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ösemersiatlonMrialMetie Zeitung
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Letzter Appell Adols Hitlers an das evaugelische Kirchenvolk
Eosortprogxamm der Bremer Kegiermg
«rbeit für die Werst-Industrie im Kerbst und Winter
Me wir erfahren, schweben bei der Bremer Regierung in enger Zusammenarbeit mit führenden MttschaftS- und Schiffahttskreisen seit geraumer Zeit Verhandlungen, die auf die Belebung der völlig drrniederliegenden Werftindustrie im Bezirk Unterweser abzielen. Es werden Pläne ausgearbeitet dieser Industrie durch Vergebung neuer Schiffsbau-' auftrüge neue Impulse geben. Es darf mit Bestimmtheit angenommen werden, daß sie schon in ihren vorbereitenden Stadien so beschleunigt wer. den, daß bereits im kommenden Herbst und Winter begünstigte Rückwirkungen auf den Arbeitsmarkt und die GesamtwirtHgft sich einstellen werden.
Das Sosort-Programm bietet die Möglichkeit, die Erwerbslosigkeit aus einen Stand herabzu. drücken, der die Bedeutung dieses Projektes für die Gesamtwirtschast klar erkennen läßt.
Die Schiff, und Maschinenbau A.-G.-„Weser" hofft, mit Hilfe dieser Großaktion gegen die Arbeitslosigkeit im Herbst bereits wieder ihre Tore öffnen und den Strom der zu Arbeit und Brot zurückfließenden Massen der Arbeiter auffangen zu - können.
Wenn man berücksichtigt, daß das Werk in guten Tagen 6000—7000 Mann beschäftigte und infolge der Schrumpfung des Handelsvolumens der deutschen Schiffahrt heute nur noch 500 Mann Arbeit geben kann, tritt die Bedeutung dieses Planes klar zutage. Obwohl das Werk Auftrag auf den, Bau eines 4500-Tonnen-Motorschiffes , hat, wird sich diese Neuarbeit doch erst in einigen Wochen auswirken können, wenn nämlich die notwendigen Baumaterialien zur Stelle sind. Ueber die Einzelheiten des Ärbeitsbeschaffungspcogramms der Bremer Staatssührung kann heute im Hinblick auf die noch in der Schwebe befindlichen Verhandlungen noch nichts gesagt werden, soviel dürste aber feststehen, daß, wenn es gelingt diesen großen und be- deiistmEvollen .Apparat- - in. Gang zu setzen, ein vKer Abschnitt in der Geschichte der Hansestadt beginnt.
Ein Anruf an die evangMOe Bevölkerung Bremens
Evangelische Männer und Frauen!
To men, 22. Juli.
Die Glaubsnsbewegnn-g „Deutsche Christen" hat auch in Bremen ihre Generalprobe bestanden. In kürzester Zeit ist es ihr gelungen, zum ausschlaggebenden Faktor des kirchlichen Lebens zu werden. Die Wahlen zu den Vertretungen der einzelnen Gemeinden find so kompliziert, daß sich hieraus kaum ein rechtes Bild ergibt. Gewiß, eine Anzahl von Gemeinden, die in ihren Vertretungen 100 «Prozent „Deutsche Christen" auszuweisen haben, aber entscheidend ist, daß im kommenden Kirchentag etwa 7Ü—80 Prozent „Deutsche Christen" sein werden.
Wir führen unsern Kampf aus der ernsten Sorge um unsere Kirche. Wir danken allen denen, die mit heißem Herzen und leidenschaftlichem Willen zu diesem überwältigenden Erfolg der Glaubensbewegnng beigetragen haben! Der äußere Aufbau ist damit sichergestellt, aber das Wichtigste bleibt- noch zu tun : der innere Aufbau! Unser Volk ist durch den Marxismus derart innerlich heruntergekommen, daß eine Riesenarbeit vor uns liegt. Dabei gilt es zu bedenken: Protestant und der protestantischen Kirche angehören, ist zweierlei. Hier steht der Einzelmensch, oft zersetzend, häufig zerspitternd, dort <t Ge-
Bayrenth, 22. Juli.
Reichskanzler Adolf Hitler hielt heute um 28.30 Uhr folgende Red« zu den evangelischen Kirchenwahlen über all« deutschen Sender:
„Wenn ich zu den evangelischen Kirchenwahlen Stellung nehme, dann geschieht dies ausschließlich vom Standpunkt des politischen Führers aus, d. h, mich-bewegen nicht die Fragen des Glaubens, der Dogmatik oder der Lehre. Dies sind rein« innere kirchliche Angelegenheiten. Darüber hinaus aber gibt es Probleme, die den Politiker und verantwortlichen Führer seines Volkes zwingen, offen Stellung zu nehmen. Sie umsahen völkische und staatliche.Belange in ihrer Beziehung zu den Bekenntnissen. Der Nationalsozialismus hat stets versichert, daß er die christlichen Kirchen in staatlichen Schutz zu nehmen entschlossen ist.
Die Kirchen ihrerseits können nicht eine Sekunde darüber in Zweifel sein, daß sie des staatliche» Schutzes bedürfe« und nur durch ihn in die Lage gesetzt sind, ihre religiöse Mission zu erfüllen. Ja, die Kirche« fordern diesen Schutz vom Staate an. Der Staat muß dafür aber umgekehrt von den Kirchen verlange«, daß sie ihm auch ihrerseits jene Unterstützung zuteil werden lassen, derer es zu seinem Besten bedarf.
Kirchen, die dem Staat gegenüber keinerlei po- «sttiven Erfolg in diesem Sinne ausweisen können, sind für den Staat genau so wertlos, wie der Staat wertlos ist für eine Kirche, der gegenüber er unfähig ist, seine Pflichten zu erfüllen. Entscheidend für die Existenzberechtigung von Kirche und Staat ist die -seelische und körperliche Gesunderhaltung der Menschen, denn ihre Vernichtung würd« sowohl das Ende der Kirche bedeuten. Es kann daher auch weder der Staat den religiösen Vorgängen seiner Zeit gegenüber indifferent fein, wie es auch umgekehrt nicht die Kirchen gegenüber den völkisch-politischen Ereignissen und Wandlungen zu sein vermögen. So wie einst das Christentum oder später die Reformation ihre gigantischen politischen Auswirkungen hatten, so wird jede politisch-völkische Umwälzung auch das Schicksal der Kirchen betreffen.
Nur ein Geistloser kann sich einbilden, daß etwa der Sieg des Bolschewismus für die katholische oder evangelische Kirche belanglos wäre, und daher weder Bischöfe oder Superintendenten in ihrer bisherigen Tätigkeit stören oder gar behindern würd«. Die Behauptung, daß aber durch die Tätigkeit der Kirche« allein schon solche Gefahren überwunden würden, ist unhaltbar und wird durch die Wirklichkeit widerlegt.
Weder die katholische noch die evangelisch«, noch die russisch-umett« Kirche haben oder würden den
meinschast, die zusammensteht und zusammew- HM unter dem Herrn der Kirche. Wir müssen ' heraus aus der Zersplitterung-, wir müssen hinein in einen einheitlichen . Kirche n willen. Gott gebe, daß jeder im Deutschen Volk im Leben und im Sterben sprechen lernt: „Ich vermag, alles durch den, der mich mächtig macht, Christus!"
Die Leitung des Gaues „Deutsche Christen"
- Bremen. Weide mann.
Bolschewismus Einhalt gebieten können. Dort, wo sich nicht eine konkrete völkisch-politisch« Ge- genwehr bildete, ist der Sieg des Kommunismus entweder schon gelungen, oder der Kampf zum mindesten bis heute unentschieden. Es ist ab« klar, daß die Kirchen selbst zu solchen völkisch-politischen revolutionären Erhebungen Äellung nehmen müssen. Dies hat zum ersten Mal in einer klaren und eindeutigen Weise die römische Kirche dem Faschismus gegenüber in den Lateran-Verträge« getan. .
Das nunmehr unterzeichnete deutsche Konkordat ist der zweite ebenso klar« Schritt auf diesem Gebiete. Es ist mein« aufrichtige Hoffnung, daß damit auch für Deutschland ein« endgültige Klärung durch freie Vereinbarung der Aufgabengebiete des Staates und der einen Kirche eingetreten ist.
Als Nationalsozialist habe ich sehnlichsten Wunsch, eine nicht minder Narr Regelung auch «it der evangelischen Kirche treffe« zu könne». Die« setzt allerdings voraus, daß anstelle der Melzahk der evangelischen Kirche«, wen« irgend möglich, eine einige Reichskirche tritt. Der Staat hat kein Interesse daran, mit 25 oder 30 Kirchen zu verhandeln, umsomehr als er überzeugt ist, daß gegenüber den gigantischen Aufgaben der jetzigen Zeit auch hier nur eine Zusammenfassung aller Kräfte als wirkungsvoll angesehen werden kann. Der starke Staat kann nur wünsche», daß er seinen Schutz solchen religiösen Gebilden angedeihen läßt, die ihm auch ihrerseits wieder nützlich zu werden vermögen. Tatsächlich hat sich auch innerhalb der evangelischen Bekenntnisse im'Ktrchenvolk in den „Deutschen Christen'' «ine Bewegung erhoben, die von dem Wirkest erfüllt, den großen Aufgaben der Zeit gerecht zu werden, Äste Einigung der evangelischen Landeskirchen und Bekenntnisse anstrebt«. Wenn diese Frage nun wirklich in Fluß geraten ist, dann wird der Geschichte nicht durch unwahre oder dumme Einwendungen bestritten werden können, daß dies das Verdienst, der völkisch-politischen Umwälzung in Deutschland, war und jener Bewegung innerhalb der evangelischen Bekenntnisse, die sich eindeutig und klar zu dieser rationalen und völkischen Bewegung bekannte, zu einer Zeit, da leider genau so wie in der römischen Kirche zahlreiche Pastoren und Superintendenten in schärfster, ja oft fanatischer Weise, gegen die nationale Erhebung grundlos Stellung genommen haben.
Im Interesse des Wiederaufstiegs der deutschen Nation, den ich untrennbar mit der natioWkksezia- listischen Bewegung als verbunden ansehe, wünsche ich daher verständlicher Weise, daß die neuen Kirchenwahlen in ihrem Ergebnis unsere neue Bolks- und Staatspolitik unterstützen werde«. Denn in dem der Staat die innere Freiheit des religiösen Lebens zu garantieren bereit ist, hat er das Recht, zu hoffen, dqß in den Bekenntnissen diejenigen Kräfte gehört werden möchten, die entschlossen und gewillt'sind, auch ihrerseits für die Freiheit der Nation sich' einzusetzen. Dies wird aber nicht gewährleistet durch weltäbgewandte und den Erscheinungen und -Ereignissen der Zeit keine Bedeu- tung beimessenden Kräfte einer religiösen Versteinerung, sondern durch die Kräfte einer lebendigen Bewegung.' Diese Kräfte sehe ich in jenem Teil des evangelischen Kirchenvolkes in erster Linie versammelt, die im deutschen Christen bewußt auf den Boden des nationalsozialistischen Staates getreten sind. Nicht in erzwungener Dul
dung, sondern in lebendiger Bejahung. Die inneren religiösen Fragen der einzelnen Bekenntnisse werden davon überhaupt nicht berührt. Es ist.metn« Aufgab«, dazu Stellung zu nehmen.
Klärender Briefwechsel zwischen dem Führer und WehrlreiS- psarree Müller
Berlin, W. Juli.
Reichskanzler Hitler hat an Wehrkreispfarrer Müller folgender Schreiben gerichtet:
München-BerchteSgabe», 1V. Juli.
Weber Herr Pfarrerl Zum glücklichen Abschluß des großen Reform, und Einigung-werkes möchte ich Ihnen herzlich danken. Nicht nur, daß Ei« selbst schon fett vielen Jahre» für dieses Werk der Herstellung einer einigen Reichskirche eingetreten sind, haben Sie als mein Vertrauensmann Außerordentliche» für die Verwirklichung dieser großen Idee geleistet. Ihnen und den Deutschen Thvisten wird kotz allen Anfeindungen die Geschichte einmal das Zeug- nt« ausstellen, eine der entscheidendste» Fragen der religiösen Gestaltung des Leben» unsere» Volkes ge- wollt, gefördert, und am End« vollbracht zu haben. Ich möchte dah« Ihnen und den Deutschen Thttsten danken und Sie auch für alle Zukunft meines besonderen Vertrauens versichern.
Mit deutschem Gruß!
gez. Adolf Hitler,"
Wehrkreispfarrer Müll« klärt die kirchenpolitisch« Laae.
«er»«, LS. Juli.
Du» Büro des Wehrkreispfarrer» Müll« teilt folgendes mit:
1. Die Gegner der Deutsch« Schriften berufen sich bet der Vorbereitung der Kirchenwahlen mit Vorliebe auf Hitler-Wort«. In Mein Aufruf heißt es z. B.: „Wir wollen «k in der Kirche so halten, wie es auch Adolf Hitler haben will". Der „Meinung-kampf" schreibt: ,Fieligion ist nicht mit politischen Partei- unfug zu Verquicken. Wer über den Umweg einer politischen Organisation zu einer religiösen Refor- mation kommen zu können glaubt, zeigt nur, daß ihm auch jeder Schimmer vom Werden religiöser Vorstellungen oder gar Glaubenslehren und deren kirchlich:; Auswirkung abgeht. Folglich wird jeder wahre Nationalsozialist seinem Führer folgen und dafür kämpfen, daß Kirche Kirche bleibt und gegen die Deutschen Christen wählen und die Deutschen Christen unwahre Nationalsozialisten nennen." In einer Propagandaanordnung der jungreformato» rischen Bewegung heißt eS sogar unter feierlicher Beglaubigung: „Der Kanzler hat grundsätzlich zugesagt, die Vollmacht von Wehrkreispfarrer Müller, die jetzt ihren Sinn verloren hat, zurückzuziehen.
8. Die Unhaltbarkeit dieser Wahltakttk wird durch den an anderer Stelle veröffentlichten Bries des Reichskanzlers an Wehrkreispfarrer Müller (vom 1S. Juli 1S33) für jedermann ins rechte Licht gerückt.
8. Die sogenannte jnngreformatottsche Wahlagi- tation und Willensäußerung des Führers. Das läßt sich beweisen und ist unter diesen Umständen vom Gebrauch der Motte „Evangelium" und „Freiheit der Kirche" als einer Kampfparole halten müßen. Sollten diese Motte ebenso gehandhabt werden wie die genannten Hitler-Worte?
Nie Bedeutung des Konkordates
Bremen, 22. Juli.
Es ist eines der ersten programmatischen Prinzipien der NSDAP gewesen, ihren großen und schicksalhaften Kampf um die Erneuerung Deutschlands urtt» um die Wiedergeburt der Nation völlig fernzuhalten von der Sphäre des Religiösen und ihn ausschließlich auf der Ebene der politischen Weltanschauung zu führen. In weitblickender Erkenntnis der absoluten Notwendigkeit reinlichster Scheidung politischer Erfordernisse und seelisch religiöser Gelegenheiten hat der Führer selbst vom ersten Tage seiner politischen Laufbahn an die strengste Beachtung dieses Grundsatzes der Bewegung gefordert und seine Durchführung sichergestellt. „Gebt dem Staate, waS des Staates ist, und der Kirche, waS der Kirche ist". — Dieses Wort, dar rm wlitischen Leben der Völker zu allen Zeiten einen tiefen Sinn gehabt hat, war der national- özialistischen Bewegung nicht nur ein Lippen-
Heute:
L 2 .-pscjcrktsur
2 Tage unerkannt als Schutzhäftling
im NonrSniraiions layer MAlsr
(Ausführlicher Bericht mit Bildern im Inner« dieses Blattes).
bekenntnis, sondern sie hat auch nach ihm gehandelt «nd eji, praktisch verwirk licht. Aber nicht älleirt, Üaß sich daS erfolgreiche politifche Ringen der NSDAP um die deutsche Volksgemeinschaft jenseits der Verschiedenheit der religiösen Bekenntnisse in den
. Me
sich dep religiösen und kirchlichen Einrichtungen bedienten, um in ihrem Namen politische Geschäfte zu, maHen. Daß diese Parteien damit den Kirchen, für die sie zu streiten vorgaben, den schlechtesten Dienst erwiesen, haben wir Nationalsozialisten aus tiefster Besorgnis in tausendfacher Warnung ausgesprochen. Leider lange Zeit vergebens.
Wir, die wir den Schutz der christlichen Kon- fessionen auf unsere Fahnen geschrieben hatten, wurden durch politisch verblendete und staats- politische Entscheidungen nicht befugter kirchlicher Behörden, vom Zentrumsgeist, getrieben, in Deutschland verfemt und verfolgt, unsere Kämpfer von den Sakramenten ausgeschlossen und noch im Grabe entweiht. Der Name Peter Gemeinde!, nur einer von Tausenden, hat hier im Herzen aller Deutschen für immer ein Mahnmal aufgerichtet. Es ist nicht das geringste Verdienst der nationalsozialistischen Bewegung, daß sie durch ihren Sieg Millionen bester Deutscher endlich auch aus jener schweren Gewissensnot befreite, in die sie durch falsche politische Propheten im religiösen Gewände hineingetrieben worden waren. Daß sie kotz schwerster seelischer Bedrückung dem Nationalsozialismus die Treue gehalten haben und damit letzten Endes auch
Die amerikanische?res5e
Von K. öl. llricus
Für den Deutschen ist es ebenso schwer, sich in das tiefere Empfinden des Amerikaners hineinzuöenlen, wie es umgekehrt dem Amerikaner nicht ohne weiteres möglich ist, sich die deutsche Denkungsweise zu eigen zu machen. Das haben wir in den verflossenen Monaten besonders deutlich an einem Beispiel feststellen können, das in unserem augenblicklichen Verhältnis zur öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten eine gewaltige' Rolle spielt: die Zeitungsnachrrchtenübermittlung.
Es kann wohl mit Sicherheit behauptet werden, daß die große «amerikanische Presse alles daransetzt, um ihren Lesern eine möglichst ausführliche Berichterstattung über Weltgeschehnisse - zu bieten. Für „News" (Nachrichten) läßt der amerikanische Zei- tungsverleger Dollars springen. Aber mit den , nackten Tatsachen ist es für den Leser nicht allein getan. Er will Berichte aus allererster Hand, von Augenzeugen haben. Ja, noch mehr. Er will von diesen Augenzeugen, die, wenn irgend möglich, Amerikaner sein sollen, auch noch Werturteile hören. Er will den amerikanischen Maßstab an die berichteten Geschehnisse gelegt sehen. Kurz, er verlangt, daß ihm die Sache, nach seinem amerikanischen Empfinden, mundgerecht gemacht wird (sagt der Zeitungsmann). Dabei liebt er Sensation. Er liebt Skandale. Man muß sich nur die amerikanischen Zeitungen einmal ansehen. ,Headlines" (Ueberschriften), die mit zehn Zentimeter großen Lettern ihre neuesten Nachrichten in die Welt hinausposaunen, sind an der Tagesordnung. Die Ereignisse werden klassifiziert nach „Front-page" (Titelblatt), „Second-page" (zweite Seite) und „Thicd- page" (dritte Seite) Geschichten. Je sensationeller «ine Sache ist,, desto länger bleibt sie ^ront-paae-
story-', bis sie durch eine bessere und akutere Geschichte verdrängt wird. Für die amerikanische Presse gibt es immer „Front-page-storys". Colonel Lind« bergh mußte fast fünf Jahre lang dafür herhalten. Das Volk soll eben dauernd in Atem gehalten werden. In Amerika gibt es das beispielsweise nicht, daß man am Montag morgen sein „Leib- und Magenblatt" aufschlägt und buchstäblich auch gar nichts Interessantes darin findet. Beim amerikanischen Zeitungsmann besteht der Grundsatz: Irgendwo in der -Welt „passiert" immer etwas. Und wenn es nur klein und unwesentlich gewesen ist, dann'Wird es eben aufgeblasen und interessant „gemacht". Morgen oder spätestens übermorgen ist der kleine Betrug ja schon-wieder überholt — vergessen. Andere Welt-' ereignisse haben seinen Platz eingenommen-— um dann auch-wieder ebenso schnell in der Folge weiterer Geschehnisse zu Verblasen-
Das Zeitungswesen in den Staaten ist viel: weiter entwickelt als bei uns. Man muß nur den Umfang einer amerikanischen Zeitung einmal sehen. Und dann werden sie auch mehr gelesen. Das Voll ist dafür ganz anders erzogen. Morgens oder Abends auf den weiten Wegen zur oder von der Arbeitsstelle, im Zuge, in der Untergrundbahn, in der Straßenbahn oder in den Omnibussen sieht man. Kopf- und Handarbeiter eifrig den Inhalt der Tagesblätter verschlingen. Das sind ihre Bildung;« quellen. Daraus schöpfen sie ihr Wissen und „ihre" Meinung.
Die Presse in den Staaten ist aber lein unabhängiges Nachrichtenverbreitungsinstitut. Hinter ihr stehen, mit ganz geringen Ausnahmen, gewisse Interessengruppen. Daß der Leser nun ausgerechnet der Interessengruppe „seiner" Zeitung nahesteht,
d. h., daß die betreffende Interessengruppe seine eigenen Interessen vertritt, trifft nur in den aller- seltensten Fällen zu. Der Durchschnittsleser, und damit sind die Massen gemeint, kommi eigentlich nur durch Zufall zu. seinem Leib- und Magenblatt Entweder durch Bequemlichkeit, da in seiner Gegend kein anderes Blatt zu haben ist, oder durch eine Geschichte, deren Fortsetzungen ihn zu lesen interessiert haben. Vielleicht war es auch das Format, das ihn reizte, oder eine sensationelle Ueberschrift, die St beim Mitreisenden über dessen Schulter gelesen hat. So oder auf andere merkwürdige Art und Weise bekommt er das Blatt in die Hände, gewöhnt sich daran und bleibt dabei. Welche Interessen das Blatt aber ver- folgt — selbst wenn dieselben seinen eigenen absolut' entgegenstehen —, kommt ihm meistens nicht. zum. Bewußtsein.
Die großen amerikanischen Zeitungen und Nachrichtenbüros haben nun in den verschiedenen Brenn-, Punkten der Welt ihre ständigen'Korrespondenten' sitzen, die sie mit Kommentaren zu den jeweiligen Ereignissen versorgen. Dieses sind natürlich geschulte Zeitungsleute, die nicht nur das Niveau ihrer Leser kennen, sondern auch, und dieses ist bei weitem das Wichtigste, auf strickte Richtlinien, die ihnen von ihrer Zeitung, bzw. der hinter dieser stehenden Interessengruppe gegeben.' werden, eingefuchst sind. Wenn in diesem Zusammenhangs Rede. von dem Leser ist, so ist-damit natürlich nicht der intellektuelle,-über'dem Durchschnitt stehende Zei- tüngsleser gemeint. Es sind darunter die Massen zu verstehen, zu deren „geistiger" Beeinflussung -die Zei- tung das Mittel der. Interessengruppe ist.
Als Ausländskorrespondenten Werden natürlich .nicht irgendwelche Dummköpfe ausersehen. Man nimmt hierzu Spezialiften/die die betreffenden Länder, in wie sie gesandt werden, nicht erst seit gestern kennen.' Man wird sogar' gelegentlich feststellen können, daß diese Ausländskorrespondenten über eine
geradezu verblüffende Kenntnis der Mentalität des betreffenden Volkes, über das sie zu berichten haben, verfügen. Die Schwierigkeit ihrer Ausgabe liegt nicht in ihrer persönlichen Einstellung zu dem betreffenden Volk und' dessen innerem Empfinden, sondern in der Uebermittlung dieser Eindrücke, die einerseits im Rahmen der Richtlinien der Interessengruppe vor sich gehen soll, andererseits der Aufnahmefähigkeit des Lesers angepaßt sein muß. DaS Letztere wäre leicht zu schaffen, wenn das Erstere nicht bestände. Auf jeden Fall ist die Aufgabe, allen Teilen gerecht-zu werden, sehr schwer, wenn nicht zum gewissen Maße unmöglich. Der Korrespondent müßte ganze Bücher schreiben,'um dem Amerikaner zunächst erst mal .die Eigenarten des betreffenden Volkes zu verbildlichen und ihm diese Verbildlichung in einer ihm verständlichen Sprache zu übermitteln. Das . würde aber zu weit führen. Außerdem würde der > Zeitungsleser Wohl kaum diese Bücher lesen. Aus diesem Grunde gestaltet sich die Ausgabe des Korrespondenten äußerst schwierig und kaum einer nimmt seine Tätigkeit mit der Gewissenhaftigkeit, die allen Teilen gerecht wird. Der leidtragende Teil ist natürlich das betreffende Land, über das berichtet wird, -denn vor allen Dingen muß ja das Interesse der Zeitung u«d der hinter dieser stehenden Gruppe gQvahrt werden. Daß die Interessen dieser Gruppen'nun aber zuweilen den Interessen der betreffenden Länder, entgegenstehen, ist häufig der Fall, und daher kommt es dann, daß gewissenlose Berichterstatter die tiefere Einstellung eines Volkes in ihren Berichten übergehen und lediglich nachGestchts - Punkten ihrer Hinterleute berichten. Daß dabei natürlich die unglaublichsten Entstellungen nach dxübxn gelangen, liegt auf der Hand- Die Gruppe aber erreicht ihren Zweck. Und was riskiert der Korrespondent damit? Höchstens, daß er von den betreffenden Landesregierungen ausgewiesen wird. Dafür aber entschädigt ihn die Gruppe mit Dollars und der ,Mar-Reporter" erhält dafür noch einen höheren
Posten. Und die „Meinung" der Masse ist irregeleitet.
Ich habe in Amerika Korrespondenten kennen gelernt, die aus mich als Menschen einen tadellosen Eindruck machten, und deren Persönliche Ansichten über bestimmte Sachen annehmbar, klar und gerecht waren. Und wenn man dann hinterher ihre Artikel las, mußte man sich an den Kopf fassen. Das war ja das direkte Gegenteil, von dem was sie vorher gesagt hatten: Aber „so will es das Volk lesen", hieß es dann immer, oder „wir schreiben ja für die „Leser", nicht für uns selber". Daß sie in Wirklichkeit für eine Interessengruppe schreiben, und daß das Geschriebene nur für das Fassungsvermögen des Lesers zurechtgemacht war, sagten sie zwar nicht.
Um nun auf unser heutiges Verhältnis zu der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten zu kommen, muß gesagt werden, daß alle Zeitungen fürchterlich in aller Öffentlichkeit gegen Deutschland hetzen. Dieses läßt klar erkennen, wer die wirklichen Machthaber in den erwähnten Interessengruppen sind. Es soll auf keinen Fall behauptet werden, daß die Presse ausschließlich im Besitz der Juden ist. Dies i st nicht der Fall. Aber auch die von Nichtjuden besessene Presse steht absolut unter dem Einfluß jüdischer Hochfinanzinteressen, mit denen in Amerika auch das nichtjüdische Großkapital eisern zusammenhält. Das amerikanische Volk steht daher vorläufig im völligen Banne dieser den Geist vergiftenden Nachrichtenübermittlung. Bei dem zurzeit in Amerika herrschenden System wird es nur mit großen Schwierigkeiten und noch viel größerer Zähigkeit gelingen, die amerikanische öffentliche Meinung durch die Presse über die Wahrhaftigkeit der deutschen Volksbewegung und der von ihr getragenen nationalsozialistischen Regierung aufzuklären. Einen i anderen Weg, der für diesen Aufklärungsdienst gangbar ist, bietet das Radio. Aber auch hier sind ganze Hindernisse zu umgehen. Davon soll an anderer Stelle berichtet werden-