Ausgabe 
(3.7.1933) Nr. 174
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Meines». Montag, den 3. Juli LS33 Emzekpreis 15 Vjg.

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M. 174 . Jahrgang ivss

Verlag. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Papenstraß« 15. Sprech- stunden der Schristleitung: Montag bis Freitag 18 bis 19 Uhr. Fernsprecher: Domsheide 2605t. Die BNZ erscheint täglich morgens, nur am Montag mittags, und kostet monatlich ckLck 2.30 ein- schließlich Botenlohn, durch die Post bezogen erhöht sich der Preis um 42 3^ gustellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrichten.

NSSAV-WaWeg im Saargebiet

Das Bekenntnis -er saar- län-Wen Gemeinden zu Hitler

..Wir wollen niemand etwas rauden. ader wie wollen uns auch nichts rauben lallen"

Saarbrücken. 2, Juli, Am Sonntag fanden in den Dörfern Karlsbrunn, Ludwetler und Naß­weiler in dem umstrittensten Teil des Saargebietes, dein Warndtgebiet, Neuwahlen zu den Gemeinde­räten statt. In Ludweiler hatte anläßlich der letzten saarländischen Gemeinderatswahlen vorn November 1932 die von der französischen Saargrubenverwal- tung geförderte Unabhängige Arbeiter- und Bürger­partei einen Wahlvorschlag eingereicht, der, weil die Unterschriften nicht in Ordnung gingen, vom Wahl­ausschuß abgelehnt worden war. Ebenso war in Karlsbrunn der auch unter dem Schutz und Schirm der französischen Gruben stehende Arbeiterpartei- Vorschlag wegen unzureichender Unterschriften ab­gelehnt worden. Die Beschwerde der Einreicher dieser Liste der Saargegner war zunächst beim Ver­waltungsausschuß in Saarbrücken ohne Erfolg, aber in der letzten Instanz, dem Obersten Verwaltungs­gericht in Saarlouis, wurde die Wahl für un­gültig erklärt.

Die Wahlen der drei Warndtgemeinden haben je- voch bewiesen, daß die Hoffnungen der separatisti­schen Drahtzieher, bei einer Wicrderholung der Wahl eine Vergrößerung ihrer Anhängerschaft erreichen zu können, auf eine starke Verkennung der Gesinnung der Warndt-Bevölkerung begründet war. In Lud­weiler, der kommunistischen Hochburg des Saargc- bietes, brachten sie es auf nicht mehr als 131 Stim­men, während sie in den beiden anderen Gemeinden völlig leer ausgegangen sind. Die SPD hat eben­falls, trotz ihrer intensiven Wahlpropaganda, keinen

Boden fasten können. Zurückgegangen ist der bisher in Warndt unbestrittene Einfluß der Kommunisten, während die Nationalsozialisten einen bedeutenden Wahlsieg davongetragen haben.

Die Ergebnisse.

Ludweiler:

2. 7. Nov. 32- Stimmen: Sitze:

Nationalsozialist. Partei 786 .( 50) 8 ()

Kommunistische Partei 841 (887) 9 (11)

Kommunistische Opposition 270 (401) 2 ( 5)

Vereinigte Bürgerpartet 360 (568) 3 ( 6)

Unabh. Arbeiter- u. Bürgerpartet (Separatistenliste) 131 1

(Bei der letzten Wahl war eine Arbeiterpartei vorhanden, die ebenfalls als separatistisch gilt und 151 Stimmen Mit 1 Sitz erzielte.)

Karlsbrunn:

Nationalsozialisten 111 () 5 ()

Kommunistische Partei 43 ( 88) 2 ( 4)

Bürgerliche Vereinig. 79 (124) 3 ( 6)

Naßweiler:

Nationalsozialisten 124 ()

Kommunisten 56 ( 33)

Zentralst 154 (136)

Bürgerpartei 89 (129)

(Für Naßweiler ist die Verteilung der Sitze noch nicht zu beschaffen.)

Die zweite Etappe beendet

Dss italienische W arM-Geschwader in LondoirderrH eingetroffen

Amsterdam, 2. Juli,

Der Wciterflug des italienischen Geschwaders nach Londondcrry ist am Sonntagmorgen um 7,40 Uhr M. E. Z. erfolgt, obwohl der kurz vor dem Start eingetrossene Wetterbericht nicht sehr günstig lau­tete. Sämtliche 24 italienischen Flugzeuge sind um 13,15 Uhr bei Culmore in der Nähe von London- derry niedergegangen. Das Geschwader hat danach die zweite Etappe des Ozeansluges bewältigt.

Kurz nachdem sich Balbo an Bord seines Flugzeu­ges begeben hatte, warf Gronaus Flugzeug los und stieg um 6,40 Uhr M. E, Z. zum Rückflug nach War- nemünde auf. Um 7,10 Uhr stieg Balbo auf, dem in kurzen Abständen die übrigen fünf Flugzeuge des schwarzen Geschwaders folgten. In Zwischenräumen von vier bis fünf Minuten stieg jeweils eine weitere Gruppe von je drei der übrigen Flugzeuge auf. Bei der roten Gruppe, der das Flugzeug des Haupt- manns Baldmi angehörte fiel auf, daß der Platz des ausgefallenen Flugzeuges von einem anderen Was­serflugzeug des gleichen Typs eingenommen worden war. Gegen 7,40 Uhr M, E, Z. stiegen die letzten drei Flugzeuge des grünen Geschwaders auf. Kurz vor 8 Uhr M, E. Z, passierte Balbos Geschwader Umlüden und flog auf die Nordsee hinaus. ^

Das Befinden der drei Verletzten ist gut.

Ein Bericht Balbos.

Ueber den Flug von Amsterdam nach Londonderry hat Balbo einen Bericht veröffentlicht: Kurz nach

dem Start hatten die Flieger bereits schlechtes Wet­ter und Nebel. Sie gerieten in eine Wolkenbank, die beinahe bis auf den Meeresspiegel reichte, so daß die Maschinen direkt über der Wafffferoberfläche flie­gen mußten. Ueber der Nordsee änderte sich das Wet­ter vollkommen und es herrschte in der zweiten Flugstunde schönstes Sonnenwetter. Ueber Schottland kamen die Flieger in einen leichten Nebel, der sich über der irischen See und Irland noch verstärkte.

Die Mttsn verlassen das sinkende Schiff

Der Zentrumsabgeordneto Winkler aus der Partei ausgetreten.

Köln, 2. Juli.

Der Reichstagsabgeordnete August Winkler aus Köln (Zentrum) hat seinen Austritt aus Partei und Fraktion erklärt und um Aufnahme als Hospitant in die nationalsozialistische Fraktion gebeten. Winkler erfreut sich in weiten Kreisen der katholischen Jugend, insbesondere des Gesellenverbandes, großer Beliebt­heit.

Die DreUOeids des VakdmS

Sosia, Ende Juni 1933.

In Sofia ist eine balkanische Berkehrskonferenz zu Ende gegangen, die erste, die auf dem Balkan je­mals stattgefunden hat. Die Anregung ging von den sogenannten Balkan-Konferenzen aus, einer Ver. einigung von Politikern und. Parlamentariern der sechs Balkanstaaten, die es sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Gelände für einen engen Zusammen­schluß der südosteuropäischen Länder vorzubereiten. Bisher ist man in der Verwirklichung diesesBal- kanlocarnos" um keinen Schritt weitergekommen, weil die politischen Zwiste, das kaum zu beseitigende Mißtrauen Aller gegen Alle, und hauptsächlich die Minderheitenfragen jede fruchtbare.Arbeit unmöglich mächen. Auch die Sofiaer Konferenz, an der Ver­kehrsfachleute aller Balkanländer teilnanmen, ist über gute Wünsche undEmpfehlungen an die Regierun­gen" nicht hinausgekommen und greifbare Erfolgs werden kaum zu erwarten sein. Es bleibt aber das Verdienst dieser Konferenz, endlich einmal in aller Klarheit sestgesi llt zu haben, daß die Verkchrs- probleme des Balkans insgesamt ein Unikum im 20. Jahrhundert darstellen im übrigen 'Europa macht man sich ja keine Vorstellung, wie es um den interbalkanischen Verkehr bestellt ist und damit zum Teil auch mir den durchgehenden Verbindungen mit Europä. Nicht von ungefähr wurde Sofia als Kon­ferenzort gewählt. Seitdem der Balkan als be- siedeltes Gebier unseres Kontinents überhaupt eine Rslle spielt, ist Sofia sein Herz. Zerdika, die Mitte, so lautete der Name der bulgarischen Hauptstadt, als sie vor runo iaaicnd Jahren gegründet wurde und das bulgarische «önigreich so ziemlich den ganzen Balkan in seinen Grenzen vereinigte.

Im Verlauf der Tagung wurde Sofia von Eisen­bahnsachleuten dieDrehscheibe" des Balkans ge­nannt. Eine solche Rolle könnte Sofia dann tat­sächlich zukommen, wenn man von dieser Drehscheibe aus mühelos nach allen Richtungen des Balkans ge­langen könnte. Wie es damit in Wahrheit bestellt ist, wissen die Balkankonferenzler selbst zu gut. Im Anfange war die Straße, meist, die römische Heer­straße, auf deren unverwüstliches Pflaster man im­mer noch im nahen Osten trifft. Die Türken, gute Wegdbauer, folgten ihrer großzügigen Linienführung und Heute läuft nebenher der Schienenstrang. Aller­dings rollen die Züge im gemütlichen orientalischen Bummeltempo und kaum hat man ein paar hundert Kilometer zurückgelegt, da winken bunte Grenzpsähle Mit stundenlangen Aufenthalten, langwierigen Zoll­formalitäten und strengen Paßkontrollen. So kommt es, daß man von Westen kommend, für die 400 Kilo- meter von Belgrad nach Sofia 11 Stunden braucht imSchnellzug"! Von Sosia nach Stambul schleicht der gleiche Zug über 600 Kilometer hinweg in 21 Stunden. Die Schnellzugsverbindung von Sofia nach Bukarest braucht für die gleiche Strecke zwar nur 14 Stunden, wird dafür durch das Ueber- setzen auf der Donau mit zweimaligem Umsteigen abwechslungsreicher gestaltet. Seit einem Menschen­alter schweben Verhandlungen zwischen Bulgarien und Rumänien wegen des Baus einer festen Donau­brücke. Kriege, Geldmangel, politische und militäri­sche Bedenken haben eine Einigung nie Zustande­kommen lasten. Wer im Winter bei Eisgang und Nebel die Reise wagt, läuft Gefahr, ein paar Tage in Rustschuk oder Giurgiu festzuliegen, weil das An- jchlußdampserchen nicht verkehrt! Eine Odyssee ist

Ministerpräsident Göring betont auf der Kolberger Vesreiungsseier noch einmal den

Friedenswillen Deutschlands

Kolberg, 2. Juli

Die alljährliche Feier zum Gedenken an die Aufhebung der Belagerung am 2. Juli 1807 wurde diesmal besonders festlich im Rahmen einer G r enzland kund geb ung begangen. Die Bevölkerung nahm an der Feier außerordentlich regen Anteil. Die ganze Stadt zeigte reichen Flaggen-- und Guirlan- denschmuck. Ihr besonderes Gepräge erhielten die Veranstaltungen durch die Teilnahme des Ministerpräsidenten Goering, der am Nach­mittag unter dem Jubel der 20000 Teilneh­mern auf dem Festplatz an der Rennbahn erschien. Nachdem der Ministerpräsident die Paradsaufstellung der Reichswehr, der Po­lizei und der nationalen Verbände abgeschrit­ten hatte, würdigte Oberbürgermeister Schulz- Kolberg die Bedeutung des 2. Juli 1807 für Kolberg und ganz Preußen, um dann der

Gebrüder Lahusen in Schutzhast

Die Polizeidirektion teilt mit:

Seit langer Zeit wirb planmäßig seitens der Drü­ber Lahusen und der Verteidigung versucht, Regierung und Wirtschaft aus ungewöhnlichem Wege durch falsche Sachdarstellung zu beeinflus­sen, um eine Durchführung des schwebenden Straf­verfahrens zu verhindern. Es ist zum Beispiel den BrWern Lahusen gelungen, durch fortwährendes Be-arbeiten maßgeblicher Berliner Stellen den Ein­druck zu rewecken, daß auch der Bremer Senat gegen die Durchführung des Verfahrens Stellung genom­men habe.

Bei dieser Gelegenheit sei noch einmal ausdrücklich festgestellt, daß der neue Bremer Senat von Ansang an für die u n b e d i n g t e Durchführung des Verfahrens eingetreten ist, damit das Vertrauen zur deutschen Rechtspflege nicht erschüttert wird.

Um zu verhindern, daß in der Oeffentlichkeit wei­ter Beunruhigung durch das Treiben der Brüdcr Lahusen entsteht, hat der Polizeiherr auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten von Volk und Staat von 28. Februar 1933 die Schutzhast über G. Carl und Heinz Lahusen verhängt.

Männer zu gedenken, die heute an der Spitze des Staates stehen und die dem deutschen Volke wieder eine bessere Zukunft bringen wollen.

Darauf nahm

Ministerpräsident Goering das Wort,

um u. a. folgendes auszuführen: Als wir im Zeitalter der inneren Schande und des Pazi­fismus lebten, war es eine Groteske, hel­discher Taten und heldischer, Zeiten zu ge­denken. Heute hat sich unser Volk aus sich selbst zurückgefunden und es ist selbstverständ-

lich, daß heute auch der Befreiungstag Ko-l- bergs seinen besonderen Sinn erhält. Wenn wir heute das Gedenken der großen Kol- berger Zeit feiern, so darum, weil inmitten des Zusammenbruchs einige Männer mit Fa­natismus immer wieder darum gerungen ha­ben, die deutsche Seele freizumachen und ein revolutionäres Deutschland zu gestalten. Ein Volk, dessen Einigkeit nur noch im äußeren Rahmen zusammenhielt, wieder zur inneren Geschlossenheit zusammenzuschweißen, war die ungeheure Ausgabe. Irgendwie mußten wir Kraft finden, um Kraft geben zu können. So tasteten wir uns zu den Vorbildern der deutschen Geschichte zurück. Wir sahen in Kolbergs Geschichte, als alles sich ergeben hatte, Männer, die nicht leben konnten, wenn man ihnen die Freiheit raubte. Darüber hin­aus sahen wir in dem Kolberg von damals zum erstenmal das Wunder der Bolkswerdung. Unter Nettelbeck und Gneisen au entstand die erste Volksgemeinschaft: Der Bürger neben dem Soldaten. Auch Kolberg zeigte einst, wie die Not durch Arbeit überwunden wurde.

Deutschland will den Frieden und weil es den Frieden will, darum hat es bewußt die Vergangenheit in die Gegenwart gestellt. Wir wollen «ns auch nicht angreifen lasse«. Wir wollen niemand etwas rauben, aber wir wol­len uns auch nicht rauben lassen. Möge die Welt wissen: Deutschland ist das friedlichste Volk, aber man mutz es auch in Frieden lassen. Das neue Deutschland ist nicht ge­willt, sich den Frieden stören z« lassen.

Zum Schluß entwarf Goering ein Bild der äußeren und inneren Demütigung Preu­ßens in den letzten 14 Jahren. Der preu­ßische Adler mußte Schwert und Blitz her­geben. Jetzt, da ein neues Deutschland lebt, kommt Schwert und Blitz wieder in die Fänge des preußischen Adlers zurück. Das Schwert zum Zeichen, daß wir Frieden und Sicherheit wahren wollen. Der Blitz aber zum Zeichen, daß der, der es versucht, Deutschland noch einmal zu verderben, auch vom Blitz des preußischen Adlers getroffen wird. Die Na­men Nettelbeck und Gneisenau haben uns Verpflichtungen auferlegt, und die zwei Mil­lionen unserer tm Weltkrieg gefallenen Ka­meraden haben diesen Wechsel mit ihrem Mute unterschrieben.

Die Rede des Ministerpräsidenten wurde immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochen. Nach dem Gesang des Deutsch­land- und deS Horst Wessel-Liedes brachte Goering ein dreifaches Sieg-Heil aus den Führer Adolf Hitler aus. Dann folgte der traditionelle Befreiungszug der Kolberger Bürgerschaft'zur Maikuhle. Goering besuchte' inzwischen die Gräber von Nettelbeck und dem damaligen Vizekommandanten der Festung Kolberg Wwldenfeld, wo er Kränze nieder­legte. Nach einem Essen in kleinen^ Kreis und einer Besichtigung der Kolberger Se­henswürdigkeiten nahm Goering an der Fest­

aufführung des SchauspielsEs brennt au der Grenze"' von Khser aus der Freilicht­bühne teil. Um 17.30 Uhr fuhr er im Kraft- wagen nach Stettin, von wo er im Flugzeug nach Berlin zurückkehrte.

Der Führer gegen jede Störung der Ordnung

München, 2. Juli.

Ueber die Rede des Reichskanzlers am Sonn­abend auf der SA-Führertagung in Bad Reicheahall wurde am Sonntag ein bayerischer halbamtlicher Be­richt ausgegeben, der eine noch nicht mitgeteilte wich­tige Stelle aus der Rede enthält.

Danach erklärte Hitler, er werde rücksichtslos und brutal jeden Versuch unterdrücken, dm Reaktion oder andere Kreise machten, die heutge Ordnung zu stür­zen. Er werde aber auch rücksichtslos sich gegen ein« sogenannte zweite Revolution wenden, da eine solche chaotische Folgen haben könnte.

Was in den letzten fünf Monaten erreicht worden sei, das sei so ungeheuerlich viel, daß man es oft nicht begreifen könne. Man müsse in Ehrfurcht vor den gewaltigen Erfolgen der nattonalsozilaistischen Bewegung jetzt alle Kraft daransetzen, diese Erfolge zu sichern durch weltanschauliche Festigung der Mas­sen. Wer sich gegen die nationalsozialistische Staats­gewalt auflehne, der werde hart angepackt werden, ganz gleich, wo er sich befinde.

SA.-Autotransport schwer verunglückt

Hagen in Westalm, 2. Juli.

Auf der Rembergstratze im Stadtteil Eppenhauser muhr heute früh ein Lastkraftwagen aus Jserlohv der 30 SA-Männer nach Hagen bringen sollte, mi voller Wucht einm andern Lastkraftwagen in ick Flanke. Der Jserlohner Wagen kippte zur Seit so daß die 30 SA-Männer herausgeschleudert mw den. Fünf von ihnen wurden schwer verletzt. D Chausseur wurde in Schutzhaft genommen.

..Iungdeulscher Orden" ausgeliff

Berlin, 2. Juli.

Der Jungdeutsche Orden wird am Montag in Berlin mit einer kurzen Schlußbespre­chung seiner Landeskomture seine Auslösung vollziehen. Gleichzeitig wird die ZeitungDer Jungdeutsche" ihr Erscheinen einstellen. Ds Jungdeutsche Orden ist bereits in verschi«. denen Teilen Deutschlands, so z. B. in Sach sen und in Württemberg verboten. Der Hoch' meister Mäh raun und die übrigen noch vorhandenen Führer wollen sich aus dem po­litischen Leben zurückziehen.

die Reise von der Drehscheibe Sofia nach Griechen­land. Die Entfernung nach Saloniki beträgt in der Luftlinie 250 Kilometer eine Eisenbahnlinie be- steht zwischen diesen Nachbarländern überhaupt nicht. Die Wege führen entweder zurück über Jugoslawien nach Nisch oder hinunter nach der Türkei, über Adrianopel und Dedeagatsch und dauern 24 bezw. 29 Stunden. Dabei handelt es sich, um den Bahnweg normal zu gestalten, nur darum, von griechischer Seite eine Linie von 30 Kilometern an die -Grenze zu legen, während Bulgarien eine bestehende Klein­bahn von etwa 90 Kilometern in Vollbahn umwan­deln muß. Mit der Donaubrücke und der Zusam- menschließung der griechisch-bulgarischen Bahnen wäre die längst ersehnte große osteuropäische Quer- Verbindung von der Ostsee zur Aegaeis geschaffen, die wirtschaftlich von höchster Bedeutung für alle Staa­ten ist. Treibend waren stets Polen und Griechen­land, ersteres würde dadurch einen nicht nur poli­tisch und wirtschaftlich, sondern auch militärisch be­deutungsvollen Zugang durch befreundete und ver­bündete Länder zum Mittelmeer und damit zu einem französischen Schutzpatron erhalten, Griechenland da. gegen würde den arg darnisderliegenden Hafen von Saloniki aufblühen sehen. Daneben wäre Griechen­land nicht mehr auf die einzige nach dem Westen und Osten führende Bahnlinie durch Jugoslawien ange­wiesen, die man in griechischen Kreisen, trotz des Bündnisses, stets mit Besorgnis als den Ausfallweg des nach der Aegaeis drängenden Jugoslawien ansieht.

Nicht besser steht es mit den interbalkanischen und damit internationalen Straßenverbindungen. Auf der Karte kann man bedenkenlos von Berlin nach Stam­bul mit dem Auto reifen. Wer dann aber die Stra­ßen Altserbiens zur bulgarischen Grenze kennen ge­

lernt hat, wer durch die angedeuteten Landstraßen Thraziens durch die Türkei gerollt ist, wer die Fähr­nisse einer Durchquerung des Tjchatalschda-Gebietes, der militärischen Sperrzone vor Stambul, ausge­kostet hat, der hat am Bosporus glücklich angekom­men, eine Höchstleistung für Wagen und Nerven hin­ter sich. Dabei sind dieAutostraßen" der Balkan­halbinsel manchmal wirklich gut. Ihr Merkmal ist nur die vollkommene Unzuverlässigkeit, mit der gute Teilstrecken mit stundenlangen Schlaglochstrecken ab­wechseln. Vielleicht wird der Plan des Internati­onalen Arbeitsamtes Wirklichkeit, eine große Durch­gangsstraße von Europa nach Stambul mit Hilfe einer internationalen Anleihe zu bauen. Ein wei«

Der Wilnaer

Warschau, im Juni 1933. Seit Beginn eigener Staatlichkeit verfolgt Polen als eines seiner wichtigsten machtpoli- tischen Ziele die Schaffung eines Blocks der Baltischen Staaten zunächst mit Estland, Lett­land und Lrttanen unter entscheidender Füh­rung Warschaus. Die Hoffnungen und Be­mühungen, auch Finnland in diese polnische Machtsphäre hineinzuziehen, sind indes schon am Anfang an der ablehnenden Haltung Helsingsors gescheitert.

Durch diesen Baltischen Block sollte zu­nächst die polnische Herrschaft an der Ost­see eine zwar mittelbare, aber nicht minder entscheidende Erweiterung und Festigung von Gdingen über Liban bis nach Ne- val erfahren,

und in weiterer Folge unter Anlehnung an die Leine Entente die feindliche Staaten­

teres Merkmal derinterbalkanischen" Heerstraßen ist, daß sie Plötzlich vor einem Schlagbaum oder einem Stachcldrahtverhau enden Zwischen den Kops­stücken zu beiden Seiten der Grenze blitzt das Ba­jonett eines Grenzpostens:Durchfahrt verboten" All diese Erwägungen wurden bei der Sofiaer Balkanverkehrskonfercnz angestellt, alle Verbesserun­gen und Erweiterungen wurden als zweckmäßig er­kannt. Jetzt liegt es bei den Regierungen der im Verkehr so rückständigen Balkanstaaten, weiterzu­arbeiten. Ob es gelingt ist eine andere Frage, bisher haben mißtrauische Politiker und überängst­liche Militärs das entscheidende, verneinende Wo- gehabt.

..Korridor"

Karriere gegen Deutschland unter Frankreichs Kommando vom Schwarzen und Adriatische: Meer bis zur Ostzee aufgerich.et werden, un so dein deutschenDrang nach Osten ein un­überwindliches Hindernis" vorzulegen. Polen ging hierbei n. a. von der Ueberlegung aus, daß nicht zuletzt die weltpolitische Lage in den Jahren nach Versailles solche Pläne einer in gewissem Sinne selbständigen Macht- Politik im Osten Europas begünstige: Deutsch­land und Rußland seien durch tiefe Umge­staltungen im Inneren an einer wirksamen Aktion nach außen behindert, England und Frankreich seien gleichfalls durch Gründe an­derer Art nicht in der Lage, eine entschei­dende Außenpolitik zu führen. Darum sei > es notwendig, daß kleinere Staaten sichzum Schutze ihrer Interessen und zur Festigung des nachversailler Gebietsstnndes in Europa"