Ausgabe 
(10.7.1933) Nr. 181
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Nr. 181. Jahrgang 1933

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öreMrllalionMriaDWeZeiiun-

Das Arnlüotnr Oraan dos Senals der Vreraerr

Hitler in Dortrmmä:

25VSW Vartesgenossen marschiere« in -er Stadt der roten Erde auf und

huldigen dem Führer

See grobe SA-Anftnarsch

Dortmund, 9. Juli.

Die Stadt der roten Erde steht in diesen Tagen »öllig im Zeichen des großen Treffens der west­fälischen SA. Die Massenveranstaltung, zu der schätzungsweise 250 066 Parteimitglieder nach Dort­mund gekommen sind, gewinnt dadurch an Bedeu­tung, daß zum ersten Male seit der nationalsozia­listischen Revolution die gesamte westfälische SA. und die Mehrzahl der führenden Parteimitglieder der Provinz Westfalen zusammengekommen sind, ganz be­sonders aber durch die Tatsache, daß Reichskanzler Adolf Hitler am Sonnabendabend zur Teilnahme an dem SA-Treffen in Dortmund eingerrosfe" ist.

Den Auftakt bildete der

Gauparteitag auf der Hohensyburg, der von den westfälischen Amtswaltern, überaus zahlreich besucht war. Auf der Tagung, der auch Prinz August Wilhelm beiwohnte, entwarf Gauleiter Wagner-Bochum ein Bild von der gegenwärtigen Gesamtlage und führte u. a. aus: Der Swal, der bis zum 30. Januar unser Feind war, gehört heute uns'. Die Ministerschaft Hugenbergs ist beseitigt. Aktionen gegen staatliche Einrichtungen und Ver­waltungsstellen kann man nicht mehr unternehmen. Aufgabe der Amtswalter ist und bleibt: Niederrin- gung der geistigen Ueberreste einer vergangenen Epoche und Schulung und Durchdringung der Par­teigenossen mit der nationalsozialistischen Weltan­schauung. Wo jemand die Tätigkeit der Bewegung mit der Absicht aus Erlangung persönlicher Vorteile verbindet, werde ich alle Mittel anwenden, um der­artige Machenschaften zu unterbinden. In der gesam­ten verantwortlichen Führerschaft muß ein unbeding­tes Vertrauensverhältnis herrschen und ein korrektes sauberes Arbeiten erreicht werden. Die Zehntausende, die jetzt zu uns gekommen find, dürfen nicht als Konjunkturritter behandelt, sondern müßen bewertet werden nach ihrem Verhalten in der Bewegung. Der Redner streifte zum Schluß seiner mit starkem Beifall aufgenommenen Rede noch kurz das Verhältnis der Partei zur katholischen Kirche nach der Auflösung des Zentrums und das Verhältnis zum Stahlhelm.

-Der SA-Appell aus dem Flughafengelände am Sonntagvormittag hatte eine unübersehbare Zu­schauermenge angelockt. Für den Stab hatte man eine große Kanzel errichtet, Guirlanden waren ge­spannt, und überall grüßten Hakenkreuzfahnen und Wimpel. Schon um 1 Uhr früh waren die ersten SA-Transporte angerollt. Um 9:30 Uhr wär der Aufmarsch der 80 000 beendet. Die SS, die Motor- stürme, die Reiterstürme und die Fliegerstürme des deutschen Luftsportverbandes nahmen zu beiden Sei­ten der Kanzel gegenüber den aufmarschierten Ko­lonnen Aufstellung. Die NSBO. bildete auf den 12 Kilometer langen Anmarschstraßen Spalier. Nur ihre Fahnen marschierten aus dem Flugplatz' auf. Das NSKK. hielt mit seinen Wagen auf dem West­falen-Damm einen Appell für sich ab.

Pünktlich um 10 Uhr begann Stabschef Haupt­mann a. D. Rühm mit-dem gesamten Stäbe/dar--' unter Obergruppenführer Lutze-Hannover, Prinz

August Wilhelm und die westfälischen Gruppen- und Untergruppenführern, sowie Gauleiter Wagner- Bochum, die Front der ausmarschierten Kolonnen unter den Klängen des Präsentiermarsches abzu­schreiten. Dann betrat Stabschef Röhm die Redner­kanzel und begrüßte die SA, SS und HJ, denen er Dank und Anerkennung für ihre Leistungen in den vergangenen Jahren aussprach. JnÄesondere galt sein Dank dem SA-Obersührer Lütze, dem Gauleiter Wagner-Bochum und dem Gruppenführer Schep- mann-Dortmund; jenen Männern die schon vor zehn Jahren die Fahne des Hitler-Reiches erhoben hätten, als er er, Rühm, mit dem Freikorps Epp in Dort­mund einrückte, um es vom roten Terror zu be­freien. Die Wandlung, die sich vollzogen habe, sei nicht nur äußerlich, die Volksgemeinschaft sei er­kämpft.

Die SA habe ihre Treue durch die Tat bewiesen.

So grüße er heute die SA-Führer und die SA- Männer im braunen, schwarzen und Stahlhelm- gswand als eine unauflöslich« Einheit von Volk und Vaterland, als die Garanten der Zukunft. Horst WcsselS Hoffnung sei erfüllt worden: Hitlerfahnen wehten über allen Landen! Der Geist der Gruppen Westfalens sei ausgezeichnet, ihre -Leistungen ver­dienten höchste Anerkennung. Sie gehörten zu den Besten, die für Adolf Hitler gekämpft haben. Das Sieg-Heil des Stabschefs auf den Führer weckte brausenden Widerhall. Nachdem das Horst-Wessel- Lied verklungen war und die neuen Sturmfahnen geweiht waren, begann der Abmarsch zur Stadt. Die 12 Kilometer langen Anmarschstraßen waren von einer unübersehbaren Menschenmenge umsäumt.

Inzwischen hatte sich vor dem Gebäude der Oder­postdirektion eine ungeheuer große Menschenmenge um die reservierte Tribüne gestaut. Gegenüber der Tribüne, auf.einem Podium vor dem Stadttheater, stand der Führer und nahm, umgeben von seinem Stäbe, den-Vorbeimarsch ab, während die Volks­menge ihm unaufhörlich zujubelte.

Der Vorbeimarsch dauerte annähernd vier Stun­den.

Die Hede -es Führers

Deutsche Volksgenossen und Genossinnen, Männer der SA, SS, des Stahlhelm und der Hitlerjungen. Wir haben früher oft davon gesprochen, daß der No­vember 1918 keine Revolution gebracht hat, son­dern eine Revolte. Keine Revolution, weil nach die­sem November im Grunde genommen genau die­selben Menschen in Deutschland regiert haben wie zuvor. Wir hatten nach dem November 1918 dieselbe Presse, dieselben Parteien, dieselbe öffentliche Mei­nung wie früher. An den Männern hat sich.ebenfalls nichts wesentliches geändert, nur daß sie in diesen Novembertagen frei und offen die Verantwortung für ihr Handeln auf sich genommen hatten. Im, In­nern . sind wir. langsam. immer mehr zusammen­gesunken, und nun hat "sich eine wirkliche Erhebung des deutschen Volkes vollzogen. Ich glaube nicht, daß es jemand gibt,, der bezweifelt, daß, das heutige. 'Deutschland nicht mehr dein "gleicht/ was hinter uns' "liegt. .

Industrioalisiei'unZ Ostpreußens

Von Helmut

Unter dem alten Regime hat Ostpreußen seine flehentlichen Hilferufe immer wieder ver­geblich erschallen lassen. Es ist Jahre hin­durch wohl mit Versprechungen aller Art vertröstet worden, aber eine wirkliche Hilfe ist ihm nie zuteil geworden. Unzählige Ab­ordnungen von Ministern und Parlamenta­riern, Ausschüssen des Reichsrats und des Staatsräts haben Ostpreußen bereist; ebenso oft wurden Enqueten veranstaltet und Denk­schriften verfaßt, die alle die unhaltbare wirt­schaftliche Lage der vom Mutterland« abge­trennten Provinz feststellten, aber herausge­kommen ist dabei so gut wie nichts. Was . je an Einzelaktionen für Ostpreußen unternom­men wurde, war nie mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Es konnte ja auch nicht anders sein. Wie es so ungemein kennzeichnend für das alte System war, daß in allen Fragen, die den geschlossenen nationalen Einsatz verlangten, -er geschlossene nationale Wille fehlte, so ist auch im Falle Ostpreußen festzustellen, daß der Wille zu helfen, überhaupt nicht vor» Handen war. Ein innerlich so zerrissenes Volk, wie es das deutsche unter dem alten Regime war, war gar nicht in der Lage, den Willen aufzubringen, einem Lande wie Ost­preußen wirkliche Hilfe zu bringen, eine Hilfe, die nicht mit ein paar Notgroschen abgetan sein kann, sondern eine Hilfe, die wirklich allen daran setzt, aus kgU hängst twplpxyr

stosenfeld

geglaubten deutschen Grenzland wieder das zu machen, was es einst und immer gewesen ist: das Bollwerk des Deutschtums im Osten.

Wenn Ostpreußen seine berechtigten An­sprüche auf irgendeine wirtschaftliche Hilfe an­meldete, so. kamen .aus allen anderen. Teilen des Reiches die'gleichen Forderungen. Gewiß' — und darein soll nicht.der geringste Zweifel gesetzt werden — ist in allen anderen Teilen des Reiches die Not ebenfalls groß. Die Not in Ostpreußen ab« ist größer und die Not­lage gerade dieses Landes bedeutet für das. ganze deutsche Volk mehr, als der Ruin. einiger Existenzen, denn mit Ostpreußen, das von jeher ' Lebensquell'des deutschen Volkes" gewesen ist, steht die Existenz des ganzen Reiches auf dem Spiel. Ostpreußens Lage ist berufungslos. Alle Regierungen des alten Systems waren aber nicht inder Lage, diesem . Standpunkt' Anerkennung zu' verschaffen, i An inneren Widerständen scheiterte jede. wirklich« Hilfsaktion für das bedrohte Land.

Heute liegen die Dinge anders. Deutsch­land besitzt in seinem'Kanzler einen Führer, der den Gesamtwillen derMation in sich ver­eint. Es bedarf heute keiner Anordnungien.. mehr, die ihn erst von der Notwendigkeit dieser oder jener Maßnähmen für einen be­stimmten Landesteil überzeugen, müssen. Des. Führers Blick ist auf das Ganze gerichtet und er handelt allein für. das Ganze.' So auch,. VW„« «ch raschem SntWA vMUxst/.M

Wir haben dem deutschen Leben einen neuen Ge- sirmungsausdruck gegeben. Die Revolution hat eine Reihe von Phasen; zuerst ist es die Idee, die der Mensch erfassen muß, dann kommt die Organisation. Die Idee selbst würde wesenlos bleiben, wenn nicht die Menschen in ihrem Geist zusammengeschweißt würden. Mr haben aus unserer Idee die größte Organisation gemacht, die je in Deutschland vor­handen war. Dann kommt die Phase des Kampfes, die Zeit der Vorbereitung. In dieser hatten wir 14 Jahre gearbeitet und erst dieses letzte Jahr hinter uns war ein Jahr der Vorbereitung aus den Tag, den wir alle erhofften.

Dreizehnmal sind wir in den vergangenen Jahren in die Schlacht gezogen und haben uns durch­gekämpft. Aus diesen 13 Wahlkämpsen ging der Tag hervor, der uns die erste Erfüllung brachte im Kamps um die Macht. Am 30. Januar find in Deutschland die Würfel gefallen, und ich glaube nicht, daß die Gegner, die damals noch gelacht haben, heute noch lachen. (Stürmischer Beisall).

Ich glaube, daß ihnen unterdes zum Bewußtsein gekommen ist, daß dieser

30. Januar wirklich eine Wende des deutschen Schicksals

bedeutete. Seit diesem Tage ist eine Welt von Auf­fassungen und Anschauungen in Deutschland zer­

brochen worden, hat sich von Woche zu Woche in gesteigertem Maße unsere Flagge zum Symbol des Deutschen Reiches erhoben. Wir haben immer ge­predigt, daß, wenn uns das Schicksal die Macht geben wird, dies nicht nur ein äußerer Wechsel der Macht sein solle, sondern daß es unser heiliger Wille ist, das Volk hinzuführen zn jenen großen Ueberliefe-

über Konfessionen und Parteien hinweg die gewaltige Einheit deS Reiches gesetzt. Ein Wille nur kann heute dieses Volk beherrschen und leiten, ein Wille nur kann diese Kraft der Nation zusammenballen und ihren Zwecken dienstbar machen. Wir haben in diesen fünf Monaten den Parteien ein Ende bereitet, und wenn in. diesen Tagen die letzten Parteigebilde zusammengesunken find, dann ist das das Ergebnis dieser Kämpfe. Wir wollen eindringlich verkünden:

Die Parteien find nicht vorübergehend vergangen.

Sie find endgültig beseitigt. Niemals werden sie zurückkehren. Wir sind lebende Bürgen dafür, daß niemals wiederkommen wird das Zeitalter dieser korrupten Parteierscheinungen. Ich darf mit Stolz bekennen, daß wir damit etwas Ge­waltiges in der deutschen Geschichte geleistet

rungen, die die Vergangenheit uns so zahlreich SketÄ. Wir haben nie daran gezweifelt, daß auch diese Kämpfe ihre Zeit erfordern würden. Aber, meine Kameraden, ich muß gestehen, ich habe nicht damit gerechnet, daß unsere Gegner so erbärmlich zu­sammenbrechen würden. Seit diesem Januar haben wir Position um Position errungen. Wir habe«

haben. Wer hat geglaubt, daß fünf Monat« »ach unserem Machtantritt das Zentrum kapitulieren wird? (Lebhafter Beisall) Wir sind glücklich dar­über, denn wir wollen, daß der Kamps in den religiösen Lagern ein Ende nimmt. Mr find glücklich, daß es gestern in Rom gelungen ist, ein Konkordat zu unterzeichnen, aus Grund dessen nunmehr für alle Zukunft den Priester« verboten sein wird, sich politisch in den Partei«» zu betätigen, glücklich, weil wir die Not vo« Millionen Menschen kennen, die sich danach sehnen, in dem Geistlichen nur den Tröster der Seele, nicht aber den Vertreter ihrer politischen Ueberzeugung zu sehe«.

Damit ist der politische Machtkampf'abgeschlossen. Dank der Einigung jener Kräfte, die gewillt find, auf unseren Boden zu treten, ist heute «ine stahlharte Front aufgerichtet, die das eroberte ausbauen und verteidigen wird.

Wir stehen vor zwei riesengroßen Aufgaben, die uns die nächste Zeit beschäftigen werden. Ich weiß, daß viele Gegner nicht geglaubt haben, daß wir diese Ausgaben meistern könnten. Sie werden sich genau so irren wie früher.

Unsere erste Ausgabe besteht in folgendem: Die Macht haben wir, niemand kann uns heute Wider­stand entgegenestzen. Nun aber müssen wir den deut­schen Menschen für diesen Staat erziehen. Eine Riesenarbeit wird einsetzen für die kommenden Jahr­zehnte des deutschen Volkes. Die Form wird immer dann vergehen, wenn der Mensch nicht ihr lebendiger Träger geworden ist.

Das deutsche Volk muß sich hundertprozentig in den Dienst unserer Idee pellen.

Es wird sich darum handeln, in den kommende.. Monaten und Jahren unermüdlich immer wieder die Erziehung der Millionen Menschen vorzunehmen, damit sie hineinpassen in unseren Staat. DaS wird aber nicht in der Theorie geschehen, sondern in der Schule der Praktik. Wir werden genau so zähe sein wie in den 14 Jahren hinter uns.

Unsere zweite Ausgabe ist: Mr sehen in Deutsch­land ein« Riesenarmee von Menschen, die ohne Arbeit und damit ohne sicheres tägliches Brot ist. Der ver­gangene Staat hat in 15 Jahren die ganze Wirtschaft ruiniert. Sieben Millionen Menschen sind arbeitslos geworden. Wir haben immer erklärt, daß wir nicht für blasse Theorien, kämpfen, sondern für die Er­holung unseres Volkes. Wir haben jetzt eine der größten Aufgaben zu meistern, die jemals Staats­männern .gestellt worden sind.

Wir müssen die Arbeitslosigkeit beseitigen. Als ich die Regierung übernahm, erklärte ich, man möge

Heute abeuä 6 HIn! Heule sbsyä 6 ULr!

Vremer heraus!

Heute abend 6 Uhr marschieren Verlag und Schristleitung der „Bremer National­sozialistischen Zeitung" unter Vorantrist der NSBO.-Kapelle in ihre neuen Arbeits­räume, dem von der Deutschen Arbeitsfront verpachteten Gebäude der ehemaligen „Bremer Volkszeitung", Am Geeren 6—8

Abmarsch:

6 Uhr abends vom alten BerlagsgebSude der „BNZ.", Papenstr., durch folgende Straßen: Papenstraße, Knochenhauerstraße, Soegestraße, Liebfrauen. Rathaus, Wacht- straße, Martinistratze, Schlachte, Langenstraße, Markt, Obernstraße, Brist, Faulenstraße, Am Geeren.

Anschließend

öffentliche Kundgebung

mit feierlicher FlaggenhiNung

vor dem neuen Gebäude der „BNZ" Am Geeren 6—8.

Dort sprechen:

BürgerschastSpräsident und Berlaqsdirektor der „BNZ." Kurt Thiele. M.d R..

der Hauptschriftleiter der „BNZ." GustavStaebe.

der Kreisleiter und Standartenführer PaülWege »e r.

Wir rufen die Bremer Bevölkerung auf, dieser Kundgebung in Masten bei­zuwohnen. Dieser Akt soll eine Symbolisterung der Ueberwindung der marxistischen i Irrlehre durch: den Nationalsozialismus darstellen

Keiner Ich»! Alles mr Stelle!

den Seift der Zwietracht in Deutschland beseitigt

für Ostpreußen' ein« Hilfsaktion ms Werk. 'gesetzt wird, "die alles übertrifft, was bisher', dagewesen ist.

Es ist ein gigantischer Plan, den die Reichs- regiernng für Ostpreußen entworfen hat. Das bis heute vorwiegend argrarische Ostpreußen soll industrialisiert, die Kanäle und Wesser- straßen s ollen ausgebaut und die kulturellen Einrichtungen der Provinz, Universität und Theater, erheblich erweitert werden. Daneben wird in verstärktem Maße die - bäuerliche Siedlung betrieben werden. Der Zweck dieser Maßnahmen ist in erster Linie, dem deut­schen Osten seine Menschen zu erhalten und chm neue Menschen aus dem Reiche zuzu­führen. Damit wird die neue Ostpreußen- hilfe von Grund auf umgestaltet. Während sie bisher vorwiegend auf zusammenhanglosen .Einzelaktionen aufgebaut war, wird. nunmehr das wirtschaftliche Problem der abgetrennten Provinz von der bevölkerungspolitischen Seite angepackt werden. Ostpreußen ist für Men­schen noch,, im hohem Maße. aufnahmefähig... Es weist. gegenüber anderen gleichgearteten Ländern nur eine verhältnismäßig dünne Be-^. völkerungsdichte auf, und davon, sind über fünfzig Prozent der Erwerbstätigen in der /Landwirtschaft tätig. Nur etwa' 19 Prozent der ostpreußischen- Bevölkerung, arbeiten in Industrie ' und - Handwerk.

Es ist. nn beabsichtigt, fstr. die Industri­alisierung,. Ostpreußens das Land Mrttepi-,. berg als Vorbild zu nehmen, in dem sich die Erwerbstätigen''in^ gleich ern Maß« : aus In­dustrie und 'Landwirtschaft, verteilen. Fehlte'

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kerung an Beschäftigungsmöglichkeiten, so soll nunmehr in einer neu zu entwickelnden In­dustrie Arbeit für Hunderttausende geschaffen werden.

Dieser Plan zeugt von einem außerordent­lichen wirtschaftlichen Weitblick. Die beson­deren wirtschaftlichen Schwierigkeiten Ost­preußens ergaben sich aus der räumlichen Trennung vom Reiche. Durch den Versailler Vertrag sind der ostpreußischen.Wirtschaft die angrenzenden Absatzgebiete genommen worden. Es war genötigt, sich neue Absatz­gebiete im Reich zu suchen. Aber die große Entfernung dieser Gebiete und die dadurch ^bedingte Höhe der Frachten wirkte auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse so preis- drückend, daß Ostpreußens Landwirtschaft nun , schon seit Jahren, weit unter den Erzengungs- kosten 'verkauft.. Eine stärkere Besiedlung Ost­preußens wird die Wirtschaft der Provinz in die Lage versetzen, Produktion und Absatz innerhalb der eigenen Grenzen zu regeln und sich. so unabhängiger zu machen.

Ebenso: groß wie die landwirtschaftliche Erzeu­gung,ist der Bedarf Ostpreußens an industriellen Produkten. Aber auch hier wirkte sich die weite Entfernung von den Industriegebieten des Rei-, ches verteuernd und absatzhemmend aus. Auch das wird mit seinem Schlage anders werden, wenn die deutsche Industrie, wie es beabsichtigt ist, durch Errichtung von Filial betrieben ..in die Lage, versetzt wird, an Ort und Stelle .zu Protz,uzieren. Die Produktionskosten für die oftpreußische Wirtschaft werden dadurch erheblich -gesenkt werden.,, Eine^ Industrialisierung Ost- pMnßensH 'Mex MK'füx tzxn deutschen Außen­

handel von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Eine-in einem Agrargebiet gelegene Industrie wird immer bedeutend geringere Unkosten haben als die in ausgesprochenen Industriegebieten ge­legenen Betriebe. Die neue ostpreußische In­dustrie wird also mit dem jetzt überall noch bmi- geren Auslande auf den nahegelegenen auslän­dischen Märkten konkurrieren können. Die Rand­staaten im Osten haben alle noch einen sehr großen Bedarf an .Jndustrieerzeugnissen. Es dürfte einer gut ausgebauten ostpreußischen Fer- tigwarenindustrie nicht schwer fallen, sich auch hier neue Absatzgebiete zu schaffen.

Man sieht , also, daß hier willkürlich einmal ,ein großes aufbauendes Werk im Ganße ist. Mit den alten Methoden unorganischer Hilfelei­stungen wird ein für,allemal gebrochen werden. An ihre Stelle tritt der organische Neu­bau einer Wirtschaft, die auch unter verän­derten Verhältnissen imstande sein wird, sich selbst zu erhalten.

Noch eines ist bei diesem Plane besonders her­vorzuheben. In dem Maße, in dem eine ver­stärkte Besiedelung Ostpreußens gelingt, tritt auch eine Entlastung des Reiches ein, das immer noch an einem erheblichen Menschenüberflnß leidet, für den Beschäftigungsmöglichkeiten nicht vorhanden sind. Auch in dieser Hinsicht gewinnt also das ostpreußische Arbeitsbeschaffungspro­gramm, an dem, wie wir hören, der ostpreußische Oberpräsident und Gauleiter Pg. Erich Koch einen hervorragenden Anteil hat, erhöhte Be­deutung auch für die. Arbeitsbeschaffung irg Deiche»