Ausgabe 
(15.8.1933) Nr. 217
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 217. Jahrgang 1933

Verlag, Schriftleiirmg und Geschäftsstelle: Geeren 88. Sprech­stunden der Lchriitleitung: D.onwc bis greitap 12 bis 13 Uhr

Fernsprecher Rolond Nr. 625 628. Bankkonten: Die Sparkasse in Bremen, Commerz- u. Privatbank, Deutsche Antioqniabank, Postscheck­konto tzamburg 74738. Die BN» erlchein! täglich morgens, nur am Montag mittags, und lostet monatlich 2.30 einschließlich Boten­lohn, durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 Mr Zustell» gell». Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.

Vremen. Skensiag. den 15. August 1933 Einzelpreis 15 vfg.

Anzeigen: hiesig« die 14 gespaltene nun- Zeile VU3, auswärts ^ilO.17; im Lextteil 0.75,austxärtsL^ 1.; Stellengesuche 0.06:

Familienanzeigen Stellenangebote und Wohnungsmarkt K! 0.08 sonstige ileint privateAnzeioen bis zu 2b nun bei Vorauszahlung lohne Rabatts 0.08. Platvorschriften ohne Verbindtichteit. Anzeigen» chluß 16 Uhr. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot u. s. w. hat der Bezieher leinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreiie«.

vreMrliationMriaWMe ZeiluM

DirsAnMoke Draarr des Se rrals der Trer«r Lranfektadl Bvernen

Unsere >^nsicük.-

Nunmehr ist auch die Lethargie, die bis zum Abgang Hugenbergs das Reichswirtschaftsmini­sterium befallen hatte, endgültig gewichen und hat nationalsozialistischem Schaffensdrang Platz gemacht. Während Hugenberg als Wirtschafts­minister fast gar nicht in Erscheinung trat und seine Aufgabe lediglich darin sah, die unter das Ressort des Ministers für Ernährung und Land­wirtschaft fallenden Aufgaben schlecht und recht zu erfüllen, versteifte sich der Wind im Reichs­wirtschaftsministerium mit dem Eintritt der neuen Männer, Reichsminister Schmitt und Staatssekretär Feder zu einer kräftigen Brise. Das ist der Eindruck, den die Sonntagsrede Dr Schmitts wieder aufs neue bestätigt hat. Die Formulierungen, die er über den Geist des neuen deutschen Sozialismus fand, vertiefen das Ver­trauen, das er auch schon vorher in weiten Kreisen der Nationalsozialistischen Deutschen Ar­beiter-Partei genoß. Ein befreites Aufatmen geht durch Deutschland, daß endlich einmal ein Wirt­schaftsführer, und das ist Dr. Schmitt auch schon .vor seiner Ernennung zum Reichswirtschaftsmi­nister gewesen, den Unterschied zwischen Marxis­mus und deutschem Sozialismus klar erkannt und sich restlos für den letzteren eingesetzt hat.

Zu dieser Gesinnung, die das Allgemeingut des deutschen Volkes werden soll, ist allerdings ein starker Staat, der in der Lage ist, gegen Schäd­linge rücksichtslos durchzugreifen, Voraussetzung. Bewegt sich aber die Wirtschaft, besonders ihre Verantwortlichen Führer, im Rahmen dieser, vom Staat gesetzten und alle verpflichtenden Grund­sätze, dann lehnt es auch wiederum der Staat ab, durch unnötige Eingriffe das Getriebe der Wirt­schaft zu stören, oder gar dem Unternehmer die Schaffensfreude, wenn nicht das Verantwor­tungsgefühl zu nehmen.

Neben diesem Unterton von neuer, verant­wortlich handelnder Wirtschaftsauffassung, von dem die Rede des Ministers vollkommen ae trägen war, stellte er auf das Stärkste die neu­sten Aufgaben, die der nationalsozialistischen Re­gierung gestellt sind, heraus. Auch im Reichs Wirtschaftsministerium gilt das oberste Prinzip Arbeit schaffen, um möglichst viele hungernde Volksgenossen von dem Elend der Straße zu er­lösen. Voraussetzung hierfür ist, neben den von staatlicher Seite ergriffenen Mitteln der künst­lichen Arbeitsbeschaffung, Stärkung des Ver­trauens innerhalb der Privatwirtschaft und da­durch bedingt, die Belebung des Kapital- und Geldmarktes. Unruhe der Diskussion, Experi­mente und Eingriffe verscheuchen das Kapital, Vertrauen in die Rentabilität der Anlagen und in ihre Sicherheit können es hervorlocken. Der Reichswirtschaftsminister hat in seiner Sonn­tagsrede einen erheblichen Teil dazu beigetragen, diese Basis des Vertrauens und der Zuversicht Widder voll herzustellen.

»

Wie sehr sich der Nationalsozialismus seiner großen Aufgaben für die kommende Zeit bewußt rst, spiegelte sich in den Führerreden auf der bremischen A m t s w a l t e r ta g u n g am vergangenen Sonnabend in Vegesack treffend wider. Man muß die Rede des bre­mischen StandartenführersWegener gehört haben, um zu erkennen, daß hier eine neue Zeit nicht nur ihre Rechte fordert, sondern sich auch zu Pflichten bekennt, die bis zum 30. Ja­nuar nur einer verbissenen Opposition vorbe­halten blieben. Hier sprach ein neuer Staats­gedanke aus einem Kämpfer, der das nicht um der Revolution an sich, sondern um des gewal­tigen GedankensDeutschland" ist, der mit seinen Worten einen neuen Konservatismus formte, aufgebaut auf den Voraussetzungen vier­zehnjährigen nationalsozialistischen Kampfes, er­fahren nach einem weiten Weg völkischer Er­kenntnisse. In diesem Zusammenhang ist besonders hervorzuheben, daß der Kreispro - pagandaleiter Hoffmann durch die Prägnanz seiner programmatischen Ausfüh­rungen allen Teilnehmern der Führertagung die herrliche Zuversicht gab: in dieser Disziplin be­kommt der Blick in Deutschlands Zukunft Unend­lichkeit. Griff so ein Redner organisch in die Ge­danken des anderen, so fand dieser friderrzia- uische Appell in der geradezu erlösenden An­sprache des Reichsstatthalters einen Abschluß, wie es in alten verflossenen Tagen des aktiven Kampfes nicht schöner hätte sein können. (Im heutigen Bewegungsteil veröffentlichen wir einen ausführlichen Bericht darüber).

Oberlandforslmeister von KeudeÜ Führer des deutschen Forstvereins

Berlin, 14. August

Der Deutsche Forstverein hält anläßlick. der zehnten Schlesischen Jagdausstcllunq vom 13.19. August in Breslau seine Mitglieder­versammlung ab. Am Montag wurde die Tagung mit der Einordnung des Vereins in den nationalsozialistischen Staat eröffnet Neben den mit besonderen Vollmachten aus­gestatteten, auf drei Jahre von der Voll­versammlung gewählten, Führe- tritt ein Fübrerrat. Zum neuen Vorsitzenden würd" der Preußischen Oberlandforstmüster von Keudell gewählt. Der bisherige Vorsitzende. Ministerialdirektor a. D. WaPPes, wurde zum Ehrenkurator des Vereins ernannt.

2vvSIi Lreiss in L^ölk l'sZen

Sie Arbeitslosigkeit in Pommern besiegt

Zwei Drittel der Arbeitslosen haben Arbeit r« Tariflohn gesunden

Stettin, 14. August

In der pommerschen Arbeitsschlacht ist ein: neue Etappe erreicht. Soeben angestellte Zahlungen haben ergeben, das? die Arbeits­losigkeit gegenüber dem Höchststand im Win ter auf ein Drittel herabgcdrückt worden ist. Gegen 150 000 Arbeitslose im Winter sind es im Augenblick nur noch rund 55 l'90 und diese Zahl ist weiter im Sinken. Das Tempo der Arbcitsheschaffung hat sich gegenüber dem Monat Juli verdoppelt! Heute meldet der Kreis Schlawe, daß dort der letzte Arbefts lose wieder eingereiht worden ist. Damit ist der zwölfte pommertche Kreis völlig irei'

Am 2. August 1933 berief der Gauleiter von Pommern, Staatsrat Karpensiein dir Landräte und Kreisieiter der Provinz zu einer Wirtschaftskonferenz nach . Stettin Auf Grund der dort von ihm ausgegebenen Richtlinien wurde als das nächste Ziel er­klärt, innerhalb von zwei Wochen zvnäckss' sechs Kreise freizumachen.

Erreicht ist das Doppelte. In zwölf Tagen wurden zwölf Kreise frei! Darüber hinaus

ist schon jetzt gesichert, daß in dieser Woche drei neue Kreise alle ihre Erwerbslosen wie­der in Arbeit und Brot bringen. Ferner gibt es jetzt schon im Gebiet von drei weiteren Kreisen nur noch in einzelnen Städten Arbeitslose, während das Land frei ist und auch der Kreis Franzburg-Barth wird noch in dieser Woche frei, zunächst mit Ausnahme der Stadt Barth.

Dem Arbeitsbcschasfungsplan nach sollte Rügen seine Erwerbslosen beim Bau des Dammes einsetzen. Auch hier sind vn Er Wartungen Übertrossen wurden. Rügen hat schon jetzt vor Beginn des Baues keine Ar­beitslosen mehr.

Die pommersche Ärbeitsschlacht ist vor allem durch eins gekennzeichnet: Alle Neueinftellu» gen erfolgen ausnahmslos zum vollen Tarif lohn. Die dadurch entstehende echte Kavs- krafterhöhung wird aus alle Zw^ge der Wirtschaft befruchtend einwirken and die na­türlichen Auftriebstendenzen, die sich bemerk­bar gemacht haben, weiter fördern Der bis­herige Terraingewinn ist durch enges Zu­sammenarbeiten der vrivaten Initiative mi>

der öffentlichen Arbeitsbeschaffung erziel worden und man hat überall dafür Sorge getragen, daß ein Rückströmen der eben un­tergebrachten Erwerbslosen nicht erfolgen wird.

Noch nicht befreit von der Arbeitslosigkeit sind u a. die kreisfreien Städte Stettin Star- gard, Stralsund und Kolberg. Aber auch dort ist eine erhebliche Senkung der Acbeits- losenziffer erreicht, z. B. in Stettin um fast ein Drittel, in Greifswald von 7900 aui 1500, in Stargard von 6500 auf 1250.

Es ist selbstverständlich, daß die Arbeits­beschaffung verbunden wurde mit einer Hilfe für die arbeitslosen Angeyürigen der alten Garde. In Pommern haben all« Bar teigenossen bis zur Mitgliedsnummer 100 000, die in den Jahren des Kampfes in­folge von politischer Schikane ihre Stellung verloren hatten, heute wieder Arbeit. Damit ist auch diese Aufgabe erfüllt worden, die rin Ausruf der preußischen Landtagssraktion allen Gauen und Provinzen zur Pflicht ge­macht hat.

^siatiscdor Despotismus sm LsIIIisuspIatL

Sesleereich be-echt NationakiioziaWte«

mil de^ Todesstrafe

SicherheitSminifter Feh kündig w>-..eeen StmttStereor im-Mit Verleumdungen

defchM Ach DollM ..illegales" Material

Wien, 14 August.

Nach einem Bericht der halbamtlichen Voli tischen Korrespondenz aus Salzburg hielt der Sicherheitsminister Fey eine Rede, in der er an die Nationalsozialisten in Oesterreich ein Mahnwort" richtete, wonach die Regierung noch nicht alle Machtmittel ausgeschöpft habe". Man könne auch in Oesterreich die Todesstrafe für Hochverräter einführen w-nn es nicht anders gehen sollte. Gutmütigkeit sei nicht mit Schwachheit zu verwechseln Fell schloß seine Rede:Wenn es um unser- höchsten Ideale geht, werden wir so steinhart wie die Berge unserer Heimat".

DaS Attentat auf Siarkemberg ein plumper Schwindel

Linz, 14 August.

Bei der hiesigen Polizeidirektio» hafte gewisser Franz Wolf in der vorigen Woche die Anzeige erstattet, er fei von dem ehemaligen Linzer Gauleiter der nati»nal sozialistischen Partei, Bolek, gedungen wor­den, gemeinsam mit dem Bezirkslefter dieser Partei, Mohel, und dem Adjutanten der SA.-Standarte 14, Brunner, auf den Bun­desführer der österreichische« Heimwehren Starhcmberg, ein Attentat zu verüben

Er hat jetzt vor dem hiesigen Landesgeftchl bei einer Gegenüberstellung mit Möbel und Brunner zugegeben, daß keine Erzählung er, dichtet gewesen sei. Mohel wurde daraus auf freien Fuß gesetzt während Brunner. bei dem anläßlich einer Haussuchung eine Pistole mit Munition gefunden wurde, n.ch weiter in Haft gehalten wird.

Wolf, der gegenwärtig arbeitslos ist hatte Eingang in die vaterländischen Krfte ge<ucht, um eine Existenz zu finden uyd geglaubt mit Märchen von dem geplanten Attentat auf Starhcmberg leichter zum Ziele zu kommen

Tschechischer

Minderheileuteeroe

Die Deutsche Technische Hochschule in Prag soll geschlossen werden!

Berlin, 14. August.

Der tschechische parlamentarische Spar- und. Kontrollausschuß hat an den Ministerrat ein Me­morandum gerichtet, in dem die Auflösung der deutschen Technischen Hochschule in Prag und de­ren Vereinigung mit der Deutschen Technischen Hochschule in Brunn gefordert wird. . .

Wenn auch die deutsche Presse in der Tschecho­slowakei einstimmig die Ablehnung dieses Vor­schlags verlangt, so ist doch zu befürchten, daß ' dieser Vorschlag von der Regierung weiser ver­folgt wird. Eine Begründung dieser endgültigen Schließung mit Sparmaßnahmen kann aber nur als grotesk bezeichnet werden. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Plänen ganz offenbar um eine Unterdrückungsmaßnahme gegen das Deutschtum, die um so schärfer in Erscheinung tritt, als von der tschechoslowakischen Regierung für tschechisch« Zwecke in der letzten Zeit zahl­reiche neue Gebäude geschaffen worden,sipst, wäh- ernd alle deutschen Hochschulen sich noch,'in den alten Gebäuden befinden und darüber hinaus

auch schon deutsche Hochschulen, so beispielsweise die Bergakademie in Przihram, ausgelöst worden

sind.

Emigranten" in Amerika «nerwünfchl

Berlin, 14. August. Das amerikanisch- Konsulat in Paris verlangt neuerdings von Deutschen, welche das Einreise­visum für die Vereinigten Staaten beantragen, den strikten Nachweis, daß sie ihren ständigen Wohnsitz in Deutschlanl haben. Eine Ausnahme von dieser Regel soll nur dünn gemacht werden, wenn der Antragsteller eine von einer deutschen Behörde ausgestellte Bescheinigung beibringt, daß er nicht politischer Flüchtling ist. i

Aufruhr iu der Ukraine gegen die Sowjets

Stockholm, 14. August.

Unter der UeberschristVoller Aufruhr in Ruß- stand" berichtet Astonbladet:

Die sehr mystische Anordnung gegenüber den -ausländischen ZeitungskorresponLenten in Mos­kau, sich innerhalb des Weichbildes der Hauptstadt aufzuhalten, steht jetzt vor ihrer Aufklärung. Es herrscht voller Aufruhr in der Ukraine und den angrenzenden. Teilen Südrüßlands. Die Arbeiter und die Bauern gehen gegen das Militär vor, das scharf schießt. Alle Eisenbahnen sind von Militär Gesetzt worden und die Züge sind, mit Soldaten

überfüllt, die in die bedrohten-Eebiete befördert werden. Alle näheren Nachrichten fehlen zur Zeit noch. Aber man behauptet, großen Ereignissen gegenüberzustehen.

Moskau dementiert natürlich

Moskau, 14. August.

Von hiesiger amtlicher Stelle werden die Mel­dungen, über einen Aufstand in der Ukraine als frei erfunden bezeichnet. In der Ukraine herrscht Ruhe.

AmertttmMe FlotteMIreiittMe nach Tuba enijandt

Washington, 14. Anglist.

Präsident Roosevelt hat nach längerer Kon­ferenz mit Staatssekretär Hüll drei amerika­nische Zerstörer nach Kuba beordert. Er er­klärte, daß dieser Schritt lediglich zum Schutze des amerikanischen Lebens und Eigentums erfolge und keinesfalls als eine Einmischung in die innerpolitischen Angelegenheiten Kubas aufzufassen sei. Der amerikanische Gesandte in Havanna gab der Ansicht Ausdruck daß die Zerstörer nur einige Tage in Kuba blei­ben würden.

Das Marinedepartement hat zur Ver­stärkung den KreuzerRichmond" nach Havanna abgesandt. Das Marinedeparte­ment betont, daß die amerikanischen Kriegs schiffe mit der Einwilligung Cesped-s ab­gesandt worden sind.

Die Mobilmachung der Braunen

Armee

Deutsche Volksgenossen!

- i . . Männer und-Frauen!

D e r b r aune Soldat Adolf Hitlers hat für Deutschland gekämpft, geopfert mnd, gelitten.

Die braune Armee Adolf Hitlers ist es gewesen, die den Bolschewismus von Deutschland ferngehalten und den

Weg für das nationale Deutschland wieder freigemacht hatt Gerade der ärmste.,SA- und SS-Mann war oft' de'r getreueste und brachte die größten Opfer an . Gut. und...Blut. .

Die Sieger-Armee der Freiheitskämpfer, die SA, SS und politischen Amtswalter treffen sich nun in Nürnberg, um ihren

den Volkskanzler Adolf Hitler,, zu sehen, sie wollen ihm dort: neue Treue geloben zum weiteren Kampf: um i die Seele aller wahr­haft deutschen: Menschen, der Führer soll ihnen neue Kraft geben, um ,auch, diesen Kampf gegen den unsichtbaren Feind siegreich zu bestehen,.bis zuletzt unsere SymbyleiHerzeNsbesitz aller deut­schen Menschen -geworden sind.' r Deutsche ManÄer und Frauen!

Wir appellieren an Eure Opferwilligkeit! '

Bedenkt, was die SA und SS für die Machtübernahme geleistet, und welche nationale Pflichten nun das deutsche Bürgertum ihr gegen­über zu erfüllen bot.

Die Formationen der Kampfverbände sollen durch Ausrüstung (Tornister und Decken) instand gesetzt werden, um ohne neue große Opfer mit- marschieren zu können.

Es ist nun Pflicht aller Deutschen Volks­genossen, zum Gelingen dieses gewaltigen Auf -- m.a rsches in Nürnberg dadurch mitzu­wirken, daß, die

Sieger-Armee Adolf Hitlers in den kommenden Wochen marschbereit wird.

Wir fordern alle Deutschen zur Spende,

eines Dank-Opfers auf.

Für die Sammlungen sind amtliche Sammel­listen seitens der Gauleitung herausgegeben, mit denen SA-Leute und Pg. befugt Sammlungen für den Aufmarsch in Nürnberg vornehmen dürfen.

Wir bitten die gütigen Spender, sich in diese Liste einzuschreiben.

' st/. ' NSDAP,

Gauleitung Weser-EmS.

1L krönt

Bremen, 15, August

Die Schicksale von Völkern und Nationen werden und wurden immer von Männern ge staltet, doch überall in der Geschichte wyr d: Jugend der Boden, aus dem diese tatvollbrin genden Männer ihre Saat ausstreuten. Stet waren die Jungen treibende und tragend Kraft und der naturgemäße und gesunde Nährboden neuer Entwicklungen. Die Zukunft aber gehört der Jugend,

Die Menschheit von heute hat nicht immer Zeit, an die Zukunft zu denken. Fast alle Län­der der Erde führen einen erbitterten Kamps gegen den Trümmerhaufen, den eine fürchter­liche Vergangenheit auf sie niederstürzen ließ, sie konzentrieren alle ihre Kräfte auf den Auf­bau einer vielfach noch verworrenen, unaus­geglichenen Gegenwart, und dazwischen gibt es nur wenige Ruhepausen, die ein besinnliches und klares Denken an eine zielsetzende Zu­kunft zulassen. Glücklich ist daher das Land, zu schätzen, das eine gegenwartsstarke und zu- kunftsfrohe Jugend sein Eigen nennt.

Ein Land, in welchem sich eine Umwälzung von nie erlebten Ausmaßen auf völkischem, staatlichem und geistigem Gebiet vollzieht, wird daher gerade in Hinsicht auf die Bewe­gungen seiner jungen Kräfte von den benach­barten oder sonst an ihm interessierten Na­tionen aufmerksam beobachtet werden. Es ist deshalb selbstverständlich, daß das gesamte Ausland heute mit ungeteilter Spannung auf Deutschlands Jugend schaut, je nach seiner po­litischen oder interessenatmosphärischen Ein­stellung wohlwollend, neutral oder mißgün­stig.

Gerechtigkeit das ist ein Ap­pell an die Jugend der ganzen Welt! Deutschlands junge Generation hat die Zeit des Abschlusses jenes Versailler Un­friedenvertrages noch nicht miterlebt, um so grausiger aber seine schändlichen Folgen schon in ihren Kindertagen am eigenen Leibe fühlen und dulden müssen. Wenn ein junges Leben schon die Härte eines Notdaseins ertragen muß, so wird es sich doch in seiner ungetrübten Geftihlsmäßigkeit immer aus tiefster Seele auflehnen gegen die Vergewaltigung einer ihm selbstverständlichen Forderung auf Ach­tung und Gleichberechtigung. Welche Erbitte­rung muß es in den jungen Herzen erwecken» wenn sie sehen müssen, wie ihr deutsches Vater­land umgeben ist von waffen starren­den, mit raffiniertester Technik hochgerüsteten Militärländern, während ihr Heimatland, geknebelt durch ein Schanddiktat, ohnmächtig und wehr­los nicht einmal die notdürftigsten Verteidi­gungsmittel gegen Angriffe von außen besitzt. Hier ist es wörtlich zu nehmen, daß jedes Kind weiß, wie die Abrüstungsbedingungen von Deutschland Punkt für Punkt allzu gewissen­haft erfüllt wurden, während die Vertrags­partner nicht im geringsten daran dachten, auch ihrerseits den Äbrüstungsverpflichtungen nachzukommen. Beschämend für sie selbst ist dabei, daß sie nicht einmal den Mut aufbrin­gen, ehrlich zu gestehen:Jawohl, wir rüsten weiter auf und verlangen mit dem Recht des Stärkeren, daß ihr wehrlos bleibt." Aber das ist es ja: sie dürfen nicht die Wahrheit sagen, denn Wahrheit und Gerechtigkeit gehören zu­sammen, und Gerechtigkeit würde bedeuten müssen die Anerkennung der deut­schen F orderung nach ehrlicher Vertragserfüllung, nach Gleichbe­rechtigung und Sicherheit.

Die hohe Politik der Kriegsgewinne hat nicht diesen Mut zur Wahrheit, sie arbeitet lieber nach dem probaten Rezept: die beste Verteidigung ist der Angriff! Die Rüstungs­staaten geben sich nicht einmal die Mühe, sich wegen ihres Vertragsbruchs zu rechtfertigen, nein, es ist ihnen viel bequemer, die liebge­wordene Gewohnheit, alle Schuld auf Deutsch­land zu schieben, beizubehalten. Wie will­kommen ist ihnen daher jetzt der Vorwand, die geistige Erhebung des neuen Deutschlands vom wehrpolitischen Standpunkt aus auszu­schlachten. Deutschland rüstet auf. Deutschland mobilisiert seine Jugend, Deutschland milita­risiert die Anhänger des Nationalsozialismus, das sind die Schlagzeilen der rüstungs- freundlichen Auslandspresse. Besonderer An­feindung erfreut sich dabei der herrliche Jung­born des neuen Deutschlands Adolf Hitlers, die Hitler - Iugend. Diese.Jugendbe­wegung, die wohl den reinsten, innerlichsten Idealismus innerhalb einer neuen Weltan­schauung verkörpert, als nur von militärischen Gesichtspunkten aus geleiteten Wehrtrupp zu bezeichnen, ist die lächerlichste Verkennung der deutschen nationalsozialistischen Idee über­haupt. Es ist immerhin -erfreulich, daß doch einige Köpfe aus den Reihen unserer früheren Gegner sich wenigstens bemühen, äußerlich ob­jektiv zu urteilen, wenn ihnen auch der inner­liche Kern noch fremd bleibt. So schrieb kürz­lich Vladimir d'Ormesson imTemps", man könne das Arbeitsheer und die Hitlerschen Formationen als Maßnahmen sozialer Hy­giene bezeichnen, um das deutsche Volk vor der Anarchie zu bewahren. Deutschland empfinde das Bedürfnis, seine Jugend wieder in der Hand zu haben, sie zu disziplinieren und zu beschäftigen und ihr das Gefühl für die öffent­liche Ordnung beizubringen.

Das sind Erkenntnisse flüchtiger Beobach­tung. Es ist zu wünschen, daß recht viele Aus­länder Gelegenheit haben, einmal einige Zeit mit und unter einer Formation wie die Hitler- Jugend z» lebe». Dann werden st« «ich