Ausgabe 
(23.6.1932) Nr. 133
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Vortrag Volk und Rasse!

Pg. Studienrat Dr. v. Hofs hält heute abend 20,30 Uhr vor Mitgliedern und eingeladenen Gä­sten einen großangelegten Lichtbilder-Vortrag über Volk und Rasse", 20Z0 Uhr in Hilkers Kassee, Hemmstraße. Anschließend wird auch noch Pg. Pfeifer, MdB-, sprechen.

Heute Sektion Buntentor!

Heute, 20.30 Uhr, bei Kackebart, Neuenlander- straße. Pg. Heider spricht überDer Kamps um die letzte Entscheidung. Wirtschaftsfragen." Erscheinen ist Pflicht. Gäste sind willkommen.

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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen- Katze 18. Redaktion Langenstr. 48. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 25878.

Die BNZ erscheint seden Werktag u. kostet RM 1.90 frei Hans, durch die Post zuzügl. 36 Pfg. Bestellgeld. Der Bezugspreis ist im Voraus zahlbar. Bei Betriebsstörung, Streik, Verbot, Aussperrung usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Rückzahl. des Bezugpr.

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Im Haushaltsausschutz des Preußische« Landtags wurde mit den Stimmen der Na­tionalsozialisten, der Deutschnationalen und der Kommunisten gegen die Sozial- demokraten ein nationalsozialistischer Antrag angenommen, wonach das Staats- ministerium aufgefordert wird, die Kopf­steuer (Bürgersteuer), die Bier- und Ge­tränkesteuer zu beseitigen und durch Ein­sparungen bei den sachlichen Ausgaben zu ersetzen. Steuerschuldner mit einem Ein­kommen bis zu 3V9V RM. sollen von der Gewerbesteuer befreit werden.

Mit dieser Abstimmung ist die SPD, hier in Bremen die Volkszeitnug, mit ihrer Hetze gegen die NSDAP, festgenagelt. Weil es es ihnen jetzt in den Kram paßt, zetern sie über die Notverordnung der Regierung Pa­sten. Wir Nationalsozialisten, die im Gegen­satz zu den Arbeiterverrätern von der SPD von Anbeginn gegen die sozialreaktionären Notverordnungen des Systems Sturm ge­laufen sind, bestickten der Partei, die die von uns geforderte Aufhebung der 4. Not-

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Breslau, 22. Juni. Anläßlich einer Ver­sammlung der NSDAP. in der Jahrhun­derthalle kam es bei dem Zuzug zur Jahv- hunderthalle an verschiedenen Stellen der Stadt zu Zusammenstößen zwischen An­gehörigen der NSDAP, der KPD und der SPD. Dabei wurden im Westen der Stadt auch mehrere Schüsse abgegeben, durch die zwei Nationalsozialisten und ein Reichs- bannerman» durch Brustschüsse schwer ver­letzt wurden. Außerdem wurden noch drei Personen leichter verletzt. Nach den polizei­lichen Feststellungen wurden die Ueberfällc von Seiten der KPD. planmäßig vorberei­tet. Auch im Nordostcn der Stadt kam es zu schweren Zusammenstößen, woben von Kommunisten die Straßenlaternen ausge­löscht wurden. Als die Polizei einschritt, wurde aus den Fenstern geschossen und die Polizei mit Blumentöpfen beworfen.

Verordnung im Reichstag verhinderte, das Recht, gegen die Notverordnung der Regie­rung Papen zu wettern. Wir Nationalsozia­listen dagegen haben bis znm heutigen Tage alle Notverordnungen und jede Sozial- reaktion bekämpft und haben deshalb das Recht und die Fähigkeit, das schaffende deut­sche Volk gegen die jüngste Notverordnung aufzurufen, in deren Zeilen der Geist -er Aera Brnning-Heilmanu-Braun, der Geist der von der SPD genehmigten 4. Not­verordnung lebendig ist. Und so haben wir schärfsten Einspruch erhoben gegen die letzte Notverordnung, die furchtbare neue Opfer gerade den sozial und wirtschaftlich Schwäch­sten auferlegt hat, ohne auch nur den leisesten Ansatz zu einer aktive« Krisenbe- kämpfung auszuweisen.

Die unerträglichen Folgen der neuen Lei­stungskürzungen für Erwerbslose, Invalide, Alte, Witwen und W.aije» liegen klar zu­

tage. Die Auswirkung der Salzsteuer von 12 Pf. pro Kilogramm b-edarf einer beson­deren Untersuchung.

Hier ist ebenfalls eine Kopfsteuer schlimm­ster Art zur Einführung gelangt, da auch der übelste Großschieber beim besten Willen nicht mehr Salz verzehren kann als der ärmste Wohlsahrtserwerbslose. Der Laden­preis für ein Kilogramm gewöhulichesKochsalz beträgt im Augenblick 14 Ps. Nach Inkraft­

treten der neuen Salzsteuer wird dieser Preis 2627 Pf. betragen.

Es ist höchste Zeit, daß die Verantwortung im Staat von Kräften übernommen wird, die auf den nicht mehr abzuleugnenden Zu- sammenbruch des deutschen Volkes mit an­deren Maßnahmen zu reagieren verstehen, als mit Abwürgung der Renten und Unter­stützungen einerseits und mit Lastenüber- steigerung andererseits.

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Genf, 22. Juni.

Die Abrüstungskonferenz zeigt nach wochen- langer Ruhe wieder das Bild eines ganz großen Tages. Die unerwartet auf amerikanischen An­trag beschlossene Einberufung des Hauptausschusses, der ursprünglich erst in etwa zehn Tagen zusam­mentreten sollte, hat Plötzlich der Konferenz einen neuen Auftrieb gegeben.

Die leitenden Staatsmänner der europäischen Großmächte sind anwesend. Reichsaußenminister Freiher von Neurath an der Spitze der deutschen Abordnung, Grandi, Simon, der amerikanische Botschafter Gibson, fast sämtliche Außenminister der übrigen europäischen Mächte. Das allgemeine Interesse richtet sich ausschließlich auf den ameri­kanischen Botschafter Gibson.

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Unter atemloser Stille verlas der amerikanische Botschafter Gibson am Mittwoch nachmittag in der Sitzung des Hauptausschusses der Abrüstungs­konferenz Hoovers Botschaft, die eine Abrüstung sämtlicher Rüstungen in der Welt mit Ausnahme der Rüstungen Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens um ein Drittel vorschlägt. Ferner sollen sämtliche Tanks, die chemischen Kriegs- wassen und die schwere bewegliche Artillerie abge­schafft werden. Sämtliche Staaten sollen eine Armee annehmen, die den Polizeinotwendigkeiten entspricht und im Verhältnis steht zu den Deutsch­land im Vcrsailler Vertrag eingeräumten Streit- kräften. Aus dem Gebiet der Militärluftfahrt sollen die Bombenflugzeuge ganz abgeschafft wer­den. Die Gesamttonnage der Linienschiffe soll uni ein Drittel, die der Flugzeugmutterschiffe um ein Viertel herabgesetzt werden. Kein Staat soll mehr als 35000 Tonnen Unterseeboote besitzen.

Nach Gibson sprach sofort der englische Außen­minister Simon, der der Erklärung im allge­meinen zustimmte, in der Frage der Fkotten- rüstung jedoch noch weiter ging.

Die englische Regierung wünsche eine über die amerikanischen Vorschläge hinausgehende Ver­minderung der Flottenrüstungen, insbesondere völlige Abschaffung der Unterseeboote oder zu­mindest Festsetzung einer Höchsttonnage von 250 Tonnen für das Uboot. Für die Großkampf- schisfe müsse eine niedrigere Höchstgrenze als die

des Londoner und Washingtoner Flottenabkom- mens von 35000 festgesetzt werden.

Der französische Kriegsminister Paul Boncour gab nach dem englischen Außenminister Simon eine Erklärung zu dem ueuen großen Abrüstungs­plan des amerikanischen Präsidenten Hoover ab, die nur als eine glatte Ablehnung des amerikani­schen Vorschlages aufzufassen ist. Paul Bonconr verlangte, daß der amerikanische Plan von der Abrüstungskonferenz gemeinsam mit dem Vor­schlag der französischen Regierung zur Organisa­tion der internationalen Sicherheit behandelt werde.

Nach Paul Boncour sprach dann der italienische Außenminister Grandi, der den amerikanischen Vorschlägen rückhaltlos zustimmte. Seine Rede wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen.

Botschafter Nadolny erklärte darauf für die deutsche Regierung deren Zustimmung und führte aus, daß er hoffe, daß man zu noch weitergehenden Herabsetzungen kommen werde. Je stärker die Her­absetzung der Rüstungen, umso leichter werde das Problem der Wiederherstellung der Gleichheit er­reicht werden.

Der Grundsatz der Gleichheit bilde eine der ent­scheidendsten Bedingungen für den Enderfolg der Abrüstnngskonfereuz.

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Washington, 22. Juni. Hoovers Vorschläge für die Abrüstung waren für die amerikanischen Re­gierungskreise eine völlige lleberra- schung- Im Senat lösten sie teils Anerkennung, teils Kritik aus. Der bekannte Senator Borah betonte nachdrücklich sein Einverständnis mit den Vorschlägen und erklärte, die Weltabrüstung sei eine schreiende Notwendigkeit und ein Mißerfolg der Abrüstungskonferenz würde eine Weltkata­strophe sein.

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Genf, 22. Juni. Die Verhandlungen des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz sind nach den Erklärungen der Großmächte zu dem neuen Plan des amerikanischen Präsidenten Hoover wiederum auf unbefristete Zeit verschoben worden.

Es besteht somit unleugbar die Gefahr daß die große Initiative der amerikanischen Regierung wiederum ohne Praktischen Erfolg bleibt.

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Dessau, 22. Juni. In der Sitzung des Kuratoriums des Friedrichs-Theaters am 21. Juni wurde, nachdem die gleiche An­gelegenheit bereits in vorhergehenden Ku- xatoriumssitzungen lebhafte, erörtert jvp.h-

den war, ein Antrag des nationalsozialisti­schen Stadtverordnetenvorstehers Hofmann, M. d. L-, angenommen, wonach künftig grundsätzlich keine Anstellung oder Verwen­dung jüdischer Kräfte am Theater erfolgen darf,

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Von Werner Daitz,

Mitglied des Reichswirtschaftsrats der

NSDAP. '

Unsere nationalsozialistische Wirtschafts-4 lehre will an Stelle der herrschenden liberal listischen und marxistischen Dogmen, die aus rezner Jntellektualität und mittelalter- licher Scholastik geboren wurden die or- gauische Gesetzmäßigkeit der Wirtschafts­kräfte ergründen, und hierauf wieder einest natürlichen und gesunden Wirtschaftsaufbast errichten, der deshalb in allen Einzelheiten national und sozial sein wird. Es ist alsst das Bestreben des Nationalsozialismus, auch die Wirtschaft in den Rang der empirischest Wissenschaften zu erheben. Wir werden des-! halb in ganz anderem Maße> als die bis­herigen zünftigen Wirtschaftslehren unÄ -lehrer, die stets hinter der Entwicklung bey Dinge herliefen, die empirischen Grund- lagen der Wirtschaft und ihren unlöslichen lebendigen Zusammenhang mit den übrigen Volkskrästen ergründen und zum organischen Aufbau zusammenfügen. Die wirtschafte wissenschaftlichen Institute und die stati­stischen Aemter werden darum eine gan) besondere Pflege erfahren.

Wenn man ganz nüchtern und sachlich di« Strukturwandlungen der heutigen Wird schastslage gegenüber dem Stand von 191Z feststellen will, so bietet sich das folgend? Billd:

Die Produktionsmittel (Sachwerte) der gesamten deutschen Volkswirtschaft, beste- hand aus landwirtschaftlichen, Verkehrs­und Schiffahrtsbetrieben, Hausbesitz usw, von schätzungsweise etwa 300 Milliarden, er­forderten zu ihrem Betrieb eine innerdeut­sche Kreditmenge (flüssige Mittel) von etwst 130 Milliarden und als Kasseubestand zur Abrechnung der Spitzen der Kredite etwa 6 Milliarden Noten, Gold- und Silber-, münzen. Mit diesen Betriebsmitteln von 120 Milliarden Krediten und ca. 6 Milliar- den Geldzeichen wurde durch die Arbeits­leistung des gesamten Volkes und mit Hilft des gesamten Produktionsapparc^cs dost etwa 300 Milliarden ein Volkseinkommen von jährlich etwa 60 Milliarden erzeugt. Hiervon verblieben nach Abzug von Ver-, zehr, Bekleidung, Erneuerung und teil-, weise auch Vergrößerung der Anlagen eist Nettoüberschuß von etwa 5 bis 6 Milliar­den. Dieser Betrag stellte gewissermaßen den Zuwachs an Substanz dar, der durch die Arbeit des gesamten deutschen Volks- Wirtschasts-Organismns über den Blut­kreislauf (Geldzeicheumenge) und den Säfte-, kreislauf (Kreditmenge) als Endergebnis, erzeugt wurde. Wir hatten also eine ge­sunde, aus eigener Kraft wachsende Volks­wirtschaft, die mit einer aktiven Produk­tionsbilanz, d. h. einem Ueberschuß von etwa 6 Milliarden abschloß. Dieses Er­gebnis war aber nur möglich, weil Spar­samkeit, Fleiß und anständige Gesinnung noch immer die Grundlage der Arbeit bil­deten. Jedenfalls herrschte diese im Ver­waltungsapparat, dem traditionellen preu­ßisch-deutschen Beamtentum, währe,ch die private Wirtschaft vielfach schon in erheb­lichem Maße neudeutsch angekränkelt war. Wie ist nun der heutige Stand der Dinge?

Volkszahk, Produktionsmittel «ich der Kasseubestand von ca. 6 Milliarden Geld­zeichen sind dieselben geblieben. Was sich aber geändert hat, das ist das Großgeld, die innerdeutsche Kreditmeuge. Diese ist von 120 Milliarden (1913) auf ca. 65 Milli­arden zusammengeschmolzen. Also ein mie>