Ausgabe 
(9.11.1933) Nr. 303
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Üas amiliche Organ SesLemis-

Zeiwng

der freien Hansestadt Oremen ^

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Nr. 303 / 4. Vierteljahr

Donnerstag, den y. November

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Die Toten von München mahnen

I 9. November 1923

I Bon Heinz Hugo Krische

Dem 6«c>6nk6n unseptzp (-vkallvnen!

Heute ist kür unser Volk uuck unsere kewe- 2abl äerer, äie im Ze wältigen UinZen äurek unä äer Ilunäsrts unserer koweKUUA, immer

Die Feierlichkeiten in der bayerischen Hauptstadt

Hitler kam, sah und wurde eingesteckt. Damit Schluß der Tragikomödie, soweit die­ser Pseudoheros in Frage kommt, der Deutschland wieder zum Reich der Herrlich­keit machen wollte. Dieser Mann, der selbst nicht einmal von reichsdeutscher Geburt ist. ist erledigt."

Das ist der Nekrolog, den die bürgerliche Presse, am Morgen des 10. Novembers dem Scheitern der ersten nationalsozialistischen Revolution widmete. Das ist das einzige, was man damals über den Tod vieler glühender Freiheitskämpfer, denen die Schmach des Va­terlandes Antrieb zum Aufstand gegen das System von Versailles gewesen war, zu schrei­ben wußte, in vielen Fällen trotz besseren Wissens auch nur zu schreiben wagte.

Nicht um alte Wunden, die der kommende Sonntag in gewaltiger Freiheitskundgebung für einen Frieden der Ehre und Gerechtigkeit ja endgültig schließen soll, wieder aufzu­reißen, erinnern wir an diese Aeußerungen der damaligen öffentlichen Meinung, sondern um an ihnen das abgrundtiefe Mißverstehen einer Bewegung zu kennzeichnen, die damals schon der aktive Motor im Kampf der inneren und äußeren Befreiung des deutschen Volkes gewesen ist.

Gerade weil am kommenden Sonntag sich die deutsche Nation als unerschütterliche Ein­heit erweisen soll, ist es notwendig, sich an Beispielen den gewaltigen Gesinnungswan­del des deutschen Volkes vor Augen zu füh­ren, der durch die unermüdliche und kampses- frohe Aufklärungsarbeit eben der Bewe­gung, die am 10. November 1923 in ganz Deutschland für tot erklärt wurde, einge­treten ist.

Während man lediglich das äußere Schei­tern des Putsches sah und würdigte, weiß heute Deutschland, daß das Wort, welches das Denkmal der gefallenen Freiheitskämpfer schmückt:Und Ihr habt doch ge­siegt" schon damals galt.

Denn nicht die Polizeitruppen des Obersten Seisser haben am 9. November, heute vor zehn Jahren, gesiegt, sondern die Männer, die unter den Kugeln deutscher Soldaten zusammengebrochen, auf dem Pflaster vor der Feldherrnhalle in München verbluteten.

Wenn jemals Helden Märtyrer einer Idee gewesen und wenn jemals die Idee selbst aus dem Blut ihrer Märtyrer neue, unbesiegbare Kraft gewonnen hat, dann waren es die 16 Gefallenen der Novembertage 1923 in München, deren Namen, wie Heiligtümer in das Herz jedes Nationalsozialisten eingege­ben sind, und die in den zehn darauf folgen­den Jahren des Kampfes, immer wieder da­zu beigetragen haben, daß die Bewegung an ihrer Aufgabe, die geschlossene Einheit der Nation wiederherzustellen, nie verzweifelte.

Denn, und das ist auch heute noch eine Seite des Hitlerputsches, die allzu häufig vergessen wird, der Aufmarsch der Sturmabteilungen Adolf Hitlers am 8. und 9. November in Mün­chen, war die Vorwegnähme einer Revolution, die von separatistischen Gedankengängen ge­tragen, von langer Hand planmäßig vorbe­reitet, bei ihrem Ausbruch, die Einheit des deutschen Reiches nicht nur bedroht» sondern unweigerlich gesprengt hätte.

Wohl. war der Separatismus am Rhein und Ruhr bereits bis auf klägliche Reste zu­sammengebrochen, im Süden des Reiches hat­ten sich aber unter dem Staatskomissar, Herrn von Kahr, die Verhältnisse so entwickelt, daß man nur noch schwer von einer Reichszuge­hörigkeit Bayerns sprechen konnte.

Die bayrischen Regimenter waren aus dem Rahmen der Reichswehr herausgenommen und auf Bayern verpflichtet. Die von Berlin befohlenen Versetzungen von Reichswehr­offizieren wurden nicht ausgeführt. Immer klarer wurde es, daß die Münchner Regierung nur daran dachte, die aktiviftische national­sozialistische Bewegung einzuspannen, um mit ihrer Hilfe, den Kampf gegen Berlin, der in Wirklichkeit ein Kampf gegen die Reichsein­heit war, zu gewinnen. Noch waren nicht alle Minen gelegt, noch nicht alle Vorbereitungen beendet, da riß Hitler, unter bewußtem Auf- das-Spiel-setzen seiner eigenen Bewegung, die Führung an sich und führte das aus, was viel­leicht wenige Tage später, die Kreise um Kahr selbst, aber mit ganz anderer Zielsetzung aus­geführt hätten. Noch glaubte er nicht an die Möglichkeit eines Verrats von feiten derer, die sich immer als seine, wenn auch bedächtige­ren Bundesgenossen ausgegeben hatten.

Die Toten vor der Feldherrenhalle haben ihm restlos die Augen geöffnet. Die Toten vor der Feldherrenhalle haben mit ihrem eigenen Leben die Einheit des Reiches be­zahlt, ebenso wie die Toten der Bewegung in den darauffolgenden Jahren für die Einheit des Volkes zu sterben wußten

guiiK ein PaZ von sekieksalbaktor keäeutunx.

^Vus Hall, gemeinsten Digennntires heraus guoll aus äunkelsten Pieken *or 18 äabreu äie verhängnisvolle kevolle hervor. Was einsatr- bereite lllänner vier .labre an äer Krönt kür äas Volk 2 U erkämpfen 8Uvhten, wuräe von weuteruäen Verrätern in äer Heimat rnniedts gemacht.

5 äakrv später 10 äakre sinä seitäsm ver­gangen horoktv äas äeutsvhe Volk wieäer ank. Vor äer Pvläkerrnkalle in lllünelien kielen äurvd gemeinsten Verrat unter äen Kugeln äer ckerneitigen kegivrung, äie ersten einsatzbe­reiten Kämpker kür ein neues Deutsvblanä.

äadre sinä nun vergangen. Kämpfe über Kämpfe koräerten viele^Opker. Kroü ist äie

ihr klut alles an Kinsatn bravhten, was sie geben konnten, ihr Keden.

Vn äen Krädern äieser unserer Ksmerackvn stehen wir deute. Ihnen gilt unser stilles ke- äenken! Decker, kossel unä Palte sollen in Kiemen nie vergessen sein. Idr Keisl wirä uns weiter beseelen, in ihrem 8inne wollen wir allreit kämpken.

block nie war unser ksäenken hilfloses Klagen, sonäsrn von neuem erhärteten wir jährlich am 9. November äen 8vdwur, äas Krbe unserer Kameraäen 3U übernehmen, über äersn Kräder hinweg äie Kalmen xnm 8ieg su tragen. 8o soll es aued deute sein!

Illadnenä erbebt sied über alles Iräisvke äer kuk äer Kekallenen 2 Vlillionea äes Weltkrieges

wiscksr mit unbeugsamen Willen an äie Arbeit kür unser Volk 2 U geben.

.Wo einer kielstanävn tausenä wiväer aut Allmählich wuräen es Mllionen. Vköge heute äas gesamte Deutsvklanä äie Vlaknung äer Opker in sied auknebmen unä geschlossen kür äas kesckivk äer Nation eintreten.

Dvutsvblanäs Kreibeit unä Keben war äen Kekallenen mehr als äas eigene leb. Dakür kämpkten unä starben sie. Das stille keäenken an ihre Paten mögen isum 12. November äas Volk in Einmütigkeit riuin äentsvken kekennt- nis bringen.

Heil Hitler

kaul Wegen« r

Das Fanal zum roten Mord

Dr. Goebbels charakterisiert den Kommunismus

Berlin, 8. November.

Aus Anlaß der Vernehmung des Reichsministers Dr. Goebbels sind auch am Mittwoch die Polizeiposten in der Umgebung des Reichstags­gebäudes verstärkt worden. Der Andrang von Publikum und Presse ist wieder außerordentlich groß. Die Vernehmung des Ministers ist an erster Stelle der Zeugenlifte vorgesehen. Der Angeklagte Dimitroff. dessen Ausschluß an sich noch niär- beendet ist, ist angesichts der Bedeutung der Aus­sage des Ministers ausnahmsweise wieder zu­gelassen worden.

Die Verhandlung beginnt pünktlich 9.30 Uhr Bei dem Erscheinen des Reichsministers Dr. Goebbels im Saal erheben sich die Anwesenden und begrüßen den Minister mit dem deutschen Gruß Nach der Vereidigung führt

Senatspräsident Dr. Bünger u a. aus: Ihr Zeugnis, Herr Minister, ist uns besonders wertvoll aus verschiedenen Gründen; einmal schon deshalb, weil sie ja auch als Tat­ze u g e in Betracht kommen. Außerdem sind Sie lange Mitglied des Reichstages und haben daher eine gute Beurteilung der ganzen Sachlage, was die technische Entstehung des Brandes angeht. Aber was das wichtigste ist: Zufolge ihrer jetzigen Amtsstellung ist es doch so. daß die Mitteilungen, Beobachtungen und wesentlichen Tatsachen, die mit dem Brande, einem so hoch­politischen Ereignis zusammenhängen, bei Ihnen zusammenlaufen und darum sind wir der Ansicht, daß Sie nach dieser Richtung, namentlich auch nach der Richtung, worauf denn eigentlich die Brandstiftung zurückzuführen ist, ein besonders weitumfassendes gutes Urteil haben. Wenn Sie, Herr Minister, dabei in die Lage kommen, auf etwas antworten zu sollen, was im Braunbuch steht, so möchte ich gleich dem Irrtum vorbeugen, daß das etwa eine Rechtfertigung gegenüber dem Vraunbuch sein soll.

Dieses Braunbuch ist bereits gekennzeichnet und eine Rechtfertigung ihm gegenüber kommt gar nicht in Frage.

Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt der Minister, daß er sich nicht im Zusammenhang, sondern lieber auf einzelne Fragen äußern wolle.

Präsident Bünger weist auf die Behauptung hin, daß für den 27. Februar von sämtlichen Ministern keine Wahlreden angesetzt, bezw. die bereits zugesagten Wahlreden abgesagt worden wären, und er bittet den Minister, darüber Aus­kunft zu geben

Die BmnbnaM

Reichsminister Dr. Goebbels:

Ich möchte vorausschicken, daß ich damals noch nicht Mitglied des Kabinetts war. Ich war da­mals nur erst Reichspropagandaleiter der NS DAP. Gleich nachdem der Reichstag aufgelöst

war, war ich damit beschäftigt, den Reichstags­wahlkampf zu organisieren. Es ist selbstverständ­lich bei einem 3Iwöchigen Wahlkampf, daß die, die den Mahlkampf-führen, sich 2 oder 3 mal in oer Woche in Berlin treffen müssen, da die ge­meinsame politische Linie gewahrt werden-muß. Bei der ersten Besprechung, die ich mit dem Füh­rer hatte, wurde daher beschlossen, daß während der ersten zwei, drei Tage in der Woche nach Möglichkeit alle in Berlin zugegen sein müßten. Das wurde von den einzelnen so gehandhabt, daß sie an diesen-Abenden überhaupt nicht sprachen, sondern sich nur ihren Amtsgeschäften widmeten, die anderen Vortrüge nur in Berlin selbst oder in der Provinz Brandenburg abhielten.

Einer dieser Tage war der Tag des Reichstags­brandes, Es war ein Tag, der für alle Mitglieder des Kabinetts und die maßgebenden Führer der NSDLP. freigehalten worden war-^ von Ver­sammlungen für politische Besprechungen, die außerhalb der Wahlxropaganda lagen. Es ist aber durchaus nrcht so, daß sie sich aus diesen Tag geeinigt hätten, weil er als der Tag des Reichs­tagsbrandes in Aussicht genommen wäre, sondern es war ein reiner Zufall, daß gerade an diesem Tage, wo die Kabinettssitzung stattfand, alle Herren in Berlin zugegen waren.

Vorsitzender: Wann haben Sie vom

Reichstagsbrand Kenntnis erhalten?

Dr. Goebbels: An dem Tage hatte eine Kabinettssitzung stattgefunden und am Abend die­ses Tages war der Führer in meiner Woh­nung zu Gast. Auch das ist im Braunbuch als verdächtig bezeichnet worden, aber es findet eine sehr einfache Erklärung. Der Führer besaß damals in Berlin noch keine Privatwohnung. sondern wohnte im Hotel Kaiserhof. In der Oppositions- -zeit hatte es sich so herausgebildet, daß bei solchen Besprechungen im Kaiserhof der Führer meist mit­tags oder abends bei uns zu Gast war. Ich wurde während des Abendbrotes aus Telephon gerufen. Unser Auslandspresseleiter. Dr. Hanfstängel wohnte damals als Gast des Reichstagspräsiden­ten Göring im Reichstagspräsidentenpalais. Er benachrichtigte mich nun telephonisch, daß der Reichstag brenne. Ich habe diese Mittei­lung für absolut absurd gehalten und glaubte, es handele sich dabei um einen Scherz. Das habe ich auch dem Telephonierenden eindeutig mitgeteilt. Ich war dazu umso mehr versucht, als ich 8 Tage vorher einen telephonischen Ulk mit Dr. Hanfstängel veranstaltet hatte und glaubte, jetzt komme eine Retourkutsche. Ich sagte ihm, ich will das nicht mehr anhören und hängte ein. Ich machte gar keinen Gebrauch von der tele­phonischen Mitteilung. Bald darauf wurde aber wieder telephonisch von derselben Stelle angerufen und ich wurde ganz dringlich darauf aufmerksamgemacht, daß es nun meine Pflicht sei, den Führer darüber zu orientieren, daß der Reichstag brenne. Hanfstängel sagte, er sitze dem Reichs­

tag gegenüber und sehe die Flammen her­ausschlagen. Darauf hielt ich es für meine Pflicht, das dem Führer mitzuteilen. Er wollte es-zuerst auch nicht , glauben, so überraschend kam die Mitteilung. Wir haben uns ins Auto gesetzt und sind in rasendem Tempo zum Reichstag ge­fahren. Wir sind dort vielleicht eine halbe Stunde nach dem Eingang der telephonischen Mitteilung eingetroffen.

Gleich am Portal 2 trat uns Ministerpräsident Göring entgegen und erklärte, es handele sich um ein politisches Attentat, einer der Täter sei schon gefaßt, ein holländischer Kommu­nist, der jetzt in Gewahrsam sei und vernommen werde.

Hier bkutet die Situation sich aus"

Vorsitzender: Haben Sie die vielfach er­wähnte Aeußerung des Reichskanzlers gehört, die sich aus die Urheberschaft des Brandes bezog?

Dr. Goebbels: Jawohl, es war auch ganz na­türlich, denn schon am Eingang war uns ja vom Ministerpräsidenten mitgeteilt worden, daß es sich um ein kommunistisches Attentat handele. Als Herr von Papen seiner Bestürzung und Verwun­derung über diese Tatsache Ausdruck gab, sagte der Führer:

Das ist ein Zeichen dafür, wie die Situation wirklich ist. Hier blutet die Situation sich aus. Hier kann man sehen, in welcher Gefahr Deutsch­land steht und das deutsche Volk kann überzeugt sein, daß ich es für meine Pflicht halte, die deutsche Nation vor dieser Gefahr zu erretten.

Bors.: Ging die Ansicht einheitlich dahin, daß die Kommunisten die Urheber seien? .

Dr. Goebbels: Ganz einheitlich. Es be­stand für uns kein Zweifel darüber, daß dieses Attentat von langer Hand vorbereitet war, daß diese Vorbereitungen von größeren Gruppen getroffen sein müssen und daß ein einzelner Mensch praktisch auch den Brand nicht angelegt haben konnte, daß es keine politische Gruppe in Deutschland gab, die bei Gelingen des Atten­tats einen Vorteil haben konnte, als nur die kommunistische Partei. Es ist ein Irrtum zu sagen, daß der Brand den Kommunisten nur geschadet hätte. Er hätte ihnen genutzt, wenn er zu dem gewünschten Ziele geführt hätte. Für uns gab es nur eines: Daß die kommunistische Partei hier zum letzten Male versucht hatte, die Dinge in einer durch den Reichstagsbrand heraufbeschworenen allgemeinen Unordnung an sich zu reißen.

Bors.: Das Braunbuch schlägt eine besondere politische Praxis ein, um zu erklären, daß die Schuldigen an anderer Stelle zu suchen seien.

(Fortsetzung im Innern des Blattes)

Weil das Sterben dieser Kämpfer des dritten Reiches nur den einen Sinn hatte, Deutschland aus dem Chaos des Klassen- kampfes, aus dem Chaos der Uneinigkeit und des gegenseitigen Brudermordes zu führen, deswegen kann das Gedächtnis an ihren Opfertod nicht würdiger gefeiert werden, als durch Kundgebungen, denen unser Führer als Leitmotiv, den Gedanken der Versöhnung und des inneren Friedens gegeben hat.

Erinnern wir uns an die prophetischen Worte, die Adolf Hitler während seiner Festungshaft gefunden hat, und mit denen er das Kapitel, seines WerkesM e i n

Kamp f", das den Toten des November 1923 gewidmet ist. abschließt:

Denn ich weiß, daß einst die Zeit kommen wird, da selbst die, die uns damals feindlich gegenüber standen, in Ehrfurcht derer geden­ken, die für ihr teutsches Volk den bitteren Weg des Todes gegangen find."

Der Tag, den einst Adolf Hitler in den Zei­ten des Niederbruchs der von ihm geschaffenen Bewegung vorausgesehen hat, heute ist er Wirklichkeit geworden. In geschlossener Front stehen heute Kämpfer der Bewegung von 1923 mit ehemals erbitterten Gegnern hinter dem Führer, ihm freiwillige Gefolgschaft leistend,

in seinem Kampf um die äußere Befreiung des deutschen Volkes.

Noch einmal wird die Bewegung an der Stelle, an der ihre ersten Blutzeugen gefallen sind, vor dem 12. November allen denen die Hand reichen, die jahrelang wohl geirrt haben, die heute aber erkennen, daß der in Kampf und Not gestählte Führer aller derer, die Deutschland im Herzen tragen, heute auch zu ihrem Führer geworden ist, weil auch sie. des Reiches Zukunft einem Mann anver­trauen wallen, der durch die Tat bewiesen hat, daß er nur eine Sehnsucht kennt: Deutschlands Einigkeit und Freihe«^

München, 8. November.

Im großen Saal des Künstlerhaufes wurden die offiziellen Feiern zum 9. November mit einem Presseempfang eingeleitet, zu dem sich zahlreiche Vertreter der deutschen und ausländischen Presse eingefunden hatten. Dabei sprach der stellver­tretende Gauleiter Otto Nippold über den Sinn und die Bedeurung des 9. November. Wenn die Welt geglaubt habe, Adolf Hitler in einen Widerspruch mit seinem Volke bringen zu können, dann werde sie am Abend des 12. November eine Enttäuschung erleben. Kein Mensch in Deutsch­land wünsche, daß eine Auseinandersetzung wie die von den Jahren 191118 wiederkomme. Kein Mensch wolle, das Vergangene ausgraben. Das sei auch der Sinn des 8. und 9. November.

Jawohl, so erklärte Nippold, wir sind in der Nacht vom 8. auf den 9. November 1923 verraten worden. Jawohl, 16 unserer Besten wurden vor der Feldherrnhalle dann erschossen. Jawohl, verirrte deutsche Arbeiter haben 360 unserer SA- . Kameraden im letzten Jahrzehnt ermordet.

Aber es hat keinen Sinn, immer in der Ver­gangenheit nachzuwühlen und Schuldige zu suchen. Wenn wir in den letzten 8 Monaten gezwungen waren innerpolitische Verhältnisse zu bereinigen, jetzt am 11. Oktober wurde uns das Kommando gegeben: Front nach außen! Wir stehen in einer Verteidigungsstellung als einige Kameraden. Wir haben keine Waffen. Wir wollen keine Waffen haben, weil wir den Frieden fanatisch wünschen. Auf einige Zeit wollen wir vom 9. November in den 12. November ziehen für Ehre unl>'Gleich­berechtigung, für Arbeit und. Brot/ ' Fahnenübergabe der Freikorps

Die Einheit des Wollens und Wirkens alter derer, die nach dem grauenvollen Zusammenbrach des Deutschen Reiches in den Novembertagen 1918 als Kämpfer für das Wiedererstarken des vater­ländischen Gedankens und Glaubens, für Ehre und Freiheit Deutschlands sich zusammengeschlossen hatten, fand am Mittwoch in dem feierlichen Akt der Fahnenübergabe der Freikorps an die SA. ihren sinnfälligen Ausdruck.

Auf dem weiten Raum vor der Klyptothek aus dem Königsplatz, an der Stätte, die auch für die Bewegung historyche Bedeutung längst erlangt hat, hatten die Abordnungen der Freikorps mit ihren ruhmreichenFahnen, die Freikorpskämpfer in ihren alten Uniformen Ausstellung genommen, ihnen gegenüber die lange Front der Standarte 16. Die beiden Seiten des Königsplatzes säumten die vielen hundert Freikorps.

Schweigend harrten die Tausende bis zu dem Beginn der Stunde, die aus der Vielheit von Teil­organisationen eine geschlossene Formation schuf: die unter der Führung Adolf Hitlers stehende SA.

Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Stabschef Nöhm. der mit dem Rcichs- statthalter für Bayern, Ritter von Epp, er­schienen war, die Front der SA ab und begrüßte dann die Führer der Fahnenabordnungen mit herzlichem Handschlag, Dr. Weber, den Füh­rer des Freikorps Oberland, den alten Kämpfer Oberleutnant Roßbach und all die anderen, die. einst an der Spitze ihrer Scharen das Land aus tiefster Not und Schmach errettet haben.

Nach dem Gruß an all die erschienenen Frei­korpskämpfer trat Stabschef Rohm vor die Fah- nenfront der Freikorps und hielt eine zündende Ansprache.

Ansprache des Stabchefs

Darin führte er u. a. aus: In ihrer Hilflosigkeit. Ziellosigkeit und Halbheit haben sich anmaßende Führer von 1918 an die Soldaten von 1919 wenden müssen, um Deutschland wieder zu retten. Diese Soldaten sind hier mit ihren Fahnen und Abzeichen wieder erschienen. Sie haben ihre Pflicht erfüllt, haben gekämpft für Deutschland, haben erreicht, daß über Deutschland die bolschewistische Welle nicht herein­brechen konnte und haben dem deutschen Volke wieder Ruhe erkämpft. Ihr Werk steht in der Geschichte fest. Ihr Werk wird von den Soldaten für alle Zeiten hochgehalten, geehrt und geachtet werden. Die Männer freilich, die sie damals be­riefen, und die ihnen dann wieder den Laufpaß gaben, wollten nicht, däß Deutschland frei sind groß werde, sondern nur ihre wankenden Throne stützen.

So ist das Schicksal der Kämpfer damals vor­übergehend wieder in den Hintergrund-gedrängt worden,, bis andere politische Soldaten auf die. Bühne, deutschen Geschehens getreten sind, das Wort und auch die Tat an sich rissen und daran gearbeitet haben, daß ganz Deutschland wieder mit einem richtigen guten Soldatengeist erfüllt wurde. Darunter verstehen wir das, was heute der politische Soldat als Nationalsozialist kündet, die Gemeinschaft aller Stände, aller Klassen, die Zusammengehörigkeit aller, die der gleichen Sprache, des gleichen Blutes sind, die Zusammen­gehörigkeit in guten und in schlechten Tagen, die Kameradschaft aller Gutgesinnten bis zum Tode.

Diese wahre Soldatencigenschaft ist dann, im Ganzen gesehen, von der Adolf Hitlers über-