Ausgabe 
(27.8.1933) Nr. 229
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Von Oustsv Ztsebe

Bremen, 27. August. Eines Volkes höchstes Gut ist seine Jugend. Ihr zu hinterlassen ist das Gesetz jeder Gegen­wart, aller Pflichten und Aufgaben; ihr zu dienen und zu geben die Voraussetzung für den Dienst des künftigen Staatsbürgers am Reich, ihr vorzuleben und bei aller Lebens­disziplin ihre Schwingen frei sich breiten zu lassen, die beste Entwicklungsmöglichkeit für eine Generation, die nicht erstarrt, sondern lebendig und biegsam genug ist, die Stimmen ihrer Zeit zu verstehen und ihnen zu folgen. Denn dasjenigeReich wird ewig sein, das die Seele seines Nach­wuchses fühlt, das für die Zu­kunft handelt und feine Tore öffnet, wo dieIugend denStaat sucht und dieFührung fordert.

Hätte Deutschland diese Pflicht erkannt, als die Ueberlebenden von Langemarck vergeb­lich Sitz und Stimme im Rat der Nation be­anspruchten, hätte nicht die Eignungsformel für jede Laufbahn mit der FragestellungWie alt sind Sie?" begonnen, dann hätte der 9. November 1918 vielleicht noch einen Sinn bekommen. Was aber so bis zum 30. Januar Deutschland regierte, herrschte nicht um der Ration willen, sondern weil es das schäbige Ich so befahl. Kalt und gefühllos griff die Hand des WürgersSystem" nach allem, was Zukunft atmete und erdnah war. Erloschen schienen Mannestum, Kraft Treue und Ehre. Und in den Asphaltwüsten der Stähle, selbst in der Stille tausendjähriger Dörfer schlich ein Typ, der den Mut zur Sebständigkeit und zum Widerstand verloren hatte, der spruchreif zu werden drohte für jene 20 Millionen, die Deutschland opfern sollte. Für ein feiges und erbärmliches Gesinde!, das seine minder­wertigsten Subjekte zu Kanzlern und Mini­stern machte, nichts konnte und nichts leistete, aber aus Mißtrauen vor der eigenen Krüppel- haftigkeit alles verfolgte, was zu gesund war, um sich dem Schema der Ueberslüjsigen anzu­passen und zu beugen.

Das war die große Sehnsucht, die die deutsche Jugend durchzog seit den Weihestunden auf dem Hohen Meißner vor dem Kriegsausbruch: nicht zu versinken im Täglichen, zurückzu­finden zu einer Freiheit, die, allen Phrasen fremd, in Blut und Boden verwachsen ist, schöpfen zu können aus der Fülle eines Volkstums, das verkannt und verachtet war, Körper und Geister mobilisieren für Angriff und Verteidigung, Auslese und Aufzüchtung. Dafür griff Deutschlands Jugend zum Gewehr und verzehrte sich für eineHeimat", die in steifen Zylindern und Gehröcken Siege feierte und schließlich mürbe wurde.Mochten sie lachend sterben, die jungen Helden", in denen ein Vaterland lebte, das sie aber nur ver­kaufen und betrügen konnte. So erlebten die Jungen, die noch zu jung und zu schwach waren, um in den Krieg zu ziehen, den Zu- sammenbruch. Ganz vereinzelt nur rührte sich ihre Empörung gegen ein Alter, das schlaff und mutlos vor den Zuständen kapitulierte, die es sich selb st geschaffenhatte.

Während aber die ersten Propheten der Deutschen Revolution offen eine neue Welt und Idee vertraten, begann ein stilles und erbittertes Ringen zwischen Vätern und Söhnen und Lehrern und Schülern um die Zukunft des deutschen Volkes, und damit um das Schicksal der deutschen Jugend. Nur selten fanden in diesen ersten Jahren des völkischen Kampfes Frontsoldat und Nachkriegsgenera- tion zueinander. Die Mehrzahl diefer jungen Bekenner mutzte durch ein Opfertal, das in seinen Martyrien die deutsche Öffentlichkeit wohl nie erfahren hat. Wer will die Fälle zählen, in denen deutsche Iungens aus ihren Elternhäusern vertrieben wurden, nur weil sie irgendwie fühlten, zu Adolf Hitler und feiner herrlichen Bewegung stehen zu müssen, die dafür in der Fremde hungerten, froren und der Willkür eines Verwaltungsapparates ausgeliefert waren, der ihnen mit Fürsorge­erziehung und einer mißbrauchten Kirchen- religion einen Glauben aus dem Herzen zu reißen versuchte, ohne den sieschlecht- hin nicht mehr leben konnten. Diese Iungens opferten alles, was sie in ihren jungen Jahren zu geben hatten: Eltern­haus, bürgerlichen Beruf, Gesellschaft, Gesellig­keit und Gesundheit.

Wer denkt heute noch an diese jungen Kämpfer, ohne deren Feuer und Opfer das deutsche Volk nie und nimmer aus seinem Schlaf gerüttelt worden wäre! Wer spricht noch von ihnen, die bereits zu Adolf Hitler

und seiner Bewegung gefunden hatten, als alle Graubärte noch über die Bewegung ihre steifen Häupter schüttelten, die aber die Jugend zu jung für jede politische Betätigung hielten, natürlich mit Ausnahme solcher jungen Feuerköpfe, über deren Rücken ein Weg in fette Staatsstellen sichtbar war.

Erst dem Nationalsozialismus gelang es, zwischen Vätern und Söhnen Brücken zu schlagen, unter denen sich nun Klüfte schließen, die Ausgangs­punkt aller Revolutionen gewesen find. Hier erst umschlossen sich die Hände der Front- und Nachkriegsgeneration zu einem Bündnis, des- sen Voraussetzung der Kamps ist.. Denn es ist l albern, einen Trennungsstrich zu ziehen zwi­schen vier Jahren Weltkrieg und zehn Jahren

Kamps im Innern. Beide, Frontsoldat und Nachkriegsjugend rangen und kämpften für das gleiche Ziel, für Deutschland und für alle nach uns Kommenden!

Aus einem Ameisenhaufen kleiner und klein­ster Bünde bildete sich eine einige und gewal- ' tige Front der deutschen Jugend, ein Werk, das erst nach Adolf Hitlers Machtergreifung abgeschlossen werden konnte. Und vor diesen Kolonnen prächtiger Jungen und Mädels steht ein Führer, wie ihn die'deutsche Jugend zuvor . noch nie gefunden hat: In Bald ur von Schirach und seinen Versen lebt jene Generation, die kämpfte, wo andere genossen, die siegte, wo andere verloren.- . Wie unter der Regierung Hitler nach Jahr-

Hunderten deutsche Arbeiter und Bauern zum ersten Male .einig wurden, so ist auch die deut­sche Jugend ein Block geworden, an dem kein Junge und kein Mädel vorbeikommt, zu dem sich Väter und Mütter verpflichtet fühlen und zudemzumerstenMaleinderdeut- schen Geschichte der Staat st eh t.

Denn diese Iungens und Mädels sind das Deutschland von morgen, werden Männer und Frauen, Väter und^er. Wir grüßen in ihnen eine kommende glückliche Zeit, ein Deutschland, dessen Adler ihre Schatten ge­waltig strecken über allem, was Deutschland heißt. Und wir grüßen in ihnen die Erben einer Jugend, die in Flandern und im Kamps mit den Feinden unseres Volkes ihr Leben gab. Für Deutfchland!

Bisher glänzender Verlauf des HMexjugend-TreffenS

Der Freitag und der Sonnabend waren zwei Alltage, die in außergewöhnlichem Maße noch festlich bewegtem Treiben erfüllt waren. Di« Hitlerjugend-Kundgebung des Nordseegebietes ist schon jetzt ein einzigartiger, ooller Er» olg. Die Massenaufmärsche verliefen unge« ört; ein Geist, zum Kämpfen und zum Siege« gleich bereit, vollbrachte Leistungen, wie sie «nsere alte Stadt von ihrer Jugend noch nicht sah. Ein unbändiger Wille, ttn heiliger Elan» b«, das Bewußtsein der wachsenden Kraft, sie schufen Taten, die Großes erhoffen lasse«.

Wenn gestern auch die Dunkelheit die Groß» artigkett der Organisation nicht erkennen lieh» so werde« wir heute die Fähigkeiten der A«f» marschleitungin vollem Lichte" beurteilen können.

Für all» die versammelten Junge« und Mädchen wird das Eebietstreffen Nordsee 1SS3 in Bremen ein Erlebnis sein» das be­stimmend ist für die Gestaltung ihrer PersSn» lichtest in der Zukunft.

An die Reaktion!

llnr streckt istr nickt mit ketten unfi Verboten, öeaa vir staZ nickt cke 5ükne eurer Lettt Vir sinfi bereit wie unsre Toten

Lrkeant es Zock: für uns gibt', keine Ovalen, cke vir nickt tapfer trügen, wann für k4anal Die Körper sterben, «lock cke Kugen straklen unZ klagen aal

Uns rvingt ikr nickt mit kolter nock Verclerbea, vell vir besessen sinö von unserm Lei! Vean's sein mub, kann ein jefier von uns vi« Vcrsel fiel! (sterben

Nalckur von Scklrack

Adolf Hitler in Marienburg

Marienburg, Ltz. August. Ilm 18.48 Ilhr landete das Flugzeug des Reichs­kanzlers auf dem Flugplatz in Königsdorf. An­wesend waren zum Empfang Staatssekretär Meiß­ner, Oberst von Hindenburg, Oberpräsident Koch und einige hohe Polizeioffiziere. Der Volkskanz- ler schritt die Front der SA und SS ab und be­gab sich dann im Kraftwagen nach Neudeck. In seinem Auto befanden sich Staatssekretär Meißner und Oberst von Hindenburg.

Bis 4 Ühr nachmittags hatten sich in Marien­burg 700 Ostlandtreue-Fahrer eingefunden. Man steht bayerische Fahrer in ihren Trachten; eine Lausitzer Vergkapelle spielte vor dem Abstim­mungsdenkmal und vor dem Neuen Rathaus. Die ganze Stadt ist festlich geschmückt.

Mit dem Flugzeug trafen in Marienburg auch der Chef der Heeresleitung General von Ham­merstein und der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder ein und begaben sich im Kraft- wagen ebenfalls nach Neudeck.

Ein Jahr nationale Regierung in Thüringen

Der 26. August, an dem vor Jahresfrist die na­tionalsozialistische Thüringer Staatsregierung be­reits Monate vor der allgemeinen nationalen Er­hebung ihr Amt antrat, wird in Thüringen fest­lich begangen. Seit den frühen Morgenstunden herrscht in der reich beflaggten Stadt hohe Fest- stimmung. Um 7 Uhr morgens marschierten auf dem Fürstenplah Reichswehr, Landespolizei, SS, SA und Stahlhelm sowie zahlreiche Abord­nungen des Landesarbeitsdienstes Thüringen aus allen Teilen des Landes auf. Außerdem hatte die gesamte Beamtenschaft Weimars geschlossen Aufstellung genommen, .und ein System von Laut­sprecheranlagen übertrug die Feier nach allen Thüringer Orten, wo gleichzeitig ähnlich« Auf­märsche stattgefunden hatten.

In Anwesenheit des Reichsstatthalters übergab Ministerpräsident Marschier das neue Thüringer Staatswappen dem Thüringer Volke zu eigen. Nachdem Ministerpräsident Marschier die staats- politische Bedeutung dieses Aktes eingehend ge­würdigt hatte, sprach Reichsstatthalter Sauckel. Er hob die Blut- und Bodenverbundenheit zwi­schen Volk. Land, Reich und Nationalsozialismus hervor und brachte auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler ein Sieg-Heil aus, in das die Menqe begeistert einstimmte.