Nr. 234. Jahrgang 1933
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Vremen Frettag, der? 1. September >938 Emzelvreis lS vtg.
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WMrkMmMÄaWMe Zeitung
DLs2La»Mode Oraarr des Gerr«rts der Treierr Bremers.
Das Iittrreffe des A«Äa«deS
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Mailand, 81. August
D« Nürnberger Parteitag findet in der gesamten italienischen Press« größte» Interesse. Die Morgenblätter bringen — meist auf den Titelblättern — spaltenlange Berichte mit sämtlichen Einzelheiten der Vorbereitungen und des Programms sowie der ersten Eröffnungsfeierlichkeiten.
Rewyork, 81. August
Der Nürnberger Parteitag der NSDAP. zieht auch hier die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf sich. „Newyork Times" bringt z. V. ein« länger« Schilderung der Eröffnungsfeier in Nürnberg und führt als Beweis des allgemeinen Interesses für diese gewaltig« Kundgebung an, daß über 1000 Pressevertreter aus allen Weltteilen in der Pegnitzstadt versammelt sind.
Lnglsnä
London, 31. August.
Ueber den nationalsozialistischen Reichsparteitag in Nürnberg wird in der ganzen Presse berichtet. Daily Telegraph schreibt von einem neuen Triumph für Hitler und sagt in einer Nürnberger Meldung, als vor 10 Jahren Hitler und sein« Anhänger nach Nürnberg kamen, seien sie verhaßt gewesen: gestern seien sie triumphierend zurückgekehrt und hätten einen begeisterten Willkomm erhalten.
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Paris, 31. August.
Die Pariser Presse zeigt lebhaftes Interesse für die Nürnberger Parteitagung der Nationalsozialistischen Partei. Die Blätter bringen ausführliche Berichte über den Auftakt dieser Massenkundgebung. ohne jedoch schon jetzt irgendwelche eigene Betrachtungen daran zu knüpfen.
VolnMs Provokation
Schneidemühl, 31. August.
Heute mittag gegen 1.45 Uhr überflog ein polnischer Doppeldecker aus Richtung Deutsch-Usch kommend den Bahnhof und die Regierungögebäude in Schneidemühl Und bog über Koschütz in östlicher Richtung wie- der zur polnischen Grenze ab. Das mit mittlerer Geschwindigkeit und in niedriger Höhe fliegende Flugzeug wurde einwandfrei als polnisches Flugzeug mit dem rotweißen Hoheitsabzeichen erkannt.
Geheimdrritkerei der K.V.D. aufgehoben
Verhaftung führender Funktionäre
Hamburg, 31. August
Das Kommando z. b. V. hat In der vergangenen Nacht einen wichtigen Betrieb für Herstellung und Versand von kommunistischen Hetzschriften ausge- hoben. Sechs führende Funktionäre wurden fest- genomlnen. Außerdem wurden fünf Personen wegen illegaler kommunistischer Betätigung und Unterschlagung, zwei wegen Aufforderung zum Mord an einem SA-Mann verhaftet- 15 weitere Personen wurden in Schutzhaft genommen, vier davon wegen Beiseiteschasfung von Waffen früherer kommunistischer Organisationen.
Die illegale Rcichsleitung der internationalen Seemannshilfe, die im Bezirk Wasserkante den Einheitsverband der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer neu organisiert hat, ist bei einer Geheim- versammlung aufgehoben worden. Vier Personen wurden festgenommen. Es wurden umfangreiches Aktenmaterial und kassierte Gelder beschlagnahmt. Die Spuren führen weiter nach Cuxhaven, Lübeck, Kiel und Bremen.
Haussuchung bei den Deutschnationalen in Sämig
Danzig, 31. August.
Wie die Polizei mitteilt, sind in letzter Zeit wiederholt konkrete Mitteilungen an das Polizeipräsidium gelangt, aus denen unzweifelhaft hervorgeht, daß die deutschnationale Volkspartei in Danzig, bzw. deren Vertreter und Anhänger eine immer stärker werdende Propagandatätigkeit entfalten, um den Erfolg gesetzlicher und behördlicher Anordnungen zu vereiteln und zu schmälern in der Absicht, die Interessen des Staates zu schädigen. Diese positiven Mitteilungen wurden noch durch die Oppositionsstellung, die der Abgeordnete Dr. Ziehm im Bolkstage anläßlich der Beratung über die Aufhebung der Immunität des sozialdemokratischen Abgeordneten Brill einnahm und gegen die aus verfassungsrechtlichen Gründen nichts unternommen werden kann, noch besonders unterstrichen.
Aus diesem Grunde hat sich der stellvertretende Polizeipräsident von Darsen unter strengster Wahrung der verfassungsmäßig festgelegten Richtlinien genötigt gesehen, eine Durchsuchung des Parteibüros der deutschnationalen Volkspartei, sowie der Wohnungen einzelner Parteigänger zum Zwecke der Beschaffung von Beweis- material anzuordnen. Die politische Polizei ist augenblicklich mit der weiteren Klärung der Angelegenheit beschäftigt.
Sie FeMimWW Neigt in Mrnberg von Minnke zu Minute
Ein StiMMimsSbikd twm ReiOSKMettag
(Drahtbericht unseres am Reichsparteitag in Nürnberg teilnehmenden HauptschristleiterS.)
In der Ebronik der nationalsozialistischen Bewegung bilden die ReichSparteitage schon seit Jahren einen Mythos deutscher revolutionärer Umschichtung über die nickt nur hinweggedacht werden kann, denn sie find das geworden, was sie bezwecken sollten.
Dürfen die Massen-Demonstratio- nen dieses Volkes, das aus tausend Wunden blutet und auseinander zu fallen droht, konnte dieses Volk durch die Treue und Zähigkeit dieser Hunderttausend hier Demonstrierender vor dem Untergang gerettet und neuen Höhen entgegengeführt werden.
So sind die Reichsparteitage der NSDAP. in den Jahren 1923 in München, 1926 in Weimar, 1927, 1929, 1933 in Mrnberg ein überzeugender Barometer für die Rückkehr und Neuaeburt der gesunden Kräfte in dem deutschen Volkskörper geworden. Hier wirkte jede Ankündigung einer kommenden deutschen Volksgemeinschaft banal, denn sie war und blieb hart. Gruppen von Arbeitern, Studenten, Bauern und alle sonstigen Berufsarten gingen unter in einem Braun, einer Form und einem Glauben, und jeder dieser Parteitage steigerte das alles, den Glauben, hie Gemeinschaft und die Massen; ungebeugt und zuknnftsfroh kamen sie wieder zusammen, die alten und die neuen Kämpfer mit verschlissenen Fahnen und Narben am Körper, neuen Gedanken und neuen Weges.
Jedesmal, wenn sie dann wieder hinausgingen in den Kamps, trugen sie heilige Güter von dieser Stätte höchster Begeisterung inS Volk, bis über Deutschland das Banner
der Freiheit wehte, der Hoffnung der Jugend und des Alters und der deutsche Adler seine Schwingen wieder ausbreitete.
' . '
Die nationalsozialistische Bewegung hat manchen Reichsparteitag erlebt, und Wohl jedesmal geglaubt, den Höhepunkt der Begeisterung und der Massenbeteiligung erreicht zu haben. Wie sehr sie sich aber darin getäuscht hat, zeigt uns Nürnberg im August 1933. Das ist mehr als ein Höhepunkt:
Das ist ein Wunder!
Es gab noch niemals in Deutschland eine Stadt, die sich so festlich und reich geschmückt hat wie Nürnberg in diesen Tagen. Die Häuser find völlig bedeckt mit Guirlanden, Blumen und Fahnen. Fahnen, wohin man blickt, und zwar die Fahnen des neuen und nicht des alten wilhelminischen Deutschland.
Auf den Straßen zogen Menschenmassen, die schon am Mittwochabend förmlich die Stadt zu verstopfen drohten, wenn nicht wieder die Polizei, SA und SS Platz geschaffen nud den Verkehr in geradezu mustergültiger Weise geregelt hätte.
Ueberall finden sich alte Kämpfer aus heißen Kampfestagen,
die Mund und Augen vor Freude aufreißen, um sich dann die Hände zu schütteln, wie damals nach Saal- und Straßenschlachten, nach Prozessen, Gefängnis oder Krankenhaus.
Das waren nun einmal die schönsten Tage des KampseS gewesen, die in dieser Huldigung Nürnbergs an die vielen Pioniere des 3. Reiches zu einem großen Dankesfeft geworden sind.
Ungeheuerlich laufen die Sonderzüge ein. Aus den Portalen des Hauptbahnhofes schiebt sich ein Zehntausend nach dem anderen, um mit -wehenden Fahnen und schmetternder Militär- musik in daS Stadtinnere einzurücken.
Während ich diese Zeilen schreibe, läuft der Sonoerzug der Bremer Nationalsozialisten ein. In ihren Augen, wie in denen aller Ankommenden daS gleiche Feuer und dieselbe herrliche Begeisterung.
JndenKongreßsälen wickelt sich heute
eine Sondertagnng nach der anderen ab. Da tagten die Propaganda- und die Kassenverwaltnng, die Juristen, die Aerzte, Landwirte, Lehrer, Betriebszellen, Organi- sationSleiter der Kriegsopfer, Kommunalbe- amten, Polizei, Ingenieure, Ausländsdeutsche, Studenten, Leiter der BesuchSamter und die
Aufbau
Vor d«N Führer-'und Stabschef- Quartier finden sich unübersehbar« Men- schenmasfen ein, um einen Moment zu erhäschen, wo der Führer und der Stabschef ihr Automobil besteigen, um unter einem endlosen Jubel, der sich die ganzen Straßen entlang fortpflanzt, zu irgendeiner Besprechung oder Besichtigung zu fahren, denn die letzten Vorbereitungen zu dem gewaltigsten aller deutschen Aufmärsche sind abgeschlossen.
Auf allen Plätzen erklingt deutsche Mili- tärprnsik, die Begeisterung steigt ins Gigantische, reißt alles mit und kündet — die Nürnberger Kirchenglocken am Mittwochabend — den Anbrnch eines neuen deutschen Reiches.
See KeiÄMäiWM verleiht Va. Göring den Charakter als General -er Infanterie
Zn Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in Krieg und Frieden von Vlomberg rmn Generaloberst ernannt
Berlin, 31. August — Amtlich wird mitgeteilt:
Der Herr Reichspräsident hat mit Wirkung vom heutigen Tage den Herrn Reichswehr minister, General der Infanterie von Blomberg, zum Generaloberst befördert.
Er hat ferner im Rahmen anderer Beförderungen den preußischen Ministerpräsidenten und Hauptmann a. D., Göring, Ritter des Ponr le mirite, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in Krieg und Frieden den Charakter als General der Infanterie verliehen, mit der Berechtigung zum Tragen der Uniform des Reichsheeres.
Generaloberst von Blomberg.
Der durch den Reichspräsidenten zum Generaloberst beförderte ReichSwehrmmister Freiherr von Blomberg ist 1878 in Stargard geboren; er trat nach der Ausbildung im Kadettenkorps als Leutnant 1897 in das 73. Füselier-Regiment ein. Nach rund siebenjähriger Tätigkeit bei der Truppe wurde Herr von Blomberg in die Kriegsakademie berufen und 1908 dann in den Großen Generalstab versetzt. Während des Krieges war er in der Hauptsache im Generalstab tätig und erhielt damals den „Pour I« Merits".
Nach dem Kriege wurde Herr von Blomberg zunächst Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando V in Stuttgart, aber schon 1921 wurde er in das Reichswehrministerium berufen, wo er zunächst als Abteilungsleiter und dann als Chef des Truppenamtes tätig war. 1928 wurde Herr von Blomberg zum Generalmajor befördert und im folgenden Jahre erhielt er den wichtigen Posten des Befehlshabers für den Wehrkreis I (Ostpreußen). Unter gleichzeitiger Ernennung zum General der Infanterie wurde Herr von Blomberg am 30. Januar d. I. zum Reichswehrminister bestellt.
Ministerpräsident General der Infanterie Hermann Göring.
Ministerpräsident Hermann Göring hat eine recht interessante militärische Vergangenheit. Sein Vater hatte die Kriege 1866 und 1870/71 als Jägeroffizier mitgemacht. Später war er Ministerresident in Deutfch-Südwestafrika, das er im Auftrage Bismarcks für das Deutsche Reich erwarb. Sein Sohn Hermann, geboren am 12. Januar 1893 in Rosenheim in Bayern, ist nicht weniger der . geborene Soldat. Mit 15 Jahren kommt Hermann Göring ins Kadettenkorps, zunächst in Karlsruhe, dann in Lichterfelde. Bei der Entlassung in Lichterfekde fällt sein Lehrer über ihn folgendes Urteil: „Ein famoser Kerl, allerdings schwierig, aber der geborene Revolutionär". Das Kadettenkorps verläßt er, mit der höchsten Auszeichnung, nämlich mit des Kaisers Belobigung. Im Infanterieregiment 112 (Prinz Wilhelm) in Mül- hausen erhält er die Achselstücke.. Bei der Mobilmachung geht der 2ljährige Leutnant sofort ins Feld. In zahlreichen Gefechten bewies er seinen Mut.bis zur Tollkühnheit. Einmal läßt Göring Infanterie aufsitzen und sie mit Lanzen zur Patrouille bewaffnen. Im entscheidenden Augenblick vor dem Feinde weiß daS berittene Fußvolk mit -den .Lanzen nicht umzugehen. — Da gibt Göring den Befehl, die-Lanzen
nach alter Germanenart als Speere zu schleudern — und die feindlich« Patrouille wendet sich geschlagen in die Flucht. Der „Revolutionär" stieß das Exerzierreglement einfach um.
Sein alter Kriegskamerad ist Loerzer, der zu einem Fliegerkursus abkommandiert ist, während Göring im Freiburger Lazarett an heftigem Gelenkrheuma liegt. Loerzer, der ihn besucht, schlägt ihm vor, als sein Beobachter an die Front zu kommen. Der Kommandeur versagt Göring die Genehmigung. Da wird Göring Flieger „von eigenen Gnaden" und fliegt mit einer „besorgten" Maschine an die Front. Das kostet ihm drei Tage Arrest, aber Göring bleibt Flieger. Bald schon überreicht der Kronprinz Loerzer und seinem tapferen Beobachter das EK I. Im Herbst
1915 sitzt Göring in einem neuen AEG-Großflugzeug und macht sich außer durch Bomben- und Foto- grafierflüge bereits als Jagdflieger einen Namen
1916 wird er bei einem tollkühnen Gefecht schwer verwundet; die Maschine hat sechzig Treffer, Göring einen Streifschuß und einen schweren Hüftenschuß durch Querschläger. Nach der Genesung kommt er zur Jagdstaffel 26, deren Führer sein Freund Loerzer ist. Mai 1917 wird er selbst Führer der Jagdstaffel 26. Im Mai 1918, als er gerade zum Fernflug starten will, erhält der Oberleutnant von.seinem Ad-, jutanten die freudige Meldung, daß ihm der Kaiesr den „Pour le mörite" verliehen habe; deshalb brauchen Sie doch nicht so zu schreien", antwortet Göring und donnert mit seiner Maschine ab. Am 21. Mai 1918 fällt der berühmte Führer des nach, ihm benannten Geschwaders Manfred von Richthofen. Sein Nachfolger Reinhard stirbt im Juni 1918 den Fliegertod. Der kommandierende General der Luftstreitkräfte ernennt Hermann Göring zum Kommandeur des berühmten Geschwaders. Keiner war geeigneter hierfür als er; niemand konnte mit mehr Berechtigung den berühmten „Richthofen-Stock" tragen. In unzähligen schweren Kämpfen blieb Hermann Göring zwanzig Mal derSieger zürLuft. '
Wettere Beförderungen im ReichSheee
Berlin, 31. August
Wie amtlich mitgeteilt wird, sind noch folgende Ernennungen im Reichsheer ausgesprochen worden:
Mit dem 1. Oktober 1933 die Generalleutnants:' Adam, Chef des-Truppengmts, .zum. Kommandeur der .7, Division und Befehlshaber im-Wehrkreis 7»
Ritter von Leeb. Kommandeur der 7. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 7 zum Oberbefehlshaber der Gruppe II; Beck, Kommandeur der 1- Kavallerie-Division, zum Chef des Truppenamtes;. List, Kommandeur der Jnfant-erieschule, zum Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 4; die Generalmajore: Feige, Chef des Stabes des Gruppenkommandos I, zum Kommandeur der 1. Kavallerie-Division; von Kluge, Artellerieführer III, zum Inspekteur der Nachrichtentruppeu; der Oberst von Schwedler, Abteilungsleiter im Reichswehrministerium zum Chef des Heerespersonal- aimles.
Mit dem 30. September 1933 scheiden aus: General der Infanterie Freiherr Seutter von Lötzen, Oberbefehlshaber der Gruppe II; die Generalleutnants:' Freiherr von dem Busche-Jppenburg, Chef des Heerespe'rsonalamtes; Freiherr von Gie- nanth, Kommandeur der 4. Division und Befehlshaber im Wehrkeis 4; von Bonin, Inspekteur der Nachrichtentruppen; von Roques, ,Jnfanterieführer VI; der Generalmajor von Scheldach, Artellerieführer VI.
FwMsMSe M der OttlMdtreuesshrt
20 Deutsche polnischer Staatsangehörigleit festgenommen.
Danzig, 31. August. , Bei der Rückfahrt der Ostlandtreuefahrer, die sich teilweise bis jetzt noch in Danzig aufgehalten haben, kam es im polnischen Korridor zu bedauerlichen Zivischenfäklen. In Neustadt (Pommerellen) wurdet am Mittwoch, nachmittag etwa 20 dort ansässige Deutsche polnischer Staatsangehörigkeit von der polnischen Polizei festgenommen und eingesperrt, weil sie den deutschen Treuefahrern zugewinkt hatten. Sie blieben die Nacht über in Haft und waren auch heute vormittag noch nicht in Freiheit gesetzt. In anderen Orten Pommerellens wurden Deutsche polnischer Staatsangehörigkeit wegen des gleichen „Verbrechens" mit Geldstrafen belegt. . ,
(Zulsr (lesaoiladseliluK in HipLiZ
Die erste Leipziger Messe im neuen Reich-ist gestern abgeschlossen worden. Der GeschäftS- vevlauf hat bewiesen, daß den Voraussetzungen, die man an diese Messe geknüpft hat, durchaus Genüge geschehen ist. Bekanntlich war die Beteiligung der Aussteller (insgesamt über 5 650 Firmen) bedeutend größer, als bei der Herbstmesse 1932. Es fehlte dabei allerdings eine Anzahl Spezialsirmen, deren Hauptabsatz nur auf den Frühjahrsmessen getätigt wird. Ebenso war die Ausstellerzckhl des Auslandes (rund 350), kleiner als sonst. Mit 176 -waren daran österreichische Firmen beteiligt, die damit trotz der augenblicklichen Hetze in ihrem Lande ihren Glauben an das Deutschland Adolf Hitlers zum Ausdruck gebracht hatten. Das gleiche kann man auch von den zirka 50 tschechoslowakischen Firme» sagen. Unter den Ausländern befanden sich Jugoslawien und Südafrika mit Kollektivausstellungen. Die große Zahl der deutschen Aussteller (5315) ist zurückzuführen auf die rissige Beteiligung an der Braunen Troß-Messe.
Der rege Gesckäftsverlaus auf der Braune« Groß^Nesse hat bewiesen, in wie starkem Maße der Gedanke des Reichsmesseamtes bei Ausstellern und Einkäufern Widerhall gefunden hat. DaS Messewesen der Zukunft kann auf Grund dieser Erfolge auf dem Gebiet der Braunen Messen in der Richtung ausgebaut werden, die die Regierung angegeben hat. Die Braune Messe soll dem deutschen Mittelstand, dem Handwerker und dem kleinen Fabrikanten den Markt eröffnen, von dem aus die grundsätzliche Neugestaltung der deutschen Warenerzeugung nach dem Grundgedanken des deutschen Qualitätsprinzips, vor sich gehen soll. Die deutsche Wertarbeit, die in erster Linie durch d'" Handwerk beeinflußt ünd gefördert werden ka r, soll auf breiter Basis wieder an den Käufer herangebracht werden.. Trotzdem die Borbereitungszeit für diese erste Groß-Messe eine außerordentlich kurze war, sst es besonders dem Handwerk in vorbildliches Weise gelungen, durch seine Kollektivausstellungen einen Begriff von seiner grundlegende« Neugestaltung im Sinne des alten Zunftwesens und von der grundsätzlichen Schulung des Junge Handwerkes zu geben. Auch die deutschen Fabrikationen, die auf den Export angewiesen sind, waren vertreten; in erster Linie die Betriebe, die aus der gesonderten Sachsenschau größtenteils kollektiv ausgestellt haben. Dazu gehören die sächsischen, im weiteren Sinne auch die thüringischen Heimindustrien.
Die Rekordbesucherzahl, die das Leipziger Messeamt in diesen Tagen zu verzeichnen hatte, ist zum größten Teil auf die Braune Groß-Messe und die in ihrem Rahmen durchgeführten Son- derveranstaltungen zurückzuführen.
Das geschäftlich gute Durchschnittsergebnis der Messe bestätigt den Eindruck, den wir bereits am Schluß des Messe-Sonntags gewinnen konnten. Der von der Regierung propagierte Qualitätsgedanke hat sich, wie die Einkäufe bestätigen, als richtig erwiesen. Durch das deutsche Kunstgewerbe wird aus dem Gebiet des Gebrauchsartikels diese neue Richtung in den täglichen Bedarf hineingetragen.
Bezeichnend für die Einkäufe des Inlandes und Auslandes war die B ev o rz u g u ng der mittleren bis niedrigen Preislagen. Entsprechend den Interessen des ersten Tages wurden große Abschlüsse in den zahlreichen Neuheiten der Wirtschafts- und Haushaltsartikel getätigt, wobei neben Glas, Porzellan und Keramik auch -die zahlreichen neuen Kunststoffe berücksichtigt wurden. Sehr gute Geschäfte konnten, dem Zeitpunkt entsprechend, Spielwaren und Weihnachtsartikel machen. Das Kunstgewerbe konnte bei Bevorzugung der niedrigsten Preislagen in all -den Zweigen ein gutes Geschäft machen, die sich auf die Wiedererweckung alter deutscher Handwerkskunst besonnen haben. Ebenso haben die Zusatzmaterialien zu den Moden (Handgearbeitete Knöpfe, Schnallen, Posamenten etc.) gutes Geschäft machen können. Besonders befriedigenden Abschluß meldet die hervorragend beschickte Messe für Haus-, Bau- und Betriebs- bedars, bei der die Handwerker stark als Käufer in Erscheinung getreten sind. - Eks.
3wamWWriger MM Tode vsrrrriM
Verven, 31. August.
Das hiesige Schwurgericht verurteilte am Donnerstag mittag den 20jährigcn landwirtschaftlichen Dicnstknecht Friedrich Wilhelm Stöver aus Sörhausen im Kreise Graf- schaft Hoya wegen Mordes und No?zuch'vcr- brechc» zum Tode und zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe. St. hatte am 5. April d. I. aus der Landstraße zwischen Okel und Narrten seine Base, die 18jährige Dienstmagd Sophie Henncckc aus Barrien, vergewaltigt und dann in bestialischer Weise ermordet. Der Vater von Stöver sitzt wegen des Verbrechens der Blutschande, begangen an seiner eigenen Tochter im Zuchthaus.