Bremen. Montag, den 14. August 1933 Einzelpreis 15 Bis.
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Deutsche Arbeit am äeutsclieri Liiern
See Weg M Gesundung der deutschen
Wirtschaft
ReichSwirtschaftSmiaiftee Vr. Schmitt aus dem Kongreß der deutsche» Arbeit
Im Faltboot den Kanal überquert
Rekordsahrt zweier Deutscher
London, 13. August. Zwei junge deutsch« Nationalsozialisten, Wolfgang Körber oom Londoner Büro der Telegraphen-Union, und Hans Beckhoff oom Londoner Reichsbahnpropaganda- Lüro, haben am Sonntag den Kanal in der Richtung Calais—Dover in einem Pionier-Faltboot überquert und hierbei einen neuen Rekord für diese Bootstype auf der genannten Strecke aufgestellt. Sie sind um 8.26 in Calais gestartet und trafen um 14.18 Uhr in Dover ein, so daß ihre Fahrtzeit, die amtlich abgenommen wurde, fünf Stunden und achtundfünfzig Minuten beträgt. Die lleberquerung erfolgte ohne Begleitboot. Das Faltboot hatte keine Segel. Es herrschte ziemlich starker Wind, und die See war bewegt, so daß erfahrene Fischer und Hafenbamte in Calais vor dem Unternehmen gewarnt hatten. Das Boot führte am Bug die nationalsozialistische Flagge und am Heck die schwarzweißrote Reichsflagge. Die Ausrüstung bestand aus einem kleinen Handkoffer, einer Seekarte, zwei Tafeln Schokolade und Biskuit Die Faltbootfahrer hatten sich vor ihrer Abfahrt von seebefahrenen Männern eingehend über die zu erwartende Strömung, den zu steuernden Kurs und sonstige seetechnische Möglichkeiten beraten lasten, so daß das Unternehmen auch von diesem Gesichtspunkt gut vorbereitet war. Die Leistung ist um so bemerkenswerter, als vor einiger Zeit zwei sungen Deutschen ein gleichartiger Versuch mißlang. Sie mußten sich unterwegs von einem Fischerfahrzeug aufnehmen lasten. Auch der kürzliche Versuch eines Dänen, in einem Kajak den Kanal zu überqueren, ging fehl.
SA.-A«lotransvort
vernaqlWt
Mainz, 13. August. Nach einer nächtlichen Razzia, die von der Mainzer Polizei und SS.» und SA.»M8nnern auf der Insel Kuhkopf bei Gun- thernblum stattfand, ereignete sich bei der Rückfahrt am Sonntagvormtttag auf der Landstraße zwischen Mierstein und Nackenheim ein schwerer Äutounsall. Ein mit SA -Männern besetztes Lastauto stieß mit einem Personenwagen zusammen. Dabei stürzte der Lastwagen um, wobei der 21jiih« rige SA.-Mann Karl Kohl aus Fiuthen getötet wurde. Sieben weitere SA.-Männer erlitten teils schwere, teils leichte Verletzungen und mußten ins Mainzer Krankenhaus gebracht werden.
Eröffnung der Deutschen Lustsahrtausstellung in Hamburg
Hamburg, 13. August. (Eigene Meldung.) In Anwesenheit des Präsidenten des Deutschen Luftsportverbandes, Loerzer, und des Ministerial- rates Christians«» eröffnet« heute mittag Staatssekretär Milch vom Reichsluftfahrtministerrum die Deutsche Lustfahrtausstellung im Hamburger Zoo.
Staatssekretär Milch überbrachte die Grüße und kameradschaftlichen Wünsche des Reichsluftfahrt- Ministers Eoering. Der Feindbund habe uns auch heut« noch, 15 Jahre nach Kriegsende, zu einem Staat zweiter Klasse degradiert. Das friedliebende deutsche Volk fordere, daß auch die anderen ihre Luftfahrt abschaffen. Wir könnten heute nichts anderes tun, als uns passiv gegen die Gefahren aus der Luft schützen. Die jungen Leute, die sich im Segelflug üben, seien die Auslese, die jene Eigenschaften in sich trage, die die Führerschicht des deutschen Volkes besitzen müsse. Ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Reichspräsidenten und den Führer, sowie das Deutschlandlied beschloßen die feierliche Eröffnung der Ausstellung.
Köln, 13. August (Gig. Meld,)
Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt sprach Sonntag vormittag auf einem vom Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland einberufenen „Kongreß der deutschen Arbeit am Rhein'" Der große, festlich geschmückte Saal der Messe war dicht gefüllt. Unter den Ehrengästen bemerkt« man u. a. Gauleiter Staatsrat Erohs, den Kölner Polizei- und Regierungspräsidenten, den Präsidenten der Kölner Industrie- und Handelskammer, des Landesfinanzamtes, der Land- wirtschastskammer für die Rheinprovinz, führende Vertreter der rheinischen Wirtschaft, Industrie und des Handels.
Nach dem Einmarsch der Fahnenabordnungen betrat der Minister mit den Herren seiner Begleitung, stürmisch begrüßt, den Saal. Gauleiter Staatsrat Grohs wies in seiner Begrüßungsansprache u. a. darauf hin, daß der Besuch des Ministers und seine erste große Rede in Deutschland beweise, daß er die Bedeutung des Westens für das Reich erkannt habe.
Daraus ergriff Reichswirtschaftsminister Doktor Schmitt das Wort. Er führte u. a. aus, es solle
Rom, 13. August. Am Sonntagvormittag begaben sich die italienischen Ozeanflieger im Kraft- wagen zum Quirinal, wo sie vom König empfangen wurden. Als die Flieger den Palast verließen) begab sich der König mit dem Herzog von Aosta auf den Balkon des Palastes, wo ihm die Menge eine große Ovation bereitet«. Nach einer Huldigung am Denkmal des Unbekannten Soldaten zogen die Flieger zu Fuß durch die Straße des Imperiums,, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Den Höhepunkt bildete der Durchmarsch durch den Triumphbogen des Constantin, wo sich die faschistischen Verbände u. die Abordnungen der einzelnen Truppenteile des Heeres aufgestellt hatten. Salutschüsse und die Klänge der Kapitolsglocke empfingen hier die Flieger. Anschließend begaben sie sich auf den Palast-Hügel, wo Mussolini den großen Rapport abhielt.
Um 16.36 Uhr traf Mussolini auf dem Palatin ein; Balbo ging ihm entgegen und sprach die Worte: „Ich habe die Ehre, Ihnen das zweite Ozsangeschwader vorzustellen. Ich hoffe, daß Sie als Belohnung für das, was sie hier getan haben, eines Tages unser Leben fordern." Mussolini hielt darauf folgende Ansprache: „Vier Monate sind vergangen, seitdem ich bei einer Red« auf euer Unternehmer anspielte und meiner Zuversicht Ausdruck gab, daß es gelingen würde. Als Balbo sich von mir verabschiedete, sagte ich ihm, daß es sicher
nicht mehr vorkommen, daß der Kampf und Hader des einen gegen den anderen fortgesetzt werde; es solle so sein, daß die gesamte Arbett, gleich, wer sie verrichtet, geehrt werde, und diese Ehre führe zur Zusammenarbeit und zu dem Erfolg, den wir brauchen.
Ohne die ungeheure Erhebung, ohne die Er- weckung des starken nationalen Willens der Einheitlichkeit und der Geschlossenheit der gesamten Nation und der Wiedererweckung des Glaubens an Deutschland und seine Zukunft sei eine wirkliche wirtschaftliche Erhebung und wirtschaftliche Erholung nicht denkbar.
Der Nationalsozialist verstehe unter dem deutschen Sozialismus, daß jeder auf seinem Platz das Letzte hergibt für sein Volk und für die Gesamtheit und sich einordnet, alles für das Volk zu tun. Wir dürfen nicht glauben, daß alles von selbst kommt und daß wir wirtschaftlich von Sieg zu Sieg schreiten könnten. Wir dürfen nicht glauben, daß wir durch gewaltsame Eingriffe, durch Siegmeldungen über Beseitigung der örtlichen Arbeitslosigkeit, das große Problem der wirklichen Beseitigung der Arbeitslosigkeit «reichen können.
sei, er weihe zurückkehren. Meine Freude ist jedoch getrübt durch die Zwischenfäll« von Amsterdam und den Azoren. Da» Andenken an jene Gefallenen wird immer in unseren Herzen lebendig bleiben. Ich habe die Entwicklung eures Unternehmens aufmerksam verfolgt. Heute, nach dem Gelingen, erkläre ich, daß ihr euch verdient gemacht habt um Italien, um die Revolution und um die Luftfahrt. Als Chef der Regierung umarme ich euren Chef, umarme ich in Gedanken jeden von euch."
Anschließend verlas Mussolini das Dekret der Ernennung Valbos zum Lustmarschall. Zugleich überreicht« er ihm die Mütze mit dem Abzeichen und heftete ihm einen goldenen Adler auf die Brust. Dann wohnt« Mussolini noch der Verlesung der Beförderungsurkunden für die übrigen Teilnehmer am Geschwaderflug bei. ,
Rom, 18. August. General Balbo ist zum Luftmarschall ernannt worden. Mussolini überreichte ihm am Sonntag den Marschallhut; ferner überreicht« Mussolini den Fliegeroffizieren und der übrigen Besatzung golden« und silberne Medaillen für besondere fliegerisch« Leistung. Gleichzeitig gab er die vom König für sämtliche Offiziere und die ganze Mannschaft beschlossenen Beförderungen bekannt.
Wir in Deutschland haben trotz der große» Arbeitslosigkeit mehr Menschen in Arbeit als vor dem Kriege.
Damit können wir uns aber nicht zufriedengeben, sondern es ist und bleibt die große Aufgabe, die ungeheuer drückend auf dem Volke liegende Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Er, der Minister, sei der Ueberzeugung, daß wir, den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, den Kampf gegen die wirtschaftliche Krise an ihrer Quelle erfassen in ernster und vernünftiger Arbeit planmäßig und zielbewußt durchgeführt, große Erfolge und damit einen großen Rückgang der Arbeitslosigkeit erreichen können. Ohne Arbeitsbeschaffung-Programm gehe es nicht. Die Regierung werde auf diesem Gebiete tun, was überhaupt menschenmöglich ist. Aber diese Arbeitsbeschaffungprogramme werden immer nur eine Zündung bedeuten. Sie können nur dazu dienen, um den bisherigen Zustand des Darniederliegens aufzulockern und in Bewegung zu bringen und die Voraussetzungen zu schaffen, um die allgemeine Wirtschaft zu beleben.
Diese tausendfältige Wirtschaft unseres S8- Milliqnen-Bolkes wieder in Gang zu bringen, das sei die eigentliche, die große Aufgab«, vor der wir stehen, und wenn sie gelöst werde, dann werden wir einen dauernden Rückgang der Arbeitslosigkeit habe«.
Wir müssen die Funktionen der Wirtschaft wieder in Gang bringen, die naturgemäß zu einer Belebung führen. Das wird um so eher gelingen, als durch die Maßnahmen der Regierung noch hierzu beigetragen wird. Es müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, daß der Glaube, das Vertrauen im deutschen Volk« wächst. Der Mensch dürfe nur etwas unternehmen, was wirtschaftlich vernünftig sei. Man müsse zunächst die Atmosphäre des Vertrauens, «inen starken Staat, schaffen. Dann hätten wir den ersten Rückgang der Arbeitslosigkeit hergestellt. Wir hätten heut« einen wirklichen Rückgang der Arbeitslosigkeit ohne den konjunkturellen Rückgang, ohne die künstlichen Maßnahmen. Der erste Schritt sei immer der schwerst«, und zäh müßten wir daran weiterbauen, um den gesunden Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verstärken. Gesund sei er aber nur dann, wenn der Unternehmer, der den Arbeitslosen hereinnimmt, ihn tragen könne. Dann werden wir keinen Rückschlag erleben, und ein Rückschlag sei das Schlimmste. In unserem neuen Deutschen Reich dürften wir unter allen Umständen keinen Rückschlag erleiden.
Als zweiter außerordentlich wichtiger Punkt sei die Frage unseres ganzen Geld» und Kapitalmarktes
Er sei aber nicht so knapp, wie es vielen erscheine, weil nämlich das ausländische Kapital infolge der Devisenzwangslage nicht hinauskäme. Das Kapital sei knapp, weil es sich nicht in irgend etwas hineintraue. Nicht nur nicht die Unternehmungen und die Aufträge, sondern auch nicht einmal auf dem Kapitalmarkt, weil auch hier eine Unruhe ist durch die vielen theoretischen Diskussionen der Frage „zwangsweise Herabsetzung des Zinsfußes" und Gott weiß was alles. In dem Augenblick, wo
See Trinmphzug der Valbo-Flieger
Empfang durch den König und Mussolini.
LuftmarschaU befördert
Balbo zum
Der Iieroisclie Realismus
Jedes Volk hat einen Tag in der Geschichte, aber der Tag der Deutschen ist die Ernte der ganzen Zeit. Schiller.
Nichts ist in unserem kulturellen Leben sichtbarer als der Zusammenbruch der Kunstmeinungen, Kunstanschauungen und der Kunstprinzipien der letzten 20 Jahre. Hier stehen wir in der Tat aus einem Trümmerfeld ohnegleichen. Was uns die rückltegende Epoche an Stilen und „Ismen" aufdrängen wollte, angefangen vom Futurismus über den Kaubismus, die abstrakte Kunst überhaupt und bis zur höchst durchgeführten Kopie des französischen Formalismus, war nichts ursprünglich Schöpferisches, entsprang nicht einem Gesetz und Ethos des deutschen Wesens; «S blieb Krampf, krankhaft, inhaltlich hohl und im Formsinn eine tausendfältige blasse Theorie.
Wir haben rund 20 Jahre gebraucht; um zu er- kennen, wie weit wir in die Irre gegangen sind. Allerdings haben neben den Hauptvertretern jener Kunst-„Richtungen" immer schon die lebendigen Kräfte bereit gestanden, die abseits dieses angemaßten Genietums einer eng mit dem Volkstum und mit dem nationalen Dasein verwachsenen und ver» bundenen neuen deutschen Kunst anhingen und sie mit ihren Dichtungen, Bildern und Statuen, ihren musikalischen Schöpfungen und auch mit ihrer groß empfundenen Geschichtsdarstellung aus der Taufe gehoben haben.
Wenn man versuchen will, für diese neue Kunst, die nicht erst geboren werden muß, die vielmehr in einer durchaus starken Eigenbetonung bereits vorhanden ist, eine Formel zu finden, die sie deutet uns klärt, so kann diese Begriffsbestimmung nur im heroischen Realismus gefunden werden-
„Ein Heute ist bester denn zehn Morgen", sagt ein altes Sprichwort. Trotz allem idealen Schwung und aller ZukunstShoffnungen ist uns—.: heutige Generation aus diese sehr realistische Weisheit einge-
schworen. Wir wollen heute wirken, wir wollen heute etwas schaffen, wir wollen heute blühen sehen, was in den langen Jahren der Vorbereitung, sozusagen heimlich unter der Decke, schon gewachsen war.
Will man den Stil einer Epoche vorausahnen und zeichnen, so muß man einmal die Ereignisse, unter deren Zeichen Kiese Epoche steht, klar erkennen und die Wesensart, die besondere Befähigung und Einstellung der Menschen, die durch die Ereignisse geformt werden, deutlich überblicken. Es gehört aber doch noch etwas mehr dazu. Nicht nur Ereignisse und Menschen bilden eine neue Kunstform, jede Epoche steht auf einer anderen, und so auch jede Kunstrichtung auf einem früheren Kunststil. Die Glanzzeichen künstlerischer Kultur sind dann immer erwachsen, wenn sich Stil aus dem Stil folgerichtig, natürlich und selbstverständlich entwickelte. Aber diese Glanzzeiten der Kunst sind nicht immer diejenigen gewesen, in denen die stärkste Verbundenheit des Volkes mit künstlerischem Gefühl und künstlerischer Kultur zum Ausdruck gekommen ist. Die Frühzeiten der Kunst, in denen sich Richtung gegen Richtung durchkämpfte, in denen der eine Stil den anderen totschlug, waren es, in denen am stärksten, eindeutigsten und in menschlich überwältigender Weise Schicksal der Kunst zugleich Schicksal des Volkes gewesen ist, in denen Menschen und Kunst die engste Berührung, den innigsten Kontakt gehabt haben.
In einer solchen Frühzeit der Kunst glauben wir in diesen Tagen zu stehen. Die Ereignisse haben eine- neue Welt geschaffen; die Menschen sind, gegen früher gesehen, ein anderes Geschlecht geworden, ein härteres, sachlicherer, aber auch zuversichtlicheres Geschlecht. Und deshalb ist heute die Frage nach dem' Stil einer neuen kommenden Kunst, die sich im Gegensatz zu dem Wirrwarr und Chaos und der Zer- - rissenheit des »ergehenden, vergangenen Stils kund int, eine der meist interessierenden Probleme unserer Gegenwart,
Zu welcher Art und Richtung der Kunst hat unser Jahrhundert den Mut, den Sinn und die Bereitschaft? Zweierlei gehört hier ursprünglich zusammen: die innere Haltung und die äußere Form. Aus dem Gefühl der nächsten Nähe, in die wir den Dingen und der Erfüllung des Lebens in der Gemeinschaft gerückt find, ergibt sich heute schon ein« klare „Anficht", eine sichere Schau der kommenden Kunst. Sie läßt sich von den harten Anforderungen der Gegenwart, von den sozialen Mißverhältnissen, von der politischen Kärrnerarbeit, die geschafft werden muß, von der wirtschaftlichen Neufundamentierung der Nation nicht distanzieren- Diese Kunst ist ebenso unerbittlich wie das Leben selbst, und diese Kunst ist ebenso stark wie das Leben selbst. Das Wort Hölderlins:
„Mit ihrem heil'gen Wetterschlage.
Mit Nnerbittlichkeit vollbringt Die Not an einem großen Tage,
Was kaum Jahrhunderten gelingt" — wird — das ist unser Glaube — wie im Staatsleben bald auch in der Kunst Wirklichkeit. Durch das buntwuchernde Gestrüpp von Romantik und Idealismus wird sich die heutige Generation immer wieder das natürliche Antlitz des Lebens erkämpfen und erringen.
Ein hartes Geschlecht darf nicht, kann nicht im Traum, in seinen Wunschideen, im Phantasievollen als einem Selbstzweck stehen und stecken bleiben. Der vaterländische Roman in seinen besten Vertretern,
. die neue Malerei in ihrem Kämpft gegen die ab- strafte, theoretisierende Kunst weisen die Wege. Zwei Dinge.sind vor allem nötig: Das Problem der Führung klingt aych hier wie selbstverständlich und unabänderlich an: nur eine.heroische Kunst kann,den Inhalt unseres eben? .fassen und in eine überzeugende; Form gießen,, und nur eine realistische. Kunst kann den Problemen; gerecht werden, die aus der künst- ' Krischen Ebene unsere Erwartungen und Verheißungen' stützen und. stärken/sollen. .''
Das Geheimnis dieser Kunst von 1933 liegt, wenn man den geschichtlichen vergleich heranzieht vor
allem -darin, daß hier eine Zeit nationaler Erhebung in der geistigen Sphäre vollständig neugeschaffen wer. den muß- Als in der Vorbereitung der Befreiungskriege der deutsche Geist einen gewaltigen Aufschwung erlebte, da stand neben dieser Erhebung eine gigantische Dichtung, da war das Deutschland in seinen Führern erfüllt von dem großen Erlebnis der klassischen deutschen Kunst. Ein Kleist, ein Arndt, ein Fichte, ein Görres wollten zwar über diese klassische Kunst hinaus; der Rahmen dieser Kunst war aber zu weit gespannt, als daß ihnen das hätte gelingen können. Sie mußten in diesem Rahmen bleiben und sich in den damals gültigen Formen und Ideen erfüllen.
Wr stehen heute in der Kunst um vieles weiter, fortschrittlicher und aufgeklärter da als vor zehn und vor zwanzig Jahren. Der Uebergang beginnt'sich zu entwirren. Es gibt nur eine Lösung und Erlösung für die Kunst, für ihre Vermittlertätigkeit zwischen gestern und morgen. Im Realismus sehen wir die alles Lebendige durchziehende geistige Aktivität, die ungeheure Bewegung zum Lehr- und Lernhasten, zum Anschaulichen verkörpert, von der kein Gebiet unseres Daseins verschont geblieben ist. Das Streben zur Anschaulichkeit, wie es in der staatSmänni- schen Leistung Hitlers symbolhafte Gestalt geworden ist, behauptet alle menschlichen Bezirke, und es ist darüber hinaus zu einer geistigen Haltung geworden; es prägt sich in der Kunst in der neuen Tatsache aus, daß man endgültig klar sehen will, nicht im Sinne eines reinen Naturalismus, der nur illusionär ist; denn er sieht nur die Außenansicht, immer nur das unmittelbar mit dem Auge Sichtbare. Es verhüllt mehr, als er aufdeckt. Dieser Illusionismus ist endgültig durch den Realismus besiegt. Realismus darf aber nicht in das Gegenteil umschlagen und statt der Illusion naive Tendenz auf den Thron setzen. Tendenz,.die in Schlagworten wie z. B. in dem der ,proletarischen Kunst" ihre Unwirklichkeit kraß enthüllt hat. Realismus dieser Art ist ebenso ein Uebel wie der reine vernunftlose Naturalismus. Kunst ist weder .Photographie noch Sozialpolitik. Man dsff
s «s uns möglich sei, den Glauben in unser Voll hineinzubringen, daß «ine Anlag« in Deutschland nicht gefährdet ist, dann würde das Geld billiger, und zwar wirklich billiger. Wir müßten selbstverständlich daneben alles tun, was überhaupt nur denkbar ist, um diese organische Belebung herbeizuführen, die ja gar nicht zu schnell kommen darf, denn wenn sie zu schnell kommt, besteht die Gefahr, daß sie sich überstürzt. Die Gefahr ist leider momen. tan nicht da, denn wir könnten ihr schnell begegnen, der Gefahr der Spekulation L I» Kimm«. Sie werde der starke nationalsozialistische Staat sicherlich überwinden und bekämpfen können. Wir können und werden, so erklärte der Minister, alle« tun, was für die Wirtschaft überhaupt tragbar ist uNd auch noch auf anderem Weg« die Arbeitslosigkeit schon im Interesse der großen Zahl der einzelnen, oft seit Jahren arbeitslosen deutschen Menschen zurlickzudrücken und zu unterdrücken.
Bei der Frage des Außenhandels fei entscheidend das Gesamtwohl. Durch die Weltkrise, durch die Schwierigkeiten in den andere« Ländern und durch die von ihnen getroffenen Maßnahmen sei die Situation für unseren Außenhandel außerordentlich erschwert. Die Reichsregieruug werde alles tu«, um das Menschenmöglich« tm Interesse unserer gesamte« Volkswirtschaft auch auf dem Gebiete des Exports zu pflege«. Au dem Aufbau der Wirtschaft müsse die Wirtschaft vor alle« Dingen selbst mithelfen. Wir müßten unbedingt daran festhalten, daß die in Jahrtausenden gewachsene deutsche Wirtschaft tu ihren großen Einzelheiten nicht nur sich möglichst selbst verwaltet »nd selbst kontrolliert, sondern wir müßten auch dafür sorgen, daß wir durch den freie« Markt «ine leistungsfähige und konkurrenzfähige Wirtschaft haben, die auch konkurrenzfähig bleibt im Hinblick auf das, was das Auslaut» kann «nd leistet. Die Reichsregieruug habe durch gesetzliche Maßnahmen die Mittel geschaffen, um überall dort, wo es sich um Mißstände handle, einzugreifen. Die Reichsregierung werde nicht zurückschrecken, Schädlinge, die sich in falscher Erkenntnis ihrer eigenen Interessen an der Gesamtheit versündigen, auszumerzen und ihnen ihr Treiben unmöglich zu machen. Das darf aber nun nicht heißen, daß jeder, dem irgendwo der Schuh drückt, oder der irgendwo, was andere haben möchten, zu uns gelaufen komme »nd sage: Helft uns!
Es sei weiter klar, daß die deutsche Wirtschaft besonders schwer krank ist, weil sie den Krieg verloren hat und weil sie danach «ine Revolution hatte, die sehr viel Schaden angerichtet hat, well eine Inflation das ganze Vermögen dezimiert hat, weil sie mit dem Geld des Auslandes zu einer Konjunkturentwicklung verführt worden ist, was durch die Entziehung von mehr als 10 Milliarden Mark Rentengeld aus Deutschland zu dieser verschärften, ungeheuerlichen deutschen Wirtschaftskrise geführt hat. Zu allen Fragen habe dieReichs- regierung unter Führung Adolf Hitlers Stellung genommen. Und infolgdessen sei es nicht richtig, wenn hierzu nun örtlich oder von einzelnen Verbänden, besonders, wenn es die KoNkurrera ist, wieder besonders Stellung genommen wird. Es sei nicht schwer, in einem kleinen Landkreis, wo gmrz wenig Industrie ist, die Arbeitslosigkeit z« bekämpfen. Diese Dinge müßten den Händen der berufenen Regierungsstellen anvertraut »nd Überlassen bleiben. Es müsse sich jeder, der dazu nicht berufen ist, und der infolgedessen davon auch nicht genug versteht, enthalten, hier einzugreifen.
Die große Idee unseres neue« Deutschlands fei derFührergedanke, Es sei wirklich nicht zu viel verlangt, wenn die deutsche Regierung dem deutschen Volke zurufe, daß sich jeder dem Wille» Adolf Hitlers fügen soll. I« mehr er es tut, desto schneller und desto glänzender wird Deutschlands Wiederaufstieg sei«. Wir müßten im Sinne unseres heutigen Reiches das Führerprinztp. das B«ant-
weder durch die reine Naturficht, noch durch die aufgetragene, aus einem anderen Feld als dem Klirrst, lerischen einströmende Tendenz die Dinge ihrer Geheimnisse völlig entkleiden wollen. Man muß vielmehr darin künstlerisches Selbstbewußtsein in sich tragen und erfüllen, daß man gerade diese Geheimnisse aufzeichnet, die Geheimnisse, die im BolkStum ihre innersten Quellen haben.. Auf diesem Punkt stehen wir heute.
Kunst ist die Verwirklichung geistiger Energien durch ihre Formung, und zwar aller geistigen Energien, wo sie zu finden find. Von dieser Seite aus versteht man, wie sehr daS Alltägliche dieselbe starke Mächt im Leben ist wie dar Ungewöhnliche, und daß es darum geht, auch in der Kunst die geistigen Energien der Alltäglichkett in derselben austvüh- lenden Art wachzurufen wie die große einmalige Idee. Darin äußert sich das tiefste Wesen des Realismus. Denn unser heutiges Leben ist tm größten Umfang unromantisch, nüchtern und wenig traumhaft. Dennoch ist es, ob die Zeit schwer ist, tu der wir leben, ob die LebenSumstände armselig find, die wir hinzunehmen und auszuhallen haben, mit größerem innerem Reichtum für den einzelnen erfüllt als n der vorigen Epoche. Däe Seele lebt uns» fühlt heute schneller, stärker, gewaltsamer. Aus diesem selbstverständlichen, untrüglichen Wett der Menschen wächst auf der künstlerischen Seite in unsere Zeit der Heroische Realismus hinein.
In dem Wort und Begriff „Realismus" liegt trotzdem ein Stück innerer notwendiger Tendenz. Man packt die Wirklichkeit an, sucht in ihr den Kern, der sich der Gestaltung, einer lebendigen Form, unterwirft. Anders der reine Formalismus, der die Kunst neben das Leben stellt und fie nicht an? Leben selber unlösbar kettet. Sie hat hier, wie im krassen Naturalismus, in dem die Formung im Sinne eines höheren Erstrebenswerten und Werthaften erst gar nicht versucht wird, ihr Eigendasein außerhalb des Menschen in seiner Zeit. Deutlicher haben wir diese Kunst als Selbstzweck in den abstrakten Richtungen erkannt und erlebt;, jrn FuturjSLU^ SjprMoMuM