Ausgabe 
(1.11.1933) Nr. 295
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I

öremer

Üas amtliche Organ öesLeMs'

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Bremer Zeitung, Vcrlagsgesellschaft m. b. H., Teeren 6 bis 8. Fernrus: Sammelnummer Roland 628.

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Nr. 29S / 4. Vierteljahr

Mittwoch, den 1. November

der Freien und Hansestadt Oremen

Anzeigen-Teil: Hiesige je mm-Zeile 13 Rps-, auswärtige 17 Rps.; im Textteil 16g Alps Klein-Anzeigen bis 26 mw, Familien-Anzeigen und Wohnungsmarkt "" Vorauszahlung 8 Rps.. Stellengesuche K Rpk ^ Platzvorschriften ohne jede Verbindlichkeit. Alle sonsvgen Bedingungen nach Tarif.

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NationalsozialistischeBremer Zeitung"

Wir haben Wort gehalten

Am 9. Januar 1931 schrieb ich in Nr. 1 des ersten Jahrganges unserer Zeitung wörtlich:

Gemeinnutz Ehre Freiheit, das sind die Grundpfeiler der nationalsozialistischen Weltanschauung, sind Sinn und Zweck des Kampfes der Nationalsozialistischen Deutschen Ar­beiterpartei!

Gemeinnutz Ehre Freiheit werden deshalb auch die Leitsterne unseres Handelns sein, wenn wir mit dem erstmaligen Eintritt in die Bürger- schaft (Landtag) ein« neu« Wirkungsmöglichkeit für den Dienst an unserem Volke ergreifen und ausnützen!

Eemeinngtz Ehre Freiheit werden ebenso auch die Richtpunkte sein, nach denen wir am heutigen Tage den Marsch zum Siege mit un­serer neuen Waffe antreten, der "

Bremer Nationalsozialistischen Zeitung."

^ Wir haben gesiegt.

Die Lehre vom Gemeinnutz als der Grund­lage allen Gesellschastslebens und damit des Volks- und Staatslebens haben wir zum Siege geführt.

Ehre und Freiheit sind nicht mehr nur die Sehnsucht aller guten Deutschen, son­dern durch uns sind sie wieder Leitmotiv un­serer Staatsführung geworden. Gerade jetzt bereiten sich Führung und Volk zu einer riesen­haften Aktion am 12. November für Ehre und Freiheit der deutschen Nation vor.

Der Marxismus ist tot, der Kommunismus ist niedergeschlagen. Wie diese einst das Recht der Straße für sich allein beanspruchten, so hat wie bekannt die Presse, von ganz geringen Ausnahmen abgesehen, sich der Frei­heitsbewegung entgegengestemmt. Auch hier haben wir gesiegt. In vorderster Front kämpfte die junge nationalsozialistische Presse.

Wir sind stolz aus sie. Aus dem Nichts, ohne Geldmittel und ohne Fachleute haben wir sie geschaffen. Eroßgehungert haben wir sie im wörtlichsten Sinne des Wortes. Un­endliche Mühe, unendliche Sorgen haben auf uns gelastet. Wir Mitarbeiter alle sind stolz, daß unsere Zeitung heute die unbestritten führende Zeitung Bremens ist.

Wenn ich an jenem 9. Januar 1931 schrieb, daß Sitte, Gesetz, Anstand, Ehrlichkeit und Ehre verschwunden seien, darf ich heute er­klären, daß sie durch uns wieder ihren Einzug in die deutschen Lande gehalten haben.

Auch die Presse ist eingefügt in die Staats­notwendigkeiten. Ein Schriftleitergesetz ver­hindert, daß irgendein beliebiger Schrift­leiter ungestraft die Politik unseres Führers und seiner Mitarbeiter stört. Die gesamte Presse muß Volks- und Staatsdisziplin halten. Was das bedeutet, kann nur der ermessen, der die Schreibereien von früher, insbesondere auch gegen unsere Freiheitsbewegung, mit der Disziplin von heute vergleicht. Was macht's da schon aus, wenn gelegentlich noch mal einer daneben haut und mit überholten Zah­len nämlich aus der Zeit, in der unsere Presse noch klein war und ähnlichem ope­riert. Auch das wird aufhören. Die Disziplin wächst mit der Gewöhnung.

Wir haben Wort gehalten im Großen. Ge­meinnutz, Ehre, Freiheit und Disziplin sind in unserem Vaterlande wieder die Grund­lagen unseres Lebens geworden.

Wir haben aber auch Wort gehalten im Kleinen. Wie ich es am 1. Oktober ver­sprach, so geschieht es heute. Der Leser hat die erste im eigenen Hause dem ehemali­genLuftschloß"! auf eigener Druck­maschine hergestellte Zeitung in der Hand. Warum wir ihren Namen und damit ihren Kopf geändert haben, ist an anderer Stelle ausgeführt. Wir Nationalsozialisten sind immer beweglich gewesen und haben uns den Erfordernissen angepaßt die gerade Linie und das Ziel haben wir trotzdem nie aus den Augen verloren. Und so können Sie alle, Parteigenossen und Leser, sich darauf ver­lassen, daß die

Bremer Zeitung"

als bremisches Werkzeug des Führers vor­wärts und aufwärts gehen wird in der Tradition des Kampfes und des Sieges -derBNZ".

KurtThiete,

Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bremer Zeitung C. m. b. H.

Das neue Gesicht -er BNZ.

Der heutige Tag wird für die bremische Presse des neuen Reiches ein denkwürdiger Tag bleiben und damit auch, wie wir zuversichtlich hoffen, für die alte Hansestadt selber. Aus der Bremer Nationalsozialistischen Zeitung, ge­nannt BNZ, ist die national- sozialistische Bremer Zeitung geworden. Zwei Worte sind umgestellt, ein neuer Zeitungskopf ist entstanden, nach Sinn und Geist hat sich nichts geändert. Lind dennoch liegt in dem neuen Gesicht, mit wel­chem unsere Zeitung heute ihre endgül­tige Form an­nimmt, ein tiefes Symbol.

In einer seiner großen Reden zu Be­ginn des historischen Jahres 1933 hat Adolf Hitler gesagt, daß nach der Zeit des Kampfes und Durch­bruchs für den natio­nalsozialistischen Ge­danken und seine Trä­ger jetzt die eigentliche und schwerste Arbeit erst beginne, die schöp­ferische Arbeit, aus der das neue Deutschland ersteht. Auch dieser neue Bau aber wächst, wie alles Menschen­werk, auf den Funda­menten -es geschicht­lich Gewordenen, er greift tief hinein in die

großen Traditionen unserer deutschen Vergangenheit und ihrer Kultur, die wir, so sagte der Führerin demütiger Ehr­furcht Pflegen wollen als unversiegbare Quellen einer wirk­lichen inneren Stärke und Erneuerung".

Was hier vom deutschen Volke gesagt wurde, gilt ganz be­sonders von den alten unverlierbaren Gütern der Vergangenheit unserer alten Hansestadt. Der Name Bremens wird rings im deutschen Lande nicht nur mit Ehrfurcht und Respekt genannt, sondern auch mit unverkennbarer L i ebe. Wenn irgendwo das gute Erbe vergangener Größe Mit hinübergenommen worden ist in die schöpferische Kraft der heutigen Wiedergeburt, so darf gerade Bremen und der in ihm lebendige Geist unter allen deutschen Städten mit an erster Stelle genannt werden. And das ist es, was weit über Bremens Mauern hinaus der klare, schlichte Name der Bremer Zeitung an der Spitze dieses Blattes fortab verkünden soll.

Das Zeichen derB N Z" bleibt unvergessen. Es war wie ein Schlachtruf in den Tagen des ersten stürmischen Durchbruchs,

Unser Verlagswappen

Breme«, den 1. November.

als dem neuen Reich hier in den Mauern der alten Stadt der Boden bereitet wurde. Im weiten Deutschland aber, und erst recht draußen in der Welt würden diese drei Buchstaben, auf die Jahr­zehnte gesehen, nicht ausreichen, den Namen Bremens in

die Weite zu tragen und seine Stimme in der Welt vernehmlich zu machen. Unter dem Titel der Bremer Zeitung wird das amtliche Organ der Freien und Hansestadt von niemandem mehr überhört werden kön­nen!

Der heutige Tag, an welchem unsere Zei­tung zum erstenmal in dem vom Bremischen Staat erworbenen, ei­genen Verlagsgebäude und in einer eigenen, dort neu aufstellten Druckereiherauskommt, ist daher gleichzeitig die Pforte, durchweiche sie nach schweren aber siegreichen Kämpfen in die neue Epoche schöpferischen und friedlichen Aufbaus eintritt, in gleicher Weise er­füllt von dem Bewußt­sein der Kraft ihrer Idee, wie auch der Verant­wortlichkeit ihrer Mission.

Große Ideen ha­ben alle Zeit nach kla­ren Symbolen ge­griffen. Das Symbol aber, das unsere Verlagsgesellschaft innerhalb des neuen Titels sich als Verlagswappen gewählt hat, bringt gerade das zum Ausdruck, was die gegenwärtige Epoche der deutschen Wie­dergeburt kennzeichnet: Das Hakenkreuz, das Hoheits­zeichen des neuen Reiches, angeschmiedetandenalten Bremer Schlüssel, nichts könnte so einfach und durch­schlagend kennzeichnen, was wir sind und was wir wollen. Was Bremen an weltwirtschaftlichem Geist, an sorgsamer Arbeit, an alter Kultur, an Schönheit und Wissen, Erfahrung und Tüchtig­keit verkörpert, das fassen wir in dem Griff dieses Schlüssels, das Schloß aber, das seine Zukunft öffnet, wird aufgehen einzig und allein in dem Symbol der deutschen Wie­dergeburt, dem Sonnenzeichen des neuen Deutschland.

Unter diesem Wappen soll unsere Zeitung daher blei­ben, was sie vom ersten Tag an sein wollte, und werden, was zu sein sie vor sich selber, vor ihrer Vaterstadt Bre­men, vor Deutschland und vor der Welt zu sein ver­pflichtet ist.

Schiffe in Seenot

Die Folge« der schweren Herbststürme

Stockholm, 31. Oktober.

Im nördlichen Teil der Ostsee haben sich am Dienstag mehrere schwere Schifssunfälle ereig­net: In der Nähe der Insel Eotland strandete das finnische SegelschiffAlice Gaulle". Die aus vier Männern, einer Frau und einem Knaben bestehende Besatzung befindet sich noch an Bord; da die Wellen über das Wrack hinwegschlagen, ist die Lage kritisch. Bisher glückte es auch mit dem Raketenapparat nicht, die Schiffbrüchigen zu befreien.

Ebenfalls in der Nähe der Insel Eotland be­findet sich ein viermastiges Segelschiff, dessen Namen und Nationalität nicht mit Sicherheit fest­

gestellt werden konnte, in Seenot. Die Be­satzung besteht aus 12 Mann. Man vermutet, daß es sich um den finnischen DampferSalis Burry" handelt.

Schließlich soll ein norwegisches Schiff gestran­det sein; bei Carlsö trieb ein Rettungsring an Land, der den NamenHomledale" führt.

Ausnahmezustand über ganz ValSsttna

London, 31. Oktober.

Ueber ganz Palästina ist am Montag abend durch den englischen Oberkommissar Sir Ar­thur Wauchope der Ausnahmezustand ver­

hängt worden. Das Notstandsgesetz vom Jahre 1931 wird in Kraft gesetzt, das dem Ober- kommissar die weitgehendsten diktatorischen Vollmachten auf allen Gebieten erteilt. Er wird durch das Gesetz u. a. ermächtigt, Per­sonen zu verhaften und zu verbannen, sämtliche Häfen und die Bewegung aller Transportmittel zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu überwachen, Kriegsgerichte für Zivilisten einzusetzen und jede Person zu Dienstleistungen heranzuziehen, Privateigen­tum zu enteignen oder zu zerstören. Gleich­zeitig wurde die schärfste Zensur über alle arabischen, jüdischen und englischen Zei­tungen verhängt.

Die presse des Dritten Reiches

Von Gustav Staebe.

Bremen, 1. November

In den letzten Monaten ist viel über den Kampf und die Opfer der nationalsozialisti­schen Bewegung geschrieben worden. Jeder Konjunkturschreiber suchte plötzlich irgend­einen SA.-Mann, der der Held seines neuen Buches werden sollte. Die Schaufenster er­sticken förmlich in Büchern und Broschüren, deren Berfasser in sehr vielen Fällen den Na­tionalsozialismus weder früher noch heute begriffen haben, sondern nur an ihm verdie­nen wollen. So ist es bei der Bescheidenheit derer, die ein wirkliches Recht hätten, zu schreiben, aber nicht immer eine gewandte Feder führen, erklärlich, daß ein Abschnitt des gigantischen Ringens um ein neues Deutschland übersehen wurde: das ist die Entstehung, der Kamps und die Entwicklung der nationalso­zialistischen Presse.

Blicken wir einmal zurück: Adolf Hitler hatte nach sieben Monaten Festungshaft in Landsberg die Bewegung wieder ins Leben gerufen. Bei dieser Neugründung war buch­stäblich nichts vorhanden als die Treue derer, die im Kugelregen zum Odeonsplatz marschierten oder sonst irgendwo im Reich auf ihrer Fahrt nach München festgehalten wurden. Es gab keine irdischen Güter der alten Partei, die nicht beschlagnahmt waren. Mühsam und ünter geradezu unmettschlichen Opfern des einzelnen wurde das alles wie­der aufgebaut. Neben wenigen unter Aus­schluß der Oeffentlichkeit erscheinenden Win- kelblättchen war derVölkische Beobachter" in München das einzige große Blatt der ge­waltig um sich greifenden Bewegung, das trotz der unglaublichsten Verfolgungen und Schikane doch immer wieder erschien und sich damals schon überall durchgesetzt hatte. Man mutz diese ersten nationalsozialistischen Schriftleiter erzählen hören, um sich ein Bild von der täglichen Entstehung der national­sozialistischen Presse in ihren Anfangsjahren machen zu können: in dunklen, engen Räu­men saßen da Wenige zusammen, die Tag und Nacht ein riesiges Arbeitspensum für wenige Mark oder für gar keine Bezahlung erledigten. Und so bauten auch im ganzen Reich überall Idealisten Zeitungen aus, hin­ter denen nurdie Opfergroschender Parteigenossen, der Verleger undDrucker standen. Denn ohne diese gäbe es keine nationalsozialistische Presse Es gehörte damals viel dazu, in einem bis dahin als unpolitisch angesehenen Betrieb plötzlich eine nationalsozialistische Zeitung zu drucken. Die Antwort der sogenannten Oeffentlichkeit lautete: Boykott! Die Parteigenossen aber schlössen ihre Kampf- und Schicksalsgemein­schaft um so fester, fürunsere Zeitung".

Es ist nicht vermessen, zu erklären, daß der Nationalsozialismus nicht so schnell an die Macht gelangt wäre, wenn es nie eine natio­nalsozialistische Presse gegeben hätte. Nur durch sie war es möglich, auch an jene Kreise heranzukommen, die keine nationalsozi­alistischen Versammlungen besuchten. Neben den bekannten Aufgaben einer Zeitung hatte sie vor allem die Pflicht, aufzuklären, zu werben und Lügen abzuweh­ren. Und das wurde ungeheuer erschwert durch ein Uebermaß von Verboten und di­rekte polizeiliche Eingriffe in die Betriebe. Es sei hierbei daran erinnert, daß noch im vorigen Sommer neben den Rotationsma­schinen verschiedener nationalsozialistischer Blätter Polizeibeamte standen, die den Be­fehl hatten, einen weiteren Druck mitGewaltzu verhindern. Und es soll auch nicht vergessen werden, daß es kaum einen nationalsozialistischen Redakteur der Anfangsjahre gibt. der nicht von einem Rich­ter zum andern geschleppt wurde, um dann zu den an sich hohen Anforderungen seines Berufes an seine Gesundheit auch noch oben­drein in ungesunden Gefängnis­sen monatelang festgehalten zu werden.

Es ist selbstverständlich, daß mit der Machtergreifung durch Adolf Eitler an die nationalsozialistische Bewegung Anforde­rungen gestellt wurden, die ihr vordem fremd gewesen sind. So insbesondere auch an die bislang nur auf Ton und Taktik der Oppo­sition eingestellten nationalsozialistischen Presse. Wie Lenin in seinen Erinnerungen dieerstenStunden nach der Machtüber­nahme als die schwersten bezeichnete, so findet das auch auf das nationalsozialistische Deutschland und seine Zeitungen Anwen­dung.

Während die bürgerliche Presse über mu-