ik. 23S. Jahrgang 1933
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Veemen. Sonnabend, der? 2. September M33 EmzeSveeis !5 Vtg.
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kür d!s kirüskert des Volkes
Sie Welt blickt aus Meubera
Gewaltige Huldigungen für den Führer des neuen Deutschlands
See Kongreß -es Sieges
Nürnberg, 1. September. Freitagvormittag ist draußen vor den Dorer der Stadt Nürnberg, nahe dem Auf. marsch gelände, in der Luitpolthalle, der Parteikongreß als der Kongreß des Sie- tzeS in Anwesenheit des Führers und seiner .Getreuen feierlich in würdigem Rahmen er- öffnet worden. Dreißigtausend Menschen fül- len die langgestreckten Hallen; dte braunen Uniformen überwiegen; Ueber der Eingangs- Pforte in silberner Schrift der Leitspruch des Parteitages: „Für dte Einigkeit des Volkes, für die Stärke des Reiches!'" Helle Baldachine wölben sich unter dem Dach. Mit Blumenschmuck und Tannengrün sind die rot- umkleideten und mit silbernen Adlern versehenen Seitenpfeiler durchsetzt. Die Absperrung smannschafteu der SS versehen den Saaldienst. Die zahlreichen Photographen und Filmoperateure haben für ihre Aufnahmen eine besondere Tribüne bekommen, sie sind schon lange vor der Eröffnung bei oer Arbeit.
An der dem Eingang gegenüberliegenden Seite befindet stch auf erhöhter Tribüne der Platz des Führers; zur Linken hat: Stabschef Röl'^ seinen Sitz, während recht vom Führer der stellvertretende Parteiführer Heß seinen Platz hat, weiter sämtliche Gauleiter und viele Ehrengäste. Unten vor dem Rednerpult haben mit Vizekanzler von Papen inzwischen sämtliche Mitglieder des Reichskabinetts Platz genommen. Staats sekre- tär Meißner, die Reichsstatthalter, die Spitzen der Reichs-, Staats- und Landesbehörden, Vertreter des Heeres und der Reichsmarine, Reichsbankpräsident Dr. Schacht und viele, viele andere. Auch die Angehörigen der Gefallenen der Bewegung sieht man unter den Ehrengästen.
Ungeheurer und endloser Jubel brach los, als der Führer mit Ministerpräsident Göring, Reichsminister Dr. Goebbels und all den anderen die Halle betreten und sich zu ihren Plätzen begeben.
Nunmehr sind um den Führer fast alle seine Getreuen aus dem ganzen Reiche ohne Ausnahme versammelt; alles in allem eine erhebende Kundgebung innerer Zusammen^ Hörigkeit unter dem Zeichen des Hakenkreuzes.
Nach einem Trompetensignal halten die Standarten, fast hundert an der Zahl, ehrfurchtsvoll begrüßt, ihren Einzug. Sie bauen sich hinter dem Orchester zu einem breiten roten Band auf, das weithin über den langgestreckten Saal leuchtet. Das nationalsozialistische Reichssinfonieorchester, verstärkt durch das Nürnberger Frankenorchester, insgesamt über 150 Mann unter dem Dirigenten Franz Adam, setzt mit dem Vorspiel zu den Meistersingern ein.
Dann erfüllten die machtvollen Klänge des Niederländischen Dankgebets die Halle. Es ist wahrlich ein Dank.gebet, ein Dank dem Herrn, der der Bewegung den Sieg gegeben hat und den man bittet, ihr auch fernerhin seinen Beistand zu leisten.
Als die Begeisterung, mit dem der Führer Adolf Hitler begrüßt wurde, sich gelegt batte, nahm der stellvertretende Führer
Ruäolk HsL
das Wort zu seiner Eröffnungsrede. Er begann mit folgenden Worten:
„Ich eröffne den Kongreß des 5. Parteitages der NSDAP, des ersten Parteitages nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus. Ich eröffne den Kongreß des Sieges; allen voran stelle ich das Gedenken unserer Toten. Ich bitte Sie, ihnen zur Ehre, sich von Ihren Plätzen zu erheben."
T.r Stabschef gedachte der über 4ÜVÜÜ SA- und SS-Männer, die in ihrer Liebe zu Deutschland verwundet wurden, und verlas sodann unter leisem Trommelwirbel die Namen der Hunderte von Toten, die für die nationalsozialistische Erhebung, ermordet, von Reaktion, Reichsbanner und Rotsront starben- Hinter dem Stabschef steht ein SS-Fah- nenträger mit der Blutsahnc vom 9. November 1923. Nachdem der Stabschef geendet, trat ein SA-Mann vor und rief: „Sie marschieren im Geist in unseren Reihen mit!"
Dann fuhr Pg. Heß fort: „Ich begrüße ehr- furchtsvoll die als Ehrengäste unter uns weilenden Angehörigen der Gefallenen der Be
wegung. Ich be grüße die Ehrengäste der Nationalsozialistischen Partei und die Kämpfer der Nationalsozialistischen Partei." — Der stellvertretende Führer begrüßte dann die Re- gierungSvertreter und vor allem auch die Vertreter des Faschismus.
Die Tatsache, daß zwei Hervorragende Führer der faschistischen Partei nach Nürnberg abgeordnet wurden, werten wir als neuerlichen Beweis der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden großen Bewegungen Deutschlands und Italiens. Die Freundschaft ist bestimmt durch die Gemeinsamkeit der Grundlage ihrer Ideen und Handlungen: Des gesunden Menschenverstandes. Ich möchte den Nationalsozialismus und den Faschismus geradezu als den in politische Formen gegossenen gesunden Menschenverstand ' bezeichnen. Damit ist auch begründet, das gemeinsame Interesse an der Erhaltung des Friedens. Denn wäre es mit dem gesunden Menschenverstand vereinbar, wenn Völker, die in friedlichem Aufbau Leistungen vollbringen, welche die übrige Welt in Staunen versetzen, den Krieg wünschten? Nein! Sie können nur eins wünschen, daß sie Sicherheit erhalten gegenüber solchen Staaten, in denen der gesunde Menschenverstand offensichtlich noch nicht regiert.
Welch eine Wandlung gegenüber den früheren Kongressen der NSDAP. Die vergangenen Kongresse waren Kongresse der schärften Verneiner des damaligen Staates.
Dieser Kongreß ist der Kongreß der
leidenschaftlichsten Bejaher des neuen Staates.
Einst bauten die Kongreßteilnehmer eine gesunde, kraftvolle und daher siegreiche Bewegung unter der Führung Adolf Hitlers aus. Die Tatsache, daß die Mehrzahl der gleichen Männer unter der gleichen Führung den neuen Staat bauen, gibt uns die Gewißheit, daß auch er gesund und kraftvoll sein wird. Er w' d umso gesunder sein, je mehr das Volk hinter ihm steht. Und niemand im In- und Auslande, der Anspruch erhebt, ernst genommen zu werden, bezweifelt, daß unserVolk hinter diesem Staate steht.
Dieser Kongreß ist somit als die modernste Volksvertretung zu bezeichnen, so wie das heutige Deutschland die modernste Demokratie der Well darstellt, deren Führung, im Volke wurzelnd, getragen durch das Vertrauen der
Mehrheit des Volles, sich das Recht zur Füh- rung aus eigener Kraft erworben hat, chr einem Ausleseprozeß, der anstelle der toten Zahl da' Leistungsprinzip setzt, im Hinblick auf die Befähigung zu führen.
Mein Führer! Sie waren uns als Führer der Partei der Garant des Sieges. Wenn andere wankten, blieben Sie aufrecht. Wenn andere zum Kompromiß rieten, blieben Sie unbeugsam. Wenn andere den Mut sinken ließen, verbreiteten Sie neuen Mut. Wenn andere von uns gingen, ergriffen Sie die Fahne entschlossener denn je. Bis die Fahne als Fahne des Staates den Sieg kündete. Und wieder tragen Sie die Fahne voran. Als Führer der Nation sind Sie uns der Garant des Endsieges.
Wir grüßen den Führer und in ihm die Zu- kunft der Nation. Stimmen Sie mit mir ein in den Ruf:
Adolf Hitler und Deutschlands Zukunft Sieg. Heil!
Qsulsitsi Julius Ltroicder
hielt dann eine kurze Begrüßungsrede. Er sprach von dem großen deutschen Wunder, das geschehen sei, seit die Nationalsozialisten das letzte Mal in Nürnberg tagten. Während die ersten Reichsparteitage noch unter den Augen volksfeindlicher Machthaber vor sich gehen mußten und unter oem Terror des Untermenschentums marschierten, marschieren morgen die braunen Bataillone in deutscher Freiheit durch die Frankenstadt. Die Freiheit herbeizuführen, ist uns durch den von unS geführten Kampf gelungen. Die Treue, mit der wir alten Nationalsozialisten den Führer begleitet haben, so sagte Streicher, hat uns den Segen des Himmels gebracht.
Der Gauleiter dankte dann für die hohe Ehre,
die der Stadt Nürnberg mit der E r nen nung zur Stadt des Reichsparteitages zuteil werde und gelobte, daß das fränkische Volk des neuen Deutschlands durch unverbrüchliche Gefolgschaftstreue m Not und Gefahr zu seinem Kanzler stehen werde. Der Redner schloß mit dem begeistert aufgenommenen Ruf „Es lebe der Führer, es lebe das deutsche Voll!"
Der Vizesekretär der Faschistischen Partei, Exz. Professor Marpicati, dankt in italienischer Sprache kurz für die Einladung zum Kongreß und die Uebermittlnng der Grüße und hob die enge Verbindung zwischen der nationalsozialistischen und der faschistischen Weltanschauung hervor. Er schloß mit dem von der Versammlung bei der Übersetzung mit herzlichem Beifall aufgenommenen Ruf: „Heil Hitler! Heil Mussolini!"
Dann folgte
die Verlesung -er Proklamation des Führers
durch den bayerischen Innenminister Wagner.
Als im Jahre 1919 die nationalsozialistische Bewegung ins Leben gerufen wurde, um an die Stelle der marxistisch-demokratischen Republik ein neues Reich zu setzen, schien dieses Unterfangen eine aussichtslose Torheit zu sein. Es waren gerade die klügelnden Verstandesmenschen, die dank der oberflächlichen geschichtlichen Bildung für einen solchen Versuch höchstens ein mitleidiges Lächeln aufzubringen vermochten.
Daß Deutschland schlimmen Zeiten entgegenging, hatten die meisten von ihnen sehr Wohl erkannt. Daß die Machthaber des November- staates teils zu schlecht und teils auch zu unfähig waren, um unser Volk erfolgreich führen zu können, hatte der Großteil der sogenannten nationalen Intelligenz innerlich begriffen. Allein, daß die Ueberwindung dieses neuen Regiments nicht mit den Kräften erfolgen konnte, die seit 50 Jahren vor dem Angriff des Marxismus dauernd zurückgewichen waren, um endlich in der Stunde der höchsten Not jammervoll vor ihm zu kapitulieren, wurde nicht erkannt. Vielleicht lag es auch mit im Wesen
der Persönlichen Ueberalterung der früheren nationalen politischen Führung der Nation.
Sie konnten und wollten die Zeiträume nicht anerkennen, die nötig sind zur Wiederherstellung der Kraft des Volkes.
Das schied uns Nationalsozialrsten von der bürgerlichen intellektuellen Welt, daß wir klar
Die Stadt dss LeiLLsxaiteitsZes xranZt im klsgßsLSLkmuek
die Voraussetzungen für eine Ueberwindung des Marxismus erkannten und darnach auch handelten. Die erste Voraussetzung aber ergab sich aus der Erkenntnis, daß man eine Macht, die gewillt ist, mit Terror den Geist zu töten, nicht richt, in der frommen Meinung, durch Geist allein den Terror überwinden zu können. Die Anwendung nur geistiger Kampfmethoden hat solange einen Sinn, als alle Teile des Volles sich bereitwillig den Resultaten eines solchen geistigen Ringens unterordnen.
In dem Moment aber, in dem der Marxismus die Parole in die Massen schleuderte „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein", wurde ein Fanstrecht Proklamiert, dem der Geist sich entweder mit gleichen Waffen widersetzt oder feinen Einfluß verliert und damit geschichtlich belanglos wird.
Es ist ein Trugschluß zu glauben, daß man mit Parteigebilden, die jahrzehntelang mit mehr oder weniger kläglichen geistigen Waffen gefochten hatten, nun Plötzlich heroische Taten würde vollbringen können.
ES ist dies auch der Grund, weshalb man bei alten und abgestandenen Organisationen niemals denken darf, eine neue Führung könnte mit ihnen ganz andere Taten vollbringen. Im Gegenteil, jeder Versuch, den bürgerlichen Parteien eine ihnen nicht arteigene Führung zu geben, muß zum Zwiespalt zwischen Leitung und Anhängern führen. Die Auseinandersetzung mit dem Marxismus erforderte daher von Anfang eine Organisation, die ihrem ganzen Wesen nach für diesen Kamps erzogen und damit geeignet war. DaS aber braucht« seine erforderliche Zeit.
Indem der Nationalsozialismus seinen Appell zur Bildung einer neuen Bewegung an die breite Mäste unseres Volkes richtete, mußte er aber den erst wenigen gewonnenen Menschen suggestiv den Glauben einbrennen, einst die Retter des Vaterlandes zu werden. Menschen, die ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herkunft nach meist nur einen untergeordneten, ja nicht selten gedrückten Rang einnahmen, mußten politisch die
Ueberzeugung erhalten, dereinst die Führung der Nation zu repräsentieren. Die bürgerliche Well fand stets nur Spott und Hohn für
unsere Methode, der kleinen Bewegung den, wie man meinte, überheblichen Größenwahn einzupflanzen, einst das Deutsche Reich zu führen. Und doch war der fanatische Glaube an den Sieg der Bewegung die Voraussetzung für jeden wirk
lichen späteren Erfolg. Unsere Massenversammlungen dienten nicht nur der Gewinnung neuer Anhänger, sondern vor allem der Festigung und moralischen Stärkung der schon Gewonnenen.
Daher sind auch die Parteitage der nationalsozialistischen Bewegung nie zu vergleichen gewesen mit jenen Zänkereien streitsüchtiger Parlamentarier, Partei- und Gewerkschaftssekretäre, die den Parteitagen anderer Organisationen ihren Stempel ausprägten.
Der Sinn der nationalsozialistischen Parteitage
war:
1. Dem Führer der Bewegung die Möglichkeit zu bieten, zur gesamten Parteiführung wieder persönlich in Beziehung zu treten.
2. Die Parteigenossen erneut mit ihrer Führung zu verbinden.
3. Alle gemeinsam in der Zuversicht des Sieges zu stärken.
4. Die großen Impulse geistiger und Psychologischer Art für die Fortführung des Kampfes zu geben.
Nach einem kurzen Ueberblick über die bisherigen Parteitage sagt der Führer weiter u. a.:
Um in der Bewegung das Gefühl für die ehrwürdigen Traditionen unseres Kampfes zu erwecken, werden wir für alle Zukunft die ReichS- parteitage an dieser Stelle feiern.
So sind Sie, wie wir, gerufen worden zum
5. Reichsparteitag der NSDAP und damit zum ersten im neuen Deutschen Reich. Ein Wunder hat sich in Deutschland vollzogen.
Die nationalsozialistische Revolution hat den Staat des Verrates und des Meineides überwältigt und an seine Stelle gesetzt wieder ein Reich von Ehre, Treue und Anständigkeit. Uns allen aber ist das große Glück zuteil geworden, daß wir diese Revolution nicht ausführen mußten als Führer der „geschichtlichen Minderheit" gegen die Mehrheit der deutschen Nation.
Wir sind froh entlastet, daß sich das deutsche Volk am Ende unseres Ringens schon vor der Wende des Schicksals in seiner überwiegenden Mehrheit zu unseren Prinzipien erkannt hat. So wurde es möglich, daß eine der größten Umwälzungen fast ohne jedes Blutvergießen verwirklicht werden konnte. Daß heute die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes in treuer Verbundenheit mit dem neuen Regiment zu uns steht, empfinden wir alle als besondere« Glück.
Nie mtttomMsrialiftische Bewegung ist das deutsche Reich, der deutsche Staat geworden
Nicht nur die Wiedergewinnung der äußeren Freiheit erfordert das freudige Mitgehen der Masse, auch die wirtschaftlichen Probleme sind nicht zu lösen, wenn es nicht gelingt, die Maßnahmen der Regierung vom Vertrauen des gesamten Volkes tragen zu lassen.
Es gab zu Beginn dieses Jahres Wochen, in denen wir haarscharf am Rande des bolschewistischen Chaos vorbeigekommen sind. Der rapide Absturz im letzten Winter schien sich zu einem vollkommenen Verfall ausdehnen zu wollen.
Wenn der Faschismus als beispielgebende geschichtliche Tat die Rettung des italienischen Volkes vollbrachte, dann hat der Nationalsozialismus die Erfüllung der gleichen Mission im deutschen Volk übernommen. Wir werden daher aber auch nicht dulden, daß die Träger der früheren
Zerstörung unseres Volkes durch ihre ewig negative Tätigkeit der Zersetzung das deutsche Volk weiterhin willenlos oder auch nur unsicher machen in einer Zeit, in der sein ganzer Will» mithelfen muß, die Katastrophe zu vermeiden, die Krise zu überwinden. Es wird daher eine der wichtigsten Ausgaben der Bewegung sein, diesen Zerstörern der Widerstandskraft unseres Volkes einen unerbittlichen Kamps anzusagen und durchzuführen bis zu ihrer völligen Vernichtung oder Unterwerfung. Angesichts der internationalen Verbreitung der hauptsächlichsten Formente dieser Dekomposition und der daraus resultierenden besonderen Gefahren für Deutschland werden wir um so mehr dafür sorgen müssen, aus dem Inneren unseres Volkes den Geist des Zweifels wü den der Zaghaftigkeit oder den des Sich gehenlastens restlos auszutreiben. Nur wenn das