Ausgabe 
(3.10.1933) Nr. 266
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Nr. 26« Jahrgang 1933

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Das Amtliche Draarr des Senats der Äreierr Bremern ^

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Ganz Deugchlan- feierte den 2. Sllober

Der Führer gratuliert Sem Marschall in Neudeck Der Änhalt des Reichserbhosgesetzes veröffentlicht

Berlin, 2. Oktober.

Amtlich wird mitgeteilt: Aus Anlaß des heutigen Geburtstags des Herrn Reichspräsi­denten hat der Herr Reichskanzler sich zu einem kurzen Besuch nach Neudeck begeben, um dem Herrn Reichspräsidenten persönlich seine und der Rekchsregierung Glückwünsche zu überbringen.

In Neudeck sowie auch im Berliner Palais des Herrn Reichspräsidenten sind im Laufe des gestrigen und heutigen Tages eine außergewöhnlichsFüllevonTe- legrammenundbrieslichenGlückwünschen eingegangen. Neben den Glück­wünschen der offiziellen Persönlichkeiten der Reichsminister und Staatsminister der Län­der, der Vertreter von Heer und Marine, von Reichsbahn und Reichsbank» der Spitzen der Provinzialbehörden, der Städte und Gemeinden sowie der Vertreter der deutschen Wirt­schaft sind dem Herrn Reichspräsidenten aus allen Kreisen und von Deutschen im Ausland zahlloseBekundungenderTreueundVerehrung zugegangen.

Im Hause des Herrn Reichspräsidenten zeichnete sich im Lause des Montag vormittag eine große Anzahl von Persönlichkeiten des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens der Reichshauptstadt, insbesondere die Vertreter des Diplomatischen Korps, in die Besuchs- listen ein.

Au Neudeck

Neudeck. 2. Oktober.

In Lewundernswerter geistiger und körperlicher Frische beging heute auf seinem Stammsitz Neu­deck der Reichspräsident und Generalfeldmarschall von Hindenburg seinen 86. Eeburstag zum ersten Male im neuen Deutschland der nationalen Er­hebung Der Führer traf im Laufe des heutigen Tages in Neudeck ein, um dem Feldmarschall die Treuewünsche des im Nationalsozialismus geein­ten deutschen Volkes zu überbringen.

Ueber Haus Neudeck liegt auch heute an einem prächtigen ostpreußischen Frllhherbstmorgen der ge­wohnt« ländliche Friede. Kurz nach 9 Uhr er­schienen als erste Gratulanten die Schulkinder des Eemeindeverbandes. Der Reichspräsident, der einen außerordentlich frischen und gesunden Ein­druck machte, erschien in Begleitung seines Sohnes auf der Terrasse des Hauses. Nachdem die Kin­der den Reichspräsidenten mit dem LhoralLobs >en Herrn" begrüßt hatten, hielt der Lehrer eine furze Ansprache. Der Reichspräsident sprach dar­auf einige Dankesworte, in denen er seiner offnung auf die heranwachsende eutscheJugend Ausdruck gab.

Auch die Angestellten und Arbeiter des Gutes und die Bewohner des Dorfes haben dem Reichs­präsidenten gratuliert, der von der Terrasse seines Hauses die Glückwünsche entgegennahm.

Abends fanden in Neudeck große Fackelzüge der SA., SS. und des Stahlhelm sowie der ganzen Dorfbevölkerung zu Ehren des Generalfeldmar­schalls statt.

Der Ritze« trifft ein

Marienbnrg, 2. Oktober.

Reichskanzler Adolf Hitler traf heute mittag um 13.4ll Uhr mit seiner Begleitung auf dem Flughafen Marienburg ein. Nach Begrüßung durch Staatsrat Graf zu Dohna-Finkenstein und Landrat Dr. Schwendowius und Ab­schreiten der Front des SS-Sturms der 84. Stan­darte Marienburg, fuhr der Reichskanzler unver­züglich im Kraftwagen nach Neudeck weiter. In seiner Begleitung befand sich. der Führer der SS- Brigade Danzig-Westpreutzen, Lorenz.

An der Einfahrt zu Haus Neudeck hatten die SA-, SS- und Stahlhelmabordnungen aus dem Kreise Rosenberg Aufstellung genommen. Eine große Menschenmenge, die während des ganzen Nachmittags auf die Ankunft des Führers gewar­tet hatte, bereitete ihm einen begeisterten Empfang. Unter dem Jubel der Menge fuhr der Reichskanzler zum Schloß Neudeck, um dem Reichspräsidenten seine Glückwünsche auszuspre- chen. Der Besuch des Kanzlers trägt ausge­sprochen persönlichen Charakter, wie überhaupt der Geburtstag des Reichspräsidenten ohne jeglichen offiziellen Pomp began­gen wird. Auch politische Kombinationen, die ver­schiedentlich an den Besuch des Kanzlers geknüpft worden sind, werden im Hause Neudeck als völlig gegenstandslos bezeichnet Es muß vielmehr betont werden, daß die heutige Geburts­tagsfeier ausgesprochen familiären Charakter trägt. Unter den Eeburtstagsgästen befinden sich keine politischen Persönlichkeiten und auch Staats­sekretär Meißner ist zur Zeit nicht in Neudeck anwesend.

Der Besuch des Reichskanzlers wird als Zeichen >cr herzlichen Verbundenheit zwischen dem Reichs­präsidenten und dem Bolkskanzler empfunden und »egrüßt.

Die Wehrmacht an ihren Oberbefehlshaber

Berlin, 2. Oktober.

Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg jat an den Herrn Reichspräsidenten zur Vollen­

dung seines 86. Geburtstages folgendes Glück­wunschtelegramm gesandt:

.Hochverehrter Herr Generalfeldmarschall!

Wenn Sie, hochverehrter Herr Generalfeldmar­schall und Reichspräsident, heute das 86. Lebens­jahr Ihres an Arbeit und Erfolgen gesegneten Lebens vollenden, so wird Sie der Jubel eines dankbaren Volkes begrüßen, dem Sie durch die Berufung der Regierung Hitler den Glauben an ein einiges von nationalem Wollen durchglühtes Vaterland wiedergegeben haben. In der vordersten Reihe der Dankbaren steht die Wehrmacht, die sich heute wieder mit Stolz der Waffenträger einer geeinten Nation nennen kann.

Die aufrichtigsten Glückwünsche von Heer und Flotte Ihnen, Herrn Eeneralfeldmarschall, als den Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht und dem ersten Soldaten des Reiches zum Ausdruck zu bringen, ist mir Pflicht und aufrichtiges Bedürf­nis.

Berlin, 2. Oktober.

Noch während der Beratungen des Deutschen Juristentages hat die Reichsregierung das neue Reichserbhosgesetz veröffentlicht. Es trägt die Unter­schrift des Reichskanzlers selbst, des Reichsjustizmini­sters und des Reichsernährungsministers.

Für die Auslegung des Gesetzes wichtig ist die Ein­leitung, die die Grundsätze der ganzen Regelung ent­hält: Land- und forstwirtschaftlicher Besitz in der Größe von mindestens einer Ackernahrung und von höchstens 125 Hektar ist Erbhof, wenn er einer bau- ernsähigen Person gehört.

Der Eigentümer des Erbhoss heißt Bauer. Bauer kann nur fein, wer deutscher Staatsbürger, deutschen oder stammesgleichen Blutes und ehrbar ist.

Der Erbhof geht ungeteilt auf den Anerben über. Die Rechte der Miterben beschränken sich auf das übrige Vermögen des Bauern. Nicht als Anerben berufene Abkömmlinge erhalten eine den Kräften des Hofes entsprechende Berufsausbildung und Aus­stattung; geraten sie unverschuldet in Not, so wird ihnen die Heimatzuflucht gewährt. Das Anerben­recht kann durch Verfügung von todeswegen nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden. Der Erbhos ist grundsätzlich unveräußerlich und unbelastbar.

Schon aus diesen Grundsätzen ergibt sich, daß allerdings das preußische Gesetz über bäuerliches Erb« Hofrecht vorn 15. Mai 1933 dem Reichsgesetz als Vor­bild gedient hat. Wie uns gemeldet wird, weicht je­doch die neue reichsgesetzliche Regelung in vielen Einzelpunkten von diesem Vorbild ab. So bestimmt das neue Geletz z. B., daß die Erbhöfe allgemein von amtswegen in die Erbhöserolle eingetragen werden, während das preußische Gesetz dies nur für Land­schaften mit Anerbensippe vorsah und die Eintragung sonst von einem Antrag des Eigentümers abhängig machte. Auch enthielt das preußische Gesetz noch keine Hoch st grenze für den Erbhof. Aus­nahmen von dieser Höchstgrenze von 125 Hektar kann allerdings auch künftig der Reichsernäh­rungsminister zulassen, wenn bestimmte Vor­aussetzungen vorliegen.

Interessant ist die strenge Regelung für dek Na­men. Nur der Eigentümer eines Erbhoss heißt künf­tig in Deutschland Bauer. Der Eigentümer oder Besitzer anderen land- oder forstwirtschaftlich benutz, ten Grundeigentums heißt Landwirt.

Streng sind die Erfordernisse, die an die Abstam­mung des Bauern gestellt werden. Deutschen oder stammesgleichen Blutes ist nämlich nicht, wer unter seinen Vorfahren väterlicher- oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat.

Natürlich mußte den Nachforschungen eine Gr-vre

Sie sind uns Symbol einer stolzen Vergangen­heit, Sie waren uns Führer in schwerster Zeit und haben uns den Weg in eine starke deutsche Zukunft gewiesen. Die Wehr­macht kann ihrem verehrten Oberbefehlshaber nicht bester danken als durch ihre Treue und die stete Erfüllung ihrer Pflicht.

Das sei unser Gelöbnis zum heutigen Tage!

In tiefster Verehrung habe ich die Ehre zu sein

Ihr, Herr Generalfeldmarschall, gehorsamster

tgez.): von Blomberg."

Berlin feiert

Die Reichshauptstadt im Zeichen des 88. Geburts­tages Hindenburgs

Berlin, 2. Oktober.

Obwohl auf Wunsch des Reichspräsidenten von besonderen Festlichkeiten aus Anlaß seines 88. Ge­burtstages abgesehen worden ist, zeigt die Reichs­hauptstadt reichenFlaggenschmuck. Bereits in den frühen Vormittagsstunden hatte sich eine unübersehbare Menschenmenge in der Wilhelm st raße eingefunden, um die Er­eignisse, die sich in Berlin zu Ehren des Reichs­präsidenten abwickeln, aus nächster Nähe zu be­obachten.

Die Reichspost hat wieder einen Sonderdienst einrichten müssen. Bereits gestern und heute sind mit der ersten Post an nähernd 3660 Glück­wunschschreiben in der Wilhelmstraße einge­gangen. Der größte Teil der postalischen Sendun­gen, mehr als im Vorjahr, ging jedoch nach Schloß Neudeck, so daß dort eine Extraleitung für die ankommenden Telegramme gelegt werden mußte.

Fast alle Vertreter der ausländischen Staaten, Persönlichkeiten der Politik und Gesellschaft, der Wirtschaft und des Handels, der Kunst und der Wissenschaft sind im Reichspräsidentenpalais er­schienen, um ihre Karten abzugeben und sich in

gesetzt werden, und zwar ist dafür der 1. Januar 1800 gewählt worden. ,

Ferner muß der Bauer ehrbar sein. Er muß fähig sein, den Hos ordnungsmäßig zu bewirtschaften, wobei mangelnde Altersreise allein keinen Hinke- rungsgrund bildet. Ist der Bauer aber nicht ehrbar oder nicht zur Bewirtschaftung fähig oder kommt er seinen Schuldverpflichtungen nicht nach, obwohl ihm dies bei ordnungsmäßiger Wirtschaftsführung mög­lich wäre, so kann das Anerbcngericht auf Antrag des Landesbauernsührers die Verwaltung und Nutz­nießung des Erbhoscs dauernd oder aus Zeit auf den Ehegatten des Bauern oder auf denjenigen über­tragen werden, der im Falle des Todes des Bauern der Anerbe wäre.

Ist ein Ehegatte oder Anerbe nicht vorhanden oder sind diese nicht dauernd fähig, so kann das Anerbsn- gericht das Eigentum am Erbhof auf Antrag des Reichsbauernführers auf eine von diesem vorzu­schlagende bauervsähige Person übertragen. Falls geeignete Verwandte des Bauern vorhanden sind, soll der Reichsbauernsührer einen von diesen vorschlagen.

VeräußerungundBelastung desEro- hofsistnu'-mitZustimmung des An­erbengerichts Hofes zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Der Erbhos steht jedoch unter Vollstreck: ugsschutz. Und selbst die aus dem Erbhof gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind gegen Zwangsvollstreckung geschützt, soweit sie zum Zubehör gehören oder zum Unterhalt des Bau- ern oder seiner Familie bis zur nächsten Ernte er» forderlich sind. Handelt es sich um eine Forderung von mehr als 150 RM., so kann der Krcisbauern- führer, falls er vom Reichsnährstand dazu ermäch tigt ist, die Schuld auf den Reichsnährstand über­nehmen, der dann an die Stelle des Gläubigers tritt. Im übrigen ist eine Durchführungsverordnung angekündigt, durch die die Zwangsvollstreckung in ie Erzeugnisse des Erbhoss noch weiter auf öffentliche Abgaben und sonstige östenilich-rechtliche Geldsorde- rungen beschränkt wird, so daß private Gläubiger d-n Erbhos und seine Erzeugnisse überhaupt nicht mehr angreifen können.

Bei den Amtsgerichten werden Anerbengerichte er­richtet, die auch die Erbhöserolle zu führen haben; sie entscheiden in der Besetzung von einem Richter und zwei Bauern.

Gegen die Entscheidung ist Berusung an las Erbhofgericht beim Oberlandesgerich« zulässig, »as aus einem Richter als Vorsitzenden, zwei weiteren Richtern und zwetBauer : besteht Oberste Jn- üan.- toll das Reichserbhosgericht werden, das noch

das Gästebuch einzutragen. Mehrfach marschierten Ehrenabordnungen der SA und SS von Verlin- Vrandenburg mit ihren Standartenkapellen am Präsidentenpalais im Paradeschritt vorbei.

Aus der Fülle der Glückwünsche

Bayerns Glückwünsche.

München, 2. Oktober.

Ministerpräsident Sie-bert hat namens der bay­rischen Staatsregierung des Landes Bayern und seiner Einwohnerschaft, sowie für seine Person dem Eeneralfeldmarschall von Hindenburg zum 86. Ge­burtstag die wärmsten Glück- und Se­genswünsche telegraphisch entboten.

Ostpreußen ehrt seinen Retter.

Königsberg, 2. Oktober.

Namens der ostpreußischen Wehrmacht richtete der Befehlshaber des Wehrkreises I., General­major von Vrauchitsch, an den Reichspräsi­denten zu seinem 86. Geburtstag ein Glückwunsch­schreiben.

Der. Oberbürgermeister der Stadt Königsberg spricht in seinem Glückwunschschreiben die tiefe Dankbarkeit der Stadt Königsberg für den hochverehrten Ehrenbürger, den Retter aus Kriegsnot und Förderer in der Nachkriegszeit, aus, besonders aber die Freude, daß die bewun- dernswerte Tatkraft des Reichspräsidenten durch den Entschluß vom 30. Januar 1933 Ostpreußen und seine Hauptstadt und damit das gesamte deutsche Vaterland zum zweiten Mal vor dem Untergang bewahrt habe.

Der Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen telegraphierte: Am heutigen Tage gedenkt die Provinz Ostpreußen mit besonderer Dankbarkeit ihres großen Sohnes.

durch besondere Verordnung geregelt werden wird. Die Eintragungen in die Erbhöserolle und ins Grundbuch sind gebührenfrei. Wichtig ist vor allem, daß der Anerbe keine Erbschafts- oder Grund­erwerbssteuer zu zahlen hat. '

Das Reichserbhosgesetz findet Anwendung aus alle Erbfälle die nach dem 1. Oktober 1933 eintreten. Gleichzeitig sind die landcsgesetzlichev Vorschriften, namentlich das preußische Erbhosrecht außer Kraft gc- setzt worden.

Der Dank der Neichsminifker Darre und Goebbels

Berlin, 2. Oktober.

Der Reichsminister für Ernährung und Landwirt­schaft, Darrö, und der Reichsminister für Volks- aufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, tei­len mit:

Die Kundgebung der deutschen Bauern auf dem Bückeberg bei Hameln anläßlich des deutschen Ernte- danktages hat in einem bisher noch nicht dagewesenen Ausmaße das deutsche Bauerntum vereinigt und ein machtvolles Bekenntnis des deutschen Bauern zum nationalsozia­listischen Staate dargestellt. Eine Kundgebung der­artigen Ausmaßes kann nur durch vorbildliche Zu­sammenarbeit aller amtlichen und nichtamtlichen Stellen ermöglicht werden. Ihnen soll hiermit dafür besonderer Dank ausgesprochen werden. Insbesondere haben die Führung des deutschen Bauerntums die Reichswehr, die Polizei, die Reichsbahn, die deutsche Reichspost und die örtlichen Verwaltungsstellen in vorbildlicher Weise mit allen Organisatio­nen und Formationen der nationalsozialistischen Be­wegung zusammengearbeitet. Am Gelingen der Kundgebung haben weiterhin in anerkennenswerter Weise die an der technischen Ausgestaltung der Kund­gebung Beteiligten mitgewirkt. Besonderer Dank und Anerkennung gebührt jedoch den Männern des Arbeitsdienstes, die in aufopfernder Arbeit bei Tag und Nacht die technischen Voraussetzungen zum Gelingen der Kundgebung geschossen haben.

Schließlich sei auch all denjenigen Dank ausge­sprochen, die im ganzen Reich zu ihrem Teil mit dazu beigetragen haben, denDeutschen Erntedanktag 1933" zu einem machtvollen Bekenntnis des deutschen Volkes zu seinem Bauerntum zu gestalten.

Der deutsche Erntedanktag ist durch das Zusammen­wirken der neuen Volksgemeinschaft in Stadt und Land zum größten Symbol der Wiedervcrcinianng des gesamten deutschen Volkes geworden.

Die kommende (Lenerslion KIsßt so

Berlin, 3. Oktober

> Die im ganzen Deutschen Reich stark der- breiteten Plakate mit dem Titelbild der -ersten AufklärungsbroschüreMütter kämpft für eure Kinder!" werden in diesen Tagen ersetzt werden dxcrch das zweite PlakatDie kom­mende Generation klagt an!"

Wir geben das Einleitungskapitel der offi­ziellen AufklärungsschriftDie kommende Ge­neration klagt an!" nachstehend wieder. In ihr ist die Begründung für die auffällige Formulierung dieses anklagenden Appells an das Gewissen der heutigen Generation ge­geben:

Was wissen die Kommenden, die Kinder, von Bevölkerungspolitik, von Gebürten- schwund, vom Sterben des deutschen Volkes?"

Heute wissen sie noch nichts. Aber laßt die Jugend unserer Tage heranwachsen, laßt sie sehend und wissend werden. Dann werdet ihr's erleben, ihr, die ihr heute Verantwortung tragt für das Schicksal des deutschen Volkes, daß diese Kinder euch ver­fluchen und verdammen werden.

Im Jahre 1910 lebten im Deutschen Reich 5 Millionen Menschen, die das Alter von 60 Jahren überschritten hatten. Heute sind es schon ein Drittel mehr. 1990 müssen es über 11 Millionen sein. Wenn der Geburten­rückgang wie bisher anhält, wird aber dann das Deutsche Reich nur noch 45 Millionen Einwohner haben, darunter werden nur noch 8 Millionen Kinder sein:

Diese Zahlen bedeuten, daß eine bis an die äußerste Grenze der Leistungsfähigkeit emporgeschrauüte Anforderung an die jün­geren und arbeitsfähigen Jahrgänge gestellt werden wird. Diese werden die Sozial- beiträge für die übermäßig große Zahl alter und arbeitsunfähiger Volksgenossen aufbrin­gen müssen. Eine solche Belastung würde es wiederum mit sich bringen, daß diese lei­stungsfähigsten und erbbiologisch wertvollsten Teile des Volkes überhaupt nicht mehr an eigene Familiengründung den­ken könnten. Damit wäre dann endgültig der Tod des Volkes be­siegelt.

Ihr alle, auch du, Mann, auch du, Frau-, ihr alle tragt mit an der Verantwortung für das kommende Geschlecht, das niederbrechen muß unter der untragbaren Last künftiger Zeiten. Denn ihr werdet einst die sein, die als vergreistes und über-

Gportftteger Wirth abgestürzt und ertrunken

Berlin, 2. Oktober.

Der Sportflieger Wirth verunglückte heute bei Warnemünde auf einem Uebungs- slug mit einem Klemmflugzeug. Er stürzte mit seiner Maschine in den Breitling und ertrank.

altertes Volk aus diese viel zu kleine Schar arbeitsfähiger junger Menschen die ganze ge­waltige Bürde der sozialen Lasten abwälzt. Ihr alle, die ihr heute Vater und Mutter mit einem Kind oder zwei Kindern seid, ihr alle, die ihr keine Kinder habt, ihr tragt die schwerste Verantwortung! Der Führer und die Regierung haben es euch ein­dringlich genug gesagt, daß die erbbiologischen Fragen der Gegenwart die Schicksalsfragen der Zukunft sind.

Wenn ihr Heute versagt, dann wer­den künftige Generationen mit verächtlichem Lächeln rückschauend sagen:In der Genera­tion, die Adolf Hitler empor- und herausriß aus dem Sumpf des Vergangenen, war das Alte faul und morsch, nur die Jugend hat ihn verstanden, war seiner Wert."

Wenn ihr aber alle aus freiem Entschluß und mit ganzem vollem Herzen euch aufrafft und die große Wandlung vollzieht, wenn ihr die Zeichen der Zeit versteht und das deutsche Volk zurückreißt von dem abschüssigen Weg des b'ologischen Selbstmor­des, dann wird noch in Jahrhunderten und Jahrtausenden die Weltgeschichte davon er­füllt sein: Das deutsche Volk hat sich als erstes und einzigstes von dem Abgrund des Unterganges gerettet. Das alte Griechenland und das alte Rom and manches andere Volk ist dahingeschwunden, sobald in ihm der Ge­burtenrückgang einsetzte.

Das D-u's:d Adolf Hitlers aber wird leben! Wenn ihr diese Aufgebe, die das Schicksal euch auferlegt, meistert und be- zw t, dann werden kommende Genera­tionen nicht anklagen, dann werden sie euch segnen u:d bewundern.

Betrunkener Chauffeur fährt in SA-Kolonne Königsberg, 2. Oktober Der betrunkene Chauffeur eine- Privat- autos fuhr gestern von hinten in c n: mar­schierende SA Kolonne hinein. Sieben SA- Männer wurden schwerverletzt. Eine Anzahl erlitt leichter- m-rl-tznngrn.

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Vlrrt und Boden, des Volles höchste Güter

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