Ausgabe 
(14.10.1933) Nr. 277
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Nr. 277 Jahrgang 1833

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Bremen. Gonnabend. 14» Oktober 1933 Einzelpreis is Via.

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ömnesllMimallii riaW/elie Zeitung

Das Tlrntkcke Oraan dos Senals der Freierr VrernerT

Schon Wieder ein Llebersall auf eine deutsche Gesandtschaft

Jüdisches Ete.nbombardement in Bukarest

Bukarest, 13. Oktober.

Ein unerhörter Ueberfall jüdisch-kommunistischer Kreise auf die deutsche Gesandtschaft in Bukarest wurde heute vormittag gegen 11 Uhr ausgeführt. Vier junge Burschen eröffneten ein Steinbombardement auf die Fenster des Gebäudes, dessen Scheiben zertrümmert wurden. Ein in einen roten Lappen gewickelter Stein fiel in das Arbeitszimmer des am Fenster arbeitenden Eesandtschaftsrates Dr. Kirchholtes, der zum Glück nicht verletzt wurde. Ein zweiter Stein wurde später im Wartezimmer gefunden.

Außerdem wurde eine in rotes Tuch gewickelte und mit roter Oelfarbe gefüllte Flasche gegen die Hoheitszeichen des Reiches geschleudert. Die Flasche zerbrach und beschmutzte mit ihrem Inhalt die ganze äußere Front. Den vor der Eesandt- schaftswache haltenden Polizeibeamten gelang die Festnahme von zwei Atten­tätern. Der eine heißt Nahum Roth st ein. (!) Die übrigen Täter flüchteten. Der Polizeichef von Bukarest begab sich sofort auf den Schauplatz des Anschlages und sprach der Gesandtschaft sein Bedauern aus.

Die Gesandtschaft hat bereits das Innenministerium unterrichtet und dabei darauf hin­gewiesen, daß schon vor einiger Zeit ähnliche Angriffe gegen das deutsche Konsulat in Klausenburg und in Kischinew erfolgt seien,

Wann endlich finden Deutschlands diplomatische Vertreter im Ausland den Schutz, den ausländische Vertreter in Deutschland finden?

Vereinigung der Länder Mecklenburg- Schwerin und Mecklenburg-Strelitz

Revolution in t end

OsZsrl ckis Verstiiswsisr

Von Schwarz van Berk.

S t ettin, 13. Oktober.

Es ist die höchste Zeit, in den großen Becher allseitiger, vielseitiger Freude einen Tropfen alter Näzigesinnung fallen zu lasten. Wenn man sich nämlich umsieht, so will es scheinen, als habe sich allmählich a l l e s in ein Festkomitee verwandelt. Gewiß, der neue Staat hat dem Volk eine Reihe von neuen Festtagen ge­geben, die eine tiefe und echte Begründung haben, so den 1. Mai und den 1. Oktober, aber inzwischen schiebt sich Fest an Fest, Aufmarsch an Aufmarsch, und ein Feuerwerk nach dem anderen kracht gen Himmel.

Wenn früher irgendein Verein sein Sommer- vergnügen feierte, dann spielte sich das in dem üblichen Rahmen ab, heute aber unternimmt kaum'noch eine Beamtengruppe, kaum noch ein Schrebergartenklub einen Ausflug, ohne ihn nicht der breitesten Oeffentlichkeit als einFest des Volkes" anzukündigen. Da werden über­flüssig die Fahnen des Staates gehißt, da wird fünfmal das Horst-Westel-Lied gesungen, beim Antreten, beim Wegtreten und nach den drei Ansprachen. Wenn irgendein Berufsverband fein Jahrestreffen veranstaltet, so kann man sich todsicher darauf verlassen, daß er alles versuchen wird, die SA-Führung, ein Mitglied der Reichs­leitung, und wenn möglich, eine Abteilung SS als Stabswache zugewinnen". Wird ein Kinderheim der Oeffentlichkeit übergeben, so geht das nicht ohne die Mobilisierung von ganzenParteiortsgruppenab, und der Badenweiler Marsch, gespielt von einer Standartenkapelle, muß die Kleinen auf ihrem Weg an den Sandkasten begleiten. Adolf Hitler undseineGauleiterwerden um die Schirmherrschaft jeder kleinen Gemüse schau und jeder kleinen Th e a t e r s ch m i e r e gebeten.

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ehvt Euer HanSwörkl Bv a Saus «mvrftasgtr

Wenn schlechte Maler schlechte Bilder ausstellen, so hängen sie die Sakenkreuzflagge als Feigen­blatt über die Türschwelle. In den Konditoreien werden Butterkremlorten mit dem Hoheitszeichen in Sahneguß angefertigt, und die Schokoladen­fabriken erfreuen den Gaumen mit einerBrau­nen Serie". In diesen Tagen schrieb eine Ze:- tung:Was Adolf Hitler für Deutschland ist, das ist Herr Renz für dasFriseur- g e w e r b e."

Dies dürfte genügen. Man sieht also: von der größten bis zur kleinsten Veranstaltung segelt alles unter dem lieben Hakenkreuz. Es hat geradezu eine Inflation mit den Werten, den Hoheitssymbolen, den Liedern und Gestalten der Revolution eingesetzt. Wir müssen mit ansehen, wie zahllose instinktlose, unverschämte und ge­schäftstüchtige Betriebmacher sich am^National- sozialismus vergreifen und ihn zurSche i d e - münze für ihre Rummelplätze, machen. Das alles läuft daraus hinaus, die Revolution in ein happy end für die breiten Malten zu verwandeln.

Das ist ganz unerhört, und jeder echte, glte Kämpfer wird sich gegen diesen Mißbrauch, gegen diese Massenverkitschung des Nationalso­

zialismus auflehnen. Wir haben nicht gekämpft, damit das deutsche Vereinsleben wieder hoch­schießt. Wir haben nicht gekämpft, damit alles, was heute getan wird, sich mit der Fahne der Revolution drapieren kann. Das Dritte Reicht st keinAus st attungsmagazin für Vergnügungsvereine.

Gerade weil der Staat dem deutschen Volk eine innerlich und politisch begründete Fei­erlichkeit mit hxm Tag der Arbeit und dem Tag des Brotes geschenkt hat, gerade darum .muß alles, was zur Hoheit des Staates und der Partei gehört, peinlichst hierfür reserviert sein.

Wenn also Berufsverbände, Vereine, Schulen, Sportklubs, Theater, Lichtspielhäuser oder Fir­men irgendetwas zu feiern haben, so soll das geschehen wie früher. Es soll in seinem natürlichen Rahmen bleiben, es soll privat sein, aber nicht staatspolitisch, nicht aber natio­nalsozialistisch. Bei jeder Veranstaltung Pflegen heute eine ganze Reihe von Nationalsozialisten anwesend zu sein, damit ist schon genug, zum Ausdruck gebracht, daß Wir in einem neuen Staat leben. Alles, was darüber hinausgeht, sieht so aus, als wollte irgendeine Privatgruppe den Nationalsozialismus als Vorspann benutzen. Adolf Hitler hat wirklich nichts damit zu tun, daß die Fleischerinnung von Stadtwalde ihr hundertjähriges'Jubiläum feiern darf.

Man sehe sich um, es vergeht keine Woche, ohne das nicht irgendein lächerliches Privatge­schehen auf den Nationalsozialismus bezogen wird. Menschen, die vor einem Jahre noch den Nationalsozialismus wie einen Hoch­spannungsmast mieden, spielen heute an ihm Klettergewächs. Personen, die viel zu klug waren, sich irgendwie politisch festzulegen, weil sie sich damit Feinde zuziehen konnten, halten heute keine Ansprache mehr, ohne sämt­liche Ordensschnallen an die Brust zu kleben und ein faustgroßes Hakenkreuz darüber zu stecken, und sie schreien am lautesten vom Volkskanzlec Adolf Hitler.

Oh, es ist wirklich allerhand los in Deutschland!

Es wird gearbeitet, es wird in den Arbeits­lagern geschuftet, es werden Kanäle gebaut, Werke in Gang gesetzt, die seit Jahren aschgrau und kalt dalagen, es reihen sich Millionen ehe­maliger Marxisten in die Arbeitsfront ein. Das alles ist in Deutschland los, es ist ernst und vorbildlich, wie das allgemeine Opfer, das für die Arbeitslosen aus allen Händen zusammen, strömt. Aber dieser ernste Vorgang eines werktätigen Sozialismus wird überzogen von einem speichelhaften Amü­sierbetrieb, der es wagt, sich nationalsozialistisch zu nennen, der den Anschein erweckt, als habe sich unsere Revolution in ein einziges, endloses, täg­lich erneuertes happy end aufgelöst.

Nein, so geht es nicht weiter! Wir sind ein Volk der Arbeit, wir sind von außenpolitischen Gefahren geradezu eingekesselt, wir können uns dieses Treiben nicht weiter ge­fallen lassen. In diese Zeit wurden wir als ihre Herren gestellt, um die Macht und das Ansehen eines geschändeten Staates wiederherzu­stellen und um ein betrogenes, aufgelöstes Volk wieder zur Besinnung zu bringen. Unter nor­dischem Himmel gibt es politischen Karneval nicht, hier gibt es Verantwortung, Opfer, Dienst und Lebensernst, wenn die wenigen großen Fest- tage der Nation vorüber sind. Wir wollen über den Ernst unserer Aufgabe wachen und unsere Revolution wcitertragen.

Der Reichspräsident wieder in Berlin

Berlin, 13. Oktober,

Der Herr Reichspräsident hat seinen Aufenthalt auf Gut Neudeck beendet und ist am Freitag früh wieder in der Reichshauptstadt eingetroffen.

Rostock, 13. Oktober.

Am Freitag, 13. Oktober, wurden die beiden Länder Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg- Strelitz nach über LOOjähriger Trennung wieder vereint, ein Ereignis, an dem nicht nur die be­teiligten Regierungen teilnehmen, sondern auch da s ganze Volk. Es ist selbstverständlich, daß dieses historische Ereignis auch weit über Meck­lenburg hinaus rm Reich größte Beachtung findet. Hier wird im neuen Deutschland dank der Initiative des Reichsstaathalters Hildebrandt der erste Schritt zu einer staatlichen Verein­fachung zum Wähle des ganzen Volkes und Rei­ches unternommen.

Am Donnerstag bereits trafen die Spitzen der Behörden und die Vertreter beider Länderregie­rungen in der festlich geschmückten alten Seestadt Rostock ein, die als die größte Stadt Mecklenburgs wohl den Anspruch darauf erheben kann, als Fest­ort für den feierlichen Staatsakt gewählt zu wer­den. Dieser Ehre ist sich Rostock wohl bewußt. Es gibt wohl kaum einHaus, das nicht die Fahnen und Farben des neuen Deutschlands oder der engeren He i- mat zeigt.

Der Donnerstagabend vereinigte alle Ehren­gäste, darunter den Reichsstatthalter, den Eroß- herzog, Herzog Adolf Friedrich, und die Minister zu einer Festvorstellung im Stadttheater, wo der Fliegende Holländer" zur Aufführung ge­langte.

Am Freitagvormittag fanden von 8 bis 8 Uhr an verschiedenen Plätzen der Stadt Stadtkonzerte der Reichswehr-, Landespolizei-, SS-- und SA.- Kapellen statt. Gegen 9 Uhr sammelte sich auf dem Marktplatz eine große Menschen­menge, da der Verlauf der beiden historischen Sitzungen im Rathaus durch Lautsprecher auf den Markt übertragen wird.

Pünktlich um 9 Uhr versammelten sich die Ab­geordneten des Mecklenburg-Strelitzer Landtages im Fürstensaal des Rathauses zur Landtags- sttzung, die als einzigen Punkt der Tagesordnung das Gesetz über die Vereinigung beider Mecklen­burg zu erledigen hatte.

Einstimmige Abstimmung der beiden Landtage

Rostock, 13. Oktober.

Nach einem Festgottesdienst, an dem auch der Reichsstatthalter und sämtliche Staatsminister der beiden Mecklenburg teilnahmen, begann um

9 Uhr im Fürftensaal die Sitzung des Mecklen­burg-Strelitzer Landtages. Landtagsprästdent Schernau führte in seiner Ansprache u. a. aus:

Ueber Klüfte hinweg hat die Zeit der Ent­wicklung des nationalsozialistischen Staates den Gedanken reifen lassen, sich dem Bruderland Schwerin als Stammesland anzuschließen. Ueber alle technischen und verwaltungstechnischen Einzelheiten hinweg steht das große Ziel: Der Gedanke der Volksgemeinschaft.

Der Landtagspräsident verlas dann den Gesetz­entwurf über die Vereinigung beider Länder. Nach einer kurzen Ansprache des Staatsministers Dr, Stichtenoth erfolgte die Abstimmung, die die einstimmige Annahme des Gesetzes über den Zusammenschluß erbrachte.

Während aus dem Rathausplatz Tausende Auf­stellung nahmen, um Zeugen der Auffahrt der Mitglieder der mecklenburg-schwerinschen Staats­regierung zur Landtagssitzung zu sein, begann um

10 Uhr im Rathaus die bedeutungsvolle Sitzung des Mecklenburg-Schwerinschen Landtages.

Landtagspräsident Krüger erklärte:Was vor Jahrhunderten getrennt wurde aus dynasti­schen Gründen, soll wieder zusammenkommen aus freier Entschließung des Volkes.

Beide Mecklenburg sollen ein Land im neuen Deutschen Reich bilden.

Ministerpräsident Engel führte u. a, aus: Das Mecklenburg-Strelitzer Ministerium und der Landtag haben uns den eben gefaßten Beschluß über die Vereinigung beider Länder mitgeteilt. Mit Dank und Freude hat das Mecklenburg- Schweriner Ministerium von diesem Beschluß Kenntnis genommen und ist sich der Verantwor­tung und der Verpflichtung bewußt, die ihm aus diesem Beschluß erwachsen. In Anbetracht dieser feierlichen Stunde glaubt die Regierung auf die nähere Begründung des eingebrachten Gesetz­entwurfes zur Vereinigung beider Mecklenburg verzichten zu können, sie fordert Sie auf, durch Annahme des Gesetzes in die dargebotene Hand unseres Bruderlandes Mecklenburg-Strelitz ein­zuschlagen."

Der Landtag stimmte darauf dem Zusammen­schluß einstiinmig zu.

Feierlicher Gtaatsakl in Rostock

Die Rede des Reichsstatthalters Hildebrandt Rostock, 13. Oktober.

Kurz vor 11 Uhr erschien Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt, stürmisch begrüßt von der Menschenmenge, die das Ständehaus um­gab. Bei seiner Ankunft kreisten in geringer Höhe über dem Ständehaus zwei Geschwader von Wasserflugzeugen.

Der Reichsstatthalter schritt unter den Klän­

gen des Präsentiermarsches mit dem Wehrkreis­kommandeur aus Stettin, dem Jnsanterieführer Generalmajor Schwandtner aus Schwerin und den Stäben die Front der Ehrenkompanie ab und begab sich in das Ständehaus, wo die Abge­ordneten und Ehrengäste bereits versammelt waren.

Unter den Ehrengästen bemerkte man neben den Angehörigen der Regierungen und den Spitzen der Behörden u, a, noch Eroßherzog Friedrich Franz IV von Mecklenburg- Schwe­rin, Herzog Adolf Friedrich zu Meck­lenburg, SA.-Eruppenführer Fust, den Re­gierenden Bürgermeister von Lübeck, Dr. Drechs- ier, und General der Infanterie a. D. Graf von der Schulenburg.

Nach einem Fanfarenmarsch und der einleiten­den Jubel-Ouvertüre nahm

Reichsstatthalter Hildebrandt

das Wort zu seiner Festrede. Er wies auf die Be­deutung dieser geschichtlichen Stunde hin, die be­stimmt sei, die Vereinigung von Mecklenburg- Schwerin und Mecklenburg-Strelitz feierlich zu verkünden. Dabei lohne es sich wohl, einen Rück­blick zu werfen auf die Jahrhunderte, die beide Länder gemeinsam durchmesien haben. Bald staatsrechtlich zusammengefaßt, bald getrennt und dennoch immer ein Mecklenburg bildend. In breiten Ausführungen behandelte er die Geschichte Mecklenburg' von seinen Ur­anfänge! beginnend mit allen ihren Kämpfen. Der große Leitgedanke bei dem Zusammenschluß der beiden Länder Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz waren die Worte unseres Führers Adolf Hitler:

Deutschlands Kraft liegt in den Ständen und Stämmen."

Es kam mir daher darauf an, im nationalsozia­listischen Deutschland die Stände in den mir unter­stellten Gebieten auch wirklich innerlich zu einen. Darüber hinaus war es unsere Pflicht, das Kul­turgebiet, das wir zu verwalten haben, wieder zur vollen Geltung zu bringen.

Ich kann meine Betrachtungen schließen, so er­klärte der Reichsstatthalter, indem ich zum Aus-

Französisches Giftgas ohne Re.tung

Paris, 13. Oktober.

Zwei Professoren in Elairmont Ferrand ha­ben angeblich ein neues Giftgas entdeckt, das alle bisherigen Entdeckungen auf diesem Ge­biete in den Schatten stellen soll. Gegen dieses Gas solle nach ihrer Ansicht kein Schutz be­stehen, da es durch die Kleidung direkt in die Haut eindringe und unbedingt tödlich wirke. Ver­suche, die mit ganz geringen Mengen flüssigen Easses der gleichen Zusammensetzung an Tieren gemacht worden seien, hätten in dieser Hinsicht entscheidend« Ergebnisse gezeigt. Die beiden Er­finder des neuen Gases sollen sich weigern, seine Zusammensetzung bekanntzugeben. Sie betonten, daß auch das französische Kriegsministerium erst dann etwas davon erfahren würde, wenn Frankreich angegriffen werden sollte, und sich ver­teidigen müßte. Acht Tage würden genü­gen, um große Mengen dieses neuen Giftgases herzustellen.

MittMaufstand in Siam

Bangkok, 13. Oktober.

In Siam ist ein neuer militärischer Aufstand ausgebrochen. Die Regierung hat den Belage­rungszustand über ganz Siam verhängt. Zwei Provinzregimenter haben gemeutert und den Donmuang-Flugplatz besetzt. Prinz Vovara- dey, der ein Mitglied der königlichen Familie ist, marschiert an der Spitze einer be­waffneten Macht gegen die Hauptstadt. Am Don­nerstag nachmittag ist es bereits 12 Kilometer

druck bringe: Unserem Volke ist ein großer Führer erstanden, ein Baumeister, wie ihn die Weltge­schichte bisher nicht gesehen hat. Stehen alle Stände, alle Menschen deutschen Blutes in un­seren Stämme» fest und einmütig hinter diesem Mann, dann wird aus der Nacht der letzten Jahre ein leuchtendes, stolzes Deutschland erstehen. Ich für meine Person und mit mir alle National­sozialisten bekennen sreudig und offen, wir wollen in unermüdlichem Fleiß und steter Aufopferung unsere Pflicht tun unter der Führung Adolf Hit­lers für Volk und Vaterland.

Nach der Rede des Reichsstatthalters erhoben sich alle Anwesenden zum deutschen Gruß. Das Städtische Orchester intonierte:Ich hab' mich ergeben." Ein Vorbeimarsch der Reichswehr, der Polizei und der SA vor Generaloberst vonBlock beschloß den Festakt.

Berlin, 13. Oktober.

Reichsminister Dr. Frick hat demRostoäer Anzeiger" anläßlich der Vereinigung beider Meck­lenburg folgendes Geleitwort zur Verfügung ge­stellt:

Der Zusammenschluß beider Mecklenburg zu einem Land Mecklenburg muß als ein Fortschritt im Sinne der vom Führer angekündigten Reichs- resorm begrüßt werden. Er liegt im Zuge der politischen Entwicklung, die immer mehr zu einer starken autoritären Reichsgewalt hinführt.

Frick,

Reichsminister des Innern."

Zusammenschluß der beiden mecklenburgischen Kirchen

Rostock, 13. Oktober.

In der kurzen Sitzung im Ständehaus zur Ver- kündung des Kirchengesetzes teilte der Vorsitzende der Schweriner Landessynode, Studienrat Lic. Kl sehn, mit, daß die Schweriner Landessynode und der Strelitzer Kirchentag das gleichlautende Kirchengesetz beschlossen hätten. Damit sei auch die Vereinigung der beiden Kirchen vollzogen worden.

von Bangkok entfernt zu einem Feuergefecht zwi­schen den Aufständischen und Regierungstruppen gekommen. Sämtliche Verbindungen sind abgebro­chen und eine Zensur eingerichtet. Den ausländi­schen Gesandtschaften ist mitgeteilt worden, daß die Ausländer keine Gefahr zu befürchten hätten,

Hohe Zuchthausstrafen für kommunistische Mörder

Berlin, 13. Oktober.

Wegen der Tötung des SS.-Mannes Schulz und der Verletzung zweier weiterer Nationalsozialisten in der Nacht zum 3. Au­gust v. I. in der Triftstraße kam das Schwurgericht beim Landgericht am Freitag zu folgendem Urteil:

Die Angeklagten sind des Totschlags in einem Falle und des versuchten Totschlags in zwei Fällen schuldig und werden dafür zu einer Zuchthausstrafe von je fünfzehn Jahren und zu zehn Jahren Ehrverlust verurteilt.

Fährschiffsverkehr mit Dänemark unterbrochen

Warnemündc, 13. Oktober.

Der Fährschifsverkehr Warnemünde - Ejedser ist infolge des Sturmes unterbrochen. Die beiden FährschiffeSchwerin" undDamnark" liegen in Ejedser fest und können den Hasen infolge des außergewöhnlichen niedrigen Wasserstandes nicht verlassen.

Litauische Polizei mißhandelt Reichsdeutsche

Memel, 13. Oktober.

Der Lehrer Palluks, der Reichsdeutscher ist, befand sich mit zwei Fischerjungen am Atamat-Strom und winkte dem vorbeifahrenden Polizeiboot aus Ruß zu. Das Boot hielt darauf auf das Ufer zu und einer der Insassen rief den am Ufer Stehenden zu:Nun ruft einmal Heil-Hitler", Natürlich ließ sich Palluks und feine Begleiter nicht auf so plumpe Weife provozieren. Darauf legte das Boot am Ufer an und ein litauischer Polizeibeamter sprang an Land. Der Beamte beschuldigte Palluks, Heil-Hitler gerufen zu haben und ver­setzte ihm, als er dies bestritt, zahlreicheFaustschlägeinsEeficht. Ferner ver­suchte der Polizeibeamte, dem Lehrer Palluks seine braune Hose auszuziehen, die er als Hitlerhose bezeichnete. Auch einer der Fischerjungen wurde von dem Beamten grundlos geschlagen. Am nächsten Tage mutzte sich Palluks in Ruß bei der Polizei melden und die braune Hose abliefern, die keineswegs ein Uniformstück, sondern ein gewöhnliches, im Memelgebiet gekauftes Beinkleid war. Palluks hat den unerhörten Zwischenfall dem deutschen Konsulat gemeldet.