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Das AmMoke »raan des Senats der Freien LQNl'e^adt 2
Bremern
Lill Interview Hitlers:
Der Führer betont emeut den FrieöenöwislknöeröeutschenNation
Antwort: Die nationalsozialistische Bewegung erzieht nicht das deutsche Voll zu einem tiefen Zerwürfnis mit Frankreich, sondern einfach zur Liebe zum eigenen Volk und zu einem Bekenntnis für die Begriffe von Ehre und Anständigkeit. Glauben Sie» daß wir unsere Jugend, die unsere ganze Zukunft ist und an der wir alle hängen, nur erziehen, um sie dann auf dem Schlachtfelde zusammenschießen zu lassen? Ich habe schon so oft betont, daß wir keinen Grund haben, uns militärisch der Leistungen unseres Volkes im Kriege zu schämen.
Wir haben daher auch hier gar nichts gut zu machen. Das Einzige, über das wir uns schämten, waren die Männer, die in der Zeit unserer schlimmsten Not das Vaterland im Stich gelassen hatten. Diese Personen sind restlos beseitigt.
Daß die deutsche Jugend wieder ein Ehrgefühl besitzt, erfüllt mich mit Freude. Ich sehe aber nicht ein, wieso ein anderes Volk dadurch bedroht sein soll. Und ich sehe erst recht nicht ein, wieso eine sonst so fair denkende Nation, wie die englische uns dies
innerlich verübeln könnte. Ich bin überzeugt, daß, wenn England dasselbe Unglück getroffen hätte, das Deutschland traf, eher noch mehr Engländer Nationalsozialisten wären, als dies bei uns der Fall ist. Wir wollen mit Frankreich kein „Zerwürfnis", sondern eine aufrichtige Verständigung, allerdings auf einer Basis, die ein Volk von Ehrgefühl akzeptieren kann. Und außerdem wollen wir leben können!
Frage: Ein großer Teil der deutschen Jugend wird zur Zeit in Arbeitslagern oder als Mitglieder der SA und anderer Formationen zu militärischer Disziplin erzogen. Selbst wenn die deutsche Regierung nicht beabsichtigt, diese Ausbildung für den Kriegsfall'durchzuführen, herrscht in Frankreich und zum Teil auch in England die Befürchtung, daß es die Entwicklung eines militärischen Geistes unter den jungen Deutschen zur Folge haben könnte, die eines Tages verlangen werden, daß die militärischen Kenntnisse, die sie jetzt erwerben, praktisch ausgenutzt werden?
Antwort: Die deutsche Jugend wird weder in den Arbeitslagern, noch in der SA. und in
den unterstehenden Formationen mit militärischen Kenntnissen versehen, die sie anreizen könnten, diese einst auszunützen. Wieviel mehr könnte-sich demgegenüber Deutschland beschweren, daß in den anderen Ländern Jahr für Jahr Millionen an Rekruten eine wirklich militärische Ausbildung erfahren! Unser Arbeitsdienst ist eine ungeheure soziale Einrichtung, die zugleich klassenversöhnend wirkt. Eine Armee von jungen Leuten, die früher auf den Landstraßen verkommen ging, haben wir zu nützlicher Arbeit zusammengefaßt. Hunderttausend andere, die in den Großstädten schon in jungen Icchren verdorben worden sind, erziehen wir in unseren Jugend- und SA.-Formationen zu anständigen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft. Während vor uns die deutschen Straßen und Plätze vom Kommunismus beherrscht worden sind, das ganze Volk unter dem blutigen Terror dieser Mordbrennerbande litt, haben wir jetzt die- Sicherheit, Ruhe und Ordnung wieder hergestellt.
Das ist der Erfolg meiner SA.
Der Führer widerlegt die Behauptungen über Deutschlands Rüstungen
London, 19. Oktober.
Der Sonderkorrespondent der „Daily Mail", Ward Prince, wurde vom Reichskanzler Hitler empfangen. Bon der daraus folgenden Unterredung sagt der Korrespondent, es handele sich um die ausführlichste und direkteste Darlegung der deutschen Haltung in der internationale» Politik, die der Reichskanzler jemals gegeben habe.
Bei Beginn der Unterredung äußerte Reichskanzler Hitler, welches Unglück es gewesen sei, daß am 4. August 1914 zwischen den beiden großen germanischen Nationen, die Hunderte von Jahren im Frieden gelebt hatten, Krieg ausgebrochen sei. Er hoffe, daß die beiden stammverwandten Völker den Weg zurück zu ihren alten freundschaftlichen Beziehungen finden würden. Der Korrespondent stellte dann eine Reihe von Fragen.
Frage: Es könnte Eure Exzellenz interessieren, daß Anzeichen in London dafür vorhanden sind, daß Ihre persönliche Popularität beim britischen Publikum seit letzten Sonnabend außerordentlich zugenommen hat. Lord Rothermere, mit dem ich gestern abend telephonierte, erzählte mir, daß, als IhrBild in der Wochenschau der Londoner Kinematographentheater am Montag abend gezeigt wurde, es mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde.
Es ist indessen eine Tatsache, daß innerhalb gewisser Kreise der britischen Öffentlichkeit und Presse durch Deutschlands plötzlichen Austritt aus der Abrüstungskonferenz erhebliches Mißtrauen und Beunruhigung geweckt worden ist. Es würde erheblich dazu beitragen, diese Besorgnisse zu beschwichtigen, wenn der Herr Reichskanzler mir erlauben wurde, in einer ganz objektiven Weise ihm einige darauf bezügliche Fragen zu stellen.
Zunächst möchte ich die Rede des Unterstaatssekretärs im Kriegsministerium, Duff Cooper, anführen, der sagte, daß „kein Volk in der Geschichte der Welt sich jemals mit derartiger Begeisterung für den Krieg vorbereitet habe, als das deutsche Volk es zur Zeit tue."
Es wäre nutzlos, zu bestreiten, daß diese Anficht in England weit verbreitet ist. Welche Antwort kann darauf erteilt werden?
Antwort: Ich war einst am 4. August 1914 tief unglücklich darüber, daß nunmehr die beiden großen germanischen Völker, die durch alle Irrungen und Wirrungen der menschlichen Geschichte so viele hundert Jahre friedlich nebeneinander lebten, in den Krieg gerissen wurden. Ich würde glücklich sein, wenn endlich diese unselige Psychose ihr Ende fände und die beiden verwandten Nationen wieder zur alten Freundschaft zurückfinden könnten.
Die Behauptung, daß das deutsche Volk sich mit Begeisterung auf den Krieg vorbereite, ist eine uns einfach unfaßbare Verkennung des Sinnes der deutschen Revolution. Wir Führer der nationalsozialistischen Bewegung sind fast ohne Ausnahme Frontsoldaten gewesen. Ich möchte den Frontsoldaten sehen, der mit Begeisterung sich für einen neuen Krieg vorbereitet! Wir hängen in fanatischer Liebe an unserem Volke genau so wie jeder anständige Engländer an dem seinen hängt. Wir erziehen die deutsche Jugend zum Kampf gegen die inneren Laster und in erster Linie zum Kampf gegen die kommunistische Gesawr, von deren Größe man in England allerdings keine Vorstellung hatte und wohl auch heute noch nicht besitzt.
Unsere Revolutionslieder sind keine Lieder gegen die anderen Völker, sondern Lieder für die Brüderlichkeit im Innern, gegen Klassen- kampf und Eigendünkel, für Arbeit und Brot und für die nationale Ehre. Der beste Beweis dafür ist, daß bis zu unserem Regierungsantritt unsere ausschließlich politische SA. vom Staat auf das furchtbarste verfolgt war, ja, daß unsere Anhänger nicht nur nicht zum Heer genommen wurden, sondern nicht einmal in einer Heeresstätte als Arbeiter beschäftigt werden durften.
Wir wollen kein Zerwürfnis mit F ankreich
Frage: Der Verdacht, daß Deutschlands letzte Ziele kriegerische sind, beruht aus folgenden Erwägungen: Man glaubt, daß das deutsche Volt von der nationalsozialistischen Regierung dazu erzogen worden ist, daß es ein tiefes und echtes Zerwürfnis mit Frankreich hat und daß dieses nur durch einen oeutschen Sieg wieder gutgemachr werden kann.
Frage: Ferner ist die Anficht meist verbreitet, daß Deutschlands Rüstungen schon viel weiter fortgeschritten sind, als amtlich zugegeben wird. Es wird z. V. behauptet, daß die deutsche Regierung in Schweden, Holland und anderen Ländern Munitionsfabriken erworben habe, in denen große Vorräte von Kriegsmaterial auf Lager gehalten werden, um bei Entstehen einer Kriegsgefahr sofort über die deutsche Grenze befördert zu werden.
Antwort: Diese Ansichten find lächerlich. 1. Wo sind denn die Fabriken in Schweden, Holland und anderen Ländern, die wir als Munitionsfabriken erworben haben sollen? Unsere Feinde im Ausland bringen die genauesten Nachrichten über alles, was in Deutschland, wie sie behaupten, geschehe« sein soll. Es müßte Ihnen doch eine Spielerei sein, endlich einmal zu sagen, welche Fabriken wir in Holland erworben haben und welche in Schweden. Meines Wissens regieren in Schweden keine Nationalsozialisten, ebensowenig wie in Holland. Es würde doch den findigen Nachrichtendiensten nicht schwer sein, herauszubekommen, in welcher holländischen oder schwedischen Fabrik für Deutschland Munition fabriziert und auf Lager gehalten wird. Denn es müßten dann immerhin ziemlich umfangreiche Lager sein. Wie groß ein gewöhnliches Munitionslager nur für ein Armeekorps ist, weiß doch jeder gewöhnliche Soldat vom Kriege her. Und das alles bleibt den Augen der forschenden Mitwelt verborgen! Und außerdem sollen wir vermutlich im Kriegsfalle diese Munition nachts auf dem Luftwege nach Deutschland schaffen, oder würde Frankreich unseren Schiffen Geleitbriefe ausstellen? Nein. Das ist ja alles zu lächerlich. Aber leider Gottes genügend, um ein Volk, das nichts will als sein Recht, in einer Welt anzuschwärzen, die tatsächlich überhaupt nur eine einzige Rüstungsfabrik ist.
Frage: Obwohl die Anwendung schwerer Feldartillerie durch den Friedensvertrag verboten wurde, wird in Frankreich behauptet, daß Artilleristen der Reichswehr in schwerer Artillerie an den deutschen Küsten, befestigungen ausgebildet worden sind. Diese Vorwürfe werden möglicherweise in den nächsten Wochen offiziell geltend gemacht werden. Würde es da nicht vorteilhaft sein, wenn der Herr Reichskanzler sich bereits im voraus mit ihnen öffentlich auseinandersetzt?
Antwort: Glauben Sie wirklich, daß wir uns den Luxus erlauben, von den hunderttausend Mann unserer Armee die Artilleristen an der schweren Artillerie der Küstenbefestigungen ausbilden zu lassen, damit sie dann mit den Feldkanonen schießen können? Wir haben in der Festung Königsberg eine lächerlich beschränkte Anzahl schwerer Geschütze genehmigt erhalten und selbstverständlich werden dafür auch Leute ausgebildet. Im übrigen hat die Armee leider nur eine ungenügende Feldartillerie und wir bilden schon lieber die Leute an dem Geschütz aus, an dem sie kämpfen müßten als an Geschützen, die wir gar nicht haben!
Frage: Eine weitere Ursache der Besorgnis ist die Auffassung, daß Deutschlands zugegebene Absicht, eines Tages den polnischen Korridor wieder zu erlangen, mit der Erhaltung des Friedens unvereinbar ist. Auf welcher Grundlage hält der Herr Reichskanzler Verhandlungen mit diesem Ziele für möglich,
Antwort: Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Menschen,. der die Lösung des Korridors als besonders überwältigende Leistung der Friedenskonferenz bezeichnen könnte. Der Sinn dieser Lösung konnte nur sein, Deutschland und Polenfür ewige Zeiten zu verfeinden. Niemand von uns denkt daran, mit Polen wegen des Korridors einen Krieg zu beginnen. Wir möchten aber alle hoffen, daß die beiden Nationen die sie betreffenden Fragen dereinst leidenschaftslos besprechen und verhandeln werden. Es kann dann der Zukunft überlassen bleiben, ob sich nicht doch ein für beide Völker gangbarer Weg und eine für beide tragbare Lösung findet.
Die Frage der deutschen Kdlonle
Frage: Der Ausdruck „Volk ohne Raum" hat gewisse Unsicherheit erregt. Auf welchem Wege erblickt der Herr Reichskanzler eine Möglichkeit für die räumliche Ausdehnung Deutschlands? Bildet die Wiedererlangung von früheren deutschen Kolonien eines der Ziele der Regierung? Wenn ja, welche Kolonien kommen in Frage, und werde ein Mandatssystem Deutschland genügen, oder würde Deutschland volle Souveränität verlangen?
Antwort: Deutschland hat zu viele Menschen auf feiner Bodenfläche. Es liegt im Interesse der Welt, einer großen Nation die erforderlichen Lebensmöglichkeiten nicht vorzuenthalten.
Die Frage der Zuteilung kolonialer Gebiete, ganz gleich wo, wird aber niemals
Frage: Sieht der Herr Reichskanzler den Völkerbund als eins Einrichtung an, die ihren Nutzen überlebt hat oder kann er sich bestimmte Bedingungen vorstellen, unter denen Deutschland eine Rückkehr in den Völkerbund zu erwägen geneigt wäre?
Antwort: Wenn der Völkerbund sich so wie in der letzten Zeit immer mehr ausmachst zu einer Interessengemeinschaft be- stimmterStaaten gegen die Interessen anderer, dann glaube ich nicht an seine Zukunft.
Deutschland wird jedenfalls niemals mehr einer internationalen Vereinigung beitre- ten oder sich an einer solchen beteiligen, wenn es nicht als vollkommen gleichberechtigter
für uns die Frage eines Krieges sein. Wir sind der Ueberzeugung, daß wir genau so fähig sind, eine Kolonie zu verwalten und zu organisieren wie andere Völker. Mein wir sehen in all diesen Fragen überhaupt keine Probleme, die den Frieden der Welt irgendwie berühren, da sie nur auf dem Wege von Verhandlungen zu lösen sind.
Frage: In gewissen Kreisen in England erwartet man, daß die jetzige Regierung sich als ein Vorspiel zur Restauration der kaiserlichen Familie herausstellen wird. Wäre es möglich, daß der Herr Reichskanzler seine Stellungnahme zu dieser Frage definiert?
Antwort: Die Regierung, die heute in Deutschland tätig ist, arbeitet weder für die Monarchie, noch für die Republik, sondern ausschließlich für das deutsche Volk. Wohin wir blicken, überall sehen wir Not und Elend, Arbeitslosigkeit, Verfall und Zerstörung. Dies zu beseitigen ist die von uns gewählte Mission.
Frage: Seit der Machtübernahme durch die Regierung Eurer Exzellenz ist die Weimarer Verfassung de facto in einzelnen Punkten abgeändert worden, obwohl sie nicht förmlich außer Kraft gesetzt ist. Beabsichtigt der Herr Reichskanzler, eine Verfassungsänderung auf neuer Grundlage durchzuführen?
Antwort: Ich» habe einst erklärt, nur mit legalen Mitteln kämpfen zu wollen. Ick habe diese Erklärung auch gehalten. Die gesamte Umgestaltung Deutschlands ist auf verfassungsmäßig zulässigem Wege geschehen. Es ist selbstverständlich möglich, und auch wahrscheinlich, daß wir das Gesamtergebnis der sich vollziehenden Umwälzung dereinst als neue Verfassung dem deutschen Volke zur Urabstimmung vorlegen werden. Wie ich den überhaupt betonen muß, daß es zurzeit keine Regierung gibt, die mit mehr Recht als die unsere behaupten könnte, von ihrem Volke beauftragt zu sein!
Faktor anerkannt ist. Daß wir einen Krieg verloren haben, das wissen wir. Wir wissen aber auch, daß wir uns solange mutig und tapfer verteidgt haben, als es nur überhaupt ging. Wir sind Männer genug, einzusehen, daß man nach einem Krieg, den man verliert» man mag nun schuldig sein oder nicht, selbstverständlich die Folgen zu tragen hat. W i r Habens ie getragen! Daß wir nun als Volk von 85 Millionen Menschen dauernd und immer wieder auss neue entehrt und gedemütigt werden sollen, ist für uns unerträglich. Diese ewige Diskriminierung ertragen wir nicht, und solange ich lebe, werde ich niemals meine Unter- (Fortsetzung auf Seite 2)
kevölkerunßspolitik ist kftlictit
Bremen, 20. Oktober.
Der Aufklärungsfeldzug der Reichsregierung, der die Fragen der Vevölkerungs- politik und Rassenpflege in die weitesten Kreise der Bevölkerung hineintragen soll, hat einen fast über Erwarten großen Widerhall gefunden. Die Plakate hängen in allen Städten und Dörfern, die Broschüren sind in jetzt schon fast 10 Millionen Exemplaren überall verteilt worden. Am erfreulichsten ist, daß etwa 1 Million Menschen persönlich an die Postschalter gingen und sich das 10-Pfg.- Heftchen holten. Dieses Anzeichen für lebhaftes eigenes Interesse beweist, wie tief die Propaganda eingedrungen ist.
Aber selbst wenn man die nach Tausenden zählenden Zeitungsartikel, die vielseitigen Abhandlungen in Zeitschriften, die z. T. in Sondernummern herauskamen, in Rechnung stellt, selbst wenn man von Dutzenden von Schulungswochen und Abenden, von Tagungen und Versammlungen von Fachleuten, von dem Eindringen der bevölkerungspolitischen Propaganda in das Vereinsleben unterrichtet ist, selbst wenn man die mit diesem Aufklärungswerk verbundene Hilfsaktion für Kinderreiche mit ihrer deutlich sichtbar gemachten Bevorrechtung der bisher verächtlich und Höhnisch belächelten Väter und Mütter zahlreicher Kinder als großen Gewinn bucht, selbst dann muß man den Erfolg solch einer Pro- pagandaaktion vorsichtig abschätzen und darf sich ja nicht in dem Traum wiegen, nun sei die Hauptsache geleistet worden. Gewiß ist diese
Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund vollzogen
Berlin, 19. Oktober.
Wie wir höre», hat die Reichsregierung die amtliche Notifikation an den Völkerbund gehen lassen, durch die Deutschland seinen Austritt aus dem Völkerbund er- klärt.
erste Durchdringung von vielen Millionen Volksgenossen ein Fortschritt. Wenn jede Broschüre nur von 2 bis 3 Menschen gelesen wird, wenn alle die unzähligen Artikel, Abhandlungen und Vortrage auch nur einen Bruchteil der Bevölkerung erfaßt haben, so können wir sicher mit 20 bis 30 Millionen Menschen rechnen, die jetzt wenigstens eine blasse Ahnung davon haben, daß die Vevöl- kerungspolitik und die Rassenpflege die dringlichsten Fragen der Gegenwart und die entscheidenden Fragen der Zukunft des deutschen Volkes sind.
Es wäre aber verfehlt, wenn diese erste oberflächliche Berührung mit bevölkerungspolitischen Problemen bei manchen oder vielen, an die sie herangetragen wurde, das Gefühl erwecken würde, daß sie nun genug wüßten, daß sie nun über dieses Gedankengut ausreichend unterrichtet seien. Jeder Nationalsozialist muß die Aufrüttelung seines Gewissens auf diesem bisher so ungeheuer vernachlässigten Gebiet als einen Appell an sein Pflichtgefühl und sein Verantwortungsbewußtsein empfinden. Diese erste ganz oberflächliche Unterweisung über die primitivsten grundlegenden Fragen der Bevölkerungspolitik mutz zur Folge haben, daß jeder Parteigenosse im Kreise seiner Familie, seines Arbeitsbereichs, seines Bekanntenkreises und wenn er irgendwie und irgendwo Führer ist in seiner Gefolgschaft einen gewaltigen Widerhall weckt.
Die Bevölkerungspolitische Propaganda- Aktion der Reichsregierung ist bewußt so angelegt, daß sie zunächst Fragen wachruft. „Mütter kämpft für Eure Kinder!" Warum? Wofür? Gilt dies Plakat dem Luftschutz? War es ein kommunistisches Störungsmanöver? Tagelang ging das Raten und Fragen, das auffallende Plakat der jungen Mutter mit ihren vier Kindern wurde allenthalben erörtert, lebhaft diskutiert, teilweise sogar von übereifriger SA. wieder abgerissen. Telephonanrufe, Briese und Telegramme hagelten. Kurz, das Plakat erregte das gewünschte Auf- sehen, es weckte Fragen, Vermutungen, Neugier, Interesse. Und dann kam die Antwort durch die entsprechende Broschüre mit dem gleichen Bild und Titel. Es wird wohl keinen Volksgenossen geben, der nach aufmerksamer Lektüre dieses kleinen Heftchens, ganz gleich ob er es von seiner Organisation bekam oder es sich selbst beschaffte, aufs Tiefste erschüttert war. Denn diese Tatsache und Zahlen, dieses Aufdecken der tieferen Untergründe unseres erschreckenden Geburtenrückganges waren bis jetzt wohl neun Zehntel des deutschen Volkes völlig unbekant.
Aber auch durch die Broschüre entstanden neue Fragen, neue Einwendungen, innere Widerstände und Hemmungen. In Zeiten einer Weltwirtschaftskrise, in Zeiten immer noch lastender Arbeitslosigkeit, in Zeiten der Not, Entbehrungen und Opfer für die weit überwiegende Mehrzahl aller Deutschen, auch wenn sie noch in Arbeit ist, in solchen Zeiten soll man an Steigerung der Geburtenzahl denken?
Heute erscheint das zweite Plakat de»
Der Völkerbund eine Interessengemeinschaft bestimmter Staaten