Ausgabe 
(3.9.1933) Nr. 236
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Bremen. SonMag. den 3. September 1S3S EMzeweeis rs vts

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Das Wunder von Mrnber

See Nationalsozialismus und das Judentum

Nürnberg, 2. September

Reichsmintster Dr. Goebbels, der mit stür­mischem Beifall empfangen wurde hielt auf dem Parteikongreß am Sonnabend folgend« hochbodeut» sam« Rede:

Die nationalsozialistische Revolution ist ein ty­pisch deutsches Erzeugnis. In ihrem Umfang und in ihrer historischen Tragweite kann sie nur mit den ganz großen Vorgängen in der Geschichte der Völker verglichen werden. Es wäre falsch und würde zu irrtümlichen Schlußfolgerungen führen, wollte man dies« Revolution in unmittelbaren Vergleich zu anderen, ähnlich gelagerten Umwäl­zungen der jüngsten europäischen Vergangenheit stellen. Sie hat mit ihnen nur den Impuls, den Elan und vielfach auch die Methcden gemeinsam, wenn auch hier schon mit einigen Einschränkungen. Ganz aber find ihr« Beweggründe, ihre Ursachen und deshalb naturgemäß auch ihre näheren und weiteren Ziele. Sie ist ohne Krieg und ohne No­vemberrevolution wenigstens in diesem Tempo und in dieser Durchschlagskraft gar nicht denkbar. An ihrer Wiege stand der Dersailler Un­friedensvertrag. Not, Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und Verfall gaben ihr auf ihrem wechselvollen, durch alle Höhen und Tiefen füh­rendem Wege das Geleit. Die Demokratie, die in einen überspitzten und heute grotesk anmuten­den Parlamentarismus ihr« letzte und ihr« sinn­gemäße Ausdrucksform fand, gab das Tummelfeld ab, auf dem die nationalsozialistische Bewegung zur Macht emporstieg. Oft genug haben, wir es ^ in den Jahren der Opposition betont, daß wir uns zwar ihrer Waffen bedienen und ihre Spiel­regeln in Anspruch nehmen, uns damit aber kei­neswegs geistig oder politisch mit ihr verbrüderten. Im Gegenteil: vielmehr, um sie auf dies« Weise wirksamer zu Fall zu bringen und ihre theoreti­schen und politischen Inhalte aus dem deutschen Gemeinschaftsleben endgültig auszuschalten.

Der Nationalsozialismus ist als Sinn wie als Realität die bewußte Gegenwehr gegen die Aus­wüchse des Liberalismus.

Die deutsche Demokratie war immer eine beson­dere Spielart des europäischen Liberalismus. Er kam dem uns innewohnenden Hang nach über­steigertem Individualismus weitestgehend ent­gegen, und so hat die deutsche Demokratie beson­ders in den Jahren nach dem Kriege fast jeden Zu­sammenhalt mit dem Leben der realen Politik verloren. Sie. wurde damit vollkommen voIks - fremd. Wenn der Nationalsozialismus diesem Zustand der schwebenden Krise geistiger, wirtschaft­licher und politischer Art ein Ende machte, so konnte er nur das, weil er das Volk wieder zur Selbstbesinnung zurückführte und ein« Form der politifchen Idee und Organisation fand, die der Art lull» dem Charakter der deutschen Nation ent­sprachen. Der Nationalsozialismus ist somit eine ausgesprochene deutsche Erscheinung. Er kann nur aus deutschen Umständen und Beweggründen er­klärt werden.

Wenn aus eine Idee, dann paßt auf ihn das Wort, das Mussolini einmal vom Faschismus sagte, ex ist kein Exportartikel, und trotzdem ist die nationaloszialistische Revolution ein Ereignis, das die ganze Welt angeht, ganz abgesehen da­von, daß die Lösung der deutschen Frage im In­nern nicht ohne Folgen für die kommende euro­päische Konstellation sein kann.

Die Tatsache, daß in Deutschland die Demokratie durch ein neues Autoritätsbswußtsein abgelöst wurde, daß der Liberalismus unter den Schlägen der nationalen Erhebung zusammenbrach, daß parlamentarischer und Parteienstaat für uns über­

wundene Begriff« wurden, ist für die ganze Deutschland umgebende liberale Welt ein Signal. In den vergangenen drei Jahren hat es sich er­wiesen, daß die Kraft einer neuen Jddee stärker war, als das Beharrungsvermögen einer über­fälligen Weltanschauung, selbst , wenn sie sich zu ihrer Verteidigung des Staatsapparates bedienen und damit die amtlichen Machtmittel einsetzen konnte.

Eine neue Idee hat sich in Deutschland auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens durchgesetzt. Der Gleichheitswahn, der in den politischen Parteien seine krasseste Form gefunden hatt«, wurde zer­trümmert. Das Prinzip der Persönlichkeit stieg auf über den Massen.un.sinn. Aus schweren und schmerzvollen Geburtskämpfen erhob sich die ge­eint« deutsche Nation. Es war weiter gar nicht verwunderlich, daß die Nutznießer des Parlamentarismus in dem Augenblick, da sie den Nationalsozialismus und seine Machtstellung als unabänderlich erkannten, ihr« Zelte in Deutsch­land abbrachen, um das Fell» ihrer Tätigkeit au­ßerhalb unserer Grenzen zu suchen. Sie haben

damit allerdings Deutschland nicht endgültig auf­gegeben. Sie glauben, daß ihre Stunde zwar fernliegt, aber das sie einmal noch wieder kommen wird. Nichts lassen sie unversucht, dem Reich, dem sie innorpolitisch keinen Schaden mehr zufügen können, außenpolitisch Schwierigkeiten zu machen. Ja, die Pazifisten vom Scheitel bis zur Sohle scheuen sich nicht, in den ausländischen Blättern, die sich nicht zu gut dazu sind, ihnen ihre Spalten zur Verfügung zu stellen, zum blutigen Kriege gegen Deutschland zu hetzen. Man kann diesen ganzen Tatsachenbestand nicht verstehen und deu­ten, wenn man nicht die Rassen- bezw. die Iuden- frag« als eine seiner hervorstechendsten Bestand- teile einer besonderen Beachtung würdigt. Auch die Regierung der nationalsozialistischen Revo­lution konnte nicht teilnahmslos an ihr vorbei­gehen. Wenn die Gesetze, die von ihr erlassen wur­den, im Auslande einer harten und vielfach un­gerechten Kritik unterworfen werden, wenn sich vor allem das internationale Judentum selbst zum Wortführer im Kampfe dagegen macht, so soll es dabei nicht vergessen, daß

die Regelung der Iudenkeage die loyalste Art -er LSluag war

Oder hätte etwa die Regierung dem Grundsatz der Demokratie und der Souverenität der Mehr­heit folgen und das dem Volke überlassen sollen? Es gab niemals in der Geschichte eine Revolution, die sich unblutiger, disziplinierter und geordneter abgespielt hätte als die unsrige.

Wenn wir die Judenfrage praktisch zu regeln versuchten und damit das Ra ssenpr ob le in in unserem Staate zum ersten Male für ganz Europa gesetzmäßig in Angriff nahmen, so folgten wir hierin nur dem Zuge der Zeit.. Dabei ist die Abwehr der jüdischen Gefahr nur ein Teil unseres Planes und unseres Zieles;, wenn sie in der Weltdiskussion über den Nationalsozialismus zum einzigen und. hauptausschlagebenden Thema erhoben wurde, >so liegt das nicht , an uns, son­dern am Judentum selbst. Es hat ver­sucht, die Welt gegen uns mobil zu machen, im­mer in der heimlich genährten Hoffnung, das verloren gegangene Terrain zurückerobern zu können. Diese Hoffnung allerdings ist nicht nur trügerisch, sie birgt auch für das Judentum eine Reihe von schwerwiegenden und bedrohlichen Ge­fahren in sich, denn es konnte nicht vermieden werden, daß bei Ausrottung dieses Problems nicht nur sein Wider, sondern auch sein Für in der ganzen . Welt zur Debatte gestellt wurde und damit die Diskussion selbst einen Umfang an­nahm, der in der schweren und weiteren Zukunft für die ganze jüdische Rasse äußerst unangenehme Folgen nach sich ziehen kann.

Die Wesensverschiedenheit der beiden Rassen hat vor allem in den unruhigen Zeiten der No­vemberjahre zu immer sich wiederholenden Explo­sionen geführt. Solange das Judentum seine Stärke in der Anonymität sah, lief es kaum eine Gefahr. In dem Augenblick, da es diese Anony­mität verließ, war das Problem seiner Rasse und seiner Bestimmung akut und forderte eine, wie auch immer geartete Lösung. Das ist durchaus nicht andern, als machten wir den Juden zum alleinigen Hauptschuldigen an der deutschen Gei­stes- und Wirtschaftskatastrophe.

Wir kennen alle die andere» Ursachen, die zum Zerfall unseres Volkes führten, aber wir haben

auch den Mut, seine Rolle in diesem Prozeß zu erkennen und beim Name» zu nennen.

Zwar war es zu gewissen Zeiten schwer, das dem Volk begreiflich zu machen, denn die öffent­liche Meinung lag ausschließlich in seiner Hand.

Auf einer'Berliner Bühne, die von Juden ge­leitet wurde, fegte man einen Stahlhelm mit den Worten:Dreck, weg damit", auf den Keh­richthaufen. Der Jude Gumbel nannte die Toten des Kriegesauf dem Felde der Unehre Gefalle­nen". Der Jude Lessing verglich Hindenburg mit. dem Massenmörder Harrmann; der Jude Polier bezeichnete das Heldentum als das !Dümmst« der Ideale". Der Jude Arnold Zweig sprach vom deutschen Volk als einemPack, dem man die Stirne zeigen müsse", von der viehischen Gewalt des ewigen Boche und derNation von Zeitungslesern, von Stimmvieh, Eeschäftsmachern, Mördern, Abrückern, Operettenliebhabern und Amtskadavern".

Ist es da verwunderlich, daß die deutsche Re­volution auch eine Abschüttelung dieses uner­träglichen Jochs mit sich brachte? Nimmt man noch hinzu die Ueberfremdung des deutschen Gei­steslebens durch das internationale Judentum, sein Ueberwuchern der deutschen Justiz, die schließ­lich dahin führte, daß in der Reichshauptstadt jeder fünfte Jurist ein Deutscher war, die Durch­setzung der Aerzteschaft, die Vorherrschaft in den Universitätslehrkörpern, kurz und gut, die Tat­sache, daß fast alle geistigen Berufe ausschlag­gebend von Juden bestimmt wurden, so wird man zugeben müßen, daß kein Volk von Selbst­achtung solches auf die Dauer ertragen hätte.

Es war nur ein Akt der deutschen Wiederbesin- nung, daß die Regierung der nationalsozialisti­schen Revolution auch auf diesem Gebiete Wan­del schuf.

Im Auslande ist man sich vielfach über die eigentlichen Ursachen der deutschen Judengesetz­gebung im Unklaren. Am überzeugendsten wirken hier die Zahlen. Man braucht nur den Prozent­satz des Judentums an unserem Richter-, Aerzte-, (Fortsetzung auf Seite 2)

Das VoNSsest in Nürnberg

Nürnberg, 2. September.

Nach der ernsten Parlettagarbeit und den feierlichen Massenkundgebungen der voraus­gegangenen Tage war am Sonnabend abend Nürnbergs große Festwiese der Schauplatz fröhlichen Treibens. Ein Volksfest tm besten Sinne des Wortes wurde hier gefeiert. Die Nürnberger Bevölkerung mischte sich hier mit den eigentlichen Parteitagsteilnehmern und bekundete ihre enge Verbundenheit mit der Bewegung, deren Tagung zu beherbergen der Stolz der Nürnberger ist. ^ .

Die gewaltigen Dimensionen dieses Festes machten die Tatsache augenfällig,

daß in diesen Tagen daS alte Nürnberg zu einer Millionenstadt geworden ist.

Es beherbergt mindestens eine Million Par- teitagsgäste. Im weiten Ring um denFest- platz sind acht Biwaks eingerichtet als Wdhn- stätten der einzelnen Landmannschaften aus dem Reiche. 15 starke Musikkapellen sind auf den Platz verteilt. Die Musiker der verschie­denen Standarten wetteifern miteinander bet Fackelbeleuchtung. Sie hatten ein dank­bares Publikum, das seiner Begeisterung lauten Ausdruck gab. Außer den Fackeln der Musikkapellen gab es noch andere Flam- menzeichen, die Lagerfeuer, um die an ver­schiedenen Stellen die Hitler-Jugend sang und spielte.

. Lachen und Gesang war überall das Kenn­zeichen dieses Festes der Massen. Als sich der Rundfunkreporter mit seinem Fackelträger- gefolge mühsam einen Weg durch die Masten bahnte, gab es noch eine besondere Freude. Die vielen Parteitagspilger aus dem Reiche erbaten und erhielten die Möglichkeit, den daheimgebliebenen Mannsleuten auf den Wellen des Rundfunks ihre Grüße zu senden. Da rief es in Sprechchören:Heil Masurenl* Heil Hamburg!"Heil Leipzig!" und so fort. Die Rufe bewiesen noch einmal, daß auf dem Nürnberger Parteitag das ganze Deutschland vertreten ist.

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Seinen grandiosen Abschluß fqzid das Volksfest in einem Feuerwerk, wie es bisher in solcher Größe noch nicht gesehen worden ist. Es dehnte sich über drei Quadratkilo­meter aus. 5000 schwere Raketen, Leucht­kugeln und Bomben sausten zischend empor. Der dunkle Abendhimmel wurde zu einem Feuermeer verwandelt. Dazu erdröhnte die Luft von den gewaltigen Detonation n der mächtigen Bomben, die bis zu 25 Pfund schwer, aus großen auf Betonunterlage mon­tierten Rohren abgeschossen wurden. Der Wettergott hatte die Peranstaltung dadurch begünstigt, daß im Gegensatz zu den meisten anderen Reichsgebieten in Nürnberg am Sonnabend abend kein Regenwölkchen sich zeigte.

Das Riesenfeuerwerk war tatsächlich daS größte der ganzen Welt, größer als das ge­waltige Feuerwerk auf dem Tempelhofe'' Feld am 1. Mai und bedeutend größer als die in Nordamerika zum Befreiungstage veranstalteten, die bisher als Rekordleistun­gen galten. Die Feuertöpfe, die Lichtspielen, die römische Lichterfront weckten neben den Bomben- und Raketenschüssen immer neuen Jubel, der sich noch steigerte, als durch elek­trische Fernzündung gleichzeitig drei Wasserfälle" jeder 350 Meter lang ihre blendende Weiße Pracht entfalteten.

Der ^uimarsck 6er ISO000 Amtswalter

Nürnberg, 2. Eept.

Der Vormittag des vierten Tages deS Reichs­parteitages stano im Zeichen des Appells der Amtswalter auf der Zeppclinwiese am Dutzend­teich. Schon in den frühen Morgenstunden mar­schierten die braunen Kolonnen, die sich aau- weise unter Vorantritt der Fahnen sammelten, in zwei großen Marschkolonnen über die Stra­ßen deS Triumphes zur Zeppelinwiese. Die Gaue traten in Zehnerreihen an und hielten eine vorbildlicheOrdnung. Keiner der brau­nen Männer war ohne Blumenschmuck.

Mit klingendem Spiel zogen die Säulen der Freiheitskämpfer durch die Straßen, von allen Seiten mit Jubel überschüttet. Das Aufmarsch­feld, die Zeppelinwiese, war kilometerweit ab-

esperrt. Dem Gelände konnten sich nur die Jn-

aber von Karten nähern. So konnte der Aus- marsch reibungslos vonstatten gehen.

Zwischen den einzelnen Säulen war ein Ab­schnitt für die

rund 11000 Fahnen

freigelassen, die einmarschierten, als auf die Mi­nute pünktlich der Anmarsch der Amtswalter be­endet war. Das riesenhafte Feld, angefüllt mit der braunen Heerschau und umrahmt von den 60 000 Menschen auf den Tribünen, bot einen herrlichen Anblick.

Wenige Minuten nach 10 Uhr wird durch die Lautsprecher das Kommando gegebenAchtung", Amtswalter, stillgestanden!" Der Präsentier- marsch erklingt. Stürmische Heilrufe. Der Füh­rer betritt die Festwiese und schreitet durch die Reihen der Amtswalter. Vor der Tribüne er- stattet Dr .Ley Meldung von dem Aufmarsch der 180 000 Amtswalter. Dann schreitet der Führer die Reihen der Kriegsbeschädigten ab.- Der Be- fehkshaber der Riesenkundgebung, der Danziaer Propagandasenator Batzer, bringt ein dreifaches Hitler-Heil auf den Führer aus. Unter den Klän­gen des Badenweiler Marsches erfolgt der Ein­zug der mehr als 10 000 Fahnen.

Dann nimmt ctsr I-uftrer Uns Wort

Parteigenossen! Amtswalter der Politischen Organisation! Viele von Ihnen blicken nunmehr auf einen jahrelangen harten Kampf zurück. Das Ergebnis unseres Ringens steht heute sichtbar vor uns. Die nationalsozialistische Partei ist der Staat geworden, und ihre Führer sind heute die vor der Geschichte verantwortlichen Leiter des deutschen Reiches. Damit erhält die Partei der Opposition von einst nunmehr die Aufgabe der Erziehung des deutschen Menschen zum Bürger dieses neuen Staates.

Sie, meine Amtswalter, sind vor Gott und un­serer Gcscksichte dafür verantwortlich, daß durch diese politische Erziehung der deutschen Menschen zu einem Volk, zu einer Idee, zu einer Willens­äußerung niemals wieder ein November 1918 in der deutschen Geschichte möglich wird.

In 14 Jahren hatte unser Volk Gelegenheit, am eigenen Leibe zu spüren und damit kennen zu lernen, welchen Unsegen die U n e i n i g k e i t bringt, was vom Kampfe der Klassen und Stände, der Berufe, der Konfessionen, der Stämme und der Länder untereinander für das deutsche Volk zu erwarten ist. 14 Jahre haben uns gezeigt, welches das Ende sein würde, wenn dieser Wahnwitz der Selbstzerfleischung länger andauern würde. Wir wollen daraus lernen, und wir haben daraus gelernt. Anstelle der 50 und 100 Fähnchen in unserem Volk hat sich siegend eine Fahne erhoben, ein Symbol (Heilrufe). Was uns jahrelang als Traumbild vorschwebte, ist Wirklichkeit geworden,

das Symbol der Klasseneinigung des deut­schen Volkes ist das Symbol des neuen Reiches geworden

und damit Panier des deutschen Volkes. Wir haben nunmehr die Aufgabe, eine eherne Form zu bilden, die jeden Deutschen in sich aufnimmt und mit ihrem Geist erfüllt. An dem Tage, an dem wir endgültig die Macht übernommen hat­ten, da war noch nicht das ganze deutsche Volk durch die Schule unserer Erziehung gegangen. Aber keiner von uns dachte damals, daß etwa mit der bloßen Machtübernahme die Mission der Bewegung ihr Ende gefunden hatte. Wir alle wußten, daß es galt, auch das, was noch nicht zu unS gehört, für uns zu gewinnen.

Wir wußten weiter, daß das, was begonnen wurde, nur Bestand haben kann, wenn man immer aufs neue darum kämpft.

Was du ererbt von deinen Vatern hast, er­wirb es, um es zu besitzen!" Dieser Grundsatz muß mit ehernen Lettern eingezeichnet werden in die Tradition unserer Bewegung.

Denn der kostbarste Besitz auf dieser Welt ist das eigene Volk. Um dieses Volk wollen wir ringen und wollen wir kämpfen, niemals er- iahmen und niemals ermüden, niemals verzagen

und niemals verzweifeln. Was Jahrtausende vor uns bestand, wird auch die kommenden Jahrtau­sende bestehen können.

Sie sind als Träger der politischen Organisation verpflichtet, jene Führer-Hierarchie zu bilden, die wie ein Fels unerschütterlich im Getriebe des Lebens unseres Volkes steht. Es ist Ihre Pflicht, dafür -zu sorgen, daß jeder Deutsche, gleich welchen Stammes und welcher Herkunft er sein mag, durch diese weltanschaulich-politische Schule, deren Repräsentanten Sie sind, hierdurch geführt wird.

Wir wissen, daß unsere Gegner heute noch die stille Hoffnung haben, vielleicht durch Zer­setzung erreichen zu können, was sie durch Putsche und Revolten niemals wieder erreichen werden. Wir haben dem einen Riegel vorge­schoben. Die Art unserer Organisation, die keine Abstimmungen kennt und keine Wahlen, oie nur Autorität, Disziplin, Verantwortung und Unter­ordnung kennt, diese Art unserer Organisation verhindert dies, daß irgend jemand hoffen kann, sie jemals zu zersetzen. Wir haben den Schlüssel gefunden, der für alle Zukunft den Feinden un­seres Volkes das Tor versperren wird. Wir müssen daher diese Prinzipien als ewi^ gültige hochhalten und müssen dabei durch die Kern­truppe unserer Weltanschauungsoroanisation, durch die Partei, durch den Führerstab das Bei­spiel geben, daß kein Deutscher glaubt; etwas

Außerordentliches zu tun, wenn er das tut, was der Bewegung zu tun heilige Pflicht ist.

Je mehr unser Volk von dieser Bewegung ge­formt und getragen wird, um so mehr rückt sie in den Mittelpunkt der allgemeinen Betrachtung. Alle Blicke konzentrieren sich auf sie. Sie muß sich dessen bewußt sein und insbesondere müssen ihre Führer diese hohe Ehre, aber auch diese un­erhörte Verpflichtung, die darin liegt, begreifen.

Die Bewegung wird der ganzen Nation vor­bildlich vorangehen, so daß wir nicht nur die Führung besitzen, weil wir die Macht haben, son­dern daß wir die Macht haben, weil wir zu Recht die Führung sind. (Heilrufe.)

In wenigen Tagen werden Sie wieder in das Leben des Alltags und damit in den Kampf der Bewegung zurückgekehrt sein. Die große Tagung ist dann beendet. Der Kampf beginnt wieder. Wir sind eine junge Bewegung und wissen, daß nichts in 14 Jahren vollendet sein kann. Wir bauen auf die Zeit und rechnen mit langen Etappen. So wie wir uns heute hier getrossen haben, werden wir uns in zwei Jahren und wie­der in vier und in sechs Jahren treffen. Und so wird diese Bewegung. sich in 20, in 80 und in 100 Jahren treffen bis in alle Zukunft (Stür­mische Heilrufe).

Wir haben ein Samenkorn in unser Volk ge­sät, das ewige Früchte tragen soll und niemals zu vergehen bestimmt ist, wenn nicht das deutsche

Volk wieder in Uneinigkeit verfallen soll und da­mit in Schwäche und Tod.

So wollen wir denn heute mit dem Gelöbnis auseinandergehen, die Prinzipien, die Gedanken und Ideen härter und schärfer als bisher zu ver­treten, mutig und tapfer zu sein, ausdauernd und zähe, so daß, wenn wir uns in zwei Jahren wie­dersehen, wir zurückblicken können auf eine Zeit fruchtbarer und erfolgreicher Arbeit. Die aber, die dann immer stärker diese Bewegung vor sich sehen werden, werden dann einsehen, daß sie alle Hoffnung begraben müssen, diese Bewegung und das deutsche Volk noch einmal zerstören zu können.

Der Führer schloß seine Rede unter unge­heurem Jubel mit dem Ruf: Es lebe unsere Be­wegung, es lebe unser deutsches Volk, es lebe unser deutsches Reich! Siegheil! Sieghcil! Sieg­heil!

Die Musik intonierte das Deutschlandlied, in das eine Viertelmillion Menschen begeistert ein­fiel. Dann trat der Führer der Deutschen Ar­beitsfront,

Dr.

zum Gedenken der Toten vor das Mikrophon:

Wir gedenken der Toten unserer Bewegung. Sie starben für unsere herrliche Idee, für un­seren Führer Adolf Hitler. Sie starben für Deutschland."

Die Fahnen senkten sich, die Musik spielteIch hatt' einen Kameraden", während die Hundert- tausende ergriffen die Arme zum Himmel reckten.

Dr. Ley sprach dann das Gelöbnis der Amts­walter.

Die Herzen auf, laßt Freude herein über den herrlichen Sieg, Freude über das Erwachen der Deutschen. Dankbar wollen wir sein, unendlich dankbar dem Schicksal, daß wir den größten Teil aller Frciheitskämpfe für unsere unübertreff­liche Nation führen durften. Vor allem aber, Schicksal, danken wir Dir, daß Du uns in schwer­ster Zeit den herrlichen Führer geschenkt hast. Laßt wehen die Fahnen und tragt die Freude hinaus in die deutschen Lande. Alles, was wir heute empfinden, wollen wir zusammenfassen in dem Ruf: Unsere herrliche Bewegung und ihr Führer Sieg-Heil!"

Erneut brausen Jubelstürme über das gewaltige sonnenübevstrcchlte und fahnendurch- wehte Kid, wieder fliegen die Arme gen Himmel und aus Tausend und Abertausend Kehlen steigt der Frei-Heitsäng des Horst-Wessel-Liedes emvor Dann verläßt der Führer die Tribüne, auf den, ganzen Wege vom Festgelände von immer neuen Ovationen und Jubelstürmen überschüttet. Im Auto stehend fuhr er die Straße des Triumphe? entlang, immer wieder für die Huldigungen dankend. Ein weiterer Abschnitt in den großen Tagen Nürnbergs hat damit sein Ende gefunden.