Ausgabe 
(8.8.1933) Nr. 210
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Nr. 210. Jahrgang 1S33

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Bremen. Dienstag, den 8. August 1933 Etnzewreis 15 Big.

Anzeigen hiesig« die 14 gespalten« nun-Zeile 013, auswärts ^XO.17; im Textteil^^l 0.75. auswärtsI.: Stellenpesuchk^/il0.06 FamUienanzetgen Stellenangebot« und Wohnungsmarki HlF 0.08^ sonstige ileink private'Anzeigen bis zu 2b ruiu bei Vorauszahlung (ohne Rabatt) 0.08. Plat vorichristen ohne Verbindlichkeit. Anzeigen­schluß 10 Uhr. Bei Betriebsstörung. Streik, Verbot u. s. w. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Ruckzahlung des Bezugspreises.

vremerllatlonEoriMiMe Zeitung

_Das AmMeke Organ des Senats der TreLerr LrsnfeklLdl VrernerT

Deutschland

lehnt fremde Einmischung ab!

Der französisch-englische Schritt völlig unbegründet

Der SwifchensaU an der Saargrenze

Berlin, 7. August.

Die Ermittlungen der zuständigen Behörden über den bekannten Zwischenfall an der Saargrenze, haben wie wir erfahren, zu eini­gen bemerkenswerten Ergebnissen geführt. Vor mehreren Wochen waren in der Psalz einige notorische Kommunisten aus Homburg im Saargebiet wegen dringenden Verdachtes der Verbreitung illegaler Hetzflugblätter verhaftet worden. Wenige Tage darauf kam eine größere Zahl von Anhängern der Verhafteten aus dem Saargebiet in den pfälzischen Grenz- bezirk und überfiel nachts einen Mann, von dem vermutet wurde, daß er die Festnahme ihrer Freunde veranlaßt habe. Es lag offen­bar ein Racheakt vor.

Der Ueberfallene, dessen Rolle übrigens noch nicht nach allen Seiten hin geklärt ist, wurde schwer mißhandelt und später bewußt­los aufgefunden. Um sich nun seinerseits zu rächen, begab er sich nach seiner Wiederher­stellung mit einigen Helfern eines Abends einige hundert Meter in das Saargebiet und veranlaßte dort unter Drohungen drei Per­sonen, in denen er seine Angreifer vermutete, ihm über die Grenze zu folgen. Diesseits der Grenze griff er noch eine vierte Perlon «ruf. Er lieferte diese Person bei der Gen- darmie ab, die sie, da sie im Verdacht straf­barer Handlungen standen, dem zuständigen Gericht zuführte.

Mit den Vorkommnissen haben nach den Er­hebungen weder Beamte noch parteiamtliche Stellen etwas zu tun. Die deutsche Regierung vertritt aber den Standpunkt, daß solche Hebel­griffe von der einen oder der anderen Seite der Grenze, auch wenn sie von Privatpersonen erfol- gen, mit Rücksicht auf die frrundnachbarlichen Beziehungen streng zu verurteilen sind. Sie hat sich deshalb im Benehmen mit der bayerischen Staatsregierung entschlossen, die drei aus dem Scmrgebiet weggeführten Personen freizulassen.

Von diesen Personen sind bekanntlich zwei als französische Staatsangehörige bezeichnet worden. Ob dies zutrifft, ist zweifelhaft. Die beiden Per­sonen selbst haben erklärt, ihres Wissens seien sie staatenlos, gefühlsmäßig betrachteten sie sich als Deutsche. Für die Frage der Freilassung war aber dieser Punkt ohne Bedeutung.

Der Danrigee VoMag einberufen

Danzkg, 7. August.

Der Danziger Bolkstag ist für Dienstag nach­mittag zur ersten Sitzung einberufen worden, in der Senatspräsident Dr. Rauschning die seit eini­ger Zeit mit großer Spannung erwartete außen­politische Erklärung abgeben wird. Der Senats­präsident wird eingehend zu dem Abschluß der beiden Pakte zwischen Danzig und Polen Stel­lung nehmen. Die Verhandlungen über die Aus­nutzung des Danziger Hafens durch Polen wer­den zunächst in Warschau fortgeführt. Die Be­sprechungen über die übrigen Danzig-polnischen Streitfragen sollen im Laufe dieser Woche in Danzig fortgesetzt werden.

Berlin, 7. August

Der französischeBotschafter hat heute vormittag im Auswärtigen Amt, unter Bezugnahme auf den Viermächtepakt, zur Sprache gebracht, daß nach Auffassung der französischen Regierung die deutsche Propaganda mit bezug aus Oesterreich in ver­schiedenen in der letzten Zeit vorgekommenen Fäl­len mit den bestehenden vertraglichen Bindungen nicht vereinbar sei.

Dem Botschafter wurde erwidert, daß der Reichsregierung eine Anwendung des Biermächte- paktes in dieser Form nicht angebracht erscheine, daß aus deutscher Seite Vertragsverletzungen ir­gendwelcher Art nicht vorlägen und daß Deutsch­land daher diese Einmischung in die deutsch-öster­reichischen Auseinandersetzungen nicht siir zulässig halte.

Der englische Geschäftsträger, der nachmittags in der gleichen Angelegenheit vorsprach, erhielt denselben Bescheid.

Die Veurieilrmg in Berlin

Zu dem Schritt des englischen und der französi­schen Botschafters in Berlin wird von unterrichteter Seite bemerkt; Die Vorstellungen der beiden Bot­schafter richten sich gegen die Ueberfliegung österrei­chischen Gebietes durch Flugzeuge und gegen die Rundfunkvorträge, die an das deutsche Volk gehalten worden sind. Dazu ist zu bemerken, daß nichl festge- stellt worden ist, um was für Flugzeuge es sich han­delt. Selbst in den amtlichen Verlautbarungen des Quai d'Orsay ist lediglich erklärt worden, eS handelt sich um Flugzeuge schlechterkennbarer Nationalität.

Daß man es der deutschen Regierung verwehren will, in Rundsunkvorträgen das deutsche Volk über die Lage in Oesterreich zu unterrichten, ist völlig un­verständlich. Wenn jemand hier Grund zur Klage hätte, so wäre es Deutschland. Man braucht bloß an die Vortrage zu erinnern, die. im Straßburger. Sen­der in deutscher Sprache gehalten werden. Weiter ist festzustellen, daß die ganze Aktion von der Gegenseite mit wenig Verständnis durchgeführt worden ist.

Man hat es nicht nur für richtig befunden, die ganzen Schritte durch die Presse ankündigen zu lassen, was einen groben Bruch diplomatischer Gepflogen­heiten darstellt, sondern hat die Bedeutung der An­gelegenheit auch von der Gegenseite weit übertrieben. Entgegen den Ankündigungen der französischen Presse sind sich die Mächte in der Angelegenheit durchaus nicht einig geworden.

Es ist bezeichnend, daß der italienisch« Botschafter am Montag sich dem Schritt nicht angeschlossen hat und daß lediglich eine Aktion der französischen Re­gierung zeitlich mit einem gleichen Schritt der eng. lischen Regierung zusammenfiel.

Der wahre Grund der ganzen Aktion dürfte auch entgegen dem, was vorgegeben wird, nicht sein, daß hier die Unabhängigkeit eines dritten Staates ange­tastet wird, sondern der Schritt dient vielmehr ledig- lich dem Ziel, die österreichische Regierung in den Augen der Außenwelt und damit auch ihrer eigenen Landsleute zu stärken. Ob das für die Stellung der österreichischen Regierung Vorteilhast ist, ist aber wobt zu bezweifeln.

Es scheint überhaupt so, als ob die englische und französische Regierung sich bei ihrem Schritt au- Prestige-Gründen durch die Presse haben beeinflussen lassen und daß sie die Aktion nicht unternommen hätten, wenn die Regierungen nicht vorher in der Presse festgelegt worden wären. Anscheinend haben aber auch finanzielle Interessen der Mächte in Oester- reich eine nicht ganz klare Rolle gespielt. Wenn in Paris und London di zuständigen Minister nicht auf Urlaub, sondern anwesend gewesen wären, würde man besonders in Paris eS sich wohl auch überlegt

Berlin, 7. August.

In einem interessanten Kommentar zu dem Reichsgesetz vom 14. Juli betont, wie das Nach­richtenbüro des BDZ. meldet, Ministerialdiri­gent Hering, daß der Neubau des Reiches im Sinne der Regierung der nationalen Erhebung auch einen neuen Aufbau des ReichsvolleS er­fordere. Zu diesem Zweck werde das geltende Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz einer grundlegenden Umgestaltung bedürfen. Die Ar­beiten hierfür seien von der Reichsregierung auf­genommen worden.

Das Gesetz vom 14. Juli über den Widerruf von Einbürgerungen und über die Anerkennung der deutschen Staatsangehörigkeit habe zunächst nur das Uebel, eine Bereinigung des Reichs­volkes von zwei Personengrnppen herbeizu­führen, deren eine bei ordnungsmäßigem Ver­laus der Dinge nie der Zugehörigkeit zum Reichsvolk hätte teilhaftig werden können, deren andere diese Zugehörigkeit durch schweren Ver­stoß gegen die Pflicht der Treue zu Voll und Reich moralisch verwirkt habe.

Die Frist, innerhalb deren Einbürgerungen widerrufen werden können, läuft bis zum 15. Juli 1935. Mein in Preußen würden in den Jahren von 1922 bis 1933 rund 1V5VV Ost­juden eingebürgert, und die Zahl aller Fremd­stämmigen, die von 1919 bis 1931 in Preußen eingebürgert wurden, wird auf 15 509 ohne An­gehörige geschätzt. In Ausführung des Reichs- gesetzes vom 14. Juli werden die Behörden die Gesamtheit der Einbürgerungen der letzten vier­zehn Jahre nachzuprüfen haben.

Im Gegensatz zum Widerruf der Einbürge­rungen ist für die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit eine Befristung nicht vor­gesehen. Diese Bestimmungen sollen dauernde Geltung erhalten. Es handelt sich um die erste Vorschrift des deutschen Staatsangehürigkeits- rechts, in dem die vornehmste Pflicht des Reichs­

haben, einen solchen unüberlegten Schritt zu tun.

Schließlich ist sachlich zu bemerken, daß der Bier- mächte-Pakt keine Möglichkeit bietst, di« Angelegen- heten eines Partners mit einer fünften Macht zur Sprache zu bringen. Der Viermächtepakt soll der Be­friedung der Welt dienen und alle Angelegenheiten sollen unter den Beteiligten vier Mächten in freund- schaftlicher Form erledigt werden. Der Viermächte- Pakt aber ist nicht dazu geschaffen worden, damit Klagen gegen einen der Unterzeichner des Vertrages von den anderen Unterzeichnern erhoben werben.

angehörigen, die Pflicht zur Treue gegen Reich und BoL in allgemeiner Form ihren Nieder­schlag gestrnden hat, das Gesetz legt damit die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk als eine allgemeine staatsbürgerliche Pflicht ausdrücklich fest.

ES bringt in einem entscheidenden Punkt den sittlichen Gehalt des Begriffs Reichsangehörig- keit klar zum Ausdruck, und es ist zu erwarten, daß das neue Reichsangehörigkeitsgesetz diese Linke weiter verfolgen wird.

Sse Valschari-Ekandal vor dem StaalSanwalt

Früherer Stinnrs-GeneriMreltor der Bilanz­fälschung angeklagt.

Berlin, 7. August.

Nach Mitteilung der Justizpressestelle Berlin ist es der Staatsanwaltschaft gelungen, eine im Jahre 1928 begangene Bilanzfälschung großen Ausmaßes noch rechtzeitig vor der Verjährung aufzudecken, die der frühere Generaldirektor des StinneSkonzern», Friedrich Minoux, und der Kaufmann Joseph Ludwig begangen haben. Minoux wollte 1926 die Aktienmehrheit der Zigarettenfabrik Batschari in Baden-Baden erwerben.

Wegen rückständiger Steuerschulden von nahezu 12 Mill. RM. machte Minoux den Aktienkauf von dem Entgegenkommen des Reichsfinanzministeriums abhängig, das der Firma Batschari gegenüber auf die Verzinsung der riesigen Steuerschuld verzichtete und sich mit der ratenweise» Tilgung in 10 Jahren ein- verstanden erklärte.

Dieses Entgegenkommen benutzten die Angeklagten, um in der Sanierungsbilanz nach Abschluß des Kauf. Vertrages eine Kaufsumme von 414 Mill. als Gewinn zu verbuchen. DieserGewinn* wurde in der Weise errechnet, daß man di« Zinsen der Gesamtschuld für die ganze Stundungsdausr von 10 Jahren feststellte und diese Zinsen als Rediskont von der Gesawtschuld abzog. Mit dem so erzielten Scheingewinn wurden dann bilanzmäßige Verluste aller Art ausgeglichen.

Von Heinr-AuL» llilscbe.

Nach dem Scheitern der Weltwirtschaftskonfe­renz, dem letzten Versuch einer von kapitalistisch- liberalistischen Grundsätzen bestimmten Welt, die wirtschaftliche Ordnung der Dinge wieder herzu­stellen, war es klar, daß sich die Volkswirtschaften der einzelnen Nationen von der Utopie frei­machen müßten, die Lösung der Krise, sei mit den alten Methoden und Mitteln zu erreichen.

Deutschland, das nie mit übertriebenen Hoff­nungen nach London gefahren ist, war von An­fang an bereit, trotz ehrlichster Mitarbeit, bei einem eventuellen Scheitern der Konferenz, von sich aus alles zu tun, um seine eigene Wirtschaft unabhängig von allen internationalen Quack­salbereien aus eigener Kraft zu retten. Eshat sichalsgewaltigerBorteilherauS- gestellt, daß die Regierung Hitler seit ihrem Bestehen, trotz der in Aussicht stehenden Londoner Zu­sammenkunft, ihr ganzes wirt- chaftltchesWiederaufvauprogramm bewußt national und nicht inter­national eingestellt hat. So blieb Deutschland nach dem Zusammenbrach in Lon­don nicht nur eine schmerzliche Enttäuschung er­spart, sondern Deutschland konnte ohne Zögern und ohne große Programmumstellungen mit dem nationalen Wiederaufbauprogramm, das man immer als das letzten Endesallein selig­machende" angesehen hatte, fortfahren. Diesen, dank der bereits geleisteten Vorarbeit gewonne­nen, zeitlichen Vorsprung hat die Rerchsregie- rung und alle außerdem noch in Betracht kom­menden amtlichen und privaten Stellen voll aus­zunutzen verstanden. Nicht zufällig erreichte die große Arbeitsschlacht kurz nach Scheitern der internationalen Rettungsaktionen ihren ersten Höhepunkt. Nicht zufällig trat tm gleichen Zeit­punkt die geballte Kraft der Nation zum Sturm gegen die Bastionen der Arbeitslosigkeit an, und schlug die ersten Breschen in eine Festung, die vor noch nicht allzu langer Zeit von den maßgeb­lichen Theoretikern und Praktikern der Wirt­schaft als einenicht zu beseitigende Geißel der Menschheit" bezeichnet wurde. Der Erfolg dieseserstengroßzügigangelegten Sturmangriffs ist die Wiederein­gliederung der Arbeitskraft von über zwei Millionen Menschen in das Getriebe der Wirtschaft. Mit diesem Erfolg hat die nationalsozialistische Revolution mehr bewiesen, als man gemeinhin anzunehmen pflegt.

Wir wollen nicht davon reden, daß der Na­tionalsozialismus als eine tm tiefsten und wahr­sten Sinnegläubige" Bewegung, immer ein Gegner vorgefaßter Wirtschaftstheorien und Lehrmeinungen war. Der Nationalsozialismus hat aber immer wieder betont, daß der Krise mit den üblichen kapitalistischen Methoden nicht her­zukommen ist, sondern nur durch das Wiederbe- sinnen auf die ewig geltenden, organisch zusam­menhängenden, vom LiberaliSmuS aber leicht­fertig über Bord geworfenen, großen und ein­fachen Gesetze allen wirtschaftlichen Lebens über­haupt.

Da die wirtschaftliche Rettungsaktion des Na­tionalsozialismus von diesen grundlegenden Wahrheiten ausging, mußte sie im Gegensatz zu allen bisherigen Hilfsmaßnahmen auch ent­scheidende Erfolge davontragen. Eine bessere Bestätigung dieser Erfolge, als der Bericht des sicher dem heutigen Deutschland nicht allzu

Das neue Staatsdürgerrecht in Vorbereitung

ätsstspolitiscke sußenäerriekurltz im ^rbeitsäienÜ

Von Dr. V. Decker (?ot56srn) >1. 6. k.

Dr. W. Decker, M. d. R., der Leiter deS Staatspolitischen Unterrichts des deutschen Arbeitsdienstes hielt kürzlich im Deutschland­sender einen vielbeachteten Vertrag, der im Hochwart", der von Karl August Walther herausgegebenen Monatsschrift verösscntlicht wurde. Mit Genehmigung der Hochwart- schristleitung geben wir hier einen Auszug darauö:

Es ist einmal mit Recht gesagt worden, daß der Nationalsozialismus zuletzt eine Erziehungsfrage sei. Der bisherige Ablauf der nationalsoziali­stischen Revolution hat das eindrucksvoll bewie­sen. In Hundertausenden von Versammlungen haben die Redner, in Hunderttausenden von Pro­pagandamärschen die unbekannten braunen Sol­daten Adolf Hitlers eine Erziehungsarbeit am deutschen Volke geleistet, deren einfache Größe den Haß sowohl wie den Dünkel zu Boden warf. Wir erlebten heute keine deutsche Geschichte, wenn nicht der deutsche Mensch wieder durch Adolf Hitler zu einem Träger des deutschen Gedankens erzogen worden wäre.

Die Zukunft verlangt von uns, daß ein erwach- tes Volk bewußt seine Jugend den Geist lehrt, der uns die letzten vierzehn Jahre überwinden ließ. Darum ist die Aufgabe einer staatspolitischen Jugenderziehung eine historische Notwendigkeit, wenn Volk und Nation unzerstörbar bleiben sollen.

Neben die Schule als berufene Mittlerin eines neuen Geistes in der heranwachsenden Jugend tritt in der Gegenwart und nahen Zukunft noch eine andere Lebensschule des deutschen Volkes: der Arbeitsdienst.Der Name Arbeiter soll ebenso wie der Name Soldat ein an die vornehmsten Pflichten jedes Deutschen erinnernder Ehrentitel werden", sogt« Staatssekretär Oberst Hier! in

seiner programmatischen Rede im Berliner Her­renhaus am 23. Mai 1932. In dieser Zielsetzung erfordert der Arbeitsdienst von jedem Dienst­pflichtigen ein inneres Verhältnis zu der Aufgabe, die er für Volk und Reich zu leisten berufen ist. Zwang und Gesetz müssen dort im Erfolg versagen, wo die Idee fehlt. Deswegen ist der Arbeitsdienst untrennbar verbunden mit einer staatspolitischen Erziehung der in ihm zu einer neuen Gemeinschaft zusammengefaßten jungen Deutschen.

Diese Erziehung darf keine Schulung sein, die Melwissen oder Sonderkenntnisse vermitteln soll. Nicht der Stoff ist an dieser Schulung das Wesent­liche, sondern der Geist, der jeden Stoff formt. Die Arbeitspflicht selber ist eine Idee. Ihr Wert liegt nicht allein in volkswirtschaftlichen Ergeb­nissen, sondern ebensosehr, vielleicht mehr noch in der Erziehung zu einem neuen Denken, das die Arbeit zu dem Lhrengesetz eines Volkes erhebt und das Ziel dieser Arbeit in der. Freiheit und Größe der eigenen Volks- und Schicksalsgemein­schaft sieht.

Wenn die deutsche Jugend im. Arbeitsdienst wieder lebendig an Volk und Reich gebunden wird, wenn in ihr wieder der Stolz auf deutsches Volkstum und die Liebe zu Volk und Heimat erweckt werden sollen, muß zu den.selbstverständ­lichen Bindungen durch Zucht und Disziplin, Ge­horsam und Diensteifer auch das Wissen um die sittliche Notwendigkeit dieser allzulang« oerfehm- ten Begriffe kommen. Darum ist der Grund­gedanke der gesamten Schulung, daß den jungen deutschen Menschen am Ende aus den Kenntnissen der Geschichte ihres Volkes Erkenntnisse der deut­schen Weltanschauung werden. Nur so ist das große Problem der Erziehung desunpolitischen" deutschen Volkes zur selbstsicheren Nation zu lösen.

Zum ersten Mal« kommen im Arbeitsdienst

Menschen aus allen Schichten unseres Volkes zu­sammen, in ihren Anschauungen getrennnt durch all jene Vorurteile und Parteivorstellungen einer vergangenen Zeit. Sie stehen nun fern von jeder Theorie in der Wirklichkeit einer neuen Gemein­schaft, in der es weder Klassen- noch Geldunter- schisde gibt. Innerhalb dieser Gemeinschaft nicht als schulmäßiger Lehrer, sondern als Führer und Erzieher die einheitlich« Grundlage eines neuen Denkens für alle jungen Deutschen, schaffen zu können, ist eine der stolzesten Aufgaben.

Ihre Bewältigung fetzt voraus, daß jede Trok- kenheit im Unterricht vermieden wird. Der Füh­rer und Lehrer muß eine lebendige Fackel sein, die in das tote Land einer auch heute noch nicht in allen Teilen vom Aufbruch der Nation ergriffenen Fugend hineingeschwungen wird, um dort die Herzen zu entzünden, die auch dem deutschen Volke gehören.

Der Lehrplan für eine solche staatspolitisch« Jugenderziehung wird darum, gerade um der Er­kenntnis der deutschen Geschichte willen, nicht ausgehen von der reinen Geschichtsbetrachtung, sondern wird ausgehen müssen von den umkämpf­ten und zerstörten Begriffen, di« in den letzten vierzehn Jahren zu Schlagworten ohne Inhalt oder Kampfparolen mit falschem Inhalt wurden. Der Begriff der Arbeit steht hier an der Spitz«. Di« Entwicklung der Idee der Arbeit als einer Pflicht des einzelnen, als'Ausdruck des Kampfes eines Volkes um das eigen« Brot und damit als Grundlage des Reiches wird eindeutig die Frage nach der Notwendigkeit der Arbeitspflicht beant­worten. In dieser Antwort liegt zugleich die Er­kenntnis von dem Gesetz der Treu«, di« allein ein Volk groß und stark macht, wahrend Untreue es immer in Fesseln schlägt.

Von der Treue und ihrer Bewährung in d«r Geschichte ist untrennbar der Gedanke des Kamp­fes. Er ergibt sich aus der geographischen Lage Deutschlands im Herzen Europas. Er wurde zur zwingenden Notwendigkeit, ob in der Hermanns­schlacht, och im Dreißigjährigen Krieg, in den

schlesischen Kriegen des großen Friedrich öder im Weltkrieg. Er wurde ebenso zur zwingenden Not­wendigkeit im Konflikt zwischen Karl dem Gro­ßen und dem Sachsenherzog Wittekind, bei Luther, bei Bismarck, bei Hitler.

Der Dreiklang Arbeit, Treue, Kampf bedeutet Preußentum. Das Preußentum wurde in der Geschichte die Grundlage eines starken Reiches. Die Abkehr vom Preußentum als Staatsbegriff wurde der Grund für die Ohnmacht und Schwäche eines wehrlosen Sechzigundionenvolkes. Erst der Bayer Adolf Hitler hat die preußisch« Staats­idee wieder aus dem Schutt der demokratischen Vergangenheit hervorgeholt und über ihren ewi- gen Gesetzen den starken Dom eines geeinten deutschen Reiches erbaut.

In Staat und Wirtschaft widerlegen gesund« Vernunft und Selbsterhaltungstrieb die Illusion eines theoretischen Internationalismus. Die Gesetze von Blut und Boden sind Naturgesetze, denen sich kein Volk ungestraft entziehen kann. Das hat der Weltkrieg bewiesen, in dem um das Brot gekämpft wurde, das zwanzig Millionen Deutsche gegen Waren auf dem Weltmarkt eintauschten, weil die eigene Heimat sie nicht ernähren konnte.

Di« Theorie des internationalen Marxismus zerbrach durch den Wahnsinn der Klassenkampfes di« Dolkskraft, das Schwert und die Ehre. Und mit der Ehre verlor Deutschland dos Brot.

Die Wechselbeziehung Ehre und Brot umschließt das Problem Volk. Ehre ist kein Wort, sondern «in heiliges Gesetz, Ehre ist Furchtlosigkeit und weil Pazifismus Feigheit ist. muß er die Ehr« verleugnen. Ehre und Geld wurden Gegen­pol«. Deutsches und jüdisch-materialistisches Den­ken rangen um den Staat. Das deutsch« Denken geriet inr Hintertreffen, weil Ehre ein Blut­gesetz ist. Di« Rassenfrage erhob ihr Haupts ihre Nichtbeachtung. hatte sich gerächt in der Ueber- wucherung nordischen Denkens durch fremde Vluts- einflüsse.

Die Betrachtung der Rassenfrage erfolgt nicht M dem Zwechmn jeden Volksgenossen äußerlich

zu klassifizieren und nach seinem Aeutzeren zu werten. Ihr Sinn liegt in der Vermittlung der Erkentnis von den Zusammenhängen zwischen Blut und Charakter.

Die Rassengeschichte vermittelt aber auch die Erkenntnis, daß wir das Rasseerbgut der nor­dischen Seele bewußt in der Erziehung unseres Volkes zur stärksten Entwicklung bringen müssen, weil hier di« blutsmäßigen Quellen unserer Dolks- kraft liegen.

Die Familie ist nicht «in Produkt willkürlichen Denkens, sondern die natürliche Einheit eines rassisch bedingten Gemeinschaftslebens. Für den deutschen Menschen ist die Einehe die natürlich« Form der Bindung der Geschlechter. Die Stel­lung der Frau der weißen Rasse ist die einer Mutter, einer Lebensgefährtin, einer Arbeits­genossin, nicht aber wie bei farbigen Rassen die­jenige einer mechanischen Arbeitskraft.

Die Gesetz«, die das Leben einer Familie be­stimmen, müssen auch das Leben der aus Familien gebildeten Einheit, oes Staates bestimmen. Denn der Staat hat sich aus der Familie entwickelt und lebt in ihrer Gesamtzahl unter dem gleichen Schicksal wie die kleinste Einheit.

Kommt ein« Familie nur vorwärts durch Ar­beit, Fleiß, Sparsamkeit, Rechtlichkeit, Tüchtigkeit, Kampf mit allen Schwierigkeiten, gilt das Gleiche für den Staat.

Die Parallelen führten zur Erkenntnis der Not­wendigkeit einer einheitlichen Lebensgrundlage für alle unter gleichem Schicksal lebenden Menschen.

Die Politik im Parteisinn hat diese Einheit­lichkeit zerrissen durch Aufspaltung aller Lebens- gsbiete. Konfessionelle Spaltung, Mainlinie, Kleinstaaterei. Klassengegensätze, Kastengeist, Kul­turbolschewismus.

In der Geschichte des deutschen Reiches war das einzige Moment zur Ueberwindung aller Zerreißungen der deutschen Einheit die Kraft.

Diese Kraft lag bei Preußen. Preußen ist glich geworden durch den Fleiß seiner Menschen, die