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Das Amtliche Braan des Senats der Freien Hansestadt Br§MMT
Admiral vonSchroeder gestorben
Berlin, 23. Juli. In der Nacht zum Sonntag starb im Alter von 79 Jahren in seiner Wohnung in Halensee Admiral « l» Suite Ludwig von Schroeder, aus dem Kriege bekannt als der Kommandierende Admiral des Marinekorps in Flandern.
Admiral Ludwig von Schroeder wurde am 17. Juli 1854 in Hinzenkamp (Pommern) geboren und trat im Jahre 1871 in die Marine ein. Seine Laufbahn als Seeoffizier führte ihn in höchste Stellungen. Als er im Mai 1812 als Chef der Marinestation der Ostsee aus dem aktiven Dienst schied, wurden ihm, der am Ausbau der Flotte verdienstvollen Anteil hatte, von den jüngeren Offizieren Feiern bereitet. Seine Strenge nämlich, die ihm in Marinekreisen den Namen „Stichelhaariger" eintrug, sein Gerechtigkeitsgefühl und
Admiral August Ludwig von Schroeder.
seine Herzensgüte halten '.ihm chi-er viel-e Freunde gewonnen.. .Best seinem Ausscheiden; ays dem Dienst wurde.er zum^Admiral L. Is Suite, des . Sesoffizers- korps ernannt, nachdem. .ihm:.im Februar des gleichen Jahres der erbliche-Adel verliehen worden war. Bald nach Ausbruch des Weltkrieges, als es galt, die gefährliche Lücke zwischen dem vormarschierenden Flügel der Armee und den französisch-belgischen Danalhäfen zu schließen, siel der Blick des Großadmirals von -Titpitz-auf Admiral von Schroeder, der; ihm der geeignete Mann für eine, solche, schwierige; Aufgabe > zu sein schien. Er bildete das Marinekorps, das dann fast vier Jahre hindurch in Flandern' die Macht am äußersten rechten Flügel der Deutschen hielt. Es gelang dem Admiral von Schroeder, über alle organisatorischen und Ausbildungshemmnisse Herr zu werden. Schon Lei dem Kampf um die Festung Antwerpen erwies die von Admiral Schroeder geführte. Truppe unmittelbar nach'ihrem. Einsatz ihre ungeheure Leistungsfähigkeit.. Mit beispielloser Energie führte Admiral von Schroeder die ihm unterstellten Truppenteile zur See, zu Lande und in der Lust, immer mit dem Ziel gegen England. Nordbelgien wurde für die Feinde uneinnehmbar und zum rechten Flügelstiitzpunkt unserer Armee. Der Kampfwill« des Admirals, der im ganzen Heere nur noch „Der Löwe von Flandern" genannt wurde, reicht jedoch weit über Belgien hinaus bis auf den Kanal von Dover, wo die Flandern-U- Voote tätig waren und nach London, wo deutsche Flieger ihre Bomben abwarfen. Immer wieder griffen die Engländer dieses flandrische Bollwerk an, wurden aber abgeschlagen. Als Admiral von
Grober Sieg -er „VeuMen Christen"
bei-e» Kirchenwahlen
Bremen, 24. Juli.
Die Kirchenwahlen am Sonntag haben im ganzen Reich eine sehr sta r k e B e t e i l i g u n g auszuweisen. Wenn auch über die Prozentuale Wahlbeteiligung noch keine endgültigen Angaben vorliegen, so kann doch bereits jetzt festgestellt werden, daß sie wesentlich größer war als in allen früheren Jahren. Ueberall war das äußere Bild von dem starken Auftreten der Deutschen Christen beherrscht. In vielen Städten und Gemeinden war die Wahl durch die Einmütigkeit der Bevölkerung, die sich in der Gesamtheit zu den Deutschen Christen bekannt hatte, überflüssig geworden.
In der Reichshauptstadt erhielten die Deutschen Christen etwa 70 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Die Wahl im Rheinland brachte den Deutschen Christen ebenfalls einen großen Sieg. In der erdrückenden Mehrzahl der Gemeinden brauchte überhaupt keine Wahl stattfinden, da nur eine Einheitsliste aufgestellt war, auf der die Deutschen Christen durchschnittlich mit 8V Prozent vertreten waren.
In der gesamten Provinz Ostpreußen gab es fast nur Einheitslisten, so daß die Deutschen Christen auch hier einen gewaltigen Erfolg zu verzeichnen haben. Im Laufe des Sonntagvormittag wurde im Lande Braunschweig die Liste
„Evangelium und Kirche" unter dem Eindruck der Rede des Reichskanzlers am Sonnabend zurückgezogen.
Für München war nur eine Vorschlagsliste aufgestellt worden. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen scheint diese Liste ohne wesentliche Streichungen durchgegangen zu sein.
Soweit es sich übersehen läßt, sind in der Provinz Pommern für die Kirchenwahlen in der weit-aus überwiegenden Mehlzahl der Gemeinden Einheitslisten aufgestellt worden, so daß sich eine Wahl erübrigte. In allen diesen Gemeinden erhielten die Deutschen Christen die überwältigende Mehrheit.
Dr. Ley spricht vor 4VVVV« Schaffenden in Hamburg
Eine Riesenkundgebung der Deutschen Arbeitsfront in der Hansestadt
Hamburg, 23. Juli. Auf der Moorweide beim Dammtorbahnhof fand am Sonnabendabend eine riesige Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront statt, auf der der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, vor etwa 400 800 Schaffenden aus Eroß-Hamburg und Schleswig-Holstein sprach. Er führte u. a. aus:
Revolution über unserem Volk! Dieses Wort war bisher der Schrecken aller Bürger, und der Marxismus gebrauchte das Wort, um das Bürgertum einzuschüchtern. Wir Nationalsozialisten Haben dem Volk einen neuen Begriff des Wortes Revolution gegeben. Heute wissen wir,
daß Revolutionen die erhabenste Epoche der Menschheit und eines Volkes sind.
Ein Volk, das Revolutionen nicht mehr ertragen kann, muß zugrundegehen. Ich weiß, daß viele Tausende heute nur zögernd gekommen sind, aber auch sie müssen uns zugestehen, daß wir den Willen zur Tat und den Willen zur Verantwortung haben, während die gestrigen Führer sie in Feigheit sang- und klanglos im Stich gelassen haben. Auch diejenigen, die noch nicht zu uns gehören, zollen uns Achtung, und wer uns die Achtung gibt, der ist morgen unser Freund. Ich frage dich/Arbeiter/ geht es dir heute schlechter als es dir im Parteien- staat gegangen ist? Wenn du ehrlich bist, mußt du das verneinen. Es geht dir besser. Dein Schutz in den Betrieben ist größer als er jemals wär. Wir haben dir bereits heute einen weit größeren Schutz gegeben, als es ein Tarifvertrag oder alle deine ehemaligen Gewerkschaften vermochten. Arbeiter, ich kann dir nichts versprechen. Wenn du fragst: Wird das Paradies nicht bald kommen? so antworte ich: Nein. Das Leben wird ewig Kampf sein. Das Leben reiht sich zusammen
aus Kampf und Opfern. Kampf und Opfer führten zum Endsieg der Bewegung über ihre Feinde. Das Opfer macht das Leben erst wert. Du Geschlecht der Gegenwart bist vom Schicksal ausersehen, Deutschlands Freiheit und Deutschlands Größe wiederzu- erobern. Darum verlangen wir, daß du deine heilige Mission erkennst, damit Deutschland, damit deine Kinder und Kindeskinder leben können. Das Deutschland von gestern, 'das Deutschland der jüdischen Demokratie, brauchte den Arbeiter als minderwertigen Menschen, um in ihm ein willfähriges Instrument des Marxismus, des Judentums und der Freimaurerei zu haben. Hier griff der Nationalsozialismus ein, dessen größtes und herrlichstes Ziel ist, aus dem Arbeiter das Minderwertigkeitsgefühl zu vertreiben und aus ihm einen stolzen Menschen zu machen, der sich seiner Kraft und. Leistung voll bewußt ist und sich sagt: Ich bin ein deutscher Arbeiter und damit ein wertvolles Glied meines Volkes. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind beide an das Schicksal gebunden. Das gesamte deutsche Volk hat heute bereits erkannt, daß das Fundament eines Volkes die Ehre ist. Wir wurden brotlos und arbeitslos und das Elend hielt Einzug - in unser Volk, weil wir unsere Ehre verloren hatten, weil wir uns von unseren Feinden beschimpfen, beleidigen ließen. Wir waren krank. Jetzt haben wir die Krise überwunden. Hoffnung, neuer Glaube und neues Vertrauen beseelt das deutsche Volk. Das beste Arbeitsbeschasfungsprogramm ist das Vertrauen des Volkes. Es werkelt in unserem Volk; es fängt wieder an zu hämmern und zu klopfen. Die Hoffnungslosigkeit ist zerbrochen, neues Leben, neuer Glaube, neues Vertrauen kommt wieder ins Volk, Frühling in unserem Volk! Und das alles verdanken wir dem Volkskanzler Adolf Hitler!
Schroeder im Oktober 1918 auf höheren Befehl das vier Jahre erfolgreich verteidigte Flandern verlosten mutzte, schrieb er in den Tagesbefehl die kennzeichnenden Worte: „Trotzigen Sinnes rücken wir in neue Stellungen, in denen wir unseren alten Kriegsmut beweisen wollen."
Im November 1918 wurde Admiral Schroeder
zum Gouverneur von Kiel ernannt, eine Maßnahme, die aber später rückgängig gemacht wurde. Lange Jahre war er Vorsitzender des National- verbandes deutscher Offiziere. An seinem 70. und 75. Geburtstage und anläßlich seines 60jährigen Militärjubiläums wurden Admiral vonSchroeder große Ehrungen zuteil.
Kulturelle Grotztat der Thüringer Regierung
Weimar, 23. Juli.
Die Thüringer Regierung hat am 15. Juli 1933 ein Landesamt für Rassewesen errichtet. Die Errichtung dieses Amtes geht zurück auf die Initiative des Thiiring. Bollsbildungsministers Wiichtler. Dieses Amt ist das erste» das in einem größeren deutschen Staate geschaffen worden ist. Durch diese Tat beweist die Thüringer Regierung, daß sie erkannt hat, welche ungeheure Bedeutung die Fragen der Rasse-Hygiene, die Frage des Rassewesens
Bros. Max v. Schillings?
Berlin, 23. Juli.
Heute Nacht ist der. Intendant der Städtischen Oper Berlkn-Charlottenburg und Präsident der Akademie der Künste, Pros. Max v. Schillings, in der Privatklinik von Pros. Dr. Sauerbruch einer Embolie erlegen.
überhaupt, für die Zukunft des deutschen Volkes hat. Es ist Ausgabe des Staates, nicht nur für -ie lebende Generation zu sorgen, sondern auch für die Zukunft des Volkes, das zukünftige Weiterleben zu sichern und, wenn nötig, die entsprechenden staatlichen Stellen zur Durchführung dieser Arbeiten zu schassen. Wir Thüringer können wieder einmal stolz sein, daß unser Land in bezug auf die staatliche Regelung alles dessen, was mit dem Rassewesen zusammenhängt, vorangeht.
Zum Präsidenten des L-andesamtes für Rassewesen wurde Pg. vr. meci. Astei aus München berufen. Das Landesami für Rassewesen untersteht als selbständiges Amt unmittelbar dem Herrn Innen- und Bolksbildungsminister WLchtler.
Reun oftvreutzische Landleeife ohne Arbeitslose
Königsberg, 23 Juli
Wie von den Landräten der Kreise Branns- berg, Wehlan, Darkehnen und Mohrnngen mitgeteilt wird, sind jetzt auch diese Kreise von Arbeitslosen frei. Damit ist die Arbeitslosigkeit in nenn ostpreutzischen Landkreisen restlos beseitigt.
Vater des VatsiMMZs
Zum 150. Geburtstag des Befreiers Simon Boliva«
Von Heinz-Hugo Arische
Ter südamerikanische Kontinent, besonder« die Staaten Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivie-n, darüber hinaus aber die ganze Welt, feiert heute den 150 Geburtstag des größten südamerika- nischen Staatsmannes: Simon Boliva r. Für Venezuela ist diese Feier ein besonderes Ereignis, begeht doch sein Präsident, ei benmerito — der Wohlverdiente — General Juan Vicente Gomez, einer der würdigsten und erfolgreichsten Nachfolger Simon Bolivars, am gleichen Tage seinen 75. Geburtstag.
Auch für Deutschland, vor allem aber für die Hansestädte, ist dieser Tag ein Tag besonderer Bedeutung und Grund besonderer Würdigung. Feiern wir an ihm doch nicht allein das Andenken eines Mannes, der, wie selten einer, das Wort „Männer machen die Geschichte" zur Wahrheit werden ließ, sondern auch das Andenken eines Mannes, der in seinem Befreiungskampf zugleich den Grundstein zu der traditionellen Freundschaft zwischen den durch ihn geschaffenen Staaten und Deutschland gelegt hat. Eine Freundschaft, die bei Kolumbien und Venezuela sogar die Belastung des Weltkrieges aushielt und diese beiden Staaten nicht in die Reihe der gegen uns kriegführenden Mächte eintreten ließ. Vergessen wir nie die Gesinnung eines kolumbianischen Staatsmannes, der, als Kolumbien zur Teilnahme am Weltkrieg gezwungen werden sollte, das stolze Wort sprach: „Dürfen wir vergessen, daß Johannes Uslar und seine Getreuen unsere Freiheit erringen halfen?" Vergessen wir nie, daß der heute 75jährige Präsident Gomez im Bewußtsein der Blutopfer, die auch Deutschland für die Freiheit seines Landes geleistet hat, sich durch keine Drohung und durch keinen Druck in den Krieg mit Deutschland treiben ließ.
So meng wir die wirtschaftlichen Beziehungen, so wenig wir die enge Verbundenheit unseres Außenhandels mit den südamerika- nischen Staaten unterschätzen, uns will diese ideelle und zu gleicher Zeit weitgehende kulturelle Bindung der Freundschaft und der Geschichte am heutigen Tage wesentlicher erscheinen, denn dieser Freundschaft sind letzten Endes auch die bestehenden wirtschaftlichen Beziehungen zu den Staaten Simon Bolivars zu verdanken.
Es gibt wenige Männer der Weltgeschichte, die in einem kurzen Leben — Simon Bolivar starb noch nicht fünfzig Jahre alt — das Gesicht der Welt so verändert haben. Bis zum Jahre 1810 war das Königreich Spanien immer noch ein Staat, dessen König von sich sagen konnte, daß in seinem Reich die Sonne nicht untergehe. Am 20. Juli 1810 brach aus geringfügigen Anlaß der lange unter der Oberfläche schwelende Brand gegen die verhaßte Fremherrschaft offen aus. Der Bildung
der lunta suprems ciel bluevo keins cie Orsnacia, des „Obersten Rates des neuen Reiches Eranada", der die Loslösung vom spanischen Königshause vorausgegangen war, folgte ein achtjähriger Verzweiflungskampf der Unabhängigen gegen die spanische Macht. Selten ist ein Krieg grausamer geführt worden als dieser Befreiungskampf eines Volkes gegen seine Unterdrücker. Pardon wurde nicht gegeben, Gefangene nicht gemacht. Der geistige
ülier den OL6uu
Ueber dem Ozean herrscht Hochbetrieb. Nach Mattern und Balbo, nach Post und den unseligen Litauern, nach vielen kleineren Absichten und Teilverwtrklichungen von p'iva-- ten Flugplänen, erfährt man jetzt, daß auch ein Prinz einen Ozeanflug unternehmen will. Der erste Prinz eines regierenden Hauses der einen solchem Sprung wagt: Prinz Nikolaus von Rumänien, der Bruder des rumänischen Königs Carol,. der Sohn der zur Zeit auf einer Nordreise befindlichen Königin- Mutter Marie. Der Start zu diesem immerhin waghalsigen Flug soll zwischen dem 1. und 5. August, erfolgen, sobald es die Wetterlage gestattet...
Vor mehr als Jahresfrist wurde schon einmal von einer Ozeanüberquerung eines Prinzen gesprochen und zwar sollte es der Prinz von Wales sein, der auf diese modernste Weise Kanada besuchen sollte. Damals kamen einige Flugzeugunfälle und schließlich auch die große englische Luftschiffkatastrophe dazwischen. Auf Veranlassung der Regierung mußte der Prinz von Wales von seiner Absicht lassen. Wenn nun Prinz Nikolaus von Rumänien über den Ozean fliegt, dann wagt diesen „Hop" ein Mann, der bisher nur ein
Abenteurer des Herzens rwch großem brüderlichen Vorbild gewesen ist. Freilich befindet er sich — und das paßt m seine Pläne — auf einer großen Studien reye durch die Flughäfen und Flugzeug- sabrtten Europas und Amerikas, um Ideen für dw Ansruztung Rumäniens auch zu Luft zu bekommen und hier und da Bestellungen zu plazieren. Er war bei den Tschechen und
bei den Polen und flog über Deutschland und Holland nach England, wo er zur Zeit noch weilt.
Man hat ihn gut empfangen und auch zum Tee zum König eingeladen. Aber nach diesem Besuch im Buckingham-Palast scheint er für offizielle Veranstaltungen keinen Geschmack mehr zu haben. Er ist viel in Croy- don und, wurde in Gesellschaft alter Krieqs- flieger gesehen, mit denen er Karten studierte.
Mit einem zweisitzigen Doppeldecker will er den Ozeanflug wagen und zwar auf der Strecke, die von Gronau, der deutsch: Ozeanflieger zuerst erkundete und die Balbo jetzt mit seinem Geschwader erprobte.
Als Piloten, mit dem er abwechselnd das flugzeug führen will, auf dem Ozeanflug hat er sich den Rumänen Opris ausersehen. der einen guten Namen und eine erhebliche Erfahrung in Langstreckenflügen hat.
Für die Gronau-Balbo--Strecke entschloß man sich, weil hier ja noch die Brennstofflager vorhanden sind,' so. daß das günze. Unternehmen nicht sehr teuer wird. Unbestreit-. bar will Prinz Nikolaus, der noch nicht lange Pilot ist, aber beträchtliche technische Talente entwickeln soll. seine neue Laufbahn,mit einer großartigen Tat, eröffnen. ,
Nur ein Hindernis besteht für diesen Flug, der gewiß Nikolaus , im Nu zu einer Berühmtheit machte — und dieses Hindernis ist feine Frau. Freilich behauptet'sein Bruder Carol, diese Frau sei ihm nicht rechtmäßig angetraut, aber imerhin bat sie Einfluß genug auf ihn, um ihn mit Bittelegrammen von seinem Entschluß vielleicht abzubringen. Es
fehlte nur noch, daß auch Mama von der „Resolute" aus verneinend kabelte . . .
Um aber bei dieser Frau zu bleiben, di.» die Ursache eines zeitweiligen Zerwürfnisses zwischen Nikolaus und Carol war: Sie ist eine Frau Rade Saveanu und war die Gattin eines rumänischen Legationssekretärs, der ein guter Freund des Prinzen war bis eben die Gattin des Sekretärs sich mehr zu Nikolaus hingezogen fühlte. Aus Kummer über die Scheidung begann der Legationssekretär zu trinken und muße schließlich seinen Dienst quittieren. Der Prinz mit seiner Braut aber banden sich durch
eine phantastische Trauung.
Eines Nachts tauchte in dem kleinen kar- pathischen Dorf Tohanul Vechi ein elegante? Auto auf. Zwei Bauern wurden aus dem Schlaf geklopft und mit einigen Geldscheinen bewogen, Trauzeugen zu spielen. Den Gemeindevorsteher und den Popew zwang man mit sanftem Nachdruck und wüsten Drohungen . . . Die Geschichte kam erst heraus, als der Gemeindevorsteher am nächsten Tag die Papiere an das königliche Palais schickte, wo. man aus allen Wolken fiel
Carol tobte, Königin-Mutter Marie packte ihre Koffer und fuhr , zu ihrer Tochter Jleana nach München, die ,sich ja gerade mit
dem Habsburger Anton verheiratet hatte. Nikolaus entfloh ins Ausland, wurde aber durch den Brduer Carol und einige annehmbare Versprechungen zurückgeholt, trat einen kleinen, recht äußerlichen Hausarrest an und erhielt die Mitteilung, daß seine Ehe ungültig sei, wie man nach Prüfung der Scheidungs- und Eheschließungsdokumente festgestellt habe.
Darum hat sich Nikolaus freilich recht wenig gekümmert. Jedoch hat er sich in den letzten Monaten mit mehr Eifer dem Militärwesen als den Frauen zugewandt. 29 Jahre alt ist er erst, also — gemessen an Carol — noch in einem Alter, wo die Rumänen Dummheiten machen können. Er ist Dr. h. c. des Polytechnikums in Temisoara und Vizeadmiral der See- und Luftflotte.
Alle Streiche, die ihm sein Temperament spielten und für die die Rumänen so viel Verständnis haben, würden ihm gewiß schnell verziehen sein, wenn er seinen Plan recht bald in die Praxis umsetzte: einen Sprung über den Ozean zu tun — als erster Prinz, als erstes europäisches Mitglied eines regierenden Hauses.
Rumänien würde sehr stolz auf diesen Prinzen sein. Und er würde über Rocht zu einem interessanten Mann.
der Kabeljau — oder spätere Stockfisch — ist gänzlich aus den bretonischen Küstengewässern verschwunden, und jedes Schiff, das Stockfisch oder, wie der Bretone sagt: inorue fangen will, muß nordwärts fahren. Aber schließlich hat auch schon Loti von den großen Volksfesten bei Ausfahrt und Heimkehr der Island- fahrer geschrieben. Alljährlich berichten nun die großen französischen Zeitungen in langen Artikeln und Bilderserien darüber. Jedes Jahr das gleiche Fest und doch immer wieder malerisch . und poetisch. Fischerinnen in Tracht, die Männer in den roten Blusen und Hosen, dem gelben Oelzeug und den blauen Baskenmützen. Ganz gleich, ob sie in Con- carneau leben oder in St. Malo, in Lorient oder in Douarnenez. Nur ist dieses kleine Douarnenez ein Erdenflecken oder besser gesagt ein Schifferstädtchen, in das man sich verlieben kann, denn hier' ist eins vorherrschend/ und alles hat sich daraus eingestellt: der Fischfang.
Die Jslandfahrer. sind, fort.. Es ,sind.nicht viele, die aus diesem kleinen Hafen alljährlich die weite Reise antreten. Die-anderen nähren sich von dem, was die See in den Buchten der Küsten an Fischreichtum birgt. Tag für Tag fahren die Männer in der rotbraunen Kluft auf den winzigen 15-Tonnen- booten hinaus, kleine Motore treiben die grünen und grauen Kutter gegen Wind und Wellen. Die großen braunen Segel helfen ihnen dabei.
Es goß in Strömen, als ich an einem Sommermorgen zu Douarnenez Hafen hinabstieg. Auf den Straßen hingen schon die schwarz-braunen Netze zum Trocknen auf, rings um das Kirchgeländer hatte man sie gespannt, es schien, als segne der gekreuzigte Heiland die fleißigen Hände, die sie auswerfen und einziehen.
Holzschuhe klappten über das Pflaster, alte und junge Fischerfrauen mit den weißen Häubchen, die in fast gleich keltischer Art wie in Marburg die Haartracht festigen, halten ihren Morgenschwatz, er- zählen sich, wieviel die einzelnen Boote gefangen
und der Islaridiiselier
Von 6cer6 keuerliake
Würden der .bretonische-Dichter Loti heute, wieder, i seine „Jslandfischer" aufsuchen und seine Schritte zu dem kleinen Fischerhafen Douarnenez im Departe- !
ment .Finistere: lenken, dann würde er Tracht ur Gewohnheit, Fängmethoden, Fischer und Boote kau; merklich verändert finden. Nur eins hat sich geänder