Ausgabe 
(1.9.1933) Nr. 234
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 234. Jahrgang 1933

Verlag, eckristltttung umb Geschäftsstelle: Teeren 88. Sprechstunden der kchrisUeitung: Montag bis Freitag 12 bis 18 Uhr. Fernsprecher: Roland Nr. 628628. Bankkonten: Die Sparkasse in Bremen, Commecz- u- Privatbank, Deutsche Antioquiabank. Postscheckkonto: Hamburg 747 38. Die BNZ, erscheint täglich morgens nur am Montag mittags, und kostet monatl. RM. 2.30 einschließl. Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 Rpf. Zustellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.

Vremen Frettag, der? 1. September >938 Emzelvreis lS vtg.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene nun-Zeile RM. 013, auswärts RM. 0.17; im Textteil RM. 0.73, auswärts RM. 1.; Stellengesuche RM- 0.06; Familienanzeigen. Stellenangebote und Wohnungsmarkt RM. 008; sonstige kleine private Anzeigen bis zu 20 mm bei Vorauszahlung (ohne Rabatt) RM. 0.08. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Anzeigen­schluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u- s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf die Rückzahlung des Bezugspreises.

WMrkMmMÄaWMe Zeitung

DLs2La»Mode Oraarr des Gerr«rts der Treierr Bremers.

Das Iittrreffe des A«Äa«deS

ItLllsn

Mailand, 81. August

D« Nürnberger Parteitag findet in der gesam­ten italienischen Press« größte» Interesse. Die Morgenblätter bringen meist auf den Titel­blättern spaltenlange Berichte mit sämtlichen Einzelheiten der Vorbereitungen und des Pro­gramms sowie der ersten Eröffnungsfeierlichkeiten.

Rewyork, 81. August

Der Nürnberger Parteitag der NSDAP. zieht auch hier die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf sich.Newyork Times" bringt z. V. ein« län­ger« Schilderung der Eröffnungsfeier in Nürn­berg und führt als Beweis des allgemeinen Inter­esses für diese gewaltig« Kundgebung an, daß über 1000 Pressevertreter aus allen Weltteilen in der Pegnitzstadt versammelt sind.

Lnglsnä

London, 31. August.

Ueber den nationalsozialistischen Reichsparteitag in Nürnberg wird in der ganzen Presse berichtet. Daily Telegraph schreibt von einem neuen Triumph für Hitler und sagt in einer Nürnber­ger Meldung, als vor 10 Jahren Hitler und sein« Anhänger nach Nürnberg kamen, seien sie verhaßt gewesen: gestern seien sie triumphierend zurückgekehrt und hätten einen begeisterten Willkomm erhalten.

k'rankiolcL

Paris, 31. August.

Die Pariser Presse zeigt lebhaftes Interesse für die Nürnberger Parteitagung der Nationalsozia­listischen Partei. Die Blätter bringen ausführ­liche Berichte über den Auftakt dieser Massenkund­gebung. ohne jedoch schon jetzt irgendwelche eigene Betrachtungen daran zu knüpfen.

VolnMs Provokation

Schneidemühl, 31. August.

Heute mittag gegen 1.45 Uhr überflog ein polnischer Doppeldecker aus Richtung Deutsch-Usch kommend den Bahnhof und die Regierungögebäude in Schneidemühl Und bog über Koschütz in östlicher Richtung wie- der zur polnischen Grenze ab. Das mit mitt­lerer Geschwindigkeit und in niedriger Höhe fliegende Flugzeug wurde einwandfrei als polnisches Flugzeug mit dem rotweißen Ho­heitsabzeichen erkannt.

Geheimdrritkerei der K.V.D. aufgehoben

Verhaftung führender Funktionäre

Hamburg, 31. August

Das Kommando z. b. V. hat In der vergangenen Nacht einen wichtigen Betrieb für Herstellung und Versand von kommunistischen Hetzschriften ausge- hoben. Sechs führende Funktionäre wurden fest- genomlnen. Außerdem wurden fünf Personen we­gen illegaler kommunistischer Betätigung und Unter­schlagung, zwei wegen Aufforderung zum Mord an einem SA-Mann verhaftet- 15 weitere Personen wurden in Schutzhaft genommen, vier davon wegen Beiseiteschasfung von Waffen früherer kommunisti­scher Organisationen.

Die illegale Rcichsleitung der internationalen Seemannshilfe, die im Bezirk Wasserkante den Ein­heitsverband der Seeleute, Hafenarbeiter und Bin­nenschiffer neu organisiert hat, ist bei einer Geheim- versammlung aufgehoben worden. Vier Personen wurden festgenommen. Es wurden umfangreiches Aktenmaterial und kassierte Gelder beschlagnahmt. Die Spuren führen weiter nach Cuxhaven, Lübeck, Kiel und Bremen.

Haussuchung bei den Deutschnationalen in Sämig

Danzig, 31. August.

Wie die Polizei mitteilt, sind in letzter Zeit wiederholt konkrete Mitteilungen an das Polizei­präsidium gelangt, aus denen unzweifelhaft her­vorgeht, daß die deutschnationale Volkspartei in Danzig, bzw. deren Vertreter und Anhänger eine immer stärker werdende Propagandatätigkeit entfalten, um den Erfolg gesetzlicher und behörd­licher Anordnungen zu vereiteln und zu schmä­lern in der Absicht, die Interessen des Staates zu schädigen. Diese positiven Mitteilungen wurden noch durch die Oppositions­stellung, die der Abgeordnete Dr. Ziehm im Bolkstage anläßlich der Beratung über die Auf­hebung der Immunität des sozialdemokratischen Abgeordneten Brill einnahm und gegen die aus verfassungsrechtlichen Gründen nichts unter­nommen werden kann, noch besonders unter­strichen.

Aus diesem Grunde hat sich der stellvertretende Polizeipräsident von Darsen unter strengster Wahrung der verfassungsmäßig festgelegten Richtlinien genötigt gesehen, eine Durchsuchung des Parteibüros der deutschnationalen Volks­partei, sowie der Wohnungen einzelner Partei­gänger zum Zwecke der Beschaffung von Beweis- material anzuordnen. Die politische Polizei ist augenblicklich mit der weiteren Klärung der An­gelegenheit beschäftigt.

Sie FeMimWW Neigt in Mrnberg von Minnke zu Minute

Ein StiMMimsSbikd twm ReiOSKMettag

(Drahtbericht unseres am Reichsparteitag in Nürnberg teilnehmenden HauptschristleiterS.)

In der Ebronik der nationalsozialistischen Be­wegung bilden die ReichSparteitage schon seit Jahren einen Mythos deutscher revolutionärer Umschichtung über die nickt nur hinweggedacht werden kann, denn sie find das geworden, was sie bezwecken sollten.

Dürfen die Massen-Demonstratio- nen dieses Volkes, das aus tausend Wunden blutet und auseinander zu fallen droht, konnte dieses Volk durch die Treue und Zähig­keit dieser Hunderttausend hier Demonstrieren­der vor dem Untergang gerettet und neuen Höhen entgegengeführt werden.

So sind die Reichsparteitage der NSDAP. in den Jahren 1923 in München, 1926 in Weimar, 1927, 1929, 1933 in Mrnberg ein überzeugen­der Barometer für die Rückkehr und Neuaeburt der gesunden Kräfte in dem deutschen Volks­körper geworden. Hier wirkte jede Ankündigung einer kommenden deutschen Volksgemeinschaft banal, denn sie war und blieb hart. Gruppen von Arbeitern, Studenten, Bauern und alle son­stigen Berufsarten gingen unter in einem Braun, einer Form und einem Glauben, und jeder dieser Parteitage steigerte das alles, den Glauben, hie Gemeinschaft und die Massen; un­gebeugt und zuknnftsfroh kamen sie wieder zu­sammen, die alten und die neuen Kämpfer mit verschlissenen Fahnen und Narben am Körper, neuen Gedanken und neuen Weges.

Jedesmal, wenn sie dann wieder hinaus­gingen in den Kamps, trugen sie heilige Gü­ter von dieser Stätte höchster Begeisterung inS Volk, bis über Deutschland das Banner

der Freiheit wehte, der Hoffnung der Ju­gend und des Alters und der deutsche Adler seine Schwingen wieder ausbreitete.

' . '

Die nationalsozialistische Bewegung hat man­chen Reichsparteitag erlebt, und Wohl jedesmal geglaubt, den Höhepunkt der Begeisterung und der Massenbeteiligung erreicht zu haben. Wie sehr sie sich aber darin getäuscht hat, zeigt uns Nürnberg im August 1933. Das ist mehr als ein Höhepunkt:

Das ist ein Wunder!

Es gab noch niemals in Deutschland eine Stadt, die sich so festlich und reich geschmückt hat wie Nürnberg in diesen Tagen. Die Häuser find völlig bedeckt mit Guirlanden, Blumen und Fah­nen. Fahnen, wohin man blickt, und zwar die Fahnen des neuen und nicht des alten wilhel­minischen Deutschland.

Auf den Straßen zogen Menschenmassen, die schon am Mittwochabend förmlich die Stadt zu verstopfen drohten, wenn nicht wieder die Poli­zei, SA und SS Platz geschaffen nud den Ver­kehr in geradezu mustergültiger Weise geregelt hätte.

Ueberall finden sich alte Kämpfer aus heißen Kampfestagen,

die Mund und Augen vor Freude aufreißen, um sich dann die Hände zu schütteln, wie damals nach Saal- und Straßenschlachten, nach Pro­zessen, Gefängnis oder Krankenhaus.

Das waren nun einmal die schönsten Tage des KampseS gewesen, die in dieser Huldi­gung Nürnbergs an die vielen Pioniere des 3. Reiches zu einem großen Dankesfeft ge­worden sind.

Ungeheuerlich laufen die Sonderzüge ein. Aus den Portalen des Hauptbahnhofes schiebt sich ein Zehntausend nach dem anderen, um mit -wehenden Fahnen und schmetternder Militär- musik in daS Stadtinnere einzurücken.

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft der Sonoerzug der Bremer National­sozialisten ein. In ihren Augen, wie in denen aller Ankommenden daS gleiche Feuer und dieselbe herrliche Begeisterung.

JndenKongreßsälen wickelt sich heute

eine Sondertagnng nach der anderen ab. Da tagten die Propaganda- und die Kassenverwaltnng, die Juristen, die Aerzte, Landwirte, Lehrer, Betriebszellen, Organi- sationSleiter der Kriegsopfer, Kommunalbe- amten, Polizei, Ingenieure, Ausländsdeutsche, Studenten, Leiter der BesuchSamter und die

Aufbau

Vor d«N Führer-'und Stabschef- Quartier finden sich unübersehbar« Men- schenmasfen ein, um einen Moment zu er­häschen, wo der Führer und der Stabschef ihr Automobil besteigen, um unter einem end­losen Jubel, der sich die ganzen Straßen entlang fortpflanzt, zu irgendeiner Bespre­chung oder Besichtigung zu fahren, denn die letzten Vorbereitungen zu dem gewaltigsten aller deutschen Aufmärsche sind abgeschlossen.

Auf allen Plätzen erklingt deutsche Mili- tärprnsik, die Begeisterung steigt ins Gigan­tische, reißt alles mit und kündet die Nürnberger Kirchenglocken am Mittwochabend den Anbrnch eines neuen deut­schen Reiches.

See KeiÄMäiWM verleiht Va. Göring den Charakter als General -er Infanterie

Zn Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in Krieg und Frieden von Vlomberg rmn Generaloberst ernannt

Berlin, 31. August Amtlich wird mitgeteilt:

Der Herr Reichspräsident hat mit Wirkung vom heutigen Tage den Herrn Reichswehr minister, General der Infanterie von Blomberg, zum Generaloberst befördert.

Er hat ferner im Rahmen anderer Beförderungen den preußischen Ministerpräsidenten und Hauptmann a. D., Göring, Ritter des Ponr le mirite, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste in Krieg und Frieden den Charakter als General der Infanterie verliehen, mit der Berechtigung zum Tragen der Uniform des Reichsheeres.

Generaloberst von Blomberg.

Der durch den Reichspräsidenten zum General­oberst beförderte ReichSwehrmmister Freiherr von Blomberg ist 1878 in Stargard geboren; er trat nach der Ausbildung im Kadettenkorps als Leutnant 1897 in das 73. Füselier-Regiment ein. Nach rund sieben­jähriger Tätigkeit bei der Truppe wurde Herr von Blomberg in die Kriegsakademie berufen und 1908 dann in den Großen Generalstab versetzt. Während des Krieges war er in der Hauptsache im Generalstab tätig und erhielt damals denPour I« Merits".

Nach dem Kriege wurde Herr von Blomberg zu­nächst Chef des Stabes beim Wehrkreiskommando V in Stuttgart, aber schon 1921 wurde er in das Reichs­wehrministerium berufen, wo er zunächst als Abtei­lungsleiter und dann als Chef des Truppenamtes tätig war. 1928 wurde Herr von Blomberg zum Generalmajor befördert und im folgenden Jahre er­hielt er den wichtigen Posten des Befehlshabers für den Wehrkreis I (Ostpreußen). Unter gleichzeitiger Ernennung zum General der Infanterie wurde Herr von Blomberg am 30. Januar d. I. zum Reichs­wehrminister bestellt.

Ministerpräsident General der Infanterie Hermann Göring.

Ministerpräsident Hermann Göring hat eine recht interessante militärische Vergangenheit. Sein Vater hatte die Kriege 1866 und 1870/71 als Jägeroffizier mitgemacht. Später war er Ministerresident in Deutfch-Südwestafrika, das er im Auftrage Bismarcks für das Deutsche Reich erwarb. Sein Sohn Hermann, geboren am 12. Januar 1893 in Rosenheim in Bayern, ist nicht weniger der . geborene Soldat. Mit 15 Jahren kommt Hermann Göring ins Kadetten­korps, zunächst in Karlsruhe, dann in Lichterfelde. Bei der Entlassung in Lichterfekde fällt sein Lehrer über ihn folgendes Urteil:Ein famoser Kerl, aller­dings schwierig, aber der geborene Revolutionär". Das Kadettenkorps verläßt er, mit der höchsten Aus­zeichnung, nämlich mit des Kaisers Belobigung. Im Infanterieregiment 112 (Prinz Wilhelm) in Mül- hausen erhält er die Achselstücke.. Bei der Mobil­machung geht der 2ljährige Leutnant sofort ins Feld. In zahlreichen Gefechten bewies er seinen Mut.bis zur Tollkühnheit. Einmal läßt Göring Infanterie aufsitzen und sie mit Lanzen zur Patrouille bewaffnen. Im entscheidenden Augenblick vor dem Feinde weiß daS berittene Fußvolk mit -den .Lanzen nicht umzu­gehen. Da gibt Göring den Befehl, die-Lanzen

nach alter Germanenart als Speere zu schleudern und die feindlich« Patrouille wendet sich geschlagen in die Flucht. DerRevolutionär" stieß das Exerzier­reglement einfach um.

Sein alter Kriegskamerad ist Loerzer, der zu einem Fliegerkursus abkommandiert ist, während Göring im Freiburger Lazarett an heftigem Gelenkrheuma liegt. Loerzer, der ihn besucht, schlägt ihm vor, als sein Beobachter an die Front zu kommen. Der Kom­mandeur versagt Göring die Genehmigung. Da wird Göring Fliegervon eigenen Gnaden" und fliegt mit einerbesorgten" Maschine an die Front. Das kostet ihm drei Tage Arrest, aber Göring bleibt Flieger. Bald schon überreicht der Kronprinz Loerzer und seinem tapferen Beobachter das EK I. Im Herbst

1915 sitzt Göring in einem neuen AEG-Großflugzeug und macht sich außer durch Bomben- und Foto- grafierflüge bereits als Jagdflieger einen Namen

1916 wird er bei einem tollkühnen Gefecht schwer ver­wundet; die Maschine hat sechzig Treffer, Göring einen Streifschuß und einen schweren Hüftenschuß durch Querschläger. Nach der Genesung kommt er zur Jagdstaffel 26, deren Führer sein Freund Loerzer ist. Mai 1917 wird er selbst Führer der Jagdstaffel 26. Im Mai 1918, als er gerade zum Fernflug starten will, erhält der Oberleutnant von.seinem Ad-, jutanten die freudige Meldung, daß ihm der Kaiesr denPour le mörite" verliehen habe; deshalb brau­chen Sie doch nicht so zu schreien", antwortet Göring und donnert mit seiner Maschine ab. Am 21. Mai 1918 fällt der berühmte Führer des nach, ihm be­nannten Geschwaders Manfred von Richthofen. Sein Nachfolger Reinhard stirbt im Juni 1918 den Flie­gertod. Der kommandierende General der Luftstreit­kräfte ernennt Hermann Göring zum Kommandeur des berühmten Geschwaders. Keiner war geeigneter hierfür als er; niemand konnte mit mehr Berech­tigung den berühmtenRichthofen-Stock" tragen. In unzähligen schweren Kämpfen blieb Hermann Göring zwanzig Mal derSieger zürLuft. '

Wettere Beförderungen im ReichSheee

Berlin, 31. August

Wie amtlich mitgeteilt wird, sind noch folgende Ernennungen im Reichsheer ausgesprochen worden:

Mit dem 1. Oktober 1933 die Generalleutnants:' Adam, Chef des-Truppengmts, .zum. Kommandeur der .7, Division und Befehlshaber im-Wehrkreis 7»

Ritter von Leeb. Kommandeur der 7. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 7 zum Oberbefehlshaber der Gruppe II; Beck, Kommandeur der 1- Kavalle­rie-Division, zum Chef des Truppenamtes;. List, Kommandeur der Jnfant-erieschule, zum Komman­deur der 4. Division und Befehlshaber im Wehr­kreis 4; die Generalmajore: Feige, Chef des Stabes des Gruppenkommandos I, zum Kommandeur der 1. Kavallerie-Division; von Kluge, Artellerieführer III, zum Inspekteur der Nachrichtentruppeu; der Oberst von Schwedler, Abteilungsleiter im Reichs­wehrministerium zum Chef des Heerespersonal- aimles.

Mit dem 30. September 1933 scheiden aus: General der Infanterie Freiherr Seutter von Lötzen, Oberbefehlshaber der Gruppe II; die Gene­ralleutnants:' Freiherr von dem Busche-Jppenburg, Chef des Heerespe'rsonalamtes; Freiherr von Gie- nanth, Kommandeur der 4. Division und Befehls­haber im Wehrkeis 4; von Bonin, Inspekteur der Nachrichtentruppen; von Roques, ,Jnfanterieführer VI; der Generalmajor von Scheldach, Artellerie­führer VI.

FwMsMSe M der OttlMdtreuesshrt

20 Deutsche polnischer Staatsangehörigleit festgenommen.

Danzig, 31. August. , Bei der Rückfahrt der Ostlandtreuefahrer, die sich teilweise bis jetzt noch in Danzig auf­gehalten haben, kam es im polnischen Kor­ridor zu bedauerlichen Zivischenfäklen. In Neustadt (Pommerellen) wurdet am Mitt­woch, nachmittag etwa 20 dort ansässige Deutsche polnischer Staatsangehörigkeit von der polnischen Polizei festgenommen und eingesperrt, weil sie den deutschen Treue­fahrern zugewinkt hatten. Sie blieben die Nacht über in Haft und waren auch heute vormittag noch nicht in Freiheit gesetzt. In anderen Orten Pommerellens wurden Deutsche polnischer Staatsangehörigkeit we­gen des gleichenVerbrechens" mit Geld­strafen belegt. . ,

(Zulsr (lesaoiladseliluK in HipLiZ

Die erste Leipziger Messe im neuen Reich-ist gestern abgeschlossen worden. Der GeschäftS- vevlauf hat bewiesen, daß den Voraussetzungen, die man an diese Messe geknüpft hat, durchaus Genüge geschehen ist. Bekanntlich war die Be­teiligung der Aussteller (insgesamt über 5 650 Firmen) bedeutend größer, als bei der Herbst­messe 1932. Es fehlte dabei allerdings eine An­zahl Spezialsirmen, deren Hauptabsatz nur auf den Frühjahrsmessen getätigt wird. Ebenso war die Ausstellerzckhl des Auslandes (rund 350), kleiner als sonst. Mit 176 -waren daran öster­reichische Firmen beteiligt, die damit trotz der augenblicklichen Hetze in ihrem Lande ihren Glauben an das Deutschland Adolf Hitlers zum Ausdruck gebracht hatten. Das gleiche kann man auch von den zirka 50 tschechoslowakischen Firme» sagen. Unter den Ausländern befanden sich Ju­goslawien und Südafrika mit Kollektivausstel­lungen. Die große Zahl der deutschen Aussteller (5315) ist zurückzuführen auf die rissige Betei­ligung an der Braunen Troß-Messe.

Der rege Gesckäftsverlaus auf der Braune« Groß^Nesse hat bewiesen, in wie starkem Maße der Gedanke des Reichsmesseamtes bei Aus­stellern und Einkäufern Widerhall gefunden hat. DaS Messewesen der Zukunft kann auf Grund dieser Erfolge auf dem Gebiet der Braunen Messen in der Richtung ausgebaut werden, die die Regierung angegeben hat. Die Braune Messe soll dem deutschen Mittelstand, dem Handwerker und dem kleinen Fabrikanten den Markt er­öffnen, von dem aus die grundsätzliche Neuge­staltung der deutschen Warenerzeugung nach dem Grundgedanken des deutschen Qualitätsprinzips, vor sich gehen soll. Die deutsche Wertarbeit, die in erster Linie durch d'" Handwerk beeinflußt ünd gefördert werden ka r, soll auf breiter Basis wieder an den Käufer herangebracht werden.. Trotzdem die Borbereitungszeit für diese erste Groß-Messe eine außerordentlich kurze war, sst es besonders dem Handwerk in vorbildliches Weise gelungen, durch seine Kollektivausstel­lungen einen Begriff von seiner grundlegende« Neugestaltung im Sinne des alten Zunftwesens und von der grundsätzlichen Schulung des Junge Handwerkes zu geben. Auch die deutschen Fa­brikationen, die auf den Export ange­wiesen sind, waren vertreten; in erster Linie die Betriebe, die aus der gesonderten Sachsenschau größtenteils kollektiv ausgestellt haben. Dazu ge­hören die sächsischen, im weiteren Sinne auch die thüringischen Heimindustrien.

Die Rekordbesucherzahl, die das Leipziger Messeamt in diesen Tagen zu verzeichnen hatte, ist zum größten Teil auf die Braune Groß-Messe und die in ihrem Rahmen durchgeführten Son- derveranstaltungen zurückzuführen.

Das geschäftlich gute Durchschnittsergebnis der Messe bestätigt den Eindruck, den wir bereits am Schluß des Messe-Sonntags gewinnen konnten. Der von der Regierung propagierte Qualitäts­gedanke hat sich, wie die Einkäufe bestätigen, als richtig erwiesen. Durch das deutsche Kunst­gewerbe wird aus dem Gebiet des Gebrauchs­artikels diese neue Richtung in den täglichen Bedarf hineingetragen.

Bezeichnend für die Einkäufe des Inlandes und Auslandes war die B ev o rz u g u ng der mittleren bis niedrigen Preis­lagen. Entsprechend den Interessen des ersten Tages wurden große Abschlüsse in den zahlreichen Neuheiten der Wirtschafts- und Haushaltsartikel getätigt, wobei neben Glas, Porzellan und Ke­ramik auch -die zahlreichen neuen Kunststoffe berücksichtigt wurden. Sehr gute Geschäfte konnten, dem Zeitpunkt entsprechend, Spielwaren und Weihnachtsartikel machen. Das Kunstge­werbe konnte bei Bevorzugung der niedrigsten Preislagen in all -den Zweigen ein gutes Geschäft machen, die sich auf die Wiedererweckung alter deutscher Handwerkskunst besonnen haben. Ebenso haben die Zusatzmaterialien zu den Moden (Handgearbeitete Knöpfe, Schnallen, Posamenten etc.) gutes Geschäft machen können. Besonders befriedigenden Abschluß meldet die hervorragend beschickte Messe für Haus-, Bau- und Betriebs- bedars, bei der die Handwerker stark als Käufer in Erscheinung getreten sind. - Eks.

3wamWWriger MM Tode vsrrrriM

Verven, 31. August.

Das hiesige Schwurgericht verurteilte am Donnerstag mittag den 20jährigcn landwirt­schaftlichen Dicnstknecht Friedrich Wilhelm Stöver aus Sörhausen im Kreise Graf- schaft Hoya wegen Mordes und No?zuch'vcr- brechc» zum Tode und zu einer fünfjährigen Zuchthausstrafe. St. hatte am 5. April d. I. aus der Landstraße zwischen Okel und Nar­rten seine Base, die 18jährige Dienstmagd Sophie Henncckc aus Barrien, vergewaltigt und dann in bestialischer Weise ermordet. Der Vater von Stöver sitzt wegen des Ver­brechens der Blutschande, begangen an seiner eigenen Tochter im Zuchthaus.