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-er Freien LansestM vremen
Nr. 314 / 4. Vierteljahr
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Montag, den 20 . November
Der Aufmarsch des öeuWen Handels
Dr. von Renleln sprich« zum deutschen Kaufmann
Braunschweig, 19. November. Zm Mittelpunkt des Tages des Deutschen Handels in Braunschweig stand die Kundgebung des gesamten Handels auf dem Leonhardplatz am Sonntagmittag.
Schon am frühen Morgen hatten sich an verschiedenen Stellen der Stadt die einzelnen Spitzen- vertretungen des Reichsstandes des Deutschen Handels versammelt. In fünf Säulen marschierten sie dann zum Leonhardsplatz, wo sie gegen 12 Uhr eintrafen. In seiner Eröffnungsansprache erklärte der Geschäftsführer des Reichsstandes des Deutschen Handels, von Dewitz, den Tag des Deutschen Handels für eröffnet. Er dankte den diplomatischen Vertretern, den Vertretern der Reichs- und Länderregierungen, der Städte und den Kammern sowie den Dienststellen der Partei für ihr Erscheinen und führte dann fort: „Was seit Menschengedenken unmöglich schien, heute ist es Wirklichkeit: Nicht nur Arbeiter, Angestellte und Unternehmer stehen Schulter an Schulter, sondern alle Zweige des Handels sind geeint. Als Sendboten gehen wir von hier in Deutschlands Gaue und über die Meere; zu wirken und zu werben für die Ehre und Sauberkeit unseres Standes und für Deutschlands Ansehen in der Welt. Der Reichsstand des Deutschen Handels geht voran als Kämpfer und Führer. Der ehrbare deutsche Kaufmann wird ihm folgen!"
Darauf ergriff der Führer des Reichsstandes des Deutschen Handels,
Dr. v. Renteln,
das Wort: „Zum erstenmal in der Geschichte des deutschen Handels, so führte er aus, sind am heutigen Tage über hunderttausend deutsche Volksgenossen aus allen Zweigen und Sparten des Handels und aus allen Teilen des Reiches hier im Zeichen des neuen Geistes, der in Deutschland herrscht, zusammengetreten. Es ist ein Tag, an dem wir uns einerseits Rechenschaft ablegen müssen über den Sinn und Zweck, über Inhalt und Wesen des deutschen Handelsstandes und daraus andererseits seine Aufgaben ableiten und sein großes Ziel herausstellen. Es ist darum eine ernste Stunde von großer Tragweite.
Dex deutsche Handel umfaßt rund Million Betriebe, in denen rund S Millionen deutsche Volksgenossen Arbeit und Brot finde«.
Die Bedeutung des Handels liegt aber nicht nur in dieser großen Zahl, sondern vor allem in der Form, in der Art seiner Betriebe. Die weitaus überwiegende Mehrzahl der Handelsunternehmungen sind mittelständische Betriebe. Es sind Betriebe, in denen eine ungeheure große Anzahl kleiner und mittlerer selbständiger Unternehmer tätig sind. Das ist wichtig, weil der Nationalsozialismus sich zum Privateigentum und zur freien Entfaltung der Privatinitiative bekennt.
Jeder vernünftige Mensch wird anerkennen, daß
die Privatinitiative der mächtigste Hebel einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung
ist. Aus Gründen des Gesamtwohles des deutschen Volkes und nicht aus Gründen des Interesses einer einzelnen Gruppe ist die Festigung und Ausbreitung einer großen mittelständische» Schicht, wie wir sie im Handel zum großen Teil verwirklicht sehen, ein unabweisbares Erfordernis. Aber noch aus anderen schwerwiegenden Gründen liegt diese kleine und mittlere Betriebsform im Eesamtinteresse des Volkes. Vor allem ist in ihr noch der lebendige Zusammenhang zwischen dem Unternehmer und dem Angestellten und Arbeiter vorhanden. Weiterhin sind durch solche Betriebe den Angestellten, Arbeitern und Lehrlingen in höherem Maße Aufstiegsmöglichkeiten gegeben, als durch irgend eine andere Betriebsform.
Es entspricht dem nationalsozialistischen Leistungsprinzip, daß dem Träger besonderer Leistungen auch Aufstiegsmöglichkeiten gegeben werden, damit sich seine Leistungen im größeren Rahmen zum Nutzen des Voltes auswirken können.
schließlich bilden solche kleinen und mitt- Betriebe eine viel stabilere Grundlage Volkswirtschaft, die in Zeiten der Krisen töte besser als andere standhalten und in der Blüte und des Aufschwungs nicht zu überhitzten und übersteigerten Wucherungen die notwendigerweise zu Rückschlägen in Volkswirtschaft führen. Alle diese Eigen- n machen diese mittelständischen yandels- ie zu einem besonders wertvollen wirt- chen Träger des Volkslebens.
alle wissen, daß es im Handel auch Gebiete ruf denen größere Organisationen und verzweigte Großbetriebe notwendig sind. ller Deutlichkeit muß aber erklärt werden. >rt wo die kleinen und mittleren Betriebe teilte wirtschaftliche Aufgabe vollauf bewal- so insbesondere im Einzelhandel, mam-
lrtige Eroßunternehmungen
nicht am Platze sind und nicht im Interesse des Volksganzen liegen. Im nationalsozialistischen Staat wird auch nach diesem Grundsatz verfahren werden.
Aber nicht wirtschaftliche Fragen sind es, die am Tage des deutschen Handels im Vordergründe stehen. Ueber den Einkaufspreisen, den Fälligkeitsterminen, über der Konjunktur, der Ladenkasse und über Steuerberechnungen steht für uns
an erster Stelle das Gesamtwohl des deutschen Volkes.
Die Männer des deutschen Handels erklären feierlichst von dieser Stelle aus. datz für sie wichtiger als der eigene Nutzen das Ge- samtinteresse des Volkes ist, wichtiger als ihre wirtschaftlichen Wünsche, ihr stolzes Standesbewutztsein ist. ein nützliches Glied des Volkes zu sein, und wichtiger als die eigene Not der Dienst ist. den sie am Volksganzen erfüllen, und das stolze Bewußtsein, untrennbar der deutschen Schick- salsgemeinschast verbunden zu s e i n. Wir lehnen es ein für allemal ab. uns Krämerseelen nennen zu lassen. Wir wollen einvolksbewutzter.stolzerStand des Handels sein!
Haben wir nicht leuchtende Beispiele eines stolzen Handelsstandes in den vielen Jahrhunderten der deutschen Geschichte? Und in der neuesten Zeit? Hat der deutsche Handel die deutsche Fahne nicht hinausgetragen in alle Welt? Wenn jetzt die großen Handelsstraßen der Welt verödet daliegen und wenn es sich jetzt der deutsche Handel zur vornehmsten Aufgabe gesetzt hat. dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft zu dienen, was soll uns hindern, -für den Stand des deutschen Handels und damit für die deutsche Fabne Ehre einzulegen und Anerkennung zu erwerben, wie das der Handel schon oft getan hat.
Nichts auf der Welt und kein Mensch auf der Erde wird den Stand des deutschen Handels daran hindern, seine reiche und im besten Sinne volksverbundene Tradition wieder aus die Höhe einer stolzen Blüte zu tragen zum Besten des Volkes!
Wenn man den Dingen klar ins Auge schauen will, dann muß man erkennen, daß in den letzten 14 Jahren im deutschen Volk und insbesondere im deutschen Handel ein furchtbarer Schaden angerichtet wurde. Nach dem Kriege ergossen sich die Heuschreckenschwärme der Ostjuden über das deutsche Land. Auf allen Lebensgebieten des deutschen Volkes zerschlugen sie überall die Sitte und das deutsche Wesen durch ihren raffenden spekulationslüsternen Geist der Ver- antwortungslosigkeit. Kann man darum behaupten, es gäbe keine deutsche Kunst, es. lebte keine deutsche Wissenschaft, es wäre kein deutsches Ehrgefühl vorhanden, es gäbe keine pflichtbewußte deutsche Wirtschaft oder keinen ehrlichen volks- verbundenen und redlich schaffenden deutschen Handel? Die Gründung des Reichsständ'es des deutschen Handels am 4. Mai 1933 ist nicht etwas gewesen, was sich einige Verbandsführer vielleicht an ihren Schreibtischen ausgedacht haben.
Der Zusammenschluß zum Reichsstand des Handels ist die Erfüllung der tiefen Sehnsucht aller Handelskreise Deutschlands: seine Tradition auf der Grundlage des Dienstes am Volke, eines stolzen Standes- und Pflichtenbewußtseins zu erneuern und zuin Ausdruck zu bringen.
Der Reichsstanü des Handels ist durch Jahrhunderte hindurch zu xinem lebendigen organischen Gebilde erwachsen und hat am 4. Mai nur seinen sichtbaren Ausdruck gefunden durch die Männer, die seinen besten und stolzesten, in der Geschichte oft bewiesenen Eigenschaften und dadurch dem ganzen Volke dienen wollten. Die Aufgabe des Kaufmanns ist es sticht, Waren oder -Leistungen hereinzunehmen, nur um sie Mit einem Profit, ungeachtet der anderen Umstände, wieder loszuschlagen. Der deutsche Handel ist Treuhänder und Mittler dafür, daß das deutsche Volk, das Güter hervorbringt, auch seine Bedürfnisse in geeigneter Weise durch diese Güter befriedigen kann. Der Handel ist ein ebenso nützliches und produktives Glied der deutschen Volkswirtschaft, wie die gütcrer,zeugenden Stände. Weil er die Dinge, die das Volk zum Lebe» braucht, nicht selbst erzeugt. sondern den Kreislauf der Güter bewältigt, ist er nicht weniger wichtig.
Der Handel ist dann notwendig und nützlich, wenn er nicht dem Spekulantentum, sondern der doppelten Aufgabe, einmal dem Verbraucher und zum anderen der Erzeugung, dient. Jeder auftauchende Käufer ist für den Handel nicht eine Gewinnmöglichkeit, sondern ein deutscher Volksgenosse, für den derHandel ein Treuhänder ist.
Durch Jahrhunderte hindurch hat der deutsche Handel den stolzen Bau seines Standes errichtet. Wollen wir in dieser großen Zeit, in der das ganze deutsche Volk zu sich selbst zurückgefunden hat, nicht zu uns und zu unserem Dienst an diesem Volke zurückfinden? In einer Zeit, in der der viele Jahrhunderte alt« Traum der deutschen Einigkeit überwältigende Wirklichkeit geworden ist, laßt uns einig sein in uns selbst und in unseren Aufgaben am Volke. Wir sind die Männer der ehrenhaften und friedlichen Arbeit und haben uns in diesen Tagen bei der Wahl offenkundig vor aller Welt zu unserem Führer und zu seiner Politik des Friedens. der Ehre und der Gleichberechtigung bekannt.
Wir wollen dies Werk vollenden und jenen Geist des Nationalsozialismus, den unser Führer Adolf Hitler uns durch sein lebendiges Beispiel gab, in uns wach rufen und in die Wirklichkeit umsetzen: Den Geist der Volksverbundenheit, der Opserbereit- schast, des Verantwortungsbewußtseins, des Pflichtgefühls, des eigenen tätigen Einsatzes und des Dienstes am Volke.
Jahrhundertelang hat der deutsche Handel als Stand sein Schild rein und makellos erhalten, und wie das deutsche Volk den Makel und die Schande der letzten 14 Jahre von sich abgestreift hat, so wollen auch. wir nicht, unwürdige Enkel unserer Vorväter sein, sondern das Schild des deutschen Handelsstandes wieder befreien von allem Unreinen und zum alten Glanz und zur alten Ehre. hinaufführen. Das sei unser Gelöbnis an unseren Führer in dieser Stunde: unermüdlich in dem Geiste zu wirken, den wir alle erhalten haben von unserem Führer Adolf Hitler!
Die Ausführungen des Führers des deutschen Handels wurden mit brausendem Beifall aufgenommen. Langsam setzte sich dann der große Umzug mit den Festwagen aller Gliederungen de« Handels durch die Stadt in Bewegung.
Die Kundgebung des Deutschen Einzelhandels
Nach der großen Kundgebung am Sonntagmittag auf dem Leonhardsplatz versammelte sich am Nachmittag der gesamte deutsche Einzelhandel in der Stadthalle zu einer großen Kundgebung Hier sprach der Präsident der Hauptgemeinschaft des Einzelhandels, Freudemann. vor etwa. 12 099 Einzelhändlern und zahlreichen Vertretern der Reichs- und Staatsregierung und der Presse. Er gedachte zunächst des großen Erlebnisses der Kundgebung auf dem Leonhardsplatz und fuhr dann fort, der Einzelhändler fühle sich verantwortlich,^ jedem Volksgenossen das Richtige zu bieten Er sei der
Treuhänder für die Hälfte des deutschen Volkseinkommens»
das ihm seine unden anvertrauen. Ein Drittel aller Güter in .allen Gruppen der Wirtschaft habe der Einzelhandel in seine Vorratshaltung übernommen. um jeder Nachfrage zu jeder Zeit gerecht zu werden. Der Einzelhändler sei der ständige Auftraggeber für ungezählte Millionen deutscher Industriearbeiter. Das Treugelöbnis des Einzelhandels an den Führer umschließe das feierliche Bekenntnis, daß auch der Einzelhandel Diener des ganzen Volkes sein wolle und der Eigennutz in den eigenen Reihen, wo immer er anzutreffen ist. niederkämpfen wolle.
Die Folgen des allgemeinen Zusammenbruchs in den vergangenen Jahren zeichneten sich im Einzelhandel durch den Absturz der Umsätze von 86 Milliarden Mark im Jahre 1929 auf 21 Milliarden Mark im Jahre 1932 ab. In den letzten fünf Jahren seien rund 40 060 Einzelhandelsbetriebe zusammengebrochen. Dieser Niedergang wurde begleitet von einer Verwilderung der Wettbewerbssitten und einer Untergrabung der Wirtschaftsmoral von bisher ungeahnten Ausmaßen. Der Nationalsozialismus habe dieser Entwicklung Hal geboten. Der Umsatzrück- gang, der im vergangenen Jahr noch 2V v. H. betragen habe, sei auf 10 v. H im ersten Halbjahr 1933 gemilderr worden. Im dritten Vierteljahr seien in einigen Zweigen des Einzelhandels die Vorjahrsumsätze zum erstenmal seit vier Jahren sogar wieder überschritten worden.
Um der Arbeitsbeschaffung zu dienen, seien in vielen Zweigen des Einzelhandels Mehrbestellungen bei den Vorlieferanten festzustellen, die zur Erweiterung seiner Lagervorräte und zur Neuenistellung neuer Arbeitskräfte i» der Industrie geführt hätten. Darüber hinaus habe die Hauptgemeinschaft noch kürzlich veranlaßt. daß in den Reihen des Einzelhandels selber auf breitester Basis neue Arbeitskräfte unter
gebracht würden. Der Einzelhandel sei die natürliche Stütze der Arbeitsbeschaffung gerade jetzt. Aufgabe des Einzelhandels sei es ferner, einer Erweiterung des Verbrauchs durch stabile Preise zu dienen. Der Einzelhandel werde alles daransetzen, um eine Verteuerung der Lebenshaltung zu vermeiden, soweit dies in seinen Kräften liegt.
Präsident Freudemann schilderte dann an Hand' von verschiedenen Beispielen, daß bislstr diese Bemühungen des Einzelhandels erfolgreich waren. So seien durch die Maßnahmen der Reichsregis- rung zur Rettung des deutschen Bauernstandes die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise seit Beginn des Jahres um 14,6 v. H.' gesteigert worden, während die Lebensmittelpreise des Einzelhandels seit dem diesjährigen Tiefstand im März nur um 5,7 v. H. gestiegen seien,
Präsident Freudemann brachte darauf den Wunsch zum Ausdruck, die Reichsregierung möge weiterhin in die Bemühungen des Einzelhandels, Kaufkraft und Preise in Einklang zu halten, durch eine allmähliche Stärkung der Kaufkraft
unterstützen. Als geeignete Wege dazu bezeichnete er u. a. eine schrittweise Senkung der Einkommensteuer. Auch der eigene Berufsstand müsse sich wieder gesunde Lebensformen schaffen, indem das nationalsozialistische Gedankengut auf Form und Inhalt der Berufsarbeit des Einzelhandels stärksten Einfluß gewinne.
Bezüglich der Konsumvereine sagte der Redner. daß ein? Umgestaltung, die sich auf dem Gedanken der Leistung des Fachhandels aufbaue, notwendig sei. aber selbstverständlich nur im Rahmen der Werterhaltung der Gesamtwirtschaft durchgeführt werden dürfe.
Zum Schluß erklärte Präsident Freudemann, daß eine geschlossene und gesunde Einzelhandelspolitik die organisatorische Zusammenfassung aller Gruppen und Formen des Einzelhandels voraussetze. Wir alle hätten die selbstverständliche Pflicht, jeder zu seinem Teil auf den Wegen, die uns der Führer vorgezeichnet habe, weiterzuarbeiten. Sein Kampf sei unser Kampf, sein Ziel sei unser Ziel!
Geemannsiragödie in -er Nordsee
Ain sterdam, 19. November.
In Rotterdam ist am Sonntagmorgen der Dampfer „Egeria" aus Danzig eingetroffen. Er hatte an Bord den aus B r e m e rh a v en stammenden schwerkranken 1. Maschinisten Schwendt von dem deutschen Motorschiff „Kreuzsee" und die Leiche des aus Stolpmünde stammenden 2. Maschinisten Kindt. Die „Kreuzsee", die sich von Hamburg nach Limdon unterwegs befand, ist am Freitag gegen 22 Ahr auf der Höhe vonBorkumgekentert.Es kann als sicher angenommen werden, daß von den elf Mann der Besatzung nur der 1. Maschinist am Leben geblieben ist.
Am Sonnabend gegen 5 Uhr hörte ein Matrose der „Egeria" Hilferufe. Als man mit Scheinwerfern das Meer absuchte, entdeckte man auf der sehr hochgehenden See ein Boot mit drei Menschen. Der Dampfer hielt sofort auf das Boot zu, doch dauerte es über eine Stunde, bis man das Boot längsseit hatte. In diesem Augenblick gelang es einem der Schiffbrüchigen, die Reeling der „Egeria" zu ergreifen, so daß er gerettet werden konnte.
Inzwischen war aber das Boot von den Wellen wieder fortgeschlagen worden. Erst nach Verlauf einer weiteren halben Stunde hatte man das Boot wieder längsseit. Der zweite Steuermann der „Egeria" sprang hinüber und es gelang ihm, einen Mann, der inzwischen bereits gestorben war, zu bergen.
Der dritte Mann, der vermutlich auch nicht mehr am Leben war, war bereits fortgespült worden.
Der gerettete Maschinist sagte, daß der Untergang der „Kreuzsee" sich binnen weniger Minuten abspielte. Er selbst konnte sich aus seiner Koje mit fünf anderen in ein Rettungsboot begeben.
Sieben Stunden lang war das Boot in
der sehr kalten Nacht ein Spielball der Welle».
Die Schiffbrüchigen wurden einer nach dem anderen bewußtlos über Bord gespült. Allein der 1. Maschinist, ein sehr kräftiger Mann, konnte durchholten. Er wurde in einem Rotterdamer Krankenhaus aufgenommen.
Braunschweig 1933
Schon einmal sind wir in de» Jahren des Kampfes nach Braunschweig gefahren. Da» mals galt der große Aufmarsch der hundert tausend SA.- und SS -Männer als der Anst- takt zu einer neuen großen Offensive gegen das System von Weimar.
In den vergangenen zwei Tagen hat Braunschweig wieder Hunderttausend gesehen und wieder wurde es ein Auftakt, der wegweisend sein wird für die weitere Entwicklung des Dritten Reiches. Hatte doch zum ersten Male der deutsche ehrbare Handel in seiner ganzen Mannigfaltigkeit sich zusammengefunden, um damit zu dokumentieren, daß er sich der Verpflichtungen, die das Dritte Reich, der Staat Adolf Hitlers, ihm durch seine Anerkennung als mächtiger und für die Gesamtwirtschaft unentbehrlicher, einheitlicher Stand auferlegt hat, bewußt ist.
Heute hat die siegreiche nationalsozialistische Revolution auch im Handelsstand mit unseligen Gegensätzen, die noch vor kurzer Zeit es unmöglich erscheinen ließen, Perufe tausendfältiger Art und ebenso vieler Interessen, jemals organisatorisch, und was das Ausschlaggebende ist, auch ideell zusammenzufassen, aufgeräumt. Heute marschiert der Groß- und Ueberseekaufmann neben dem Kleinhändler, neben dem Straßenverkäufer. Und heute wissen plötzlich alle, die gemeinsam marschieren, daß sie der alle umfassende Begriff des ehrbaren Kaufmanns eint und züsamntsN- schweißt. Heute weiß jeder, daß Geschlossenheit Stärke, Zerrissenheit Ohnmacht bedeutet, weil er die Macht der Geschlossenheit immer wieder sinnfällig vor Augen geführt bekommt.
War der Tag des ersten Mai, der Tag des gesamten schassenden Volkes, so die Bauern- tagung am Bückeberg als Zeichen der Verbundenheit des nationalsozialistischen Staates mit dem bodenständigen und blutschöpferischen deutschen Bauerntum geweitet worden, so waren die Tage von Braunschweig das Sinnbild dafür, daß das Deutschland der nationalsozialistischen Revolution sich zu den Grundsätzen bekennt, die den Kaufmann zum Träger städtischer Tradition und Kultur gemacht haben.
Weil das nationalsozialistische Deutschland sich zu diesen Grundsätzen bekennt und weil auch der deutsche Kaufmann, der nichts, gemein hatte mit den zerstörenden Kräften jüdischen Händlertums, sich immer danach sehyte, diese Grundsätze wieder voll Wirklichkeit werden zu lassen, deshalb mußte der Tag des Handels zwangsläufig zu einem Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat und seinen Wirtschaftsprinzipien werden.
Dieses Bekenntnis, das der deutsche Handel in seiner Gesamtheit und organisatorischen Geschlossenheit gestern zum Führer und vor Deutschland abgelegt hat, soll aber mehr als Bekenntnis, soll Verpflichtung der Gesamtheit gegenüber bedeuten. Nicht mehr sinnloser Kämpf Aller gegen Alle, sondern Einordnung in die große Gemeinschaft, Gemeinnutz vor Eigennutz, ist der Sinn der neuen berufsstündischen Gliederung und Erziehung des deutschen Volkes. Stände, die sich ihrer Pflichten gegenüber der Gesamtheit bewußt sind, werden innerhalb dieser Ge-- Zamtheit auch die Stellung einnehmen, die ihnen.'gebührt und die sie fordern können.
Der deutsche Handel ist wieder zur vollen Verantwortung erwacht, die ihm sein besonders bedeutungsvoller Dienst am Volke auferlegt. Damit ist er auch wieder zu einem der starken Grundpfeiler der gesamten deutschen Wirtschaft geworden und dazu berufen, am Wiederaufbau helfend und tatkräftig mitzuarbeiten.
Daß er trotz aller zersetzenden Einflüsse der vergangenen überwundenen Epoche sich die gesunde und urwüchsige Kraft bewahrt hat, ist unser Glaube, ebenso wie es unser unerschütterlicher Glaube beim deutschen Arbeiter, beim ganzen Vojk war. llri °
William McBullit, der nach der Anerkennung der Sowjetunion durch die Vereinigten Staaten als erster amerikanischer Botschafter nach Moskau gehen wird.