Nr. 217. Jahrgang 1933
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Unsere >^nsicük.-
Nunmehr ist auch die Lethargie, die bis zum Abgang Hugenbergs das Reichswirtschaftsministerium befallen hatte, endgültig gewichen und hat nationalsozialistischem Schaffensdrang Platz gemacht. Während Hugenberg als Wirtschaftsminister fast gar nicht in Erscheinung trat und seine Aufgabe lediglich darin sah, die unter das Ressort des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft fallenden Aufgaben schlecht und recht zu erfüllen, versteifte sich der Wind im Reichswirtschaftsministerium mit dem Eintritt der neuen Männer, Reichsminister Schmitt und Staatssekretär Feder zu einer kräftigen Brise. Das ist der Eindruck, den die Sonntagsrede Dr Schmitts wieder aufs neue bestätigt hat. Die Formulierungen, die er über den Geist des neuen deutschen Sozialismus fand, vertiefen das Vertrauen, das er auch schon vorher in weiten Kreisen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei genoß. Ein befreites Aufatmen geht durch Deutschland, daß endlich einmal ein Wirtschaftsführer, und das ist Dr. Schmitt auch schon .vor seiner Ernennung zum Reichswirtschaftsminister gewesen, den Unterschied zwischen Marxismus und deutschem Sozialismus klar erkannt und sich restlos für den letzteren eingesetzt hat.
Zu dieser Gesinnung, die das Allgemeingut des deutschen Volkes werden soll, ist allerdings ein starker Staat, der in der Lage ist, gegen Schädlinge rücksichtslos durchzugreifen, Voraussetzung. Bewegt sich aber die Wirtschaft, besonders ihre Verantwortlichen Führer, im Rahmen dieser, vom Staat gesetzten und alle verpflichtenden Grundsätze, dann lehnt es auch wiederum der Staat ab, durch unnötige Eingriffe das Getriebe der Wirtschaft zu stören, oder gar dem Unternehmer die Schaffensfreude, wenn nicht das Verantwortungsgefühl zu nehmen.
Neben diesem Unterton von neuer, verantwortlich handelnder Wirtschaftsauffassung, von dem die Rede des Ministers vollkommen ae trägen war, stellte er auf das Stärkste die neusten Aufgaben, die der nationalsozialistischen Regierung gestellt sind, heraus. Auch im Reichs Wirtschaftsministerium gilt das oberste Prinzip Arbeit schaffen, um möglichst viele hungernde Volksgenossen von dem Elend der Straße zu erlösen. Voraussetzung hierfür ist, neben den von staatlicher Seite ergriffenen Mitteln der künstlichen Arbeitsbeschaffung, Stärkung des Vertrauens innerhalb der Privatwirtschaft und dadurch bedingt, die Belebung des Kapital- und Geldmarktes. Unruhe der Diskussion, Experimente und Eingriffe verscheuchen das Kapital, Vertrauen in die Rentabilität der Anlagen und in ihre Sicherheit können es hervorlocken. Der Reichswirtschaftsminister hat in seiner Sonntagsrede einen erheblichen Teil dazu beigetragen, diese Basis des Vertrauens und der Zuversicht Widder voll herzustellen.
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Wie sehr sich der Nationalsozialismus seiner großen Aufgaben für die kommende Zeit bewußt rst, spiegelte sich in den Führerreden auf der bremischen A m t s w a l t e r ta g u n g am vergangenen Sonnabend in Vegesack treffend wider. Man muß die Rede des bremischen StandartenführersWegener gehört haben, um zu erkennen, daß hier eine neue Zeit nicht nur ihre Rechte fordert, sondern sich auch zu Pflichten bekennt, die bis zum 30. Januar nur einer verbissenen Opposition vorbehalten blieben. Hier sprach ein neuer Staatsgedanke aus einem Kämpfer, der das nicht um der Revolution an sich, sondern um des gewaltigen Gedankens „Deutschland" ist, der mit seinen Worten einen neuen Konservatismus formte, aufgebaut auf den Voraussetzungen vierzehnjährigen nationalsozialistischen Kampfes, erfahren nach einem weiten Weg völkischer Erkenntnisse. — In diesem Zusammenhang ist besonders hervorzuheben, daß der Kreispro - pagandaleiter Hoffmann durch die Prägnanz seiner programmatischen Ausführungen allen Teilnehmern der Führertagung die herrliche Zuversicht gab: in dieser Disziplin bekommt der Blick in Deutschlands Zukunft Unendlichkeit. Griff so ein Redner organisch in die Gedanken des anderen, so fand dieser friderrzia- uische Appell in der geradezu erlösenden Ansprache des Reichsstatthalters einen Abschluß, wie es in alten verflossenen Tagen des aktiven Kampfes nicht schöner hätte sein können. (Im heutigen Bewegungsteil veröffentlichen wir einen ausführlichen Bericht darüber).
Oberlandforslmeister von KeudeÜ Führer des deutschen Forstvereins
Berlin, 14. August
Der Deutsche Forstverein hält anläßlick. der zehnten Schlesischen Jagdausstcllunq vom 13.—19. August in Breslau seine Mitgliederversammlung ab. Am Montag wurde die Tagung mit der Einordnung des Vereins in den nationalsozialistischen Staat eröffnet Neben den mit besonderen Vollmachten ausgestatteten, auf drei Jahre von der Vollversammlung gewählten, Führe- tritt ein Fübrerrat. Zum neuen Vorsitzenden würd" der Preußischen Oberlandforstmüster von Keudell gewählt. Der bisherige Vorsitzende. Ministerialdirektor a. D. WaPPes, wurde zum Ehrenkurator des Vereins ernannt.
2vvSIi Lreiss in L^ölk l'sZen
Sie Arbeitslosigkeit in Pommern besiegt
Zwei Drittel der Arbeitslosen haben Arbeit r« Tariflohn gesunden
Stettin, 14. August
In der pommerschen Arbeitsschlacht ist ein: neue Etappe erreicht. Soeben angestellte Zahlungen haben ergeben, das? die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Höchststand im Win ter auf ein Drittel herabgcdrückt worden ist. Gegen 150 000 Arbeitslose im Winter sind es im Augenblick nur noch rund 55 l'90 — und diese Zahl ist weiter im Sinken. Das Tempo der Arbcitsheschaffung hat sich gegenüber dem Monat Juli verdoppelt! Heute meldet der Kreis Schlawe, daß dort der letzte Arbefts lose wieder eingereiht worden ist. Damit ist der zwölfte pommertche Kreis völlig irei'
Am 2. August 1933 berief der Gauleiter von Pommern, Staatsrat Karpensiein dir Landräte und Kreisieiter der Provinz zu einer Wirtschaftskonferenz nach . Stettin Auf Grund der dort von ihm ausgegebenen Richtlinien wurde als das nächste Ziel erklärt, innerhalb von zwei Wochen zvnäckss' sechs Kreise freizumachen.
Erreicht ist das Doppelte. In zwölf Tagen wurden zwölf Kreise frei! Darüber hinaus
ist schon jetzt gesichert, daß in dieser Woche drei neue Kreise alle ihre Erwerbslosen wieder in Arbeit und Brot bringen. Ferner gibt es jetzt schon im Gebiet von drei weiteren Kreisen nur noch in einzelnen Städten Arbeitslose, während das Land frei ist und auch der Kreis Franzburg-Barth wird noch in dieser Woche frei, zunächst mit Ausnahme der Stadt Barth.
Dem Arbeitsbcschasfungsplan nach sollte Rügen seine Erwerbslosen beim Bau des Dammes einsetzen. Auch hier sind vn Er Wartungen Übertrossen wurden. Rügen hat schon jetzt vor Beginn des Baues keine Arbeitslosen mehr.
Die pommersche Ärbeitsschlacht ist vor allem durch eins gekennzeichnet: Alle Neueinftellu» gen erfolgen ausnahmslos zum vollen Tarif lohn. Die dadurch entstehende echte Kavs- krafterhöhung wird aus alle Zw^ge der Wirtschaft befruchtend einwirken and die natürlichen Auftriebstendenzen, die sich bemerkbar gemacht haben, weiter fördern Der bisherige Terraingewinn ist durch enges Zusammenarbeiten der vrivaten Initiative mi>
der öffentlichen Arbeitsbeschaffung erziel worden und man hat überall dafür Sorge getragen, daß ein Rückströmen der eben untergebrachten Erwerbslosen nicht erfolgen wird.
Noch nicht befreit von der Arbeitslosigkeit sind u a. die kreisfreien Städte Stettin Star- gard, Stralsund und Kolberg. Aber auch dort ist eine erhebliche Senkung der Acbeits- losenziffer erreicht, z. B. in Stettin um fast ein Drittel, in Greifswald von 7900 aui 1500, in Stargard von 6500 auf 1250.
Es ist selbstverständlich, daß die Arbeitsbeschaffung verbunden wurde mit einer Hilfe für die arbeitslosen Angeyürigen der alten Garde. In Pommern haben all« Bar teigenossen bis zur Mitgliedsnummer 100 000, die in den Jahren des Kampfes infolge von politischer Schikane ihre Stellung verloren hatten, heute wieder Arbeit. Damit ist auch diese Aufgabe erfüllt worden, die rin Ausruf der preußischen Landtagssraktion allen Gauen und Provinzen zur Pflicht gemacht hat.
^siatiscdor Despotismus sm LsIIIisuspIatL
Sesleereich be-echt NationakiioziaWte«
mil de^ Todesstrafe
SicherheitSminifter Feh kündig w>-..eeen StmttStereor im-Mit Verleumdungen
defchM Ach DollM ..illegales" Material
Wien, 14 August.
Nach einem Bericht der halbamtlichen Voli tischen Korrespondenz aus Salzburg hielt der Sicherheitsminister Fey eine Rede, in der er an die Nationalsozialisten in Oesterreich ein „Mahnwort" richtete, wonach die Regierung „noch nicht alle Machtmittel ausgeschöpft habe". Man könne auch in Oesterreich die Todesstrafe für Hochverräter einführen w-nn es nicht anders gehen sollte. Gutmütigkeit sei nicht mit Schwachheit zu verwechseln Fell schloß seine Rede: „Wenn es um unser- höchsten Ideale geht, werden wir so steinhart wie die Berge unserer Heimat".
DaS Attentat auf Siarkemberg— ein plumper Schwindel
Linz, 14 August.
Bei der hiesigen Polizeidirektio» hafte gewisser Franz Wolf in der vorigen Woche die Anzeige erstattet, er fei von dem ehemaligen Linzer Gauleiter der nati»nal sozialistischen Partei, Bolek, gedungen worden, gemeinsam mit dem Bezirkslefter dieser Partei, Mohel, und dem Adjutanten der SA.-Standarte 14, Brunner, auf den Bundesführer der österreichische« Heimwehren Starhcmberg, ein Attentat zu verüben
Er hat jetzt vor dem hiesigen Landesgeftchl bei einer Gegenüberstellung mit Möbel und Brunner zugegeben, daß keine Erzählung er, dichtet gewesen sei. Mohel wurde daraus auf freien Fuß gesetzt während Brunner. bei dem anläßlich einer Haussuchung eine Pistole mit Munition gefunden wurde, n.ch weiter in Haft gehalten wird.
Wolf, der gegenwärtig arbeitslos ist hatte Eingang in die vaterländischen Krfte ge<ucht, um eine Existenz zu finden uyd geglaubt mit Märchen von dem geplanten Attentat auf Starhcmberg leichter zum Ziele zu kommen
Tschechischer
Minderheileuteeroe
Die Deutsche Technische Hochschule in Prag soll geschlossen werden!
Berlin, 14. August.
Der tschechische parlamentarische Spar- und. Kontrollausschuß hat an den Ministerrat ein Memorandum gerichtet, in dem die Auflösung der deutschen Technischen Hochschule in Prag und deren Vereinigung mit der Deutschen Technischen Hochschule in Brunn gefordert wird. . .
Wenn auch die deutsche Presse in der Tschechoslowakei einstimmig die Ablehnung dieses Vorschlags verlangt, so ist doch zu befürchten, daß ' dieser Vorschlag von der Regierung weiser verfolgt wird. Eine Begründung dieser endgültigen Schließung mit Sparmaßnahmen kann aber nur als grotesk bezeichnet werden. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Plänen ganz offenbar um eine Unterdrückungsmaßnahme gegen das Deutschtum, die um so schärfer in Erscheinung tritt, als von der tschechoslowakischen Regierung für tschechisch« Zwecke in der letzten Zeit zahlreiche neue Gebäude geschaffen worden,sipst, wäh- ernd alle deutschen Hochschulen sich noch,'in den alten Gebäuden befinden und darüber hinaus
auch schon deutsche Hochschulen, so beispielsweise die Bergakademie in Przihram, ausgelöst worden
sind.
„Emigranten" in Amerika «nerwünfchl
Berlin, 14. August. Das amerikanisch- Konsulat in Paris verlangt neuerdings von Deutschen, welche das Einreisevisum für die Vereinigten Staaten beantragen, den strikten Nachweis, daß sie ihren ständigen Wohnsitz in Deutschlanl haben. Eine Ausnahme von dieser Regel soll nur dünn gemacht werden, wenn der Antragsteller eine von einer deutschen Behörde ausgestellte Bescheinigung beibringt, daß er nicht politischer Flüchtling ist. i
Aufruhr iu der Ukraine gegen die Sowjets
Stockholm, 14. August.
Unter der Ueberschrist „Voller Aufruhr in Ruß- stand" berichtet Astonbladet:
Die sehr mystische Anordnung gegenüber den -ausländischen ZeitungskorresponLenten in Moskau, sich innerhalb des Weichbildes der Hauptstadt aufzuhalten, steht jetzt vor ihrer Aufklärung. Es herrscht voller Aufruhr in der Ukraine und den angrenzenden. Teilen Südrüßlands. Die Arbeiter und die Bauern gehen gegen das Militär vor, das scharf schießt. Alle Eisenbahnen sind von Militär Gesetzt worden und die Züge sind, mit Soldaten
überfüllt, die in die bedrohten-Eebiete befördert werden. Alle näheren Nachrichten fehlen zur Zeit noch. Aber man behauptet, großen Ereignissen gegenüberzustehen.
Moskau dementiert natürlich
Moskau, 14. August.
Von hiesiger amtlicher Stelle werden die Meldungen, über einen Aufstand in der Ukraine als frei erfunden bezeichnet. In der Ukraine herrscht Ruhe.
AmertttmMe FlotteMIreiittMe nach Tuba enijandt
Washington, 14. Anglist.
Präsident Roosevelt hat nach längerer Konferenz mit Staatssekretär Hüll drei amerikanische Zerstörer nach Kuba beordert. Er erklärte, daß dieser Schritt lediglich zum Schutze des amerikanischen Lebens und Eigentums erfolge und keinesfalls als eine Einmischung in die innerpolitischen Angelegenheiten Kubas aufzufassen sei. Der amerikanische Gesandte in Havanna gab der Ansicht Ausdruck daß die Zerstörer nur einige Tage in Kuba bleiben würden.
Das Marinedepartement hat zur Verstärkung den Kreuzer „Richmond" nach Havanna abgesandt. Das Marinedepartement betont, daß die amerikanischen Kriegs schiffe mit der Einwilligung Cesped-s abgesandt worden sind.
Die Mobilmachung der Braunen
Armee
Deutsche Volksgenossen!
- i . . Männer und-Frauen!
D e r b r aune Soldat Adolf Hitlers hat für Deutschland gekämpft, geopfert mnd, gelitten.
Die braune Armee Adolf Hitlers ist es gewesen, die den Bolschewismus von Deutschland ferngehalten und den
Weg für das nationale Deutschland wieder freigemacht hatt Gerade der ärmste.,SA- und SS-Mann war oft' de'r getreueste und brachte die größten Opfer an . Gut. und...Blut. .
Die Sieger-Armee der Freiheitskämpfer, die SA, SS und politischen Amtswalter treffen sich nun in Nürnberg, um ihren
den Volkskanzler Adolf Hitler,, zu sehen, sie wollen ihm dort: neue Treue geloben zum weiteren Kampf: um i die Seele aller wahrhaft deutschen: Menschen, der Führer soll ihnen neue Kraft geben, um ,auch, diesen Kampf gegen den unsichtbaren Feind siegreich zu bestehen,.bis zuletzt unsere SymbyleiHerzeNsbesitz aller deutschen Menschen -geworden sind.' r Deutsche ManÄer und Frauen!
Wir appellieren an Eure Opferwilligkeit! '
Bedenkt, was die SA und SS für die Machtübernahme geleistet, und welche nationale Pflichten nun das deutsche Bürgertum ihr gegenüber zu erfüllen bot.
Die Formationen der Kampfverbände sollen durch Ausrüstung (Tornister und Decken) instand gesetzt werden, um ohne neue große Opfer mit- marschieren zu können.
Es ist nun Pflicht aller Deutschen Volksgenossen, zum Gelingen dieses gewaltigen Auf -- m.a rsches in Nürnberg dadurch mitzuwirken, daß, die
Sieger-Armee Adolf Hitlers in den kommenden Wochen marschbereit wird.
Wir fordern alle Deutschen zur Spende,
eines Dank-Opfers auf.
Für die Sammlungen sind amtliche Sammellisten seitens der Gauleitung herausgegeben, mit denen SA-Leute und Pg. befugt Sammlungen für den Aufmarsch in Nürnberg vornehmen dürfen.
Wir bitten die gütigen Spender, sich in diese Liste einzuschreiben.
' st/. ' NSDAP,
Gauleitung Weser-EmS.
1L krönt
Bremen, 15, August
Die Schicksale von Völkern und Nationen werden und wurden immer von Männern ge staltet, doch überall in der Geschichte wyr d: Jugend der Boden, aus dem diese tatvollbrin genden Männer ihre Saat ausstreuten. Stet waren die Jungen treibende und tragend Kraft und der naturgemäße und gesunde Nährboden neuer Entwicklungen. Die Zukunft aber gehört der Jugend,
Die Menschheit von heute hat nicht immer Zeit, an die Zukunft zu denken. Fast alle Länder der Erde führen einen erbitterten Kamps gegen den Trümmerhaufen, den eine fürchterliche Vergangenheit auf sie niederstürzen ließ, sie konzentrieren alle ihre Kräfte auf den Aufbau einer vielfach noch verworrenen, unausgeglichenen Gegenwart, und dazwischen gibt es nur wenige Ruhepausen, die ein besinnliches und klares Denken an eine zielsetzende Zukunft zulassen. Glücklich ist daher das Land, zu schätzen, das eine gegenwartsstarke und zu- kunftsfrohe Jugend sein Eigen nennt.
Ein Land, in welchem sich eine Umwälzung von nie erlebten Ausmaßen auf völkischem, staatlichem und geistigem Gebiet vollzieht, wird daher gerade in Hinsicht auf die Bewegungen seiner jungen Kräfte von den benachbarten oder sonst an ihm interessierten Nationen aufmerksam beobachtet werden. Es ist deshalb selbstverständlich, daß das gesamte Ausland heute mit ungeteilter Spannung auf Deutschlands Jugend schaut, je nach seiner politischen oder interessenatmosphärischen Einstellung wohlwollend, neutral oder mißgünstig.
Gerechtigkeit — das ist ein Appell an die Jugend der ganzen Welt! Deutschlands junge Generation hat die Zeit des Abschlusses jenes Versailler Unfriedenvertrages noch nicht miterlebt, um so grausiger aber seine schändlichen Folgen schon in ihren Kindertagen am eigenen Leibe fühlen und dulden müssen. Wenn ein junges Leben schon die Härte eines Notdaseins ertragen muß, so wird es sich doch in seiner ungetrübten Geftihlsmäßigkeit immer aus tiefster Seele auflehnen gegen die Vergewaltigung einer ihm selbstverständlichen Forderung auf Achtung und Gleichberechtigung. Welche Erbitterung muß es in den jungen Herzen erwecken» wenn sie sehen müssen, wie ihr deutsches Vaterland umgeben ist von waffen starrenden, mit raffiniertester Technik hochgerüsteten Militärländern, während ihr Heimatland, geknebelt durch ein Schanddiktat, ohnmächtig und wehrlos nicht einmal die notdürftigsten Verteidigungsmittel gegen Angriffe von außen besitzt. Hier ist es wörtlich zu nehmen, daß jedes Kind weiß, wie die Abrüstungsbedingungen von Deutschland Punkt für Punkt allzu gewissenhaft erfüllt wurden, während die Vertragspartner nicht im geringsten daran dachten, auch ihrerseits den Äbrüstungsverpflichtungen nachzukommen. Beschämend für sie selbst ist dabei, daß sie nicht einmal den Mut aufbringen, ehrlich zu gestehen: „Jawohl, wir rüsten weiter auf und verlangen mit dem Recht des Stärkeren, daß ihr wehrlos bleibt." Aber das ist es ja: sie dürfen nicht die Wahrheit sagen, denn Wahrheit und Gerechtigkeit gehören zusammen, und Gerechtigkeit würde bedeuten müssen die Anerkennung der deutschen F orderung nach ehrlicher Vertragserfüllung, nach Gleichberechtigung und Sicherheit.
Die hohe Politik der Kriegsgewinne hat nicht diesen Mut zur Wahrheit, sie arbeitet lieber nach dem probaten Rezept: die beste Verteidigung ist der Angriff! Die Rüstungsstaaten geben sich nicht einmal die Mühe, sich wegen ihres Vertragsbruchs zu rechtfertigen, nein, es ist ihnen viel bequemer, die liebgewordene Gewohnheit, alle Schuld auf Deutschland zu schieben, beizubehalten. Wie willkommen ist ihnen daher jetzt der Vorwand, die geistige Erhebung des neuen Deutschlands vom wehrpolitischen Standpunkt aus auszuschlachten. Deutschland rüstet auf. Deutschland mobilisiert seine Jugend, Deutschland militarisiert die Anhänger des Nationalsozialismus, — das sind die Schlagzeilen der rüstungs- freundlichen Auslandspresse. Besonderer Anfeindung erfreut sich dabei der herrliche Jungborn des neuen Deutschlands Adolf Hitlers, die Hitler - Iugend. Diese.Jugendbewegung, die wohl den reinsten, innerlichsten Idealismus innerhalb einer neuen Weltanschauung verkörpert, als nur von militärischen Gesichtspunkten aus geleiteten Wehrtrupp zu bezeichnen, ist die lächerlichste Verkennung der deutschen nationalsozialistischen Idee überhaupt. Es ist immerhin -erfreulich, daß doch einige Köpfe aus den Reihen unserer früheren Gegner sich wenigstens bemühen, äußerlich objektiv zu urteilen, wenn ihnen auch der innerliche Kern noch fremd bleibt. So schrieb kürzlich Vladimir d'Ormesson im „Temps", man könne das Arbeitsheer und die Hitlerschen Formationen als Maßnahmen sozialer Hygiene bezeichnen, um das deutsche Volk vor der Anarchie zu bewahren. Deutschland empfinde das Bedürfnis, seine Jugend wieder in der Hand zu haben, sie zu disziplinieren und zu beschäftigen und ihr das Gefühl für die öffentliche Ordnung beizubringen. —
Das sind Erkenntnisse flüchtiger Beobachtung. Es ist zu wünschen, daß recht viele Ausländer Gelegenheit haben, einmal einige Zeit mit und unter einer Formation wie die Hitler- Jugend z» lebe». Dann werden st« «ich