Ausgabe 
(22.6.1932) Nr. 132
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Verlagsort Bremen. Herausgeber Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle Papen. iße 15. RedattionLangenstr.48. Sprechstunden der Redaktion: ontag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr. Fernspr. Domsh. 25878.

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Das Jahr 1932 wird in der Geschichte unserer Bewegung dereinst fortleben als ein Jahr schwerster Opfer und Kämpfe, aber auch als ein Jahr größter Siege und Erfolge.

Zehn Wahlkämpfe liegen hinter uns.

Zehnmal kämpften wir gegen eine ganze Front von Gegnern!

Zehnmal haben wie beispiellose Siege erfochten!

Die Tatsache, daß der Nationalsozialismus Deutschlands größte Partei geworden ist, kann heute von niemandem mehr geleugnet werden.

Und dennoch trifft uns soeben eine neue Welle von neuer Unterdrückung und Verfolgung. Mit dem blutigsten Terror des Mordgesindels der kommunistischen Verbrecher­welt verbindet sich ein fortgesetzter Rechts- und Verfassungsbruch des Zentrums und der Sozial- demokratie in den Ländern, in denen diese Parteien immer noch herrschen.

In Preußen hat das Zentrum mit der SPD. durch eine Schiebung den Bestand der schwarz­roten Herrschaft zu sichern versucht, in Bayern hat dasselbe Zentrum unter Zuhilfenahme einer Fäl­schung des Landtagsprotokolls unsere gesamte Frakion von der Ausübung der Vertretung der Interessen unserer Wähler ausgeschlossen. 1250 000 Deutsche sind allein durch diesen Streich um ihre verfassungs­mäßigen Rechte gebracht worden.

Im selben Augenblick stehen das Reich und die Länder dank der vierzehnjährigen Luderwirt­schaft derselben Parteien vor dem politischen und wirtschaftlichen Bankerott.

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Da durch die Schiebung der früheren preußischen Regierungsparteien die Notwendigkeit der ausschließlichen Uebernahme der Verantwortung in Preußen durch die nationalsozialistische Bewegung unmöglich gemacht wurde, müßte der Nationalsozialismus in dem Augenblick in eine Koalition mit einer Partei eintreten, in dem diese an allen Stellen des Reiches die intoleranteste Unterdrückung und Verfolgung unserer Bewegung ausübt.

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Deutschland und Preußen werden nicht durch Schiebungen und Kompromisse, sondern nur durch charaktervolle Kraft gerettet.

Das Zentrum glaubt heute noch nicht an den Sinn der letzten Wahlen und an die Mission unserer Bewegung.

Wir werden ihm diesen Glauben noch im Monat Juli des Jahres 1932 beibringen.

Parteigenossen!

Sorgt jetzt dafür, daß der Wahlkamps am 31. Juli zur Entscheidungsschlacht wird.

Der Sieg an diesem Tage muß auch die Macht der schwarz-roten Parteien in Preußen und in den Ländern endgültig brechen.

Und zwar ohne Kompromisse.

So Gott will, werden wir dann am 1. August die Voraussetzungen geschaffen haben zur Bildung der Regierung im Reich, vor allem auch in Preußen, die der geschichtlichen Tradition ebenso gerecht wie zur Lösung der gigantischen Ausgaben der Gegenwart befähigt sein wird.

München, 22. Juni 1932. Adolf Hitler

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München, 21. Juni. Für Dienstag war eine Sitzung des Aeltestenrats des Bayerischen Land­tags anberaumt. Der nationalsozialistische Frak- tionsführer, Abgeordneter Dr. Buttmann, Verlas eine Erklärung, in der es wörtlich heißt: »»Inzwischen haben wir festgestellt, daß die amtliche Niederschrift der Landtagssitzung vom 17. Juni auf Veranlassung des Herrn Präsiden­ten verfälscht worden ist. Wir behalten uns daher weitere Schritte gegen dieses unerhörte Vorgehen des Herrn Landtagspräsidenten vor und erklären: Solange gegen den Herrn Land­tagspräsidenten Dr. Stang die schwere Anklage, eine Niederschrift über die Verhandlungen des Landtags verfälscht zu haben, erhoben worden ist, erwarten wir, daß der Herr Landtagspräsi­dent die Führung der Geschäfte niederlegt. Wir Nationalsozialisten sind nicht in der Lage, uns an Beratungen unter dem Vorsitz dieses Herrn zu beteiligen, solange nicht eine Klärung dieser Angelegenheit erfolgt ist."

Nach der Verlesung dieser Erklärung verließ Dr. Buttmann und die übrigen nationalsozialisti­schen Vertreter, mit Ausnahme des ersten Vize­präsidenten Pg. Schwede, die Sitzung.

Daraus erklärte die Bayerische Volkspartei, daß sie es ablehne, in Anwesenheit eines National­sozialisten weiterzuverhandeln.

Darauf wurde die Sitzung geschloffen.

Ltrafantrag gegen den Landtagspräsidcnten Stang

ik.nnchen, 21. Juni. Die Vorgänge im Bayrischen Landtag haben dazu geführt, daß die Mitglieder der Nationalsozialisti­schen Fraktion beschlossen haben, gegen den Landtagspräsidenten Dr. Stang Anzeige beim Staatsanwalt wegen intellektueller Urkundenfälschung zu stellen.

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Neustadt-Hardt, 21. Juni. Der bayerische Obersorstmeifter von Bomhard, Vorstand des Forstamts Neustadt-Süd, wurde am 18. Juni in Rombach (Lothringen) bei Besuch seines früheren Dienstsitzes mit seiner Familie von der französi­schen Gendarmerie verhaftet. Während die Familie am 20. Juni wieder freigelassen wurde, sitzt von Bomhard im Gefängnis in Metz. Gegen ihn ist Anklage erhoben wegen angeblichen Haus­friedensbruchs, wegen Bannbruchs (Rückkehr nach Nombach trotz seinerzeitiger Ausweisung) und schließlich deswegen, weil er angeblich an seine vorgesetzten Dienststellen während des Krieges über die Volksstimmung in Elsaß-Lothringen und ins­besondere in Rombach berichtet haben soll.

Die Verhandlung gegen von Bomhard vor dem französischen Gericht in Metz ist auf den 23. Juni festgesetzt. Die deutschen Behörden haben sich des Falles angenommen und die entsprechenden Sckritte unternommen.

Kommunlstlsekes KessvS- tnsidsn gsgsn 8/k.

Köln, 20. Juni.

In der Nacht zum Montag wurden zwei SA>- Männer in ihren Wohnungen in Merkstein von Kommunisten bedroht. Zu ihrer Sicherheit forder­ten sie von Baeswejler Hilfe an, die auch bald er­schien. Anscheinend hatten die Kommunisten davon Wind bekommen, weshalb sie es nicht wagten, zu irgendwelchen Tätlichkeiten überzugehen. Gegen Ls Uhr nachts zog ein Teil der auswärtigen SA-­

Männer wieder nach Hause. Der andere Teil ging später nach Hause, wobei ihn Sturmsührer Wilhelm Hambückens ein Stück begleitete.

Kaum war die Gruppe in die Nähe der Kolonie Neuboscheln gekommen, als plötzlich von kom­munistischer Seite ein wildes Feuer aus die ruhig ihres Weges ziehenden Nationalsozialisten er­öffnet wurde. Gegen 60 bis 70 Schüsse wurden abgegeben. Einer davon traf den Sturmsührer, Pg. Wilhelm Hambückens, tödlich.

Seine Kameraden brachten die Leiche zu dem in der Nähe liegenden Gut Haustein, von wo Ham­

bückens nach Erscheinen der Polizei in das Leichen» Haus gebracht wurde.

Seitens der Polizei wurden mehrere Kommunb sten festgenommen, die jedoch später wieder sreigo lassen wurden, weil man ihnen nichts nachweiset konnte.

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Berlin, 21. Juni. Gegen Mitternacht kam es in verschiedenen Stadtteilen Berlins zu kommuni-i stischen Ansammlungen und zu schweren Ueberfällery In Moabit bildeten sich in der Rostocker-, Turm» und Hnttenstraße starke kommunistische Demonstra» tionszüge, die von der Polizei mit dem Gummi-» knüppel ausgelöst wurden.

In der Schliemannstraße und auf dem Helmholz­platz wurden von den Demonstranten sämtliche Straßenlampen ausgelöscht. In der Rostockerstratze versuchten die Kommunisten nach Auslöschen der Straßenlampen Barrikaden zu bauen, flüchteten aber beim Erscheinen der Polizei.

Im Südwesten in der Schleiermacherstraße wurde der 23jährige Nationalsozialist Köster von Kom­munisten überfallen. Er erhielt einen schweren Schläsenschnß und starb kurze Zeit nach der Ein» liescrung in das Urban-Krankenhaus.

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Saarbrücken, 21. Juni. Im Landesrat gab Präsident Dr. Scheuer zu den jüngsten franzö­sischen Plänen in bezug auf das Saargebiet eins Erklärung sämtlicher Parteien mitAusnahme der Marxisten ab, die folgenden Wort­laut hat:

Der Landesrat gibt seiner Entrüstung darüber Ausdruck, daß gewisse französische Kreise versuchen, das Saargebiet als Neparationsobjekt zu betrach­ten und die Forderung auszustellen, daß das Saar- statut ohne Volksabstimmung in seiner gegen­wärtigen Form verlängert oder verewigt werden soll.

Der Landesrat stellt demgegenüber ausdrücklich fest:

Nach dem Wortlaut des Saarstatuts hat die Saarbevölkcrung über ihre politische Zukunft selbst zu entscheiden. Nach dem Willen der gesamten Bevölkerung darf die Lösung der Saarsrage nicht anders erfolgen, als daß das gesamte Saargebiet politisch und wirtschaftlich vorbehaltlos dem Deut- schen Reich wieder eingegliedert wird. Wen« Frankreich nicht vorher seine Bereitwilligkeit zu einer solchen Lösung der Saarsrage und zur Wie» dergutmachung des Saarunrechts zu erkennen gibt, wird die Lösung auf Grund des Ergebnisses der Volksabstimmung im Jahre 1935 ersolgen. Es wird dabei ausdrücklich festgestellt, daß im Saar- statut die Volksabstimmung an keinerlei Bedin­gung geknüpft ist, sondern unter allen Umständen zu dem vorgesehenen Zeitpunkt ersolgen muß. Die Saarbevölkcrung wird unter keinen Umständen zu­lassen, daß dieses Recht aus politische Selbstbe­stimmung in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird. Ebenso wenig kann eine Hinausschiebung der Volksabstimmung und eine Verlängerung des Saarstatuts ohne Volksabstimmung jemals auch nur in Erwägung gezogen werden."