Nr. 227. Jahrgang
Verlag, Schrtstleitung und Geschäftsstelle: Geeren k—8. Sprech stunden der Schrtstleitung: Montag blS Freitag 12 bis 13 Uh
Fernsprecher: Roland Nr. 625— 628. Bankkonten: Die Spartaste n
Bremen, Conrm erz» u. Privatbank, Deutsche Antioguiabanl, Postscheck konto Hamburg 747 L8.— Die erscheint täglich morgens, nur an
Montag mittags, und lostet monatlich L.L6 einschließlich Boten, ohn. durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 Zustell- gelb. Der Bezng-prrtS ist im voraus zu entrichten.
Vremen Freitag, den 2S. Mgnft 1SSS Etmeweeis 15 Vkg.
Anzeigen: htefig« die 14 gespalten« nun-Zelle Fl-k ti^L, auswärts vL/k 0.17; im L «rtteii F!> 0.7b. auswärts 1.—Steil en gesuch «PL4I OM
Famtlienanzeigen Stellenangebot« und WohnungSmartt Ft-k 0.06 sonstige Heine privateNnzeigen bis zuLllnun bet Vorauszahlung lohn« Rabatt) L/l 0.08. Platworschristen ohne Derbindlichteit. Anzeigenschluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streit, Verbot «. s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.
DasArnMske Orcrarr des Se nats des TrelsL B eenreM-
-7' 7 HHWWSHNHüA,
Beginn des Reichstags- vrandMerprozegeS mn2l.Sept.
L «iPzig, 24. August.
Der Präsident des 4. Strafsenats hat Termin zur Hauptverhandlung in der ReichStagSbrand- sache aus Donnerstag, 21. September 1933, vormittags S Uhr, anberaumt. Die Hauptverhandlung findet in Leipzig statt, die Beweisauf- nähme jedoch mit Rücksicht auf die notwendigen Augenscheinnahmen und darauf, daß die meisten Zeugen inBerlia wohne», im Reichstagsgebäude.
Die ReichStagSverwaltung wird, wie der Par- lamentsdienst der Telegraphen-Union erfahrt, ungesäumt die notwendigen Vorbereitungen für diese Prozeßverhandlung treffen. Als Verhand- lungSraum wird voraussichtlich der größte Ausschutzsaal des Hauses, in dem früher der Haushaltsausschuß des Reichstages tagte, dienen. Da im Reichstagsgebäude gegenwärtig keinerlei Sitzungen stattfinden, stehen auch zahlreiche andere Räume den Mitgliedern des Reichsgerichts, den Anklagevertretern und den Verteidigern zur Verfügung. Ein Lokaltermin in dem ausgebrannten Sitzungssaal bietet keinerlei Gefahren mehr, da die Trümmer weggeräumt
vollständig mit Glas wieder eingesetzt ist. Die endgültige Entscheidung über alle Maßnahmen im Reichstagsgebäude trifft natürlich der Reichs-
IvgSpräsidenl.
Zur Verhandlung selbst kann folgendes mit- zetetlt werden:
Angeklagt sind wegen Vorbereitung eines Hochverräterischen Unternehmens und anderer Verbrechen der Holländer van der Lubbe, der frühere Reichstagsabgeordnete Torg- I l«r, die bulgarischen Staatsangehörigen Di- initroff, Popoff und Taneff. van der Luhe, der Hauptangeklagte, hat gleich bei Eröffnung der Voruntersuchung voll zugegeben, daß er , Wicht nur den Reichstag in Brand gesteckt habe, sondern „um Rache am internationalen Kapitalismus zu nehmen"", auch schon vorher Brandstiftungen in Berlin verübt habe. So habe er versucht, das Wohlfahrtsamt in Ber- lin-Neukölln anzuzünden, ebenso das Stadt- schloß in Berlin und das Berliner Rathaus, van der Lubbe ist nach der Brandlegung im Reichstag auf frischer Tat ertappt worden. Man hat ihn festgenommen, als er den Reichstag verlassen wollte. Seine Kleider halsen bei der Brandstiftung Feuer gefangen. Die Spuren wiesen eindeutig auf seine Täterschaft hin. Sie waren so überzeugend, daß er selbst H nicht mehr leugnen konnte.
Für das Verfahren sind 11V Personen als Zeugen und Sachverständige vorgesehen. Diese Ziffer kann sich noch wesentlich erhöhen. Es wird zunächst eine Woche lang in Leipzig verhandelt werden, dann nach der Einvernahme der Zeugen und nach der Lokalbesichtigung in Zerlin werden die Schlußvorträge der An- llagebehörde und der Verteidiger wieder in Leipzig zu hören sein.
Gegen private Interventionen
Berlin, 24. August.
Der Chef des Geheimen Staatspolizeiamts»-Hat m alle Reichs- und preußischen Staatsministerien olgendes Schreiben gerichtet:
„In der letzten Zeit haben sich in auffallender Weise die Fälle gemehrt, in denen höhere Staatsbeamte ohne dienstlichen Auftrag Auskunft über den Aufenthaltsort und die Gründe der Festnahme politischer Häftlinge verlangten. Hierbei habe ich feststellen müssen, daß sich diese Anfragen fast ausschließlich nur auf Häftlinge bestehen, die nicht dem Arbeiterstande angehören.
Ich vermag kein Verständnis dafür auszubringen, aus welchen Gründen solche Häftlinge eine bevorzugte Behandlung erfahren sollen. Es sei daraus hingewiesen, daß der Herr Reichskanzler Adolf Hitler wiederholt gegen dieses Unwesen Stellung genommen hat.
Der Umstand, daß höhere Beamte sich bereitge- junden haben, auf Bitten der Angehörigen der Schutzhäftlinge sich für diese einzusetzen, ist nicht unbekannt geblieben. Er hat zur Folge, daß neuerdings um Auskunft bittende Personen oft dazu übergehen, mit Interventionen von Ministern, Staatssekretären und höheren nationalsozialistischen Führern zu drohen, weil sie offenbar glauben, daß dtz-se Ankündigung die Entschließungen meiner Sachberater zu beeinflussen geeignet sei.
Es ist dasllr Sorge getragen, daß alle v,m Geheimen Staatspolizeiamt zu untersuchende Fälle — insbesondere selbstverständlich Hastsachen — ohne Ansehen der Person der Betroffenen mit tun. lichster Beschleunigung geprüft werden. Es bedarf daher nicht erst der Bitte um schnelle Bearbeitung. Der baldische Abschluß der Ermittlungen in jedem Falle kann aber nur dann gewährleistet werden, wenn die Dienststellen ungestört arbeiten können. Es liegt daher ganz abgesehen davon, daß es auch an» arbeitstechnischen Gründen völlig unmöglich ist, den fernmündlich und mündlich vorgetragenen Ursachen nachzukommen, im Interesse der Häftlinge selbst, wenn ich die Anordnung getroffen habe, daß während des Schwebens der Ermitt- nrngen keinerlei Auskunft erteilt werden darf. Ich bitt«, meine Anordnung in geeigneter Weise allen Beamten mit dem Ersuchen um Beachtung be- kanntzugeben."
Das Geheime Staatspolizeiamt weist In diesem Zusammenhang auch daraufhin,, daß es el-.-nsalls als unstatthaft angesehen wird, wenn sich Angehörige der NSDAP für Schutzhäftlinge verwenden.
Ls Zelit aukwLrts:
Wettere 2S Millionen Mark llie AebettsbeWaWng bewilligt
1.8 Millionen Marl site verschiedene Maßnahmen in Vremen
Berlin, 24. August.
In der letzten Kreditanöschutzsitzung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. wurden, wie' das Reichsarbeitsministerium mitteilt, im ArbeitSbcschassungs Programm vom 1. Juni 1933 weitere Dar lehensbeträge im Betrage von rund 25 Mill RM. bewilligt. Davon entfallen d Mill. RM. aus den Weiterbau des Mittellandkanal S und weitere 2,2 Mill. RM. auf In angriffnahme der Arbeiten am Elster-Saale Kanal (Südslüael des Mittellandkanals Der Freien und Hansestadt Hamburg wurden für Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbei ten an öffentlichen Gebäuden weitere 800 000 RM. bewilligt,
der Freie« und Hansestadt Bremen sürmehr er e M a tz nahmen rund 1,8 Mill. RM
Auf das Land Sachsen entfallen Darlehen in Höhe von 5,4 Mill. RM., davon erhalten die DreSdencr G.aS-, Master- und Elektrizitätswerke 2,2 Mill. RM. und die Stadt Leipzig rund 1,8 Mill. RM. An größeren Darlehen wurden weiterhin für Städte der Provinz Sachsen rund 2 Mill. RM., für die Brücke bei Krefeld-Uerdingen rund 1,8 Mill. RM., für das Gebiet des Landes Baden rund 2,2 Mill. RM. und für Thüringen rund 600 000 RM. bewilligt.
Gerne nschMsMft und OvseeMm
als Schrittmächtr bet ÄtMtSSeschaffnng
Berlin, 24. August.
Vom Deutschen Industrie« und Handelstag wird mitgeteilt:
Ein Beispiel, wie durch Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Wirtschaftsvertretung die vom Führer eingeleitete große Arbeitsschlacht unterstützt werden kann, wird aus der Stadt Krefeld-Uerdingen berichtet.
Seit langer Zeit hatte sich in Krefeld-Uerdingen,
da» über keine Rheindrücke verfügt, und besten Ltra« ßenverbtndungen zumRuhrgebiet denkbar schlechte find, die Notwendigkeit eines Brückenschlages erwiesen. Die Stadt Krefeld-Uerdingen hat sich ent- schlössen, durch Einsatz ihrer letzten Reserven diesen Brückenbau zu ermöglichen. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichten: jedoch nicht aus, um das Vorhaben restlos zu finanzieren. Die noch fehlenden Mittel wurden durch eine großzügige Werbung der Industrie- und Handelskammer Krefeld unter Führung ihres Präsidenten: beschafft.
Binnen weniger Tage konnte der Stadt ein Betrag von einer halben Million Reichsmark als freiwillige Spende der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden, die sich neben namhaften Summen großer Betriebe auch aus kleinste» Beträgen zusammensetzt.
In der letzten Sitzung, des Kreditansschustes der Oeffa ist das von Krefeld erbeten« Darlehen bewilligt und damit die Durchführung des Vorhabens gesichert worden, durch das gegen 1000 Arbeiter , für mindestens zwei Jahre Beschäftigung erhalten.
Großzügiges SiedlungSwerk der Arbeitsfront
Berlin, 24. August.
Wie das Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront mitteilt, trat unter dem Vorsitz-des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Robert Ley, am Donnerstag um 10 Uhr der Klein« Ar- beitSkonvent der Deutschen Arbeitsfront zu einer Tagung zusammen. ^
Don der umfangreichen Tagesordnung wurde be- sonders eingehend daS ProblemderKons.um- v e r e i n e behandelt und die notwendigen Maßnahmen für die Umgestaltung der Konsumvereine erörtert. Das soziale Problem wurde eingehend durchberaten. Es würde vollstes Einvernehmen über die einzuschlagende Linie erzielt und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Behörden und den Stellen der Deutschen Ar- beitsfrvnt festgestellt. ...
Eingehend wurde die am 15. September be
ginnend« große Propaganda, und Werbeaktion der Deutschen Arbeitsfront besprochen. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront wird zusammen mit den Amtsleitern vom 15. September bis zum 1. November zahlreiche deutsche Betriebe besichtigen, in Belegschaft-versammlungen zu den schaffenden deutschen Menschen sprechen und ferner die Dienststellen der deutschen Arbeitsfront und der NSBO. inspizieren.
Dr. Ley machte Mitteilung, daß die Deutsche Arbeitsfront auch ihrerseits mit aller Kraft am deutsche« ArbritSprogramm tätig mithelfen will. Als eine der ersten positiven Ausgaben in diesem Sinne wird die Arbeitsfront in enger Verbindung mit den zuständigen amtlichen Stellen ein großartiges und großzügiges SiedlungSwerk in Angriff nehmen.
Weiter umriß Dr. Ley die kulturellen Aus- . gaben der Deutschen Arbeitsfront, die nach Feierabend dem schaffenden deutschen Menschen Gelegenheit geben soll und muß, sich zu belehren und für die schwere Arbeitszeit neue Kraft zu sammeln. Entsprechende Pläne find in Ausarbeitung.
Die Frage der Versicherungen bzw. die Reform der Versicherungen stand zur Erörterung. Ein Arbeitsausschuß wird die entsprechenden Arbeiten in Kürze so weit fertigstellen, daß mit einer baldigen endgültigen Regelung gerechnet werden kann.
Eindeutig wurden die Aufgaben der einzelnen Verbände und Abteilungen der Deutschen Arbeitsfront von Dr. Ley bestimmt. Während die Deutsche Arbeitsfront als Organisation aller schaffenden Menschen über die politische Linie in weitestem Sinne wacht, erledigen die Verbände die verwaltungstech- nischen Arbeiten und die NSBO. bildet da» Rückgrat -der Deutschen Arbeitsfront und das Reservoir fü- den Führernachwuchs. Weiter hat die NSBO. große erzieherische Aufgaben zu erledigen.
Zum Schluß der arbeitsreichen Tagung wurde best nimt, daß am 2. Mai jeden Jahres der Große Arbeitskongreß zusammentritt, während halbjährlich eine Sitzung des Großen Arbeitskonvents stattfindet. Die nächste Sitzung des Großen Arbeitskonvents wird nach Beendigung der Propagandaaltion am Ende dieses Jahres stattfinden.
Zum Ncichspartctkag in Nürnberg
s
EMÄ
Links die Plakette für die Teilnehmer am R eichsparteitag in .Nürnberg, rechrs die Vorderseite des Telegrammformulars das die Reichspost in der Zeit vom 30. 8. ,bis 6.' 9 herausgibt, um Teilnehmern am Reichspar teitäg die Möglichkeit zu geben, ihren Angehörigen auf eine besonders eindrucksvolle, aber auch verbilligte Weise Nachricht zukommen
zu lassen
Sestts Kverrdr
Große
auf dem MWkSplatz
Heute Abend findet auf dem Bremer Marktplatz eine
Kve « dfeler
statt. Inmitten der alten, ehrwürdigen Bauten, zu Füßen des Roland, vereinigt sich die bremische Jugend auf historischer Stätte. Rathaus und Dom flammen im Scheinwesserlicht. Bürgermeister Dr. Martert und der gitler- Fugendsührer Jung »erden Worte an die versammelten Fungens und Mädels richten. Dies Bekenntnis stellt die Einleitung zu den Aaupttagen des Treffens, Sonnabend und Sonntag, dar.
EchtieÜME-UtwlüÜ in Amn t«
Newyork, 24-August.
Der Schnellzug Newyork — New Örleans ist in der Nähe von Washington entgleist
Die Lokomotive und der erste Wagen Mrzten vom Eisenbahndamm in den angeschwollenen Potomac-Fluß. Die folgenden Wägen stürzten um. Der Lokomotivführer und ein Heizer wurden getötet. 45 Personen wurden verletzt, füns von ihnen schwer.
Rationale Vorkämpfer werden bevorzugt behandelt
Berlin, 24. August.
Der Reichsinnenminister hat sich im Einvernehmen mit dem Reichswehrminister damit einverstanden erklärt, daß zunächst bis zum 3V. September 1933 srei- werdende Angestclltenstellcn anstatt zu 90 Pzt. nur noch zu 50 Pzt. mit Verforgungsanwärter besetzt werden. 50 Pzt. der neu zu besetzenden Stelle» können demnach vorzugsweise mit bewährten Kämpsern für die nationale Erhebung besetzt werden.
Wie das VDZ.-Büro meldet, hat der preußische Kultusminister die ihm unterstellte» Behörde» darauf hingewiesen, daß von der Möglichkeit, 50 Pzt. der neu zu besetzenden Angestelltenstellen vorzugsweise mit bewährten Kämpfern für die nationale Erhebung zu besetzen, weitgehend Gebrauch gemacht werden soll. Für andere als staatliche Behörden ha- K->n, die Aufsichtsbehörden ebenso zu verfahren und die ihrer Aufsicht unterstellten Dienststellen entsprechend zu verständigen.
Grenzmaek Vosen - WsWreutzen ohne Arbeitslose
Schneidemühl, 24. August.
Durch den unermüdlichen Einsatz der verantwortlichen Stellen ist Donnerstag mittag der letzte Kreis „Grenzmark Posen-West- preußen" von Arbeitslosen vollkommen frei geworden. Die Arbeitslosen haben in der Landwirtschaft bei Meliorationsarbeiten, Straßenbauten und anderen Arbeit gesunden
Feuer im Auswärtige« Amt
Berlin, 24. August
Im Auswärtigen Amt brach am Mittwoch spät abends, in einem Büroraum Feuer aus, das mehrere Einrichtungsgegenstände und Bücherregale zerstörte. Zwei Amtsgehilfen wurden durch Einatmen des Rauches be täubt und mutzten von der Feuerwehr mit Sauerstoff behandelt werden. Der Brand, der anscheinend durch unvorsichtiges Hantieren mit einem Gaskocher verursacht wurde, war nach einstündiger Arbeit der Wehr gelöscht.
Ozeandampfer .Ma-ison" gerettet
Der auf der Höhe von Cap Charles in Vir- ginien durch einen Orkan schwer havarierte Ozeandampfer „Madison" hat seine Schäden soweit auszubessern vermocht, daß er mit eigener Kraft Norfolk in Virginien anlaufen kann.
Von dem Ozeandampfer „City of Norfolk", der-von Baltimore her unterwegs ist, fehlt seit Dienstag abend jede Nachricht.
2!run 1aZ cier Lasi
sVon O»al»N«r On»1»e Aon»», ?r«oü.
800 000 Deutsche wohnen tm Saargebiet. Wett über 70 000 davon werden demnächst in über 50 Eonderzügen nach Rüdesheim zur Saarkundgebung an das Niederwalddenkmal kommen. Viele Tausende von Heimatgenofsen werden ihnen in anderen Fahrzeugen folgen. Dazu werden aus den großen Städten des Reiches die MassentranSporte mit den Mitgliedern der Saarveretne anrollen. Mit all diesen früheren und jetzigen Bewohnern des SaargebtetS wird sich an der Kundgebungsstätte eine noch nicht übersehbare Zahl von Reichsdeutschen veretm- gen. Der Rundfunk wird die um 5 Uhr nachmittags stattfindende Hauptfeier auf alle deutschen Sender übertragen. Die ganze Nation wird an dem völkischen Erleben der Saardent- scheu teilnehmen.
So wird der 27. August zum Tirtz der deutschen Saar und des deut» schenSaarvolkes.
Dieser Tg und seine Veranstaltungen haben nicht den Zweck, unter den Saarländern künstlich eine Stimmung für Deutschland zu entfachen. Die es nach Mdesheim treibt, stock» bereits Deutsche, sind es von jeher kraft ihres Blutes, sonst würden sie daS geldliche Opfer »ur Teilnahme an der Fahrt zur KundgebungSstätte nicht bringen. Sie bedürfen keiner Stimmungsmache, sie bringen die völkische Stimmung selber mit und wollen, was ihnen in der Heimat verwehrt wird, dieser Stimmung öffentlich Ausdruck verleihen. Der Saardeutsche will — ehe das Abstimmungsjahr 1935 anbricht — vor aller Welt dartun, daß er sich mit dem Deutschen Reich, seinem Volk und seinem Führer unauflöslich verbunden fühlt und den Tag der Abstimmung sehnlichst erwartet. Sobedeutetder Tag der Saar nicht Stimmungsmache, sondern StimmungsauS- brucheinesnachHeimkehrinsRetch verlangendenVolkstetls.
Auch in der Vergangenheit, seit der Loslösnng des Saargebiets vom Mutterlande, ließ der Bund der Saarvereine kein Jahr vorbeigehen ohne Saarkundgebung. Aber zu keiner Zeit war bis Anteilnahme so gewaltig, wie sie für den 27. August im voraus feststeht. Dafür liegen verschiedene Ursachen vor: Einmal die Nähe des Abstimmungsjahres, die alle völkischen Aktivisten an die Front ruft; dann die nationalsozialistische Erhebung in Deutschland, die vor den willkürlich gezogenen Grenzen des Saarqebiets nicht Halt gemacht hat, weil es keine Volksgrenzen sind; und endlich die Haßlügen jener landesflüchtigen marxistischen Verräter, die unter dem Schutz der völkerkundlichen Regierungskommission an der Saar ein vorübergehendes Asyl gefunden haben, und dort in der marxistischen Presse Gift und Galle gegen das neue Deutschland speien.
Erbost darüber fahren insbesondere zahlreiche Arbeiter nach Rüdesheim, um dort in Deutschland das Gegenteil von dem festzustellen, was der Judas Jschariot der Saararbeiter, der Marxistenführer M. Braun, in seinen frankophilen Blättern zusammenlügt. Ein Saararbeiter wird für seine Heimat und ihre Bewohner vom Denkmal der Germania aus das Treuebekenntnis zu Deutschland ablegen. Millionen werden es Vernehmen in dem Bewußtsein, daß niemals ein Anlaß bestanden hat, an der Treue der saarländi- schen Werktätigen zum Reich zu zweifeln. Auch diejenigen unter ihnen, die die politische Neuordnung Deutschlands heute noch ablehnen, haben erkannt, daß die ehrliche Faust fleißiger Bergleute und Hüttenarbeiter nicht in die Hand derer Paßt, die bei jeder Gelegenheit die dreißig Silberlinge des Verrats eingesteckthaben. Viele Saarländer haben am 27. August zum ersten Male Gelegenheit, das Deutschland des Nationalsozialismus anoers als durch blutleere Zeitungsartikel kennenzulernen. Ihnen wird der Tag der Saar zum unauslöschlichen Erlebnis werden. Den niederdrückenden, fast maschenlosen Verboten-der Regierungskommission entronnen, werden sie aufatmen in freier deutscher Luft, unter leuchtenden deutschen Fahnen.
Sie werden überschäumen vor Begeisterung und den braunen Kämpfen Adolf Hitlers, der SA., zujubeln, die im Saargebiet nicht bestehen darf. Sie werden den stürmischen Drang der neuen Jugend verspüren, das unbegrenzte Vertrauen zu Adolf Hitler und den Glauben aller an einen Wiederaufstieg zur Freiheit und Größe Deutschlands. Was sie sehen, hören und innerlich erleben, wird sie nicht mehr loslassen. Der Geist, den sie in sich aufnehmen, wird sie in die Heimat begleiten und dort fortwirken bis zu der Stunde, wo die Grenzen fallen, die Regierungskommission die Koffer packt, die Verräter aus- reißen und beim Klänge des Deutschlandliedes dieFahnedesDrittenReicheshoch- geht zumZeichen der Wiedervereinigung vonSaarund Reich.
Ueberfchwemmungskatastrophe in China.
London, 24. August.
Times berichtet aus Peking, daß der Gelbe Fluß in der Provinz Honan über 30 Dörfer überschwemmt habe. Dadurch seien 300 000 Menschen obdachlos geworden und die ganze Ernte sei vernichtet. In Lim- lin (Provinz Schaust) sollen 2000 Menschen ertrunken sein. In der Sadt Saoteh, wo daS Master in den Straßen 10 Fuß hoch steht, seien Hunderte von Häusern eingestürzt-