Nr. 222. Jahrgang 1933
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Bremen. Sonntag, den 20. August 1933 Einzelpreis 1S Big.
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Das Amtliche Oraan des Senais der Freien ÄQnfef^ao^ Brernen^^
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In einer Woche, am 26. und 27. August, werden wir ein-Stück deutscher Zukunft, den Nachwuchs des Nationalsozialismus bei uns beherbergen- Das H i t ler-J u g e n d T r e s fs n ist mehr als eine Zusammenkunft.froher, gesunder Kinder — es ist eine Heerschau der kommenden Generation. Welchen Ernst man ihm beizumessen- hat, wird schon daran deutlich, dass der Reichssugerrdsührer und der Reichs- statlhalter anwesend sein werden. Deutschland ist mit Sorgfalt aus die Heranbildung einer frohen und starken Jugend bedacht, die frei von Vorurteilen und Verbildungssehlern sich umso eher, umso ierchler an die grosse Aufgabe trauen wird,, die ihr die Gegenwart auferlegt: Trägerin des deutschen Gs- dankens, Förderin des Sozialtsmus zu sein. Nicht häufig genug, nicht intensiv genug kann die Bestär. kung des Gemeinichafisstnnes betrieben und vertieft werden; diesem Zweck dient- auch das Gebietstreffen der HJ. am Äs. und 27. August in Bremen. Unsere Sind! wird wissen, was sie ihren kommenden Führern schuldig ist. l -- .. *
,->L>ie^ BNZ- ist in Heu. .letztem Jahren des Kampfes viel verleumde« Word«, und manches Verbot Hai die Existenz der Zeitung aufs Spiel gesetzt, ohne dass die NTDAP . damals schon die Macht hatte das Organ ihre, Bewegung zu schützen. Dagegen begrüßen wir es mit aufrichtiger Freude, daß eine Artikelserie, die der BNZ. seinerzeit 4 Wochen Verbot eingetragen hat, sich in dem sauberen neuen Staat als gerechtfertigt erweist. Die bremische Bevölkerung weiss vielleicht noch, welch erbitterten Kampf wn gegen den ehemaligen Direktor der Svarkaiss, den Rechnungssührer der Bürgerschaft, Herrn Wenhoid, geführt haben, und sie weiss vielleicht auch noch, daß uns dieser Kampf, der nur im Interesse der Sauberhaltung des bremischen Staatsleben- geführt wurde, von gewisser Seite furchtbar übel genommen worden ist. Um so mehr empfinden wir - heute eine gewiss' Genugtuung daß der Mann, dem unser Haxptaiigrrst seiTierseft gegolten hat, heute wegen dringendem Verdacht der fortgesetzten lln- treue und des Betruges hinter Schloss und Riegel fitzt- Mir di-> wir den Kamps gegen die damalige Bevölkerung geführt haben, wissen heute, daß es nm des Aauberteilsempfindens der neuen Staatsführung bedurft-, um Existenzen, die aus Kosten der brem,scheu Bevölkerung gelebt haben, schachmatt zu setzen. Herr Wenhold, dem wir vor Jahr und Tag, auf Grund unserer eingehenden Kenntnisse von den Vorgängen bei der Sparkasse schon unreelle Ge- schäftsftihrung vorgeworfen hoben, sitzt heute in Untersuchungshaft. Damit wird der Kampf der 'BNZ. gegen Novemberexistenzen, die immer den Eigennutz vor Gemeinnutz gestellt haben, erneut bestätigt.
Seit einiqen Tagen steht Bremen im Zeichen der Kampfsporttage. Die Kerntruppen der S.A. aus der ganzen Umqeqend Bremens beteiligen sich an diesem großen Tressen, das einen Markstein in der Geschichte des Nationalsozialismus darstellt.
Bremen begrüßt die kämpfende Front, die ihre Kraft im Kampfsport zum Ausdruck bringt. Die Zeit der S.A. ist da; sie kann sich ganz dem Kampssport widmen. Deutschland braucht kräftige, sportgestählte und gesunde Menschen, die ihre Pflicht kennen, und die an der Wiedergesundung des deutschen Volkes mithelfen.
S. A. und S. S.-Kameradenl Zeigt, was ihr in dieser kurzen Zeit gearbeitet habt, zeigt der Bevölkerung Bremens, wie gekämpst wird und wie man siegt.
Wir sind die lebendige Verbindung von Voll und StaatSidee
Grobe Rede des Führers aus der Sla-Ssiihrertagung in Vad Godesbeeg
Godesbeeg.- 19. August.
Reichskanzler Hitler ist Sonnabend nachmittag hier eiugetroften, um au der bis zum Dienstag stattfindenden Reichsstabführettagüng der SÄST. und des Stahlhelms teilzunehmen:
Auf' der Reichsftäbfü-Hrertagüng der-'SA: 'und oer SS führte Stabschef R ö h m in seiner großen Einführnngsrev« u. a. aus:
Die kommenden Monate würden vor allem der durch das zahlenmäßige Anwachsen bedingten Neuordnung der SA. uru> der Eingliederung des Stahlhelms in ihre Reihen dienen. Unter keinen. lmständen werde er dulden, daß die braunen Kämpfer der Bewegung sich von ihrem Ziel ablenken lassen durch äußeren Glanz und Prunk, andern er verlange von jede.m SA-Mann und Führer die alte Schlichtheit und Einfachheit Es werde dafür gesorgt werden, daß den politischen Soldaten fein Recht im neuen Staat, den er erkämpft hat. bewahrt werde.
Zm heutigen Deutschland sei bereits Ungeheures geleistet worden, aber noch stehe Gewaltiges zu tun bevor
Die offenen Gegner des Nationalsozialismus >eien zu'Boden geschlagen, aber noch nicht verschwunden. Mit allen Mitteln werde es die SA. verhindern, daß der geschlagene Feind sich wieder erhebe.
Adolf Killer kpvi»t
Bor den zu der Tagung in Bad Godesberg versammelten Stabssührern, der SA. und SS. und des Stahlhelms
hielt der Führer eine zweieinhalbstündige Rede, in der er sich mit grundsätzlichen Fragen unseres weltanschaulichen und politischen Kampscs befaßte.
Es ist kennzeichnend für die unerhört tiefe und wesenhafte Auffassung seiner großen 'Mission, dass der Führer sich hier vor den kämpferischen Willensträgern der deutschen Revolution nicht in engbegrenzter Zielsetzung erschöpfte, sondern Gedanken entwickelte, die-von innen,her chas -Wesen der deutschen Erhebung in ihrer ganzen.'Tiefe erfassten.
' Nach einleitenden historischen Perspektiven der . Jdeenumwälzüngen in der Geschichte der Völker' geißelte er die inneren Widersprüche der Demokratie, ü, des Liberalismus und des Marxismus, die das nun vergangene Jahrhundert beherrscht hq- ben. Die innere Unwährhaft-igkeit dieser Lehren, die sich auf die wirklichkeitsfernen Begriffe von Individuen, und Menschheit aufbauten, hätte naturnot- wendig eine Zeitenwende durch den Nationalsozialismus herbeigeführt, der die liberatistische Formalauf- fassung des Staates durch die lebendige Auffassung des Volkes überwunden habe.
Unsere grosse Ausgabe sei es nun, eine neue politische Führerauslese zum Träger der Erhaltung unseres gesamten Volkstums und damit der deutschen Zukunft zu erziehen. Es müsse systematisch eine Fiihrungshierarchie aus politischem Gebiet entwickelt werden, die die ganze Nation wie eine Klammer zusammenhalte. Dieser Prozeß sei unbedingt notwendig, weil die natürliche Basis für diese Auslese bei uns nicht mehr vorhanden sei, es gelte die neue Weltanschauung in Deutschland so tragfähig auszuprägen, daß sie das zusammenhaltende Element in unserem Volke darstelle.
Das sei das Entscheidende für die Zukunst.
Er habe die Ueberzeugung, daß das Werk erfolgreich
zu Ende geführt würde in eine weiteste Zeiträume überdauernde natürliche Evolution. Diese habe die Ausgabe, den erzieherischen Gedanken unserer Weltanschauung praktisch zu gestalten. Das Volk wolle geführt sein, aber es wolle, daß die, die es führen, zur Führung fähig und dazu geboren seien.
' Das Volk habe ein Recht zu fordern, daß seine Führung genau so heroisch sei, wie diese es vom Äolk fordere. Nicht verwalten wollten wir dieses wertvolle uns anvertraute Gut, sondern sühren dadurch, daß
wir eine dauernde lebendige Verbindung des Volkes zur tragenden Staatsidce herstellen.
Der Führer behandelte sodann
das Verhältnis zur Armee.
Er führte dabei u. a. aus: Alle Organisationen müßten ihre Funktionen klar gliedern und gegeneinander abgrenzen.
Das Verhältnis der SA. zur Armee sei das gleiche wie das der politischen Führung zur Armee. Beide seien nicht Selbstzweck sondern dienten nur dem einen Zweck der Erhaltung unseres Volkes.
Von diesem Gedanken des Volkstums aus lehne er auch die Germanisierung von unserem Volke fremden Menschen und Völkern ab, da diese nie eine Kräftigung und Stärkung sondern höchsten; eine Schwächung des Rassenkerns unseres Volkes bedeuten würden.
Aus diesem Gesichtspunkt der Geschlossenheit und Humanität heraus verlange er auch von seinen (Fortsetzung auf Ssite 2)
Von 6er Opposition rurn btclstsbürßertum
von Ouetav 8t»«d»
Bremen, 80 . August.
Künftige GeschichtsschreiLer werden über da- Jahr 1933 melden, daß sich in diesem Jahre da- deutsche Volk durch eine selbstgewollte Revolution eine Regierung erkämpfte, die alle Voraussetzungen für ein Staatswesen in sich trug, das bis dahin 1000 Jahre nur als ein sehnsüchtig erwartetes Jdealgebilde in den Hirnen weniger Wissender graue und verschwommen« Konturen anzunehmen vermochte. Das deutsche Volk, nicht der deutsche Staat, siegte im revolutionären Kampf um die totale Macht. Dieses Ziel ist mit erstaunlicher Schnelligkeit erreicht worden. Jetzt gilt es aber, nicht bei der Tatsache an sich stehen zu bleiben, daß hier eine Revolution am
Heute üuKZt Zuur Bremen!
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Volk gemacht wurde, sondern daß diese Revolution jetzt gewonnen werden muß.
Das deutsche Volk steht seit 100 Jahren in irgendeiner Opposition zu seinen regierenden Mächten. Dieser schleichende Bürgerkrieg reicht zurück in eine Zeit, in der das soziale Problem zum ersten Male deutsche Menschen im tiefsten Inneren aufrüttelte und vor Fragen stellte, auf die in 100 Jahren keine Antwort gegeben wurde. Selbst große nationale Ereignisse, wie das Erleben um große Staatsmänner, ihr Leben und ihre Taten, Kriege und Siege, Weltgeltung und Weltverachtung, vermochten nichts gegen ein Problem, welches blieb und wuchs, und wenn selbst die angesehensten Patrioten und Sozialpolitiker der Vergangenheit vor ihm den Kopf in den Sand steckten. So entstand eine Opposition, deren große Hoffnungen auf die verschiedensten Fahnen geschrieben war, bis das Volk in den Reihen der nationalsozialistischen Bewegung vor den Toren einer neuen Welt erschien, die das Schicksal ihm vorbestimmte.
Männer und Frauen, deren Väter und Großvater bereits im Kampf mit einer Volksfremden und todkranken Regierungsschicht lagen, finden nicht von gestern auf heute den Weg in den Staat, auch nicht in ihren eigenen. Denn jeder von ihnen, der sich noch vor einem halben Jahr ohne Bedenken vor die Flintenläufe eines Sy-
Oas radikalsdemokratisLlie
NacbklanZs Liim käsrriotsLesricb iu 8okia
Von unserem stäöckiZev öäitsrbsiter iu BuIZLrieo P. Lrsll
Sofia, im Äug'iti 1933 Die Vertreter der aussterbenden Demo*ra tie haben ihren 9. Kongreß in Sofia aboe halten, in der Hauptstadt des Landes d-si-m Parteien sämtlich demokratisch.sink oder sick Wenigstens.so gebärden, sogar der ehemalig- — und vielleicht zukünftige — Diktate, Zankofs, dessen Panewruppe 24-Stunde,, „or dem Kongreß Mitglied der radikal demokratischen Entente wurde. Vertreten waren Frankreich, England. Holland. Tänemirk Griechenland, Bulgarien und. Polen: di«
Türkei, in der es beute nur noch die wahr hastig nicht demokratisch-parlamentarische EinbeitSpartei gibt, hatte zwei Beoba-.b-er entsandt. Auch die ehemalige Deu^hx Staatspartei (! l) war durch »wei Be- obachter vertreten deren Anwesenheit nick-: wenig dazu beigetragen bat. daß kein böses Wart gegen den Faschi-mus und den Rats» »alkoziasiSmus fiel Selbst Herriot der unbestrittene Mittelpunkt des KanaiesteS last gemeine Tendenz: lnstlsSi betrug üch ütt. sarn und Usetlkrte nicht gar ;rr r*a
gegen die Revision, lohnet,- nicht t-'e Frie den-dtktate. sprach im G-aenteil von Beet- hoven und war sebr bemühk zu werben MS Derber ist er fa auch aus die Süd-^st. Tour aea-",o.n bat tu Uch,u nnd ^tomb'-l Kalt gemacht und nun den Vulaaren die Fe,nde bereitet, einmal einen .eminenten Staatsmann* bearüßen-ru können. Van in irrationalen Freundlichkeiten ^ nicht v»r. trimmt reichlich v-rnachsätliai. immer mit
Mißtrau«» beobachtet, von Haß verfolgt, sel
ten mit Zuckerbrot und sehr viel . mit der Peitsche bedacht, war es den Bulgaren ei««. Wonne, ihre berübmte Gastfreundschaft in üppigster Weise glänzen zu lassen. Da man den Bulgaren mit Recht viel Baucrnsch'öu» zuschreibt, gehl man wohl nicht fehl wenn: man vermutet, daß der stürmische Empf.na den Zweck hatte, dem Sendboten Frankreichs ein frankreichbegeistertes Bulgarien vorzuspielen, hinter dem aber ein unbeug- s a m er Revisionswille steckt.
-Herriot müßte ungeheuer naiv und politisch völlig kenntnislös sein, wenn er auch nur einen Augenblick die Hoffnuna hegen würd-- Bulgarien „einzuwickeln" Er ist zwar emp- langen worden, wie er auch als amtier-nde'- Ministerpräsident Frankreichs nichl hät-e ehrenvoller behandelt werden können er bot soqar — wenn man bei >bm etwas Bescheidenheit und gesunden Verstand vorausfttzo? kann — den Eindruck baben können daß die bulgarische Gastkreundschakt gegenüber einem Schildträger JuaoslavienS einem Nevistons- qeaner und Schützer der Kleinen Entente in - dem besiegten Bulgarien leicht, übertrieben wirkte. Die Bericknei die der iraniösische G^- ig"dte sis-er dg« Tbema ^lnswirkimgen des Herrigt-BeiucheS" in der Folge an der- O uai d'Orkgn abschicken wird werde-, bei gew'ssem bgkter Abfassung um die Tatsache nicht b'-riin, kommen, daß sich Bukaarien wieder, einmal an kein alte« "vr-chmart gehalten hat „Fedes Dimder wirk, tw,; Tage".
Herrigis Besuch in ^ickia bat zwar vier
Tage gedauert, aber er hat seine Flcißaufgab?
„Gute Ratschläge an Bulgarien" erledigt, Ehrungen eingeheimst, wie sie seit 1919 keinem Ausländer in Bulgarien zuteil geworden sind und hat sich doch davon überzeugen müssen, daß Bulgarien noch lange nicht ..ren" ist, in das französische „System" gevreß/ zu werden. Es.war doch der Zweck der H-rriot- Reise, Stimmung für die chinesische Maue« zu machen, die Frankreich um das neue Deutschland errichtet. In dieser Mauer keh'l aber der bulgarische Stein, der zwar klein ist. ohne den aber der südöstliche Teil oei Maue, nicht drucksest ist. Vor allem desweaen nicht weil ohne ihn die zunächstliegenden Bausteine: Rumänien, Türkei Griechcnlci"d ia soaar Jugoslawien keinen reckten Halt hab-n
Auf dem radikal-demokratischen Kongreß wurden viel schöne Worte gewechselt, es «am zu einer französischen Taktlofiakcit an die Adresse der Minderheiten, denen gesagt wurde, daß es der Besiegten einzige Hoffnuna sei, überhaupt noch hoffen zu dürfen, worauf die Vulgären trotz ihres demokratischen Glaubensbekenntnisses der Ansicht Ausdruck aaben daß die letzte Hoffnung der sterbenden -urovaischen Demokratie nur darin besi-ben könne, noch revisionistischer und noch revolutionärer als der böse Faschismus zu werden. weil sie son» überbauvt keine Aussicht mebr fwbe den Umbau 6-urovas ;u leiten
Hoffentlich,bat sich Herr.,Herriot llese bichrm- rische Offenheit zu Herzen genommen.
Er konnte es auch . kaum. überhören, daß üch air« bulgarischen Kongreßteilnehmer zu n Reviüonismuschekannten. der zwar nickt auf ber ^-aaesorbnnna stand der aber in ^aNo r« Dort.' .gebracht werden Wußte. Denn . a»,,sfmi-r-ns 9 ?me erford-w q,-N'sion der Ver. irrig«! Der sich -ur R-Y'ision bekennt wer tssr ,sie wirkt 'ob D'-mokrat oder Faschist ob Frarnose oder Italiener, der bat Auslichten Vulaaren volistsch und wirtschaftlich ,u g Winn-N Vi-manb ha» r,b-r Neu Herriot er wartet, daß er in Revision macht. Seine
Ratschläge, die er in den politischen Unterredungen austeilte, gingen allesamt daran' hinaus, den Bulgaren den Anschluß an das französische Antirevisionssystem schmackhaft zu machen.
Es gibt in Bulgarien politische Kreise die sich nach Paris orientieren möchten Sie sind aber in der Minderzahl. Gewiß ist auch der Wunsch nach Erhaltung des Friedens in diesem schwergeprüften Land übermächtig Man würde sich herzlich gerne mit den siegreichen Nachbarn einigen, wenn einige k(xj,^ Vorbedingungen erfüllt wären. Zum Bei spiel: gründliche Aenderung der Neuillv-
Grenzen, Lösung der mazedonischen Frage und der anderen Minderheitenprobleme Ausweg aus Aegäische Meer, Herstellung der vollen Souveränität, der Gleichberechtigung inmitten der schwerbewaffneten Nachbarstaaten oder Abrüstung dieser besten Kunde > von Skoda und Schneider-Creuso«!
Da Herriot schwerlich auch nur Andeutungen von Zugeständnissen in dieser Richtung gemacht haben wird und die Bulgaren über dies auf schöne Reden, die ihnen selber ae- läufig sind, nicht mehr hereinfallen, so wird eben alles beim alten bleiben. Bulgarien denkt nicht daran, einem Paktsystem beizn treten, das eine weitere Festigung der Fri- densdiktate bedeutet, es wird sich auck nicht -dazu hergeben, die Macht der Kleinen Ent ente zu verstärken. Es wird aus se, nmen- talen Gründen auch weiterhin ein -n Teil lei ner Jugend dem französischen Kulturkrels zu führen, es wird den Druck der französischen Gläubiger noch einige Zeit aushalten Die Tür zur Revision selbst zuschlagen wird °s niemals, auch nicht dann, wenn Frankreichs ehemaliger Ministervräsident das vereinsamte Sotia mit seinem Besuch beehrt.
Da Herriot'mit schwungvollen Worten d'- überraschend guten Eindrücke gevnesen bat die er in Bulgarien empfangen bat, so rechnen die Bulaaren auck donzst, daß Herriot in
bulgarischen Dingen in Zukunft nicht mehr wie bisher unbedingt ins jugoslawische Horn stoßen wird. Er hat in Sofia alles gut und schön gefunden, Land und Leute in überströmender Liebenswürdigkeit geschildert —, die Bulgaren erwarten jetzt von ihm, daß er diese Eindrücke, dazu die Erkenntnis vow Revisionswillen des Volkes, nicht so rasch vergißt. Wenn er es doch tut, dann wird man ihm in Bulgarien als undankbaren Genießer überreichlicher Gastfreundschaft grollen .
Ocnilseläsnä baut ^Lsrettenikrbalre
Das deutsche Tabaksforschungs-Jnstitut in Forch- heim (Baden) legt soeben seinen Jahresbericht für die Arbeiten im Jahre 1932-33 vor. Wie das VDZ.-Büro meldet, ergibt sich aus diesem Bericht die bemerkenswerte Tatsache, daß die Züchtungen deutscher Zigarettentabake auch in unserm deutschen Klima als gelungen angesehen werden können. Die Lösung dieser Ausgabe würde im Jahre 1932 so weit gefördert, daß der Anbau von deutschen Zigaretten- tabaken jetzt auch praktisch durchgeführt werden kann. Auch die Verfahren der Trocknung und Vergärung sind soweit ausgearbeitet, daß Erzeugnisse hervorgebracht werden können, die den mazedonischen und türkischen Zigarettentabaken gleichen. Der neue Tabak wird allen Pflanzern Beschäftigung geben aber auch neue Tabakgebiete können erstehen und Arbeit und Brot für manche Familie bringen. Bisher gelang es, zwei Sorten deutschen und zwei Sorten akklimatisierten orientalischen Zigaretten- tabak der Praxis zu übergeben- Die wünschenswerten Mischungsmöglichkeiten sind schon vorhanden und es steht eine genügend reiche Auswahl von Zigarcttcnsorten in Bälde für die Auswertung in der Praxis bevor.
Auch die Züchtung nikotinfreier und nikotinarmer Zigarren-, Zigaretten- und Rauchtabake haben im vergangenen Jahre große Fortschritte gemacht, so daß von jetzt ab auch nikotinfreier Zigarren- und Zigarettentabak bei Pflanzern angebaut werden karW.