Ausgabe 
(28.11.1933) Nr. 322
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Sprechzeit des Verlages und der Schriftlektung 18 bis 17 Uhr. / Schluß der Anzeigen-Annahme 18 Uhr.

Dienstag, den 28 . November

Einzelpreis is Nps.

Alufvuf an alle Schaffende«!

Zum Wohl des Arbeiters

Berlin. 27. November.

Die Wahl vom 12. November hat gezeigt, daß brs auf eine verschwindende Minderheit alle schaffenden Deutschen, ganz gleich, ob sie ^ A Unternehmer, als Arbeiter oder Angestellte find sich freudig hinter die von Adolf Hitler geführte Relchsregierung stellen und am Aufbau des neuen Staates und der neuen Wirtschaft mit­zuarbeiten gewillt sind.

Das Bekenntnis zu unserem Führer bedeutet für > die schaffenden Menschen eine Absage an den .. marxistischen Grundsatz des Klassenkampfes. bedeu­tet ein Bekenntnis zum Geist der Volksgemein­schaft und der gegenseitigen Achtung und Gleich­berechtigung von Arbeitern und Unternehmern. Diese Tat soll gelohnt werden.

Die Zeit ist reif. daß das Werk, das am 2. Mai durch die Uebernahme der alten Gewerkschaften in die Arbeitsfront begonnen worden ist, nun­mehr seine Krönung erhält. Die Deutsche Arbeits­front ist die Zusammenfassung aller im Arbeitsleben stehenden Menschen ohne Unterschied ihrer wirtschaft­lichen und sozialen Stellung. In ihr soll der Arbeiter neben dem Unternehmer stehen, nicht mehr getrennt durch Gruppen und Verbände, die der Wahrung besonderer wirt­schaftlicher oder sozialer Schichtungen und Inter­essen dienen. Der Wert der Persönlichkeit, einerlei, ob Arbeiter oder Unternehmer, soll in der Deutschen Arbeitsfront den Ausschlag geben. Vertrauen läßt sich nur von Mensch zu Mensch, nicht aber von Verband zu Verband gewinnen.

Nach dem Willen unseres Führers Adolf Hit­ler ist die Deutsche Arbeitsfront nicht die Stätte, wo die materiellen Fragen des täglichen Arbeits­lebens entschieden, die natürlichen Unterschiede der Interessen der einzelnen Arbeitsmenschen auf­einander abgestimmt werden.

Für die Regelung der Arbeitsbedingungen wer­den in kurzer Zeit Formen geschaffen werden, die dem Führer und der Gefolgschaft eines Betriebes die Stellung zuweisen, die die na t i on a l s oz i a- listische Weltanschauung vorschreibt.

Das hohe Ziel der Arbeitsfront ist die Erziehung aller im Arbeitsleben stehenden Deutschen zum nationalsozialistischen Staat und zur nationalsozia­listischen Gesinnung. Sie übernimmt insbesondere Schulung der Menschen, die dazu berufen werden, im Betrieb und in den Organen unserer Sozialver- sassung, der Arbeitsgerichte und der Sozialversiche­rung, maßgebend mitzuwirken. Sie wird dafür sorgen, daß die soziale Ehre des Betriebs- sührers wie seiner Gefolgschaft zu einer entscheiden­den Vetriebskraft der neuen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung werden kann.

So rufen wir heute alle deutschen Arbeiter der Stirn und der Faust auf, in die Deutsche Arbeits­front einzutreten, um in ihr alle Kräfte zum Ge­lingen des großen Werkes zu sammeln.

Heil Hitler!

Der Führer der Deutschen Arbeitsfront (gez.) Dr. R. Le y.

Der Neichsarbeitsminister sgez.) Franz Seldte,

Der Reichswirtschaftsminister sger.) Dr. Schmitt.

Der Beauftragte des Führers f. Wirtschastssragen (gez.) Keppler.

6in Blutzeuge für -as neue Reich

Beisetzung des Neichswedrsolbaten in Nürnberg - Der Führer am Grab

Nürnberg, 27. November.

In Gegenwart des Führers fand am Montag aus dem Nürnberger West-Friedhos die Beisetzung des von österreichischen Grenzbeamten erschossenen Reichswehrschützen Philipp Michael Schuhmacher von der 8. Kompagnie des Jnsantz-Regiments 26 Nürnberg in Form eines feierlichen Staatsaktes statt.

Tausende hatten sich um den Friedhof eingesun- den. In den Straßen vom Hauptbahnhof zum Friedhof standen SA, SS und Stahlhelm Spalier. Dahinter staute sich Kopf an Kopf die Bevölke­rung. Vor der Halle des Friedhofs hatte ein Spielmannszug der Reichswehr, die Kompagnie Schuhmachers und ein Musikkorps Aufstellung ge­nommen. Am Eingang der Halle standen das ge­samte Offizierskorps der Reichswehr des Stand­ortes Nürnberg-Fürth, die Offiziere der Landes­polizei, die höheren SS- und SA-Führer der Gruppe Franken und der Brigade 78, die Spitzen der Reichs-, Staats- und der städtischen Behör­den. Die Durchführung des feierlichen Staatsaktes lag in den Händen von Oberstleutnant Lang und Hauptmann Hammerschmidt.

Während dessen war auf dem Nürnberger Hauptbahnhof mit dem Berliner Schnellzug um 15,87 Uhr der Führer in Begleitung des Reichswehrministers Generaloberst der Infanterie von Hammer stein eingetroffen, wo sie von Frankenführer Julius Streicher, Oberbürger­meister Liebe! und Polizeipräsident von Ober- nitz begrüßt wurden. Bei seiner Fahrt zum Friedhos wurde der Führer von den dicht ge­drängten Massen in ehrfurchtsvollem Schweigen mit dem Hitlergruß empfangen. Auf dem Fried­hof schritt der Führer mit seiner Begleitung die Ehrenkompagnie vor der Einsegnungshalle ent­lang, grüßte Offiziere und Spitzen der Behörden und trat dann in die Einsegnungshalle ein.

Die Ausbahmng

In der Halle war der Sarg in der Aspis auf­gebahrt, von riesigen Kranzspenden der Reichs­wehr und der SA. umgeben. Vor dem Sarg hatten die Mutter und die Schwestern des Ver­storbenen Platz genommen, dahinter standen der Führer mit dem Reichswehrminister und ihrem Gefolge. Zu beiden Seiten des Sarges stand die Ehrenwache der Reichswehr. In die weihevolle Stille der kleinen Halle drang ununterbrochen das Schluchzen der Mutter des Toten.

Die Trauerfeier

Mit einem Orgelspiel wurde die kurze Trauer­feier eingeleitet. In den Mittelpunkt seiner kur­zen inhaltstiefen Ansprache stellte der Militär­geistliche, Stadtvikar Helbig, ein Wort aus dem 5. Kapitel des Johannes-Evangeliums. Unter Elockengeläut und Ehoralgesang wurde der Sarg sodann von sechs Reichswehrsoldaten aus der Kapelle zum Grabe getragen und ein nicht

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Her Kampf des Deutschtums an der Saar um ne Rechte ist in ein neues Stadium getreten e vom Völkerbund mit der Verwaltungde «rgobietes beauftragte Reg.erungskomm.siwn deren Spitze zur Zeit der Engländer Knox ht Kai die Maske der Neutralität, zu der I kentUch laut Saarstatut verpflichtet ist. die sie er immer wieder zu Gunsten der französische »litik aufgegeben hat, fallen lassen.

Seit einigen Monaten jagt «ine Verordnung . andere, folgt ein Verbot ^ anderen unte^ at das gesamte öffentliche Leben des Saargc- Ls sdr das persönliche jedes emz-lnen utschb!wußten Saarländers der Ko,'tr°lle d -gierungskommission. Das natürliche Recht >es Volkes, das Bekenntnis zur Natwn. wird >r auf deutschem Boden mit kaum mebr ertrag Heu Eewaltmaßnahmen -mer °->l fremden -rwaltungsbehörde unterdruck A'ig'b > pnn hutz der Bevölkerung, zur Aufrechterhaltung r öffentlichen Sicherheit. Ordnung und Ruh

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In erster Linie richten sich die scharfen Ver­fügungen der Saarregierung gegen die saarländi- sche NSDAP und deren Landesführer Spaniol. Mit Gewalt will die Saarregierung deck Vor­trupp der nationalen Erhebuna unterdrücken. Aber gerade diese Absicht der Regierungskommis- sion hat dazu geführt, daß - Erkenntnis der Ge­fahren. die dem Deutschtum durch diese Politik drohen — alle deutschbewußten Parteien und Organisationen des Saargebietes sich zu der gro­ßen Deutschen Front zusammengeschlossen haben gewillt. Schulter an Schulter mit allen deutschen Volksgenossen den Endkampf um die Freiheit zu führen. Es gibt im Saargebiet keine deutschen Parteien mehr, es gibt auch keine ver­schiedenen deutschen Arbeiterverbände mehr, es gibt nur eine geeinte Deutsche Front und eine ebenso einige Deutsche Gewerkschaftsiront-Saar. Diesen machtvollen und geschlossenen Einheiten steht eine täglich mehr und mehr in sich zerfal­lende SPD. stehen Kommunisten und die von französischem Gelde bezahlten gewerbsmäßigen separatistischen Landesverräter gegenüber, die Hand in Hand mit der seit Jahren die deutsche Bergarbeiterschaft in ihrer Existenz bedrohenden französischen Bergwerksdirektion gegen das Deutschtum, also auch gegen ihre ecaenen Arbeits­kollegen arbeiten.

Die Politik der nur noch französischen Absich-

endemvollender Trauerzug gab dem Toten das letzte Geleit.

Der Zug wurde eröffnet durch einen Musikzuig der Reichswehr, dem eine Hundertschaft Landespolizei und ein Ehren stürm der SA. folgten. Vor dem Sarge ging die Geistlich­keit. Hinter ihm schritten die Angehörigen des Toten; dann folgte der Führer, links und rechts von ihm Reichswehrminister von BIam­be rg und General von Hammer st ein. Wei­ter die bayerischen Staatsminister Esser und Wagner, sowie das große Gefolge der Ver­treter der Reichswehr, der Behörden und der Partei. Den Weg zum Grabe umsäumten hinter den Spalier bildenden VerbäiÄen der SA. Tau­sende. Am Grabe hatten die Fahnenabgeord- neten der Reichswehr, der SA. und SS., des Stahlhelms, der Krieger- und Veteranenvereine, sowie der Studentenschaft Aufstellung genommen.

Schon senkte sich das Dunkel des Abends über das offene Grab, als Militärgeistlicher Helbig seine Traueransprache begann:

Das ganze deutsche Volk. so sagte er u. a., stehe erschüttert vor diesem Tod. Die feige Kugel hätte das ganze deutsche Volk getrof­fen, darum schreie auch das ganze Volk auf und klage an. Uns schmerze es besonders, daß diese Kugel von stammesverwandten Brudern über die

Grenze gejagt wurde. Diese Kainstat zeige, wie gewaltig die Sünde sein könne, wenn sich der Haß offenbare. Der Geistliche zeichnete dann ein Bild von dem guten Kameraden, dessen junges Leben eine ruchlose Kugel endete und richtete Worte des Trostes an Eltern und Verwandte.

Der Kranz des Reichspräsidenten

Dann trat der Reichswehrminister an die Gruft, um im Namen der Reichswehr zu sprechen:

Ich trete an das Grab eines jungen Kame­raden. Der eine Kranz ist vom ältesten Soldaten der Armee, Eeneralfeldmarschall von Hindenburg. Er weilt in seinem Geiste an diesem Grabe. Den andern Kranz lege ich nieder als Befehlshaber der Wehrmacht. Wir treten in Trauer an dieses Grab. Wir sprechen den Eltern und Verwandten, die diesen jungen und hoffnungsvollen Soldaten hingeben mußten, den Dank der Vorgesetzten aus, denn er war ein guter Soldat, den Dank der Kameraden, denn er war ein guter Kamerad. Dieser junge Krieger starb in Ausführung seines Dienktes. Wir dürfen ihn nennen einen Blut­zeugen für das Werden unseres neuen Deutschen Reiches.

Nachdem Reichswehrminister von Blomberg für die Wehrmacht gesprochen hatte, trat

Reichskanzler Adolf Hitler

als Vertreter des ganzen deutschen Volkes an das offene Grab. Mit den Worten: „Mein lieber toter Kamerad!" begann der Führer seine von einem tiefen Ernst getragene Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Ich bin hierher gekommen als Vertre­ter jener 40 Millionen Deutschen des 12. No­vember.

Der Geist des deutschen Volkes steht heute hier andiesem Grade. Das deutsche Volk gibt mit diesem Kranz seinem jungen deut­schen Soldaten den letzten Gruß. Denn sie alle haben sich zu dem Ideal bekannt, dem dieser Sol­dat diente, und dem er sein junges Leben hingeben mußte. Ich weiß, so führte der Kanzler weiter aus, daß in diesen Tagen durch ganz Deutschland eine Welle des Schmerzes und der Erbitterung geht. Ich weiß aber auch, daß wir gerade an der Bahre dieses Opfers, dieses toten jungen deutschen Sol­daten, überzeugt sein dürfen, daß er nicht um­sonst gefallen ist."

Unter Hinweis auf die Worte des Reichswehr­ministers erklärte der Kanzler: „Die Wehrmacht hat in diesem Toten einen Blntzeugen des neuen Deutschlands." Das ganze deutsche Volk aber sehe in ihm einen Märtyrer für die deutsche Sache.

„Die Mörder dieses deutschen Soldaten sind nicht identisch mit den Millionen unserer Stam­mesbruder jenseits der Grenze. Würden diese Stammesbrüder die Möglichkeit besitzen, ihre Stimme frei zu erheben, so würden sie sich feier­ten folgenden Saarregierung wendet sich nun­mehr mit allen ihr zu Gebote siebenden Mitteln gegen die Deutsche Front. Man ersetzt die saar- ländische Polizei, die sich naturgemäß zum größ­ten Teil aus deutschbewußten Saarländern zu­sammensetzt, durch internationale Volizsikräfte. Das deutsche Vereinsrecht im Saargebiet ist weit­gehend geändert worden. Die Führer saarländi- scher Vereinigungen politischer, kultureller und wirtschaftlicher Art müssen Saarländer sein und dürfen keinerlei außersaarländischen Vertretungen angehören. Diese Bestimmung richtet sich in erster Linie gegen den Landesführer der NSDAP, der Mitglied des preußischen Staatsrates ist.

In den letzten Tagen hat die Regierungskom­mission dem saarländischen Landesrat? der einzi­gen öffentlichen Vertretung der deutschen Saar- bevölkerung, die jedoch bezeichnenderweise nur be­gutachtende Rechte hat, eine Reibe von Entwür­fen zugehen lassen, die, falls sie Gesetzeskraft er­halten (und es besteht kein Zweifel, daß die Re­gierungskommission dafür sorgen wird), die schwerste politische Unterdrückung und völlige Be­raubung auch der ursprünglichsten Dolksrechte darstellen. Die schärfsten Eingriffe erlaubt sich die Regieiungskommission in das im Saargebiet noch geltende deutsche Handelskammer- gesetz. Der Entwurf zur Abänderung des Ge­setzes sieht eine dauernde Kontrolle durch einen Sonderkommissar der Regierunaskommission vor, hebt fast sämtliche Rechte eines Selbstverwal- tungskörpers auf und bringt alle Vertreter der Kammer, im besonderen die Vorsitzenden und die Beamten und Angestellten, in Abhängigkeit von der Regierungskommission. Diese Vorlage ist

lich lossagen von den Mördern und den Prin­zipien, aus denen diese Blutschuld erwuchs. Ich bin überzeugt, daß dieses Bekenntnis auch drüben kein anderes sein würde, als es hier im Reich heute bereits ist."

Deshalb aber dürfe, so betonte der Führer, für uns dieser Opfertod nicht eine Quelle neuer Er­bitterung, sondern müsse zu einem Zeugen des Glaubens werden.

Neben aller Trauer bewegt uns Soldaten der Gedanke, daß es gut ist, wenn ein Soldat für die­ses neue Reich sterben mußte. Eins ist sicher, wer als Soldat für unser Reich stirbt, der ist nicht um­sonst gestorben.

Im Namen der deutschen Armee und der deut­schen Heeresleitung legte der Chef der Heeres­leitung, General Freiherr von Hammer st ein, einen Kranz nieder, ebenso der Befehlshaber des Abschnittes VII, General Adam, der Chef der Marineleitung, namens der bayerischen Staats­regierung von Staatsminister Esser, von Innenminister Wagner als Chef der Landes­polizei, für die SA.-Gruppe Franken Polizei­präsident von Obernitz, Oberbürgermeister Liebet, Nürnberg, ein Vertreter der national­sozialistischen deutschen Arbeiterpartei, Landes­leitung Oesterreich.

Den Abschluß der Feier bildete eine Ehren­salve der Reichswehr, an die sich das Lied vom guten Kameraden anschloß.

Schwere Gefängnisstrafen stehen aus Ueber- tretung des Uniformverbotes, ebenso aus das Tragen von Abzeichen, die die Zugehörigkeit zu einer politischen Vereinigung kennzeichnen. Sogar das Feilhalten von Uniformen wird schon mit Gefängnis bestraft. Geländelvort und Mär­sche sind verboten. Wer sich außerhalb des Saar­gebietes an einer im Saargebiet verbotenen Or­ganisation beteiligt oder auch nur an ihren Ver­anstaltungen teilnimmt, wird ebenfalls mit Ge­fängnis bestraft. Am schärfsten geht man gegen Beamte vor, die sich an derartiaen Vereinigungen beteiligen, sie können aus ihrem Amt entlassen werden. Das heißt nichts anderes, als daß der deutschbewußte saarläudischc Beamte sich über­haupt nicht mehr zu seinem Volk bekennen darf. Selbst die Wohlfahrtsorganisationen politischer Vereinigungen dürfen keinerlei Sammlungen, die für arme Volksgenossen bestimmt sind. veranstal­ten. Größte Empörung erregt es in allen deutsch­bewußten Kreisen, daß man durck deiondere Be­stimmungen jene Landesverräter, die tagaus- tagein gegen das deutsche Volk in der verwerf­lichsten Weise hetzen, die sich nicht scheuen, deutsche Volksgenossen ob ihres Deutschtums bei der Re- gierungskommisfion zu verdächtigen, schützen will, indem man diejenigen, die einen Einwohner des Saargebietes nach der Volksabstimmung durch Verruf und Aechtungserklärung b- ndmarken, mit schweren Gefängnisstrafen bedroht. Selbst­verständlich untersteht die gesamte saarländische Presse, soweit sie für das Deutschtum kämpft, der ständigen Beaufsichtigung durch die Regie-

Kraft durch Freude

Die Rede Dr. Leys.

Berlin, 27. November

Dr. Ley führte auf der Tagung der Deutschen Arbeitsfront u. a. etwa folgendes aus:

Die Entwicklung eines Volkes bedeutet sein Wachstum.. Ein Volk wächst an Zahl, in der Vertiefung seiner Anlagen und in der Schürfung seines Instinktes.

Die Wünsche und Bedürfnisse eines Volkes spornen den schöpferischen Geist an, treiben ihn zur höchsten Entfaltung. Wenn man jedoch das Wachstum des Volkes künstlich in falsche Bahnen lenkt, so werden auch die Methoden seiner Wirtschaft, überhaupt seines Lebens, falsch sein.

Die Arbeitskraft ist des Menschen ureigenstes Eigentum. Somit kann auch er allein bestimmen, wie lange er seine Arbeitskraft täglich anzuspan­nen gedenkt, mit zwei Einschränkungen: Einmal, aus einem innenpolitischen Grunde kann der Staat die Arbeitszeit aus volksgesundheitlichen Gründen festlegen. Zweitens kann die Arbeits­zeit aus außenpolitischen Gründen festgelegt werden und zwar einmal durch schiedlich fried­liches llebereinkommen, zum anderen aber durch willkürliche Diktate des Siegers an den Besiegten.

Die Festlegung der Arbeitszeit in die 48-Stunden-Woche war ein künstliches Pro­dukt, einmal weil es die Marxisten in Ermange­lung besserer Erkenntnis den Arbeitermassen so versprochen hatten, aber zum anderen, weil die Kiegermächte im Jahre 1919, vor allem Amerika, an dieser 48-Stunden-Woche das größte Inter­esse hatten. Arbeitskraft mal Arbeitszeit' ergibt aber die Summe der Waren, die ein Volk her­vorbringt. Amerika rechnete mit dieser Tatsache und legte deshalb die 48-Stunden-Woche inter­national fest, weil Amerika in der Industrialisie­rung und in den Arbeitsmethoden dem euro­päischen Festland weit voraus war.

Um den Ausfall der europäischen Industrie gegenüber der amerikanischen wettzumachen, trat nun eine ungeheure Mechanisierung der Arbeitsmethoden ein. Nicht mehr der Mensch bedingte nach Arbeitsleistung und Ar­beitskraft den Prozeß der Arbeit, sondern die Maschine.

Die Frage, ob wir die übersteigerte Mechani­sierung unserer Industrie zurückschrauben können, ist mit Nein zu beantworten. Und zwar weil man eingeführte Methoden und neu erfundene Maschinen nicht mehr aus der Welt schaffen kann und weil die japanische, chinesische Konkurrenz eine solche Rückentwicklung nicht mehr zulassen würde. Wenn Deutschland überhaupt noch ein­mal gegen diese Schleuderkonkurrenz aufkommen will, so kann es das nur durch neue Erfindun­gen, durch weitere Einführung von Maschinen In manchen. Industriezweigen muß sogar in­folge Erhöhung des Arbeitstempos eine wei­tere Arbeitszeitverkürzung kommen. In der nächsten Zukunft werden wir wahrschein­lich gezwungen sein, das Arbeitstempo, die Ar­beitsmethoden, die Mechanisierung und Rationa­lisierung bestimmter Industrien noch bei weitem zu erhöhen, und gleichzeitig, um die Menschen

rungskommission; die für sie geltenden Bestim­mungen haben noch eine wesentliche Verschärfung erfahren.

Neue Maßnahmen politischer Unterdrückung, die noch gar nicht gesetzsich verankert lind, finden bereits, weitgehende Anwendung. So werden Telephongespräche überwacht. Die auch im Saar­gebiet immer noch geltende deutsche Rechtspre­chung wird, wenn es der Regierungskommission paßt, einfach außer Kurs gesetzt, indem man Ur­teile saarländischer Gerichte zur nochmaligen Be­handlung an das Oberste Gericht des Saargebietes in Saarlouis verweist. In diesem Gericht sitzen heute fast nur ausländische Richter. Des weite­ren ist ein ausländischer Generalstaatsanwalt der oberste Anklagenvertreter.

Die heutigen Zustände, an deren unnatürlicher Zuspitzung niemand anders als die Regierungs­kommission und die von ihr so liebevoll betreuten Landesverräter und Separatisten schuld sind, wei­sen eine verzweifelte Aehnlichkeit mit jener Zeit auf, da der erste Präsident der Regierungskom- mission, der berüchtigte Franzose Rault, mit Hilfe französischer Bajonette im Saargebiet eine un­umschränkte Gewaltherrschaft ausübte. Aber allen fremden Gewalten zum Trotz wird die deutsche Saarbevölkerung im Jahre 1935 beweisen, daß nichts, auch n'cht die drakonischen Strafen und Strafandrohungen der derzeitigen Gewalthaber, sie von ihrem Volke trennen kann!

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