-w. 285 Jahrgang was
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DasAmMoke Draan des Gensls der Treierr Brernen
Die deutsche Note in Gens üverre.cht
Austritt aus dem Internationalen Arbeitsamt
Gens, 21. Oktober
Die offizielle Austrittserklärung Deutschlands aus dem Völkerbund ist heute im Völkerbunds- sekretariat übergeben worden. Im Auftrag der Reichsregierung überreichte kurz vor r/rll Uhr der deutsche Konsul, Krauel, dem Generalsekretär des Völkerbundes, Ävenol, die vom Reichsaußenminister Neurath unterzeichnete Note der Reichs- regierung. Die Note wird gleichzeitig in Berlin und Genf veröffentlicht. Der Austritt Deutschlands erstreckt sich in gleicher Weise auf das Internationale Arbeitsamt.
Der Wortlaut
Die Note der Reichsregierung, mit der sie den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund erklärte, hat folgenden Wortlaut:
Berlin, den 19. Oktober 1933 Herr Generalsekretär!
Namens der deutschen Regierung beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß Deutschland seinen Austritt aus dem Völkerbund gemäß Artikel 1 Absatz 3 der Satzung erklärt.
Genehmigen Sie, Herr Generalsekretär, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung.
gez. Freiherr v o n N e u r a t h."
Starker Eindruck in Gens
Gens, 21. Oktober
Obwohl der heutige Schritt des deutschen Vertreters in Genf beim Generalsekretär des Völkerbundes nur noch die formelle Bestätigung einer bereits bekannten Tatsache ist, hat er in den Genfer internationalen Kreisen stärksten Eindruck gemacht. Mit großem Interesse wurde die Tatsache vermerkt, daß.nun Deutschland auch aus der internationalen Arbeitsorganisation ausscheidet. Bei der am Montag beginnenden Herbsttagung d,es Verwaltungs- rates des internationalen Arbeitsamtes wird Deutschland also nicht mehr vertreten sein.
Auch diejenigen deutschen Beamten, die eine lediglich technische Funktion haben und deren Arbeit ««abhängig von der Zugehörigkeit Deutschlands zur Genfer Institution erfolgte, haben, wie es heißt, schon den Wunsch geäußert, gleichfalls zu dem vertraglich nächstmöglichen Termin ihre Tätigkeit in Genf einzustellen.
Trendelenbmg zurü getreten
Gens, 21. Oktober
Staatssekretär Trendelenburg, der deutsche Untergeneralsekretär im Völkerbund, hat gleichzeitig mit der deutschen Austrittserklärung dem Generalsekretär des Völkerbundes seinen Rücktritt eingereicht.
Die Saar bleibt deutsch
Der Führerrat der Deutschen Front im Saargebiet gebildet.
Saarbrücken, 21. Oktober
Die im Saargebiet durch die Auflösung sämtlicher politischer Parteien nunmehr zur Tatsache gewordene Deutsche Front hat jetzt seinen Führerrat gebildet. Er besteht aus folgenden Persönlichkeiten: Staatsrat Spaniol (NSDAP.), stellvertretender Landesführer Eckert (NSDAP.), Eörgen (Zentrum), Kiefer (Zentrum), Seegmann (Zentrum), Kommerzienrat Hermann Röchling (Deutsch-saarländische Volkspartei), Regierungsrat Spring (Deutschnationale Bolkspartei), Schmoll (Deutschbürgerlichö Mitte).
In den von der Deutschen Front herausgegebenen Richtlinien wird als einziger Zweck der Neu- gründung angegeben, die Rückgliederung des Saargebietes zu fördern und zu sichern. Die Deutsche Front ist bereit, nicht nur die Anhänger der in ihr aufgegangenen Parteien in ihren Reihen aufzunehmen, sondern jeden Deutschen des Saargebietes. In jedem Orte wird eins Ortsgruppe gebildet. Im Landesrat und in allen kommunalen Körperschaften wird ein« einzige Fraktion der Deutschen Front gebildet.
Balbo an Malaria erkrankt
Mailand, 21. Oktober.
Lustmarschall und Luftfahrtminister Jtalo Dalbo, der letzten Sonntag nach der Sitzung der königlichen AkaV-mie Italiens in Ferrara anläßlich des Abschlusses der Arioost Feierlichkeiten beiwohnte, ist von einem heftigen Fieber befallen, das ihn seit Tagen in Ferrara ans Bett fesselt. Räch Ansicht der Aerzte handelt es sich um einen leichten Malariaanfall, den sich der Minister wohl schon während des Ozeansluges zugezogen hat. Die italienischen Blätter nehmen an dem Befinden lebhaften Anteil.
6 Wochen Arrest für einen deutschen Prinzen in Oesterreich
Klagcnsurt, 21. Oktober
Die Polizei hat den verhafteten Prinzen Bernhard von Sachs en-Meiningen zu einer Arreststrafe von 6 Wochen wegen verbotener politischer Betätigung verurteilt. Ueber die Gattin des Prinzen, Margot, wurde der Zwangsaufenthalt verhängt. Sie darf auf unbestimmte Zeit ihren Wohnsitz, das Schloß Pitzelstetton, nicht verlassen. Sie wird ständig von Kriminalbeamten überwacht, die sogar ihre Teleforgespräche und die Briespost kontrollieren.
Der Wahlkampf unter der Devise des Friedens und der Gleichberechtigung
Wir unterschreiben nur das, wovon wir überzeugt find,
baß wir es erfüllen können
Berlin, 21. Oktober.
Auf der großen Kundgebung am Freitagabend im Sportpalast hielt Reichsminister Dr. Goebbels eine großangelegte staatspoliti- sche Rede, die den Auftakt zum damit eröffneten Wahlkampf darstellt. In seiner immer wieder mit stärkstem Beifall unterbrochenen Rede wandte er sich zunächst an die ausländischen Zeitnngsvertreier mit der Bitte, die Gründe für unseren entscheidnngsvollen Schritt in Genf gerecht zu würdigen und setzte dann im einzelnen auseinander, daß
der historische Umbruch des 3V. Januar nicht einen Kabinettswechsel, sondern einen Systemwechsel bedeutete. Wir sind vielleicht viel zu spät, aber keinen Tag zu früh an die Macht gekommen.
Des weiteren stellte der Minister den vielfach gehörten Vorwürfen den wahren Sinn der Festakte von Potsdam, vom 1. Mai und vom 1. Oktober gegenüber und hob hervor ,daß wir jetzt endlich in Deutschland tatsächlich von einem Autoritätsstaat sprechen können. Wir gingen aber auch daran, das völlig darniederliegende geistige und künstlerische Leben in Deutschland wieder auf einen neuen Boden zu stellen. Wir haben alle schaffenden Menschen in Deutschland zusammengeschlossen und haben sie dem Staate verpflichtet. Für die Presse haben wir dieselben Gesetze eingeführt, die sonst überall herrschen, daß nämlich jeder das, was er tut und läßt, zu verantworten hat. Das alles aber war nur Vorspiel, das eigentliche Zentral- problem ist das der Arbeitslosigkeit.
Wir haben dem Volk niemals Illusionen gemacht, sondern haben von vornherein gesagt, daß wir mindestens vier Jahre brauchen würden. Nun sind acht Monate vergangen und bereits über ein Drittel unserer Arbeitslosen sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.
Wenn früher eine Regierung einen schweren Winter nur prophezeite, so haben wir 500 Millionen Reichsmark seitens der Regierung eingesetzt, die wieder rund 2000 Millionen Mark aus dem Volke nach sich ziehen, und mit diesen 2500 Millionen Mark werden wir die Arbeitslosenziffer mindestens halten, um bei beginnendem Frühling die Attacke gegen diese Zeitkrankheit neu zu eröffnen.
Die Welt, die uns umgibt, ist anders ein
gerichtet als das neue Deutsche Reich. Weil wir neu sind, sind wir unbequem und weil wir unbequem sind, stellen wir eine Bedrohung der Bequemlichkeitsapostel dar. Wir haben der Welt nichts Böses getan. Allerdings haben wir von vornherein keinen Zweifel gelassen, daß wir es nicht mehr dulden würden, daß man uns diskriminiert.
Man darf uns nicht als zweitklassig behandeln.
Mit scharfer Ironie rechnete Dr. Goebbels in diesem Zusammenhang mit der verlogenen Greuelhetze ab. Als wir am 30. Januar an die Macht kamen, hätten wir eigentlich allen Grund gehabt, der Welt all das vorzuhalten, was man uns in best letzten 14 Jahren angetan hat Wir haben das nicht getan. Der Führer und die von ihm Beauftragten sind in ihrer Friedenspolitik frei. Daß ein Frieden Opfer kostet, wissen wir, aber wir sind der Meinung, er kostet weniger Opfer als ein Krieg. Wir halten es nicht ^ür ehrenvoll, die Völker gegeneinander zu hetzen.
Unmöglich, so führte der Minister auch in diesem Zusammenhang im Hinblick auf die Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung aus, sei nichts. Ueber,alle materiellen Fragen kann man sich unterhalten, aber nicht über die Frage der Ehre. Da sind wir unerbittlich.
Auch mit all den anderen Behauptungen über unser gänzlich abgerüstetes Deutschland, das mit der SA. einen neuen Krieg vorbereite, daß wir immer „marschieren" usw., rechnete der Minister wirkungsvoll ab. Es wäre heute für die Gegenseite bequemer, wenn man in Genf ein Abrüstungsabkommen abschließen würde, das nur gegen uns spricht, um dann in einem Jahr von neuem wieder anzufangen. Nein, dazu sind wir zu stolz.
Wir unterschreiben nur das, wovon wir auch überzeugt sind, daß wir es erfüllen können. Wir können beispielsweise Frankreich gegenüber, wenn das Saargebiet zuriickHegliedert ist, sagen, daß wir keine materiellen Forderungen mehr haben. Es hat noch niemals in Deutschland einen Staatsmann gegeben, der, wie unser Führer, am vergangenen Sonnabend eine so große Geste Frankreich gegenüber gemacht hat.
Die Welt hat für unser 'heroisches. Erfüllen gar ein Verständnis gehabt. Aber es ist fast wie
eine Ironie des Schicksals gewesen, daß die Siegerstaaten uns gezwungen haben, den Vertrag von Versailles bis zum letzten Buchstaben zu erfüllen, daß sich aber nun die Auswirkungen des Vertrages in ihrem eigenen Lande bemerkbar machen.
Der Wahnsinn eines Friedensvertrages, der Deutschland vernichten sollte, hat nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa in wirtschaftliche Katastrophen getrieben.
Der Völkerbund hatte die Aufgabe, dieses Problem zu lösen. Statt dessen hat der V ö l - kerbuno an diesen Dingen vorbeigeredet. Entweder läßt man einem Volk die Ehre, dann wird es auch in Ehrenhaftigkeit seine Verträge erfüllen, oder aber man nimmt einem Volk die Ehre und dann findet es garnichts mehr dabei, wenn es einen Vertrag nicht erfüllt, denn es hat kein Ehrgefühl mehr. Das allerdings muß jeder wissen: Ein Vertrag, der die Unterschrift Adolf Hitlers trägt, trägt damit die Unterschrift des ganzen deutschen Volkes.
Aus diesen Gedankengängen heraus begründete dann Dr. Goebbels, weshalb das ganze Volk am 12. November zur Entscheidung aufgerufen werde. Wenn wir das deutsche Volk aufrufen und einen neuen.Reichstag wählen lassen, so geschieht es nur.deshalb, weil der alte Reichstag nicht mehr aktionsfähig ist. Er ist nur noch ein Rumpfparlament. Die neuen Abgeordneten sollen sich auf
die Politik des Friedens und der Ehre
eidlich verpflichten. Sie sollen ein feierliches Gelöbnis ablegen, daß sie in der Politik hinter der Regierung stehen, daß dieses Parlament der Regierung keine Schwierigkeiten machen wird, wenn sie den Versuch unternimmt, Europa auf dem Boden der gleichen Rechte einen neuen und besseren Frieden zu geben.
Dr. Goebbels schloß mit einem Appell an die alten Parteigenossen, dafür zu sorgen, daß in diesem Wahlkampf nicht ein billiger Hurra-Patriotismus aufkommt, sondern das deutsche Volk den heiligen Ernst der Lage erkennt. Nachdem wir in den letzten acht Monaten die inneren Feinde niedergeworfen haben, müssen wir nun auch großzügig sein, und denen, die uns in diesen acht Monaten erkannt und schätzen gelernt haben, unsere versöhnende Hand hinstrecken.
Der Kampf
gegen die Arbeiislosig eit
Berlin. 21. Oktober
Am 15. Oktober wurden bei den Arbeits- mtern rund 3 851 000 Arbeitslose gezählt. )amit ist der Stand vom Ende des Vormonats im wesentlichen gehalten. Während im Zorjahre in der entsprechenden Derichtspanne und 48 000 Arbeitslose in Zugang gekommen md, ist es in diesem Jahre gelungen, die sai- onmäßigen Zugänge bis auf einen geringen test von 1700 auszugleichen.
Mit der bisher erreichten Unterschrei - ung der Viermillionen-Grenze ürfte der erste Abschnitt des Kampfes gegen >ie Arbeitslosigkeit im wesentlichen abge- chlossen sein. Rund sechs Millionen Arbeits- osen im Februar 1933 stehen rund 3.85 Milanen am 15. Oktober bei den Arbeitsämtern gegenüber. Kamen Ende Februar noch 96,2 >ei den Arbeitsämtern eingetragene Arbeits- ose auf 1000 Einwohner, so Mitte Oktober cur noch 61,7.
Ergänzt und bestätigt werden diese aus der lrbeitsmarktstatistik abzulesenden Erfolge »urch die Krankenkassenmitgliederstatistik. 2er September brachte eine weitere Zunahme der Beschäftigten um 206 256 gegen mapp 80 000 im Voriahre. 13 933 000 Män- ler und Frauen werden am Ende dieses Ab- chnites als Schaffende ausgewiesen gegen .1487 000 zur Zeit des Tiefstandes Ende Ia- mar 1933. Bei einer Eesamtzunahme um ! 435 000 im ersten Abschnitt der Arbeitschlacht ist die Beschäftigtenziffer um über üne Viertel Million stärker gestiegen, als sie Zahl der bei den Arbeitsämtern gezählten ilrbeitslosen gefallen ist. Es ist also gesungen, mch aus dem Kreise der unsichtbaren Arbeitslosigkeit zahlreichen bei den Arbeitsämtern nicht gemeldeten Volksgenossen Er- verb durch Arbeit zu geben.
Die Zahl der Hauptunterstützungsempfän- >er in der Arbeitslosenversicherung beträgt
rund 308 000, die Zahl der Krisenunterstüt- zungsempfänger 1088 000. Der Bestand an Wohlfahrtserwerbslosen wird Mitte des Monats nicht ausgezählt. Ab September wurden rund 233 000 Notstandsarbeiter gegen 88 000 am gleichen Stichtage des Vorjahres gezählt.
Handwerkes beim Reichspräsidenten
Berlin, 21. Oktober.
Anläßlich des Abschlusses der Handwerkswerbe- woche empfing Reichspräsident von Hinden- burg heute eine Abordnung des deutschen Handwerks, bestehend aus dem Präsidenten des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Dr. von Rente l n, dem Präsidenten des Deutschen Handwerksund Eewerbekammertages Pflugmacher sowie dem Generalsekretär des Reichsstandes des deutschen Handwerks Dri Schild.
Die erschienenen Herren berichteten dem Herrn Reichspräsidenten über den Verlauf und die guten Ergebnisse der Handwerkswerbewoche im ganzen Reiche.
Minister Kerrlzumi2.November
Berlin, 21. Oktober.
Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht einen Aufruf des preußischen Justizministers Kerrl zum 12. November. Es heißt darin u. a.:
Die preußischen Justizbeamten und -Angestellten werden sich bis zum letzten Mann am 12. November zur Politik des Führers bekennen, weil sie wissen, daß diese Politik Deutschland befreit, jede andere aber Deutschland untergehen läßt. Weiter wird jeder Justizbeamte und -Angestellte von heute bis zum 12., November das Seine tun, um den letzten noch zögernden Volksgenossen zum Gefolgs-. mann des Führers und damit zum politischen Soldaten Deutschlands zu machen/ Freiheit und Ehre! Arbeit und Brot!
Die Kraft liegt in unserer Äugend
Rostock», 21. Oktober
Im Mittelpunkt der heute begonnenen mecklen- ! burgischen Lohrertagung stand eine Rede des bayerischen Kultusministers Schemm, des Führers des nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbundes, der über das Erziehungswerk des deutschen Lehrers im neuen Deutschland sprach. Er führte u. a. aus:
„Nach dem Beginn der Volkswerdung im deutschen Vaterland haben wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften am weiteren Aufbau Deutschlands mitzuhelfen. Wir müssen uns jetzt unweigerlich die Frage vorlegen: „Welches waren denn die Kräfte, die diese große deutsche Volkswerdung vollbrachten?" Der deutsche Erzieher hat sich gegen jeden Angriff auf den heutigen Staat zu wehren. Der Erzieher an Deutschlands Jugend hat zu erkennen, daß Deutschland aufgebaut ist auf dem einzigen nie zu verbessernden Fundament derRasseu d Seele. Raffe und Seele, Volk und Gott, das sind die großen Fundamente des neuen deutschen Staates.
Wir erleben jetzt im neuen Deutschland, im Nationalsozialismus das große Weihnachtsfest, welches Heimkehr nach vielen Irrungen bedeutet. Der Nationalsozialismus bringt ins deutsche Volk eine Weihnachtsstimmung, bringt Hoffnung nun auf eine bessere Zeit. Wir erleben nun die Heimkehr nach Deutschland, nach dem lieben deutschen Vaterland. Das ist Nationalsozialismus/ Und diese Heimkehr erleben wir unter unserem großen Führer Adolf Hitler.
Unsere Zeit ist es, die den Begriff Führer erkoren hat. Der.Nationalsozialismus ist aufgebaut auf dem Prinzip des Nordischen und sein Ziel liegt Eisigen »nd Deutscher sein heißt Kämpfer, lein. Die deutsche Kraft liegt heute im deutschen Jüngling, im deutschen Kinde, und da haben Sie. .meine Herren, in wirklich erzieherischem Sinne einzusetzen
Wir wollen wieder Sicgfticd-Naturen, Parzioal- Naturc» hrranzüchten,
Menschen, die das Leben neu gestalten können. Und, das ist-auch das, was die deutsche Jugend ersehnt, was sie will.
KIit rurs äio Kation:
Vir xvollen 6en krie6en
Von Ourtov Ztaebo
Bremen, 22. Oktober.
Die große Rede des deutschen Führers vor sieben Tagen hat eine Entwicklung ausgelöst, die die Völker der Erde noch heute im Banne hält und vor das große Neue in der internationalen Diplomatie gestellt hat. Die drückende Schwüle des Genfer Konferenzlebens, dessen Zweck und Wert mittlerweile nicht nur in Deutschland angezweifelt werden, ist durch ein Gewitter zerrissen worden, wie es die liberalistischen Weltpolitiker noch nicht erlebt haben. Denn diese Wirkung haben die Verantwortlichen an dem Versagen der Abrüstungskonferenz wohl selber nicht erwartet. Nicht nur durch ihre eigenen Völker, sondern darüber hinaus durch die ganze Welt ziehen sichjetzt die riesigen Fronten der Freunde des Weltfriedens und die kleinen Gruppen derjenigen, in deren Namen beim Einweihen des Grabmals des Unbekannten Soldaten in Paris der in Frankreich gastierende Jude Rothschild erklärte: „Die
Toten des Weltkriegs sind meine eigenen Toten!" Besser als durch die öligsten Reden sogenannter deutscher Pazifisten, die jetzt in Paris und London ihre neuen Eastvölker zum Krieg gegen Deutschland zu hetzen versuchen, hat das klare Bekenntnis des deutschen Kanzlers zum Frieden die Nebel zerrissen, die durch jahrelange Entstellungen die Zielsetzung der deutschen nationalsozialistischen Volksbewegung im Lichte des Aus- landes verzerrten und entstellten.
Es ist notwendig, einmal mit aller Offenheit und Deutlichkeit zu proklamieren, daß es dem deutschen Volk und seinem Kanzler mit diesem unzweideutigen Bekenntnis zum Frieden vollkommen ernst ist und daß es in Deutschland keinen Menschen gibt, der auch nur im entferntesten Matze dahinter die stille Meinung hat, das wäre nur augenblicklich aus außenpolitischen Gründen notwendig und die romantischen Tage frischen Draufgängertums im Getöse der Schrappnells und Geschütze kämen doch einmal wieder. Wer sodenkt, hat den Sinn der nationalsozialistischen Revolution noch niemals begriffen, er ist für das Deutschland von heute ein unbrauchbarer Zeitgenosse! Der Nationalsozialismus hat aber auch nicht eine Sekunde lang in der Hoffnung auf einen kommenden Krieg seinen geistigen Kampf um die Umwertung der Weltanschauungen in Deutschland geführt. Ein solches Abweichen von dem einmal eingeschlagenen Wege verhinderten von vornherein die ersten Vorkämpfer und Vorläufer der nationalsozialistischen Idee, deren politischer Glaube bereits in den großen Materialschlachten des Weltkrieges Form und Gestalt gewann. Und wen diese vier Jahre Krieg bis ins Tiefste aufwühlten, ihn durch ein Meer von Toten, Krüppeln, Tränen und Blut führten, wird es sich wohl und gründlich überlegen, seinem ausgezehrten Volk dasselbe Grauen nach so kurzer Pause wieder aufzuerlegen. Er wird, sofern er noch obendrein das Schicksal von 60 Millionen in seinen Händen hält, lieber selber zugrunde gehen, als auch nur das Leben eines Einzelnen leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
Wir wollen keinen Krieg, aber wollen auch im Ring der Nationen ebenso geachtet und geweitet werden wie jedes andere Volk der Erde. Denn: Entweder gibt es einen wahrhaften, ehrlichen Frieden, dann mutz es unmöglich sein, daß ein Kulturvolk wie das deutsche auf die gleiche Stufe gestellt wird mit Neger st ämmen. denen eine glitzende Glasscherbe ebenso viel bedeutet wie einem Deutschen die Werke oder Klänge seiner größten Meister. Oder es gibt einen Frieden der Unehre, nach dessen Willkür der sogenannte Sieger aufrüstet und die fälschlich beschuldigte Nation, gleich, auf welcher Kulturstufe sie auch steht, in selbstmörderischem Harakiri ihre letzten Möglichkeiten zerstört, sich gegen plötzliche lleberfälle mit den modernsten chemischen Waffen sichern und schützen zu können. Darum geht dieser Wahl- kamps: Wir wollen den Frieden mit allen
Völkern der Erde, aber um den Preis der Gleichberechtigung!
Es wäre ein Leichtes, vom nationalsozialistischen Standpunkt eine Kritik an den innenpolitischen Verhältnissen der Mächte zu üben, deren augenblickliche Vertreter dem deutschen Volk in Genf das Recht auf Gleichberechtigung abgesprochen haben. Um so mehr, als die Parlamente und die Presse dieser Nationen sm) in der letzten Zeit mit den innenpolitischen Zusammenhängen Deutschlands auf einem Niveau beschäftigt haben, wie man es gerade von dem sonstigen kulturellen Stand dieser Nationen nicht erwarten durste. Aber Deutschland verzichtet darauf, es steht sein Ringen um die Erhaltung des Friedens in der Welt von höherer Warte. Das Einmischen in belanglose Einzelheiten eines Volkes, das monatelang in der größten Revolution der Weltgeschichte stand, ist nichts anderes als der Ausdruck eines schlechten Gewissens gegenüber größeren Problemen. Hier gibt es keinen Ausweg, sondern nur eine Entscheidung: Den Frieden will Deutschland heute wie nie zuvor.