Ausgabe 
(25.11.1933) Nr. 319
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Zeituiu

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Bremer Zeitung, Verlagsgesellschast m.b.H., Teeren 6 bis 8. — Fernruf: Sammelnummer Roland 823.

Nr. 319 / 4. Vierteljahr

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-er Freien LanfestM vremen

Sprechzeit des Verlages und der Schriftleitnng 12 bis 13 Uhr. / Schluß der Anzeigen-Annahme 16 Uhr.

Sonnabend, den 25 . November

Einzelpreis 15 Nps.

etit Bovisten am Stbanbpsabl

^ Umsturzversuch in

Spanien

Madrid, 23. November.

- Eerüchtweise verlautet, daß die Regierung im ! Laufe des Donnerstag einem Umsturzversuch auf

die Spur gekommen sei, der angeblich süschistisch-

- monarchistischen Charakter haben soll. Sowohl in 4 Madrid wie in der Provinz seien militärische und

zivile Kreise an dieser Verschwörung beteiligt, die in der Nacht zum Freitag losbrechen sollte. Die i Polizei, die sich in höchster Alarmbereitschaft be­findet, hat außerordentliche Vorsichtsmaßregeln ge­troffen. Die strategisch wichtigsten Plätze der Hauptstadt sind durch starke Aufgebote besetzt. Der Hatrouillendienst ist lebhaft. Es ist nicht ausge­schlossen, daß es sich bei diesen Alarmmeldungen um Wahlmanöver handelt mit dem Zweck, : bei den am S. Dezember stattfindenden Nachwah­len den unausbleiblichen Endsieg der politischen kechtssront zu verhindern.

Neichöwehrsoldat von Oesterreichern eiMofsen

München, 24. November. Bei Reith im Winkel ist von österreichischen Erenzwächtern aus Angehörige des 21. Bayeri­schen Infanterieregiments» die dorl ohne Massen eine Skiübung unternahmen, ge­schossen worden. Hierbei wurde der Schütze ^Schuhmacher getötet. Eine amtliche eldung über den Vorfall besagt:

Ein Skikurs- des 2. Bataillons des 21. Baye­rischen Infanterieregiments Nürnberg ist zurzeit fjaus der südlich Reith im Winkel gelegenen Ski- Miittc dieses Bataillons (Hindenburg-Hütte) un- Utergebracht.

Eine» Patrouille dieses Kurses übte am 23. November nachmittags unter Führung eines Unteroffiziers in der Nähe der Grenze am Eggenalmkogel; aus bisher noch unbekanntem Erunde wurden die Soldaten, die Skianzug tru­gen und »»bewaffnet waren, um 15.45 Uhr von drei österreichischen Erenzwächtern mit 5 Schuß beschossen. Dabei wurde der iSchütze Schuhmacher der 6. Kompanie 2.-R. 21 aus Nürnberg durch Kopfschuß tödlich getroffen. Nach den bisherigen Meldungen befand sich die Patrouille 80—10» Meter diesseits der Grenze aus deutschem Boden. Sie hatte auch vor dem Vorfall die Grenze nicht überschritten. Das Mehrkreiskommando 7 hat eine Sonderkom- mission von 2 Offizieren, denen ein Heeres­anwalt beigegeben ist, nach der Hindenburg- Hiitte entsandt.

Neues Vorgehen gegen Sudetendeutsche

Prag, 24. November. Gegen die von Konrad Henlein gegründete Sudetendeutsche Heimatfront wurde eine Unter­suchung eingeleitet. Mehrere. Personen wurden heute aus der Präger- Polizeidirektion verhört, darunter der engste Mitarbeiter Heule,ns, der Zugendfiihrer Brand. Einzelheiten über d»e Un­tersuchung wurden bisher nicht bekanntgegeben.

Die deutsche presse kämpft gegen politische Giftmischerei

Berlin, 24. November.

Die schamlose Dokumentfälschung des „Pe­tit Parisien" findet in der deutschen Presse dre verdiente Charakterisierung. So bezeichnet der „Völkische Beobachter" die Fäl­schungen des „Petit Parisien" als „verbreche­rische Manöver des .Rüstungskapitals". Der „V.B." schreibt: Die deutsche Regierung hat sich bereits vor einigen Tagen gezwungen gesehen, wegen der dreisten Fälschung des Blattes sich offiziell bei der französischen Regierung zu be­schweren und die Forderung auszusprechen, es möge eine objektive offene Prüfung des „Materials", das sich damals auf angeb­liche Anweisungen des Reichspropagandaministe­riums bezog, vorgenommen werden.

Der „Angriff" beschäftigt sich heute abend ebenfalls mit den fortgesetzten Fälschungen des „Petit Parisien" und weist daraus hin, daß es sich gerade nicht etwa um irgendein kleines Skandal- blättchcn handele, sondern um die meistgelesenste und verbveitetste Zeitung in Paris. Wir können aber heute mit Recht fragen, ob das französische Volk diese Tatsache auch noch weiterhin gelten lassen wird. Die niedrige Gesinnung des Leiters dieses Blattes, das zu feige ist, um die immer wieder und nicht nur von uns geforderte photographrsche Wiedergabe der betreffenden Doku­mente vorzunehmen, wird auch der anständige Sinn der französischen Bevölkerung auf die Dauer nicht ertragen können. Man darf gespannt sein, ob sich die Redaktion des „Petit Parisien" beroit- findet, unsere eindringliche Frage nach dem Ur-. Heber dieser Fälschungen, die von angeblichen deutschen Forderungen nach Gebietserweiterungen im Osten sprechen, zu beantworten.

Daß wir in unserer Beurteilung des Liigen- blattes nicht allein stehen, beweist eine Aus­lassung des „Amsterdamer Ällgemeen Handels- blad", das den Vorschlag macht, diese Angelegen­heit vor den Internationalen Ehrengerichtshof für Journalisten zu bringen, der zu dem Zweck errichtet wurde, die Veröffentlichung von Falsch­meldungen, die geeignet sind. in unruhigen poli­tischen Zeiten große Gefahren heraufzubeschwören, zu untersuchen und zu ahnden.

Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der „Petit Parisien" nimmt die zweifelhafte Ehre in Anspruch unter den Hetzern gegen Deutschland, die mit gefälschten Dokumenten, dem niedrigsten Werkzeugen der politischen Gift­mischerei arbeiten, der erste zu-sein. Warum wagt der „Petit Parisien" seine angeblichen „Richtlinien der deutschen Propaganda im Aus- land" nicht zu veröffentlichen? Er fürchtet, so sagt er, ihre Länge und ihr technischer Inhalt

Die neuen QnuncHagsn clsutseke^

8 Lszsmm urici k? u 8 t suf cism 2. Vi/s8tfsli86lisn ^rÄstisrtsg in vortmuncl

Reichsführer des NSLV, Kultusminister n, leitete seine Ausführungen mit der Fest- 1 ein, daß der 12. November die Heimkehr atschen Volkes bedeute. Einige Hitlerworte er an den Anfang seines Vortrages, ins- :re die Aeußerung des Kanzlers in seiner n den Siemenswerken am 1». November, ' von jeher fest an die Qualität seines geglaubt habe. Die nationale Erhebung Hitlers tatkräftiger und zielbewußter Füh­lst zur Volkwerdung geführt. Die Kräfte rgangenheit, die das Volk vorher regierten, uns bewiesen, daß sie nichts konnten, sie Kräfte des Verfalls. Jetzt aber sind die am Werk, die vom Chaos zum Kos- führen, die den Aufbau wirken. Das sei len Gebieten so, am deutlichsten auf dem der Kunst. Die moderne Kunst der n Vergangenheit hat nicht vom Chaos zum >s, sondern vom Kosmos zum Chaos ge- in der Malerei, in der Literatur und in usik. Das Streben zum Ganzen, zu ist das Kennzeichen der heute wirksamen . „Sünde" kommt von „Sondern" her, ist die Absonderung aus dem Ganzen, es" heißt der Privatmann, der Einzel- ,.der Volksfremde, aber der Volksmund cesem Begriff den des Blödsinnigen, der -rückten" unterlegt, und nicht mit Unrecht, ist gleichgültig, nach welcher hode"unterrichtetwird,derEr- rst das Wesentliche. Die „Re- tiönchen" sind vorbei, die Re- tion der Volkheit habe begon- Das Volk hat sich Gott ver-

Der Begriff „Führer" (viel öfter gebraucht als „Kanzler") hat seine ganz besondere heroische Be­deutung. Es ist Bewegung, Fortschritt, Vorwärts- und Aufwärtsdrängen darin. Stillstand schuf den „Vorstand", behagliche Ruhe „Vorsitzende", — ein Zustand der Beharrlichkeit „Vorgesetzte", aber der Kampf schuf den „Führer".

Der Erzieher der Vergangenheit im deutschen Hause suchte das Dunkel der Unwissen­heit zu erhellen mit dem Licht seines eigenen Geistes, mit künstlichem Licht, sei es ein Schein­werfer oder eine Kerze. Manche sprachen von der Fackel der Wissenschaft, vom Licht der Bildung. Sie vergaßen die Sonne, und wo das Sonnenlicht nicht hinkam, entstand Ungeziefer, das das deutsche Volk und seine kostbarsten Güter bestahl. Als das Licht der nationalen Erhebung mit Hellem Sonnenschein in das dumpfe deutsche Haus ein­drang, flüchteten die Nachtvögel und das Unge­ziefer. Die Jugend begrüßte aufatmend Luft und Licht und den frischen Wind der Revolution. Bei künstlichem Licht wächst keine Pflanze, und bei künstlicher Beleuchtung kann keine Erziehungs­arbeit gedeihen. Kind und Lehrer können nicht wachsen. Die Sonne über der Menschheit heißt Gott, die Sonne über Deutschland heißt Vollst um. Die Schule hatte den Kontakt mit dem Volk und dem lebendigen Leben verloren.

Deutsche Jugend muß stürmen und drängen. Das frühere Erziehungsideal in der Schule war eine „abgeschlossene" Bildung. Das ist Unsinn. Der Lehrer erfüllt seine Pflicht, der den Schüler mit unstillbarem Hunger nach neuen Erkenntnissen in die Welt hinausschickt. Die Schule darf keine provisorisch« Vorbereitungsarbeit für das Leben, sein, es muß sinnvolles Erleben daraus werden.

könnten etwas langweilig erscheinen. Welch rührende Fürsorge für den Leser, dem doch sonst genug Unmögliches zugemutet wird! Um die kümmerliche Ausrede wettzumachen — der Zeit­gewinn soll wohl dazu dienen, die Richtlinien erst einmal anzufertigen — wird flugs ein neues „Dokument" veröffentlicht. Man bereitet den Leser vorsichtshalber auf ein neues Dementi aus Berlin vor, mutet ihm aber gleichwohl zu, ein Schriftstück für echt hinzunehmen, dessen Stil allein seine Herkunft aus fließendem Französisch verrät. Es handelt sich um einen Versuch niederträchtigster und gemeinster Vrunnenoergiftung. Das französische Volk sollte sich gegen die Infamie dieses Hetzfeldzuges mit Abscheu zur Wehr setzen.

Der „Tag" sagt: Kein Wort kann zu scharf sein für dieses Verbrechen einer Sorte von Jour­nalismus, der verächtlicher und ge­fährlicher ist als jede brutale Brand st ifterbande. Denn jene Schurken, die sich drüben in den Pariser Redaktionsstuben hämisch ins Fäustchen lachen, weil sie glauben, das erste schwache Aufleuchten eines besseren Ver- stehens zwischen zwei großen Völkern wieder einmal gestört zu haben — sie wollen ja nicht nur ein Paar Scheunen anzünden, sondern bemühen sich, die Brandfackel über ganze Länder zu werfen.

Wir wenden uns an das französische Volk, wir fragen es, ob es wirklich zugeben wolle, daß um der Dividende von Kanonensabrikanten und mit ihnen verfilzten Bankinstitute Willen feile Lohn­schreiber, die von journalistischer Ehre nie einen Hauch verspürten, erneut die Gefahr des Krieges heraufbeschwören. Wir Deutsche jedenfalls haben das Licht nicht zu scheuen.

So fordern wir erneut vor aller Welt die Ver­leumder auf, ihre angeblichen Dokumente un­parteiischem Urteil zu unterbreiten. Wir wissen uns eins in dieser Forderung mit den Anständigen in allen Ländern und auch in Frank­reich selbst. Die vom Scherl-Verlag ausgesetzte Belohnung soll mithelfen, die Wahrheit an die Sonne zu bringen. Wo das Gewissen nicht treibt, lockt vielleicht — Geld. Heraus nun also aus euren Winkeln, ihr Brunnenvergifter, oder ihr bekennt euch selbst zu eurer Schuld und seid schon vor der Schlacht geschlagen!

Dr. Dietrich Vizepräsident der Neichspresfekammer

Wilhelm Weiß zum Führer des Rcichsverbandcs der Deutschen Presse ernannt

Der Präsident der Reichspressekammer, Ver­lagsdirektor Max Amann, hat den Vorsitz des

Falsch ist die Erziehung in einer Schule, in der nur geduldet und gewartet wird. Gewartet aus. den Schulschluß, auf Versetzung, auf Examen usw- Gefürchtet der Lehrer um der schlechten Note! wegen. Keinem Jugendlichen darf ein Fach, für das er keine Begabung besitzt, zum Fluch werden.

Die Lehrpläne sind weit überlastet, der Lehr­stoff muß verkleinert werden. Bildung muß statt in die Breite, in die Tiefe gehen. Autorität muß der Lehrer haben, sie kann man nicht er­schleichen durch die Kluft des Bildungsgrades. Dieses Erschleichen einer fiktiven Autorität ist ein Verbrechen, es weckt Minderwertigkeitskom­plexe. Güte ist Wärme, Heiterkeit die Sonne, daraus setzt sich das rechte pädagogische Klima zusammen.

In den Fahnen, die jetzt geweiht werden, liegen all diese Gedanken verkörpert. Deutschland ist mit einem Wall von Blut und Gräbern umschlossen, das Volk ist Llutgeeint und steht unter dem Sonnenzeichen des Volkstums. Die Weihe für diese Fahnen holen wir aus den Gräbern, sie weisen in die Zukunft. Bei ihnen stehen die Särge und die Wiegen unseres Volkes. So empfangen unsere Fahnen ihre Weihe von uns, die letzte Weihe muß ihnen Gott in dem Segen unserer Ar­beit geben.—

Alsder Redner mit dem Hitler­gruß unter tosendem Beifall schloß, traf Kultusminister Rüst ein. Unter dem Jubel de^r Massen ging Minister Schemm ihm entgegen und schüttelte ihm die Hände.

Nach kurzer Begrüßung durch Regierungsdirek­tor Knoop ergriff dann

Kultusminister Rüst

das Wort Der heutige Staat wird nicht von Männern geführt, die Examina und Staatsprü­fungen abgelegt und dadurch ihre Eignung be- > wiesen haben. Die neuen Führer haben keinen

Vereins Deutscher Zeitungsverleger niedergelegt, um sich seiner Tätigkeit für die Pressekammer in völliger Unabhängigkeit widmen zu können.

Zum Vizepräsidenten der Reichspressekammer hat der Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda heute den Reichspressechef der NSDAP, Mitglied des Präsidialrates der Reichs­pressekammer, Dr. Otto Dietrich ernannt. Demzufolge hat auch Dr. Dietrich die Führung des Rei chsverbandes der Deutschen Presse niedergelegt.

Zum Führer des Reichsverbandcs der Deutschen Presse hat der Reichsministcr Dr. Goebbels heute den bisherigen Vorsitzenden des Landes­verbandes Berlin im Reichsoerband der Deutschen Presse, Chef vom Dienst des „Völkischen Beob­achters", Wilhelm Weiß, ernannt.

Ausschreitungen in Gmudenz

Graudenz, 24. November.

Donnerstagabend kam es erneut zu schweren Ausschreitungen gegen Deutsche. Als im deutschen Klubhaus eine interne Besprechung über die Stadtverordnetenwahlen am Sonntag stattfinden sollte, wurde von polnischer Seite versucht, das Gebäude zu stürmen. Ein Teil der Fenster wurde eingeschlagen. Verschiedene Personen, die zu der Besprechung gingen, wurden tätlich angegriffen. Einer der Verletzten, Schmiedemeister Adolf Krumm, mußte im Krankenhaus sofort operiert worden und starb. Ein zweiter Teilnehmer, Rieboldt, wurde so mißhandelt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Neue Kriegsgefahr in Lhina

Schanghai, 24. November.

Die Bildung einer unabhängigen Regierung in Fukien hat die Möglichkeit einer neuen japa­nischen Intervention in China wieder aufleben lassen. Die in Fukien ansässigen sehr zahlreichen Japaner haben bereits die japanische Regierung um Schutz gebeten, und da die Fukien-Regierung nicht nur einen deutlichen radikalen Einschlag hat, sondern auch durchaus gegen Japan eingestellt ist, wird es nicht für unwahrscheinlich gehalten, daß Japan sich zu militärischen Schrit­ten entschließt. Inzwischen stehen die Feind­seligkeiten zwischen Kanton und der Fukien- Regierung dicht vor dem Ausbruch, und auch Dehiang Kai-Schek, der Führer der Nanking- Regierung, macht Anstalten, durch die Provinz Kiangsi gegen Fukien zu marschieren, so daß mit einem dreiseitigen Bürgerkrieg ge­rechnet wird.

anderen Befähigungsnachweis erbracht, als daß sie die richtige Erkenntnis hatten für das, was dem Volke nottat.

Das frühere Deutschland hat eine vorzügliche Verwaltungsbeamtenschaft, klug, aber einseitig, herangebildet. Ihr Irrtum war, daß sie meinten, auf Bildungsreichtum und Wissen einen Staat aufbauen zu können. Die Folgen dieses Irrtums blieben nicht aus. Aus der Geschichte hörten wir die Kunde von den Volksführern unserer Vor­fahren, die in Not das Volk retteten und in sei­nem Daseinskampf führten. Wir haben auf der Totalität der deutschen Tugenden aufzubauen und auf der Totalität aller Volks­schichten.

Das Wort „Volksschule" soll eine Ehren- bezeichnung sein auch für jede Universität. Die „deutsche Volksschule" der Zukunft wird reichen vom ersten Tag des Schulanfängers bis zum letz­ten Tage des Universitätsstudiums.

Rassenpflege ist mit einer Aenderung des Lehrplanes nicht durchgeführt. Nicht nur die Biologie, sondern weit mehr die Ideologie der Rassenlehre ist wichtig. Alle Lehrfächer müssen daran teilhaben. Die Entschleierung der Wahrheit ist die wichtigste Aufgabe alles Unter­richts. Das Zusammenerkennen muß zum Zusam­menwachsen des Volkes werden. Eine Auswahl des Lehrstoffes wird erforderlich.

In den Vordergrund tritt das uns Wesensver­wandte. Nicht die ästhetische Kritik soll den Lehr- plan bestimmen, sondern die Frage, wo die ur­tümlichen Tugenden unserer Rasse in deutlichster Ausprägung in der Geschichte der Völker hervor­treten. Die -rassische Bestimmtheit unseres Vol­kes ist das A und O. Jeder ist seiner Nation von Geburt an aus Blut und Boden schicksalhaft ver­wachsen. In Lauenburg in Pommern wurde eine Landlehrerhochschule vor einem halben Jahre ins Leben gerufen. Vom Lande her muß der ewige Quell äus Blut und Boden, aus der Kraft Got­tes in der Natur in die Asphaltstädte geleitet

Saboteure des Friedens

Von KurtTeege

Bremen, 25. November.

Das am 30. Januar mit der Machtüber­nahme Adolf Hitlers erstandene neue Deutsch­land hat in der kurzen Zeit seines Bestehens an gewissenloser Hetze so viel kennengelernt und erlebt, daß man annehmen konnte, die Grenzen der Verantwortungslosigkeit gewisser Kreise des Auslandes seien erreicht. Der Ver- leumdungsseldzug hat jedoch jetzt seinen Höhe­punkt gewonnen. Die in Paris meistgelesenste Zeitung, der „Petit Parisien", erdreistet sich, mit unerhörten und unverschäm­ten Fälschungen vor die französische und vor die Weltöffentlichkeit zu treten, indem sie angeblich amtliche deutsche Schriftstücke des Propagandaministeriums veröffentlicht, die Richtlinien an die deutschen Auslandsver­tretungen enthalten sollen. Es soll darin die Rede sein, daß Deutschland trotz Locarno und Versailler Vertrag seine Ansprüche auf Elsaß- Lothringen, auf Rückgabe sämtlicher Kolonien usw. aufrecht erhält. Die deutsche Regierung dementierte diese Lügenmeldungen des „Petit Parisien" vom 16. d. M. Trotz dieses Demen­tis, das von dem Blatte veröffentlicht wurde, erlaubte sich die Redaktion erneut zu behaup­ten, daß die veröffentlichten Dokumente den­noch echt seien.

Soweit der Sachverhalt. Die deutsche Re­gierungchat vor der ganzen Welt festgestellt, daß diese Veröffentlichungen in der genannten Pariser Zeitung Brunnenvergiftung übel st er Artdar st eilen. Das deutsche Volk hat durch seinen Führer und durch den greisen Reichspräsidenten von Hindenburg wenige Stunden vor der Wahl am 12. No­vember seinen Friedenswillen in die Welt Hinausgerufen und ist mit dem Ergebnis der Wahl selbst von dem gesprochenen Wort zur Tat übergegangen, ein Bekenntnis, wie es nicht stärker von einer Na­tion zum Ausdruck gebracht werden kann. In der gleichen Zeit, in der ehrlose Kreaturen versuchen, diesen Friedenswillen der deutschen Nation durch Lügen und Verleumdungen in seinem Wert zu mindern, empfängt der Kanz­ler des deutschen Reiches Adolf Hitler den außenpolitischen Redakteur der großen fran­zösischen Tageszeitung „Le Matin" und betont erneut den deut schenWillenzu einer Verständigung mit Frankreich mit dem Ziele eines dauerhaften Friedens Euro­pas. Der Pariser Journalist schließt seinen Artikel über die Unterredung mit dem Füh­rer mit der Bemerkung, daß er von der Auf­richtigkeit und dem ehrlichen Willen Deutschlands in allen das Ausland an­gehenden Fragen überzeugt sei.

Und in die Kommentare der Weltpresse, die sämtlich den Ausführungen Hitlers größte

werden. Der Minister betonte, daß dies sein, ur­eigenster Gedanke sei, um der. Jugend das Gift der Großstadt zu nehmen, sie. zurückzuführen, zu Blut und Boden. Diesem Zweck diene auch das für Ostern geplante Landschulj a h r.

Unverschuldete Armut dürfe kein Hindernis sein für den Ausstieg des wirklich Begabten und Tüchtigen. In dieser Richtung wird der Weg der deutschen Erziehung gehen zum Besten des deut­schen Volkes. Deshalb sollen alle Leh­rer ohne Ausnahme durch die SA und durch das Arbeitslager gehen. Dann erst können sie Volkserzieher sein.

Der Arbeitsfrieden an den Hochschulen ist hergestellt. Es wird gearbeitet, weil die Ju­gend die Zukunft nicht mehr verbaut sieht. Der Lehrer, der Führer wird nicht im Laboratorium, sondern im Volke gebildet. Niemand darf leh­ren, der-nicht dienen gelernt hat. Die Berufs­organisation stellt in den Vordergrund nicht mehr das Recht, sondern die Pflicht, die Pflicht ge­genüber dem Volke. Die Jugend mutz Ehrfurcht haben vor dem heiligen Vaterlande. Jeder muß den Wunsch haben: Ich möchte nicht König sein in einem Volk von Sklaven, lieber Tagelöhner in einem Volk der Ehre und Freiheit! , , .

- Die Aufgabe des NS-Lehrerbundes ist groß und schwer. „Ich dien' !" muß oberster Grund­satz sein. Es gilt nachzuholen, was unsere Genera­tion bisher versäumt hat. Alle anderen Lehrer­organisationen müssen aus freiem Entschluß, zu der gemeinsamen Arbeitsfront der deutschen Er­ziehung in einem großen allumfassenden NS- Lehrerbund .. zusammenkommen. (Anhaltender Beifall.)

Der Arbeiter kam zu Hitler, als das Wort „Ehre" in die Debatte geworfen wurde. Im Namen der Ehre hat das deutsche Volk geschlos­sen abgestimmt. Die Volksverbunden­heit des Lehrers ist die Hauptsache. In seiner Hand liegt die Zukunft des deutschen Volkes