Ausgabe 
(17.8.1933) Nr. 219
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M.2LV. Jahrgang 1833

Verlag, Lchristleitung und SejötSstSstell«: Seeren 8—8. Sprech­stunden de, Lchruileiiunpi D v,uv> tit Zreiloc 1S bis >3 Uh> .^«rniprecher Volond V!r. t>Lt>— bLb Danltonien^ Die Sparkasse in Bremen Commerz« u. Vrivatbanl, Deutsch, ütntioquiabant Postscheck konto hamburo 747Z8. — Dt« VDI> er,cheml tägUct morgens nur am Montag mitlagS, und lost«, monatlich 2.3t elnichliestltch Boten- ohn, durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 H«/ Zusteü- geld. Der BezugSpretS ist im voraus zu entrichten.

Bremen. Donnerstag, den 17. August 1933 Emzewrets 15 pig.

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remeflialiomlso rialiKW e Zeitun-

Das AmLlLcks öss Sensl» der TreieL Lanfei^ad^ B eernerr ^

81 rote Wüliler kestZenornrneri

Grober Schlag gegen die KVD. in Bremen

Die Geheime Staatspolizei teilt mit:

Nachdem vor einigen Wochen die kommunistischen Fiihrer des Bezirk» Nordwest der KPD.. Eichcntops, Uhlhorn. Müller und Pahling festgenommen waren, wurde dem Neu­aufbau der kommunistischen Leitung von selten der Geheimen Staatspolizei b «s o n d « r e Beobachtung geschenkt. Um die kommunistische Bewegung in Bremen vernichtend zu schlagen, wurde der neuen kommunistischen Leitung störungslose Bewegungsfreiheit gegeben Nachdem die erforderlichen Ermittlungen am Montag, den 14. August, abgeschlossen waren, erfolgte

in sämtlichen Stadtteilen Bremens die Aushebung der Hauptfunktionäre der KPD.

Um Montag und Dienst«-, wurden durch Beamte der Geheimen Staatspolizei in meh­reren Kolonnen in SK Wohnungen. Parzellen und sonstigen Unterkunstsmöglichkeiten Durchsuchunoen vorgenommen. Gleichzeitig wurden 43 führende Funktionäre in Schutzhast genommen. Es gelang, die gesamte Leitung der Partei, des Einbeltsverbandeo, der REO-,

Zeit von der Geheimen Statspolizei beobachtet wurde. Naujoks. der die Funktion eines Agit« propleiters für den gesamten Bezirk Nordwest hatte, und Bahlmann. der die Funktion eines Instrukteurs bekleidete, wurden festgenommen. Zn Schutzhaft genommen wurde auch diejenige Per­son, die Bahlmann untergebracht hat. Die an­deren Besucher des Hauses Gliicksburgerstraße wie auch der Besitzer dieses Hauses wurden zunächst nicht in Schutzhaft genommen, da ihnen noch nicht nachgewiesen werden konnte, inwieweit sie über dir Personen Nausoks und Bahlmann und deren Tätigkeit unterrichtet waren.

Die Namen der Festgenommenen

Von den anderen am Montag festgenommenen Personen find besonders zu erwähnen: der Kom­munist Behrmann als Anlausstelle für die illegale Leitung; Adler als Verbindungsmann der bremischen Seeleutebewegung mit dem Aus- land; M r q e r - Stessensweg als Emigranten- Quartiermelfter für den Bezirk Nordwest; F unke qls Emlgranten-Kowmissar für die westliche Bor. stadt; Bootmann als Ouartkergeber für flüch­tig, Kommunisten; Hetdenrrtch und Fett­back, die ihre Parzellen für geheime Zusammen­künfte zur Verfügung stellten; Dtedrichs als

In vegefaü Hetzschriften über Bord geworfen

Im Zusammenhang mit den umfangreichen Be­obachtungen in den letzten Wochen soll auch noch auf den Vertrieb der kommunistischen Hetzblätter „Der Scheinwerfer" und „Die Wahrheit" hin­gewiesen werden. .Die Wahrheit", die in England gedruckt und

von einem in Bremen einlaufende« Schiff

bei Begefack in mehreren tausend Exemplaren über Bord geworfen wurde.

ist eine Zeitung der Revolutionären Gewerk­schaftsopposition. die von flüchtigen Kommunisten, unter denen sich auch Bremer befinden, im Aus- lande hergestellt wird. „Der Scheinwerfer" ist das Hetzblatt des Einheitsverbandes der See­leute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer, dessen Mitglieder Kommunisten sind. Der Hauptlelter war der bereits in Schutzhaft befindliche Mül­ler. Seine Mitarbeiter, zwei seit langem ge­suchte Personen, die bisher jedoch unter den Na wen Tünnes und Tetje nur bekannt waren konnten erst jetzt ermittelt werden.

Seit der Verhaftung des Müller ist der „Schein­werfer" nicht wieder erschienen. Um Müller zu entlasten und den Verdacht von ihm abzulenken, hatten Tünnes und Tetje die Herausgabe einer neuen Nummer des „Scheinwerfer" vorbereitet. Das Material war bereits fertiggestellt, gelangte jedoch bisher infolge der Aktion am Montag nicht zur Verbreitung. Wegen Herstellung des „Schein­werfer" wurde der Seemann Werner Dünkel festgenommen. Tünnes, mit richtigem Namen Wil­helm Weg euer, konnte noch nicht festgenommen werden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in der Etephanstraße wurde er nicht angetroffen Sein gesamte» Eigentum, bestehend aus zwei großen Koffern und einem Seefack mit mehreren Bekleidungsstücken, und seine sämtlichen Papiere, wurden von der Polizei gesichert. Dem Logisgeber, der die Tätigkeit seines Untermieters nicht kannte, wurde aufgegeben, Wegener mitzuteilen, daß er sein Eigentum bei der Polizei abholen könne We­gener hat jedoch sein ganzes Hab und Gut im Stich gelassen und ist, lediglich mit Sporthemd und

Unsere

Die Geburtenziffer ist in den europäischen Ländern ständig im Sinken begriffen. Zuerst in Frankreich beobachtet, trat diese Ersri-einung ge­gen Ende des Ist Jahrhunderts auch in den von germanischen Völkern bewohnten Ländern aus und während und nach dem Weltkrieg konnte man in ganz Europa von einem rapiden Absturz der Geburlenzisser sprechen li)3l entfielen in Frankreich aus >000 Einwohner >7,4 Geburten, in der Schweiz und Norwegen >6,7, in Deutsch­land 16,0 (!), in England lö,8 und in Schweden 14,8. Das sind nur ein paar Zahlen, aber sie reden eine deutliche Sprackqe 14 Jahre einer „sozialen" Mißwirtschaft haben genügt, um Deutschland zu einem der geburtenärmsten Län- der Europas zu machen das bedeutet, daß eins der jüngsten, lebenskräftigsten Völker der Gesahr der Vergreisung entgegengehst ganz abgesehen von den weittragenden sozialpolitischen Folgen Der neue Slaat sieht eine seiner Hauptauignbeo darin, diese Gesahr von unserem Volke abzu­wenden Seine großen Ziele: Arbeitsbeschaffung. Förderung der Eheschließungen und ntchl zuletzt auch das Siedlungsprogramm, werden dazu bei­tragen, daß Deutschland wieder ein starkes, mäch­tiges und junges Reich wird Deutschland will leben, und es hat ein Recht, zu leben!

*

Der KampfbunL für be Mit-

telstand, der bis zur Eroberung der Macht durch die nationalsozialistische Bewegn..^, die geschlossene Organisation des selbständigen MiftelstanbeS Innerhalb der Bewegung war und dessen Aufgabe tu der Gewinnung neuer Kämpser aus den Kreisen des durch das No- vembersy,.cm dem Zusammenbruch nahege­brachten ehemals blühenden Mittelstandes war, ist am 14. August in einer Besprechung deS bish-rigen FührerS des Kampsbundes Dr. von Renteln und den Gaukampfbund­führern ausetnandergegliedert worden.

Aus der einen Seite wird eine national­sozialistische Handwerks-, Handels- und Ge­werbeorganisation (N. S H. A. A. G. O.) ge­gründet, die alle bis zum 1. Mai 1933 ein­getretenen Mitglieder des Kampfbundes um­faßt, u d die als Parteiorganisation der P. O. untersteht. Auf der anderen Seite steht der .Gesamtverband des Deutschen Handwerks, Handels und Gewerbes (G.H.G.), dem alle nach dem 1. Mai in den Kampfbund ein­getretenen Mitglieder angehören und der dar­über hinaus die noch nicht in der deutschen Arbeitsfront eingegliederten Vertreter des selbständ'„en Mittelstands aufzunehmen hat.

Mit dieser Teilung, die Dr. von Renteln in einer mehrstündigen Rede begründete, kön­nen die neuen Aufgaben, die dem Kainpsbund für den gewerblichen Mittelstand durch die Machtül. .nähme gestellt worden sind, er­folgreich in Angriff genommen werden. Heute gilt eS, auch dem letzten Handwerker, HandelS- und Gewerbetreibenden die Idee Adolf Hitlers und seiner Bc egung nahezubringen. Die Erziehung des deutschen Men' : nationalsozialist-s-bem Ge-sie die

Das ReichSministerlum für Volksaufklürung und Propaganda ist die geradlinige Fortsetzung jener Einrichtung tm Braunen Hause, die der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ihre Siege erfechten hals — der Reichspropagandateitung. „Man muß dem Volke sagen, was man will", dieses alle Hiilerwori ist die beste Definition und Rechtfertigung der Propaganda zu- gleich. Während alle Geheimräle und Parteiführer, ja das ganze Bürgertum er sür unvornehm hielten, für ihre Ansichlen und Ideen die Werbetrommel zu rühren, war die NSDAP. von Ansang an eine moderne Partei.

Was die Wirtschaft seit Jahrzehnten begriffen düng unbeachtet, erfolg- und sinnlos bleiben muß, düng unbachtet, erfolg, und sinnlos bleiben muß, wenn sie nicht propagiert, bekannigemachl und durch- gesetzt wird — tn der Politik wollte man diese Bin. senweisheit nicht gellen lassen — ja man schall die Partei sogar wegen ihrer Arbeitsmethoden, die man zur gleichen Zeit im gesamten kaufmännischen Ge­biet als besonders erfolgreich lobte.

ES gab 14 Jahre hindurch Lautsprecher. Wer wendete sie an: Die NSDAP Es gab 14 Jahre lang Flugzeug«. Wer benutzte sie sür den politischen Kamps? Die NSDAP. ES gab immer Uniformen. Wer warf fie in den politischen Kampf? Die NSDAP. Er gab Schallplatten. Wer besprach sie und ließ fie in jedem kleinen Nest laufen? Die NSDAP. Alle anderen machten er ihr schließlich nach, aber Nachahmen ist noch schlimmer als Gar- Nichtstun. So schlug die RetchSpropagandaleitung. geführt von Dr. Goebbels, die Schlachten der Bewegung. Und so schlägt heute das Propaganda- Ministerium, geleitet von Minister Goebbels, dir Schlachien der Deutschen Reiches. Was zehn Jahre erfolgreich war, es sollte Heutz versagetzL

der N-ten Hilfe und des Kampsdundes gegen

bringen.

^ i einzelnen sei hierzu folgendes berichtet::

Sie geheime Srganäatto«

Durch die sehr «gehenden Beobachtungen in ven tetzten Wochen wurde festgestellt, daß der Schuster Zunicke eine besondere Funktion in der Illegalität ver KPD. spielte.

Zunicke glaubte äußerst rattunert zu sein, indem er der Polizei gegenüber den Angeber spielte, während er in Wirklichkeit teilende Kopse der KPD. im Hause seiner Schwester, die jedoch von der Arbeit der bei ihr wohnenden Personen nichts wußte, unterbrachte. Seinerzeit spielte ein ge­wisser „Z o n n q" die führende Rolle tn der Roten Hilfe. Diesen „Zonny" wollt« Zunicke der Gehei­men Staatspolizei ausliefern. Tatsächlich hatte er bei den Besuchen der Geheimen Staatspolizei ledoch nur die Absicht, zu erjahren, inwieweit diese über die kommunistische Bewegung unterrichte: war. Als er merkte, daß dieser „Zonny", dessen richtige Personalien inzwischen feststehen, nichi mehr zu halten war. fordert« er diesen auf, Bre­men schnellsten» zu verlassen. Bald daraus knüpfte er jedoch Verbindungen mit einem Mann an. der in kommunistischen Kreisen zunächst nur als der „Berliner" bekannt war. Am Sonntag, den 13. August, wurde Zunicke festgenommen und

Lu.chdring.ung eines großen Standes mit dem Ethos der nationalsozialistischen Wirt- schastsauffassung, ist an die Stelle des reinen Kampfes nm die Macht getreten. Das be­ben! ! natürlich nicht, daß das Ziel, das sich der Kampfbund gestellt hatte, Rettung und neue Blüte des Mittelstandes, ausgegeben wo.! ist. Im Gegenteil: Durch die Ein­stellung d.r nationalsozialistischen Regierung als solche, llt die Erreichung dieses Zieles ohne das Bestehen einer ausgesprochenen Kampsorganisation sichergestellt. Die beiden neuen Organisationen sollen aber nach dem richtunggebenden Ausspruch ihres Füh- rc S das „nie rastende nationalsozialistische Gewissen gegenüber den wirtschaftsliberalisti- schen Zersetzungserscheinungen" sein, daS un­ermüdlich da einsetzen werde, wo Eigennutz noch vor Gemeinnutz gehe.

Man muß dem Volke sagen,was man will — heute noch mehr, als damals. Damals hieß die Parole „Aufrütteln", heute heißt sie „In Marich sehen". Dar ist noch schwieriger, lud hierfür ist dar Propagandaministerium da.

Er ist tn den tradittonSgesättigten Räumen des von Schinkel geschossenen Palais am Wilhelmplatz daS modernste, oolknaheste, unbüro­kratischste Ministerium.

Fast ängstlich beschwört Goebbels bei jeder Ge­legenheit seine Mitarbeiter, sich zu hüten vor dem Drachen Bürokratismus. Er braucht es nicht zu tun, denn ein jeder in diesem Ministerium ist von tiefem Abscheu gegen dieser Feind allen Fortschritts erfüllt.

Wenn so dar Propagandaministerium der große Dolmetscher deS nationalsozialistischen Gedankens ist, .so ist eS klar, daß seine Tätigkeit in alle Gebiete des staatlichen und volkiichen Lebens der Nation ohne Ausnahme eingreifen muß. In Wahrheit gib! er überhaupt kein Gobiei, dar nicht seine geistigen An­triebe vom Propmin, wie der Titel des Ministeriums von leinen immer eiligen Arbeitern abgekürzt wird, erführe. Dieser Generalstab der VolkS- ausllärung, er muß an aller denken, muß überall dabei sein, muß ständig die Hand am Pulse der Volkes halten, über alles unterrichtet sein, Lücken erspüren, Mißverständnisse ausräumen, Notwendig­keiten erfüllen, verzwickte Dinge vereinfachen und allzu einloche reichhaltig machen. Die HeimatauS- stellung in Palmnicken gehört ebenso in lein Arbeits­bereich wie die Eiedlungssrage, die Kunstausstellung moderner Malerei ebenso wie der russische Nicht- angrifsspaki, daS Gedicht unterm Strich der Morgen­zeitung ebenso wie die Gestaltung der 1. Mai. Pro- paganda Ist ja nicht ein Erfinden von mehr oder «igder -lau-würdigen Lügen, wofür fie Mancher M-

den Faschismus hinter Schloß und Riegel zu

einem eingehenden Verhör unterzogen. Als ihm seine Tätigkeit aus den Kops zugeiagt wurde, be­quemt« er sich zu einem umfassenden Geständnis

Am 14. August sollte in der Glücksburger Straße in einem Bauerirhause ein« Sitzung der illegalen Leitung stattfinden. Beim Eintreffen der Polizeibeamten waren bereit» vier Personen oie angeblich junge Hunde kaufen wollten, zugegen. Das Haus wurde von innen besetzt und jeder Ver­kehr nach außen abgeriegelt, jeder Eintretend« zu­nächst im Hause festgenommen, bis mit etwa ein- oiertelstündiger Verspätung auch

die leitende Persönlichkeit erschien und doch

etwas erstaunt war, statt ihrer Kommunisten dir Polizei anzutreffen.

Er verstand es jedoch meisterhaft, sich sofort zu beherrschen. Die Situation erkennend, fragt« er mit dem harmlosesten Gesicht, ob hier nicht ein Zimmer zu vermieten sei. Er wies sich aus als ein Mann mit Namen P. aus Berlin. Er hatte jedoch die in seinen Papieren aufgeführten Per­sonalien nicht sorgfältig genug auswendig gelernt, so daß er sich bet seinen Angaben in Widersprüche verwickelte. Als er einsah, daß weitere» Leugnen ,wecklos war, gab er seinen richtigen Namen an. 5s handelt sich um den als Kommunist hinreichend bekannten Harry Nausoks au» Hamburg. Un­ter den weit en Besuchern des Hauses Glücks- burger Straße befand sich auch «in Mann mit Na­men Haase, dessen Gesicht den Beamten der Ge­heimen Staatspolizei seit langem bekannt war War schon dir Angab« des Namens Haas« ver- mnglrch, so war für die Anzweiflung der Richtig, keit seines Namens jedoch ausschlaggebend, als Haas« angab, S6 Zahre alt zu sein, aber nicht schnell genug ausrechnen konnte, tn welchem Zahre er geboren war. Bei dem angeblichen Hasse han­delt es sich um den bereit» seit Monaten flüch- tigen. als Hetzer übelster Sorte bekannten Frie­drich Bahlmann aus Zhlpohl. Bahlmann hatte es verstanden, den Eindruck zu erwecken, daß er Im Auslande sei. Postsendungen, dir er an seine Frau oder sonstige Bekannte schrieb, ließ er von einem befreundeten Seemann nach Antwerpen mitnehmen, dort mit belgischen Mar­ken versehen und in den Briefkasten werfen Wo sich Bahlmann überall umhergetrieben und welchen Schaden er in anderen Orten angerichtet hat, ist noch nicht genügend geklärt. In Bremen erschien er vor etwa 14 Tagen, wo er seit dieser

kleiderhändler vielleicht hallen mag, sondern das Verkünden d e r W a h r h e i t u n d d e S W i l - lenS. Und BolkSaufklürung ist kein VolkSver- dummen und -belügen, wie die Herren vom System er l4 Jahre, lang meinten.

Ein ReichSministerlum für VolkSaufklärung und Propaganda ist die lebendige Verbindung zwischendrin Volke und der Regie­rung, es ist beides — Volk und Mlhclmstraße. eine glückliche und wertvolle Synthese. ES ist der Vortrupp der Volke«, seine Referenten find nichts anderes als Vorarbeiter und Zellenobleute derer, die schassen am Neubau der Reicher. Mancher Erlaß, manche Anregung, manche Verwarnung und manche Idee gingen schon zurück aus Briese, die aus dem Volke inS Ministerium gelangten. Daß diese Mit- arbeit aus allen Kreisen des Volker bereits so stark eingesetzt hat, daraus Ist daS Propagandaministerium besonders stolz. Es zeigt, daß daS Volk Vertrauen zu ihm hat und seinen Sinn begriffen hat.

DaS Ministerium gliedert sich in sieben Ab- teilungen: Aktive Propaganda, Abwehr, Presse, Film, Rundfunk, Theater und Verwaltung. - Es um­schließt mit dieser Gliederung dar gesamt« politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Volkes und Staates.

Die Abteilung I Verwaltung umsaßt wie üblich alle Dinge, die mit dem internen Betrieb des Ministeriums, seinem Haushalt lowie den Perso­nalien zusammenhängen. Geführt wird diese Ab­teilung von Ministerialdirektor Grein er.

Die Abteilung N Propaganda, die sich bet der Organisation des l. Mai auszeichnete und der Deutschland unter anderem die energische Orga­nisierung seiner Fremdenverkehrs verdankt, wird von dem kürzlich zum Ministerialrat ernannten altbe- währten Propagandisten Haegert geleitet., Zu ihr gehört nicht nür die Formgebung der staatlichen Feiern, dieOrganisatton von Kundge­bungen und propagandistischen Feld. zügr« dir Jd», du Regierung,

auch beispielsweise die Hochschule für Politik, Fragen der Arbeitsdienstes, deS deutschen Bauerntums usw. gehören propagandistisch in diese Abteilung.

Die Abteilung III Rundsunk, unter der Führung von Dreßler-Andreß, dem be­kannten Vorkämpfer für einen deutschen Rundfunl in den vergangenen Jahren, leitet das gesamte deutsche Rundsunkwesen. Von hier aus sind die Umstellungen erfolgt, die es zu dem lebendigsten und modernsten von Europa gemacht haben.

Die Abteilung IV Press«, eine der um­fangreichsten Abteilungen des Ministeriums, unter der Leitung von Ministerialrat Dr. Iahnke, Hai die Presseabteilung der Reichsregierung in sich aus­genommen. Sie ist darüber hinaus bestimmend für die politische, kulturelle und Wirtschaft! ich «Führung der gesamten deutschen Pres s e. Außerdem gehört zu ihr der drahtlose Dienst, der den deutschen Rundsunk mit Nachrichten versorgt, die Lügcnsammel- und -abwehr. pelle, dar Auslandsprestereserat mit fünf Referenten, daS deutsche Lektorat, das Archiv und der Nach­richtendienst. Das gleichfalls zu ihr gehörige litera- rische Büro wertet artikelmäßig die interessantesten Vorgänge aus und arbeitet hauptsächlich auf kultur­politischem Gebiet.

Die Abteilung V Film, hat die gesamte Organisation des deutschen Filmwesens zu betreuen und damit die Ausgabe, auch geistig richtung­gebend fürdie deutsche Filmproduk­tion zu sein. An ihrer Spitze steht Ministerialrat Dr. 8 eeger und der tn den Kreisen der national­sozialistischen Sewegung wohlbekannte Pg. Raether.

Schließlich die Abteilung VI Theater, die richtunggebend für den Ausbau des deutschen Theaterlebens ist und von dem bekannten Schau­spieler und Präsidenten der Deutschen Bühnen- genossenschaft, Laubinger geleitet wird.

Neuerdings wurde die Abteilung VII Ab- wehr errichtet, die unter Leitung von Ministerial- «t LeNgnn Mt.

Hauptkassirrer für die Rote Hils«. nnd Hart» mann als Leiter de« Kampsbundr» gegen den Faschismus. Bei den anderen Festgenommenen handelt es sich um Funktionäre an» den bereits oben erwähnten kommunistischen Organisationen. Sie beneidete« die Funktionen als Organisations­leiter. politisch« Leiter, Hazrptkassierer und Jn- strukteure in de« Zellen der einzelnen Stadt­teile.

Am Dienstag wurden die Haussuchungen in mehrere« Kolonne» fortgesetzt.

Es handelt sich hierbei um Maßnahmen gegen Personen, die es immer noch nicht haben laste« können, mit der KPD. zu liebäugeln bzw. gegen solche Leute, die noch nicht den nötigen Schneid aufgebracht haben, ihren ehemaligen Genosten offen zu bekennen, daß sie mit der Hetzpropaganda der KPD. nichts mehr zu tun haben wollen. Ob­wohl diese Leute durch Beiträge verboten« Or­ganisationen noch unterstützten, wurden st« a»f freien Fuß belasten, da st« sich nicht führend b«» tätigt hatten und zu ihren Gunsten angenommen wutv«, daß fie lediglich aus Mangel an B«» kennermut die Verbindung aufrechterhielten. Zhre Freilassung erfolgte unter Androhung so­fortiger Schutzhaft im Fall« der Fortsetzung staatsfeindlicher Betätigung.

Seemannshose bekleidet, geflüchtet. Seine Wohnung in der Etephanstraße hat er nicht wie­der betreten.

Seine Festnahme ist nur noch eine Frage der Zeit.

Da Wegener bislang noch nicht gefaßt ist, muß damit gerechnet werden, daß das bereits fertig­gestellte Material, welches vom Herstellungsort weggeschafft und an andere weitergereicht war. in aller Kürze zur Verbreitung gelangt.

Zeder Vollsgenoste wird ausgefordert, auf die Verbreiter zu achte» und sie der Polizei zu über­geben bezw. sie kenntlich zu machen, damit weitere Ermittlungen aufgenommen werden können. Durch Verbreitung dieser Hetzschriften übelster Art ist «in Verbrechen gegeben, das wegen des von bodenlosen Gemeinheiten strotzenden Inhalts mit der Todes­strafe geahndet werden kaun.

An dem Vertrieb dieser genannten Schriften hatte sich ein größerer Kreis kommunistischer Funktionäre beteiligt. Durch einwandfreie Zeugen­aussagen, durch Geständnisse und Gegenüberstellun­gen ist der sichere Beweis erbracht, daß

38 Personen an der Verbreitung dieser Hetz- und Liigeublätter beteiligt war««

Diese 38 Personen find ebenfalls in Schutzhast genommen, so daß im Lause der großen Neini- gungsaltton insgesamt 81 Festnahmen erfolgten.

Auf freiem Fuß wurden noch mehrere Per­sonen belasten, die zwar als Käufer bekannt wur­den, denen jedoch die Verbreitung nicht einwand­frei nachgewiesen werden konnte.

Wer mit der KPD liebäugelt wird verhaftet

Hierbei sei ausdrücklich betont, daß künftig auch Sie Käufer kommunistischer Zeitungen leine Gnad« finden werden. Zn der Bezahlung solcher Zeitun­gen wird eine Unterstützung verbotener Organi­sationen erblickt, die vom Standpunkt des Gesetzes

Damit ist das riesige Arbeitsgebiet des jüngsten Ministeriums des Reiches kurz umrissen, besten Ein- fluß bereits heute überall deutlich spürbar ist dank dem genialen Leiter, den es in Dr. Goebbels besitzt.

«Volk un6 kssse"

Das soeben erschienene Augustheft der Monats­schrift „Volk und Raste" (I. F. Lehmanns Ver­lag, München 2, SW„ Preis vierteljährlich 2 RM.) enthält an erster Stell« den Wortlaut der hochbedeutsamen Ansprache, die Reichsinnen­minister Dr. Frtck an den Sachverständigen­beirat für Vevölkerungs- und Rassenpolitil rich­tete. Die Rede von Minister Frtck ist von so gro­ßer Tragweite für die Zukunft unsere» Volkes, daß sie als Markstein und Wendepunkt in der deutschen Geschichte fortleben wird. — Znterestante Aufschlüsse gibt Dr. Sophie Ehrhardt, Mün­chen über die Zusammensetzung des estnischen Volkes, über seine Herkunft, Kultur, Geschichte und Raste. — Thilo von Trotha verfolgt die Geschichte des schwedischen Königshauses der Da- sas. Sie ist ein Heldenlied, wie wir wenige kennen. Und doch konnten die aus dem Geschlecht der Basas hervorgegangen«» Herrscher den Ver­fall ihres Landes nicht aufhalten, da sie an einem zu großen Blutverlust, an Menschenmangel, wie alle Wikingerreiche, zusammenbrach. — Zu dem Ergebnis der letzten Volkszählung nimmt der Reichsausschuß für Dolksgesundheitsdienst tn einer kurzgefaßten Uebersicht Stellung. — Klei­nere Notizen und Mitteilungen aus Rassenhygi- ene und Beoölkerungspolitik mit aufschlußreich«« Bildern und statistischen Angaben, sowie einschlä­gige Buchbesprechungen vervollständigen den In­halt der mehr denn je aktuellen Zeitschrift, zu deren Herausgeber führende Perfönlichkeiten und Vorkämpfer des Dritten Reiches wie: Reichs­minister R. W. Darrs, Med. Rat Glitt, Kultus­minister Hartnacke, Reichsführer S. S. Himmler, Pros. Schultze-Naumburg, Pros. Etaemmler «. a. zählen.

Im keicksplopügetliäümlmsierium

Der 6enersl5tsb 6er Volkssulklärunß