Ausgabe 
(26.11.1933) Nr. 320
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!Nr. 320 / 4. Vierteljahr

Anzeigen-Teil: Hiesige je wm-Zeile 13 Rpf., auswärtige 17 Rpf.; im Textteil hiesige 75 Rps., auswärtige

10V Rps. Klein -Anzeigen bis 20 mm, Familien-Anzeiaen und Wohnungsmarkt bei Vorauszahlung 8 Rpf-, Stellengesuche 6 Rps. Platzvorschristen ohne jede Verbindlichkeit. Alle sonstigen Bedingungen nach Toris.

Sprechzeit des Verlages und der Schriftleitung 12 bis 13 Uhr. / Schluß der Anzeigen-Annahme 18 Uhr.

Sonntag, den 26. November

Einzelpreis 15 Rpf.

Reue Kabinettsbildung in Frankreich:

Ebautemvs beauftragt

Wankt die Dollfußdiktatur?

^ Dei-Nächste!

: Paris, 25. November,

k Staatspräsident Lebrun hat den bisherigen l Innenminister Chautemps mit der Ka- ; binettsbildung beauftragt, nachdem Herriot r krankheitshalber ablehnte. Chautemps hat vorläufig angenommen, sich aber die endgiil-

^ Ostautemps. Zarrsuts stsaLtijoIxer

' tige Antwort bis Montag vorbehalten. Nach sr dem Verlassen des Elysse hat er sich sofort zu k dem Präsidenten der Kammer und des Senats i begeben, um ihnen den üblichen Besuch abzu- -i statten. Pressevertretern gegenüber erklärte f er, daß er sich bemühen werde, so schnell wie f möglich ein Kabinett zusammenzustellen, da § die Lage dies erfordere.

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Der mit der Kabinettsbildung betraute radi-

I kale Abgeordnete und frühere Innenminister C. ! Chautemps wurde als Sohn des im Jahre ! 1918 verstorbenen Vizepräsidenten des Senats in ^ Paris geboren. Er hat die Juristenlauf- l bahn eingeschlagen und sich gleich seinem Va- -» ter früh dem Parlament und der Politik t gewidmet. 1910 wurde er zum ersten Mal zum s Abgeordneten gewählt. Seit dem Jahre ! 1919 gehört er der französischen Kammer ^ an und zählt zu den führenden Persön- ^ lichkeiten der radikalsozialistischen H Partei. Zm Februar 1930 war er Minister- -l Präsident eines ausschließlich aus Radikalen be- ! stehenden Kabinetts, das am gleichen Tage. an ^ dem es sich dem Parlament vorstellte, gestürzt wurde. Dann war er Unterrichts- und später Innen mini st er in dem letzten Kabi- ! nett Herriot und in den Kabinetten Voncour,

1 Daladier und Sarraut.

Oesterreich verdreht die Tatsachen

Wien, 28. November.

Zu dem erschütternden Zwischenfall an der deutsch-österreichischen Grenze liegt ein von öster­reichischer nichtamtlicher Seite (offenbar von einer örtlichen Stelle) ausgegebener Bericht vor, der die Tatsachen völlig auf den Kops stellt und der verdient, niedriger gehängt zu werden. In die­sem Bericht wird behauptet, daß erstens die öster­reichische Patrouille sich von etwa zweihundert Reichswehrsoldaten und SA.-Männern umgangen gefühlt habe, daß zweitens der erschossene Reichs­wehrsoldat sich auf österreichischem Gebiet befun­den habe, und das drittens die österreichische Patrouille durch Zurufe wie Heil Hitler usw. pro­voziert worden sei.

Aus diese völlige Verdrehung der Tatsachen ist folgendes zu sagen: Es ist einwandfrei festgestellt worden, daß es sich nur um 23 deutsche Soldaten gehandelt hat, die allerdings nicht als Soldaten erkenntlich waren, denn sie befanden sich im Ski­anzug. Sie trugen weder irgendwelche Abzeichen noch Waffen und befanden sich nicht auf Skiern, sondern auf einem Ausflug zu Fuß. Die Hütte, von der die Leute ausgegangen sind, liegt zwei Stunden vom nächsten Ort entfernt, und die Gegend, in der sich der Zwischenfall abspielte, ist sehr abgelegen. Es ist also unrichtig, wenn be­hauptet wird, daß die Leute als Reichswehr­soldaten zu erkennen gewesen seien.

Darüber hinaus steht einwandfrei fest, daß sie sich auf deutschem Gebiet befanden. Ferner ist dem Zwischenfall, weder ein Wortwechsel noch eine Provokation vorausgegangen.

Das geht schon daraus hervor, daß der Schutz aus achthundert bis eintausend Metern Entfernung abgegeben worden ist Von österreichischer Seite ist auch lein Anruf erfolgt, wie das bei allen Armeen und in allen Staaten üblich ist. Aber selbst wenn von deutscher Seite ein Ruf wie Heil Hitler ge­fallen wäre, so würde das noch lange kein Grund sein, um einen harmlos des Weges gehenden Men­schen zu erschießen.

Der Reichsautzenministcr hat noch am Freitag­abend, als das Ergebnis der Untersuchung fest­stand, den deutschen Gesandten in Wien ange­wiesen. sich zum österreichischen Autzenministerium

zu begeben und zu fragen, was die österreichische Regierung zurBestrafungderSchuldigen und zur Verhinderung ähnlicher schrecklicher Vor­kommnisse für die Zukunft zu tun gedenke. Der deutsche Schritt in Wien ist im Laufe des Sonn- abcndvormittag erfolgt.

Eine amtliche österreichische Verlautbarung zum Grenzzwischenfall

Wien, 21. November.

In einer soeben erschienenen amtlichen Verlaut­barung wird die Tatsache des Ercnzzwischenfalls an der tirolisch-bayrischen Grenze zugegeben, eben­so daß dabei ein deutscher Rcichswehrsoldat getötet wurde Die amtliche Verlautbarung teilt u. a. mit, daß die Erhebungen sich wegen der unsichtigen Bodenverhältnisse (!) und bei den großen Ent­fernungen außerordentlich schwierig (!) gestalte».

Im Variier Fahrwasser

Wien, 21. November.

Eine Meldung des Journal des Debüts", das aus sicherer österreichischer Quelle über ein Un- tcrhandlungsangebot der österreichischen Regie­rung in dem Konflikt mit dem Deutschen Reich erfahren haben will, hat hier großes Aufsehen erregt. Zwar beeilt sich die christlich-soziale „Reichspost", dieses Gerücht als eine national­sozialistische Intrigue hinzustellen: „Mit der Be­hauptung. daß die Regierung Dollfuß mit dem Nationalsozialismus verhandele, ja schon greif­bare Angebote gestellt habe, solle die gleiche Wirkung erzielt werden wie früher mit der Drohung einer gewaltsamen oder revolutionären Gleichschaltung. Die Bevölkerung Oesterreichs und die öffentliche Meinung im Auslande sollen unsicher gemacht werden. Staatsangestellte, Poli­tiker und Journalisten ängstlichen Gemütes sollen bewogen werden, rechtzeitig umzuschwenken oder wenigstens ihr Eisen in ein zweites Feuer zu legen." Mit diesen verkrampften Bemerkungen verrät die „Reichspost" allerdings die Wirkung dieser Gerüchte, die hier mit aller Bestimmtheit schon seit längerem im Umlauf sind.

Der Boden für ein dem nationalsozialistischen Geist amtlich oder auch nur ungehindert er­schlossenes Oesterreich ist in allen Schichten der Bevölkerung längst bereit, zumal das Terror­regime der immer mehr ins legitimistische Fahr­wasser geratenden und sich nur noch in den Angeln der Pariser Vorortdiktate haltenden Re­gierung Doysu'g immer mehr gen Himmel schreit.

Es wird sogar behauptet, daß es sich um die Zu­lassung einer von der reichsdeutschen Führung losgelösten Nationalsozialistischen Partei handele, wogegen man von reichsdeutscher Seite die Ver­pflichtung übernehme» solle, sich jeder Einwirkung aus die Verhältnisse in Oesterreich zu enthalten.

Auch die Reise des römischen Gesandten Dr. Rintelen nach Wien, der erst vor 11 Tagen sei­nen Posten angetreten hatte, wird hiermit in Zu­sammenhang gebracht.

Oestreich veilchäilt die Grenzüberwachung

Salzburg, 28. November.

Der Sicherheitsdirektor hat eine scharfe Ucbcr- wachung des Grenzoerkehrs angeordnet und die Eendarmcricpostc.r an der Grenze verschärft. Gleichzeitig wurde der Verkehr mit Kraftfahr­zeugen und Fahrrädern zwischen Salzburg—Loser und Salzburg—Großgmain eingeschränkt. Die Durchreise durch bayerisches Gebiet ist nur Per­sonen gestattet, die politisch vollkommen einwand­frei find und sich mit einer Bestätigung der Sicherheitsbchörde ihres Wohnortes aus­weisen können, daß gegen ihre Reise durch baye­risches Gebiet nichts einzuwenden ist.

Beflaggungsanordnung ' urch Rundfunk und Vresft

Berlin, 28. November.

Der Reichsinnenminister Frist hat eine Aen­derung der Anweisungen über die Uebermittlung von Beflaggungsanordnungen durchgeführt. Bis­her war vorgesehen, daß die Vorschrift zur Be- flaggung bei besonderen Anlässen in eiligen Fällen den Nachgeordneten Behörden durch Kreistelegramm mitzuteilen war.

Im Einvernehmen mit den übrigen Reichs­ministern hat sich der Reichsinnenminister ent­schlossen» abweichend von dieser Bestimmung Be­flaggungsanordnungen zunächst versuchsweise lediglich durch Rundfunk, Polizeifunk und Presse mitteilen zu lassen. Alle inländischen amtlichen Stellen des Reiches werden ersucht, auf die Be­kanntgabe von Beflaggungsanordnungen der Reichsregierung im Rundfunk und in der Presse zu achten und sie jeweils als dienstliche Anweisung anzusehen.

„UncI Ilkk- lisbi öooti gssisgt"

simoss Volk gscisaki ssins,- l'vlSN

l Als Adolf Hitler diese fünf Worte prägte, die wir hier in Form eines Leitgedankens unserer Betrachtung voranstellen, als er sie zur Schleifen- inschrift eines riesigen Kranzes wählte, den er in München zum Gedächtnis der Toten des deut­schen Krieges niederlegte, da knüpfte der große Weber unseres völkischen Schicksals mit der geisti­gen Gebärde dieses Aufrufes die Lebensfäden wieder fest, die im Gewirk der nationalen Seele zerrissen waren. . . Denn wie immer man auch , das Eesamtgeschehen dieser ungeheuerlich er-

- cignisreichen zwanzig Jahre vaterländischer Ge-

^ schichte deutend überblicken mochte, — über diese

k Bruchstelle kam man nicht hinweg. Nicht umsonst

und nicht von ungefähr hat sich der Sinn der i echten, innerlichen Patrioten, die dem Jahrgang der kämpfenden oder mitleidenden Kriegsteilneh- I wer angehören, stets erneut festgegrübelt an ! jenem vielerörterten „Wenn..." Wenn da­mals in der Marneschlacht, wenn der uneinge- , schränkte U-Bootkrieg, wenn die Zersetzung der Heimatfront nicht: — dann, ja, was dann?! . - Eo ist hundert und tausend Mal gefragt worden. Ungezählte Zeitungs- und Zeitschriften-Aufsätze und viele dicke Bücher sind darüber geschrieben worden... Ein Bruch war da. eine Wunde, die sich nie schließen zu wollen schien. Der entsetzliche Eedanke des Nutzlosen, des Sinn- und Zwe

widrigen fraß, — von allem übrigen Elend abge­sehen — an der tiefsten Wurzel des Lebensglau­bens unseres Volkes.

Denn: so ketzerisch, so volks- und hochverräte­risch es auch klingen mochte — es waren nicht die flachsten Köpfe, nicht die unedelsten Seelen, nicht die mattesten Herzen unter dieser Gene­ration, die, wie heiß sie auch Deutschlands Kriegsglück und sieghaften Ausgang ersehnten, dennoch in einem verzweifelten und rätselhaften Winkel ihrer tiefinnersten Gesinnung sich das nationale Angesicht eines gegen die ganze Welt siegreich gebliebenen deutschen Va­terlandes beim besten Willen nicht glücklich vorzustellen vermochten...?! Woran lag das?

Die Antwort vermochte niemand zu geben. Das platte und widerwärtige Wort der intellek­tuellen Demokratie: Der Geist des Militarismus wäre dann so entartet und ,unkrauthaft empor­geschossen, daß „man vor jedem Briefkasten hätte Front machen müssen", ging natürlich, wie stets, mit vergiftetem Schlagwort an der still ver­zweifelten Frage vorbei. Wohl aber mag es sein, daß eine edlere, tiefmenschliche, bohrende Besorgnis hinter dieser Frage stand: Die Besorg­nis daß der unausbleibliche trunkene Uebermut so ungheueren Waffensieges die Klassen-

zerrissenheit unseres Volkes und die Geld- moral in's Unerträgliche gesteigert und auf alle absehbare Zeit hinaus verewigt hätte . . . Diese Besorgnis ist keine läppische Vernünftelet: sie ist nicht leichtherzig von der Hand zu weisen; es steckt ein Korn furchtbarer Wahrheit darin; und es kann wohl sein, daß heiße und reine deutsche Herzen, tapfere Kämpfer und stille Dul­der so gedacht haben . .

Die Antwort hat Adolf Hitler gegeben. „Und Ihr habt doch gesiegt!" Denn heute ist es klar, daß dieser „Sieg", der überhaupt in diesem von Halbschurken und politischen Stüm­pern begonnenen und beendeten Welt­krieg errungen werden konnte, — daß dieser „Sieg" nur ein geistiger sein konnte! Ver­armt, verödet und veraltet stehen die „Sieger" heute da, in allen Weltteilen. Und der eigentliche militärische Sieger, Frankreich, prangt als grausiger Popanz, Gespenst seiner eigenen überlebten „Eloire". vor aller Welt in der tragischen Karikatur: Krieg ohne

Feind?!... Und das wissen wir heute: uns wäre es nicht anders ergangen!

Dies ist die erlösende Aussöhnung mit un­serem Kriegsmihgeschick; dies die befreiende Ant­wort auf jene den Lebensglauben der Nation zerfressende Frage. Deutschland hat die Ju­gend und die Zukunft errungen. Es hat geistig gesiegt. Der Geist, in dem Deutschland im August 1914 sich zusammenschloß und auszog, den als tiefstes Gut der Nation mit verzehren­der Leidenschaftlichkeit festgehalten, ihn zum

mythischen Sinnbild des deutschen mensch­lichen Lebens überhaupt vertieft und ge­weitet und ihn auf eine praktische ftaats- männische Formel gebracht zu haben: — das ist die Tat des Mannes, vor dessen klassen- geist-verwehender menschlicher llrsprünglichkeit selbst die Dienstbezeichnung „Reichskanzler" so sehr und so allgemein als eng und überlebt emp­funden wird, daß längst ganz Deutschland nur noch von seinem „Führer" spricht...

Noch altert an diesem Totensonntag 1933 ein Geschlecht von deutschen Frauen der Erinnerung an seine gefallenen Männer nach . . .

Noch reißt er schlecht vernarbte Wunden in taufenden und abertausenden Herzen deutscher Mütter wieder auf. . .

Aber etwas ist anders geworden!

Etwas Gewaltiges ist gekommen, eine Art von Trost, von der Jahr um Jahr des schmerzlichen Gedenkens gar nicht abzusehen war, wann und von wannen, wieso und woher er jemals kom­men sollte: Der Trost einer tiefen und heilig- sinnvollen Notwendigkeit!

Der bittere Druck dieses quälend Zwecklosen, dieses vom Schicksalbetrogenseins beginnt am heutigen, diesjährigen Gedenktage zu wei­chen. Die Wunde schließt sich. Die letzten Nar­ben heilen aus. Wofür sie starben —wofür eigentlich! — Dieser Frage aller Fragen ist endlich die Antwort gefunden worden, die mehr ist als eine Salbe glättender und schön­färbender Worte.

Tag der Toten

Von Karl S. Klink

Bremen, 26. November.

Novembersonntag. Der Herbstnebel raucht durch die Straßen. Dumpf hallt das Glocken- geläut über die Stadt. Du stehst und horchst. Vielleicht ist es Wehmut, vielleicht unfaßbarer Schmerz oder Sehnsucht, was du suhlst in dieser Stunde. — ,

Totensonntag. Einmal im Jahr geht ein großes Erinnern durch Millionen deutscher Herzen, ein Erinnern an die, die damals mit uns gingen, mit uns lachten, mit uns lebten, mit uns kämpften, mit uns marschierten. Du magst sie heute rufen — sie schweigen. Und das Grau des Novembersonntags liegt über Gräbern in verlorenen Winkeln. Warum weinst du? Auf Friedhöfen sind die Toten nicht. Wer starb, hat vollendet.

Aber ist denn der Tod nicht so furchtbar, daß alles Leben vor ihm verstummen muß? Sind denn die Millionenopfer des Le­bens so sinnlos, so belanglos, daß der nächste Tag kalt über sie hinwegschreitet? fragst du. So haben unendlich viele gefragt und haben sich keine Antwort darauf geben können in einer Zeit, die keinen Willen kannte zur Zu­kunft, die die Vergangenheit als lächerlich- wertlos verleugnete und Opfer über das eigene Ich hinaus verhöhnte, die gottlos über alles Religiöse lästerte und Schmerz, Qual, Elend verherrlichte als Martyrium des Pro­letariats. So mußten unendlich viele die Todesopfer als sinnlos begreifen, weil nir­gends noch ein tieferer Lebenssinn zu finden war.

Jahre hindurch wurde Gottlosigkeit und damit S e e l e n l o s i g k e i t, Klassenkampf und damit Eigennutz gepredigt. Das zer­fetzende Gift der marxistischen Irranschauung fraß sich tief ein in die Hirne der notleiden­den deutschen Menschen. Und je mehr Leid und Sorge wuchsen, um so schwerer wirkte das Gift. Wie der einzelne sein Blut, seine Familie, feine Religion verleugnete, so ver­gaß und verachtete fast ein ganzes Volk seine Geschichte, seine tiefe Religiosität, verachtete damit sich selbst und verlor so seinen Lebens­zweck. Mehr noch: das deutsche Volk, vom Marxismus vergiftet, ver­spielte sein Lebensrecht. Es trieb in blinder Not bis an den Rand desAbgrundesundk logten m die Toten.

Nur wenige waren es, die diese ungeheure Gefahr klar vor Augen sahen und sich mit Mut und eiserner Entschlossenheit dem Strom entgegenstemmten, um Deutschland vor dem Untergang zu retten. Eine starrende Waffen- mauer hatte nichts vermocht gegen das zer­setzende Gift, dem Millionen verfallen waren. Nur von innen heraus konnte das

Für Deutschland's Sieg sind sie geblieben, ja! So wie es ihnen damals verheißen ward und noch in einem tieferen und schöneren Sinne, als ihn damals jemand denken konnte. Nicht für einen äußerlichen Waffensieg mit all seinen von der Zeitentwicklung bald überholten fragwürdi­gen Folgen und entwertenden Begleiterscheinun­gen, sondern für den bleibenden, den ewigen Wert dieses geistigen Sieges.

Die Toten der Bewegung, die Deutschland vor dem Versinken rettete, die vierhundert Männer, Jünglinge und Knaben, die nach scheinbar so ver- zweiflungsvoll nutzlosem Opfertod von zwei Millionen erneut den El.auben aufrichteten, daß ein großer Sinn hinter dem deutschen Schick­sal dieser Jahre stehe, sie haben mit ihrem Blut das zerrissene Gewebe der deutschen Volksseele binden und knüpfen geholfen.

Eine Brücke ist geschlagen zwischen dem aus­einanderklaffenden Erleben und Erleiden zweier Generationen unseres Volkes.

Ein geistiges Band umschlingt die Weltbilder des einen und des andern Teils, die nie mehr zur Deckung schienen gebracht werden zu können.

Die Toten des Weltkrieges, die in den Jahren deutscher Selbstverlorenheit fast dastanden wie geprellte Toren, sind nun eigentlich erst zur letz­ten, würdigsten Ruhe, zum wahrhaften ewigen Frieden in das innerste einige Herz des Volkes eingegangen! Sie haben doch gesiegt!

biZon k'risär. bl. Ockers,