Ausgabe 
(6.8.1933) Nr. 208
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Nr. 208. Jahrgang 1933

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Bremen. Sonntag, den 6. August 1933 Einzelpreis 15 via.

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UkiLece

Die notwendige Neuordnung des deutschen Sports ist nun beendet. Mit der Vorarbeit siir die Olympischen Spiele 1936 in Berlin darf nicht mehr gezögert werden. We­der bei den Behörden, noch bei der Allgemein­heit wurde bisher ihre Bedeutung richtig ge­würdigt; Propaganda ist die erste Forderung. Nation und sportliche Belange laufen para- lell. Ohne staatliche Propaganda wird im Volke nicht die nötige Resonnanz erzeugt, sie ist der Boden, auf dem sich die „Olympiavor­bereitung" entwickeln mutz. Es ist zweifellos besser, heute alle olympischen Meinungsfragen klar und nüchtern zu betrachten Die Antworten auf verschiedene, unsern Aktiven und Sport­lehrern gestellte Fragen geben zusammenge­faßt einen sehr interessanten Ueberblick. Junge uiü> alte Aktive müssen schon heute hinsichtlich der gestellten sportlichen Grundfragen völlig klar sein.

Der nationalsozialistische Staat steht in seinem großzügigen Programm, gleich Musso­lini in tasten, den Sport als besonderen Erziehungsfaktor der Jugend an. Er wird auch weiter versuchen, wenn nicht gerade in Welthöchstleistüngen, so doch in der Breiten­arbeit anderen Nationen voraus zu sein.

Als vor einigen Jahren der Amerikaner Lindbergh den Ozean überquerte, da sah die ganze Welt aus ihn voll Bewunderung. Als vor fünf Jahren Hauptmann Köhl mit von Hünefeld und Fitzmaurice den ersten Ost- West-Flug vollbrachten, da war der Auftakt für ein Wettrennen über den Ozean gegeben. Viele Opfer sind bei diesem Wettbewerb zu verzeichnen.

Nach einer Meldung aus Amerika, hat am Sonnabend wieder ein Massenstart von Flug­zeugen zur Ueberquerung des Ozeans statt­gefunden. Die Welt bringt heute einem solchen Ereignis wenig Interesse entgegen. Und das mit Recht. Alle diese Ozeanflüge — abgesehen natürlich von dem Atlantikflug des Balbo-Geschwaders — werden doch nicht durch­geführt, um zu beweisen, daß ein Planmäßiger Flugverkehr zwischen der Alten und Neuen Welt Zustandekommen kann, sondern aus rein egoistischen Motiven. Wir verkennen dabei nicht etwa den großen Mut, den ein Pilot aufbringt, wenn er sich in seine Maschine setzt und von einem Festland zum andern fliegen will. Wir verurteilen es aber, wenn die Ozeanflüge zu Rekordjägereien werden, wobei wertvoll« Menschenleben zugrunde gehen können. Das tragische Schicksal des deutschen Piloten Günther Wirthschaft zeigt unS deutlich, wie berechtigt ein Einschreiten gegen das Ueberhandnehmen der Ozean­flüge ist.

Sg SSpkI spuri g

DaS Wort bedeutet Kampf, heute, wie vor 19 Jahren. Unblutig zwar. aber nicht minder ernst und hartnäckig, gilt es Kampf zu führen gegen einen Feind, der mit furcht­baren Mitteln ganze Völker zu Grunde richten will.

Kamps der Arbeitslosigkeit,st heute Ehrenpflicht eines jeden Volksgenossen Die Arbeitsschlacht ist in vollem Gange Schon laufen von allen Seiten des Reiche« Siegesmeldungen ein. Ganze Kreise in Deutschland sind von dem Gespenst der Arbeit«- loslgkeit befreit. Zehntausende von Volksgenossen konnten wieder in Arbeit und Brot ge­setzt werden, Millionen verfolgen von n uer Hoffnung erfüllt, die Vorgänge im Reiche. Diese Zuversicht darf nicht enttäuscht werden.

Wir stehen am Anfang des Kampfes. Soll er erfolgreich beendet werden, bedarf eS der Mitarbeit aller Kreise. Helscn kaun jeder, der noch das Glück hat, arbeiten zu dür sen. Es geht um die Zukunft des ganzen deutschen Volles. Jede geschaffene Arbrits Möglichkeit bedeutet einen Schritt näher zur Vollendung des großen Werkes . Mit bei-piel- loser Opferwilligkeit wurde der Kampf im ganzen Reich aufgenommen, er wird erst beendet sein, wenn dem letzten deutschen Volksgenossen ein Arbeitsplatz zugewiesen werden konnte.

Bremen darf nicht zurückstehen in diesem gewaltigen Ringen

Wie im Jahre 1914 das ganze Voll aufstand und bedingungslos Leben und Gut dem Vatcrlande opferte, muß sich auch heute ein jeder rücksichtslos zur Verfügung stellen. Mit erneuter Schlagkraft wird der Kampf einsetzen. Es ergeht daher an alle Arbeitgeber der Aufruf, Arbeitsmöglichkeiten auszuspüren und alle sreiwerdenden Stellen unverzüglich per NSDAP. bezw. dem Arbeitsamt aufzugeben. Sämtliche Dienststellen der NSDAP haben sich in Verbindung mit dem Arbeitsamt und den verschiedenen Kammern in den Dienst der Sache gestellt und werden ihrerseits den Arbeitgebern in ihren Bestrebungen jede mögliche Unterstützung zuteil werden lassen.

Größte Eile tut not. Nur wenn jeder hilft, wird das Ziel erreicht, und erreicht muß es werden, wenn Deutschland leben 'vll.

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei Die Kreisleitung i. A. gez. Roland Tiemann

Die Handelskammer gez. Bollmeyer gez. von Wurmb Die Gewerbekammer gez. Ehlers gez. Lange

Die Angefielltenkammer gez. Nielson

Die Kleinhandelskammer gez. Kallsen gez- Dr. Schellhatz

Die Arbeiterkammer gez. Hogrefe

Kampfbund des gcwcrbl. Mittelstandes gez. von Hagel

Zwei Mill onen Arbeitslose weniger

Berlin, 5. August-

Die Beschäftigtenzahl vom Juni ds. Js., die mit 13 378 VVÜ um 1,9 Millionen höher ist, als die von den Krankenkassen Ende Januar errechnete Zahl von 11487 000, bestätigt die von den maßgebenden Stellen im vergange­nen Monat gegebene Prognose, daß vcr tat­sächliche Rückgang der Arbeitslosen 3 M'Lin­nen erreichen, wenn nicht übersteigen wird. Denn die an diesen 8 Millionen noch fehlen­den 100 000 sind inzwischen längst in Arbeit und Brot gebracht worden.

Bemerkenswert ist auch ein Vergleich dieser Beschästigtenzahlen des vorigen und des gegenwärtigen Jahres. Es ergibt sich, daß in diesem Jahre nicht nur die in der Januar- berechnung liegende Differenz, gegenüber dem Vorjahre von 600 000 nicht nur ausgeholt worden ist, sondern darüber hinaus noch weitere 600 000 mehr in den Arbeitsprozeß zurückgeführt werden konnten.

Kreis Hameln-Pyrmont bis aus 6 Gemeinden arbeitslosenfrei

Hannover, 5. August.

Nach einem Telegramm des Landrates des Kreises Hameln-Pyrmont und des dortigen Kreisleiters an den Präsidenten des Lundcs- arbeitsamtes Niedersachsen sind in diesem

Lrusonencss in ksris

Von unserem Pariser A. K.-Mitarbeiter ,

Paris, Anfang August.

Der Clou, der große Coup, mit dem nun endgültig in Paris die Saison abgeschlossen wurde, war der Endlampf um den Davis-Pokal. Die Franzosen, denen man Selbstunterfchätzung nicht zum Borwurf machen kann, die aber seit dem Weltkrieg in konservativer Traditionstreue den status quo all­überall lieben, haben den Gedanken, daß sie die Herr­schaft im Tennis jemals wieder verlieren könnten, zunächst ebensowenig fassen können wie die Vorstel­lung, daß ihnen jemals wieder die Hegemonie über Europa streitig gemacht werden könnte. Man erzähl- uns nichts vom Internationalismus des Sports; wer seit Jahren alle Schlußkämpfe um den Davis-Pokal in Paris mit angesehen hat, der weiß auch, daß hier der Nationalismus seine höchsten Triumphe feiert, ja, daß er manchmal sogar Wunder vollbringt und ver­sagende oder verzagende Spieler aus Flügeln einer unbegrenzten nationalen Begeisterung noch zum Siege trägt. Nationaler Ehrgeiz, Eifersucht, Herrsch­sucht, Massenpsychose meinetwegen, aber jedenfalls Sieg einer Idee und zwar der nationalen Idee. Als Lochet von Perry am ersten Tage geschlagen wurde, brachen Hunderte von Frauen in Tränen auS; als der neue Favorit Merlin, Frankreichs Zukunftshoff­nung, eine übrigens prachtvoll durchgearbeitete Er­scheinung (der gerade jetzt sein Militärjahr abdient), im entscheidenden Endkampf durch Wunder von Kunst und Ausdauer lange Zeit selbst dem überlegenen Perry gefährlich wurde, da schlugen zitternd taufende französischer Frauenherzen mütterlich, schwesterlich und vor allem bräutlich für den jüngsten und schönsten Champion, der Frankreichs letzte H'sfnung truS. Ueberhaupt die Frauen bei einem solchen Sport­

kampf, sie sind die eigentlichen'Träger und Auf- peitscher der alles überflutenden seelischen nationalen Welle.

Man muß nur einmal die Frauen bei einem Stier- kamps beobachtet haben. Was sind alle sogenannte „Frauenrechte" gegen dieses angestammte innere Recht des Blutes? Wirtschaftskrise, Londoner Kon­ferenz, Viermächte-Pakt, was ist das alles gegen den Davis-Pokal! Drei Tage lang in sämtlichen Laut­sprechern, Straßenbahnen, Omnibussen, Vorortzügen von Paris, gab es nur eine einzige Unterhaltung: Der Davis-Pokal, werden wir ihn verlieren? Die Minister taten wohl daran, schon vorher in Urlaub zu fahren, das Staatsoberhaupt, Herr Lebrun, tat ebenso wohl daran, am ersten Tag auf festlicher Tri- büne den Pokal und die Spieler zu begrüßen und beim zweiten Spiel, als Frankreichs Sterne an­fingen zu sinken, laut- und spurlos zu verschwinden. In der Diplomatenloge saß dagegen andauernd drei Tage lang, inmitten seiner noch in Paris vorhan­denen diplomatischen Kollegen, der englische Bot­schafter Lord Tyrell. Und als endlich Sonntagabend vor acht Uhr die britische Flagge siegreich am Mast hochstieg, unter den Klängen des God save the King, da sagte mein Nebenmann auf der Pressetribüne: Ein na t ion a l e r Tra u e rta g fürFrank. reich. Aber wacker geschlagen haben sich die Frau- zolen, und ehrenvoll sind sie unterlegen. DaS muß man ihnen lassen.

Nun ist wirklich ganz Paris auf dem Lande, die Boulevards beherrscht der ausländische Besucher, we­niger zahlreich als sonst. Paris ist ruhig geworden auch im Verkehr. Auch diese Ruh« ist wie alles, relativ. Wer das Herz Frankreichs schlägt jetzt in

, der Provinz, am Meer, in den Bergen. Immer in diesen Tagen der Hundstagshitze feiert die alte Rö­merstadt Orange im Nhonetal für drei Wende ihre Auferstehung. Das römische Theater (wohlge- merkt nicht Amphitheater) ist das besterhaltene rö­mische Theater, das es überhaupt gibt. Mit seinen 7000 Sitzplätzen, seiner SO Meter hohen Schallmauer, seiner märchenhaften Akustik, unter südlichem Ster- nenhimmel. Hier kann man wirklich einmal das Wort vom einzigartigen Erlebnis mit Recht an­wenden. Sonst werden französische Klassiker und neu-provencalische Dichtungen zur Aufführung ge­bracht, diesmal waren Wagners „Turmhäuser" und Beethovens „Pastoral-Shmphonie" der Höhepunkt. Aber es gibt manchmal zwei Höhepunkte. Den an­deren bildete diesmal Wilhelm von Oranien, der Schweiger, und Edouard Daladier ,der Ministerpräsi. deut. Die braven Bürger des sonst tiefverschlafenen Städtchens Orange, erinnerten sich daran, daß der Begründer der holländischen Freiheit, dessen vier- hundertjährigen Geburtstag Holland begeistert gefeiert hat, auch den Titel Prinz von Oranien führt«. Von Geschichts- und Geographiekenntnissen gleich unbe­schwert kümmerten sich die wackeren Oranier von heute nicht darum, daß Friedrich Barbarossa einst dieser Fürstentum geschaffen und daß es Ludwig XIV. wie so vieles andere eingesteckt hat, auch nicht darum, daß der große Schweiger ein Prinz von Nassau, rein deutschen Blutes war und dieses Fürstentum, das er übrigens nie betrat, von einem ebenso-rein deutschen Vetter.geerbt hatte. Unter dem Geläute! der Glocken zog trotzdem in einem historischen, manche Kritik und Ironie herausfordernden Auszug Wilhelm von Ora­nien endlich nach 400 Jahren in seine gute Stadt Orange theatralisch ein. Aber die königliche Familie von Holland, die zum Fest geladen war und ihre eigene Geschichte vermutlich etwas genauer kennt, hatte sich als unabkömmlich entschuldigen und durch einen Kammerherrn und Adjutanten vertreten losten.

Kreise binnen 5 Tagen 2048 Arbeitslose auf längere Zeit in Arbeit gebracht worden. Da­durch sind von insgesamt 83 Gemeinden 77 zurzeit frei von Erwerbslosen jeder Art.

Generalangriff auch in Bayern

München, 5. Auqnst-

Am Freitag abend fanden in München unter dem Motto „Generalangriff gegen d,c Arbeitslosigkeit" im Zirkus Krone und in sechs weiteren großen Sälen Massenkund­gebungen statt, die sämtlich überfüllt waren und zum Teil polizeilich gesperrt werden mußten. Die Redner setzten sich für Arbeits- beschaffung in umassendem Maße ein und schlössen mit der Aufforderung, jeder möge an seinem Platze mithelfen, den großen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu beenden

Schweizer Vreffestimmen über die Erfolge Killers

Zürich, 5. August

Die „Neue Züricher Zeitung" würdigt in einem ausführlichen Artikel die Erfolge der Reichsregie­rung, insbesondere auf dem Gebiete der Arbeits­beschaffung. Der große Schwung mit dem die Regierung Adolf Hitlers an d,e Bewältigung des Arbeitslosenproblems herangehe, habe die Hoffnung der deutschen Bevölkerung auf eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse wesentlich verstärkt. Der Artikel schildert eingehend die Maßnahmen großen Stils zur Arbeitsbeschaf­fung. Die Reichsregierung mache alle Anstrengun- gen, um die Arbeitsnot niederzuzwingen, die in ihrer Totalität dem Volke stärker an die Nieren gehe als alles andere. Hierbei zeichne sich eine Umwandlung der wirtschaftlichen Struktur Deutsch, lands ab, eine Umschichtung seiner Bevölkerung, tne soweit als möglich aus dem übersteigerten Jndu- striestaat wieder einen mehr bäuerlich fundierten Staat machen werde. Anerkennend hebt das Blatt insbesondere auch die Maßnahmen der Reichsregie­rung hervor, die der Beruhigung des Wirtschafts­lebens dienen. Hinter Hitlers Werk ständen nicht nur die Machtmittel des Staates, die Organisatio­nen der NSDAP-, das Vertrauen einer gläubigen Millionengefolgschaft, sondern auch die große Schar der Intellektuellen, die heute in Hitler, der mit einem heißen Herzen einen kühlen Kopf verbinde, den berufenen Führer sähen.

Auch die „Basier Nationalzeitung" stellt fest, daß Deutschland eine Stabilisierung der Verhältnisse unverkennbar sei. Diese Tatsache sei für die ins Ausland Gegangenen, die immer noch auf einen Umschwung hofften, vielleicht schmerzlich, aber des- wege nicht weniger wahr.

„Gras Zeppelin" gestartet.

Friedrichshafen, 5. August.

Das Luftschiff „Graf Zeppelin" startete heute um 20.25 Uhr mit 15 Passagieren an Bord zu seiner Fahrt nach Südamerika. Die Führung hat Dr. Hugo Eck euer. Das Luftschiff fährt zum ersten Male unter dem neuen Hoheitszeichen des Reiches, und zwar befinden sich an der Stabili- sierungsfläche oben und unten die Hakenkreuz- und die schwarz-weiß-rote Flagge.

Nebenbei feierte unbeachtet von der zu SO Prozent streng katholischen Bevölkerung in ihrem kleinen Temple die reformierte Gemeinde das Gedächtnis des Vorkämpfers der Glaubensfreiheit in den Nieder­landen, dessen vierte Frau eine Tochter des Admirals von Coligny war, also desjenigen, der im Louvre in Paris als erstes Opfer in der Bartholomäusnacht fiel. Erst am Abend, nach Umzug und Gottesdienst, kam direkt aus seiner Badekur in Vichy der lebend­große Oranier, der dann umsomehr gefeiert wurde, der Ministerpräsident Edouard Daladier. Er vertritt nämlich die gute Stadt Orange als Abgeordneter in der Kammer, und beim unvermeidlichen Festessen hielt er eine Rede auf den Schweiger, indem er in moderner Anwendung mit dem Wahlspruch des großen Schweigers ausrief: Je maintiendrai, (ich werde festhalten) — nämlich den französischen Fran­ken. Zum Festakt im Rathaussaal hatte die Bürger- schaft zwei große Bilder in Lebensgröße nebenein­ander augehängt, Wilhelm von Oranien, den Schwei­ger, und Edouard Daladier, den Festredner. Ueber Geschmacksfragen läßt sich nicht streiten und die Hitze erklärt ja manches.

»

Es ist immer eine gewagte Sache um die Historie, wenn sie der Tagespolitik dienstbar gemacht werden soll, aber natürlich, weniger gewagt in einem Volk, das von der ganzen Historie nur sein eigenes Recht und seine Glorie kennt, sonst aber nichts. Noch immer wird Oesterreich der Hof ge- macht. Das kostet jetzt nicht viel, denn das große gesürchtete Oesterreich der Habsburger, der hundert­jährigen Todfeinde der Bourbonen, ist ja tot und be­graben. Warum soll man nicht das kleine Oesterreich fetteren, warum auch nicht die Habsburger, wenn m'an- damit die endgültige Einigung der deutschen Nation ^verhindern kann? Im Theater de la Porte St. Martin hat der Direktor Lehmann unter der Re­gie des Herrn Hirsch mit bestem Kassenersolg eine

Das rvuL erreicht werden:

Deutschland ohne Arbeitslose

Von Ouslsv 8webs

Bremen, 6. Angust.

Das grauenvollste Martyrium der Nach­kriegszeit war die Arbeitslosigkeit. Hier lau­erte im Organismus des deutschen Volkes ein Feind, dem es unweigerlich hätte zum Opfer fallen müssen, wenn ihm nicht in letzter Stun­de in Adolf Hitler ein Mann geschenkt worden wäre, der als erster der ganzen Welt diesem Bölkerfraß die Kraft genommen hat.

Erbarmungslos schlich dieses Gespenst durch die Straßen und Dörfer. Wer fühlte sich noch sicher uitt> geborgen: heute der, morgen du? Das war die bange Frage/die jü>e Freude von den Gesichtern nahm, die die beste Arbeits­kraft lahmte und zerstörte, die Familien aus- einanderriß und alles Leben zwecklos erschei­nen ließ. Und dann kam der Tag, der monate­lang vorher im Unterbewußtsein bis in die letzten Nuancen ausgemalt war und erwartet wurde, dann brach der Lauf des Lebens plötz­lich ab, blieb irgendwo stehen. Müde und erloschene Augen aber blickten in ein gäh­nendes Nichts, in eine Nacht ohne Sterne und Morgen.

So traten endlose Bataillone den Weg in den Abgrund an: jährlich griffen über 30000 der besten Deutschen zum Strick, öffneten denGashahn oder versanken inentgeistertenNächten in den kalten Fluten, um die letzte Wärme ttnes ausgekämpften Herzens in der eisigen Kälte des Todes sterben zu lassen.

Äber aus ihren Särgen und Gräbern wuchs riesenhaft die Klage gegen ein System, das sie nicht zurückhalten wollte, weil es die ano­nymen Herrscher der Erde so befahlen. „Zwanzig Millionen Deutsche sind zu viel!" Ohne Gefühl und Achtung vor dem edelsten Produkt der Schöpfung, dem Menschen, liefer­ten „deutsche" Staatsmänner jährlich Zehn­tausende der „Weltwirtschaftskrise" aus Mes­ser und zermürbten zielbewußt die Wider­standskraft von 60 Millionen, um den hoch­wertigen Sklaven Deutschland zur Beruhi­gung ihres „Weltgewissens" aus dem Kreis der Völker zu tilgen. Wäre nämlich der Poungplan einglöst worden: im Jahre 1988 hätten die Landkarten das Wort „Deutsch­land" nicht mehr enthalten, und eine durch Arbeitslosigkeit ausgeblutete Generation hätte von ihren Vatern gesprochen wie Blinde, die einmal in die Sonne sahen und wissen, daß das vorüber ist.

Der Jude und seine weißen Knechte in den internationalen Clubs der „libettö, cgsiitö, krstarnite" wußten sehr wohl, was sie taten. Und darum gehörten heute von Rechts wetzen alle unter die Guil­lotine, dre Millionen Menschen nicht aus Gründen der allgemei-

gcmz echte Wiener Operettensaison eingerichtet, mit Richard Tauber und anderen echten Wienern, die den deutschen Staub von den Füßen geschüttelt und im Dreimäderlhaus mit Schuberts unsterblicher Musik ein glänzendes Geschäft gemacht haben. Das erstaunte Publikum las im Programm, das man ihm ver­kaufte, daß das Dreimäderlhaus aufgeführt wird „en langue autrichienne", also in österrei. chischer Sprache. Warum auch nicht, es gibt ja auch eine Elsässer Sprache, eine Luxemburger Sprache usw. Je nach Bedarf. Der von Frankreich erwählte Tronfolger von Oesterreich, Erzherzog Otto, wird ja auch auf einem Schloß in Belgien erzogen, hat kürz- lich in Brüssel glänzend sein Examen bestanden und ist am letzten Sonntag, von seinen vier Brüdern und drei Schwestern begleitet, in der alten lothringischen Hauptstadt Nanch (einst Ranzig erschienen, um dort in der runden Kapelle des alten Herzogschlosses die Gräber seiner Ahnen zu besuchen. Der Sohn und Erbe des Vertragsbrüchigen letzten österreichischen KaisersKarl wollte zweifellos seine historischenKennt- nisse als Vertreter des Hauses Habsburg-Lothringen und seinen Zusammenhang mit Frankreich feierlich bekunden. Aber auch diese historischen Kenntnisse scheinen ein Loch zu haben, sonst müßte der junge Erzherzog Otto sich an den Gräbern seiner Ahnen daran erinnert haben, daß die Könige von Frank­reich nicht ruhten, bis sie das deutsche Herzogtum Lothringen mit Gewalt an sich gebracht und die lothringischen Herzöge aus ihrem Land herausgeekelt hatten. Es gibt immer wieder Leute, darunter auch Träger größter historischer Namen, die nichts aus der Geschichte lernen, nicht wissen welche Stunde es ge­schlagen hat — auf der Uhr der Weltgeschichte. An der Turmuhr eines kleinen Nestes im südlichsten Frankreich nahe der spanischen Grenze las ich einmal eine alte Umschrift, allen znm Nachdenken, die den Schlag der Stunden hören: „Vulnerant omnes, ultima necat". Sie verwunden alle, die letzte aber tötetz