Ausgabe 
(30.10.1933) Nr. 293
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Nr. 293 Jahrgang 1933

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Bremen, Montag. 30. vttober 1933 Einrerpreis 15 Vka.

Anzeigen: hiesige die 14 gespaltene mm-Zeile RM. 018. auswärts RM. 0.17; im Texlteil RM 0.75. auswärts RM. 1.-; Stellengesuche RM 0.08; FamUienanzeigen Stellenangebote und Wohnungsmark! RM. 003; sonstige kleine private Anzeigen bis zu 20 ivm bei Vorauszahlung lohne Rabatt» RM. 0.08 Platzvor'christen ohne Verbindlichkeit. Anzeigen- sch! l6 Uhr. Bet Be'iriebSllörung, Streik, Verbot u s. rv. Hai der Bezieher keinen Anspruch aus die Rückzahlung des Bezugspreises.

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Hitlers Kampf

um die Ehre des deutschen Volkes

Der Füürer spricht in einer Riesenkundgebung in der Frankfurter Festhalte

Frankfurt a. M., 29. Oktober.

Der Führer sprach am Sonntag in der Frankfurter Festhalle. Die 20 000 Plätze der Halle waren bereits einige Stunden nach der Ankündigung der Kundgebung restlos ver­kauft, und so mutzten denn sich Hunderttau- sende damit begnügen, den Führer in einem der 73 Säle und Lokale zu hören, in die die Rede durch Lautsprecher übertragen wurden Die Gauleitung hatte die Parteigenossenschaft gebeten, die Festhalle möglichst denen freizu­geben, die den Führer noch nicht von Ange­sicht zu Angesicht gesehen hatten. Die eben­falls für die Uebertragung hergerichteter Theater wurden bereits um 18 Uhr geöffnet. Die Festhalle war schon um 13 Uhr freige­geben worden. Der riesige Raum war be­sonders reich mit Flaggen und breiten Trans­parenten geschmückt. Gegenüber der großen Treppe, vor deren Absatz der Führer sprach, mahnte eindringlich der Satz:Mit Adolf

Hitler steht und fällt Europa".

Punkt 17,30 Uhr marschierten die Fahnen der Verbände in den Saal und nahmen auf einer für diesen Tag gebauten großen Rampe Aufstellung.

Der Führer war um 16Z0 Uhr auf dem Flugplatz eingetroffen, wo sich Gauleiter Sprenger zum Empfang eingefunden hatte. Er begab sich zunächst in die Woh­nung des Gauleiters und von dort nach der Festhalle. Das Ausschalten der großen Be­leuchtung kündigte die Ankunft des Führers an und ließ die Menge verstummen. Aus der Stille brach dann spontan ein einziger Ruf d e r B e g e i st e r u n g, als der Kanz­ler die Halle betrat. Wieder und wieder er­schallten Heil-Rufe, bis Gauleiter Sprenger die Rhein-Main-Kundgebung für eröffnet er­klärte.

Der Gauleiter begrüßte den Führer und wies darauf hin daß am 4. Oktober 1930 nach der Reichstagswahl von der Festhalle aus durch den Führer ein Appell an die Welt ge­richtet worden ser. Er habe damals keinen Zweifel darüber gelassen, was er wollte. Da damals der Kn -ygebung mehr als ein Dut­zend Korrespondenten ausländischer Blätter beigewohnt hätten, könne die Welt nicht be­haupten, daß sie im Unklaren über das Wol­len des Führers gelassen worden sei.

Die Kanrlereeöe

Mit nicht endenwollenden Seilrufen be­grüßt, ergriff dann der Kanzler das Wort. Die wichtigsten Stellen feiner Ausführungen mit lebhaften Gesten unterstreichend, legte er mit wunderbarer Klarheit die Verhältnisse dar, die wir als Ergebnis des Verfailler Ver­trages für ' s deutsche Volk und die Welt sehen. Die Ausführungen wurden häufig >urch B a'is'undgebungen u '>n.

So, wie am 5. März das deutsche Volk sich entscheiden mußte, über den Kurs im in­nern". so führte Adolf. Hitler einleitend aus. .so muß es sich am 12 November entscheiden über den Kurs nach außen. Es muß sich ttar entscheiden, ob es will, daß die Ehre der Na­tion und ihr gleiches Recht in der Zukunft vor de* -- Welt offen und frei vertreten werden soll. Es muß sich entscheiden für ei­nen Weg, der im ersten Augenblick vielleicht schwer sein kann, der aber gung nach auf die Dauer eine große Nrtton allein in ihrer Größe zu erhalten vermag.

Unter stürmischer Zustimmung der Ver­sammlung zeigte der Führer erneut das Er­gebnis Und d>e verheerenden Folgen des Verfailler Vertrages ruf, der doch Verständigung und Versöhnung bringen sollte, der aber durch seine Unvernunft die. kommunistische Idee grotzgezüchtet und Mil­lionen Menschen zu Feinden der menschlichen Gesellschaft gemacht habe.

Einst sagte« sie, wir mußten abrüsten. Wir haben abgerüstet, und sie sollen nicht >o tun, als ob die Abrüstung bei uns praktisch nicht durchgeführt worden wäre. Sie waren ja mit ihren Kontrollkommissionen lange ge­nug in Deutschland, um das überwache« zu können." (Stürmischer Beifall)

Aber nicht genug, daß die anderen nicht abrüsteten. Sie hätten aufgerüstet! Von wem fühlten sich die anderen Völker be- vroht" Etwa von uns? Wenn sie heute rüsteten seien etwa wir Schuld daran, etwa die 100 000 Mann, die wir hätten? Es müsse endlich mit diesen Phrasen aufgeräumt wer­den daß alles unserwegen geschehen müßte. (Sriirmischer Beifall) Wenn man gerade auf

das nationalsozialistische Deutschland ver­weise, dann erinnere er daran, daß noch vor einem Jahr die Welt die nationalsozialistische Bewegung als gänzlich bedeutungslos und so­gar noch nach der Machtergreifung alsvor­übergehende Erscheinung" bezeichnet habe, und jetzt auf einmal behaupte man, man habe in den letzten zehn Jahren nicht abrüsten können, weil der Nationalsozialismus da sei. Sie hätten 13 Jahre Zeit gehabt, abzurüsten, als wir nicht an der Macht waren. Ja, es sei sogar möglich, daß wenn die anderen in diesen 13 Jahren ihr Versprechen eingelöst hätten der Nationalsozialismus vielleicht überhaupt nicht zur Regierung gekommen wäre. Allein, sie hätten es nicht getan. Das deutsche Volk hat nicht nur technisch und militärisch abgerüstet, nein auch geistig und moralisch hat es abgerüstet." (Stürmischer Beifall.)

In ihrem 14jährigen Ringen habe die na­tionalsozialistische Bewegung sich durchgesetzt, nicht um einen Kriegswahnsinn zu huldigen, sondern um Deutschland vor dem Abgrund zurückzuweisen, vor einem Abgrund, der den Wahnsinn des Bolschewismus über Deutschland gebracht und keineswegs an den deutschen Grenzen Halt gemacht hätte. Wenn das mitteleuropäische Gebiet dem Bol­schewismus nicht standgehalten hätte, dann wäre heute Europa verloren.

Der Führer sprach dann von dem großen Programm der Bewegung, dessen Verwirk­lichung mit der Machtergreifung am 30. Ja­nuar begonnen habe. Dieses Programm wolle die

Beseitigung der deutschen Zerrissenheit

und des inneren Zerfalls. Es wolle ein Symbol und eine Autorität, es wolle die sittliche und kulturelle Erneuerung, ein neues den Aufbau unserer Wirtschaft aus sich selbst heraus. Für dieses Programm hätten wir neun Monate gekämpst und vieles von ihm bereits verwirklicht: Die Parteien seien be­seitigt, der Mißbrauch der Religion unter­bunden, das Hakenkreuz flattere heute über ganz eDutschland, M Millionen Erwerbs­lose seien wieder in Arbeit, die Korruption ausgerotte, die nationale Erziehung der Ju­gend sei in Angriff genommen. Und diese Jugend werde unter unserer Erziehung ein­mal vollenden, was wir begonnen hätten. Unser Angriff gegen die deutsche Not wird kein Ende nehmen, bis am Ende die deutsche Not beseitigt sein wird."

So hatten wir bisher nur dem einem Ge­danken gelebt, zu arbeiten für unser Volk und der Welt nichts zuleide getan. Uns aber ließ man schmähen. Die Welt sei nur empfind­lich für die Ehre anderer Völker.Sehr gut! Wir verstehen diese Wahrung dieser Ehre, aber wir bitten uns aus, daß man auch u n - sere Ehre nicht angreift! Sollen wir etwa weniger Ehre haben, nur deshalb, weil es einst 26 Staaten möglich war, uns zu besiegen? Es ist unmöglich, den Ausgang eines Krieges zu einer ewigen Rechtsgrund­lage in der Völkerbeziehung zu machen. W i r haben auch unsere Ehre, und das soll die Welt misten!" (Langanhaltender Bei­fall.)

Der Führer geißelte das wahre Gesicht der Emigranten und gab seiner Verwunderung Ausdruck, daß es diesen Elementen erlaubt werde. Völker gegeneinander zu hetzen, mit denen wir in Frieden leben wollen, Versöh­nung und Verständnis möchten, und denen wir gegenüber nur den einzigen Wunsch hät­ten, daß endlich die Kriegspsychose aus der Welt verschwinde. Wir könnten nicht dul­den, daß das deutsche Volk als zweitklassige Nation behandelt werde. Man dürfe die deutsche Regierung nicht mit denen verwech­seln, mit denen man vierzehn Jahre verhan­delt habe.Wir haben ein Gefühl für die Ehre der Nation deshalb, weil wir sie auch persönlich besitze». Ich bin nicht Reichskanz­ler geworden, um jetzt andere moralische Grundsätze zu vertreten, als ich sie bisher ver­treten habe. (Stürmischer Beifall) In meinen Augen setzt sich die Ehre einer Nation zusam­men aus der Ehre, dem Ehrempfinden und dem Ehrenspruch ihrer einzelnen Menschen. Ich glaube, die Ehre einer Regierung ist die Ehre eines Volkes und die Ehre eines Volkes muß die Ehre der Regierung sein." (Stür­mischer Beifall.)

Wir wollten nicht andere Völker unter­drücken oder unterjochen und nicht diejenigen

auf dem Schlachtfeld verlieren, die unseres Blutes sind, um fremde zu gewinnen, die uns niemals lieben würden. Wir wollten den Krieg nicht haben, aber das Recht für unser Volk, sein Leben selbst zu gestalten. Das sei nicht Sache der anderen Welt. (Brausen­der Beifall) Wenn alle von Sicherheit re­deten, die nicht bedroht seien, dann muffe man uns, die wir uns mit Recht bedroht füh­len könnten, zum mindesten die gleiche Sicherheit geben. Wenn man nicht ab­rüsten wolle, dann solle man es sagen. Wenn man uns die Gleichberechtigung nicht geben wolle, dann solle man es ebenfalls sagen. Er könne aber nur eines wiederholen: Nie­mals würden wir uns an Konventionen be­teiligen, Sei denen wir nicht völlig gleichbe­rechtigt seien.

Vereinsamt kann man sein, diffamiert nicht! (Stürmische Zustimmung) Ich be­danke mich für Vereinbarungen, die ich mit meiner Ehre einkaufen soll, und wenn man sagt: Dann werdet Ihr isoliert sein, dann er­kläre ich: Lieber ehrenhaft sein, als ohne Ehre geduldet zu wer­den. (Lebhafte Heilrufe).

Ich bin der Ueberzeugung, daß das deutsche Volk zuviel Charakter hat, als daß es anders denken könnte als seine Regierung, daß es in dieser Stunde, in dieser geschichtlichen Stunde nicht anders entscheiden kann, als mit dem WorteJa". (Stürmische Zustimmungs­erklärungen) Es bleibt kein anderer Weg. Ich habe keine Kanonen, ich habe nur Euch, meine Volksgenossen! Mit Euch muß ich die­ses Recht für Deutschland erkämpfen. Ihr müßt hinter mir stehen. Wir müssen zusammenhalten. Wir können den Kampf nur führen, wenn wir eine einige Mannschaft sind. (Die begeisterten Masten erheben sich von ihren Plätzen und jubeln dem Führer zu.)

Ihr müßt alle erkennen, daß wir in einer großen geschichtlichen Zeit leben, einer Zeit, die nur ein Volk zu bchtehen vermag, das sei­nen Willen einheitlich und einmütig der Welt gegenüber vertritt. Und dieser Will« wird nicht nur dem deutschen Volk allein nützlich sein! Das gleiche Recht der Völker nur allein kann auf die Dauer einen wirklichen und wahrhaften Frieden gründen. Indem wir diesen Kampf durchführen, kämpfen wir nicht nur für uns, sondern letzten Endes auch für die Gemeinschaft der Volker. Wenn Ihr am 12. November zu unserer Sache, zu Eurer Sache steht, dann steht Ihr damit zum deutschen Volk und zum Deutschen Reich." (Minutenlange tosende Beifallskundgebun­gen.)

Der Reichskanzler im Frankfurter Opernhaus

Frankfurt a. M.. 29. Okt.

Am Sonntag abend besuchte der Reichs­kanzler das Frankfurter Opernhaus, um dort dem zweiten und drift", Akt derMei­stersinger" bris' ' ' .,-,m von die­

sem überr-'^^,^^,und S^iziell nichts^be­

kannt -

aoch eine zahlreiche Men­

sche'"gesammelt, die den Führer bei r. mau Hjntrxsfgn vor dem Opernhaus be- - > Ziert begrüßte. Reichskanzler Adolf Hitler ^reß sich von dem Generalintendanten die baulichen Einrichtungen .der Wandelbühne eingehend zeigen und äußerte sich sehr be­friedigt über die gesamte Einrichtung. Er versprach einen eingehenden Besuch in beiden Bühnenhäusern, wenn es seine Zeit einmal erlaube. Während der Pause zwischen dem 2. und 3. Akt erhob sich in dem vollbesetzten Haus ein Begeisterungssturm, wie er dort wohl noch nicht zu hören gewesen sein wird. Auch als der Führer nach der Vorstellung das Haus verließ, hatte sich auf dem Opernplatz eine nach Hunderten zählende Menge ein­gefunden, die ihm bei seiner Abfahrt noch­mals begeisterte Ovationen darbrachte.

Nationalsozialistischer Wahlsieg in Schweden

Malmö, 29. Oktober.

In diesen Tagen wurde das gemeinsame Stadt­verordnetenkollegium der kleinen süüschwedischen Städte Skanör und Falsterbo gewählt.

Don den 413 abgegebenen Stimmen erhielten die Rechte 234 Stimmen -- 12 Mandate,, die So­zialdemokratin 84 Stimmen 4 Mandate, die Nationalsozialisten 48 Stimmen 2 Mandate und die Liberalen 47 Stimmen S Mandat«.

Ei« Bild von den Unruhe« in Jerusalem

Polizei beim Auflöse« des arabischen Demonstrationszuges, der versuchte, von der Altstadt durch das Neue Tor nach dem modernen Viertel von Jerusalem vorzustoßen

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Die blutigen Zusammenstöße in Äerusalem

Bisher 27 Tote 200 Verletzte Schwere Gtraßenschlochten

Je r uf alem, 29. Oktober.

Arabische Angriffe «mf den Polizeiposten in der Altstadt von Jerusalem am Sonn­tag wurden mit der Waffe abgewehrt. Arabifchrrseits gab es wiederum Tote und verwundete. Die Gesamtzahl der Berluste bei den Unruhen in Palästina belief sich am Sonnabendabend aus 27 Tote und 200 verletzte. Unter den Toten befinden sich zwei eingeborene Polizisten, unter den Verwundeten drei schwer- und 15 leichtver­letzte englische Schutzleute. SO Eingeborene sind schwerverwundet. Einer fanatische« Menge gelang es am Sonnabend, das Gefängnis in Nablus zu stürmen und sämt­

liche arabischen Gefangenen zu befreien.

In Jerusalem sammelten sich Tausende von Araber» am Damaskus-Tor vor dem Ge­bäude des englischen Oberkommissars und nah­men eine drohende Haltung ein. Als aus der Menge auf die «achthabenden Polizisten ein Schutz abgegeben wurde, eröffnete» diese das Feuer auf die Demonstranten und zerstreuten sie. Leim Herodes-Tor wurde ein englischer Rach- richtenreiter von der Menge mit Steinen be- worfen.

Sehr gespannt ist auch die Lage in Haifa. Dort haben die arabischen Führer mit weiteren Gewaltmatznahmen gedroht. Panzerwagen durch- fahren die Straßen und ein englisches Flugzeug­geschwader hat die Stadt mehrere Male über­flogen. In Damaskus fanden am Sonnabend ebenfalls englandfeindliche arabische Kundgebun­gen statt, ebenso in Unnain und Transjordanien.

Das militärische Oberkommando in Palästina hat das ägyptische Oberkommando um Verstär­kung gebeten. Ein englisches Flugzeuggeschwa­

der steht in Kairo in Bereitschaft, um jederzeit nach Palästina abfliegen zu können. Bisher haben sich die Kundgebungen fast ausschließlich gegen die englische Verwaltung gerichtet. Trotz­dem sind die jüdischen Familien in großer Angst und haben sich teilweise in ihren Häusern einge­schlossen.

Der Präsident der arabischen Nationalliga hat dem englischen Kolonialminister ein Protest­telegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: Wir fordern den Schutz der Araber in Palä­stina und die Erfüllung zugestandener Rechte. Eine ganze Bevölkerung kann nicht durch Ge­walt zu der Annahme von Bedingungen ge­zwungen werden, die nicht der Ueberlieferung Englands als einem christlichen und zivilisierte« Staat entsprechen. Wie protestieren gegen Las Märtyrertum der ganzen arabischen Nation, die 73 v. H. der Bevölkerung Palästinas ausmacht und beklagen die Anwendung von Gewalt ge­genüber einem unbewaffneten und friedliche« Volke."

Das ist der Führer des neuen DeullHIanb

Stuttgart, 29. Oktober. Ein kleines Erlebnis, bezeichnend für die Hilfsbereitschaft und Güte des Führers:

Als der Führer am Sonnabendnachmittag im Hotel Wktoria in Stuttgart ankam, hatte sich dort ein alter Baltikumkämpser mit sei­nen vier Jungen eingefunden, der seit über 4 Jahren arbeitslos ist und sich in diesem Jahre zahlreichen Operationen unterziehen mußte, so daß er seinen Beruf als Sattler und Tapezierer nur noch sitzend ausüben kann. Die Jungen, die sämtlich gute Hand­harmonikaspieler sind. wollten dem Führer ein Ständchen bringen. Der Führer ließ zu­nächst den Mann und die Jungen, die sehr elend aussahen, bewirten und behielt sie bis zu seiner Abfahrt im Hotel. Inzwischen sorgt« er darfür, daß dem Mann eine Ar­beitsstätte geschaffen wird.

Am kommenden Montag wird der Mann zum erstenmal seit 4 Jahren wieder am Ar­

beitstisch sitzen. Dabei muß bemerkt werden, daß der Mann nicht Mitglied der NSDAP. ist. Das beweist wieder einmal, daß der Füh­rer in seiner Hilfsbereitschaft keine Partei- schranken und keine Grenzen kennt.

Painleo« gestorben

Paris, 29. Oktober.

Der ehemalige französische Ministerpräsident und mehrmalige Minister in den verschiedene« französischen Regierungen, Paul Painlevb, ist am Sonntag morgen an den Folgen einer plötzlich aufgetretenen Herzschwäche im Alter vo« 70 Jahren gestorben.

Painlevb hatte sich vor allem durch seine mathematischen Studien in Frankreich und über die Grenzen Frankreichs hinaus einen Ruf als bedeutender Wissenschaftler geschaffen. Er wurde 1863 geboren und wurde 1910 erstmalig in die Kammer gewählt. Painlevb gehörte den letzten Regierungen als Luftfahrtminister an. Wie er­innerlich, hatt« er während einer Nachtsitzun« des Kabinetts Heriot einen Schwächeanfall, »«» dem er sich bis zu seinem Tode nicht wieder so» holt hat.