Ausgabe 
(4.10.1933) Nr. 267
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M. 267 Jahrgang 1S3S

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Bremen. Mittwoch. 4. Oktober 1933 EinrerpeeÄ 15 Vks.

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Ein ehemaliger Gefreiter seuerie auf den Bundeskanzler zwei Schüsse ab — Deutschland nimmt in Gens Stellung zur

Ludenfrage — Der Dolkssportprozeß in Brünn

Wien, 3. Oktober.

Im Parlament wurde heute nachmittag gegen 2.30 Uhr ein Reooloeranschlag auf Bundeskanzler Dr. Dollfutz verübt, der von zwei Schüssen am Arm. wie es heißt, leicht verletzt wurde. Der Täter ist ein Wehrmann. Dr. Dollfutz hielt sich aus Anlaß einer Sitzung des Christlich-Sozialen Klubs im Parlamentsgebäude aus.

Zu dem Attentat wurden noch folgende Einzel­heiten bekannt:

Nach einer Sitzung der Ehristlich-Sozialen gegen ^3 Uhr war der Bundeskanzler Dr. Dollfuß im Begriff fortzugehen und sprach noch im Vestibül des Parlaments vor der Portierloge mit Handels­minister Stock inger und einigen christlich-sozia­len Abgeordneten, als ein Mann auf ihn zutrat und ihm mit der linken Hand ein Schreiben über­reichte und zugleich die rechte Hand hinter dem Rücken vorholte und zwei Schüsse auf ihn abgab.

Der eine Schuß aus dem Revolver, Kaliber 6,5, traf den Bundeskanzler am rechten Oberarm, der andere gegen die Brust gerichtete Schuß prallte aber ab. Das Geschoß wurde dann auf dem Boden des Vestibüls gefunden. Dr. Dollfuß trat sofort in die Portierloge, zurück, wo er mit den Worten: „Ich glaube, ich bin durchschossen worden," Rock und Weste öffnete. Unterhalb des rechten Ober­arms zeigte sich ein großer Blutfleck. Dr. Dollfuß wurde dann in feinem eigenen Auto in die Klinik gefahren.

Der Täter ist ein entlassener Gefreiter des Vun- desheeres, dessen Name noch nicht bekannt ist.

Nach der Tat stürzten sich sofort die anwesenden Abgeordneten auf ihn und verprügelten ihn heftig. Die Polizei führte ihn dann auf die nächstgelegene Wachtstube. Sogleich nach dem Anschlag erschien auch der Vizekanzler Fey im Parlament.

Auf der ersten Unfallstation, wohin Bundeskanz­ler Dollfuß sofort nach dem Vorfall gebracht wurde, wurde eine Röntgenaufnahme gemacht, die folgenden Befund ergab:

Der erste Schutz streifte die linke Brustseite, hat den Rock durchschlagen, das Hemd aber nicht mehr und hat auch keine Verletzung zur Folge gehabt. Der zweite Schutz war ein Streifschuß, der den rechten Oberarm getroffen hat, das Geschoß ist aber nur leicht unter der Haut gelaufen, ohne Nerven oder Gesäße zu verletzen.

Nach der vorgenommenen Röntgenaufnahme hat der Bundeskanzler den Vizekanzler Fey und den Sozialminister Schmidt empfangen. Das Befinden des Bundeskanzlers ist verhältnismäßig gut. Der Bundeskanzler hat sich nach Anlegung eines Ver­bandes in feine Wohnung begeben. Von dort aus wird er auch weiterhin vorläufig die Regierungs­geschäfte führen.

Der Täter - MitgN ö des marxistischen Wehrverbanoes

Wien, 3. Oktober.

Nach Mitteilungen der Polizei ist der Mann, der auf Dollfuß schoß, ein ehemaliger Gefreiter des Vundesheeres namens Bertil. Er ist 22 Jahre alt und in Wien geboren. Gegenwärtig ist er arbeitslos. In seinem ersten Verhör er­klärte der Attentäter, kein Nationalsozia­list zu sein, sondern dem sozialdemokra­tischen Wehrverband als Mitglied ange­hört zu haben. Man nimmt vorläufig an, daß der Grund zur Tat die Rache wegen der Entlassung aus dem Bundesheere gewesen ist.

Die Persönlichkeit Bcrtils.

Der ehemalige Gefreite Bertil wurde in der Polizeiwachstube im Justizpalast vom Polizei­präsidenten einem ersten Verhör unterzogen. Auf die Frage, warum er das Attentat begangen habe, erwiderte er, daß er auf einen Mann habe auf­merksam machen wollen, dem er die Fähigkeit zu­traue, Oesterreichs Führer zu sein. Auf die Frage, ob er den Bundeskanzler töten wollte, sagte Ber­til, daß das nicht seine Absicht war; er könne aber nicht verhehlen, daß bei seinem Attentat mit einer solchen Möglichkeit gerechnet werden müßte.

Wie es heißt, war Bertil seinerzeit Laufbursche beim Zentralverband der Hausbesitzervereine, dessen Präsident ihn als einen harmlosen junge» Mann bezeichnet, den er allerdings seit vier Jahren aus dem Auge verloren habe. Ungefähr vor einem Jahr sei Bertil wieder bei ihm er­schienen und habe ihm mitgeteilt, daß er nicht

Leim Vundesheer bleiben, sonderen Schneider werden wolle. Der Präsident der Hausbesitzer bezeichnet ihn als einen etwas verschrobenen jun­gen Menschen.

Der Stiefvater des Revolverschützen ist ein ge­wisser Raimund Günther, der in politischen Kreisen von seinen Vortragen her bekannt ist, die er wiederholt in der Politischen Gesellschaft in Wien gehalten hat. Dr. Günther hat auch ein Buch.Diktatur oder Untergang" geschrieben.

Der amtliche Bericht über den Anschlag.

Wie«, 3. Oktober.

Ueber den Anschlag auf Dr. Dollfutz wird ein amtlicher Bericht ausgegeben, dessen Darstellung von den bisherigen Meldungen nicht abweicht. Nachzutragen wäre noch, daß der Täter Berti! dem 3. Jns.-Reg. als Gefreiter angehörte und zwei Stunden vor dem Kanzler im Parlament war, um dort auf Dollfuß zu warten.

Wiener Minlsterrat einberufen

Wie«, 3. Oktober.

Wie verlautet, hat Vizekanzler Fey kurz nach dem Attentat auf Bundeskanzler Dr. Dollfuß einen Ministerrat einberufen.

Vizekanzler Fey über den Anschlag auf Dollfutz

Vizekanzler Fey machte um ^6 Uhr abends per­sönlich durch Radio der Öffentlichkeit Mitteilung über den Anschlag auf Bundeskanzler Dollfuß: er erwähnte dabei, daß der 25jährige Täter Rudolf Bertil drei Jahre lang bis zum Mai 1933 dem Bundesheer angehört habe. Ueber die Gründe des Ausscheidens enthielt sich der Vizekanzler einer Aeußerung und erklärte, daß die polizeiliche Unter­suchung über die näheren Zusammenhänge im Gange sei und daher darüber noch nicht ab­schließend berichtet werden könne. Vizekanzler Fey teilte über das Befinden des Bundes­kanzlers, der eine Kampferinjektion erhalten habe, mit, daß die Verletzungen leichter Natur sind und daß er wieder in einigen Tagen in seinem Amt werde amtieren können. Ein Ministerrat, der um l45 Uhr von ihm einberufen worden war, habe sich mit dem Attentat beschäf­tigt und seiner Freude über das Mißlingen des

Anschlages auf den Kanzler Ausdruck gegeben, der durch Gottes Fügung der Gefahr entronnen sei. Der Minlsterrat hat den Bundeskanzler seiner ge­schlossenen und unentwegten Gefolgschaft versichert.

Ein ärztliches Bulletin über das Befinde«

Dr. DollsLh'

Ueber die Verletzungen Dr. Dollfuß' teilt ein neues ärztliches Bullet im mit, daß außer der leichten Schutzoerletzung am rechten Arm links knapp oberhalb des Herzens eine Hautverletzung vorhanden sei, die auf einen Prellschuß zurückzu­führen ist. Es bestehe keine Verletzung des Her­zens oder der Lunge, die Verletzungen seien leichter Natur, die Verbände seien nach Einspritzung ge­gen Wundkrampf angelegt worden. Das Allge­meinbefinden Dr. Dollfutz' sei gut. Dies wird auch dadurch bestätigt, daß der Bundeskanzler Kardi­nal Jnnitzsr und einige andere Persönlich­keiten, die ihm zu dem glimpflichen Verlauf des Anschlages Glückwünsche in seiner Wohnung aus- sprachen, dort mit dem Arm in der Binde emp­fing. Dr. Dollfutz beabsichtigt, heute abend um 8 Uhr über alle österreichischen Sender zu sprechen.

Der Neichsaußen minister an Dollfuß

Berlin, 3. Oktober.

Reichsminister FreiherrvonNeurathhat dem österreichischen Bundeskanzler Dollfuß anläß­lich des auf ihn verübten verbrecherischen Anschla­ges seine aufrichtigsten Wünsche für die glückliche Errettung aus Lebensgefahr ausge­sprochen.

Der deutsche Geschäftsträger in Wie» im Bundeskanzleramt.

Wien, 3. Oktober.

Der deutsche Geschäftsträger, PrinzErbach, hat heute nachmittag im Bundeskanzleramt vor­gesprochen und seine Glückwünsche zu dem glück­lichen Ausgang des auf Bundeskanzler Dr. Doll­fuß verübten Anschlages zum Ausdruck gebracht.

Englische Sympathietelegramme an Dr. Dollfutz

London, 3. Oktober.

Ministerpräsident Macdonald und Außen­minister Sir John Simon haben Dr. Dollfuß in Telegrammen ihre Teilnahme aus Anlaß des gegen ihn nternommenen Anschlages ausgedrückt.

Dle NGK. zum Attentat

Berlin, 3. Oktober.

Die Nationalsozialistische Parteikorresprmdenz schreibt zu dem Wiener Attentat: Aus Anlaß des Attentats auf den österreichischen Bundeskanzler, das von einem der NSDAP völlig fernstehenden, einem marxistischen Wehroerband angehörigen, entlassenen Gefreiten des Vundesheeres verübt wurde, darf die NSDAP feststellen, daß sie von jeher derartige Gewaltakte auf das schärfste ab­gelehnt und verurteilt hat.

In ihrem schweren 14jährigen Kampf um die Macht in Deutschland hat die NSDAP sich nie­mals derartiger politischer Kampfmittel bedient und alle Elemente, die diese« Grundsatz nicht an­erkennen wollten, rücksichtslos aus ihren Reihen entfernt. Die NSDAP, die sich das Vertrauen des ganzen deutschen Volkes errungen hat durch die Kraft ihrer Idee, bedarf derartiger Gewalt­akte nicht.

Das österreichische Attentat ist ein Kennzeichen dafür, daß die innere ZerriittungOesterreichs bereits so­weit fortgeschritten ist, daß verbre­cherische marxistische Elemente ihre Zeit für gekommen halten.

Rund'unkansprache des Bundeskanzlers

Wien, 3. Oktober.

Bundeskanzler Dr. Dollfuß sprach heilte abend vom Arbeitszimmer seiner Wohnung aus durch den Rundfunk.

Er führte u. a. aus: Er habe selbst Wert darauf gelegt, im Radio zu sprechen, weil er wisse, daß die Berichte nach solchen Ereig­nissen vielfach doch nicht ganz geglaubt wer­den. Man meine, daß die Dinge aus irgend­welchen Gründen weniger gefährlich darge­stellt werden, als sie sind. Er wünsche der Be­völkerung die Beruhigung zu geben, daß er wirklich durch eine glückliche Fügung heute einem schweren Unheil entgangen sei und sich körperlich sehr frisch und munter fühle. Er werde von der Wohnung aus die Rcgie- rungsgeschäfte selbstverständlich weiterführen und hoffe im übrigen bereits übermorgen seinen Amtspflichten im Büro nachkommen zu können. Nach Beendigung der Rede des Bundeskanzlers wurde die Bundeshyme ge-, spielt.

Akademie für Deutsches Recht

Leipzig, 3. Oktober.

Die auf die Schaffung eines deutschen Rechts ge­richtete Arbeit des Deutschen Juristentages erhielt ihre feierliche Krönung durch die Proklamation der Akademie für Deutsches Recht, die in der Aula der Universität durch den Führer der deutschen Rechts- sront, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, vorgenom­men wurde. Nachstehend veröffentlichen wir eine Liste von prominenten Männern, die zu Mitgliedern der Akademie ernannt worden sind.

Die Zahl der neuernannten Mitglieder der Aka­demie für deutsches Recht belSuft sich auf 95. Unter ihnen befinden sich der Stellvertreter des Führers RudolfHeß, die Reichsminister Dr. Darrö Frick, Dr. Goebbels, Dr. Gürtner und Dr. Schmitt, der Reichsstatthalter Ritter von EPp, die Ministerpräsidenten Göring und Dr. Siebert, die preußischen Minister Kerrl und Dr. Popi tz, Kultusminister Schemm - München, die Staatssekretäre Gottfried Feder, Dr. Freisler, ferner Alfred Rosenberg, der Stabschef der SA. Rohm, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, verschiedene hohe Ministerialbeamte und Staatsräte, unter ihnen Dr. Ley. Die Liste ergänzt sich durch Senatsprästdent Dr. Benno Becker vom Reichsfinanzamt in München, sowie führende deutsche Hochschullehrer, von denen nur einige Na- men genannt seien: Professor Dr. Stall-Tübin­gen, Professor Dr. S P i e t h o f f - Bonn, Hey. mann- Berlin and viele andere. Jhnxn reihen sich die Bankdirektoren, führende Industrielle oder Bür- germeister und Rechlsamvälte an. Auch hier seien nur einige Namen aufgezählt: Generaldirektor Ro- selius-Bremen, Präsident von Opel- Rüsselsheim, Generaldirektor Dierig - Langen- bielau, Präsident Werner von Siemens, Prä­

sident Bücher- Berlin, Bankdirektor Reinhard- Berlin, Geheimrat S ch m i tz - Berlin, Geheimrat Albert-Bremen, Geheimrat Bosch, Bankier von Fink- München, Professor Dr. Junkers- Dessau, Fritz Thyssen und andere.

Der Reichskanzler ln Leipzig

Leipzig, 3. Oktober

. Reichskanzler Adolf Hitler ist heute abend um 7.30 Uhr auf dem Flugplatz Halle-Leipzig gelandet, und hat sich im Auto nach Leipzig begeben, um auf dem deutschen Juristentag die Schlußansprache zu halten, über die die BNZ morgen ausführlich berichten wird.

Keickrjustirkomml»« Dr. kraaL proklamiert «U« Klrsckemle lür Deutsche, Reckt

Der 6ei5t des ^rbeit5(iien5le5

Von Staatssekretär Oberst tlierl

Berlin, 4. Oktober.

Kurzsichtige sehen im Arbeitsdienst nur eine vorübergehende Aushilfe im Kampfe ge­gen das Zeitübel der Arbeitslosigkeit.

Arbeitsdienst bedeutet aber weit mehr.

Die Idee der Arbeitsdienstpflicht ist wohl der kennzeichnendste Ausdruck des Geistes einer neuen Zeit, der Aufbruch einer Bewe­gung, die in ihrem Wollen, ihrer Auffassung vom Sinne der Arbeit, ihrer Bodenverbun­denheit im schroffsten Gegensatz steht zum Geiste des versinkenden liberalistischen Zeit­alters, dem immer mehr der Geist des Juden­tums das Gepräge gegeben hat.

Liberalistische Auffassung sah in der Arbeit nur ein Mittel zum Gelderwerb, ein mehr oder weniger notwendiges Uebel. Als Klüg­ster galt, wer es am besten verstand, andere für seinen Vorteil arbeiten zu lassen, mit möglichst wenig eigener Arbeit möglichst viel Geld zu erwerben.

Für uns bedeutet Arbeit den Inhaltdes Lebens. In der Arbeit erkennen wir eine Schwester des Kampfes. Ein Dasein ohne Arbeit und Lebenskampf erscheint uns als eine dumpfe Krankenstube.

Liberalistische Auffassung wertete die Ar­beit nach dem, was sie für den einzelnen ein­trug, wir schätzen die Arbeit nach ihrem Werte für die Volksgemeinschaft.

Der überhebliche Intellektualismus des liberalen Zeitalters sah mit Hochmut auf die Handarbeit herab. „Nur ein Arbeiter" war der Ausdruck bürgerlichen Denkens. Wir wollen dem deutschen Arbeiter seine Ehre ge­ben, sie ist ihm unentbehrlicher als Tarif­löhne, weilereinDeutscherist. Wir wollen das Wort „Arbeiter" zum Ehren­titel für jeden Deutschen machen, deshalb soll jeder junge Deutsche eine gewisse Zeit seines Lebens als Handarbeiter Ehren­dienst tun für sein Volk. Gegenüber reaktio­närem Denken sei mit aller Entchiedenheit betont, daß es nicht nur einen Ehrendienst mit den Waffen, sondern auch mit dem Werk­zeug gibt. Jeder uneigennützige Dienst am Volk ist Ehrendienst.

Wir kennen auch nur eine Standes­ehre für alleStände.sie steht und fällt mit der pflichtgetreuen Erfüllung der Standespflichten.

Die persönliche Achtung, die dem einzelnen gebührt, hängt nicht davon ab, was einer arbeitet, sondern wieer seine Pflicht tut.

Der materialistische Händlergeist des libera­listischen Zeitalters betrachtete alles als „Ware", auch den arbeitenden Menschen und den Heimatboden.

Für uns ist der arbeitende Mensch die KroneüerSchöpfung und der Heimat­boden ist uns e t w a s H e i! i ge s, er ist unser Vaterland.

Unzählige Generationen unserer Ahnen haben aus dem Stück Erdoberfläche, das wir bewohnen, den deutschen Kulturboden ge­schaffen. Wir haben die Verpflichtung, dieses Kulturwerk fortzuführen. Wir fühlen uns vor allem verpflichtet, den deutschen Boden so zu bearbeiten, daß unser Volk sich von dem Ertrag der eigenen Scholle ernähren kann. Die „Brotsreiheit" ist die Grundlage jeder an­deren Freiheit. Ein Volk, dessen Brotkorb fremde Mächte in der Hand halten,i st unfrei.

Das Friedensdiktat von Versailles hat uns große Flächen Ackerbodens entrissen, um so mehr müssen wir den uns verbliebenen Bo­den nützen. Seit Friedrich dem Großen sind Bodenverbesserungen großen Stils nicht vor­genommen worden. Nicht deshalb, weil uns nichts mehr zu tun übrig blieb, sondern weil unser Blick abgelenkt wurde auf andere Ziele. Die Bodenvecbesserungsarbeiten, die noch vor uns liegen, übersteigen an Ausmaß diejeni- gen, die seit Friedrich dem Großen ein­schließlich bis heute geleistet wurden. Die in Deutschland noch möglichen Bodenverbesse­rungen könnten zu einer Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung im Werte von 2 Milliarden Mark jährlich führen. Unge­nutzte Arbeitskräfte zur Durchführung die-