei­len Stunde «geschwind igkeit über die meist sehr .flächen und schutzlosen Fnseln dahinbräufte, hat auch aus Eleuthera sowie Groß- und Kletn-ALaco schwere Verheerungen angerichtet.

80 Tote und 4Sü Verwundete

Havanna, 4. September.

Aus dem Sturmgebiet werden bis jetzt 80 To­desopfer und 450 Verletzte angemeldet. Die Zucker­felder haben außerordentlich schwel gelitten. Im Hafen von Sagua la Grande sind acht Schiffe ge­sunken. Aus Puerta de Lalbarien wird berichtet, daß ein deutscher Dampfer und 14 Küstenfahr­zeuge, meist mit Zucker beladen, im Hafen gesun­ken seien. Viel« kleinere Boote seien vollstän­dig zertrümmert worden.

de Vakers WN keine Republik

Dublin, 4. September de Valera hat in einer Unterredung er­klärt, daß er weder jetzt noch in, der nahen Zukunft Wahlen ausschreiben wolle. Auf keinen Fall werde er den Gedanken verfolgen, eine irische Republik zn schaffen, wenn ihm nicht dazu ein besonderes Mandat gegeben werde. Er gibt sich der Hoffnung hin, daß er in allen wichtigen Fragen die Unterstützung der acht Arbeitervertreter im Landtag finden werde, die wegen einiger seiner Pläne letzthin gedroht haben, ihm die Gefolgschaft zu kün­digen. In diesem Falle würde die Mehrheit de Valeras auf eine Stimme sinken, wodurch seine Stellung im Landtag, unhaltbar würde. Wie er sich den Blauhemden ODussys nach deren Verschmelzung mit der Neuen Natio­nalen Partei gegenüber verhalten will, hat ,de Valera nicht ganz klar beantworten können. Er beschränkte sich darauf, zu sagen, daß er keinesfalls ungesetzliche Vorgänge dulden werde. ODusfh teilte mit, daß er die Ju­gendorganisation der Blauhemden unbedingt aufrechterhalten werde.

Der in IWrnberß

Nürnberg, 3. September

Noch einmal sind Millionen Lichter auf­geflammt und der deutsche Gruß ,^>eil Hit­ler" leuchtet von den Häusersronten. In den Straßen ist ein unaufhörliches Aus und Ab, das Heer der Kongreßbesucher, daS nun nach dem letzten, unendlich desceligenden, Schluß­tage «in paar Stunden der Erholung sucht. Viele von ihnen haben schon znr Heimreise gerüstet, und als die Besucher der Abschluß­tagung in der Kongreßhalle in die Stadt zurückkehren, sind die Hitlerjungen schon ab­gereist. Auch die Amtswalter und, ein Teil der SA-Formationen haben die Heimreise angetreten. Vor allen Bahnhöfen bietet sich ein ähnliches Bild wie bet der Ankunft. Mit klingendem Spiel rücken die blumengei- schmückten Soldaten der Friedensarrnce Adolf Hitlers wieder ab, begleitet von dem Ab- schiedswinken der Nürnberger. Zug auf Zug rollt aus der Halle/ Winke, HeArufe und Tücherschwenken begleiten die Gäste, bis sie den Blicken entschwunden sind.

In den Lokalen der Stadt herrscht noch Betrieb. Wie es möglich war, alle die hunge rigen Münder und durstigen Kehlen zufrieden­zustellen, wird wohl ungeklärt bleiben. Fest­zustellen war jedenfalls, daß alles auch hier, auf das beste klappte dank der Selbstgenüg­samkeit und der gewohnten Disziplin, die sich auch außerhalb des Dienstes bei den Freiheitskämpfern bewährte. Es gab eine Unmenge von reizvollen Szenen und lustigen Bildern, es gab aber auch ergreifende Momente, wenn sich alte Freiheitskämp­fer, die das Schicksal in die verschiedensten Landesteile verschlagen hatte, plötzlich wie­dersahen und alte Erinnerungen aus den Anfängen der Bewegung austauschten.

In allen Teilnehmern aber klingen die erhebenden Stunden, die sie in den Nürn­berger Tagen erlebt haben, wieder. Die un­vergeßlichen Eindrücke erstanden in den Unter­haltungen aufs. neue.. AnS aller Augen leuchtet die Dankbarkeit, Augen- und Ohren­zeugen dieser Herrlichen Stunden gewesen zu sein.

Es waren nicht nur Stunden der Freude, es waren auch Stunden der Erhebung und der Weihe, durchdrungen von einem tiefen, heiligen Ernst und dem Bewußt­sein, daß die erste Schlacht zwar gewonnen, große Aufgaben aber noch zu bewältigen sind.

Daß sie unter der Führung Adolf Hitlers bewältigt werden, war in allen cchS Gewiß­heit verankert. Gewiß waren die Tage nicht ohne Mühen. Das alles aber nahmen sie freudigen Herzens in Kauf, als sie vor ihwN Führer vorbeimarschierten, als sie ihn sahen und hörten, waren alle Mühen und alle Strapazen vergessen, wurden alle Opfer reich­lich belohnt. Die Tage von Nürnberg' geben ihnen neuen Mut und neue Kraft. Längst hat sich die Nacht über die alle Freie Reichs­stadt niedergesenkt. Immer aber noch klingen aus der Ferne die Kampflieder des National­sozialismus, die in aller Herzen ein freu­diges und dankbares Echo hervorrufen.

Der Reichsparteitag 1933 ist zu Ende.

Konimimistersrazria in Duisburg

87 Verhaftungen.

Duisburg, 4. September.

Die zuständigen Stellen stellten fest, daß unter Führung bekannter Funktionäre kom­munistischer Unterorganisationen die KPD. Duisburg-Hamborn wieder neu errichtet wer­den sollten. Am Sonntag vormittag gegen 5 30 Uhr setzte eine bestens durchorganisierte Aktion von Polizei .SA. und Amtswaltern im gesamten Stadtgebiet Duisburg-Harn- born ein. Festgenommen und ins Polizei­präsidium eingeliefert wurden insgesamt 76 Personen, unter ihnen einige berüchtigte Sexualverbrecher. Beschlagnahmt wurden weiterhin eine Anzahl gefährlicher Schriften und Bücher sowie Hieb- und Stichwaffen, Radioapparate und Fahrräder. Auch das Listenmaterial über den Mitgliedsbcstand, Belege und Bücher derGeschäftsführung" wurden vorgefunden.

Am Sonnabend abend War es der SA be­reits gelungen, in Saar elf Kommunisten fest­zunehmen, die illegale Schriften und Flug­blätter hochverräterischen Inhalts verteilten.

ES gebt auswärts!

Wieder ein Kreis arbeitsloscnfrei!

Olpe (Westfalen)', 4. September.

Auch der Kreis Olpe ist jetzt frei von Wohlfahrtserwerbslosen geworden. Diese Tatsache verdient besondere Beachtung, da in diesem Kreis die Industriearbeiter-schaft stark überwiegt.

Lindbergh in Kopenhagen gestartet.

Kopenhagen, 4. September.

Lindbergh ist um 11.14 Uhr (MEA ) ge­startet. Ueber das Ziel werdet keine Mittei­lungen gemacht, doch soll er angeblich nach Schweden geflogen sein.

Ob das Gerücht über einen Schweden-Flug zutrifft, läßt sich nicht ermitteln, da die Flug­hafen-Behörde ebenfalls Stillschweigen be­wahrt.